Musikprojekte am RSG Dortmund 2000-2004/05
Schule:
Reinoldus- und Schiller-Gymnasium Dortmund-Dorstfeld,
Hallerey 49-51
44149 Dortmund
Tel. 0231-172340

Gymnasium
 
Kooperationspartner:
ProJazz e.V. Dortmund, das Landesinstitut Soest, der Dortmunder Schulentwicklungsfonds, die Junge Triennale, Universität Dortmund Abteilung Musik und ihre Didaktik, das Netzwerk „Schülerinnen und Schüler machen Neue Musik, Mainz“ und die Dr. Karl Dörken Stiftung gewonnen werden.

 
Beteiligte Schüler:
ca 530
6 Klassen: 2000/2001
2001/2002
2002/2003
2003/2004
Musikgrundkurs 11
AG Young Improviser`Orchestra
Netzwerkschulen NRW
Netzwerkschulen 2003/2004
 
Beteiligte Lehrkräfte:
Musiklehrerin M. Bastian,Klassenlehrer, ProfimusikerKolleginnen und Kollegen der beteiligten Netzerkschulen
 
Stundenvolumen:
2 Unterrichtsstunden in der Woche über ein Schuljahr
AG 2 Zeitstunden in der Woche

 
Vorstellung und Kurzbeschreibung:
Musikprojekte am Reinoldus- und Schiller-Gymnasium,
Dortmund-Dorstfeld


Klassenunterricht mit dem Schrottophon

Seit dem Schuljahr 2000/01 führt die Musiklehrerin Margarete Bastian zusammen mit den Dortmunder Musikern Richard Ortmann und Guido Schlösser in jeweils einer sechsten Klasse Projekte mit dem Schrottophon durch, einer Sammlung ausrangierter Gegenstände aus Haushalt und Industrie. Diese Gegenstände werden als Musikinstrumente eingesetzt, sodass es auch Kindern, die kein traditionelles Instrument erlernt haben, möglich ist, als Musiker an dem Projekt teilzunehmen. Es wird also allen Schülern ermöglicht, die Kompetenzen zu erwerben, die erforderlich sind, um in einer Gruppe zu musizieren. Dazu gehören eine enorme Konzentrationsfähigkeit, Sensibilität für die Mitmusiker, Disziplin, Geduld und Ausdauer. Im Gegensatz zu einem traditionellen Schulorchester, bei dem die Schüler bereits bestehende Kompositionen aufführen und sich vor allem auf ihren eigenen Instrumentalpart konzentrieren, liegt der Schwerpunkt bei unseren Projekten darauf, musikalische Strukturen zu vermitteln. Jedem Kind soll klar werden, wie Musik funktioniert und wie sie organisiert werden kann.

Im Schuljahr 2000/01 wurde das Projekt „Wir haben was auf der Pfanne – wir erfinden eine Schrottophonie“ durchgeführt. Im Laufe von drei Monaten wurde eine knapp halbstündige Komposition entwickelt, die im Rahmen des Weihnachtskonzertes uraufgeführt wurde. Das Projekt wurde mit dem ersten Preis des Wettbewerbs „teamwork – Neue Musik erfinden“ des Verbandes Deutscher Schulmusiker ausgezeichnet und kam zu insgesamt sechs Aufführungen, u.a. beim internationalen Jazzfestival europhonics.

Im Schuljahr 2001/02 nahmen wir uns vor, über die so genannte „absolute Musik“ hinauszugehen und andere Medien einzubeziehen. Es entstand „Gummitwist und Lebertran – ein Gesamtkunstwerk aus Texten, Fotos und Schrottophonien über Kindheit im Ruhrgebiet der 50er und 60er Jahre“. Das Projekt wurde sowohl in der Schule als auch beim europhonics-Festival in einer speziellen Bearbeitung in der Petri-Kirche aufgeführt. Finanziert wurde es u.a. von der GÖS-Arbeitsstelle.

Im Schuljahr 2002/2003 wenden wir uns nun der Musikethnologie zu. Im Projekt „Heimatklänge und andere Geräusche“ wechseln die Kinder in die Rolle des Forschers, der Klänge und Musikstrukturen aus unterschiedlichen Kulturräumen sammelt und analysiert. Am Ende des Projekts steht eine Klangcollage, aber auch eine Performance, bei der u.a. das Schrottophon Verwendung findet. Es dient bei diesem Projekt dazu, die vorgefundenen rhythmischen Strukturen auszuprobieren und zur Aufführung zu bringen.

Geplant ist das musiksoziologische Projekt „Hausmusik“, bei dem das Schrottophon nun aus der Schule heraus in das familiäre und sonstige soziale Umfeld hineingetragen wird. Erforscht wird nun die Wirkung, die Musik auf die jeweilige Gruppe ausübt.

Auswirkungen der Schrottophonie-Projekte auf den übrigen Musikunterricht
am RSG

Auch andere Klassen nehmen Anteil an den Projekten, beispielsweise durch die Einbeziehung in die Öffentlichkeitsarbeit, also den Entwurf von Plakaten und die Erstellung einer Webseite.
Die von Profimusikern und der Musiklehrerin entwickelten neuen
Unterrichtsmethoden werden auch in anderen Klassen angewandt. Dem gesamten Musikunterricht steht nun ein Repertoire von Methoden zur Verfügung, das den Schülern ermöglicht, sich aktiv und kreativ mit Musik auseinanderzusetzen.
Schülerinnen und Schülern, die in der Vergangenheit an den Musikprojekten teilhatten, bringen ihre erworbenen kreativen, sozialen Kompetenzen in den Unterricht ein und gestalten ihn eigenständig und selbst bewusst mit .

METROSOLID – Schrottophonien aus 10 Schulen in Nordrhein-Westfalen am 18. Juni 2003 in Castrop-Rauxel

Musik aus Schrott, junge Musiker am alten Eisen: Am Mittwoch, dem 18. Juni 2003, werden ab 10 Uhr im Agora-Kulturzentrum auf dem Gelände der ehemaligen Zeche Ickern in Castrop-Rauxel 10 Schrottophonien aufgeführt. Die Kompositionen, bei denen vornehmlich weggeworfene Gegenstände aus Industrie und Haushalt erklingen, wurden an 10 weiterführenden Schulen in ganz Nordrhein-Westfalen entwickelt.
Die Dortmunder Jazzinitiative ProJazz e.V. gründete zusammen mit dem Institut für Schule und Weiterbildung in Soest ein Netzwerk von Schulen, an denen ein neues Unterrichtsmodell erprobt wird. Im Rahmen des regulären Musikunterrichts lernen die Schüler mit den Instrumenten des Schrottophons zu improvisieren und zu komponieren, um schließlich ein Musikstück gemeinsam auf die Bühne zu bringen.
Nach dem Preis gekrönten Pilotprojekt in Dortmund-Dorstfeld zieht die Schrottophonie nun Kreise im und über das Ruhrgebiet hinaus. Das Amphitheater der griechischen Gemeinde auf dem Gelände der ehemaligen Zeche Ickern (Zechenstr. 2a, Castrop-Rauxel) ist sicherlich die geeignete Kulisse für den METROSOLID: das Abschlusskonzert, bei dem die Schüler nun ihre Komposition mit den anderen vergleichen können und so ein interessiertes Publikum finden. Aber auch alle anderen Freunde ungewöhnlicher Musik werden ihren Spaß haben bei der Entdeckung der unerhörten Klangwelten des Schrotts.
Beteiligte Schulen:
Pestalozzi-Gymnasium, Unna
Christian-Morgenstern-Schule für Lernbehinderte, Oberhausen
Gymnasium Petrinum, Recklinghausen
Reichenbach-Gymnasium, Ennepetal
Glückauf-Schule für Schwerhörige, Gelsenkirchen
Kardinal-von-Galen-Realschule, Telgte
Pestalozzischule für Lernbehinderte, Willich
Friedrich-Bährens-Gymnasium, Schwerte
Hauptschule Kley, Dortmund
Franz-Stock-Gymnasium, Arnsberg


Schuljahr 2003/2004

Das RSG als koordinierende Schule für das Netzwerk „Schülerinnen und Schüler machen Neue Musik“
Beteiligte Schulen:
Makrtschule Ickern
Peter Vischer Grundschule, Dortmund
Gutenberg Grundschule, Dortmund
Fine-Frau Grundschule, Dortmund
Aldegrever Gymnasium, Soest
Reinoldus- und Schiller-Gymnasium, Dortmund

Die Kolleginnen und Kollegen der beteiligten Netzwerkschulen haben sich im Laufe des Schuljahrs 2003/2004 regelmäßig zu Teamgesprächen getroffen, Erfahrungen ausgestauscht und die Projekte an den Schulen durchgeführt. In zwei netzwerkinternen Fortbildungsmaßnahmen wurden produktionsdiaktische Modelle entwickelt und für die jeweilige Lerngruppe methodisch aufbereitet ( nachzulesen in den Sachberichten der Netzwerkschulen ).
Das gemeinsame Konzert in der DASA am 18.6.2004 bildete den krönenden Abschluss der erfolgreichen Arbeit.


OFF-CAGED, eine Medienperformance der Klasse 6d des Reinoldus- und Schiller-Gymnasiums Dortmund-Dorstfeld

Leitung: Margarete Bastian, Guido Schlösser, Alfred Wank
Xylophone im Grunge-Rhythmus, Neue Musik in der Casting-Show, Dadaismus im Videoclip-Zeitalter: Im Rahmen des Musikunterrichts entwickelte die Klasse 6d des Reinoldus- und Schiller-Gymnasiums unter Leitung ihrer Musiklehrerin Margarete Bastian und der Dortmunder Komponisten Guido Schlösser und Alfred Wank eine irrwitzige Performance aus Bühnenshow, Mediensatire und improvisierter Musik. Schülerinnen und Schüler lernten die Gesetze der Medienrealität kennen, indem sie sie überschritten.
Verlauf
Die Vorbereitungen und Proben fanden seit Anfang September jeweils in der wöchentlichen Musikdoppelstunde statt. Genutzt wurden zunächst der Musikraum, der Flur und ein anderer Unterrichtsraum, später auch die Aula. Die Uraufführung in der Schule fand im Rahmen eines Konzerts zum Advent am Dienstag, dem 9. Dezember, statt, die zweite Aufführung folgte am Samstag, dem 13. Dezember, im Theater im Depot im Rahmen des Festivals jazzwerkruhr.
Am Anfang des Jahres 2004 entstand eine Videocollage, die sich an Kompositionstechniken von John Cage orientiert.
Musikgrundkurs 11, 2004 2. Halbjahr:
John Cage: Variations II
Eine Aufführung des Grundkurses Musik der Jahrgangsstufe 11 am Reinoldus- und Schiller-Gymnasium Dortmund-Dorstfeld

Projektleitung: Margarete Bastian und Guido Schlösser

„I don’t hear the music I write. I write in order to hear the music I haven’t yet heard.“
John Cage

John Cage (1912-1992) hat die Philosophie der abendländischen Musik inklusive der ihrer radikalsten Avantgarde mit seinen Kompositionskonzepten in Frage gestellt. Seine Musikphilosophie ist Ergebnis einer intensiven Auseinandersetzung mit außermusikalischen Künsten des 20. Jahrhunderts und mit ostasiatischen Lebenseinstellungen. Die Werke der vierziger Jahre, beispielsweise seine berühmten Kompositionen für präpariertes Klavier, sind auch für Hörer ohne besondere Voraussetzungen faszinierende Meisterwerke perkussiver Musik, seine späteren Konzeptionen jedoch stellen alles, was nach traditionellem Verständnis als Musik bezeichnet wird, grundsätzlich in Frage. Die Auseinandersetzung mit diesen Kompositionen kann nicht allein über das Hören von Tonträgern oder das Erleben von Konzerten erfolgen, da die entstandene Musik nur eine von zahllosen höchst unterschiedlichen Realisationen des jeweiligen Kompositionskonzeptes ist.
Die Aufführung einer solchen Komposition bietet den beteiligten Musikern eine völlig neue Möglichkeit, sich mit den grundsätzlichen Fragen von Musik zu beschäftigen.

Variations II für variable Besetzung, entstanden 1961, kann von Ensembles unterschiedlicher Größe aufgeführt werden. Die Verwendung traditioneller Musikinstrumente ist dabei weder vorgeschrieben noch ausgeschlossen. Die Länge der Aufführung kann vorher willkürlich festgelegt werden, nicht jedoch der Verlauf. Dieser ergibt sich aus einer zufällig ermittelten geometrischen Struktur, die in Zahlenverhältnisse übersetzt wird. Der Mechanismus der Übertragung dieser Zahlenverhältnisse in die schließlich aufzuführenden Klangereignisse wird von den Spielern jeweils in Bezug auf ihre Instrumente festgelegt. Dies muss jedoch vor der Erstellung der geometrischen Struktur geschehen, da nachträgliche persönliche Entscheidungen oder gar Improvisationen der Absicht des Komponisten widersprechen.

Das Projekt
Der Musikkurs besteht aus 18 Schülerinnen und Schülern, die zu einem großen Teil ein traditionelles Musikinstrument erlernt haben. Die anderen werden andere perkussive und nicht-perkussive Klangerzeuger oder ihre Stimme einsetzen.
Die Erarbeitung von Variations II in einem Musikkurs setzt eine Kooperation mit außerschulischen Partnern voraus. Als wissenschaftliche und künstlerische Beraterin konnten wir Prof. Dr. Eva-Maria Houben von der Universität Dortmund gewinnen. Ihre Expertise ist entscheidend bei der Umsetzung der nicht immer eindeutigen Kompositionsvorschriften.
Die Kunsthistorikerin Dr. Uta C. Schmidt wird die Schülerinnen und Schülern mit den Richtungen der bildenden Kunst des 20. Jahrhunderts vertraut machen, die Cage beeinflußt haben. Joopi Troegel, eine aus Korea stammende Künstlerin, wird in die Grundlagen des Zen-Buddhismus einführen. Projektleiter neben der Musiklehrerin Margarete Bastian ist der Komponist und Musikjournalist Guido Schlösser, der in den Seminaren Eva-Maria Houbens wichtige Impulse erhalten und mit Margarete Bastian bereits zahlreiche Projekte durchgeführt hat.
Am 4.6.2004 fand eine Aufführung im Künstlerhaus Sunderweg in Dortmund statt.
Im Schuljahr 2004/05 "Klang-Raum Projekt des GK Musik 12":
Teilnahme am Komponistenportrait "Christina Kubisch" am 24.2.05 und am 25.2.05 in der Universität Dortmund. Am 24.2.2005 führen die Teilnehmer des GK Musik des RSG eigene Kompositionen auf, die aus der Arbeit mit Variations II von John Cage erwachsen sind: "Chaos meets Harmony dedicated to John Cage"

Zu allen Projekten gibt es CD´s, z.T. Videoaufzeichnungen der Uraufführungen und ausführliche schriftliche Dokumentationen.

John Cage: Variations II
Eine Aufführung des Grundkurses Musik der Jahrgangsstufe 11 am Reinoldus- und Schiller-Gymnasium Dortmund-Dorstfeld

Projektleitung: Margarete Bastian und Guido Schlösser

„I don’t hear the music I write. I write in order to hear the music I haven’t yet heard.“
John Cage

John Cage (1912-1992) hat die Philosophie der abendländischen Musik inklusive der ihrer radikalsten Avantgarde mit seinen Kompositionskonzepten in Frage gestellt. Seine Musikphilosophie ist Ergebnis einer intensiven Auseinandersetzung mit außermusikalischen Künsten des 20. Jahrhunderts und mit ostasiatischen Lebenseinstellungen. Die Werke der vierziger Jahre, beispielsweise seine berühmten Kompositionen für präpariertes Klavier, sind auch für Hörer ohne besondere Voraussetzungen faszinierende Meisterwerke perkussiver Musik, seine späteren Konzeptionen jedoch stellen alles, was nach traditionellem Verständnis als Musik bezeichnet wird, grundsätzlich in Frage. Die Auseinandersetzung mit diesen Kompositionen kann nicht allein über das Hören von Tonträgern oder das Erleben von Konzerten erfolgen, da die entstandene Musik nur eine von zahllosen höchst unterschiedlichen Realisationen des jeweiligen Kompositionskonzeptes ist.
Die Aufführung einer solchen Komposition bietet den beteiligten Musikern eine völlig neue Möglichkeit, sich mit den grundsätzlichen Fragen von Musik zu beschäftigen.

Variations II für variable Besetzung, entstanden 1961, kann von Ensembles unterschiedlicher Größe aufgeführt werden. Die Verwendung traditioneller Musikinstrumente ist dabei weder vorgeschrieben noch ausgeschlossen. Die Länge der Aufführung kann vorher willkürlich festgelegt werden, nicht jedoch der Verlauf. Dieser ergibt sich aus einer zufällig ermittelten geometrischen Struktur, die in Zahlenverhältnisse übersetzt wird. Der Mechanismus der Übertragung dieser Zahlenverhältnisse in die schließlich aufzuführenden Klangereignisse wird von den Spielern jeweils in Bezug auf ihre Instrumente festgelegt. Dies muss jedoch vor der Erstellung der geometrischen Struktur geschehen, da nachträgliche persönliche Entscheidungen oder gar Improvisationen der Absicht des Komponisten widersprechen.

Das Projekt
Der Musikkurs besteht aus 18 Schülerinnen und Schülern, die zu einem großen Teil ein traditionelles Musikinstrument erlernt haben. Die anderen werden andere perkussive und nicht-perkussive Klangerzeuger oder ihre Stimme einsetzen.
Die Erarbeitung von Variations II in einem Musikkurs setzt eine Kooperation mit außerschulischen Partnern voraus. Als wissenschaftliche und künstlerische Beraterin konnten wir Prof. Dr. Eva-Maria Houben von der Universität Dortmund gewinnen. Ihre Expertise ist entscheidend bei der Umsetzung der nicht immer eindeutigen Kompositionsvorschriften.
Die Kunsthistorikerin Dr. Uta C. Schmidt wird die Schülerinnen und Schülern mit den Richtungen der bildenden Kunst des 20. Jahrhunderts vertraut machen, die Cage beeinflusst haben. Joopi Troegel, eine aus Indonesien stammende Künstlerin, wird in die Grundlagen des Zen-Buddhismus einführen. Projektleiter neben der Musiklehrerin Margarete Bastian ist der Komponist und Musikjournalist Guido Schlösser, der in den Seminaren Eva-Maria Houbens wichtige Impulse erhalten und mit Margarete Bastian bereits zahlreiche Projekte durchgeführt hat.
„I don’t hear the music I write. I write in order to hear the music I haven’t yet heard.“
John Cage


Chaos meets Harmony – dedicated to John Cage
Raum-Klangkompositionen des Musikkurses 12 des Reinoldus- und Schiller-Gymnasiums Dortmund-Dorstfeld
Leitung: Musiklehrerin Margarete Bastian

Nach der erfolgreichen Erarbeitung und Aufführung der Komposition Variations II von John Cage im letzten Schuljahr ( Leitung: Bastian, Schlösser; Aufführung im Künstlerhaus Sunderweg im Juni 2004) beschäftigt sich der Musikkurs 12 am RSG seit Beginn des Schuljahrs 2004/2005 sowohl mit klassischen als auch mit zeitgenössischen Klang-Raum-Konzepten.
Inspiriert durch die Auseinandersetzung mit Kompositionen zeitgenössischer Musik und vor allem mit John Cage entstanden drei eigene Kompositionen. Verwendung finden ungewöhnliche Instrumente ( paddle drums, Backblech), elektronische Schallquellen, Geräusche und Ausschnitte bekannter Popmusik. Die Kompositionen sind nach einem genauen Zeitplan konzipiert. Stille ist hier ein wichtiges Element der Musik. Sie öffnet das Ohr bei den Musikern und Hörern. Irritation und Überraschung, Öffnen von inneren und äußeren Räumen bestimmen die Kompositionen.
Der Musikkurs nimmt am „Komponistenportrait Christina Kubisch“ am 24.2. und 25.2.05 an der Uni Dortmund Abteilung Musik und ihre Didaktik teil. Am 24.2.05 führt der Musikkurs die drei Kompositionen um 19.30 in der Uni Dortmund Raum 4.314 auf.

Young Improvisers’ Orchestra

Vielen Schülerinnen und Schülern, die ein Instrument beherrschen, fehlt die Gelegenheit, in einer Band zu spielen. Die Tradition spontanen und kreativen Musizierens am Reinoldus- und Schillergymnasium führte daher zur Gründung des Young Improvisers’ Orchestra.
Junge Musiker erhalten die Gelegenheit, Musik nicht als ein Erzeugnis einer vergangenen oder gegenwärtigen Musikkultur zu erleben, das es zu reproduzieren gilt, sondern als Möglichkeit des persönlichen Ausdrucks und der spontanen Kommunikation. Die Leitung der Band hat Guido Schlösser. Das Young Improvisers’ Orchestra wurde im Oktober 2002 gegründet und hatte seinen ersten Auftritt am 12. Dezember im Jazzclub domicil.
Weitere erfolgreiche Auftritte fanden im Westfalenpark Dortmund, in der Schule und im Theater Fletch Bizzel und im Theater im Depot statt. Inzwischen haben einige Bandmitglieder eigene Ensembles gegründet, die sie selbst leiten. Das Projekt geht weiter. In Vorbereitung ist ein überregionales Improvisationsorchester unter der Leitung von Guido Schlösser. Kooperationspartner sind das Jazzwerk Ruhr,
LAG Musik und ProJazz e.V. Dortmund.

 
Projektauslöser/Idee:
Richard Ortmann, Guido Schlösser
siehe unten, Anekdoten....
 
Projektentwicklung:
siehe Projektbeschreibung
 
Besonderheiten:
Schrottophonie als Unterrichtsmehtode und ihre Weiterentwicklungen; produktorientierte Projekte; Präsentationen auf unterschiedlichen Bühnen; eine ganze Schulklasse oder ein Kurs erarbeitet das Projekt gemeinsam mit außerschulischen Partnern und nimmt so aktiv an der Gestaltung des kulturellen Lebens der Stadt Dortmund teil.
 
Probleme und Lösungen:
Die Überwindung der organisatorischen Schwierigkeiten geschieht durch das Engagement aller Beteiligten. Blick auf die Zukunft: Anerkennung, Ermutigung, tatkräftige Unterstützung auch in finanzieller Hinsicht, um die erfolgreiche Arbeit fortzusetzen.
 
Anekdotisches:
Chachelihöll - eine Schrottophonie und ihre Folgen

Mai 2000: ProJazz e.V. bietet wie jedes Jahr im Rahmen des internationalen Jazzfestivals europhonics Gesprächskonzerte an Dortmunder Schulen an. Ein langgehegter Wunsch geht in Erfüllung. Ich lade Richard Ortmann und Guido Schlösser, zwei Musiker des Projekts „Chachelihöll - eine Schrottophonie“, in meinen Musikunterricht einer 6. Klasse ein.
Gespannt sitzen die Kinder in der Aula. Ortmann und Schlösser bauen das Instrumentarium auf. Die Kinder sind ganz still. Ein Staunen lässt sich von ihren Gesichtern ablesen. Solch ein Instrumentarium haben sie noch nicht gesehen: Töpfe, Pfannen, eine Zinkwanne. Schlösser präpariert das Klavier. Den Saitenkasten schmücken nun Metallteller und kaputte Becken. Er prüft, ob es so klingt, wie er es für die Komposition braucht. Blickkontakt zu Ortmann. Es geht los. Eine spannungsreiche Musik erklingt. Die Kinder sind verblüfft. Nach einer kleinen Pause applaudieren sie begeistert.
Ortmann baut derweil das Instrumentarium, das er mitgebracht hat, vollständig auf der Bühne auf. Waschbrett, Metallbehälter aller Art, Bleche, eine beinahe funktionsfähige Zither, einige Saiten recken sich bedrohlich nach oben, weiße und rote Emailleschüsseln in verschiedenen Größen alles in akribischer Ordnung als Satz nebeneinander.
Trommelstöcke gibt es genug, Schlegel ebenfalls. Die Kinder werden langsam unruhig. Ortmann: „Fertig. So und jetzt ihr!“
Nun staunen wir.
Alle Kinder rennen, ja stürzen auf die Bühne und wählen soweit möglich ihr Instrument. Größere Metalltonnen sind besonders beliebt bei den Jungen und daher knapp. Sie musizieren drauflos. Die Kinder produzieren einen unglaublichen Lärm! Und sie dürfen das, solange bis die erste Erkundung für sie beendet ist, etwa zehn bis fünfzehn Minuten lang. Dann endlich, einige klappern noch immer unermüdlich, gibt Ortmann ein Zeichen.
Ruhe!
Er erklärt den Kindern die Zeichen für sein Dirigat. Erste Improvisationsmuster im Tutti werden geprobt, Crescendi, rhythmische Ostinati, usw. Dann Ensemblespiel: Trio, Quintett.
Aufgabe: Alle fangen gemeinsam an und hören gemeinsam auf, aber diesmal ohne Zeichen von Richard Ortmann. Erstaunlich! Es funktioniert.
Nachdem alle Kinder in einem Ensemble gespielt haben, dürfen sie noch einmal auf die Bühne zum Finale. In einem grandiosen Crescendo geht der Gong unter. Zum Bedauern der Kinder ist die Probe dann doch beendet. Schade, dass die Stunde vorbei ist. Wann kommen Sie wieder? Wann machen wir das noch einmal?
Beim Aufräumen sind wir drei nun ganz still. Viele Gedanken gehen uns durch den Kopf. Welch ein Potential an musikalischer Kreativität, großer Begeisterung und Konzentration bringen diese jungen Menschen mit!
Die Idee zu einem Klassenprojekt „Schrottophonie“ ist geboren. Unser Team hat sich gefunden.