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Claudio Puntin im Maultrommel-Duett mit einem Spurensucher
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Florian entdeckt den E-Bass von Skúli Sverrisson
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Claudio Puntin im Schrott-Groove mit den Jugendlichen
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Auch Pappe und Papier kann Musik sein
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John Cage hätte seine wahre Freude gehabt - präpariertes Klavier
Spurensuche 2.0
Schule:
Gustav-Leutelt-Schule
Turnerstraße 2
87600 Kaufbeuren
Telefon: +49 (0)8341 98914
Telefax: +49 (0)8341 98915
Internet: www.gustav-leutelt-schule.de

Hauptschule / Gebundener Ganztag
 
Kooperationspartner:
Festival TONSPUREN
Schwäbisches Tagungs- und Bildungszentrum
Kloster Irsee
Klosterring 4
D-87660 Irsee
Tel.: +49 (0)8341 906-00
Fax: +49 (0)8341 74278
 
Beteiligte Schüler:
20-25
Klasse 8a der Mittelschule
 
Beteiligte Lehrkräfte:
1 Lehrerin (Musik)
 
Stundenvolumen:
Wöchentlich Montagnachmittag 2 Wochenstunden über 8 Monate (September 2012 bis April 2013)
 
Vorstellung und Kurzbeschreibung:
Kinder und Jugendliche sind in die Vorbereitungen des Festivals TONSPUREN (April 2013) im Kloster Irsee eingebunden. „Spurensuche 2.0“ und „Kinderspuren“ heißen zwei Projekte, die das junge Publikum im Vorfeld zu den TONSPUREN mitnehmen auf eine Reise, hin zu den Künstlern und hin zur Musik von TONSPUREN.

In der Probenwoche vor Festivalbeginn sind die jungen TeilnehmerInnen täglich vor Ort und haben durch Workshops und Begegnungen mit den KünstlerInnen, durch Klangwerkstätten und musikalische Entdeckungsreisen die Gelegenheit, immer tiefer in die Musik einzutauchen.
Die Erfahrungen werden kreativ umgesetzt und gestaltet und sollen am Festivalsonntag den Familien und Besuchern vorgestellt werden. Die kleinen SpurensucherInnen werden dabei selbst zu VermittlerInnen, die ihrem Publikum das Entdeckte näherbringen.

Auf die SchülerInnen der Gustav-Leutelt-Schule in Kaufbeuren-Neugablonz wartet eine besonders intensive Erfahrung. Im Rahmen der „Spurensuche 2.0“ entwickeln 20 Jugendliche der Klassenstufe 8 über einen Zeitraum von einem halben Jahr gemeinsam mit den Künstlerinnen und Künstlern des Festivals eine Audio-Video-Installation. Dazu spüren sie das besondere Moment im Gewöhnlichen auf und sammeln mit analogen Mitteln zunächst Bilder und Klänge aus der eigenen Lebenswelt.

Der nächste Schritt ist die Annäherung an den Ort Kloster Irsee. Wie klingt das Kloster? Welche Sounds charakterisieren die Räume und die Umgebung? Welche Bilder prägen sich ein? Die akustischen und visuellen Fundstücke werden in Workshops digital weiterverarbeitet und verändert. Die so nach und nach entstehende Installation soll als Schnittpunkt zwischen digitaler Welt und sinnlichem Erleben von Musik und visueller Kunst dienen. Es öffnet sich ein atmosphärischer Raum, der während des Festivals TONSPUREN als Interaktionsfläche für Improvisationen sowohl der KünstlerInnen als auch der FestivalbesucherInnen dienen soll.

 
Projektauslöser/Idee:
Ein Jugendprojekt im Rahmen des Musikfestivals „Tonspuren Irsee“

Vorgeschichte: Beobachtungen/Thesen

1. Jugendliche verfügen über eine hohe Nutzerkompetenz in Bezug auf digitale Medien. Dies bedeutet nicht zwangsläufig auch eine hohe Gestaltungskompetenz.

2. Kultureinrichtungen verlieren die junge Generation als Zielgruppe, weil sie den Paradigmenwechsel im Kommunikationsverhalten nicht mitgehen.

3. Die kreativen Potentiale digitaler Medien werden insbesondere im Vermittlungsbereich nicht ausgeschöpft.

4. Die Menschen verlieren den Anschluss an kulturelle Inhalte/ Werte, weil sie die Anknüpfungspunkte (= die Spuren) nicht mehr nachvollziehen können (Stichworte Regietheater, Neue Musik, Konzeptkunst,...). Das Kunstwerk wird als fertiges Produkt präsentiert. Der Prozess ist für das Publikum nicht mehr sichtbar.

5. Die Teilhabe an Kunst und Kultur ist durch ökonomische, intellektuelle und subjektive Barrieren erschwert. Große Teile der Bevölkerung nehmen daher am kulturellen Leben nicht teil.

Kontext: Festival „Tonspuren“

Das Jugendprojekt „Spurensuche 2.0“ ist eingebettet in ein neues Musikfestival, das unter dem Titel „Tonspuren“ erstmals vom 5. bis 7. April 2013 in Kloster Irsee stattfindet.

Schwerpunkte des Festivals sind ...

• Künstlerische Strahlkraft und Innovation
• Interdisziplinarität und Intermedialität
• Kulturelle Bildung/ Musikvermittlung
• Regionale Vernetzung
• Überregionale Vermarktung/ touristische Zielsetzungen

Einen großen Stellenwert nehmen Vermittlungsprojekte in Kooperation mit Bildungs- und Kultureinrichtungen der Region ein.

Zielsetzungen:
Das Projekt „Spurensuche 2.0“ will...

... die Begeisterung Jugendlicher für digitale Medien als Ansatzpunkt nutzen, um einen Zugang zu den ästhetischen und vor allem musikalischen Inhalten des Festivals „Tonspuren“ zu legen.

... eine Begegnung zwischen professionellen Künstlern und Jugendlichen herstellen und sie über einen längeren Zeitraum gemeinsam an einem Musikprojekt arbeiten lassen – auf Augenhöhe.

... die Jugendlichen mitnehmen auf eine Spurensuche mit und zu den Künstlern des Festivals „Tonspuren“.

... Jugendliche selbst zu Vermittlern machen und sie in die Vermittlungsarbeit während des Festivals aktiv einbinden.

... die kreativen Potentiale digitaler Medien ausloten und mit ihnen experimentieren.

... Jugendliche für Musik und Klang, Fotografie und Bild begeistern und ihre eigene Kreativität und ihren Gestaltungswillen anregen.

... Lust machen auf das Festival „Tonspuren“ – auch und gerade bei Jugendlichen, die sich „eigentlich“ nicht für Kultur interessieren.

 
Projektentwicklung:
Projektstruktur

Kooperationspartner: Gustav-Leutelt-Schule, Kaufbeuren/Neugablonz (Mittelschule)
Klassenstufe: 8 (Altersgruppe 13 - 15)
Anzahl SchülerInnen: 20-25

Das Projekt ist in die Gebundene Ganztagsschule eingebunden. D.h., das Projekt „Spurensuche 2.0“ findet als wöchentliches 2-stündiges Angebot im Rahmen des regulären Unterrichts statt. Zusätzlich werden im Abstand von 4-6 Wochen Halbtagesworkshops (4 Schulstunden) unter Beteiligung oder Anleitung von Künstlern des Festivals „Tonspuren“ abgehalten.

Team:
Gesamtleitung Festival: Dr. Martina Taubenberger
Künstlerische Leitung: Claudio Puntin
Projektleitung „Spurensuche 2.0“: Gammon
Durchführung: Marc Frank und Monika Stapf

Inhalte:
Im Zentrum steht die Begegnung und die Zusammenarbeit mit dem künstlerischen Leiter des Festivals, Claudio Puntin. Seine Musik und seine künstlerische Arbeitsweise sind der Kern des Festivals und legen somit auch die Spur für die „Spurensuche 2.0“. Daneben sollen die Jugendlichen auch in Berührung mit anderen Musikern des Festivals und insbesondere mit der Fotografin und Filmerin Lia Saíle kommen. Lia Saíles Ästhetik wird die Arbeit im Bereich Bild maßgeblich bestimmen.

Gemeinsam mit den Jugendlichen soll nun im Verlauf eines gesamten Schuljahres eine multimediale Raum-Klang-Installation erarbeitet werden, die auf dem Festival präsentiert wird und die die Auseinandersetzung der Jugendlichen mit den Künstlern des Festivals aber auch mit ihren eigenen Klang- und Bildwelten widerspiegelt. Die Installation dient gleichzeitig als Plattform für Live-Interaktionen mit den Musikern und möglicherweise auch mit Festivalbesuchern. Damit wird die Installation zu einer Art begehbarem Spielraum, in dem Klänge und Bilder improvisatorisch bearbeitet und verfremdet werden.

Aufbau

Phase I: Schwerpunkt Klang/Sound/Musik (September bis November 2012)

Zunächst werden die Jugendlichen für das Thema Klang sensibilisiert. In einem Klangworkshop mit Claudio Puntin erforschen sie, wo wir in unseren alltäglichen Lebenswelten von Klangerzeugern umgeben sind und experimentieren damit. Sie erfahren, dass alles Klang und damit Grundmaterial für eine musikalische Soundcollage sein kann.

Im zweiten Schritt sollen sie Klänge aus ihren eigenen Lebenswelten sammeln und damit arbeiten. Wie klingt mein Alltag? Wie klingt meine Schule? Was ist mein persönlicher, individueller, charakteristischer Klang? Wie kann ich aus diesen Geräuschen Klang und Sound, vielleicht sogar Musik machen?

In einem weiteren Workshop mit drei weiteren Musikern des Festivals werden diese Experimente vertieft, und die Jugendlichen lernen zusätzliche Klangwelten und die ganz persönliche Art jedes einzelnen Musikers kennen, sich die Welt über Klänge zu erschließen.

Der Schwerpunkt Klang/Sound/Musik schließt mit einem Besuch in Kloster Irsee. Dort sammeln die Jugendlichen Klangspuren und erforschen den ganz spezifischen Klang des Orts Kloster Irsee. Im Anschluss werden auch diese Klangspuren und Aufnahmen bearbeitet und zu Collagen zusammengefügt.

Phase II: Schwerpunkt Bild/Video/Storytelling (Dezember 2012 – Januar 2013)

Der Schwerpunkt Bild beginnt mit einer allgemeinen Auseinandersetzung mit den Medien Fotografie und Film. Ansatzpunkt ist dabei, dass insbesondere junge Menschen heute über das Internet und das Web2.0 permanent von Bild-Dokumentationen umgeben sind und meist sehr unreflektiert damit umgehen. Im Unterricht schauen sich die Jugendlichen mit den Kursleitern Youtube- und Vimeo-Videos an und sprechen darüber: Was macht einen Film spannend oder lustig? Wann gefällt uns ein Foto, wann nicht? Was ist eine gute Story?

Im zweiten Schritt sammeln die Jugendlichen zunächst Bilder (evtl. auch Videoclips) aus ihren eigenen Lebenswelten: Was charakterisiert meinen Alltag? Welches Licht? Welche Farben? Die Fotos bringen sie mit und besprechen und bearbeiten sie gemeinsam im Unterricht. Dabei geht es unter anderem um die Frage, warum speziell diese Bilder ausgesucht wurden. Was porträtieren sie? Warum repräsentieren sie das eigene Leben?

Davon ausgehend beschäftigen sich die Jugendlichen mit den Bildern und Bildwelten von Lia Saíle und bereiten die Begegnung mit Lia vor. Sie stellen an Lia die selben Fragen, die sich vorher an sich selbst gestellt haben. Warum wählt sie diese besondere analoge Polaroid-Ästhetik? Warum dieses Licht, nach welchen Kriterien sucht sie ihre Motive aus? Welche Themen interessieren sie? Das Ziel ist, im Workshop mit Lia ins Gespräch zu kommen über ihre Ästhetik und ihren künstlerischen Ausdruck.

In den darauf folgenden Unterrichtsstunden erstellen die Jugendlichen wieder selbst Bilder, bzw. Filme und versuchen, sich dabei mit den bearbeiteten Fragestellungen auseinanderzusetzen und ihre Entscheidungen bewusster zu treffen.

Phase III: Schwerpunkt Verbindung von Bild und Klang, Vorbereitung der Installation (Januar – März 2013)

In der dritten Phase soll es nun darum gehen, die Medien Bild und Klang zusammenzubringen, eine Story/Dramaturgie zu entwickeln, Bilder und Filme herzustellen und auszusuchen und die passenden Klänge dazu zu erzeugen (bzw. umgekehrt: der Ausgangspunkt kann auch der Klang sein). Die beiden Ebenen werden über digitale Medien in einer Installation zusammengefügt und bearbeitet/verfremdet.


Phase IV: Interaktion/Improvisation auf dem Festival (April 2013)

Phase V: Nachbereitung/Dokumentation

 
Besonderheiten:
Besonderheiten des Projekts:
- langfristige Arbeit im laufenden Schulbetrieb --> Nachhaltigkeit
- Verbindung von digital und analog
- Einsatz digitaler Medien in der Musikvermittlung
- Auswahl der Zielgruppe

 
Probleme und Lösungen:
Schwierigkeiten:
- heterogene Zusammensetzung der Schüler
- Konzentrationsschwächen, Disziplin

Lösung:
- flexibles Reagieren auf Fortschritte
- permanente Anpassung des Lernplans
- prozessorientiertes und ergebnisoffenes Arbeiten
- unbürokratische vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Schule und kulturellem Träger

 
Anekdotisches:
Nachdem zunächst die Lehrerin Monika Stapf und dann die Intendatin der TONSPUREN Dr. Martina Taubenberger über die Spurensuche 2.0 berichteten, folgt nun auch ein gemeinsamer Blogeintrag der Schülerinnen und Schüler der Klasse 8a, Gustav-Leutelt-Schule Neugablonz.

Alex:
Mein Name ist Alex. Wir haben das Projekt "Spurensuche 2.0" jeden Montag. Das Ergebnis des Projektes wird im April in Irsee gezeigt. Wir haben schon Musik mit Autoteilen gemacht. Auch waren wir im Kloster Irsee, wo wir die Musiker kennen gelernt haben. Beim Autoteile Kaputtmachen war es laut und die Jungs hatten Spaß. Mit iPads kombinierten wir Töne. In einer kleinen Gruppe kann man besser arbeiten, weil es ruhiger ist. Probleme gibt es mit der Lautstärke.

Aykut:
Ich bin Aykut. Wir haben montags das Projekt und es macht mir viel Spaß. Mir gefällt es, an den iPads und mit Künstlern zu arbeiten. Das finde ich ziemlich spannend.

Sara:
Ich bin Sara. Am besten an diesem Projekt finde ich, mit den iPads zu arbeiten und mit ganz einfachen Geräuschen so coole Rhythmen herzustellen. Auch die Schmuckausstellung fand ich toll. Dort haben wir von den ganzen Gegenständen Fotos und Videos gemacht. Das Arbeiten mit Kopfhörern, indem man einen eigenen Sound herstellt und damit arbeitet, hat mit sehr gut gefallen.

Aleksej:
Hallo, ich bin Aleksej und hier möchte ich erzählen, was mir am Projekt bisher gut gefallen hat. Zum Beispiel fand ich es toll, als wir in Irsee waren und mit den Künstlern zusammen gearbeitet haben. Wir machten mit Alltagsgegenständen einen Ton und die Künstler haben versucht, ihn nachzumachen.

anonym:
Das mit den Autoteilen war cool und die Fahrt nach Irsee. Ich habe neue Töne und Klänge entdeckt und das Arbeiten mit dem umgebauten Flügel war toll.

Harun:
Ich bin Harun und erzähle, was mir gefallen hat. Als wir mit den Autoteilen Musik gemacht haben und mit den iPads unsere Sounds verändert haben, fand ich gut.

Dorina:
Ich bin gespannt, was mich am Festival erwartet. Ich mag das Projekt, es macht mir sehr viel Spaß, weil man viel mit Instrumenten machen kann.

Eray:
Das Projekt ist sehr spannend. ich habe viel gelernt, vor allem über Technik. Das Autoteile Schrotten hat mir gut gefallen.

Florian:
Ich bin Florian. mir gefällt es, mit den iPads zu arbeiten und am meisten hat es mir gefallen, mit der Bassgitarre zu spielen. Das durfte ich in Irsee machen. Auch das Autoteile Kaputtmachen hat viel Spaß gemacht.

Mandeep:
Hallo, ich bin Mandeep und mir gefällt die Arbeit mit den iPads und als wir Autoteile kaputt gemacht haben.

Anna W.:
Mir gefällt am besten, mit den iPads zu arbeiten, weil wir damit selber Musik machen. Wir treffen uns jeden Montag in der Schule in dem Musikraum und besprechen zunächst alles. Danach arbeiten wir mit den iPads oder mit Gegenständen. Es ist toll zu hören, was man alles aus den Geräuschen für Musik machen und konstruieren kann. Sehr gefällt mir aber das Aufnehmen mit den Aufnahmegeräten und den Kopfhörern. Viele Geräusche sind toll und man kann etwas mit ihnen anfangen. Die Schmuckausstellung hat mir auch sehr gut gefallen. Dort haben wir verschiedene Bilder und Videos gemacht. Der Schmuck von dort war wirklich sehr schön!