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Lesementoring
Schule:
IGS Roderbruch
Rotekreuzstr.23
30627 Hannover
- und weitere 15 Schulen in Hannover

Projektbüro Lesementoring:
Landeshauptstadt Hannover, Fachbereich Bildung und Qualifizierung, Netzwerk Kulturelle Bildung
Ulrike Knoch-Ehlers
Nikolaistr. 16,

Sonstige

 
Kooperationspartner:
In Hannover: 6 Stadtteilkultureinrichtungen (exemplarisch: Kulturtreff Roderbruch, Rotekreuzstr. 19 · Hannover 0511/5498180 sowie 5 andere)
6 Stadtteilbibliotheken (exemplarisch: Stadt-/Schulbibliothek RoderbruchRotekreuzstraße 21 30627 Hannover, Tel.: +49 511 168 48780,sowie 5 weitere)
Medienpädagogisches Zentrum Medienzentrum der Region in Hannover, Altenbekener Damm 79 Eingang: Alte Döhrener Straße 30173 Hannover Tel. 0511 - 9 89 68 26

Landesvereinigung KulturelleJugendbildung Nds.e.V.
Arnswaldtstr.28, 30159 Hannover T: 0511- 600 605 56
Akademie für Leseförderung Niedersachsen
Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek
Waterloostr. 8
30169 Hannover
Tel.: 0511-1267-308; 0511-1267-215
sowie 7 weiterführende Schulen und 7 Grundschulen

 
Beteiligte Schüler:
Pro Jahr ca. 600 – 800
in Hannover:
ca. 150- 200 SchülerInnen aus den Jahrgängen 9 -11
ca. 400 - 600 SchülerInnen aus den Jahrgängen 2 -4

in ganz Niedersachsen etwa doppelt so viele SchülerInnen und Schüler

 
Beteiligte Lehrkräfte:
Eine Kontaktlehrkraft pro Partnerschule. In Hannover: 7 LehrerInnen von weiterführenden Schulen (RS, IGS, Gym.) und 12 von Grundschulen
 
Stundenvolumen:
2-tägiges Einführungsseminar, 2 halbtägige Workshops, 2 wöchentliche Projektstunden der Jugendlichen mit den Kindern über ein halbes Jahr, 14-tägig Supervision und Erfahrungsaustausch der Jugendlichen
Die Jugendlichen bereiten sich im Tandem untereinander auf ihre Lesementoring-Stunden mit den Kindern vor. Zeitaufwand ist unterschiedlich, aber noch einmal mindestens eine Stunde wöchentlich.
 
Vorstellung und Kurzbeschreibung:
Jugendliche aus weiterbildenden Schulen werden von außerschulischen Kultur-Fachkräften als Lesementorinnen und -mentoren ausgebildet und haben den Freiraum, für und mit "ihrer" Kindergruppe viele kreative Ideen rund ums Lesen umzusetzen. Die Jugendlichen entwickeln dabei vielel Schlüsselkompetenzen, die sie mit ihren ProjektanleiterInnen reflektieren und die am Ende des Projektes in dem Zertifikat"Kompetenznachweis Kultur" individuell dokumentiert werden. Die Jugendlichen leiten einmal wöchentlich zu zweit eine Lesementoring-Gruppe mit sechs bis acht Grundschulkindern. Das Projekt läuft jeweils über ein Schulhalbjahr.
Die Gruppe beschäftigt sich spielerisch mit Wörtern und Geschichten. Sie lesen und erzählen, singen, spielen Theater, basteln und machen Bewegungsspiele.
Das Projekt ist unseres Wissens einzigartig, denn es verfolgt zwei gleichwertige Ziele: Es fördert die Lesekompetenz der Grundschüler sowie soziale und kulturelle Schlüsselkompetenzen der Jugendlichen. Die Jugendlichen bringen ihre eigenen Lesekompetenzen, ihre Kreativität und Spielfreude zugunsten der Kinder ein. Sie stärken damit ihre eigene Persönlichkeitsentwicklung, denn ein solches Engagement, das über einen längeren Zeitraum geht, bedeutet die Übernahme von Verantwortung, Durchhaltevermögen und Flexibilität zu beweisen und vieles mehr. Diese und andere Schlüsselkompetenzen werden in Gesprächen mit den betreuenden außerschulischen Fachkräften reflektiert und in dem Zertifikat "Kompetenznachweis Kultur" dokumentiert.
Die Ausbildung der LesementorInnen erfolgt durch die außerschulischen Fachkräfte (z.B. KulturpädagogInnen oder BibliothekarInnen),die sich speziell für das Lesementoring und den Kompetenznachweis Kultur qualifiziert haben. Sie begleiten und beraten die Jugendlichen während des gesamten Projektes. Die Jugendlichen haben in diesem Projekt einen Rahmen, in dem sie sehr viele eigene Ideen verwirklichen können und ihre Kreativität - aber auch ihre Selbständigkeit, Teamfähigkeit und ihre Verantwortungsbereitschaft testen können. Für viele ist dieses Projekt auch ein Mosaikstein in ihrer Berufsorientierung: Kann/will ich mit Kindern arbeiten? Liegt mir die Lehrer/Anleiterrolle? Bin ich kreativ? In jedem Fall aber werden die ProjektteilnehmerInnen sicherlich begeisterte VorleserInnen für ihre Kinder später werden.
Durch die für das Projekt nötige Zusammenarbeit zwischen den Kontaktlehrkräften der Partnerschulen und den außerschulischen Projektmitarbeitern der Kultureinrichtungen haben sich feste Kooperationsstrukturen in den Stadtteilen bzw. in den Orten entwickelt, in denen Lesementoring läuft.
Das Projekt ist vor 10 Jahren in Hannover entwickelt worden und systematisch aufgebaut und erweitert worden, durch Fortbildungen wurde das Konzept auch in andere Städte "exportiert" und läuft dort ebenso erfolgreich und nachhaltig. Seit letzem Jahr sind erstmals Jugendliche (MentorInnen), die als Kinder (Mentees) am Projekt teilgenommen haben, selbst begeisterte LesementorInnen geworden. So wünschen wir uns Nachhaltigkeit ;-)
 
Projektauslöser/Idee:
Auslöser für das Projekt "Lesementoring" war nicht etwa der Auftrag "Ein Projekt zur Leseförderung" zu entwickeln. Der Grundstein für das Lesementoring wurde 2002 bei einem Kulturprojekt des Kulturbüros Linden-Süd in Hannover (Stadtteilkultureinrichtung der Stadt Hannover) zum Thema Respekt & „Gutes Benehmen“ gelegt, bei dem erstmals Jugendliche als „Coaches“ für Kinder mitwirkten.
Die Jugendlichen erkannten schnell ihre Vorbildfunktion, fanden die richtige Sprache und brachten den Kindern auf unkomplizierte und spielerische Weise vieles bei.
Sie waren ideale Vorbilder: Älter und erfahrener als sie, aber noch jung und „cool“ genug, um sich mit ihnen zu identifizieren. Die Kinder lernten unglaublich gerne mit und von den Jugendlichen und diese hatten viel Spaß dabei, den Kids etwas beizubringen.
Die guten Ergebnisse des Projektes gaben den Anstoß, diese enormen, weitgehend ungenutzten pädagogischen Potenziale der Jugendlichen weiter zu nutzen und zu fördern.
Das Thema Leseförderung lag sehr nahe, denn die Bildungswelt stand damals noch unter dem Schock der PISA-Ergebnisse.
Jugendliche als Lese-Coaches für Kinder – das war die Idee, die von der Projektleiterin (Ulrike Knoch-Ehlers, Kulturamt der Stadt Hannover) ab 2003 konsequent weiterverfolgt wurde und zu einem Projekt entwickelt wurde, das immer größer wurde. Die Idee war: Jugendliche bringen ihre eigenen Lesekompetenzen, ihre Kreativität und Spielfreude zugunsten der Kinder ein und sie stärken damit natürlich auch ihre eigene Persönlichkeitsentwicklung, denn ein solches Engagement über einen längeren Zeitraum, das bedeutet auch, Verantwortung zu übernehmen, durchzuhalten, flexibel zu sein und vieles mehr.
Wie könnten diese wichtigen Schlüsselkompetenzen, die die Jugendlichen in diesem Projekt unweigerlich einbringen bzw. entwickeln würden, sichtbar gemacht werden, mit den Jugendlichen reflektiert, dokumentiert und wertgeschätzt werden?
Hierzu bot sich das Instrument „Kompetenznachweis Kultur“ an, das zu der Zeit gerade von der Bundesvereinigung Kulturelle Jugendbildung entwickelt wurde, woran auch die Projektleiterin beteiligt war.
Den Rahmen für die Entwicklung des Projektes Lesementoring bildete die Stadtteilkulturarbeit der Stadt Hannover. Sie stellt es sich u.a. zur Aufgabe, Potenziale in der Gesellschaft aufzuspüren und sinnvolle Bildungs- und Kulturprojekte zu entwickeln, die die Partizipation und Kreativität der Kinder und Jugendlichen in den Mittelpunkt stellen. In Kooperation mit der Stadtbibliothek und weiterer Partner entstand schließlich ein Projekt, das die Kompetenzen der städtischen Infrastruktur nutzt und sich so sich fest in den Stadtteilen verankern konnte.
 
Projektentwicklung:
Konzeptentwicklung 2003 (s.o), glücklicher Umstand: der „Kompetenznachweis Kultur“ (KNK) wird von der BKJ entwickelt, die Projektleiterin ist daran beteiligt und integriert den KNK als festen Bestandteil ins Projekt. Mit dem KNK bekommt das Projekt zwei Standbeine, die nur miteinander "gehen": Leseförderung für die Grundschulkinder, Förderung von Schlüsselkompetenzen für die Jugendlichen (die die Kinder fördern). erste Modellphase 2004: die Projektleiterin fragt in dem Gymnasium an, ob ältere Schüler ab Jahrgang 9 Lust hätten, sich als LesementorInnen ausbilden zu lassen und mit Kindern der Nachbar-Grundschule ein Lese-und Spielprogamm durchzuführen. Die Resonanz ist riesig: Es melden sich über 40 Jugendliche und es wird gelost, da nicht alle mitmachen können. 24 Jugendliche werden dann zu LesementorInnen für 2.-4.-Klässler einer nahegelegenen Grundschule ausgebildet. Sie betreuen über ein Schulhalbjahr die Kindergruppen ehrenamtlich in der Freizeit – einmal wöchentlich für 1,5 Std. Die Jugendlichen sind sehr kreativ im Umgang mit den Kindern und die Kinder kommen gerne und regelmäßig zu den Gruppenstunden. Die Reflexionsdialoge mit der Projektleiterin werden von den meisten Jugendlichen sehr gerne und engagiert mitgemacht, damit ist auch der Kompetenznachweis Kultur erfolgreich integriert. Die ersten KNKs werden im Sommer in einer Feierstunde mit dem Dezernenten verteilt.
Ab 2006 wird eine Projektvereinbarung zwischen den Fachbereichen Bildung /Qualifizierung und Schule-Bibliotheken der Landeshauptstadt Hannover abgeschlossen: Das Projekt soll auf mehrere Stadtteile in Hannover ausgeweitet werden, dafür bildet die Projektleiterin städtisches Personal aus der Stadtteilkultur und den Stadtbibliotheken aus. Die KollegInnen integrieren dieses Projekt in ihre Arbeitsbereiche, einige werden über Honoarverträge zusätzlich angestellt.Das Projektteam wächst auf 10 KollegInnen an. 2009 ist das Projekt in 6 Stadtteilen Hannovers – an 12 Schulen vertreten, mittlerweile insgesamt 19 Schulen in 7 Stadtteilen beteiligt.
Der Erfolg spricht sich herum, aus mehreren Städten kommen Anfragen, das Projektkonzept übernehmen zu wollen.
Die Projektleiterin entwickelt eine Fortbildungsreihe, um das gesamte Projekt-Know-How möglichst praxisnah weitergeben zu können. 2 Fortbildungsreihen werden durchgeführt, mittlerweile gibt es Lesementoring in 8 niedersächsichen Orten. Auch an einer Erzieherschule wurde das Lesementoring eingeführt - dort wurde es in einer Pilotphase versuchsweise Bestandteil der Berufsausbildung zum/r Erzieher/in. Die ErzieherschülerInnen waren begeistert von diesem Praxisprojekt in einer Grundschule.
Es wird das Netzwerk „LesementoRing“ gegründet. Einmal jährlich treffen sich alle Projektstandorte zum Erfahrungsaustausch.
 
Besonderheiten:
Es gibt in unserem Projekt eine Reihe struktureller Unterschiede zu anderen Projekten im Bereich der Peer-Education oder der Mentoring-Projekte (z.B. "Mentor e.V. - die Leselernhelfer" sind ältere Menschen, meist schon im Ruhestand die 1:1 mit Kindern lesen- oder "Lesescouts" sind sehr verschiedene kleinere Lese-Projekte innerhalb einer Schule.
Bei unserem "Lesementoring" sind die MentorInnen immer SchülerInnen einer weiterführenden Schule und die Mentees immer Grundschulkinder. Und es wird immer im Tandem, bzw. im Gruppensetting gearbeitet. Die Projektarbeit ist qualitiativ sehr hochwertig und es gibt für alle Projektstandorte anerkannte Qualitätsstandards und verbindliche Projektvereinbarungen, die den Projektablauf, die Rechte und Pflichten aller Beteiligten festhalten. Das Projekt ist eigentlich ein fortlaufendes Programm, denn es beginnt nach einem halben Jahr immer von vorne. Jedes Schulhalbjahr werden neue SchülerInnen zu LesementorInnen ausgebildet und arbeiten dann ein halbes Jahr mit den Kindern. Die Verknüpfung von Leseförderung für Kinder und Kompetenzförderung für Jugendliche ist ebenso etwas Besonderes, das wir noch bei keinem anderen Projekt gesehen haben.
weitere Besonderheiten:
- Die Jugendlichen erhalten von Kulturfachkräften eine fundierte Ausbildung zum/r Lesementor/In, sowie eine schöne Sporttasche mit der Aufschrift "LesementorIn" mit Projektmaterialien, einem sehr langen Springseil und den Armbändchen: Die MentorInnen und die Mentees bekommen Silikonarmbändchen mit der Aufschrift "LesementoRing", was sie cool finden und miteinander verbindet. Die Ausbildung wird laufend durch Ideen der MentorInnen aktualisiert, z.B. in Bezug auf die akutelle Kinderliteratur oder beliebte Spiele.
- Es gibt eine bestimmte rhythmisierte Stundenstruktur, an die sich die LesementorInnen halten sollen und die sie mit Inhalten aus der Ausbildung und vielen eigenen Ideen füllen.
- Die MentorInnen werden im Verlauf des Projektes von diesen Fachkräften besucht und beraten, sie treffen sich auch untereinander zur kollegialen Beratung, tauschen Erfahrungen und gute Tipps aus. Diese Treffen moderieren die Fachkräfte oder die Jugendlichen selbst.
- Die Jugendlichen arbeiten immer im Setting zu zweit mit einer Gruppe von 4 -8 Kindern. So ist folgendes möglich: Planen, Durchführen und Auswerten der Stunden, gegenseitige Hilfe und Arbeitsteilung im Tandem – aber auch Kontrolle. Bei Krankheit eines Mentors muss die Stunde nicht ausfallen. Das Lernen in der Gruppe hat ebenfalls viele Vorteile: Im Unterschied z.B. zu den LesementorInnen des Vereins Mentor e.V., wo sich meist ältere Menschen 1:1 mit einem Kind beschäftigen und ihm vorlesen sind in unserem Projekt auch viele Gruppenspiele möglich, die das Lernen sehr auflockern. Die Mentees können auch voneinander und zu zweit lesen und lernen, was die MentorInnen ausdrücklich unterstützen. Es wird auch Theater gespielt und bei den Vorleseaktionen ist dadurch auch immer „Publikum“ da.
2. Das Projekt ist so angelegt, dass es für alle Beteiligten ein Gewinn ist, nicht nur für die Kinder, die im Lesen unterstützt werden.
- Die Jugendlichen werden in ihrer Persönlichkeitserntwicklung unterstützt und gewinnen durch die systematische Reflexion mit den Fachkräften individuell Einblicke in ihre Kompetenzen und Talente.
- Die ProjektmitarbeiterInnen (Fachkräfte aus Kultureinrichtungen und Bibliotheken) arbeiten auch jeweils im Tandem und befruchten sich so gegenseitig durch ihre unterschiedlichen Kompetenzen. Für diese Tandem-Arbeit gelten auch die gleichen Vorteile wie bei der Tandem-Arbeit der Jugendlichen.
3. Zentrale Projektleitung, dezentrale Projektstandorte: Das Projekt ist so angelegt, dass es Kooperationsstrukturen in den Stadtteilen aufbaut. Jeweils eine Bibliothek, eine Stadtteilkultureinrichtung, eine weiterführende Schule und eine oder mehrere Grundschulen, die räumlich nah beieinander liegen, arbeiten zusammen. Es gibt ein Projektteam, das aus Kontaktlehrkräften der Partnerschulen und den Kulturfachkräften besteht. Das Team sorgt dafür, dass die Teilnehmerzahlen MentorInnen – Mentees passen und das Projekt möglichst reibungslos läuft. Jedes Stadtteilteam organisiert am Ende des jeweiligen halbjährlichen Projektdurchlaufs ein gemeinsames Lese-und Spielfest.
Für die Jugendlichen findet am Ende des jeweiligen Projektdurchlaufs zentral im Rathaus der Stadt die feierliche Übergabe der Kompetenznachweise Kultur statt.
- Das Projekt ist bereits in mehrere andere Kommunen „exportiert“ worden. Das gesamte Know-How kann über eine Fortbildung vermittelt werden. Alle Unterlagen sind so gestaltet, dass sie mühelos auf die örtlichen Gegebenheiten angepasst werden können.
- die Projektstandorte sind im „Netzwerk LesementoRing“ zusammengeschlossen. Für die Mitglieder (also alle, die das Projekt-Know-How über die Fortbildung erworben haben) gibt einen Account, in dem alle Unterlagen zum Download bereitstehen und immer mal neues eingestellt wird. Jährlich findet ein Netzwerktreffen zum Erfahrungsaustausch in Hannover statt.
Wir achten übrigens alle - auch in den Fortbildungen - sehr darauf, dass wir (die Projektleitung, die ProjektmitarbeiterInnen, das Projektteam)uns selbst so verhalten und das vorleben, was wir von den Jugendlichen möchten, und was letztlich bei den Kindern ankommen soll: Gegenseiteriger Respekt, Wertschätzung und Wohlwollen,zeigen, dass wir sie unterstützen wollen und nicht bewerten, Solidarität und Hilfsbsereitschaft, Verbindlichkeit. Die Jugendlichen geben vieles 1:1 so an die Kinder weiter, wie sie es von uns erleben!!
Und das macht nicht nur die Kinder und Jugendlichen glücklich, uns auch!!
 
Probleme und Lösungen:
Etwas kniffelig in diesem Projekt ist: Es müssen sich immer genügend MentorInnen und eine entsprechende Zahl von Mentees melden, damit das Projekt laufen kann.(z.B. 12 MentorInnen und 24 - 48 Mentees/ideal:36) Bei zu vielen Anmeldungen wird gelost oder es wird eine Warteliste angelegt, bei zu wenigen Anmeldungen gibt es mehrere Möglichkeiten: Die „alten“ MentorInnen gehen durch die Klassen und werben für das Projekt. Die Kontaktlehrkräfte sprechen ihre SchülerInnen an. Die Projektmitarbeiter machen z.B. auf den Schulhöfen Werbeaktionen.
Die Projektteams (ProjektmitarbeiterInnen und Kontaktlehrkräfte) versuchen, möglichst frühzeitig das Verhältnis Mentoren-Mentees zu sichten und die Zahlen aufeinander abzustimmen.
- Lesementoring war anfangs ein freiwilliges Angebot in der schulfreien Zeit im Nachmittag. Nachdem immer mehr Schulen Ganztagsschulen wurden, haben wir versuchsweise das Projekt als Nachmittagsangebot getestet. Es hat erstaunlich gut funktioniert, obwohl die zeitlichen Abstimmungen noch kniffeliger sind. Die Koordinatoren berichten sogar, dass ´beim Lesementoring so gut wie keine Fluktuation ist - im Gegensatz zu manchen Angeboten von professionellen pädaogischen Kräften wie Kunstpädagogen o.ä. Also wurde dies auch zu einem Modell ausgebaut, das es nun schon an mehreren Ganztagsschulen gibt.
a- Es gab nicht genügend festangestellte Mitarbeiter in den Stadtbibliotheken oder Kultureinrichtungen, die das Projekt mit den Jugendlichen hätten durchführen können. Da jedoch kein zusätzliches Personal eingestellt wurde, haben wir haben Kulturpädagogen und Sozialpädagogen gesucht, die auf HOnorarbasis mitarbeiten. Das wiederum erforderte mehr Finanzen und auf HOnorar zu arbeiten ist natürlich kein festes Arbeitsverhältnis. Zuerst wurde über Stiftungen und Sponsoren Geld beschafft, aber als das Projekt zur Dauereinrichtung wurde, ging das nicht mehr. Ein Antrag an den Rat der Stadt hatte dann Erfolg. Das Projekt wird – in Hannover – weitgehend aus dem Etat der Stadt finanziert. In anderen Orten Niedersachsens klappt das leider noch nicht so gut. Da steht die Finanzierung jedes Jahr neu auf wackeligen Füßen. Als wir bei einem Wettbewerb der Tui-Stiftung mitmachten, wurde die Stiftung auf das Projekt aufmerksam und bot „Anreiz- und Anschubfinanzierungen“ für neue Projektstandorte an: Wenn an einem Standort das Projekt initiiert wurde, haben die Stiftungen (Tui und VGH) in den ersten 2 Jahren jeweils 2000 – 2500€ gespendet, damit die Fortbildungen für die Fachkräfte finanziert werden konnten, und die Materialien für die ersten Gruppen von Lesementoren. Das "Mutterprojekt" in Hannover hat davon leider (aufgrund der Förderrichtlinien) nicht profitieren können.
 
Anekdotisches:
Bericht einer Lesementorin:
Wir hatten in unserer Gruppe einen Mentee, der deutlich schlechter lesen konnte als die anderen. Einmal sollten die Mentees einen Lesetext vorbereiten, um ihn anschließend auf dem "Lesethron" vorzulesen. Lea übte mit dem schlechten Leser den Text ein, während ich bei den übrigen fünf herumging, nach eventuellen Schwierigkeiten fragte und manchen ein bisschen half.

Dann lasen die Kinder eins nach dem anderen auf dem Lesethron vor, und jedes Mal gab es anschließend Applaus. Irgendwann war der schlechte Leser dran. Er stokelte sich trotz der intensiven Vorbereitung durch den Text und stockte häufig, hielt aber tapfer durch bis zum Schluss. Ängstlich und schüchtern schaute er von seinem Buch hoch und sah uns bedrückt an. Aber als es dann genau so großen Applaus – sowohl von den anderen Kindern als auch von uns beiden Mentorinnen - wie bei den anderen gab, lächelte er ganz glücklich und setzte sich zurück auf seinen Platz.
(Lea Schöning, Leonie F. Nanzka, 9. Klasse, Lesementoring-Team IGS Mühlenberg.)
"Wegen Lisa und Teresa (Lesementorinnen - die Red.)lese ich jetzt lieber" Aussage von Fatma (10 Jahre), IGS Roderbruch

„Ich würde gern selbst einmal Lesementor werden und eine eigene Gruppe leiten“. Max, 8 Jahre, 3. Klasse, GS Roderbruch


"Ich habe gelernt, Autorität auszustrahlen, spontan Entscheidungen zu
treffen und mich auf verschiedene Gegebenheiten einzustellen .... außerdem hat sich meine
Planungsfähigkeit verbessert ..." Moritz Ernst, 17 Jahre, Schillerschule


Ich finde dieses Zitat drückt das „Spannungsfeld“, in dem die Mentoren arbeiten gut aus:
"Individuell auf die Kinder einzugehen, ohne jemanden zu vernachlässigen, mit ihnen auf
Augenhöhe Spaß haben und dabei trotzdem als Autoritätsperson Grenzen aufzuzeigen, waren Dinge, dich ich erst lernen musste." Annika Birlin, 17 Jahre, Schillerschule
"Ich war schon als Mentee beim Lesementoring dabei, jetzt - 5 Jahre später habe ich mich als Mentorin gemeldet, ich konnte es kaum abwarten, selbst Mentorin zu werden. Ich fand es immer so richtig schön beim Lesementroing und wollte genaus sein wie meine damaligen Lesementoren. Es macht mir als Mentorin auch einen Riesen-Spaß. meine kleine Schwester macht jetzt auch mit als Mentee. Wir sind so eine richtige L2sementoring-Familie" (Maj, 14 Jahre, 9. Klasse IGS Roderbruch)
"Das LesementoRing kann ich uneingeschränkt weiterempfehlen. Es führt auf beinahe spielerische Weise zum Abbau von Lesedefiztien. Gleichzeitig übernehmen ältere Kinder die Rolle von Lehrenden und können sich in diesem Rollenwechsel völlig anders erleben und weiterentwickeln."(Hermann Schade, VHS Papenburg) (In Papenburg gibt es das Projekt auch seit einigen Jahren)