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Eine Bedrohung in der Lagerhalle
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Ismail kurz vor der Verfolgungsszene
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Melike sucht Rat bei Lea
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Filmplakat
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Die Polizei schleicht sich in die Lagerhalle
Kiriminalşipilfilim - Ein interkulturelles Spielfilmprojekt
Schule:
Johann-Daniel-Preißler-Mittelschule Nürnberg
Schulleiter: Rudolf Seibold
Preißlerstr. 6
90429 Nürnberg
Tel.: 0911-260902
Fax: 0911-9296471


Hauptschule / Teilgebundener Ganztag
 
Kooperationspartner:
- Gostner Hoftheater
Austr. 70
90429 Nürnberg
Tel.: 0911-266383
Website: www.gostner.de

- Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern (Ansprechpartner: PD Eckhard Landsberger)

- Polizeiinspektion Nürnberg West (Ansprechpartner: Gerhard Rücker)

- Pfarramt St. Anton, Nürnberg (Ansprechpartner: Pfarrer Andreas Müller)

 
Beteiligte Schüler:
39
AG Theater und Film und der Gostner Jugendclub
(zur Info: insgesamt waren 39 Schüler an den Workshops beteiligt; Schülerdarstellerinnen und -darsteller waren es am Ende im Film 19; Namenslisten können nachgereicht werden)
 
Beteiligte Lehrkräfte:
Vier Lehrkräfte:- Muhittin Arslan (Klassenlehrer; Drehbuch, Kamera, Schnitt, Regie)- Hans Kröniger (Musiklehrer; Ton, Musik)- Murad Kurhan (Klassenlehrer; Darsteller)- Lutz Otto (Klassenlehrer; Darsteller)
 
Stundenvolumen:
5 Wochenstunden über 8 Monate
 
Vorstellung und Kurzbeschreibung:
Vorab ein Link zum Trailer des Spielfilms:
http://www.youtube.com/watch?v=O52s_j1P2Vg

Im Schuljahr 2010/2011 führten wir, die AG Theater und Film der Preißlerschule gemeinsam mit unserem Kooperationspartner Gostner Hoftheater, ein Spielfilmprojekt mit 29 beteiligten Schülerinnen und Schülern durch. Arbeitstitel der Jugendkrimikomödie war „Hirschlausfliegen in Gostanbul“. Nun ist der Spielfilm mit dem öffentlichen Titel „Kiriminalşipilfilim“ fertiggestellt. Der Spielfilm dauert ca. 90 Minuten. Gesponsert wurde das Projekt von der Regierung von Mittelfranken und der Ev.-Luth. Kirche in Bayern. Personell wurden der Spielfilm durch die Polizei Nürnberg unterstützt. Die Premiere fand am 27. Juli 2011 in der Aula unserer Schule nur für geladene Gäste statt. Weitere Vorführungen folgen.

Zum Inhalt des Spielfilms

Eine Clique Jugendlicher aus der Preißlerschule findet eine Pizzaschachtel, die ein Pizzakurier verloren hat. Darin befinden sich jedoch 200-Euro-Geldscheine. Hinzu kommt die Situation eines afrikanischen Schülers, der nicht mehr in Deutschland bleiben darf. Also beschließt die Clique ihn im Sinne eines Kirchenasyls in der Kirche St. Anton (Beichtstuhl) zu verstecken und diesen Jungen mit dem gefundenen Geld übergangsweise mit viel Wohlstand zu verpflegen. Doch bald spricht sich im Viertel herum, dass Jugendliche mit großen Geldscheinen einkaufen gehen. Eine kriminelle Bande, der das Geld gehört, nimmt die Verfolgungsjagd auf. Zwischen Kirche, Verfolgung und einer Liebesgeschichte, die auch die Bande interessiert, ist eine Schülerkomödie mit einem Happy End entstanden, bei dem die Verhaftung der Bandenmitglieder durch die echte Nürnberger Polizei nicht fehlen darf.

Drehorte

Als Drehorte in der Stadt Nürnberg erscheinen im Film: die Preißlerschule, Kirche St. Anton, AEG-Lagerhalle, Wohnungen von Schülern, Gostenhof, Nürnberger Altstadt.

Künstlerische Leitung

Die künstlerische Leitung und Verantwortung übernahmen die Lehrer Muhittin Arslan und Hans Kröniger. (Drehbuch, Kamera, Schnitt und Regie: Muhittin Arslan, Ton: Hans Kröniger). Die Produktionsleitung übernahm das Gostner Hoftheater durch den Theaterpädagogen Tilmann Seidel.

Darsteller und Mitwirkende

Die Darsteller sind zum Großteil Schüler. Auch nahmen zwei Schülerinnen aus dem Gostner Hoftheater (Jugendclub) teil. Darüber hinaus wurden Schüler in die Tätigkeit von Kamera-, Ton- und Lichttechnik einbezogen. Acht erwachsene Darsteller wurden ebenso benötigt. Die Pressestelle des Polizeipräsidiums Nürnbergs hatte bereits zu Beginn des Projekts signalisiert am Ende eine gestellte Verhaftung durchzuführen.

Bevorzugter Ort der Vorführung und GEMA:

Der Spielfilm wurde als Premiere öffentlich in der Aula der Johann-Daniel-Preißler-Hauptschule vorgeführt. Weitere Aufführungen – auch an anderen Orten – folgen in diesem Schuljahr (z.B. Kirche St. Anton, Agentur Kunstdünger usw.). Auch andere Schulen werden eingeladen. Die Evangelische Medienzentrale Bayern prüft derzeit die Art der Veröffentlichung.

Der Film wurde mit GEMA-freien Medien produziert. Erforderliche Musik wurde von freien Musikern (darunter Erich Höpfl, Konrektor der Preißlerschule) und von unserer hauseigenen Schulband gestellt.

DVD

Seit Oktober 2011 ist an unserer eine DVD erhältlich. Hierbei wird lediglich um eine Spende in die Theaterkasse gebeten.

Zielgruppe des Spielfilms

Jugendliche ab 10 Jahren und Erwachsene.

Unterrichtsmaterial

Zur Nachbesprechung im Unterricht wird derzeit ein schülergerechtes und anschauliches Arbeitsmaterial erstellt.

Pädagogik und Gewaltprävention

Das Spielfilmprojekt „Hirschlausfliegen in Gostanbul“ hat zahlreiche beteiligte Schüler in ihrem Selbstwertgefühl gestärkt. Darüber hinaus gewannen sie durch Schauspielkunst und dessen Darbietung ein stärkeres Selbstbewusstsein, wovon sie auf ihrem Weg in und nach der Schule persönlich profitieren werden. Künstlerische Darbietungen solcher Art bereichern unser Schulleben enorm und wirken sich positiv auf das Gemeinschaftsgefühl in der ganzen Schule aus. Darüber hinaus weiten wir Lehrkräfte unsere pädagogische Arbeit auf der Bühne in die Bereiche des Spielfilms aus und gewinnen somit innovative Schlüsselkenntnisse, die wir für Folgeprojekte weiterverwenden können.

Der Inhalt des Films lädt die Schüler dazu ein, über ihre Herkunft, Gewalt in der Gesellschaft, Verantwortung, Kinderarbeit und Zvilcourage kritische Gedanken zu machen.

 
Projektauslöser/Idee:
2007 drehten wir im Rahmen der AG Theater einen Musik-Video-Clip gemeinsam mit unserer Schulband. Thema: Gewaltprävention im Schulhof. Nach diesem Projekt entdeckten wir das Potenzial für einen Spielfilm (Know-How der Lehrkräfte und schauspielerisches Können der Schüler). Die Schüler lieferten gemeinsam mit uns Lehrern bereits 2008 gute Filmideen. 2009 wurde ein Theaterstück zum Bahnjubiläum in Nürnberg produziert, was für die Filmidee etwas hinderlich, aber auch gut war. 2010 wurde das Drehbuch endgültig erstellt. Erfreulicherweise unterstützte uns die Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern, nachdem wir durch eine Szene zum Thema Kinderarbeit den Pädagogischen Direktor und den Oberkirchenrat auf einer Lehrertagung beeindrucken konnten. Kamera und Schnittcomputer wurden dadurch abgedeckt. Diese Fügung gab uns nochmals einen Motivationsschub für unseren Film, der nun optisch und technisch einen professionelleren Eindruck machen konnte. Unterstützt und erweitert wurde unser Kamera-Know-How durch den Nürnberger Kameramann Werner Gabriel. Nicht zuletzt haben unser Schulleiter Herr Rudolf Seibold und der zuständige Schulrat Herr Roland Grüner vorab bereits Personalmittel über die Regierung von Mittelfranken zugesagt.
 
Projektentwicklung:
1. Juli 2008 - Ideenfindung: ca. zwölf Schüler machen nach den Proben Brain-Stormings

2. 2009 - Sammlung weiterer Ideen: Erste Ordnung der Gedanken und Ideen zu einem möglichen Drehbuch gemeinsam mir den Schülern

3. Ende 2010: Schreiben des Drehbuchs (Lehrer Muhittin Arslan) und thematische Workshops Fortbildungen durch Kameramann Werner Gabriel; Workshop "Emotion im Film" durch den Theaterpädagogen Jean-Francois Drozak.

4. Anfang 2011: Musikalische Überlegungen und Komposition (Musiklehrer Hans Kröniger)

5. Februar 2011: Proben und Choreografie der Szenen auf der Schulbühne und Erstellung eines Drehplans

6. März 2011 - Juni 2011: Dreharbeiten

7. Juni 2011 - Juli 2011: Schnittarbeiten

8. Am 27. Juli 2011: Premiere

 
Besonderheiten:
Analog zum Genre-Mix unseres 90-minütigen Spielfilms ist es uns - denken wir - gelungen, kulturelle Unterschiede in einem Projekt so einzubetten, dass ein harmonisierendes und verbindendes Gesamtwerk entstand, das über interkulturelle Themen hinaus Schüler, Lehrer, Einrichtungen und Sponsoren "zusammenschmelzen" ließ. Geprägt von Teamgeist und erfreulicher Motivation ist in Nürnberg auf einzigartige Weise ein ganzer Spielfilm entstanden, die in der Nürnberger Schulöffentlichkeit für Furore sorgte. Der Film besitzt Modellcharakter für Schulen, auch wenn er nicht mit Hollywood mithalten kann.
 
Probleme und Lösungen:
Neben zeitlichen Engpässen hinsichtlich Schnittarbeiten(es war schließlich unser erstes Filmprojekt), machten Schüler die Erfahrung, wie wichtig es ist im Team auf Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit zu achten; z.B. war es von Bedeutung an bestimmte Kleiderordnungen zu denken, wenn es um verschiedene Drehtage ging, es aber im Film derselbe Tag ist. So mussten wir in einer Szene "Einen Tag später" einblenden, dass der Zuschauer den Kleidungswechsel nicht bemerkte.

In der Szene, die in der Kirche spielt, wurde eine alte Dame aus einem Seniorenheim gefragt, ob sie mitwirken könne. Sie sagte zu. Jedoch hatte sie einen Tag zuvor unglücklicherweise einen Sturz. Ihre Nachbarin aus dem Heim, die 97 Jahre ist, hat sich spontan bereit erklärt die Rolle zu übernehmen: sie hat die Szene mit Bravur gemeistert.

Ein Drehtag musste auf Grund eines unmittelbaren aufgetretenen Unwetters verschoben werden. Dies verursachte zeitlichen Druck. So mussten Ersatztermine gefunden werden, was mit Erwachsenendarstellern schwierig zu vereinbar war.

Bestimmte Einkaufshäuser haben für eine Szene trotz ausführlicher und seriöser Beschreibung des Projekts keine Drehgenehmigung erteilt, so dass eine Szene etwas zu kurz kam.

 
Anekdotisches:
In der Schlussszene unseres Films sollte es eine Verhaftung durch echte Nürnberger Polizisten geben. Vor Ort bereiteten sich die Polizisten auf die Dreharbeiten vor. Das Wichtigste war das Entschärfen ihrer Dienstwaffen. Dies hat die Schüler sehr beeindruckt: echte Patronen wurden zeremoniell und sicher auf der Motorhaube eines Polizeiautos aus der Waffe herausgedrückt. Sogar die letzte Patrone im Lauf der Pistole - und alles vor dem Dienstvorgesetzten. In diesem Moment wurde uns allen klar, dass die gedrehte Szene auch echt sein könnte. Es war einfach beeidruckend für Schüler in das Berufsleben eines Polizisten Einblicke zu bekommen. Über die Dreharbeiten hinaus sprachen die Schüler wissbegierig mit den Polizisten noch über zwei Stunden über diesen bedeutenden und auch gefährlichen Beruf.
Gefährlich konnte auch die Dreharbeit sein, als über Zäune und Absperrungen gesprungen werden musste, oder der Kameramann (ich) im Dunkeln auf eine dünne und wackelige Feuerleiter gegenüber eines Gebäudes im Hinterhof stieg, um nur drei Sekunden Film aus einer besonderen Perspektive einzufangen und fast nicht herunterkam. Das Gelächter unter Schülern war groß.