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Kohlengräberland-Szenenfoto zum Projekt "Giftiges Erbe"
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Kohlengräberland-Szenenfoto zum Projekt "Tief unten"
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Kohlengräberland-Projektfoto "Rheinhausen ist überall" Podiumsdiskussi
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Kohlengräberland-Szenenfoto Projekt "ArbeitsLos"
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Kohlengräberland-Szenenfoto "Altlasten im Ruhrgebiet"
Kohlengräberland
Schule:
Erich-Fried-Gesamtschule Herne
Grabenstraße 14
44625 Herne

Tel.: 02325 / 637950

www.erich-fried-gesamtschule.de
www.kohlengraeberland.de


Gesamtschule / Offener Ganztag

 
Kooperationspartner:
Bochumer Kulturrat e.V.
Lothringer Str. 36 c
44805 Bochum
Tel: 02 34 - 86 20 12, Fax: 02 34 - 5 16 58 50
www.kulturrat-bochum.de

kinder- und jugendtheater im kulturmagazin lothringen
lothringer str. 36 c
44805 Bochum-Gerthe
Tel.:0234 /8906681

aktuelles forum nrw e.V.
Hohenstaufenallee 1-5
45888 Gelsenkirchen
Tel.: 0209 / 155 100, Fax: 0209 / 155 10 29

effex medienproduktion
Essener Str.3
46047 Oberhausen
Tel: 0208/8831086, http://www.effex-online.de

Cybercity Ruhr, Andrea Bardey, Essen

 
Beteiligte Schüler:
Zurzeit 115 Teilnehmer
Seit dem Schuljahr 1997 haben sich bisher 319 13- bis 16-jährigen Schülerinnen und Schüler der Erich-Fried-Gesamtschule in Herne entschieden, für den Zeitraum vom 8. bis 10. Schuljahr mit jeweils zwei Wochenstunden das Unterrichtsfach "Kohlengräberland" zu wählen.

Desweiteren sind folgende Schul-AGs aus dem Nachmittagbereich in das Projekt eingebunden:
* die Mitglieder des "Zeitgeist-Gesangsensembles",
* die Schüler der Bühnentechnik-AG,
* die Schüler/innen der AG "Maske & Kostüm",
* die Mitglieder der AG „SchauspielSchule“
* sowie interessierte Schüler der Oberstufe und
ehemalige Schüler teil.

Außerschulische Projektpartner:
* "Cybercity"-Projekt 2007 - 2010: The "thirdeye"
* Tanztheaterprojekt "local heroes"(2005);
Tanztheater im depot, Dortmund

 
Beteiligte Lehrkräfte:
Ulrich Kind (Lehrer Sek I) Deutsch, Erdkunde, Darstellendes Spiel Isa Tappenhölter (Lehrer Sek I) Englisch, Sozialwissenschaften, Darstellendes Spiel
 
Stundenvolumen:
* Kohlengräberland-Unterricht:
Durchgängiges Schulfach (seit 1997)im Wahlpflichtbe-
reich II von 1997 bis 2009 3-stündig über 2 Schuljahre;
seit 2009 2-stündig über 3 Schuljahre,

* Zusätzlich 1 Projektwoche pro Kohlengräberland-Kurs sowie
mehrere freiwillige außerunterrichtliche Proben, Dreh- und
Filmschnitt-Tage, Exkursionen.

* Organisation von Ausstellungen und Abendveranstaltungen
(z.B. Vorträgen, Lesungen, Musik-, Kabaret- und Kultur-
veranstaltungen, Ausstellungen) auch zur Beschaffung
der Gelder zur Projektfinanzierung.

 
Vorstellung und Kurzbeschreibung:
Unterrichtsfach Kohlengräberland - Ruhrgebiet "vor Ort"

Die Projektteilnehmer setzen sich während des Unterrichtsfaches "Kohlengräberland" aktiv mit der regionalen Geschichte ihres Lebensraumes Ruhrgebiet auseinander. Sie nehmen die Strukturen der Region und ihre Kultur ins Blickfeld. Durch Zeitzeugengespräche betrachten sie auch Veränderungen im Vergleich zwischen früher und heute. Das breite Themenspektrum reicht von der Einwanderungsgeschichte über das Zechensterben bis hin zur Kulturhauptstadt 2010 und darüber hinaus. Im wahrsten Sinne des Wortes 'erfahren' die Jugendlichen hier Originalschauplätze in ihrer "Heimat", sprechen mit Zeitzeugen über die Regionalgeschichte, den Strukturwandel, die Revierkultur, nehmen an verschiedenen Fortbildungs- und Kulturveranstaltungen 'vor Ort' teil.
Das Spektrum der Themen ist vielfältig und reicht von der Einwanderungsgeschichte über den Bergarbeiterstreik bis zur Zechenschließung, vom Ruhrpott-Deutsch bis zum Revierfußball.

Seit dem Jahr 2003 versuchen die "Kohlengräber" ihre Eindrücke in Rezitationen, Szenen, Liedern und Tanztheater „auf die Bühne zu bringen“ und zu verfilmen, - wenn möglich sogar an Original-schauplätzen wie z.B. im Bergbaumuseum Bochum.

Im Rahmen dieses Projektes veranstalten die Schüler gemeinsam mit ihren Kursleitern öffentliche Kulturabende und haben dort auch die Gelegenheit mit den Menschen – wenn möglich mit Zeitzeugen - über das Erlebte zu sprechen.

Ziele
Die Schüler lernen ihren Lebensraum und ihre Regionalgeschichte "vor Ort" kennen. Inhaltlich beschäftigen sie sich mit der Arbeiter- und Sozial- und Migrationsgeschichte, dem Strukturwandel sowie der Zukunftsperspektive ihres Lebensraumes Ruhrrevier.
Sie entwickeln sich selbst zu Experten und bewahren darüber hinaus selbst ein gutes Stück Ruhrgebietskultur. Sie setzen sich mit historischen Quellentexten und Literatur des Ruhrgebietes auseinander, besuchen Originalschauplätze und stellen Teile des Erlebten in Szenen dar, interpretieren Ruhrgebietslyrik in Liedern, kurz: sie setzen ihre eigene sowie die Geschichte ihrer Familien "in Szene".
Im Vordergrund allen "unterrichtlichen" Geschehens steht jedoch die originale Begegnung mit Schauplätzen und Menschen. Die Schüler/innen treten in den Dialog mit der eigenen Geschichte und den Menschen, die sie gemacht haben. Alle Ergebnisse werden während des laufenden Projekts in Film und Ton dokumentiert und in Form einer DVD-Produktion gesichert.

 
Projektauslöser/Idee:
Die Aktivitäten des ursprünglich regionalhistorisch-regionalgeographisch orientierten Unterrichtsfaches "Ruhrgebiet vor Ort" wurden mit dem schulkulturellen Profilschwerpunkt "Darstellendes Spiel" zusammengeführt.
 
Projektentwicklung:
Nachdem sich mehrere Schülergruppen der vergangenen Projektkurse mit der Aufarbeitung verschiedener Phasen der Ruhrgebietsgeschichte, teils humorvoll, wie beim Thema "Entdeckung der Steinkohle", teils satirisch beim Thema "Strukturwandel" oder tänzerisch beim Thema "Abschied von hier" auseinandersetzten, erfolgte eine eher szenisch-dokumentarische Aufarbeitung konkreter "Problem-Fälle" der jüngeren Ruhrgebietsgeschichte.
Angeregt durch die Begegnung der Teilnehmer mit ehemaligen Betroffenen des Kokerei-Altlastenskandals in Dortmund Dorstfeld-Süd sowie mit den Beteiligten des Arbeitskampfes des Stahlwerkes Duisburg-Rheinhausen, arbeiteten die Kursteilnehmer die über 20 Jahre zurückliegende Geschichte der Ereignisse zunächst im Unterricht anhand von Quellenmaterial auf, inszenierten Teile der historischen Ereignisse und stellten diese in Filmszenen zusammen.
Die Ergebnispräsentationen erfolgten jeweils in Öffentlichen Filmvorführungen mit anschließenden Podiumsdiskussionen.
 
Besonderheiten:
Im wahrsten Sinne des Wortes 'erfahren' die Schüler hier Originalschauplätze im Ruhrgebiet, sprechen mit Zeitzeugen über die Regionalgeschichte, den Strukturwandel, die Revierkultur, nehmen an verschiedenen Fortbildungsveranstaltungen 'vor Ort' teil, z.B. im Schauspielhaus Bochum oder in der Jugendkunstschule in Wanne-Eickel.Die Eindrücke schaffen eine Nachhaltigkeit und eine Beziehung zu Entscheidungsprozessen in ihrem konkreten Umfeld.Projekt. Solidarität oder Dorstfeld Süd.
Öffentliche Einrichtungen und private Unternehmen stellen den Schülern ihr know-how zur Verfügung und helfen so z.B. bei Kulissenbau, professionellen Filmaufnahmen oder bei Tonaufzeichnungen im Tonstudio der Jugendkunstschule Wanne.

Kulturelle Einrichtungen, wie das Schauspielhaus Bochum, das Deutsche Bergbaumuseum oder der 'Bochumer Kulturrat' ermöglichen für die Schüler außergewöhnliche Projektreali-sationen.

 
Probleme und Lösungen:
Die technische und räumliche Ausstattung von Schulen lässt im Allgemeinen ein solches Medienprojekt leider nicht zu, so wurde im Zusammenhang mit dem Kohlengräberland-Projekt der Ausbau der Schulaula und Proberäumen vorangetrieben werden. Die Schulgemeinde hat die technische Ausstattung über ihren Förderverein mit seinen finanziell wirklich begrenzten Mitteln
nach besten Kräften unterstützt. Alle Kursteilnehmer haben bis heute ihren ganz Persönlichen Beitrag (vom eigenen Taschengeld!) zur Finanzierung von Ausflügen oder Eintrittsgeldern selbst geleistet. Einige Fördermittel wurden durch Förderanträge eingeholt, die allesamt eigenverantwortlich durchgeführten öffentlichen "Kohlengräberland-Veranstaltungen" brachten zudem einige Spendenbeiträge ein.
Im Sommer des Jahres 2009 vernichtete ein Hochwasser sämtliche Kulissen, Inventar, Werkstatt und Proberaum und Archivmaterial, Ausstellungsstücke des Projektes, die über 10 Jahre angesammelt und aufgebaut wurden endgültig. Viele
einzigartige Sammlungsstücke aus der Zeit des Bergbaus sind unwiederbringlich.
Mit begrenzten Spendenmitteln versuchen wir nun mühselig, die Sammlung wieder aufzubauen.
 
Anekdotisches:
Da das Unterrichtsfach Kohlengräberland in jedem Schuljahr im Angebotssektrum von Fächern wie Sport, Latein, Informatik , Pädagogik und Berufswahlvorbereitung im wahrsten Sinne des Wortes für den kommenden 8. Jahrgang auf's Neue"zur Wahl steht", wurden ehemalige Kursteilnehmer/innen gebeten allein - ohne Beisein der Kurslehrer - vor laufender Kamera zu berichten, warum sie das Projekt wählten, warum sie es anderen Jugendlichen weiter empfehlen würden und in welcher Weise es sie beeinflusst hat. Stellvertretend für die Einschätzung vieler Teilnehmer sagte eine türkische Schülerin, dass sie "vorher schüchtern gewesen sei und sich niemals getraut hätte zu sagen "ich bin die Özlem". Ohne Kohlengräberland hätte sie sich niemals auf eine Bühne gestellt."
Aus den Interviews dieser Schüler und Filmausschnitten verschiedener Projektarbeiten wurde dann eine Videopräsentation für das Unterrichtsfach zusammengestellt, das nun für sich spricht. ( Das komplette Video ist zu sehen unter: http://www.veoh.com/search/videos/q/erich+fried#watch%3Dv16152971SKkFTGDk )