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Szenen des Lichts
Schule:
Petrus-Canisius-Schule
Wasserstraße 1
47652 Weeze

Telefon: 02837-378
Fax: 02837-669312

www.grundschule-weeze.de

Grundschule / Gebundener Halbtag

 
Kooperationspartner:
Petra Rühl, Wesel

 
Beteiligte Schüler:
25
Klasse 4c.
Die gesamte Klasse hat wöchentlich zwei Unterrichtseinheiten
performativen Tanz während des ganzen Schuljahrs.
 
Beteiligte Lehrkräfte:
Annegret Peeters: Deutsch, Sachunterricht, MusikJürgen Buynck, Hausmeister der PC Grundschule Weeze
 
Stundenvolumen:
Dieses Projekt findet das ganze Schuljahr 2010/2011 statt, wöchentlich mit zwei Unterrichtseinheiten für die Klasse 4c. Es ist Bestandteil des Stundenplans.
 
Vorstellung und Kurzbeschreibung:
Szenen des Lichts

Ohne Licht kein Theater, kein Film, kein Tanz, keine performative Vorstellung. Ohne Licht leben wir nicht.

Der Wunsch ihre Aufführungen selbstständig mit Licht zu gestalten kam von den Kindern. Seit drei Jahren tanzen sie mit mir zusammen und haben in dieser Zeit viele unterschiedlichste Präsentationen in verschiedenen Räumen und an unterschiedlichsten Orten gemacht. Nicht jeder Ort und Raum hatte eine Lichtanlage oder Scheinwerfer zur Verfügung.

Meine Aufgabe sah ich darin, den Kindern mit einfachen, für sie leicht handbaren Lichtquellen diesen Wunsch zu erfüllen.
Das Konzept war von klein nach groß, vom Streichholz bis zur tragbaren Neonröhre.

In den ersten Stunden ging es darum sensibel zu werden für Licht und Dunkelheit und die Kraft des Sonnenlichtes bewußt wahrzunehmen. Winzige Löcher in der Jalousie ließen Sonnenlicht herein, was uns zu einem Astronautentanz inspirierte. Der Raum wurde noch mehr abgedunkelt. Ein Streichholz wurde von mir entzündet. Für eine kurze Zeit tauchte ein Blitzen auf und Farben wurden am brennenden Streichholz wahrgenommen. Dann das Verglimmen des Lichts und die Finsternis war wieder da. Dies regte zu einem Gespräch über unsere Wahrnehmungen von Farben und Geräuschen an.
Aus diesem Erlebten entstand ein neuer Tanz. Im finsteren Raum werden nach und nach Teelichter entzündet. Die Kinder liegen auf dem Boden, erwachen, wachsen und kommen nach und nach zu einer gebundenen Tanzform zusammen, die in einem Halbkreis endet.
In der weiteren Phase des Projekts haben wir Sprichwörter gesammmelt und sie mit Kerzenlicht nachgestellt, um so den Ursprung des Idioms nachzuempfinden und ihre Bedeutung zu verstehen.
In der Adventzeit bot es sich an mit Lichterketten und Spiegeln zu experimentieren, Figuren zu legen, sich selber zu Lichtfiguren zu machen. Abschließend wurde ein kurdischer Tanz mit diesem Licht gestaltet.
Die nächste Etappe waren selbstgestaltete Diarahmen und Projektionen, mit denen wir zur Musik von Erik Satie Lichtzaubereien entwickelten.
Weitere Lichtquellen werden Taschenlampen und Spiegelkleidung sein für eine Tanzimprovisation zur Musik von Edvard Grieg, kurze Stablampen, um Gesicht und Mimik auszuleuchten, bunte Knicklichter für einen Steptanz, Schwarzlicht, eine schaukelnde Glühbirne für Schattentanz, flackernde Neonröhren für eine Clownszene und Lichter, die die Kinder inzwischen mitbringen, um sich von ihnen zu Tänzen und Improvisationen inspirieren zu lassen.

Jede Stunde wird abwechselnd von einem Kind in einem gemeinsamen Künstlertagebuch dokumentiert. Dieses Buch liegt im Klassenraum und ist für alle Beteiligten zugänglich, sodass jederzeit Ideen, Bilder, Fotos, Lichtsprüche usw. eingetragen werden können.

Inzwischen gibt es die Idee von den Kindern am Ende des Schuljahres ein Lichtmuseum zu gestalten.

Unsere entwickelten Tänze und Lichtinstallationen wollen wir in und um die Schlossruine Hertefeld in Weeze aufführen. Am liebsten bei Nacht. Eltern, Schulleitung und die Schloßherrin unterstützen unseren Wunsch.

 
Projektauslöser/Idee:
Die Klasse hat seit ihrem ersten Schuljahr wöchentlich Tanzunterricht. In den letzten drei Jahren sind viele Aufführungen von der Klasse gestaltet worden. Dabei wurde immer häufiger von den SchülerInnen der Wunsch geäußert, ihre Szenen auch ins rechte Licht zu rücken. Mit Licht zu gestalten, das passende Licht zu finden und auch Licht als eigene performative Qualität zu erforschen war ein Wunsch der Klasse. Meine Idee war daraufhin, unterschiedliche, für Kinder leicht zu händelnde Lichtquellen mit der Klasse performativ kennenzulernen und auf ihre Einsatzmöglichkeiten hin, sinnlich erfahrbar zu machen. Licht als Inspiration für Szenen und Licht, um Szenen zu begleiten. Die Schulleitung und Klassenlehrerin waren von dieser Idee begeistert.
 
Projektentwicklung:
Die Kinder kamen in der ersten Stunde in ihren abgedunkelten Tanzraum. Nachdem auch die Tür verschlossen war, wurde immer leiser gesprochen und die Bewegungen wurden vorsichtiger und langsamer. Mit der Zeit gewöhnten sich die Augen an die Dunkelheit und kleine Restlichtquellen wurden bewußt wahrgenommen (Türschlitz, kleine Punkte und Risse in den Jalousien). Dies regte zur Phantasie an. Wir waren im Weltall,(Astronautentanz) wir nahmen geheimnisvolle Schatten unter dem Türschlitz wahr,(Grusellaute) wir entdeckten, dass wir nur noch sehr wenig Farben sahen, alles war nur noch in den verschiedensten Grautönen zu erkennen. Die Kinder verspürten den Wunsch, es doch mal stockfinster zu machen, nichts zu sehen. Viele probierten dies zu hause im Kinderzimmer aus. Ich habe nach dieser Phase ein Streichholz angezündet und die ersten Farben tauchten auf, später das weiche flackernde Licht einer Kerze.... Unser erster neuer Tanz entstand: es wird hell.( Vox: "O successores fortissimo...") Wir gestalteten einen mittelalterlichen Kettentanz, zu dem jedes Kind später mit einer Kerze dazu beitrug, dass der Raum immer heller wurde.
Diesen Tanz haben wir inzwischen in der verdunkelten Volksbank Weeze zur Adventszeit aufgeführt.

- Weitere Etappen auf unserer Reise waren: Performative Darstellungen von Redewendungen mit Kerzen z.B. mir ist ein Licht aufgegangen, stell dein Licht nicht unter den Scheffel, hinters Licht führen...

- Wir haben mit Lichterketten und Spiegelfolien einen kurdischen Tanz in Szene gesetzt.

- Zur Zeit führen die Kinder Projektionen mit selbstgestalteten Diarahmen und Tanzzaubereien durch.

- Weitere Lichtquellen, die zum Einsatz kommen sollen: Stablampen, Taschenlampen und Spiegelkleidung, Knicklichter, Schwarzlicht, hängende Glübirne, Baulampen, Lichter, die die Kinder mitbringen.( inzwischen ist die Idee von den Kindern gekommen, ein Lichtmuseum einzurichten)

Die Kinder führen ein gemeinsames Künstlertagebuch, in dem sie fortlaufend Bilder, Ideen, Beobachtetes, Stundenprotokolle sammeln und andere Anregungen, was immer sie entdecken,einkleben,dazu malen und beschreiben. Dieses Buch liegt in ihrem Klassenraum, so dass die Kinder zu beliebigen Zeiten ihre Eintragungen vornehmen können.
Die Klassenlehrerin unterstützt dieses Buch.

Unterstützt werden wir auch vom Hausmeister der Schule, der uns bei allen technischen Fragen hilft.


 
Besonderheiten:
Das Besondere dieses Projekts ist:


- die Kinder gestalten mit einfachen handhabbaren Lichtquellen ihre Szenen, Tänze und Räume, setzten sie ins rechte Licht. Verschiedene Aspekte von Gestaltung werden spartenübergreifend gelernt.
- die Kinder werden sensible für Licht, Schatten, Farben und Finsternis. Ein Effekt war, dass Schatten erklärbar wurden und sich dadurch Ängste vor Dunkelheit abgebaut haben. Es wurde sogar der Wunsch nach absoluter Finsternis geäußert.
- Experimentierfreude, Lebendigkeit und auch stilles Staunen sind Bestandteil jeder Stunde. Jedes Kind läßt sich von Licht faszinieren und wird zum Gestalter.
- offenes diskutieren miteinander ist erwünscht. Die Kinder entscheiden zusammen und suchen ihre bestmögliche Lichtquelle für ihre Darstellungen und können diese selbständig handhaben.
- verschiedene Lichtquellen inspirierten zu neuen Tanzideen, denn Licht und Dunkelheit beeinflussen unsere Bewegungen. Von den Kindern entwickelte Tanz- und Theaterszenen sind entstanden.
- technischer Umgang mit Lichtquellen, z.B.: Diaprojektor, Schwarzlicht wird gelernt.
- Kinder entwerfen auf Diarahmen ihre eigenen Bilder und werden zu "großen Künstlern" in ihrer Projektion.


 
Probleme und Lösungen:
Bis zu diesem Zeitpunkt gibt es keine Probleme oder Hindernisse. Vielleicht fallen sie mir auch nicht mehr ein, da alle Beteiligten im kommunikativem Austausch miteinander sind.(Februar 2011)
Schulleitung und das gesamte Lehrerkollegium unterstützen das Projekt, so dass ich immer den gewünschten Raum und Rahmen zur Verfügung habe.
 
Anekdotisches:
Maja A. (9Jahre) schreibt: "Besonders schön fand ich als wir mit drei Lichterketten Figuren gebildet haben. Es gab viele Ideen. Z.B.: Weihnachtsmann, Meeresfrau und vieles mehr. Mit Licht kann man sehr viele Sachen machen."

Jana schreibt: "Ich finde es erstaunlich, dass man mit Licht so viel gestalten und bauen kann."

Ein Eintrag aus unserem Künstlertagebuch: "Es gibt verschiedenes Licht: Licht der Sonne, Licht der Sterne etc. Das ist interessant. Es gibt echtes Licht und künstliches Licht. Wenn man Licht auf Farben leuchtet, sieht es anders aus als im Sonnenlicht."

Ich beobachte und schaue gerne zu, wenn Kinder versuchen einen Lichtstrahl zu fangen. Dabei springen sie in die Höhe, greifen ins Licht, um dann mit großem Gelächter wieder auf dem Boden zu landen. Selbst Kinder, die sich sonst schwer tun mit Sprüngen und gestreckten Armen, lassen sich vom Licht zu diesen Bewegungen verführen.

Fasziniert hat uns alle zwei Fotographien eines Schülers, der mit Hilfe seines Vaters einen Sonnenaufgang und einen Sonnenuntergang aufgenommen hat.