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Kann Warten schön sein? Macht Warten hässlich?
Schule:
Theodor-Fliedner-Gymnasium
Kalkumer Schlossallee 28
40489 Düsseldorf
Tel. : 0 211 - 94 05 70 1
Fax : 0 211 - 94 05 74 7


Gymnasium
 
Kooperationspartner:
Kunstlehrerin des Theodor-Fliedner-Gymnasiums
Eva Borski, Düsseldorf

 
Beteiligte Schüler:
39
2 Klassen der Jahrgangsstufe 11
Der Workshop fand statt während des regulären Kunstunterrichts.
 
Beteiligte Lehrkräfte:
1 Lehrerin (Eva Borski)2 Workshopleiter (Christian Deckert, Manuel Ruf)Der Workshop fand statt im Rahmen des vom Land NRW iniziierten Projektes:"Kultur und Schule"
 
Stundenvolumen:
Im Schulhalbjahr 2010/11 in zwei getrennten Klassen über 2 Schulstunden wöchentlich pro Klasse
 
Vorstellung und Kurzbeschreibung:
Projektbericht 23.02.2011

"Macht Warten hässlich - kann Warten schön sein?

Ein Kultur und Schule-Projekt von Christian Deckert (Künstler) und Manuel Ruf (Architekt) im Theodor-Fliedner-Gymnasium in Düsseldorf-Kaiserswerth (Kunstlehrerin Eva Borski), in Zusammenarbeit mit der Filmwerkstatt Düsseldorf e.V., mit Unterstützung des Ministeriums für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen

Die Schüler der Grundkurse 11 des Theodor-Fliedner- Gymnasiums haben sich zusammen mit Manuel Ruf, Architekt und Christian Deckert, Maler und Filmemacher von der Filmwerkstatt Düsseldorf im Kunstunterricht auf den Weg gemacht, sich über das Warten und die dazugehörigen öffentlich-städtischen Warteangebote Gedanken zu machen. Wie sinnvoll, angenehm und unterhaltsam können wir die Zeit gestalten, die wir mit Warten an Haltestellen und Wartehäuschen verbringen?

Dabei geht es um spielerisches, gestalterisches und filmendes Reflektieren über einen Ausschnitt unserer gebauten Umwelt. Architektur soll nicht nur als ein Vor-Gegebenes erfahren, sondern als ein von Menschen gemachter Teil unserer Umwelt erlebt werden, in den man auch als Jugendlicher eingreifen kann und sollte. In einführenden Theoretischen Exkursen und Übungen wurde die Wahrnehmung für unsere gebaute Umwelt geschärft und erstes Mitdenken und Mitgestalten eingeübt.

Als Beispiel wurde dann das Thema Bushäuschen oder erweitert Haltestelle eingegrenzt. Es sollte eine Wartesituation sein, in der sich nicht nur Schüler tagtäglich befinden.
Erfahrungen, Gefühle, Gedanken zu dem Thema wurden gesammelt und daraus entstanden konkrete Entwürfe und Modelle der Jugendlichen. Das Ideenlabor führte zu unterschiedlichsten Vorschlägen zur Verbesserung bzw. Verschönerung der sogenannten Wartehäuschen, die dann aus verschiedenen Materialien gestaltet wurden.

Die Visionen, wie sich Warten auch „anders“ anfühlen kann, wurde - im direkten Bezug zum erstellten Modell - filmisch umgesetzt. Es entstanden kleine Filme, die sich mit dem Warten fiktional und dokumentarisch beschäftigen und als Trick- oder Stop-Motion-Filme einfallsreich entwickelt wurden.
Die Ergebnisse sprechen eine deutliche Sprache von Wünschen und Phantasien und sind originelle Erfindungen, in denen lustvolle Gemeinschaft und Entspannung gelebt werden kann, statt unwürdig verbrachter Wartezeit auf die nächste Bahn. Vieles könnte in unserer Stadt ganz einfach umgesetzt werden.
In den vorbereitenden Gesprächen mit Eva Borski (Kunstlehrerin der Oberstufe) stellte sich die Notwendigkeit heraus, das Projekt mit beiden Kunstkursen der 11. Klasse zu machen. So stellten wir das Konzept auf ein halbes Schuljahr - 2 Doppelstunden/Woche - um. Das bewirkte eine positive didaktische Straffung für die Schüler - jedoch erhebliche begleitende Mehrarbeit für die Veranstalter.

Das Projekt wurde am 10. und 11.02.2011 mit einer sehr gut besuchten Ausstellung der Modelle mit Präsentation der Trickfilme und eines Making-Of in der 'Oase’, dem Präsentationsraum des Fliedner-Gymnasiums, abgeschlossen.

Christian Deckert, Manuel Ruf

 
Projektauslöser/Idee:
Auslöser war ein freundschaftliches Gespräch zwischen dem Architekten Manuel Ruf und mir (Christian Deckert). Es ging um das oft gestörte Verhältnis zwischen Architektur und Bildender Kunst in unserer Gesellschaft. Dieser Bruch ist kontraproduktiv und verursacht gesellschaftlichen Innovationsstau. Uns kam gemeinsam die Idee, in einem "Kultur und Schule"-Projekt mit Jugendlichen diese Zusammenhänge neu zu ergründen. Dies ist auch insofern ungewöhnlich, als das Projekt eigentlich keine Freiräume lässt, Architekten mit einzubeziehen.
Das Düsseldorfer Kulturamt hat das Projekt trotzdem gefördert.
 
Projektentwicklung:
Wir haben gleichzeitig, getrennt voneinander, das Projekt in beiden Klassen gestartet.

Zu Beginn stand die Sensibilisierung der Schüler bzgl. gebauter Umwelt.
Anhand von speziell für den Unterricht gemachten Fotos wurde auf die Einflüsse von vorhandener Architektur auf unseren Alltag hingewiesen.

Der zweite Schritt bestand in der Aufgabe für die Schüler, Wartesituationen zu fotografieren. Die Ergebnisse wurden ausgewertet und besprochen.

Danach wurde die Arbeit aufgeteilt in einen Modelle entwerfenden Part und einen filmenden Part. Der Phantasie sollte dabei keine Grenzen gesetzt werden.
Die Modelle wurden in kleinen Gruppen von 2-4 Schülern gestaltet.

Die Filme fanden zuerst als eine Art "Lockerungsübung" statt. Es wurden Stoptrickfilme gemacht, die von witzigen Wartesituationen handelten.

Mit dem Fortschreiten der Modelle, die von intensiven Gesprächen und Diskussionen begleitet waren, entstand der Wunsch, die Modelle in Trickfilmen zu animieren.

Während der Modellbauphase wurde nach und nach jedes Modell animiert.
Das Ergebnis war ein überaus farbiges Projektergebnis mit vielen Filmen und einem Making Of.

Der nächste Schritt wäre die Realisation einer gebauten Haltestelle gewesen.
Aus Zeit- und Kostengründen konnte es dazu nicht mehr kommen

 
Besonderheiten:
Besonders war die Zusammenarbeit eines Architekten und eines Bildenden Künstlers/Filmemachers.
Die Jugendlichen profitierten von dieser Zusammenarbeit durch die Vielfalt gestalterischer Möglichkeiten, die ihnen zur Verfügung gestellt wurde.
 
Probleme und Lösungen:
Eigentlich gab es keine Probleme.
Es war zum Schluss allen Beteiligten klar, dass ein nächster Schritt folgen könnte.
Die Realisierung einer funktionstauglichen, gebauten Haltestelle konnte in diesem Rahmen nicht erfolgen.
 
Anekdotisches:
Das ist nicht einfach.
Erstaunlich war für die beiden Projektleiter die ungestüme Lust mit der an den Modellen gearbeitet wurde. Die Aufteilung war insofern ganz toll, weil in der Schule als auch außerhalb gearbeitet wurde (gleichzeitig). Es gab immer "frischen Wind".
Die Vielfalt der Arbeiten spricht für sich!
Vielleicht war diese Kombination "das Geheimnis" des Workshops. Rausgehen dürfen, um an der frischen Luft Filme zu drehen, zurück in die Klasse zum Bauen.