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Schatzsuche
Schule:
Christian-Morgenstern-Grundschule
Räcknitzer Steig 12
13593 Berlin-Spandau

Telefon: 030–364 79 30
Telefax: 030–364 79 320

www.christian-morgenstern-grundschule.cidsnet.de

Grundschule / Teilgebundener Ganztag

 
Kooperationspartner:
GRIPS Theater
Altonaer Str. 22
10557 Berlin
030-39747444

www.grips-theater.de

GRIPS Werke e.V.
Altonaer Str. 22
10557 Berlin
030-39747444

www.gripswerke.de

 
Beteiligte Schüler:
180
8 Klassen: 3b, 4a, 4b, 4c, 5b, 5c, 6a, 6b:

in der "Schnupperphase" (1. Halbjahr)im Klassenverband,

in der Hauptphase (2. Halbjahr) Recherchen im Klassenverband und Theaterarbeit klassen- und jahrgangsübergreifend (freiwillige Teilnahme: aber alle sind dabei geblieben)

 
Beteiligte Lehrkräfte:
8 Lehrerinnen und 4 Erzieherinnen, alle Fächer (Schule) 4 Theaterpädagoginnen (GRIPS Theater/GRIPS Werke) 2 Projektleiterinnen/Prozessbegeleiterinnen (GRIPS Werke) 9 VertrerInnen der Abteilungen am GRIPS Theater für Expertenberatung (Maske, Bühnenbild/bau, Bühnenmusik, Choreografie, Öffentlichkeitsarbeit, Dramaturgie, Theaterpädagogik, Bühnentechnik, Kostüm)
 
Stundenvolumen:
Die SchülerInnen...
...haben in der Schnupperphase an 1-2 Projekttagen mitgemacht(pro Klasse) - mit zusätzlicher Generalprobe und gemeinsamer Ergebnispräsentation. Dazu fand ein kostenlosen Theaterbesuch am GRIPS inkl. Stücknachbereitung statt.

In der Hauptphase wurde in allen Klassen über 3 Monate ca. 2 Stunden pro Woche im Kiez recherchiert, außerdem gab es in dem selben Zeitraum 5 jahrgangsübergreifende Projekttage, im Anschluss daran eine jahrgangsübergreifende Projektwoche und die Inszenierung mit 180 TeilnehmerInnen.

Die Lehrerinnen, Erzieherinnen und Theaterpädagoginnen...
...hatten darüber hinaus regelmäßige moderierte Arbeitsgruppentreffen (mind 1 x im Monat, z.T. öfter), eine Lehrerfortbildung, drei Sprechtage und mehrstündige individuelle Expertengespräche am Theater. Dazu kam die individuelle Einarbeitung in ein neues Thema.

Die Projektsteuerungsgruppe...
...hat sich regelmäßig ausgetauscht und getroffen.

Eltern...
... haben an einem Elternabend teilgenommen, zwei Präsentationen besucht und in 3 Eltern-Kind-Workshops gemeinsam Theaterluft geschnuppert.

 
Vorstellung und Kurzbeschreibung:
Schatzsuche

ein Theaterprojekt der Christian-Morgenstern-Grundschule, Berlin-Staaken und der GRIPS Werke e.V. in Zusammenarbeit mit dem GRIPS Theater, September 2009 – Juli 2010

gefördert durch das Teilprogramm „Soziale Stadt“ der Europäische Union, des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung, der Bundesrepublik Deutschland und des Landes Berlin im Rahmen des Programms "Zukunftsinitiative Stadtteil".

„Die Schätze der Kinder bergen!“ – die Ziele

Der Ausgangspunkt der Schulleitung und zweier Lehrerinnen war der Wunsch, den SchülerInnen, die überwiegend in Familien leben, in denen kein Deutsch gesprochen wird, und von denen viele als Kriegsflüchtlinge nach Deutschland gekommen sind, mit Theater ein anderes Ausdrucksmittel an die Hand zu geben, um ihre oft schwierigen, aber reichhaltigen und vielfältigen Geschichten erzählen zu können. Das Leben im Kiez sollte nicht nur defizitär wahrgenommen werden, sondern es galt auch, seine Schätze zu bergen. Ebenso sollten die Fähigkeiten und Interessen der Kinder zum Vorschein kommen. Dahinter stand für die Zukunft die Vision einer lebendigen und kulturell aktiven Schule. Langfristig könnte eine Einbindung von Theatermethoden in den Unterricht erfolgen. Das Projekt sollte darüber hinaus in den Stadtteil hineinwirken und den durch das Wohnumfeld bedingten schlechten Ruf der Schule verbessern helfen.

„Rosinen im Kopf?“ – Kennen lernen in der „Schnupperphase“

Um möglichst viele PädagogInnen, Kinder und Eltern einzubeziehen, begann der Prozess mit einer niedrigschwelligen „Schnupperphase“, in der alle interessierten PädagogInnen der Jahrgänge 4-6 (plus einmal Jahrgang 3 auf dringenden Wunsch der Lehrerin) mit ihrer Klasse das GRIPS Theater, die Theaterpädagoginnen und ihre Arbeit praktisch kennen lernen konnten: Das Projekt wurde den Eltern vorgestellt, alle Kinder, Lehrerinnen, Erzieherinnen und Eltern konnten kostenlos eine Voraufführung des GRIPS Stücks „Rosinen im Kopf“ besuchen, die Pädagoginnen der Schule (von jetzt an mit kleinem „i“, denn es waren ausschließlich Frauen beteiligt) bekamen zusammen mit „ihren“ Theaterpädagoginnen einen Theaterworkshop des GRIPS Theaters zum Thema des Stücks und wie man es im Unterricht theaterpraktisch nachbereiten kann. Später erhielt jede beteiligten Klasse einen eigens für sie zugeschnittenen Theaterprojekttag, dessen Ergebnis am Tagesende einer anderen Klasse präsentiert wurde – so fand an acht Tagen überall im Schulhaus verteilt Theater statt. Die Begeisterung war so groß, dass statt der geplanten Fotopräsentation mit einigen Kinderinterviews im Rahmen des alljährlichen Musikfestes, eine eigene Veranstaltung gezaubert wurde, an der innerhalb einer Stunde 180 Kinder Ausschnitte aus ihren Workshops präsentierten, ergänzt durch Fotos und Anmerkungen der Theaterpädagoginnen zu den Möglichkeiten von Theater an der Schule. Die Veranstaltung war sehr gut besucht von den Eltern - was an der Schule eher ungewöhnlich ist - und stieß auf großen Anklang.
Alle Spiele und Übungen aus den Projekttagen wurden in einem Handbuch festgehalten, das den Pädagoginnen als Arbeitsmaterial zur Verfügung steht. Die Kinder schrieben Zettel, wie ihnen das Theaterspielen gefallen hat.

„Was war denn das?!?“ – Gelingensbedingungen und kritische Faktoren

Der Begeisterungssog, der bereits in der „Schnupperphase“ entstanden war, wurde vom Pädagoginnenteam gemeinsam ausgewertet, dabei wurden sehr viele Gelingensbedingungen ermittelt: (gleiche Augenhöhe, Spaß, Neugier, Offenheit, Vertrauen, Freiwilligkeit, Professionalität, Transparenz und Kommunikation, geteilte Verantwortung, sichtbare Ergebnisse, gemeinsame Erlebnisräume ....)
für die wenigen „Stolpersteine“ (Raumprobleme, Informationsverlust durch Kommunikationslücken, geringe Elternbeteiligung) wurden sofort Verbesserungsvorschläge gemacht und Abmachungen getroffen.
Alle wollten weiter machen und trugen sich für die verschiedenen Bereiche des Theaters ein, in denen sie bereit waren, das Theaterprojekt und die Theaterpädagoginnen zu unterstützen.
Was aber, wenn alle 180 Kinder auch weiter machen wollten?!? Würden sie sich „abfinden“, dem Projekt zuzuarbeiten und würden sie das Interesse ihrer Lehrerin/Erzieherin teilen? Der Projektantrag sah jedenfalls nur theaterpädagogische Stunden für zwei Personen und zehn Projekttage vor – Platz für maximal 30 Kinder!

„Die Schule auf den Kopf stellen!“ – Strukturen verändern

Die Pädagoginnen entschieden deshalb gemeinsam, dass sie den Kindern die Freiwilligkeit, die ihnen selbst so gut getan hatte, auch ermöglichen wollten. Das hatte allerdings ungeahnte Konsequenzen: Es musste an zehn Projekttagen parallel zur Stückentwicklung durch die beiden Theaterpädagoginnen ein pädagogisches Angebot zu den anderen Bereichen des Theaters angeboten werden. So konnten die Klassen und Jahrgänge vorübergehend aufgelöst werden.
Die Schulleitung war gerne dazu bereit und baute alle weiteren Termine um die vereinbarten herum. Das Experiment konnte beginnen. Die Schulstruktur wurde probehalber aus den Angeln gehoben.

„Jeder kann etwas“ – die Vorbereitung

Doch jetzt wurde den Erzieherinnen und Lehrerinnen plötzlich klar, worauf sie sich eingelassen hatten und dass sie diese Aufgabe mehr oder weniger in Eigenverantwortung durchführen mussten – mit ihnen z.T. unbekannten Kindern, in ungewohnter Altersmischung und mit noch zu erarbeitenden Inhalten! Dieser ersten und bislang einzigen Krise sind wir damit begegnet, dass die ursprünglich geplanten ExpertInnengespräche der Kindergruppen mit den Abteilungen des GRIPS Theaters verändert wurden zu Beratungsgesprächen für die Erzieherinnen und Lehrerinnen – jeweils als Einzelcoaching begleitet von einer der beiden Theaterpädagoginnen. Außerdem wurden regelmäßige Teamtreffen durchgeführt sowie mehrere Einzelberatungen mit den Theaterpädagoginnen des Projekts während der Stückentwicklung. Die anfängliche Angst wandelte sich in Lust und Neugierde. Alle waren bereit und begierig, selbst etwas auszuprobieren und zu lernen und selbst künstlerische Prozesse zu initiieren. In den Bereichen Bühnenbild, Technik, Maske, Kostüm, Bühnenmusik, Tanz, Dramaturgie, Öffentlichkeitsarbeit und Theaterpädagogik. Jede nach den eigenen Interessen, denn jeder kann etwas – Erwachsene und Kinder.

„Das mysteriöse Ding – im Kiez ist was los“ – das Theaterprojekt

Ausgangspunkt war die Schatzsuche im Kiez. Alle acht Klassen, die an der Schnupperphase teilgenommen hatten, bekamen vom Projekt erzählt und hatten die Aufgabe, sich im Stadtteil auf die Suche zu machen nach interessanten Geschichten. Sie schwärmten aus, besuchten Kultureinrichtungen, Geschäfte, Privatpersonen, ein Jugendzentrum, ein Seniorenheim entwickelten Fragen, führten Interviews, schrieben Geschichten auf, zeichneten Grundrisse und Handtaschensammlungen... Heraus kam eine bunte Mischung aus feinen Beobachtungen, lustigen oder erschreckenden Begebenheiten, Haltungen zum Stadtteil usf.
Nach dieser Phase wurde den Kindern das Projekt und die Bereiche von Theater durch ihre Lehrerinnen vorgestellt. Sie konnten sich entscheiden, ob sie am Projekt teilnehmen wollten, und mussten sich für einen Bereich bewerben – ebenso einen Zweitwunsch angeben. Überraschenderweise ließen sich fast alle Erstwünsche erfüllen – die Interessen waren noch breiter gestreut als erwartet. Dann erarbeiteten sich die Gruppen an vier einzelnen Projekttagen Grundkenntnisse in den einzelnen Bereichen des Theaters. In einer anschließenden Projektwoche wurden die Bereiche und das bisher erarbeitete zusammengeführt zu einem einzigen großen Theaterspektakel.
Um bereits im Vorfeld Eltern für das Projekt zu begeistern, haben neben einem Elternabend im Projektzeitraum vier Elter-Kind-Theaterworkshops im Schulgebäude stattgefunden. Die waren zwar noch recht spärlich besucht, aber der Wunsch nach „mehr“ wurde geäußert. (Im derzeitigen Folgeprojekt gab es nun bis zu 90 Anmeldungen pro Workshop!)
Das Spektakel: Die Rahmenhandlung war ein Ereignis vor dem benachbarten Einkaufszentrum, einem zentralen Ort des Kiezes: über Nacht hatten Unbekannte vor dem Staaken-Center eine abstrakte Statue aufgestellt. Die Anwohner geraten in helle Aufregung. Sollte das Provokation sein? Einigen gefällt das bunte Ding. Schließlich stellt sich daraus, dass Kinder es gebaut und aufgestellt hatten, um dem Stadtteil etwas Schönes hinzuzufügen. Diese Geschichte bot den Kindern vielfältige Möglichkeiten, ihre Beobachtungen auf die Bühne zu bringen – es gab eine Gruppe alter Menschen, eine Frau am Rollator, ein Team von Müllmännern, viele Mütter und Schwangere, die sich zum „Bussiballett“ formierten, rappende Jugendliche, die in der Musikgruppe ihren Beitrag entwickelt hatten. Tanz war ebenso integriert wie die Bühnenmusiker, die einzelne Szenen und Bühnenaktivitäten stimmungsvoll untermalten.
Zusätzlich zum Theaterstück gab es eine große Ausstellung der Ergebnisse aller Gruppen, die von der Öffentlichkeitsarbeitsgruppe erstellt worden war, eine Diashow im Eingangsbereich und ein Buffet für die Feier am Schluss, das die Eltern einer 6. Klasse vorbereitet hatten.
Weil die Aufführung wegen der großen Nachfrage aus allen Nähten zu platzen drohte, konnte bereits Publikum zur Generalprobe kommen. So haben viele Eltern, ein Journalist der Lokalzeitung, VertreterInnen aus dem Quartiersrat, der Spandauer Stadtrat, ein Präventionsbeauftragter der Polizei, BewohnerInnen des benachbarten Seniorenheims und viele andere das Stück gesehen. Das Fest am 5.6.2010 war ein gelungener Abschluss – bzw. noch nicht ganz, denn am darauf folgenden Montag besuchte die Gruppe Theaterpädagogik die beteiligten Klassen und führte nachbereitende Spiele und Übungen zum Stück durch. Außerdem gab es eine Kinderbefragung.

„Das sollen alle wissen!“ – offizielle Patenschaft Schule und Künste

Kurz vor der Aufführung wurde die Kooperation auch offiziell besiegelt: als „Patenschaft Schulen und Künste“ des Landes Berlin. Beim Patenschaftsfest im Berliner Konzerthaus haben Kinder der Schule stolz das Patenschaftsbuch vom Staatssekretär für kulturelle Angelegenheiten entgegen genommen.

„Glück ist ansteckend - mehr davon!“ – Perspektiven

Die Euphorie der Beteiligten war groß – die Glückserfahrung immens. Um noch mehr davon in die Schule zu tragen, haben wir mit dem Kollegium geplant, die Theateraktivitäten auf die jüngeren Jahrgänge auszuweiten (Projekttage und Theaterfest für 10 Klassen) und gleichzeitig die bisherigen Kompetenzen zu erweitern – durch weitere Projekttage und das gemeinsame Theaterfest für die Klassen, die bereits beteiligt waren, durch weitere Eltern-Kind-Workshops, durch regelmäßige Theater-Fortbildungen mit dem Kollegium und durch das Coaching von zwei Lehrerinnen bei der Umsetzung von zwei Theater AGs.
Dieses Nachfolgeprojekt ist bereits im Gange und wir haben gerade eine sehr erfolgreiche Zwischenbilanz gezogen – insgesamt sind derzeit 26 LehrerInnen und ErzieherInnen beteiligt und 15 Schulklassen. Dafür hat das Quartiersmanagement insgesamt 45.000 € für 2010 und 2011 bewilligt.
Das Auswertungstreffen mit dem Team zeigte, dass das Projekt einen wesentlichen Beitrag zur Entwicklung der Schulkultur geleistet hat – der Schulleiter fasste es schön zusammen: „Sie als Pädagoginnen haben selbst das erlebt und gestaltet, was wir uns für unsere Schüler wünschen: eigenverantwortliches Aneignen und Erarbeiten eines Themas, das man selbst gewählt hat, lustvolles Arbeiten im Team und gemeinsamer Erfolg in einer öffentlichen Präsentation.“

Das Projekt wurde für eine benachbarte Grundschule, die Grundschule am Amalienhof, adaptiert. Dort wurde gerade die „Schnupperphase“ mit großem Erfolg abgeschlossen und die Planung der Hauptphase beginnt. Langfristig wird eine Vernetzung der Theateraktivitäten im Stadtteil angestrebt.

 
Projektauslöser/Idee:
Die Anfrage kam von der Schule schon zwei Jahre vor dem Projekt - insbesondere auf Wunsch von zwei GRIPSbegeisterten Kolleginnen. Angesichts der problematischen familiären Situation und großer sprachlicher Schwierigkeiten vieler SchülerInnen schien Theater eine gute Möglichkeit zu sein, diesen Kindern ein anderes Ausdrucksmittel an die Hand zu geben.
Schließlich ergab sich die Möglichkeit der Bewerbung beim zuständigen Quartiersmanagement.
Der Vorschlag zur Umsetzung und die Rahmenbedingungen wurden mit Anregungen der Schule von einem Team GRIPS Werke/GRIPS Theater entwickelt - die Ausgestaltung wurde gemeinsam mit dem Kollegium im Prozess vorgenommen (das war Teil des Konzepts).
 
Projektentwicklung:
Die gemeinsame Projektentwicklung und die kontinuierliche Begleitung und regelmäßige Reflektion war konstituierender Bestandteil des Projekts. Nachdem sich das Quartiersmanagement für eine Förderung des ProjektVORSCHLAGS entschieden hatte,ging es an die gemeinsame Konkretisierung:
In einem Zielklärungsgespräch mit der Schulleitung, einigen Lehrerinnen und den GRIPS Werken/Grips Theater wurden die Grobziele für das Gesamtprojekt ermittelt und die Feinziele für die Schnupperphase festgelegt. Die "Schnupperphase" war die praktische Startphase des Projekts, in der alle Beteiligten sich gegenseitig in der praktischen Arbeit kennen lernen konnten, um dann anschließend die Fortsetzung gemeinsam zu planen.
Eine Lehrerin bekam für die Projektsteuerung innerhalb der Schule zwei Funktionsstunden zur Verfügung. Gemeinsam mit einer Projektmitarbeiterin der GRIPS Werke kümmerte sie sich neben dem inhaltlichen Engagement um alle organisatorischen Belange.

Zunächst fand eine Informationsveranstaltung für alle LehrerInnen, ErzieherInnen und Elternvertreter der Jahrgänge 4-6 statt, in der die Idee für eine gemeinsame Schnupperphase und dem gemeinsamen Planen einer möglichen Fortsetzung vorgestellt wurde. LehrerInnen und ErzieherInnen durften wählen, ob sie an dieser Phase teilnehmen wollten und mit den Entschlossenen wurde zwei Wochen später die Schnupperphase im Detail geplant und festgelegt. Folgende Veranstaltungen/Aktivitäten dienten dem gemeinsamen Kennenlernen:
1. Elternabend für die Eltern der beteiligten Klassen - zur Information und Vorbereitung auf späteres Mitwirken und zur Einladung zu 2.
2. gemeinsamer kostenloser Theaterbesuch im GRIPS ("Rosinen im Kopf") mit Eltern, Kindern, PädagogInnen
3. Fortbildung für LehrerInnen und ErzieherInnen zur eigenständigen Nachbereitung des Stücks
4. eigenständige Nachbereitung in der Schule/Anwendung der Ideen aus der Fortbildung
5. Sprechstunden mit den einzelnen Klassenteams (Lehrerinnen/Erzieherinnen) zur individuellen Vorbereitung der Projekttage
6. 10 auf die einzelnen Klassen abgestimmte Projekttage zu verschiedenen Bereichen von Theater mit jeweils anschließenden Präsentationen innerhalb der Schule - vor Parallelklassen, auf dem Schulflur... Überall in der Schule fand Theater statt.
7. Präsentation der Ergebnisse an einem zentralen Termin vor den Eltern. Ursprünglich war das nur als Beiprogramm zu Musikabend der Schule gedacht, und sollte in kleinem Rahmen stattfinden mit einigen Fotos und Interviews - aber der Wunsch der SchülerInnen, etwas zu präsentieren, war so groß, dass alle Beteiligten mit großem Kraftaufwand aber auch großem Vergnügen eine sehr abwechslungsreiche 1,5stündige Veranstaltung gezaubert haben. Der Andrang der Eltern war sehr groß, die Begeisterung ebenfalls.
8. Auswertung der Schnupperphase
8a) Kinder haben schriftlich Rückmeldung gegeben
8b)Reflexionstreffen mit den PädagogInnen und der Schulleitung: Ermittlung der Gelingensbedingungen und kritischen Faktoren

So vorbereitet ging es in die Planung der Hauptphase:
9. Planungstreffen für die Hauptphase mit allen interessierten Pädagoginnen ( - der Prozess wurde an dieser Stelle neu geöffnet: eine Lehrerin ist aus gesundheitlichen Gründen ausgestiegen, eine Erzieherin aus Begeisterung für die Ergebnisse neu hinzugekommen).

Von hier aus wurde kontinuierlich gemeinsam weiter konkretisiert und modifiziert und das eigentliche Projekt gemeinsam erarbeitet.

 
Besonderheiten:
Im Projekt Schatzsuche haben wir viele erwartete und noch mehr unerwartete Schätze geborgen: im Stadtteil und bei den SchülerInnen, aber auch bei den PädagogInnen.
Besonders hervorheben möchte ich dabei die Zusammenarbeit zwischen Lehrerinnen, Erzieherinnen, Schulleiter und den VertreterInnen des Theaters. Wir haben das Projekt von Anfang an gemeinsam gestaltet. Dies war konstituierender Bestandteil des Projektantrags, ebenso wie eine kontinuierliche Prozessbegleitung, die sowohl in Schule als auch Theater zuhause ist. Die Zusammenarbeit fand auf gleicher Augenhöhe statt – mehrere Treffen, spielerische Methoden und gegenseitige Anerkennung der Professionen ermöglichten in Kürze ein großes Vertrauen und schließlich den Höhenflug.
Eine vielleicht daraus resultierende weitere Besonderheit ist die Dynamik des Prozesses selbst – vom Funken zum Flächenbrand:
Der ergebnisoffene Prozess startete mit einem niedrigschwelligen praktischen Angebot, so dass die Beteiligten sich und ihrer Arbeitsweise kennen lernen konnten. Die daraus ermittelten Gelingensbedingungen hatten dann unerwartete Konsequenzen für die Folgephase: Einer der wichtigsten Aspekte, die Freiwilligkeit, sollte nicht nur den Pädagoginnen, sondern auch den Kindern ermöglicht werden. Das hatte zur Folge, dass der Schulalltag völlig aus den Angeln gehoben werden musste: An zehn Projekttagen wurde alters- und klassenübergreifend gearbeitet, die Kinder, die mitmachen wollten, konnten sich einen Bereich von Theater auswählen, der sie interessierte. Die Pädagoginnen wurden damit ihrerseits vor die Herausforderung gestellt, zeitgleich zum Schauspieltraining, das vom den Theaterpädagoginnen angeboten wurde, einen anderen Bereich von Theater an zehn Tagen zu übernehmen, mussten sich in ein neues Feld, das sie sich ebenfalls nach Neigung gewählt hatten, intensiv einarbeiten und selbst künstlerische Prozesse initiieren und anleiten. Gestützt wurden sie durch Gespräche mit ExpertInnen der Abteilungen am GRIPS Theater und durch regelmäßigen Austausch mit den Theaterpädagoginnen im Projekt..
So entstand ein großes Theaterspektakel mit 180 Kindern und 14 PädagogInnen und ganz nebenbei wurde und wird die Schule weiterentwickelt, denn alle wollen „mehr davon“! Das Folgeprojekt für alle Klassenstufen und viele weitere KollegInnen hat bereits begonnen.
Die Erfahrungen und Entwicklungen der Kinder möchte ich hier nicht als Besonderheit herausheben, denn die Begeisterung, die Erfahrung der Selbstwirksamkeit, das Entdecken neuer Fähigkeiten und Interessen, die Konzentrations- und Kooperationsfähigkeit von Kindern, denen man diese nie zugetraut hätte, etc. sind zum Glück häufig in kulturellen Bildungsprozessen zu finden. Das soll nicht bedeuten, dass wir sie weniger wichtig fänden. Sie sind das eigentliche Ziel!
 
Probleme und Lösungen:
Gleich zu Beginn ergab sich das Problem, dass die PädagogInnen der Schule durch den Schulalltag sehr stark belastet waren und deshalb die geplanten gemeinsamen Vorbereitungs- und Reflexionstreffen nicht wie von GRIPS Werke Seite aus gewünscht 4stündig, sondern nur 2stündig durchgeführt werden konnten. Das erforderte eine sehr straffe Planung der Veranstaltungen mit gleichzeitig möglichst großem Beteiligungsspielraum und dazu immer wieder Entspannungs-, Lockerungs- und Konzentrationsübungen, um die Aufmerksamkeit zu halten. Dies ist sehr gut gelungen und wurde von den PädagogInnen sehr gedankt und als ein wesentlicher Gelingensfaktor hervorgehoben. Sehr schön war, dass sich im Verlauf des Projekts gerade diese Treffen immer wieder als sehr effektiv und fröhlich herausstellten, sich alle Beteiligten darauf freuten und schließlich in der Hauptphase auf Wunsch der Schule sogar mehr Treffen stattfanden als ursprünglich geplant waren.

Alle Stundenplantechnischen Herausforderungen wurden von der Schulleitung mit Bravour gemeistert, so dass man diesbezüglich gar nicht wirklich von Hindernissen sprechen kann.

Organisatorische und logistische Meisterleistungen wurden trotz jahreszeitlich bedingten hohen Krankenstandes im Kollegium immer wieder von den beteiligten Pädagoginnen in freiwilligem Mehraufwand vollbracht.

Die einzige "Krise" im Projekt war folgende: Die Pädagoginnen hatten als eine Gelingensbedingung ermittelt, dass sie sich freiwillig am Projekt beteiligen konnten und wollten dies in der Hauptphase auch den SchülerInnen ermöglichen. Alle Pädagoginnen hatten sich bereits einen Bereich von Theater ausgesucht, in dem sie der Theaterproduktion zuarbeiten wollten. Bei freier Wahlmöglichkeit für die SchülerInnen mussten nun jedoch alle Angebote parallel liegen - und da für Schauspiel zehn Projekttage vorgesehen waren, mussten nun alle anderen Bereiche ebenfalls zehn Tage angeboten werden - und zwar von den Pädagoginnen der Schule eigenständig allein oder im Team. Als den Beteiligten dies klar wurde, war sehr viel Angst und Unsicherheit zu spüren.
Dem "Schock" konnte damit begegnet werden, dass die ursprünglich geplanten "Expertentreffen" GRIPS-Abteilungen/Projektgruppen verändert wurden zu Einzelcoachings für die Pädagoginnen durch die GRIPS MitarbeiterInnen. So konnten sie individuell ihre Angebote vorbereiten und bekamen viele Anregungen und Ideen. Durch diese Unterstützung gelang es, dass alle mit Freude und Selbstbewusstsein das Projekt gemeinsam gestalten konnten.

 
Anekdotisches:
Zitate:

„Ich hatte am Anfang wirklich Sorge, ob ich das schaffen würde: so viel Neues, was ich noch nie gemacht hatte. Aber dann lief alles super! Es hat großen Spaß gemacht und es war toll, dass alles umgesetzt wurde, was wir uns ausgedacht hatten. Ich hab so viele kreative Seiten in mir wieder entdeckt.“
Lehrerin der CMS

„Es ist toll, wie alle an einem Strang ziehen. Alle unterstützen gemeinsam das Projekt. Ich habe nie das Gefühl gehabt „Ich kann nicht mehr“ – auch nicht, als es in den Endspurt ging und obwohl die Zeit so knapp war.“
Theaterpädagogin GRIPS Werke

„Ich war sehr erfreut, dass ich meine Erfahrungen und mein Wissen über technische Fragen bei dem Treffen mit der Erzieherin vermitteln durfte und damit Mut machen konnte, auch mit geringem Aufwand und einem kleinem Budget, etwas auf die Beine zu stellen, das viele Menschen erfreut.“
Techniker am GRIPS Theater

„Es war großartig, wie Abdul, der sonst schüchtern und zurückhaltend ist, einfach kurzfristig das Mischpult allein übernommen und alles perfekt hinbekommen hat.“
Erzieherin der CMS

„Ich habe S. nicht wieder erkannt. Sie ist sonst sozial auffällig und bekommt nichts auf die Reihe und jetzt spielt sie die Alte am Rollator besser als jeder andere es könnte.“
Lehrerin an der CMS

„Ich hatte ganz schwitzige Hände und Herzklopfen. Es war toll.“
Schülerin der CMS

„Der Kontakt mit den Eltern hat sich entwickelt. Schüchtern aber stetig. Schön. Viele Eltern sprechen mich auf das tolle Projekt an.“
Lehrerin der CMS

„Es hat so viel Freude gemacht, die Pädagoginnen zu beraten, sie haben so viele Ideen augfgegriffen - ein tolles Projekt. Ich kann mir gut vorstellen, auch einmal eine Woche in die Schule zu gehen und etwas anzubieten - zwischen zwei Produktionshochphasen.“
Maskenbildnerin am GRIPS Theater

„Irgendwann war so ein Vertrauen da, dass wir alle Probleme irgendwie gelöst bekommen und meistens geschah das dann ganz nebenbei ohne viel Aufhebens. Es haben sich eben alle verantwortlich gefühlt. 180 Kinder auf der Bühne zu koordinieren war schon eine Herausforderung.“
Lehrerin der CMS

„Ich komme so gerne an diese Schule, alle Kinder grüßen einen und freuen sich, wenn man kommt.“
Theaterpädagogin GRIPS Werke

Wenn ich auf den Schulhof komme, dann machen alle Kindern diese Bewegungen aus der Body-Percussion. Überhaupt reden sie viel mehr miteinander – auch über die Klassengrenzen hinweg.“
Erzieherin der CMS

„Als Quartiersmanagerin engagiere ich mich für die Verbesserung der Lebenschancen der Bewohner/innen in der Großsiedlung Heerstraße Nord am Stadtrand von Berlin, das Projekt "Schatzsuche" der GRIPS Werke mit der Christian-Morgenstern-Grundschule ist ein Beispiel dafür, wie es durch eine Kooperation von Theater und Schule gelingen kann, in einem benachteiligten Gebiet ungeahnte Schätze aufzudecken und zu entwickeln und damit nicht nur die direkt Beteiligten sondern die Gesellschaft insgesamt zu bereichern.“
Quartiersmanagement Heerstraße

„Wer diese Aufführung erlebt hat, sieht, dass Projekte etwas bewirken können und die Fördergelder bei diesem Projekt sehr gut angelegt sind.“
Sprecherin des Quartiersrates Heerstraße

Nach der Aufführung: „Jetzt darf ich’s ja sagen: Es war klasse!“
Schulleiter der CMS