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Geschichten vom Viezland - Angeregt von den Gebrüdern Grimm
Schule:
Forscherschule
Martinusstraße 28
66663 Merzig
Tel.: 06861 8390578
Fax.: 06861 9122740
www.forscherschule.de

Grundschule / Offener Ganztag
 
Kooperationspartner:
Herr Jockers
Heimatforscher
66663 Merzig - Bietzen

Herr Kerwer
Vorsitzender des Heimatvereines Bietzerberg
66663 Merzig - Bietzen

Herr Frank Horf
Zum Mühlengrund 28
66663 Merzig - Bietzen

Anton Schäfer, Autor

 
Beteiligte Schüler:
17

 
Beteiligte Lehrkräfte:
Zwei Lehrerinnen. Frau Klein erteilt UNterricht in allen Grundschulfächern Frau Freund unterrichtet Kunst und Theater. sowie Johanna Kölbel, Schulleiterin
 
Stundenvolumen:
4 Wochenstunden seit Mitte Januar 2011
 
Vorstellung und Kurzbeschreibung:
Die Kinder nehmen sich die Geschichtensammlung der Gebrüder Grimm als Vorbild. Sie sammeln Kindheits- oder Jugenderlebnisse und Brauchtumserzählungen von Menschen aus ihrer Region, dem Kreis Merzig-Wadern (Grüner Kreis).
Dafür haben einige Kinder zusammen mit der Lehrerin Frau Freund einen Interviewleitfaden ausgearbeitet. Telefonisch haben sie die ersten Interviewtermine vereinbart. Zwei Personen aus dem Ort und dem Heimatverein Bietzen sind schon in die Schule gekommen und wurden von den Kindern befragt. Beide erzählten Erlebnisse aus Ihrem Leben und stellten sich den ausgiebigen Fragen der Kinder. Die Schüler notierten sich in Stichpunkten, was ihnen besonders wichtig erschien. Diese Notizen werden später Verwendung finden.
Ein anderes Kind hat einen Verwandten zu Hause besucht, befragt und diese Unterhaltung mit einer Videokamera aufgenommen. Dieser Herr hat uns viele Aufzeichnungen zu seinen Erinnerungen mitgegeben, die wir nun verwerten dürfen. Dieser Idee folgen nun auch andere Schüler. Zudem sind zwei Besuche in Altenheimen geplant, um dort weitere Erlebnisse zu erfahren und aufschreiben zu können. Im Anschluss daran werden die Kinder diese Geschichten in Kleingruppen besprechen, sortieren, bearbeiten und niederschreiben. ( Als Comics, Bildergeschichten, Erlebniserzählungen, Gedichte, Songs/Rapps usw.) Mit Fotos oder selbst gestalteten Bildern/Collagen usw. werden sie sie verschönern.
Anregungen, wie die Geschichten geschrieben und dann veröffentlicht werden können, gibt uns Herr Schäfer, der selbst schon einige (Kinder)geschichten geschrieben und veröffentlicht hat. Er wird uns auch Tipps geben, wie man Kontakt zu Verlagen knüpft und was wir beachten müssen, um unsere Geschichten evtl. veröffentlichen zu können.
Wir werden die Erzählungen auf Seniorennachmittagen präsentieren und weitere Begegnungsstätten aufsuchen, wie z.B. das Mehrgenerationenhaus in Merzig. Die Präsentation kann in Form von Lesungen, szenischen Darstellungen und musikalischen Einlagen erfolgen. Der Phantasie sind hierbei keine Grenzen gesetzt!
Herr Kerwer vom Heimatverein hat uns auch angeboten, Geschichten ins Kreisjahrbuch 2011 zu übernehmen.
 
Projektauslöser/Idee:
Im Deutschunterricht wurden Märchen behandelt, u.a. die Märchen der Gebrüder Grimm. Das Leben der Brüder wurde erforscht. Die Kinder lasen Märchen und schrieben eigene Märchen und Geschichten auf, die später auch in Kitas und Seniorenheimen vorgetragen und teilweise szenisch begleitet wurden.
Die Kinder fragten sich, ob es denn nicht möglich sei, ebenso wie die Gebrüder Grimm, Menschen zu befragen (interviewen), die Ergebnisse auszuwerten und dann niederzuschreiben.
Der Wettbewerb "Kinder zum Olymp!" kam uns wie gerufen.
Da das Dorf Bietzen, in dem unsere Schule liegt, ein "Mehrgenerationendorf" werden soll (Teilnahme am Bundeswettbewerb) und wir uns in diesem Zusammenhang bereits mit einer anderen Aktion beteiligt hatten, lag es uns als Lehrern am Herzen, die Projetidee der Kinder mit dem dörflichen Projekt „Mehrgenerationendorf“ zu verbinden und so eine stärkere Verbindung auch zu den älteren Bewohnern des Dorfes zu schaffen.
 
Projektentwicklung:
Auslöser war das Deutschthema „Märchen“. Die Kinder entwickelten daraus die Idee, es den Gebrüdern Grimm gleich zu tun und ebenfalls Geschichten und Erinnerungen zu sammeln und aufzuschreiben, um sie für die Nachwelt zu bewahren.
Nachdem diese Entscheidung gefallen war, arbeiteten einige Kinder aus der dritten und vierten Klassenstufe einen Interviewleitfaden aus. Im Anschluss daran wurden von den Kindern erste Termine vereinbart, und erste Besuche fanden statt.
Ein Kind besuchte und befragte einen Verwandten, Leo Bechtel, zu Hause und zeichnete das Gespräch mit einer Videokamera auf. Leo Bechtel übergab dem Kind eine Sammlung von schriftlich aufgezeichneten Erinnerungen, die bis in seine Kinderzeit in den vierziger Jahren des letzten Jahrhunderts zurückreichen.
Drei Bewohner von Bietzen haben unsere Kinder schon in der Schule besucht und haben Geschichten aus Bietzen und ihrem Leben erzählt. Auch diese Gespräche wurden von den Kindern aufgezeichnet.
Zurzeit sucht der Heimatverein Bietzen nach weiteren Gesprächspartnern und die Kinder hören suchen in ihrer Verwandtschaft nach weiteren Interviewpartnern.
Wenn die Phase der Interviews und Gespräche abgeschlossen ist, werden wir Herrn Schäfer (siehe oben: „Kooperationspartner“) zu uns in die Schule einladen, damit er das Material mit den Kindern sichtet und ihnen aus seiner Erfahrung berichtet, was notwendig ist, um hieraus ein Buch zu schreiben und zu veröffentlichen.
Danach besprechen die Kinder zusammen mit den Lehrern, in welcher Weise die verschiedenen Geschichten präsentiert werden sollen: Als Märchen, Erzählung, Dokumentation, Interview, Gedicht oder Lied. Außerdem können die Kinder dann auswählen, welche Geschichten sie in welcher Form präsentieren möchten.
Die Bearbeitung erfolgt kooperativ in kleinen „Autorengruppen“ von jeweils einigen Kindern. Wir bleiben mit Herrn Schäfer in Kontakt und er wird uns noch einmal besuchen, wenn es notwendig sein sollte.
Bis Anfang Mai wollen wir mit der Niederschrift fertig sein und Ende Mai werden wir Geschichten für das Kreisjahrbuch 2011 einreichen. Danach werden wir mit dem Projekt an die Öffentlichkeit gehen.
Bereits vorher, wenn nämlich erste Geschichten fertig sind, werden die Kinder zusammen mit der Kunstlehrerin mit der gestalterischen Arbeit beginnen. Wenn sämtliches Material fertig vorliegt, wird es in einem Büchlein zusammengefasst, gesetzt und gedruckt und soll dann über den lokalen Buchhandel vertrieben werden.
Danach beginnt, aufbauend auf den Ergebnissen, die Umsetzung einer Auswahl der gesammelten Stoffe in Lesungen, szenischen Darstellungen, Liedern, Gedichten u.ä. Diese Arbeit soll noch vor den Sommerferien in ersten Aufführungen münden.
 
Besonderheiten:
Es handelt sich um ein generationenübergreifendes Projekt, das bisher drei Generationen einander näher gebracht hat. Die Kinder werden dabei typische Lebensumstände aus der Vergangenheit kennenlernen. Es handelt sich um Gemeindearbeit und die Kinder lernen, auf fremde Menschen zuzugehen und sich für deren Leben zu interessieren. Sie erfahren deutsche Geschichte hautnah, denn gerade bei uns im Saarland ist die wechselvolle Vergangenheit bei älteren Menschen noch sehr präsent.
Die Schule öffnet sich nach außen und bemüht sich um die Integration ins dörfliche Geschehen.
Eine der wesentlichsten Besonderheiten ist es, dass unsere Grundschulkinder am Ende ein Büchlein in der Hand halten werden, auf dem sie selbst als Autoren genannt sind.
 
Probleme und Lösungen:
Zuerst hatten wir vor, nur Geschichten aus dem Leben der Bietzer Bürger aufzunehmen, aber leider waren nur sehr wenige Personen dazu zu bewegen, uns von früher zu erzählen. Also haben wir unseren Rahmen geographisch erweitern müssen. Nun werden Menschen verschiedener Generationen aus dem gesamten Kreis Merzig-Wadern befragt werden.
 
Anekdotisches:
Eingige unserer Schüler haben unseren Projektbegleiter und Berater, Herrn Uwe Jockers, als Großvater adoptiert.
Frage: "Hast Du Enkelkinder?", "Nein, ich habe keine Enkelkinder." Daraufhin ein Kind: "So nun hast Du ein Enkelkind, denn so einen Opa hätte ich gerne." "Ich auch, ...ich auch"...." riefen andere Kinder, und so kommt er unverhofft zu einer ganzen Schar von Enkelkindern, die ihm anschließend besonders an den Lippen hingen, als er über seine Evakuierung als Dreijähriger an die Ostsee berichtete.