Hier Klicken für die Vollansicht
JeKi-Sti - Begegnung beim Musizieren
Hier Klicken für die Vollansicht
Auch Jungs singen gerne!
Hier Klicken für die Vollansicht
Singen tut gut, gerade auch im Schulalltag
Hier Klicken für die Vollansicht
Bericht von einem Auftritt im Seniorenheim
Hier Klicken für die Vollansicht
Adventssingen in der Stadtbibliothek
JeKi-Sti - jedem Kind seine Stimme
Schule:
Musikschule der Stadt Neuss
Lützowstraße 42
41464 Neuss
Telefon: 02131 / 29 85 1-21 und -22
Telefax: 02131 / 29 85 1-16

www.http://www.jedem-kind-seine-stimme.de


Grundschule

 
Kooperationspartner:
Im Schuljahr 2010 / 2011 beteiligen sich 26 Neusser Grundschulen an JeKi-Sti:

Adolf-Clarenbach-Schule, Albert-Schweitzer-Schule, Barbaraschule, Die Brücke,Burgunderschule, Friedrich-von-Bodelschwingh-Schule, Gebrüder-Grimm-Schule,Geschwister-Scholl-Schule, Görresschule, Karl-Kreiner-Schule, Kreuzschule, Kyburg GGS Weckhoven, Leoschule, Martin-Luther-Schule,Martinus-Schule, Holzheim, Michael-Ende-Schule, Münsterschule,Pestalozzischule,Richard-Schirrmann-
Schule, St.-Andreas-Schule, St. Konrad-Schule, St. Martinus-Schule Uedesheim, St. Peter-Schule, St. Stephanus Schule, St.-Hubertus-Schule, Dreikönigenschule

 
Beteiligte Schüler:
über 4000
Schülerinnen und Schüler aus den Jahrgangsstufen eins bis vier. Insgesamt 156 Klassen sowie diverse Jahrgangsstufenchöre, Schulchöre, Orchester und ein Förderchor für besonders singebegeisterte Kinder.
 
Beteiligte Lehrkräfte:
21 Lehrkräfte der Musikschule aus dem Bereich Gesang unterrichten im Tandem mit 156 Lehrkräften der Grundschulen.
 
Stundenvolumen:
Erstklässler: eine Wochenstunde über ein halbes Jahr
Zweitklässler: zwei Wochenstunden über das gesamte Schuljahr
Dritt- und Viertklässler: eine Wochenstunde über das gesamte Schuljahr
 
Vorstellung und Kurzbeschreibung:
Ziel von JeKi-Sti ist ein flächendeckendes Musikalisierungsangebot in den Neusser Grundschulen, das wirklich alle Kinder erreicht, unabhängig von sozialem Stand und kulturellem Hintergrund. Der reguläre Musikunterricht soll nicht ersetzt, sondern musikpraktisch sinnvoll ergänzt werden. Ausgebildete Gesangspädagogen eröffnen den Kindern einen Zugang zur Musik über das Medium der eigenen Stimme. Die Kinder entdecken die eigene Singstimme in altersgerechter Stimmlage und entwickeln ihre Sing- und Sprechstimme spielerisch. Für das Singen und Musizieren wird eine anhaltende Motivation geschaffen. Dies geschieht durch den kreativen Umgang mit Musik und das Entwickeln eines gemeinsamen Liedrepertoires. Parallel zur Stimmausbildung sind im neuen Konzept seit 2010/2011 auch instrumentale Angebote in das Gesamtkonzept integriert: JeKi-Sti ist somit zum gesangsbasierten Gesamtkonzept für Singen und Instrument (JeKi) weiterentwickelt worden. JeKi-Sti versteht sich dabei als kultureller Multiplikator an den Schulen, stärkt die Klassen- und Schulgemeinschaft durch dasn gemeinsame Musizieren. Die Tandemlehrkräfte profitieren in der alltäglichen gemeinsamen Arbeit voneinander. Die Grundschullehrkräfte, in der Mehrzahl ohne Fachausbildung in Musik, erhalten eine informelle Fortbildung durch die Praxis i ihren Klassen, die Gesangspädagogen profitieren von der Kompetenz und Erfahrung der Grundschullehrkräfte für den Umgang mit Großgruppen.

Unterrichtsinhalte:

- Singen, spielerische Stimm- und Sprechübungen,
- Atemschulung und Körperwahrnehmung
- Raum- und Körpererfahrung, Tanz und Bewegung
- Bodypercussion
- Experimentieren mit Klängen und Geräuschen
- Spiel mit einfachen Instrumenten (Orff u.a.)
- Musik hören, umsetzen und machen
- Sich über Musik verständigen
- Notationsmöglichkeiten kennenlernen
- Instrumentenkunde, Instrumente kennelernen, ausprobieren und Erlernen

Ein Infofilm (6.45min) ist zu sehen unter:

http://www.myvideo.de/watch/5782347

oder unter:
www.jedem-kind-seine-stimme.de

 
Projektauslöser/Idee:
Musik für alle Kinder! Singen ist eine grundlegende Kulturtechnik und der Schlüssel für eigenes musikalisches Tun in der Klassengemeinschaft. In den letzen 40 Jahren hat Singen an Stellenwert sehr stark verloren: das in Fachkreisen oft gehörte Schlagwort der "Ungesungenen Generation" beschreibt diesen Zustand. Erwachsene, die nicht mehr Singen können oder Singhemmungen haben fallen als Vorbilder für die Kinder aus. Leider ist dies sowohl in vielen Familien, aber auch unter Pädagogen zu beobachten. Im Grundschulbereich sind deswegen in den letzten Jahren viele Singprojekte entstanden, um Kinder und Pädagogen mit Fachkenntnis "von aussen" zu unterstützen. In NRW werden zudem 75% aller Musikstunden im Grundschulbereich durch fachfremde Lehrkräfte erteilt. Kooperationen zwischen der Musikschule der Stadt Neuss und den allgemeinbildenenden Schulen haben in Neuss eine lange Tradition. Die Notwendigkeit, gerade für den Gundschulbereich flächendeckende Musikalisierungsangebote zu schaffen, ist nicht zuletzt durch wissenschaftliche Studien der letzten Jahre untermauert worden. Initiatior des Projektes ist Reinhard Knoll, Leiter der Musikschule der Stadt Neuss
 
Projektentwicklung:
JeKi-Sti startete im September 2007. Am Anfang stand die Idee, mit einem qualitätsorientierten Singprojekt an die Grundschulen heranzutreten. Durch die Entwicklung des Rahmenkonzeptes 2007 durch Christiane Schultze, Frank Füser, Justine Wanat und Reiner Templin wurde die inhaltlich didaktische Grundlage geschaffen. Dieses Konzept wurde 2008/2009 aufgrund der gemachten Praxiserfahrungen weiterentwickelt, Ulrich Horst kam 2009 als Fachmann für den Bereich Kinderstimmbildung zum Konzeptteam hinzu. 2009 bis 2011 fand eine Evaluation durch die Abteilung für Bildungsmanagement der Heinrich-Heine- Universität Düsseldorf statt. Durch Befragungen von Schülern, Eltern und Lehrkräften wurde Wirkung und Akzeptanz des JeKi-Sti Unterrichtes untersucht. Die erfreulich positiven Ergebnisse können als PDF von der JeKi-Sti Internetseite heruntergeladen werden.
Seit Herbst 2010 ist JeKi-Sti mit den instrumentalpädagogischen Grunschulprojekten der Musikschule zum neuen JeKi-Sti Gesamtkonzept verschmolzen.
 
Besonderheiten:
Seit dem Schuljahr 2010/2011 ist eine Abdeckung mit nahezu 100% bei den Erstklässlern in Neuss erreicht. Bei JeKi-Sti machen wirklich alle Kinder in Neuss mit, unabhängig von sozialem Stand oder Herkunft. Dabei bescheinigt die im Februar beendete Evaluation dem Projekt einen hohen Erfolgsgrad und eine sehr gute Qualität der pädagogischen Arbeit. Keimzelle der Arbeit ist die Klassengemeinschaft. Durch JeKi-Sti finden ständig besondere Aktionen statt: Zum Beispiel Singaktionen in Seniorenheimen (Aktion "Singen tut gut) Konzerte („Singen macht stark“) oder CD Aufnahmen mit Klassen. JeKi-Sti fungiert als Multiplikator für viele Einzelprojekte.
Für JeKi-Sti hat ein Expertenteam ein eigenes Curriculum entwickelt. JeKi-Sti reichert den Musikunterricht in den Grundschulen durch eine Singerziehung an, die verstärkt praktisch-künstlerisch wirkt und mit 90% Abdeckung den Großteil der Kinder der Zielgruppe erreicht. Für die Eltern entstehen keine Kosten, da das Land NRW und die Jubiläumsstiftung der Sparkasse Neuss das Projekt finanzieren. Der Aspekt der Integration spielt bei JeKi-Sti eine große Rolle; und das nicht nur im Bereich der Integration von Kindern mit so genanntem Migrationshintergrund – hier kann das kompetent angeleitete Musizieren im Klassenverband für die Klassengemeinschaft und das positive Klassenklima sehr fördernd wirken (was in mehreren Studien der letzten Jahre thematisiert worden ist, Stichwort "Bastian Studie"), denn gemeinsames Musizieren schafft Integration auf emotionaler und nonverbaler Ebene. Bei JeKi-Sti findet Integration auch im Bereich der Förderung von Kindern mit geistigen, körperlichen und sprachlichen Behinderungen statt. So ist JeKi-Sti in mehreren GU Klassen (Gemeinsamer Unterricht –
Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf lernen zusammen mit Kindern ohne Förderbedarf) aktiv. JeKi-Sti ist darüber
hinaus auch an einer Schule für Sprachbehinderte Kinder Bestandteil des Schulalltags. Die Musikschule der Stadt Neuss ist mit einer Reihe weiterer Projekte in Kooperation mit Kindergärten und Schulen im Bereich der flächendeckenden und frühen Musikalisierung von Kindern engagiert. Im Bereich Kindergarten sind dies „Kita macht Musik“ und „Früh übt sich“, wo vor allem gezielt auf die musikpädagogische Weiterbildung und Motivierung von
Erzieherinnen hingewirkt wird. Für die Grundschulkinder bietet die Musikschule neben musikalischer Früherziehung auch Instrumentale Projekte an. An weiterführenden Schulen gibt es Instrumentalklassen, Chor – und Bandprojekte. Somit ist JeKi-Sti eingebettet in eine Reihe weiterer Angebote für die Kinder im Alter vor bzw. nach der Grundschulzeit.
 
Probleme und Lösungen:
Vereinzelte Schwierigkeiten hinsichtlich des Teamteaching waren zu beobachten; eigenveranstaltete Fortbildungen, regemlmäßige Gespräche und organisatorische Hilfestellungen konnten hier helfen. Das Teamteaching wird bei JeKiSti als Lernprozess definiert und entwickelt sich, nicht zuletzt durch regelmäßigen Erfahrungsaustausch, weiter.
 
Anekdotisches:
Mittlerweile ist JeKi-Sti fester Bestandteil des Kulturellen Schullebens in Neuss: in allen 26 Schulen und bei allen 113 Klassen fanden Aufführungen und Präsentationen durch JeKi-Sti Klassen statt, und auf den Schulhöfen und in den Fluren wird auch in den Pausen soviel gesungen wie nie zuvor. Hier einige Zitate aus den Interviews, die für die Evaluation durch die Heinrich Heine Universität stattgefunden haben:
„Es gab ein Mädchen, das sich eigentlich nie öffentlich äußert und auf einmal ein Lied
vorsingt. Ich glaube, dass die einen Riesensatz in ihrem Selbstbewusstsein gemacht hat.
Das ist ganz wichtig.“ (Zitat: Grundschullehrkraft)
„Wenn das so morgens ist, dann finde ich das schön, weil morgens bin ich manchmal noch
verschlafen. Und bei JeKi-Sti macht man auch so viel mit Bewegungen und dann bin ich einfach fitter und kann die anderen Sachen auch besser mit bearbeiten. Und das finde ich
dann auch schön.“ (Zitat: Grundschülerin, 9 Jahre)
„Es ist eine andere Sache, wenn jemand von der Musikschule von der Pike auf in diesem Fach tätig ist und eine ganz andere Erfahrung auch mitbringt für die Kinder und dann ist es eben auch praktische wie eine Fortbildung für den entsprechenden Lehrer. Denn man schaut sich ja unheimlich viel ab.“ (Ziat: Grundschullehrkraft)
Am Schluss ein Schüler-Zitat aus unserem Infofilm:
auf die Frage, was man beim Projekt lernen kann, antwortet Ruben, 9 Jahre:
"Dass Singen manchmal sehr schön sein kann!"