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Persönliche Zuwendung war an allen Projekttagen möglich
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Der Stolz ist gerechtfertigt!
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Alt und Jung beim Eincremen der Hände
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Beim Portraitieren sitzen sich Jung und Alt gegenüber
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Collage für die Berufsfachschule für Altenpflege
Menschen malen Menschen
Schule:
Josef-Anton-Rohe-Volksschule
Weibersweg 22
63839 Kleinwallstadt
Tel. 06022/654361
Fax 06022/654360


Hauptschule / Gebundener Ganztag
 
Kooperationspartner:
Sandra Wörner, Künstlerin, Elsenfeld

Hans Krakau, Künstler, Wörth/Main

Seniorenheim der Roheschen Altenheim-Stiftung
Miltenberger Straße 2
63839 Kleinwallstadt
06022/6650
Ansprechpartnerin: Angelika Drinhaus

Berufsfachschule für Altenpflege
Krankenhausstraße 50
63906 Erlenbach
09372/6129
Ansprechpartnerin: Daniela Krückel

 
Beteiligte Schüler:
50 Hauptschüler, 20 Altenpflegeschüler
Gebundene Ganztagsklasse 5b
Arbeitsgemeinschaft "Soziales Wirken"
Schüler der Berufsfachschule für Altenpflege
 
Beteiligte Lehrkräfte:
1 Förderlehrerin2 Klassenlehrerinnen1 Fachlehrer (Kunst)1 Fachlehrerin der Berufsfachschule für Altenpflege
 
Stundenvolumen:
Vorbereitungszeit: 6 Monate - mehrere Arbeitstreffen der beteiligten Einrichtungen
Kennenlernphase: 2 Unterrichtsstunden
Durchführung: 3 Vormittage
Nachbereitung und Präsentation: mehrere Nachmittage und eine Abendveranstaltung
 
Vorstellung und Kurzbeschreibung:
In einem generationsübergreifenden Kunstprojekt portraitierten sich etwa 50 Bewohnerinnen und Bewohner des Seniorenheimes der Roheschen Altenheimstiftung und 50 Schülerinnen und Schülern der Josef-Anton-Rohe-Volksschule gegenseitig. Unterstützt wurden die beiden Gruppen von Schülerinnen und Schülern der Berufsfachschule für Altenpflege, die sich unter Anleitung der Künstler auch mit dem Thema "Tod" auseinandersetzten.
Gemalt wurde auf Leinwänden in unterschiedlichen Größen und Stärken mit Fingern oder Spateln. Die Einzelwerke wurden zu großformatigen Bildern zusammengefügt. "Leere" Leinwände, ungegenständliche, auf Farbe reduzierte Bilder, die zum Thema "Tod" entstanden, symbolisieren das Fehlen (Sterben) von Mitbewohnern, Freunden, Angehörigen.
In der Hauptschule wurde im Rahmen des Kunstunterrichts ein Logo für das Kunstprojekt "Menschen malen Menschen" geschaffen. In einem feierlichen Beisammensein aller Beteiligten und ihrer Angehörigen wurden die Werke präsentiert und per Foto-Show ein Rückblick gehalten.
 
Projektauslöser/Idee:
Die Künstler Sandra Wörner und Hans Krakau hatten sich mit der Idee an die Schule und das Seniorenheim gewandt. Unmittelbarer Auslöser war ein Ereignis, von dem Frau Wörner erfuhr: eine erwachsene Mutter will ihre kleine Tocher nicht mit zur Oma ins Altenheim nehmen, um ihr den Begegnung mit Alt- und Gebrechlichsein zu ersparen. Ähnliches erfuhr Monika Specht bevor die AG ins Leben gerufen wurde: Nach dem Umzug eines Kindergartens durch ein Seniorenheim äüßerte ein Mutter, man könne das den Kleinen doch nicht "zumuten".
Das Zusammenleben von Alt und Jung erfolgt kaum noch innerhalb der Familie. Daher ist die Schule bemüht, Möglichkeiten der Begegung zu schaffen.
 
Projektentwicklung:
Sowohl in der Schule als auch im Seniorenheim trafen die Künstler auf "offene Türen", da bereits eine Arbeitsgemeinschaft "Soziales Wirken" besteht, in der Hauptschüler das Seniorenheim regelmäßig besuchen.
Angelika Drinhaus, Sozialpädagogin im Seniorenheim, Daniela Krückel, Lehrkraft an der Berufsfachschule und Förderlehrerin Monika Specht planten und koordinierten vor Ort. Um die Materialbeschaffung kümmerten sich die Künstler in Zusammenarbeit mit dem Kunstnetz des Landkreises Obernburg. Die Verwaltungsgemeinschaft Kleinwallstadt übernahm einen Teil der Kosten. Der Bürgermeister, Thomas Köhler, hatte die Schirmherrschaft.
Auf 66 Seiten wird in einem Fotobuch mit Bildern von Gerda Gross über das Projekt berichtet.
 
Besonderheiten:
Das Zusammenwirken von drei Generationen konnte in dieser Intensität nur durch den engen Kontakt der drei beteiligten Institutionen herbeigeführt werden. Die Anonymität, in der Schüler die Bewohner eines Altenheimes oft erleben, wurde aufgelöst. Durch die "Eins-zu-eins-Zuordnung" (ein Schüler - ein Senior) kamen Beziehungen zustande, die auch nach dem Kunstprojekt weiter gepflegt werden, da die Schüler zum großen Teil im Rahmen der AG Soziales Wirken die Bewohner weiter besuchen.
Da mit Fingern bzw. Spateln gearbeitet wurde, war die Präzision der bildlichen Wiedergabe von vornherein nicht wichtig. Deshalb gab es auch kein "schön" oder "nicht schön", keine Bewertung in "gelungen" oder "nicht gelungen".
Der Spaß und die Freude am gemeinsamen Arbeiten standen im Vordergrund.
Alte Menschen erinnerten sich durch die Möglichkeit des kreativen Ausdrucks an Bilder aus der Vergangenheit; Demente wurden "geöffnet".
 
Probleme und Lösungen:
Einzig die Finazierung stellte zunächst ein Problem dar. Die Kulturstiftung des Bezirks Unterfranken, das Kunstnetz und die Stiftung Altenhilfe des Landkreises Miltenberg sowie die Verwaltungsgemeinschaft Kleinwallstadt übernahmen die Kosten für Leinwände, Farben und Spateln. Die Installation der Arbeiten wurde von den Künstlern gegen Honorar vorgenommen.
 
Anekdotisches:
Eine der Seniorinnen meinte zu Beginn "Nein, nein, ICH kann nicht malen! In Deutsch und Rechnen war ich gut, aber im Malen nicht!" Gerade diese Dame besuchte uns, wie auch eine 103jährige Teilnehmerin, an jedem der Projekttage. Es hatte ihr gut gefallen und sie merkte: ICH KANN MALEN! Auch äußerte sie über ihren jungen Malpartner im Dialekt: "En schöne Kerl wars scho!"
Musikalisch begleitet wurde das Projekt von einem Bewohner, der während die Portraits entstanden, am Klavier spielte, was alle erfreute.