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Aufführung des Stücks des P-Seminars
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Aufführung des Stücks der 5er mit dem Orchester
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Die 5er musizieren mit demOrchester
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Die 9. Klasse bei der Aufführung der Computercollage
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Die P-Seminaristen beim Komponieren am PC
Das Licht am Ende der Treppe
Schule:
Walther-Rathenau-Gymnasium und Realschule
Ignaz-Schön-Str. 7
97421 Schweinfurt
09721/51375



Gymnasium / Offener Ganztag

 
Kooperationspartner:
Bayerisches Kammerorchester Bad Brückenau
Heinrich-von-Bibra-Str. 5
D-97769 Bad Brückenau
Telefon: +49 (0) 97 41 / 93 89 - 0
Telefax: +49 (0) 97 41 / 93 89 - 11


Musik zum Anfassen e.V.
c/o Christian Mattick
Heinz Friedl
Balanstr. 365
81549 München
Tel: 089 / 411 721 90
www.musikzumanfassen.de


Stadttheater der Stadt Schweinfurt
Roßbrunnstraße 2
97421 Schweinfurt
Telefon: (09721) 5 17 41
Telefax: (09721) 5 17 46

 
Beteiligte Schüler:
75
Klasse R5a (Realschule, Chorklasse)
Klasse G9a (Gymnasium)
Projektseminar der Oberstufe Jahrgang Q11
 
Beteiligte Lehrkräfte:
Zwei, Musik
 
Stundenvolumen:
Insgesamt 13 Monate

davon 8 Monate lang ca. 8 Stunden wöchentlich (alle drei Gruppen zusammengenommen)(Kompositions- und Probenphase)

dann 5 Monate 1-2 Stunden wöchentlich (Dokumentationsphase des P-Seminars der Oberstufe)

 
Vorstellung und Kurzbeschreibung:
Drei Klassen wurden zu Komponisten und Musikern, die mit mit einem leibhaftigen Profi-Orchester zusammen im Stadttheater am 20. Mai 2010 auftraten. Da hatte das einmalige Musikprojekt „Das Licht am Ende der Treppe“ seinen schlüssigen Höhe- und Endpunkt. Monate zuvor hatten die R5a, G9a und das Projekt-Seminar „Komponieren“ der Q11 Musik zu dem Siegergedicht von Sara Burlein und Anna Müller des als Projektauftakt zu Beginn des Schuljahres 2009 abgehaltenen Poetry-Slams entwickelt, die „Kleinen“ für Stimme und Geräusche, die „Mittelstüfler“ für Computerklänge und die „Großen“ für das Orchester und sie selbst. Oliver Kunkel betreute, entwickelte und leitete das Projekt zusammen mit Christian Mattick, München, vom Bayerischen Kammerorchester.

Musiker des Orchesters stellten in einem ersten Workshop erlebnisorientiert Stille, Klänge, Klänge selbst schaffen, Abäufe komponieren und einzelen Instrumente vor.

Der Münchner Komponist Christoph Reiserer leitete die 9. Klasse bei ihrer Computerarbeit zusammen mit deren Musiklehrerin Karin Grassinger an. So ergab sich eine Abfolge höchst unterschiedlicher Hörerlebnisse, die doch in schlüssigem Zusammenhang oder zumindest in spannendem Kontrast standen. Textschnipsel des Gedichts wurden eebenso verarbeitet und bearbeitet wie Alltagsgeräusche und rein Computer-generierte Klänge.

Die Fünftklässler nutzten in „Acht Stufen“ Stimme und Körper – unterstützt zum Beispiel von einem „Plopp-Teppich“ aus dem Publikum – für ein stringentes und effektvolles Minidrama um Glück, Streit, Wut und schließlich Befreiung. Sie hatten zusammen mit Christian Mattick und Oliver Kunkel die Gliederung ihres Stückes festgelegt, Klänge und Choreographie gemeinsam auf alle acht Stufen entwicckelt und geprobt. Schließlich erfanden sie Spielanweisungen für die Orchestermusiker, damit diese ihre Komposition unterstützen könnten.

Auch die Oberstufe hielt sich in „Weg in die Freiheit“ an die klassische Dreiteilung aus Exposition, Konflikt und Auflösung. Sie komponierte gemeinsam ein komplexes Werk für das Orchester und Alltagsgegenstände, die sie selbst spielen wollten. Als Einführung erprobten sie sich in verschiedensten Kompositionsstilen der Moderne in kleinen Übungskompositionen. Für die Vertonung des Gedichtes sollten sie sich von der Imitation solcher Stile lösen. Der Musiklehrer Oliver Kunkel arbeitete dabei mit den Jugendlichen wöchentlich doppelstündig in Ergänzung zu 6 Workshops mit Musikern des Orchesters. "Harmonische Minimal-Music-Motive verdichten sich, werden verdrängt von aggressivem Trommeln auf Alltagsgegenständen wie Zinkwanne und Mülltonne und finden schließlich wieder in purer, gläserner Harmonie zur Ruhe. Ein langer Abend ganz ohne Längen." schrieb der Kritiker des Schweinfurter Tagblattes über das Konzert.

Im Ablauf des Konzertes im Schweinfurter Stadttheater war die Lesung des Gedichtes durch die Autorinnen in mehreren Abschnitten gliedernd. Die 9. Klasse untermalte diese Lesungs-Abschnitte mit ihren Computerklängen. Dazwischen wechselten sich die Kompositionen der 5.-Klässler und der Oberstufen-Schüler mit Werken von Brahms, Zappa und Xenakis ab. Ohne Pause entstand so ein spannender Musikablauf entlang des Treppengedichts.

 
Projektauslöser/Idee:
Das Stadttheater Schweinfurt suchte nach neuen Ideen für Jugendkonzerte. Zusammen mit dem Geschäftsführer des Bayerischen Kammerorchesters, Matthias Rietschel und dem Münchner Flötisten Christian Mattick als Projektverantwortlichem für das Orchester entwickelte Musiklehrer Oliver Kunkel dieses Konzept um dies zu ermöglichen:

Aktive Begegnung von Schülern mit Musik-Profis auch auf der Bühne
Ernsthaftes und detailliertes Komponieren durch Schüler
Gemeinsames Projekterlebnis von unterschiedlichen Altersgruppen

 
Projektentwicklung:
Herbst 2009: Ein Poetry Slam schulweit zum Thema "einsam-zweisam" kürt das Gedicht "Das Licht am Ende der Treppe" zum Sieger und damit zur Grundlage des Komponierens. Organisation des Projektes zwischen Stadttheater Schweinfurt, Rathenau-Schulen und Bayerischem Kammerorchester.

Ab Herbst 2009:
5. Klasse entwickelt Stimmtechnik.
9. Klasse lernt Computer als "Instrument" kennen.
Der Oberstufenkurs übt Komponieren in verschiedenen Stilen. Carl Orff, Arvo Pärt, die amerikanischen Minimalisten, Ligeti und andere dienen als Vorbilder. Nach Beschäftigung mit deren Techniken lösen die Kollegiaten Kompostitionsaufgaben wie unter Nutzung verschiedener minimalistischer Techniken einen Ablauf des schroffen Wandels mit dem Motto "Die Tür zu..." zu schreiben. Außerdem improvisieren die Schüler vielfältig mit Sticks, Schlagwerk, Alltagsgegenständen, Mallets etc. zu Bildern, Geschichten, Motiven oder gänzlich frei in abgedunkeltem Raum.

Alle Gruppen gliedern Textvorlage für ihre Bedürfnisse/Vertonung.

5. Klasse entwickelt Klang- und Choreographie-Ideen
9. Klasse entwickelt Computer-Sounds, Verarbeitung von Aufnahmen.
Oberstufenkurs findet musikalische zentrale Themen, verarbeitet sie in Teilgruppen, die Abschnitte "komponieren", schafft dann gemeinsam Übergänge, instrumentiert und wählt Alltagsgegenstände zum Mitmusizieren aus.

5. Klasse übt ihr fertiges Stück.
9. Klasse stellt Computereffekte fertig und übt.
Oberstufenkurs erstellt Einzelstimmen, sendet sie an Musiker, übt ihren Part, organisiert Konzertphase.

Letzte Tage: Orchester probt eigene Werke (Brahms, Zappa, ...), probt mit 5. Klasse und Oberstufenkurs, wobei Schüler die Musizierpraxis mitbestimmen, in den Proben ihre Klangvorstellungen verdeutlichen. Klasse 9 stellt Effekte fertig, übt die Betätigung der elektronischen Geräte zusammen mit Sprecherinnen.

Gemeinsame Generalprobe, Konzert im Mai 2010

September 2010-Februar 2011: Oberstufenkurs dokumentiert das Projekt und gibt Handreichung für interessierte Lehrer/Schulen,... heraus.

 
Besonderheiten:
Verschiedene Alterstufen und Kompositions-/Musizier-Techniken werden durch die Klammer des Gedichts zu einem gemeinsamen Konzertereignis gebündelt.

Schüler komponieren für Profis und musizieren mit ihnen ihre eigene Musik.

 
Probleme und Lösungen:
Die Koordination der Workshops zwischen Musiklehrer und Externen war nicht immer einfach. Absprachen und zunehmende Erfahrungen im Teamteaching machten die Kooperation zunehmend zur Bereicherung.
 
Anekdotisches:
Die Intensität der Begegnung mit Instrumenten und ihren professionellen Spielern wurde insbesondere am Kontrabass augenscheinlich: Die 5.-Klässler nannten alsbald das riesige Instrument liebevoll "Stefanie" und führen diesen Namen noch ein halbes Jahr nach dem Konzert im Munde. Die Schülerninnen der Oberstufe verliebten sich reihenweise in den israelischen Kontrabassisten und hielten noch lange schwärmerisch-verschämten Kontakt zu ihm.