Hier Klicken für die Vollansicht
Entwurf zur Titelseite des Geschichtenbuchs 2011
Hier Klicken für die Vollansicht
Tanztheater: Iwein und Laudine nähern sich an
Hier Klicken für die Vollansicht
Tanztheater: Schach
Hier Klicken für die Vollansicht
Tanztheater: Ritterkampf
Hier Klicken für die Vollansicht
Felicitas Hoppe mit Schülern beim Workshop
Iwein Löwenritter
Schule:
Viktoria-Luise-Gymnasium Hameln
Grütterstr.10-12
31785 Hameln

Tel.: 05151/926-830
Fax: 05151/926-827
www.vikilu.de

Gymnasium / Offener Ganztag

 
Kooperationspartner:
Felicitas Hoppe, Autorin, Berlin

Ulla Geiges, Choreographin, Rommerskirchen
www.ullageiges.com

Mark Kewitsch
Theater Hameln
Sedanstr. 4
31785 Hameln
05151/916233

 
Beteiligte Schüler:
ca. 400 (Jg. 5/6, 8, 9, 12/13)
Jahrgang 5a-e
Jahrgang 6a-e
Klasse 8f
Klassen 9b und 9f
Seminarkurse 12/13 Kersten und Söffker
 
Beteiligte Lehrkräfte:
Susan Kersten (Deutsch/Ev. Religion/Russisch) Jörn Fielitz (Geschichte/Deutsch) Sönke Koß (Sport/Biologie/Chemie) Udo Melloh-Sowa (Musik/Englisch) Sigrun Hegenbarth-Eimer (Deutsch/Politik-Wirtschaft) Katrin Braukmann (Deutsch/Ev. Religion) Timm Ossenkopp (Deutsch) Stefan Habenicht (Deutsch/Biologie/Kunst) Rainer Pommerening (Deutsch/Erdkunde/Darst.Spiel) Frank Kretschmann (Deutsch/Kunst) Ute de Vries (Deutsch/Musik) Stefanie Koppenhagen (Deutsch/Englisch) Kristin Mühling (Deutsch/Kunst) Andrea Rudsinske (Deutsch/Erdkunde) Sabine Südmersen (Deutsch/Kunst) Sybille Söffker (Deutsch/Französisch) Franziska Erdmann (Musik/Geschichte)
 
Stundenvolumen:
Jg. 5/6: 5-7 Wochenstunden über 2-3 Monate (Unterricht)
Jg. 5/6: 3 Wochenstunden über 6 Monate (AG)
Jg. 8: 2 Wochenstunden über 3 Monate (Unterricht)
Jg. 9: 3 Wochenstunden über 2 Monate (AG)
Jg. 12/13: 2 Wochenstunden über 3 Monate (Unterricht)
 
Vorstellung und Kurzbeschreibung:
Das Projekt Iwein Löwenritter am Viktoria-Luise-Gymnasium Hameln
Dem Projekt liegt der Kinder- und Jugendroman "Iwein Löwenritter" von Felicitas Hoppe zugrunde, eine Adaption des gleichnamigen Romans von Hartmann von Aue. Der Roman Hoppes wurde 2010 mit dem Rattenfänger-Literaturpreis der Stadt Hameln ausgezeichnet.
Die einzelnen Teile des Projekts:
Der Schwerpunkt des Projekts liegt in den Jahrgängen 5 und 6 der schulischen Arbeit. Alle Schülerinnen und Schüler (im Folgenden: SuS) dieser Jahrgänge haben den Roman direkt nach den Sommerferien 2010 im Deutschunterricht behandelt. Teilweise wurde die Erarbeitung auf andere Fächer (vor allem Kunst, Religion, Geschichte) ausgedehnt.
Seit Beginn der Herbstferien erarbeitet die Choreographin Ulla Geiges vom tanzhaus nrw in sechs Probeneinheiten zu 9-12 Stunden ein Tanzstück zum Roman. Für das abendfüllende Stück, das im Rahmen der Abschlussveranstaltung des Projekts am 25.3.11 im Theater Hameln Premiere feiern wird, arbeiten die SuS jetzt mit Frau Geiges in einem regelmäßigen Rhythmus an Themen des Romans wie Ehre, Liebe, Arbeit, Freundschaft und Vertrauen. Hier können die Sus in Improvisation und zeitgenössischen Tanzproben eigenständig ihre Gedanken zum Thema tänzerisch umsetzen.
Die Klasse 8f des Musikzweigs der Schule hat unter der Leitung von ihrem Musiklehrer Udo Melloh-Sowa seit Dezember 2010 eine musikalische Begleitung zu einem Teil des Tanztheaters komponiert, die zur Aufführung fertiggestellt sein und das Tanztheater begleiten wird.
SuS des Jahrgangs 9 erarbeiten seit Januar in Kooperation mit dem Theaterpädagogen Mark Kewitsch vom Theater Hameln Dialoge zu Kernthemen des Romans (Langeweile, Liebe, Abenteuer, Freundschaft). Diese werden in das Tanzstück integriert.
Anfang Januar wurde am Viktoria-Luise-Gymnasium für die Klassen 5 und 6 der Geschichtenwettbewerb ausgeschrieben. Drei Themenbereiche standen den Kindern zur Bearbeitung offen, in denen teilweise Themen des Romans zur eigenen Ausgestaltung wieder aufgegriffen werden können. Die Themen sind: "Eines Morgens wachte ich auf und war Schulleiter", "Im verwunschenen Wald" und "Das abenteuerliche Ritterleben".
Die besten Geschichten der Kinder werden in einem Buch zusammengefasst, das zum Selbstkostenpreis von der Schulöffentlichkeit erworben werden kann.
Felicitas Hoppe, die Autorin des Romans und Schirmherrin des Geschichtenwettbewerbs, gestaltete zur Vorbereitung der SuS auf den Geschichtenwettbewerb einen Workshop zum Thema "Mit Worten malen". Da nicht alle SuS an dem Workshop teilhaben konnten, wurde außerdem eine Lesung der Autorin zum Roman mit anschließendem Gespräch für die SuS als Schulveranstaltung ausgerichtet.
Am Ende des Projekts, dem Tag der Preisverleihung, soll ein Ritterfest stehen, das von Kollegen aus dem Fachbereich Sport unter Leitung von Fachobmann Sönke Koß mit Original-Ritterspielen ausgerichtet wird. Eingeladen werden dazu auch die Grundschulen am Ort sowie die Eltern.
Eine eigens für die organisatorische Betreuung des Festakts mit Ritterfest am 25.3.11 gegründete Schülerfirma unter dem Namen "VikiEvents" unter der Leitung von Studienrat Jörn Fielitz hat die Organisation der Abschlussveranstaltung übernommen. Im Rahmen dieses Festakts werden die Sieger aus dem Geschichtenwettbewerb prämiert. Das Tanztheater (Frau Geiges) mit musikalischer Begleitung durch die SuS des Jahrgangs acht (Herr Melloh-Sowa) sowie einer Ergänzung durch die szenische Umsetzung des Jahrgangs neun (Herr Kewitsch) wird aufgeführt.

SuS zweier Oberstufenkurse lasen am bundesweiten Tag des Vorlesens, am 26.11.10, an Hamelner Grundschulen aus dem Roman vor und gestalteten ein Rahmenprogramm zur Lesung, in dem das Thema Ritter im Vordergrund stand.

Bisherige Erfolge des Projekts:
Lektüre:
Der Roman "Iwein Löwenritter" wurde begeistert von den SuS sowie den Lehrkräften aufgenommen. Die SuS gestalteten im Unterricht und zu Hause liebevoll aufwändige Hefte zu den im Zusammenhang mit der Lektüre erarbeiteten Themen. Es zeigte sich, dass -besonders für die Jungen- das Thema "Ritter" ein Motivationsanreiz war, der zu guten Erfolgen und erstaunlichen Arbeitsleistungen in den Bereichen Lesen und Schreiben beigetragen hat. Das Figureninventar des Romans regt die Phantasie der Kinder an. Die einfache Sprache verschafft schnell Zugang zu den subtil geschilderten komplexen Handlungsstrukturen, aktuelle Themen wie Freundschaft, Liebe, Abenteuer und Ehre werden vielschichtig und perspektivreich dargestellt und können so in erstaunlicher Tiefgründigkeit von den Kindern erfasst werden.
Zusätzlich motiviert hat die Tatsache, dass Felicitas Hoppe als ehemalige Schülerin der Schule, Autorin des Buchs und Schirmherrin des Wettbewerbs in der Zeit der Projektarbeit mehrfach an der Schule in Erscheinung getreten ist und den Kindern einen persönlichen Kontakt ermöglicht hat. Darüber hinaus hat sie die SuS für das Schreiben motiviert und ermutigt, eigene Texte zu gestalten. Die Früchte dieses Projektteils strahlen nicht nur im Deutschunterricht aus, sondern haben das Verhältnis der SuS gegenüber der Institution Schule positiv verstärkt.

Bundesweiter Vorlesetag am 26.11.10:
Mit den Lesungen an insgesamt neun Hamelner Grundschulen konnten die Oberstufenschüler des Viktoria-Luise-Gymnasiums nicht nur dem Roman Iwein Löwenritter große Beachtung verschaffen. Durch die spielerischen, wohldurchdachten und interessanten Inszenierungen der verschiedenen Lesungen motivierten die SuS die Grundschüler, den Roman selber weiterzulesen. Die SuS überreichten jeder Schule ein Exemplar des Romans für ihre Schulbibliothek und stellten so den Zugriff der Kinder auf das Buch sicher. Die Auftritte der SuS des Vikilu waren teilweise bei den Grundschülern Anlass, sich ab sofort in der Schule vermehrt anzustrengen, um eine Schullaufbahnempfehlung für das Gymnasium zu erwirken.

Tanzprojekt:
Die SuS, die am Tanzprojekt mitarbeiten, haben den Roman intensiv bearbeitet und sind so in der Lage, an der Choreografie unter der Leitung von Frau Geiges gedanklich mitzuarbeiten. Auch rief das Thema Ritter und die Möglichkeit, auf der Bühne Kampfszenen darzustellen gerade bei den Jungen besonderes Interesse hervor.
Einen ersten Erfolg konnten die beteiligten SuS bei ihrem Auftritt anlässlich der Verleihung des Rattenfänger-Literaturpreises an Frau Hoppe am 26.11.10 verbuchen. Sie brachten bei der Eröffnung des Festakts zur Ouvertüre von Purcells "King Arthur" Themen des Romans auf die Bühne. Die Choreografie von Ulla Geiges fügt zentrale Themen des Preisbuches temporeich und stilsicher zusammen, sodass der Auftritt nicht nur von den Festrednern im Anschluss sehr gelobt wurde, sondern das Projekt inzwischen durchaus über Hamelns Grenzen hinaus für Aufsehen gesorgt hat.

Geschichtenwettbewerb:
Aufgrund der hervorragenden Rahmenbedingungen wurden für den im Januar ausgeschriebenen Geschichtenwettbewerb 119 Beiträge der SuS eingereicht. Den attraktiven Hauptpreis stellt ein iPad dar. Die Jury, bestehend aus Lehrern, Eltern und Schülern, arbeitet derzeit an der Auswertung der Geschichten. Für das Buch zum Wettbewerb wurden 25 Geschichten ausgewählt.

 
Projektauslöser/Idee:
Am Anfang war das Notebook.

In einem Telefongespräch mit dem Leiter des Mediamarktes Hameln, in dem es um eine Werbeanzeige in der Schülerzeitung der Schule für die Jahrgänge 5 und 6 ging, erklärte der Marktleiter, ein Notebook für einen Wettbewerb an der Schule stiften zu wollen. Daraus wurde dann der erste Geschichtenwettbewerb des Vikilu für die Jahrgänge 5 und 6 im Jahr 2009, an dem sich 86 Schüler beteiligten. Aufgrund der äußerst positiven Resonanz in der Presse sowie bei Schülern und Eltern wurde beschlossen, den Wettbewerb in zweijährigem Rhythmus an der Schule stattfinden zu lassen.
In diesem zweiten Durchgang des Projekts sind um den Geschichtenwettbewerb herum weitere Projektteile ergänzt worden, die insgesamt unter dem Titel "Iwein Löwenritter" figurieren.

 
Projektentwicklung:
Die Arbeiten für den Folgewettbewerb begannen im Herbst 2009. Zunächst konnte Felicitas Hoppe, ehemalige Schülerin der Schule, als Schirmherrin für den Geschichtenwettbewerb gewonnen werden. Anlässlich ihrer Poetik-Vorlesungen zu den Romanen "Johanna" und "Iwein Löwenritter" in Göttingen im Dezember 2009 fand ein Treffen mit Frau Hoppe statt, um die Zusammenarbeit abzustimmen. Frau Hoppe erklärte sich bereit, zur Vorbereitung des Geschichtenwettbewerbs einen Schreibworkshop mit Schülern der Jahrgänge 5 und 6 durchzuführen.

In den Tagen nach der Vorlesung erzählte die Projektleiterin der Choreographin Ulla Geiges im Verlauf eines Telefonats von dem Ritter-Roman Hoppes. Diese ließ sich von der Begeisterung für das Buch anstecken und schlug vor, mit Schülern der Schule ein Tanztheater zu erarbeiten.

Mit Beginn des Jahres 2010 versandte die Projektleiterin über die Schulleitung Projektbeschreibungen an potentielle Geldgeber. In der Folge standen eine Reihe von Verhandlungen mit Kulturinstitutionen an. Diese führten von seiten der Schule die Projektleiterin und Jörn Fielitz. Beim Termin im Kulturbüro Hameln überraschte uns die Leiterin der Kulturabteilung mit der Mitteilung, dass das Urteil der Jury des Rattenfänger-Literaturpreises am Vortag zu Gunsten von Hoppes Iwein Löwenritter ausgefallen war. Dieser Umstand erwies sich als großer Zugewinn in allen darauf folgenden Gesprächen. Darüber hinaus wurde die schriftliche Ausarbeitung der Projektdarstellung von den Geldgebern für ihre Klarheit und Strukturiertheit gelobt. Rückfragen waren so kaum notwendig.

Der Roman sollte idealerweise von allen SuS der Jahrgänge 5 und 6 gelesen zur Vorbereitung auf den Geschichtenwettbewerb gelesen werden. Auch musste die Textgrundlage den SuS bekannt sein, um gestaltend am Tanzprojekt mitarbeiten zu können.
Dieses Vorhaben, den Roman, der zu diesem Zeitpunkt in einer sehr schönen, in Leinen gebundenen, aber vergleichsweise teuren Ausgabe vorlag, nach den Sommerferien 2010 als klassenübergreifende Lektüre im Unterricht zu behandeln, wurde dadurch ermöglicht, dass Frau Hoppe beim Fischer-Verlag eine Stiftung über 350 Exemplare des Romans an die Schule erwirkte.

Frau Geiges nahm im Oktober 2010 die Arbeit an der Choreographie zum Roman auf. Das Kulturbüro fragte an, ob es gelingen könnte, einen Teil des Stücks zur Preisverleihung an Frau Hoppe Ende November aufzuführen. Dies konnte zugesagt werden. Da der Ausschnitt des Tanzstücks von Laudatoren und Presse sehr gelobt wurde, konnten weitere Geldgeber gewonnen werden, die bis dahin noch nicht auf unsere Anfrage reagiert hatten.

Im Herbst 2010 stellte sich der neue Theaterpädagoge des Theaters Hameln an der Schule vor und begrüßte die Möglichkeit, am Projekt mitarbeiten zu können. Durch seine Arbeit werden die Themen des Romans auf die Lebenswelt der 14- und 15-jährigen SuS hin entfaltet.


Zu dieser Zeit wurde das Projekt auch im Rahmen einer Fachgruppensitzung der Musiker vorgestellt, um für die Mitarbeit zu werben. Herr Melloh-Sowa erklärte sich bereit, mit seinen Schülern einen Beitrag zu leisten.

Frau Hoppe führte Ende November an der Schule zwei Workshops zum Thema "Mit Worten malen" mit den Schülern durch. Ergänzend besuchten die Schüler eine Lesung Hoppes.

Als Abschlussveranstaltung ist ein Festakt im Theater Hameln in Vorbereitung, bei dem die Preise an die Gewinner des Geschichtenwettbewerbs vergeben und das Stück zum Roman aufgeführt werden soll.
Da das Projekt sich zum Zeitpunkt der Überlegungen hinsichtlich der Abschlussveranstaltung so weit verzweigt hatte und absehbar weiterhin arbeitsintensiv für alle Beteiligten sein würde, rief Herr Fielitz nach den Sommerferien 2010 eine Schülerfirma ins Leben, die die Organisation der Abschlussveranstaltung durchführt.

Die Idee, den Tag der Abschlussveranstaltung durch Ritterspiele zu ergänzen, fand das Interesse der Fachgruppe Sport, deren Fachobmann, Sönke Koß, sich der Planung angenommen hat. Auf dem Rathausplatz vor dem Theater Hameln werden am Tag der Schlussveranstaltung Ritterspiele durchgeführt. Zu dieser Veranstaltung sind auch die Grundschulen eingeladen.

 
Besonderheiten:
Typisch Vikilu

Im Zentrum des Gesamtprojekts steht die Schreibförderung. Da die Schule gemäß ihres Profils eher musisch begabte Schüler anzieht, ergibt sich mit diesem Projekt eine zusätzliche Förderung und ein Anreiz, kreativ zu wirken.

Der Geschichtenwettbewerb wird dem Leitbild der Schule insofern in besonderer Weise gerecht, als Selbstverantwortung, Leistungsbereitschaft und Kritikfähigkeit der Schülerinnen und Schüler gefördert werden: Die Teilnahme ist freiwillig, beruht also immer auf einer bewussten Entscheidung. Es geht auch nicht darum, irgendetwas zu Papier zu bringen, sondern die Geschichte muss von einer mehrköpfigen Jury für gut befunden werden; die Schülerinnen und Schüler stellen sich dieser Prüfung. Die Kritikfähigkeit kommt beim Entstehensprozess des Beitrags zum Tragen. Zwar muss die Geschichte zu einem eigenen gedanklich-kreativen Produkt geraten, jedoch ist es legitim, sie anderen vorzutragen, um Logik, Verständnis und Erläuterungsbedarf zu überprüfen. So werden die jungen Autoren mit Unzulänglichkeiten konfrontiert, die dann auch verbessert sein wollen, wenn die Geschichte bestehen soll.
Unter veränderten Vorzeichen gilt Entsprechendes auch für das Tanztheater, das Musikstück und die Theaterarbeit.

Zu beobachten ist, dass bislang in beiden Durchgängen des Geschichtenwettbewerbs die Schüler der Musikklassen der Schule die meisten Einsendungen stellten. In diesem Jahr allerdings nur eine Einsendung mehr als eine andere Klasse. Möglicherweise kann in Zukunft durch eine Ausweitung der Schreibförderung im Vorfeld des Wettbewerbs an der Schule die Beteiligung noch erhöht werden.

Der Wettbewerb steht allen Schülern der Jahrgänge 5 und 6 offen. Das Schreiben der dreiseitigen Geschichte erfordert Disziplin und Konzentration. Die Inhalte insbesondere des Deutschunterrichts werden zweckorientierter wahrgenommen und die Schüler haben Gelegenheit, das Erlernte im Wettbewerb anzuwenden.
Wie die Schüler des Musikzweiges der Schule die Früchte ihrer Arbeit in den Schulkonzerten präsentieren, werden im Geschichtenwettbewerb die besten Arbeiten in ein Buch aufgenommen und öffentlich gemacht. Die Drucklegung der eigenen Geschichte bedeutet eine besondere Anerkennung der Leistung, unabhängig von der Platzierung. Deshalb wird auch davon abgesehen, die Plätze ab dem vierten Platz festzulegen. Dass der Wettbewerb gut angenommen wird, belegen die Zahlen der beteiligten Schüler: Nachdem sich 2009 genau 86 Schüler am Geschichtenwettbewerb beteiligt hatten, ist die Zahl 2011 auf 119 Einsendungen angewachsen. Dies ist mehr als ein Drittel der Schülerschaft in den beiden Jahrgängen, an die sich die Ausschreibung des Wettbewerbs richtet.
Die Mitwirkung von Felicitas Hoppe in diesem Durchgang hat sicherlich erheblichen Anteil an der breiten Beteiligung. Der Wettbewerbscharakter fordert die Schüler heraus und provoziert eine bewusste Entscheidung zur Teilnahme.

Die Schreibförderung wird an der Schule ernst genommen: Erstmalig war ein Kurs der Oberstufe am faz-Projekt "jugend schreibt" beteiligt. Ziel ist es, die Förderung kreativer Arbeiten in Bezug auf das Schreiben an der Schule auszuweiten. Der Geschichtenwettbewerb bildet den Baustein für die Jahrgänge 5 und 6, für die darauf folgenden Doppeljahrgänge besteht ein Konzept, das erst allmählich realisiert werden kann, da der Arbeitsaufwand solcher Wettbewerbe durch Entlastung an anderer Stelle kompensiert werden muss.

Ein weiterer Ansatz des Projekts ist die gezielte Förderung der Jungen. Überlegungen, wie in diesem Bereich wirksam angesetzt werden kann, stehen in der Schule erst am Anfang. Jedoch zeigte die Behandlung des Romans im Unterricht, dass besonders Jungen sich durch den Abenteuercharakter und das Ambiente angesprochen fühlten und sichtbar motivierter mitarbeiteten, ohne dass die Mädchen sich im Gegenzug zurückhaltender verhielten, da der Roman Anknüpfungsmöglichkeiten für beide Geschlechter bietet.

Das Tanztheater, die musikalische Ergänzung des Tanzes und die Arbeit mit dem Theaterpädagogen bieten eine Möglichkeit, kreativ mit dem Roman umzugehen und Inhalte zu aktualisieren.

 
Probleme und Lösungen:
Stolpersteine

Die Idee, den teuren Roman zur Pflichtlektüre für die Schüler zu erklären, stieß nicht auf uneingeschränkte Zustimmung in der Fachgruppe Deutsch. Da die Schule die Kosten für das Buch nicht tragen konnte, wären diese auf die Eltern der Schüler zurückgefallen. Manche Kollegen bewerteten dies als unnötige Belastung knapper Familienbudgets. Der glückliche Umstand, dass Frau Hoppe eine Stiftung der Bücher für alle Schüler erwirken konnte, war eine sehr glückliche Fügung, denn sonst hätten nicht alle Klassen diesen Roman im Unterricht behandelt.
Da für den Roman keine Lehrermaterialien vorhanden sind und er von 10 Kollegen zeitgleich behandelt werden sollte, hätte von jedem einzelnen viel Zeit investiert werden müssen, um den Stoff zu erarbeiten und schülergerecht aufzubereiten. Da die Projektleiterin den Text bereits gut kannte, arbeitete sie vor und stellte die Unterrichtsentwürfe den Kollegen im Vorfeld per E-Mail zur Verfügung.

Da das Gesamtprojekt immer umfangreicher und damit auch teurer wurde, drohte das Budget zu knapp auszufallen. Die Kostprobe des Tanztheaters im Rahmen der Rattenfänger-Literaturpreis- Verleihung erwies sich als sehr gute Werbung und erwirkte weitere Unterstützung.

Eine gute Problemlösung hinsichtlich der vielen kleinen und großen anfallenden Arbeiten ist die Schülerfirma VikiEvents. Hier arbeiten engagierte junge Leute, die viele Kleinigkeiten erledigen, Wege auf sich nehmen, Daten sammeln, weiterleiten und Kenntnisse in Datenverarbeitung und Umgang mit elektronischen Medien haben, die für das Projekt genutzt werden können. Darüber hinaus schätzen es die dort engagierten Schüler, sich außerhalb des Schulalltags zu beweisen, Kontakte zu knüpfen und praktische Erfahrungen sammeln zu können. Sie kümmern sich um die Werbung für den Besuch der Schlussveranstaltung, machen an anderen Schulen auf das Projekt aufmerksam und weisen Medien und öffentliche Personen auf das Projekt hin. Um den Arbeitsaufwand für die Organisation der Schlussveranstaltung und die Arbeit mit der Schülerfirma zeitlich zu kompensieren, wurde für Herrn Fielitz eine AG von zwei Wochenstunden eingerichtet.

An einer so großen Schule trifft eine Projektarbeit - zumal in diesem Umfang - nicht bei allen auf Unterstützung. Veranstaltungen wie Lesung und Workshop müssen organisiert, in den Stundenplan integriert und betreut werden. Durch die Probenarbeit wird die Hallenbenutzung immer wieder verändert, die Koordination der Probenarbeit zwischen Tanz und Musik und Sonderveranstaltungen wie z.B. die Ankündigung des Geschichtenwettbewerbs in einer Zentralveranstaltung verursachen selten, aber immerhin doch Störungen im Ablauf des Schulalltags. Die Kollegen reagieren da sehr unterschiedlich. Die Erfahrung zeigt, dass es besser läuft, je mehr Kollegen aktiv an verschiedenen Stellen in das Projekt eingebunden sind. Dadurch wird eine breitere Basis für die Arbeit an der Schule geschaffen und man stößt eher auf offene Ohren und Hilfsbereitschaft, weil die Identifikation mit der Sache gewährleistet ist.

Am Workshop von Felicitas Hoppe konnten nicht alle Schüler der Jahrgänge 5 und 6 teilnehmen. Um eine gerechte Verteilung innerhalb der Jahrgänge zu ermöglichen, durften drei Schüler pro Klasse den Workshop besuchen. Die Auswahl stellte hier ein echtes Problem dar. Die Veranstaltung sollte der Förderung begabter Kinder zugutekommen. Damit die Entscheidung von der jeweiligen Klasse mitgetragen wurde, richteten wir außerhalb des Klassenraums ein Wahlbüro ein. In eine Wahlurne wurde von jedem Schüler der Klasse ein Wahlzettel mit einem dem Roman Hoppes entnommenen Motto „Die Besten der Besten“ getan, auf dem drei Namen erscheinen durften, aber nicht der eigene. Es zeigte sich, dass durch dieses Verfahren eine Auswahl getroffen wurde, die der potentiellen Auswahl der Fachlehrer entsprach.

Damit für das Tanztheater die ästhetische Qualität und Kontinuität in der Arbeit gewährleistet werden konnte, verpflichteten sich die teilnehmenden Schüler selbst sowie ihre Eltern zu Beginn der Arbeit mit Frau Geiges per Unterschrift, die Trainingseinheiten bis zum Ende des Projekts zu besuchen.
Bei einem Elternabend für die Eltern der am Tanztheater beteiligten Kinder konnte eine Mutter für das Nähen der Kostüme, die die Kinder bei der Aufführung tragen sollen, gewonnen werden.

Um zu gewährleisten, dass auch die Namen derer, die nicht zu den im Buch veröffentlichten Geschichten gehören, offiziell auftauchen, werden die Namen aller Teilnehmer am Wettbewerb zusammen mit dem Schulemblem im Inlet des Buches aufgenommen.

Das iPad als Hauptpreis für den Geschichtenwettbewerb konnte auf Grund der bereits bestehenden Kooperation mit dem Mediamarkt Hameln schnell sichergestellt werden, jedoch galt es, 24 weitere Preise zu erwirken, da in diesem Jahr 25 Geschichten in das Buch eingehen werden, die bei der Preisverleihung alle bedacht werden sollten. Ein Elternvertreter, der aufgrund seiner beruflichen Tätigkeit viele Bekanntschaften in der Hamelner Geschäftswelt pflegt und gute Beziehungen zu Institutionen der Stadt hat, kümmert sich mit gutem Erfolg um die weiteren Preise.

In den beiden für den 25.3.11 angesetzten Vorstellungen des Tanztheaters im Theater Hameln sollten die 700 Plätze des Theaters besetzt sein. Durch die Lesung am bundesweiten Tag des Vorlesens an Hamelner Grundschulen konnten die Oberstufenschüler des Vikilu Lehrer und Schüler der Hamelner Grundschulen für das Projekt interessieren und den Roman bekannt machen. Wir hoffen, dass sich diese Aktion als nachhaltig genug erweist, um – insbesondere die Vormittagsvorstellung betreffend – das Haus möglichst voll zu bekommen.

 
Anekdotisches:
1) Nachdem die letzte Deutschstunde vor den Herbstferien zum Thema "Iwein Löwenritter" zu Ende war, sammelte sich eine kleine Abordnung von Schülern am Pult, die darum bat, sich in den Herbstferien zu treffen, um am Roman weiterzuarbeiten.

2) Bei der Besprechung der mündlichen Noten zur Einheit "Iwein Löwenritter" im Deutschunterricht bekam Cedric eine Zwei. Mit einem grüblerischen Ausdruck im Gesicht stellte er fest, dass er an der Grundschule bislang immer eine Drei gehabt habe, woraufhin die Lehrerin fragte, ob die vermehrte Beteiligung im Unterricht möglicherweise mit dem Thema zu tun habe. Daraufhin strahlte Cedric uns verlautbarte: "Ritter sind auch mein Hobby!"