 Plakat für Kreativwettbewerb "Goldener Apollon"
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 Das große Piratenfest
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 Das Geheimnis der Goldenen Nadel
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 Die Entführung der schönen Annabelle
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 Piratenausstellung
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Die 9 Säulen der Kreativitätsförderung – Thalia Grundschule Berlin
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Schule:
Thalia Grundschule Alt Stralau 34, 10245 Berlin Telefon: 030 – 29 34 783-0 Fax: 030 – 29 34 783-15 Homepage: www.thalia-grundschule.cidsnet.de
Grundschule / Offener Ganztag
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Kooperationspartner:
Musikschule Fröhlich Holger Stapf Crivitzer Str. 28, 13059 Berlin Tel.: 030 - 38 20 36 35 www.musikschule-froehlich.de Musikschule aLleGro e.V. Frank-Henry Gaebelein Alt-Stralau 15, 10245 Berlin Tel.: 030 - 29 66 60 33 www.dr-blass.de/allegro_ev/index2.htm
Berliner Fanfarenzug e.V. J. A. Weber Modersohnstr. 53 - 55, 10245 Berlin Tel.: 0172 - 39 23 745 www.berliner-fanfarenzug.de
Capoeira Akademie Berlin e.V. Ulrike Matzke Hasenheide 9, 10967 Berlin Tel.: 030 - 69 50 57 60 www.capoeiraberlin.de
Das Haus Begegnungsstätte für Kindheit e.V. Birgit Bosse Weidenweg 62, 12047 Berlin www.dashaus-kindheit.de
Kristina Feix freischaffend als Spielerin und Regisseurin im Bereich Figurentheater u.a. Mitbegründerin des „Theater LaKritz“ in Berlin www.theater-lakritz.de
Carina Wahlberg freischaffende Künstlerin im Bereich Malerei und Bildhauerei www.berlinerkuenstler.de
Susanne Mayer Klavierpädagogin an der staatlichen Musikschule „Fanny Hensel“ www.musikschule-fanny-hensel.de
Stefan Plepp Film- und Theaterschauspieler www.stefan-plepp.de
Alexander Sadler Filmemacher und Mediendesigner Alt-Stralau 14, 10245 Berlin Tel.: 030 - 27 57 42 33
Frank-Henry Gaebelein Kammermusiker und Liedbegleiter, leitet derzeit eine private Musikschule www.dr-blass.de/allegro_ev/index2.htm
„Shake! – Das Zelt am Ostbahnhof“ (GrenzKultur gGmbH) Dalinda Maamar www.shake-berlin.de
Förderverein der Thalia-Grundschule e.V. Gerd Fittkau www.aufbrechen.org
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Beteiligte Schüler:
300
Alle 12 Klassen der Klassenstufen 1 bis 6
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Beteiligte Lehrkräfte:
Alle 17 Lehrkräfte (alle Fächer)
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Stundenvolumen:
Beschäftigung mit dem Jahresprojekt: in der Projektwoche ca. 25 Stunden pro Klasse, im weiteren Verlauf ca. 2 Stunden pro Klasse und Woche (Profilstunden, Musik, Kunst, Deutsch)
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Vorstellung und Kurzbeschreibung:
„Ja, es ist passiert. Die Muse hat uns geküsst. Und das so gewaltig, dass wir nicht mehr von ihr loskommen. Wir haben uns verliebt und, wie der Berliner zu sagen pflegt, janz dolle verknallt. Unsere Angebetete heißt Thalia. Sie ist eine der neun Musen aus der griechi-schen Götterwelt und Tochter von Göttervater Zeus. Die alten Griechen glaubten, ohne Eingebung der Musen könne kein Gelehrter einen Gedanken fassen, gäbe es keine Lieder, keine wahre Liebe und keinen schönen Tanz. Wenn ein Künstler einen guten Einfall hat, sagt man, die Muse habe ihn geküsst.“ Unser Schulleiter, Wolfgang Kirschstein, formu-lierte diese Worte Thalia zu Ehren anlässlich der Namensverleihung unserer Grundschule im Juli 1999. Schon in den neunziger Jahren hatten wir uns „Kreativität und Lernfreude" als Motto auf die Fahnen geschrieben, schwierige Begleitumstände hinderten uns damals jedoch an einer konsequenten Weiterentwicklung.Nun, zum 10-jährigen Jubiläum „unserer Thalia“ haben wir im Schuljahr 2008/09 innerhalb von nur 280 Tagen unsere Schulprofilierung mit einem richtungsweisenden Modellkonzept in Form eines Jahresprojektes zum Thema „Piraten“ auf die Kreativitätsförderung neu aus-gerichtet. „Die 9 Säulen der Kreativitätsförderung“ bilden dabei für uns die tragenden kon-zeptionellen Elemente einer neuen kreativitätsfördernden Lernkultur. Wir betrachten Profilbildung aber nicht als einen Prozess, der innerhalb eines Jahres abge-schlossen sein kann. Vielmehr vergleichen wir ihn mit dem Tempelbau der alten Griechen, wo Baustein für Baustein die Säule formt und den Tempel nach und nach erst entstehen lässt. „Thalias Tempel der Kreativitätsförderung“ verstehen wir als pädagogisch-didakti-schen Ansatz im Kontext von Bildungs- und Lernprozessen, der ästhetisch-künstlerische und explorativ-problemlösende Methoden entwickelt und zur Förderung einer kreativitäts-fördernden Lernkultur beiträgt. Unser Ziel ist es, das schöpferische Leistungspotenzial der Schüler zu aktivieren, das sich im Denken, Fühlen und Handeln vollzieht und dem ganz-heitlichen Lernen mit Kopf, Herz und Hand entspricht. Mit dem Erwerb einer ausgeprägten Problemlösungs- und Gestaltungskompetenz sollen sie dazu befähigt werden, eigenverant-wortlich und aktiv am gesellschaftlichen Leben mitzuwirken. Dazu wollen wir ihnen mit unserem Jahreskonzept einen Zugang zu den Künsten ermöglichen, bei denen die Kinder ihren persönlichen Interessen und Neigungen folgend, sich vielfältig ausprobieren sollen. Über die intrinsische Motivation beim Erarbeiten eigener künstlerischer Beiträge und beim Lösen interessanter Aufgabenstellungen erhoffen wir uns Synergieeffekte, die sich auf die Lernmotivation und auf das Schulklima insgesamt positiv auswirken. Für die Weiterentwicklung der Thalia-Grundschule stellte die erfolgreiche Pilotierung unse-res neuen Schulkonzeptes einen besonders wichtigen Meilenstein dar. Mit der Entschei-dung, innerhalb eines Schuljahres mit einem Jahresprojekt die Profilierungsrichtung zu ändern, sind wir ein relativ hohes Risiko eingegangen. Wir konnten uns auf keinerlei prak-tische Erfahrungen von anderen mit einem vergleichbaren Konzept stützen. Daher war es im übertragenen Sinne auch eine „Projektreise ins Ungewisse“, zu der wir mit viel Wage-mut und Engagement zusammen mit unseren Schülern, Eltern, Kooperationspartnern und dem Förderverein aufgebrochen sind. Im Mittelpunkt des Konzeptes steht die Idee, zu einem bestimmten Jahresthema im fächerverbindenden Unterricht, in Arbeitsgemeinschaften, in kooperierenden Vereinen und in der Freizeit künstlerische Beiträge zu entwickeln, die später in einer Ausstellung und einer Bühnenshow der Schule zusammengeführt und zu einer „künstlerischen Vielfalt in der Einheit“ verbunden werden. Den nötigen Spannungsbogen dazu bildet ein Kreativwettbe-werb, der sowohl Klassen- als auch Einzelleistungen honoriert. Die Lehrer und Erzieher erhalten die Möglichkeit, beim Entstehungsprozess kreativer Exponate und Darbietungen Künstlerpaten einzubeziehen. Die gelungenen Beiträge aus der Bühnenshow sollen dann zum Ende des Schuljahres hin verfeinert und in einem großen Bühnenspektakel den Eltern und Freunden präsentiert werden. Die Motivation für das künstlerische Schaffen wird dabei durch einige erlebnispädagogische Events flankiert. Unser Pilotprojekt „Thalialand in Piratenhand“ begann im Oktober 2008 mit einer Road-show der Klasse 5a, in der die Schüler mithilfe einer Powerpoint-Präsentation den anderen Klassen das Jahresprogramm kindgerecht erläuterten. Unter großer Anteilnahme wurde anschließend neben dem Schuleingang eine große Piratenflagge gehisst, die weithin sicht-bar das ganze Schuljahr auf unser Vorhaben aufmerksam machen sollte. Nach den Herbst-ferien folgte im November 2008 die fächerverbindende Projektwoche zum Thema „Piraten“. Über das ganze Schulgebäude verteilt, nutzten die Klassen alle zur Verfügung stehenden Räumlichkeiten, sowohl künstlerische als auch explorativ-problemlösende Arbeitsaufträge zu erfüllen. Ausgestattet mit dem nötigen Hintergrundwissen konnten sie anschließend mit dem Erarbeiten eigener Beiträge für den Kreativwettbewerb loslegen. Für den Einzel- bzw. Klassenwettbewerb wurden immerhin 98, zum Teil sehr aufwändige Exponate und einfallsreiche künstlerische Darbietungen ins Rennen geschickt. Alle denk-baren Ausdrucksformen waren vertreten: viele Modelle von Piratenschiffen, gezeichnete Comics, gemalte Bilder, selbstentworfene Spiele, fantasievolle Geschichten und Gedichte, selbstgedrehte Spiel- und Trickfilme, Ausschnitte aus ganzen Theaterstücken, Singspiele, selbstkomponierte Piratenlieder, Tanzchoreografien sowie Beiträge mit Instrumenten, wie z.B. Geige, Akkordeon, Melodika, Klavier, Gitarre, Flöte und Schlagzeug. Im März 2009 präsentierten alle Wettbewerbsteilnehmer ihre kreativen Werke im Rahmen unserer Bühnenshow oder der Piratenausstellung. Dank unserer Künstlerpaten, die einige der Klassenbeiträge betreut hatten, waren auch alle zwölf Klassen der Schule beim „Gol-denen Apollon“ dabei. Eine aus sechs gewählten Schüler-Juroren der Klassen 4 bis 6 und drei Lehrern zusammengesetzte Jury ermittelte später die besten Beiträge mit einem sorg-fältig ausgeklügelten Punktesystem. In den darauffolgenden Monaten April und Mai feilten die Klassen weiter an ihren Bühnen-vorführungen. Für das Bühnenspektakel am 23. und 24. Juni 2009 erfanden die Schüler einer fünften Klasse schließlich das Theaterstück „Das Geheimnis der Goldenen Nadel“ mit passender Rahmenhandlung, in die die Beiträge der anderen Klassen integriert werden konnten. In zwei abendfüllenden Theaterveranstaltungen erhielten die Kinder viel Beifall von den Erwachsenen und alle Beteiligten waren spätestens zu diesem Zeitpunkt vom eingeschlagenen Profilierungsweg „Kreativitätsförderung“ endgültig überzeugt. Wir wollten innerhalb des Jahresprojekts auch dem Mitgestaltungsanspruch der Eltern ge-recht werden und hatten ihnen die komplette Organisation und Durchführung des erlebnis-pädagogischen Events „Die Entführung der schönen Annabelle“ übertragen. In einem span-nenden Großgruppen-Geländespiel lösten die Schüler im Team knifflige Aufgaben und be-freiten Annabelle aus den Fängen der Piraten. Drei weitere motivierende Events für unsere Schüler waren die Familien-Schnitzeljagd „Die Jagd nach dem Schatz von Stralau“, die sportliche Auseinandersetzung der Klassen „Zehnkampf der Thalia-Piraten“ sowie „Das große Piratenfest“, bei der jeder einzeln seine Fähigkeiten als Piratenkapitän bei lustigen Spielen unter Beweis stellen konnte. Zum Abschluss unseres Jahresprojektes Anfang Juli 2009 mieteten wir ein Veranstaltungszelt, in dem ca. 500 Schüler, Eltern, Lehrer, Erzieher und Kooperationspartner versammelt waren, um feierlich die Preisträger unseres Kreativ-wettbewerbs auszuzeichnen und alle anderen Teilnehmer mit einer Urkunde zu ehren. In der Rückschau können wir bilanzieren, dass unser Jahreskonzept zu 95% umgesetzt und die Kreativitätsförderung als neue Profilierungsrichtung im vollen Umfang von den Schülern und den Eltern angenommen worden ist. Aus unserer Erfahrung heraus empfiehlt es sich, die Dimensionen der Jahresprojekte aber zu variieren. Indem wir uns dieses Jahr mit dem Thema „Afrika“ auf ein fächerverbindendes Unterrichtsprojekt und einen Kreativ-wettbewerb beschränken, sammeln wir neue Kraft und Ideen, um nächstes Schuljahr unse-ren Kindern wieder das komplette Jahresprogramm anbieten zu können. Der Countdown läuft und das Konzept dafür liegt bereits in der Schublade. Über 300 Thalianer werden dann zu einer abenteuerlichen „Projektreise“ aufbrechen und ein versunkenes Inselreich aus den Tiefen des Meeres mit ihrer Fantasie zurück ans Tageslicht holen. Es gibt ein Wiedersehen mit Zeus, Apollon, Poseidon und den anderen griechischen Göttern vom Olymp, wenn es ab September 2010 heißt: „Auf der Suche nach Atlantis“. Damit dieses Vorhaben mithilfe unserer Namenspatronin Thalia gelingt – so heißt es im Refrain unserer Schulhymne – „…hilft sie uns, wie ihr schon wisst, wenn sie uns ein bisschen küsst.“
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Projektauslöser/Idee:
Das Pilotprojekt „Thalialand in Piratenhand“ nimmt für die Profilierung unserer Grundschule eine richtungsweisende Schlüsselposition ein, deren Auslöser im Zusammenhang mit einer fast zwei Jahrzehnten dauernden, mit einigen Hindernissen versehenen Entwicklung steht, an deren Ende schließlich die Leseunlust eines Schülers durch Zufall zur Initialzündung für eine künstlerische Aufbruchstimmung wird. Erste Spuren unseres künstlerischen Profils (1993 - 1999) Seit nun schon mehr als 16 Jahren wird die kontinuierliche Weiterentwicklung des Schul-profils von unserem Schulleiter Wolfgang Kirschstein und seinen Kollegen vorangetrieben. Es gehörte immer schon zum Selbstverständnis unserer pädagogischen Arbeit, möglichst vielen Kindern aller Klassen bei Schulveranstaltungen die Chance einzuräumen, sich mit ihren künstlerischen Fähigkeiten auf der Bühne vor Eltern, Verwandten und Freunden zu präsentieren. Der Ansatz einer integrierenden Festkultur („Jeder kann etwas, keiner kann alles und keiner kann nichts“) äußerte sich anfangs in der alljährlich stattfindenden Weih-nachtsrevue der Schule von 1993 bis 1998, bei der stets über 100 Kinder ein abendfüllen-des Bühnenprogramm mit komödiantischem Theaterspiel, Gesang und Instrumentalmusik kreativ gestalteten. So konnten wir nicht zuletzt auch mit den zahlreichen Veranstaltungs-dokumentationen auf Video bei den Eltern schon einen nachhaltigen Eindruck unserer pädagogischen und künstlerischen Arbeit hinterlassen. Mit der Berliner Reforminitiative „Grundschule 2000“ kam 1998 erstmals die Diskussion auf, unserer 15. Grundschule einen Namen zu geben und die ersten Ansätze einer künstlerisch orientierten Profilierung in einem Konzept festzuschreiben. Unsere Schule hatte zum da-maligen Zeitpunkt schon einiges zu bieten: Es wurde Theater gespielt in Deutsch und auch in Englisch, es gab die Wahlpflichtkurse Theater & Video, Bildende Kunst und Kreatives Schreiben sowie die Arbeitsgemeinschaften „Tanzwiesel“ und „Tanzmäuse“. Die Musik-schule „Fröhlich“, der Berliner Fanfarenzug und die Landesbildstelle Friedrichshain zählten bereits zu unseren etablierten Kooperationspartnern. Mehrere Klassen führten fächerver-bindende Unterrichtsprojekte mit künstlerischem Bezug durch und beteiligten sich mit ihren Ergebnissen regelmäßig an Schülerwettbewerben. Vor diesem Hintergrund vielversprechender Entwicklungspotenziale bekräftigten wir unser sich allmählich herausbildendes künstlerisches Profil und machten Thalia in einer großen Fest- und Theaterveranstaltung im Juli 1999 zur Namenspatronin der Schule. Der Bildungs-stadtrat lobte die Absicht, das Profil im Schulnamen festzuschreiben. Wir wähnten uns und unsere Schule insgesamt auf einem guten und erfolgreichen Weg. Siebenjährige schwierige Umbruchphase (2000 - 2007) Die positive Entwicklung setzt sich mit dem Umzug in ein frisch saniertes Schulgebäude im benachbarten Stadtteil im Herbst 1999 fort – so dachten wir. Wir waren froh, aus dem alten baufällig gewordenen in ein modernes Schulgebäude wechseln zu können. Doch die meisten Kommunalpolitiker beharrten im Sinne der Stadtteilpolitik auf einem Verbleib der Grundschule am alten Ort. Trotz besserer Lernbedingungen für unsere Kinder und vor- handener Nahverkehrsanbindung am neuen Standort hinterließ die gespaltene öffentliche Darstellung ihre Wirkung: Der komplette Umzug verzögerte sich um ein weiteres Schuljahr, die Lehrer und Erzieher pendelten zwischen den 2 km voneinander entfernten Gebäuden hin und her, einige Eltern meldeten ihre Kinder auf andere Schulen um. Die ungünstige demografische Entwicklung in unserem Stadtteil ließ zudem die Schülerzahl von ehemals weit über 500 bis auf 187 im Jahr 2001 sinken – mit Abstand die niedrigste Schülerzahl einer Grundschule im ganzen Stadtbezirk. In Folge dessen musste die Schule jüngere Lehrerkollegen abgeben, gerade jene, die in Kunst und Musik unser Profil zuvor entschei-dend mitgeprägt hatten. Wir stellten schmerzlich fest, dass der ursprünglich eingeschla-gene Profilierungsweg mit der Idee einer integrierenden Festkultur unter den gegebenen Umständen vorerst nicht fortzusetzen war. Die Tradition des Theaterspielens und die regel-mäßige Teilnahme an Theaterworkshops des Friedrichshainer Kinder- und Jugendtheater e.V. wurde von einigen Pädagogen trotzdem weiterhin gepflegt. Mit Blick auf die verbliebenen personellen und materiellen Ressourcen entschieden die Schulgremien im Jahr 2003, mit der Medienkompetenz und einem modern ausgestatteten Computerkabinett einen neuerlichen Profilierungsversuch zu unternehmen. Von nun an sollte der gezielte Einsatz von Computertechnik und Internet unser Bild in der Öffentlichkeit bestimmen. Lehrer besuchten Weiterbildungen, erste Konzepte für den Unterricht wurden erarbeitet und eine Computer AG eingerichtet. Im Rahmen eines städtischen Wohnungs-bauprogramms im Schuleinzugsgebiet kam uns der demografische Faktor diesmal positiv entgegen. Mit dem anhaltenden, starken Zuzug junger Familien mit Kindern seit 2005 und der damit wieder steigenden Schülerzahl konnten wir neue Pädagogen an unserer Schule begrüßen. Die weiteren Aussichten für unser Schulprofil waren wiederum von Zuversicht geprägt. Fast unbemerkt wuchs mit der steigenden Schülerzahl auch der Mitgestaltungsanspruch der Eltern. Seit der ersten Veröffentlichung der PISA-Studie wuchs der Druck auf das deut-sche Bildungssystem und wir gewöhnten uns daran, dass Eltern sich mehr für schulische Inhalte zu interessieren begannen. Die Leistungsförderung ihrer Kinder und das Erreichen der weiterführenden Schulen gerieten zunehmend ins Zentrum der Elterndiskussion. Die Profilierung „Medienkompetenz“ stand nach vier Jahren trotz engagierter pädagogischer Arbeit im Verdacht, nicht ausreichend das Potenzial der Schüler auszuschöpfen. Die vor- handene Unzufriedenheit der Elternvertreter gipfelte in einer Gremiensitzung in der Aus-sage, dass wir dem Namen der Schule nicht gerecht werden. Wir mussten erkennen: Der Glanz „unserer Thalia“ war über die Jahre tatsächlich etwas verblasst. Seit einigen Jahren gab es keine große künstlerische Schulveranstaltung mehr. Zum 10-jährigen Jubiläum der Namensverleihung im Jahr 2009 standen wir vor der Situation, eine Schulprofilierung zu haben, die nicht mehr zum Namen der Schule passte, was uns ursprünglich als wichtig er-schienen war. Das konnten wir „unserer Thalia“ nicht antun. Wir mussten erneut handeln. Zurückbesinnung auf die alten Stärken (seit 2008)Das Schuljahr 2007/08 nutzen wir intensiv, um uns auf unsere alten Stärken aus den neun-ziger Jahren zu besinnen: Die Medienkompetenz wurde von der Schulkonferenz mit großer Einigkeit abgewählt und die Kreativitätsförderung als neue „alte“ Profilierungsrichtung aus-gerufen. Vor allem die neu hinzugekommenen Lehrerkollegen für den musischen Bereich unterstützten die erneute künstlerische Ausrichtung. Wir haben dazugelernt: Diesmal wollten wir mit den „9 Säulen der Kreativitätsförderung“ unsere Profilierung konzeptionell auf einem breiteren Fundament fest verankern, das uns von Einzelpersonen unabhängiger macht und verstärkt die Mitwirkung von Eltern und Ko-operationspartnern berücksichtigt. Der pädagogische Ansatz einer integrierenden Festkul-tur mit Theater- und Rollenspiel und eine nachhaltige Dokumentation der Projektergebnisse wird im neuen Profilierungskonzept wieder aufgegriffen und um das Element eines Jahres-projekts mit Kreativwettbewerb zu einem kulturellen Modellkonzept für unsere Grundschule erweitert. Es funktioniert themenunabhängig und skizziert u.a. den Aufbau eines kultur- und künstlerisch-orientierten Spannungsbogens für ein gesamtes Schuljahr. Für das Erreichen unseres ambitionierten Zieles, die künstlerische Profilierung mit einem Pilotprojekt innerhalb des Schuljahres 2008/09 in weniger als 280 Tagen wieder fest zu etablieren, fehlte uns nur noch das geeignete Thema. Die griechische Götterwelt bot sich an, erschien uns aber zum Thalia-Jubiläum als zu nahe liegend und wenig kreativ. Es sollte ein Thema sein, das sowohl Kinder als auch Erwachsene gleichermaßen begeistert und ein hohes Maß an Motivation und Engagement freisetzen kann und durch eine gewisse Eigendynamik alle Beteiligten zu besonderen Leistungen anspornt. Schließlich kamen wir durch Zufall auf unser Jahresthema. Und das kam so: Wie die Leseunlust eines Schülers zur Initialzündung für unser Jahresprojekt wurde Im Fach Deutsch fiel Francesco, ein Schüler der fünften Klasse, durch seine ausgeprägte Leseunlust auf. Auf die verzweifelte Frage der Klassenlehrerin, ob er überhaupt zu etwas Lust habe, antwortete er unverblümt: „Ja. Piraten!" Daraufhin schloss die Lehrerin mit ihm spontan einen Lernvertrag und bot ihm an, mit der ganzen Klasse, wenn diese damit ein-verstanden ist, ein Piratenunterrichtsprojekt im nächsten Jahr zu machen unter der Bedin-gung, dass er ab sofort das Lesen täglich zu Hause trainiert. Die Klasse und Francesco waren sofort einverstanden und die Sache mit den Piraten war beschlossen. Die Kollegen erfuhren von dem „Deal" und befanden das Thema „Piraten“ ebenfalls für interessant. Es kristallisierte sich mehr und mehr heraus, dass es zum Jahresthema des Pilotprojekts für die künstlerische Profilierung unserer Schule werden sollte, das uns später unter dem Namen „Thalialand in Piratenhand" über ein Schuljahr lang in Atem halten sollte.
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Projektentwicklung:
280 Tage wehte eine weithin sichtbare schwarze Piratenflagge über unserer Schule. Sie wurde in einem symbolischen Akt Anfang Oktober 2008 unter großer Anteilnahme von Schülern, Lehrern und Erziehern gehisst und machte uns im Antlitz der verschiedenen Jahreszeiten jeden Morgen auf unser Pilotprojekt „Thalialand in Piratenhand“ aufmerksam. Das „Schiff der Thalia-Piraten“ und sein Kapitän, Schulleiter Wolfgang Kirschstein, hatten nichts Geringeres vor, als mit Hilfe eines neuen Programms anlässlich des 10. Jahrestags der Namensverleihung unserer Schule den Profilierungskurs auf die Kreativitätsförderung neu auszurichten. Die Route für ein Jahreskonzept war in seinen theoretischen Grund- zügen in den „9 Säulen der Kreativiätsförderung“ bereits im Februar 2008 mit Zustimmung der Schulkonferenz abgesteckt worden. Bevor wir den Anker für unser gewaltiges Vorha-ben endlich lichten konnten, musste nur noch die inhaltliche Verknüpfung mit dem allseits für motivierend empfundenen Piratenthema zu einem aussagekräftigen Handlungskonzept vollzogen werden. Die Kinder der Klasse 5a, aus deren Reihen ursprünglich die Idee für das Piratenprojekt stammte, übernahmen mit dem Entwickeln erster konkreter Vorschläge eine Führungs-rolle. Ihre Klassenlehrerin, Irene Sadler, fügte die gedanklichen Puzzleteile zu einem Ent-wurf zusammen, der den schulischen Gremien im September 2008 schließlich zur Abstim-mung vorgelegt wurde. Mit dem Einverständnis aller Beteiligten war unser Thalialand kurz vor den Oktoberferien dann endlich in den kreativen Händen der Piraten. Um die große Mannschaft der Thalianer für die nächsten 40 Wochen immer auf Kurs zu halten, übergab man Frau Sadler als „Steuerfrau“ für das Projekt auch gleich das organisatorische Ruder. Das OrganisationskomiteeUnser Jahresprojekt bestand aus einer fast unüberschaubaren Anzahl von Einzelprojekten in den jeweiligen Klassen, die wohlbedacht koordiniert und später für eine Bühnenshow und eine Ausstellung im Rahmen des Kreativwettbewerbs gebündelt werden mussten. Mit einer Unterrichtsprojektwoche, einem Theaterabend für die Eltern, einer Schatzsuche, einem Großgruppen-Geländespiel, einem sportlichen Piratenwettkampf der Klassen unter-einander, einem Hoffest und einer Preisverleihung kamen zusätzlich noch weitere Schul-events hinzu, die einer sorgfältigen Vorbereitung bedurften. Die Komplexität der vielen organisatorischen Fragen personeller, materieller, räumlicher und finanzieller Art machten die Gründung eines Organisationskomitees erforderlich, dem neben der Projektleiterin Frau Sadler weitere wichtige Personen mit Multiplikatorfunktion angehörten: die Schulleitung (Hr. Kirschstein, Hr. Wilde), die musikalische Leiterin des Projekts (Fr. Klimpel), die Lei-terin des Hortes mit dem besten Kontakt zu allen Eltern (Fr. Luipold), ein Horterzieher mit dem besten Händchen für das technische Equipment (Hr. Leuenberg), eine Elternvertrete-rin, die die organisatorische Verantwortung für das Großgruppen-Geländespiel inne hatte (Fr. Maron), die Schatzmeisterin des Fördervereins (Fr. Theiler) sowie ein Elternteil, das sich um die Akquirierung von Sponsorengeldern kümmern wollte (Fr. Seelke). Aller vier Wochen traf sich das neunköpfige Gremium, stellte den aktuellen Entwicklungsstand des Projektes fest, diskutierte mögliche Planungs- und Handlungsalternativen und beschloss gemeinsam die nächsten Arbeitsschritte. Das Informationsmanagement Um nicht gleich zu Anfang unserer langen „Projektreise“ auf eine organisatorische „Sand-bank“ aufzulaufen, nahm das Organisationskomitee die Herausforderung einer umfassen-den Information aller Beteiligten über das größte jemals von unserer Schule durchgeführte Projekt sehr ernst und holte sich professionelle Unterstützung von einem unserer langjäh-rigen Kooperationspartner, Herrn Alexander Sadler, der als Informations- und Medien-designer tätig ist. Die besondere Schwierigkeit bestand darin, das Jahreskonzept in all seinen komplexen Zusammenhängen zielgruppengerecht für Schüler, Eltern, Lehrer und Erzieher verständlich darzustellen, dabei aber auf bleiwüstenähnliche, seitenlange Ausführungen zu verzichten. Im Ergebnis einer Diskussion haben sich eine Schüler-Roadshow, eine Wandzeitung für den Hauptschaukasten der Schule, ein Flyer für die Eltern und Kooperationspartner und mehrere Plakate als geeignete Informationsträger herauskristallisiert. Unsere Homepage im Internet haben wir auch mit einbezogen, erschien uns aber gegenüber den anderen Plattformen als weniger effektiv. Selbstverständlich waren die Kinder aktiv an der Herstellung der Informationsträger betei-ligt. Sie malten Thalia, die griechischen Götter und Piratendarstellungen in allen denkbaren Variationen. Herr Sadler führte die Planungen des Organisationskomitees mit dem Bild-material der Kinder zusammen und entwickelte daraus mit einem Vektorgrafikprogramm und einem Großformatdrucker zwei große Wandzeitungen für den Hauptschaukasten der Schule. Zusätzlich gab es noch einen beidseitig bedruckten DIN-A4-Flyer für jedes Eltern-haus und die Kooperationspartner, der die Inhalte der beiden Wandzeitungen in kompakter Form wiedergab. Ein Mädchen und ein Junge absolvierten nach Einverständnis der Eltern sogar ein kleines Fotoshooting in piratentypischer Kleidung. Auf Plakaten sollte ihr Konter-fei vor allem außerhalb der Schule auf das jeweils nächste Event aufmerksam machen. Die Roadshow als Auftaktveranstaltung Während der Auftaktveranstaltung für unser Jahresprojekt Anfang Oktober 2008 stellte die Klasse 5a die Jahreskonzeption den Schülern aller anderen Klassen in einer selbst gestal-teten Powerpoint-Roadshow vor und rief zur aktiven Mitgestaltung auf. Im Vorfeld hatten sie dazu im Deutschunterricht die verschiedenen Teilthemen der Gesamtkonzeption kind-gerecht aufgearbeitet und so untereinander aufgeteilt, dass fast jeder Schüler der Klasse am Computer eine eigene Powerpoint-Seite gestalten und zur Roadshow selbst vortragen durfte. Unser Kooperationspartner Herr Sadler stellte den Kindern hierzu ein geeignetes und gut funktionierendes Powerpoint-Template als Vorlage zur Verfügung. Unser Schullei-ter, Herr Kirschstein, verlas außerdem noch einen „Brief von Thalia“, der die Kinder aller Klassen aufforderte, sich am Kreativwettbewerb „Goldener Apollon“ zu beteiligen. Vorbereitung der Unterrichtsprojektwoche Nachdem die Lehrer die Interessen der Schüler zum Thema „Piraten“ ausgiebig erforscht hatten, mussten sie diese in Übereinstimmung mit den Zielen des Rahmenlehrplanes brin-gen. Im Oktober 2008 tagten die Fachzirkel unserer Schule, um sich über die Umsetzung des fächerverbindenden Unterrichtsprojektes auszutauschen. Im Mittelpunkt stand dabei die Frage, mit welchem Aufgabenspektrum der Bezug zur kreativen Lernkultur hergestellt werden kann. Uns stand eine Fülle von Material zur Verfügung. Die Kollegen recherchier-ten im Internet, die Schüler „überschwemmten“ uns mit ihren eigenen Büchern und Frau Bär, Fachzirkelleiterin Deutsch, nahm Verbindung mit der Kinderbibliothek unseres Stadt-bezirkes auf, die uns eine große Kiste mit Büchern, Zeitschriften, Spielen, CDs und DVDs zusammenstellte und auslieh. Gemeinsam mit den Schülern legten nun die Lehrer die inhaltlichen Schwerpunkte und die Endprodukte des Unterrichtsprojektes fest. Ziel war es, mit dem erworbenen Hintergrund-wissen zum Thema „Piraten“ Klassenbeiträge für eine Piratenausstellung und eine Bühnen-show für den Kreativwettbewerb zu erarbeiten und sich Verbündete und Helfer dafür zu suchen. Unser Patenmodell bot vor allem den Lehrern ohne künstlerischen Hintergrund die Möglichkeit, schulexterne Künstler in die Planungen einzubeziehen. Am Ende der Vorbe-reitungsphase zur Unterrichtsprojektwoche hielten alle zwölf Klassenlehrer der Schule ihren Planungsstand mit den wichtigsten Informationen in einem kompakten, standardi- sierten Projektsteckbrief fest, der der Schulleitung und dem Organisationskomitee für ihre weiteren Aufgaben zur Verfügung gestellt wurde. Dank dieser beachtlichen Planungstrans-parenz konnten wir sehr frühzeitig die Vielfalt der Ideen, Vorhaben und der zu erwartenden Projektergebnisse in den jeweiligen Klassen erkennen bzw. sicherstellen. Die Unterrichtsprojektwoche Unsere Piratenflagge neben dem Schulgebäude flatterte kräftig im Herbstwind. Anfang November war genau der richtige Zeitpunkt für den Startschuss unserer Projektwoche zum Thema „Piraten“. Im Projektsteckbrief hatten die Klassenlehrer bereits notiert, welche Ziele erreicht und welche Endprodukte hergestellt werden sollten. In ihm wurde auch der fächer-verbindende Charakter sowie der kreativitätsfördernde Bezug durch die unterschiedlichen Aufgaben bzw. Schülertätigkeiten aussagekräftig dargestellt. Einige Klassen wollten das Unterrichtsprojekt schon für das Erarbeiten von Klassenbeiträgen für die Piratenausstellung oder die Bühnenshow nutzen und haben dazu extra Künstlerpaten für die Betreuung ihrer Beiträge engagiert. Auf seinem Rundgang durch die ganze Schule hat unser Schulleiter die zahlreichen Eindrücke des vielfältigen und kreativen Arbeitens auf Video festgehalten, die später in eine filmische Projektdokumentation einfließen und gleichzeitig für eine Evalua-tion des Pilotprojektes genutzt werden sollten. Die eindrucksvollen Filmszenen belegen nicht nur die künstlerische Aufbruchstimmung in allen zwölf Klassen, sondern stellen auch die kreativen Potenziale und Ergebnisse unserer Schüler mit Unterstützung der Künstlerpaten in den Mittelpunkt: In der Aula erarbeitete die Klasse 1a unter Anleitung des Kammermusikers Herrn Gaebelein die Hymne der Thalia-Piraten, ein Lied das im Laufe des Schuljahres alle Kinder der Schule singen lernen sollten. Während die Schüler der Klasse 5b auf dem Flur der obersten Etage Schatzkisten für eine Piratenausstellung bauten, machte sich eine kleine Projektgruppe der Parallelklasse auf dem Schulhof mit der Bedienung von Sextant und GPS-Gerät vertraut, um danach das erlernte Wissen über Navigation in ihr Theaterstück „Das Geheimnis der Goldenen Nadel“ einbauen zu können. Die Kinder der Klasse 4b wollten auch Theater spielen und probten mit ihrer Klassenlehrerin und engagierten Eltern in der Turnhalle das Stück „Der geheime Schatz der Piraten“. Im Erdgeschoss schleppten unterdessen viele Kinder der Klasse 3a große Äste in die Kreativwerkstatt, aus denen sie später zusammen mit Frau Feix, einer freischaffend tätigen Puppenspielerin, Ungeheuer und Monster für eine Aufführung auf dem Schulhof herstellten. Auch die Sechstklässler waren handwerklich beschäftigt. Sie sägten und feilten an ihren Krummsäbeln, die sie zum Kreativwettbewerb für eine Choreografie zu einer Piratenmusik einsetzen wollten. Aus dem gegenüberliegenden Musikraum drangen die Klänge eines Piratenliedes. Hier übten die Kinder der Klasse 4c mit ihrer Musiklehrerin einen Kreistanz mit anspruchsvoller Choreografie ein. Eine andere vierte Klasse verwan-delte ihren Klassenraum in eine Piratenschneiderei. Insgesamt wurde in allen Klassen bewusst auf eine Rhythmisierung von künstlerisch-hand-werklichen Tätigkeiten und explorativ-problemlösenden Aufgaben für die Schüler geachtet. In einer fünften Klasse verdeutlichen die Filmszenen besonders gut, wie die Kinder selbst-ständig und in der Gruppe themenbezogene Aufgaben lösen und sich das dafür notwendi-ge Quellenmaterial von einer Lerntheke selbst holen. Die spätere Evaluation hat ergeben, dass der Anteil eben jener Aufgaben, die speziell die Problemlösungskompetenz fördern, aber trotzdem noch weiter erhöht werden muss. Die Ergebnisse aus dem künstlerischen Aufgabenbereich waren dagegen sehr überzeugend und vielversprechend. Nach Abschluss der Unterrichtsprojektwoche Die Unterrichtsprojektwoche war so erfolgreich verlaufen, dass es für viele Schüler und Lehrer als Initialzündung diente, sich auch weiterhin mit dem Thema „Piraten“ zu beschäfti-gen. So beschloss der Fachzirkel Deutsch, in den Klassen 4 und 5 die Ganzleseschriften „Die Schatzinsel“ und „Mein Leben auf dem Piratenschiff“ im Unterricht zu lesen. Die Kolle-gen erarbeiteten dazu Leseaufträge u.a. für ein Lesetagebuch. Auf diese Weise schrieben die Kinder viele Textsorten und vor allem Übungen in Rechtschreibung und Grammatik ka-men nicht zu kurz. Das Internetportal „Mathe-Piraten“ bot zudem eine willkommene Gele-genheit, die Schüler für den Mathematikunterricht mithilfe eines für sie interessanten Themas zusätzlich zu motivieren. Lieder und Tänze wurden fortan im Musikunterricht oder am Nachmittag mit den Erziehern im Hort geprobt. Ebenso erhielten in den Profilstunden, im Kunstunterricht oder am Nach-mittag die Klassenbeiträge für den Kreativwettbewerb ihren letzten Schliff. Aber auch zu Hause wurde eifrig weitergewerkelt, gebastelt, gefilmt, gezeichnet, geschnitzt, geschrie-ben, gereimt und geprobt für den Einzelwettbewerb. Bis zum 28. Februar 2009 mussten sich alle Wettbewerbsteilnehmer mit ihren Exponaten und Bühnenbeiträgen in einer aus-liegenden Anmeldeliste eintragen. Die Piratenausstellung Auf unserem Schulgelände ist im März 2009 ein Ergänzungsbau für die Kinder der Schul-eingangsphase mit mehreren Teilungsräumen eingeweiht worden. Bevor dort unsere Jüng-sten einzogen, konnten wir das neue Gebäude mit der Piratenausstellung einweihen und es gleichzeitig unseren Eltern zeigen. Mithilfe der Anmeldeliste besaß das Organisationskomitee einen genauen Überblick über die hergestellten Klassen- und Einzelexponate und kalkulierte auf dieser Basis den not-wendigen Platzbedarf. Wir benötigten drei größere Räume für die Ausstellungsstücke, einen vierten Raum für die Filmvorführungen und den kompletten Foyerbereich des Ge-bäudes für eine vom Förderverein betreute „Hafenspelunke“ mit Kuchen und Getränken. Wenige Tage vor der Eröffnung begannen wir nach dem Unterricht unter Leitung unserer Kunsterzieherin Frau Heuer mit dem Aufbau der Dekoration. Viele engagierte Lehrer und Erzieher sowie Schüler der sechsten Klasse halfen dabei, ein piratentypisches Ambiente herzurichten: Die zusammengestellten Tische und Podeste wurden mit blauem Stoff be-deckt, zwischen den Lampen wurden Fischernetze gespannt und an den Decken allerlei gebastelte Meerestiere und sogar ein überlebensgroßer Papagei aufgehängt. Entspre-chend des grob angelegten, thematisch orientierten Stellplans konnten nun endlich die von den Schülern mitgebrachten Exponate auf die verschiedenen Ausstellungsräume ver-teilt und aufgebaut werden. Jedes Ausstellungsstück erhielt zum Schluss noch ein Kärt-chen, auf dem der Name des Exponats und der des Herstellers zu lesen war. Am Freitagnachmittag des 20. März 2009 eröffnete schließlich unser Schulleiter im Bei- sein vieler Schüler, Eltern, Lehrer, Erzieher und interessierter Besucher die Piratenausstel-lung. Mit Stolz und Zufriedenheit verkündete er den Anwesenden, dass sich die Kinder aller Klassen mit großem Engagement und viel Einfallsreichtum beteiligt haben. Neben den im Projektunterricht entstandenen Klassenexponaten waren auch 60 Einzelexponate, die um den „Goldenen Apollon“ wetteiferten, zu sehen, wie z.B. eine ganze Armada von selbstge-bauten Piratenschiffen, jede Menge Schatzkarten und Schatzkisten, selbstausgedachte Comics, Geschichten und Spiele sowie ein beeindruckendes Gemälde eines Piratenschif-fes in Übergröße, das gerade in eine Gewitterfront gerät. Zudem liefen über einen Beamer drei von Schülern hergestellte Piratenfilme in einer Endlosschleife ab. Die Kinder verweilten oft bei ihren eigenen Werken und beantworteten dabei geduldig die Fragen der Besucher. Diese zollten der Schule, den Schülern und den Pädagogen viel Anerkennung und bewun-derten die Kreativität der Kinder, was in einem Gästebuch nachzulesen ist. An den darauf-folgenden Schultagen erhielt die Jury schließlich die Gelegenheit, alle Exponate in Ruhe zu studieren und ungestört zu bewerten. Die Bühnenshow Gleich im Anschluss an die Piratenausstellung folgte eine Woche später die Präsentation der Bühnenbeiträge für unseren Kreativwettbewerb. Am 23. und 24. März 2009 fand unter der Leitung von Frau Klimpel, unserer Musiklehrerin, vormittags die Bühnenshow statt, die auf Grund der großen Beteiligung auf zwei Tage verteilt wurde. Zunächst waren die Kleinen der Klassen 1 bis 3 an der Reihe, ehe tags darauf die Schüler der Klassen 4 bis 6 folgten. Das Publikum in der vollbesetzten Aula bestand fast ausschließlich aus Kindern. Die El- tern sollten erst am Ende des Jahres, im Rahmen der großen Schulhöhepunkte, Gelegen-heit erhalten, die ausgereiften Darbietungen ihrer Spösslinge zu bewundern. Im 32 Beiträge umfassenden Bühnenprogramm spiegelte sich vor allem wider, dass viele unserer Schüler in ihrer Freizeit privat oder in einem Verein ein Instrument spielen lernen. Die Bandbreite der dargebotenen Instrumentalstücke reichte hier von Klavier und Geige über Flöte und Gitarre bis hin zu Akkordeon, Melodika und Schlagzeug. Aber auch die an-deren Ausdrucksformen boten beste Unterhaltung, wie z.B. eine Breakdance-Einlage, eine Rola- und eine Einradshow, eine Kampfchoreografie mit Krummsäbeln, eine Piratenmoden-schau sowie einige Ausschnitte aus ganzen Theateraufführungen. Die Kinder der ersten Klasse sangen mit Unterstützung unseres Kooperationspartners Herrn Gaebelein die extra für das Projekt geschriebene Thalia-Piraten-Hymne. Ein Mädchen aus einer fünften Klasse präsentierte ihr selbst komponiertes Piratenlied, dass sie vorher in einem Tonstudio aufge-nommen hatte. Zum absoluten Publikumsliebling avancierte allerdings ein Junge aus einer vierten Klasse, der sich als Pirat mit einer selbst gebastelten Marionettenfigur unterhielt und dabei echte Entertainer-Qualitäten bewies. Obwohl in der ersten Reihe die Jury saß und die einzelnen Beiträge begutachtete, kam zu keinem Zeitpunkt Rivalität und Anspannung auf. Der herzliche Applaus der Schüler für die kreativen Darbietungen aller Teilnehmer sorgte jederzeit für eine entspannte und lockere Atmosphäre, so dass der eigentliche Wettbewerbscharakter in den Hintergrund trat. Die Arbeit der Jury des Kreativwettbewerbs Einige Kinder und vor allem die Erwachsenen waren der Meinung, dass die Jury es schwer haben würde, die kreativsten und wirklich besten Beiträge für den „Goldenen Apollon“ zu nominieren. Im Februar 2009 hatte die Jury-Vorsitzende, Frau Sadler, die sechs gewählten Schüler-Juroren der Klassenstufen 4 bis 6 zu einem Jury-Workshop zusammengerufen, um sie auf ihre Funktion und Aufgabe sorgfältig vorzubereiten. Nach Klärung der Wettbewerbs- kriterien, des Punktesystems und der Handhabung des vorgedruckten Wertungsformulars übten die Kinder die Wertung an einem nicht zum Kreativwettbewerb gehörenden Exponat und begründeten ihre Meinung. Nach mehreren Übungsversuchen gewannen sie immer mehr Sicherheit in der richtigen Anwendung der Kriterien und bekamen auch ein Gefühl für die Vergleichbarkeit von Beiträgen unterschiedlicher Altersstufen. Zum Schluss wurden sie noch auf ihre Schweigepflicht aufmerksam gemacht und erhielten ein paar nicht unwichtige Verhaltensregeln gegenüber besonders neugierigen Zeitgenossen. Mit großem Selbstbewusstsein nahmen sie bei der Ausstellung und der Bühnenshow im März 2009 die Bewertung der fast 100 Einzel- und Klassenbeiträge in Angriff. Die Juroren bewiesen bei dieser schwierigen, Objektivität abverlangenden Aufgabe großes Verantwor-tungsgefühl und viel Ausdauer. Sie beschäftigten sich unabhängig voneinander sehr genau mit jedem einzelnen Beitrag und vergaben ihre Punkte nicht leichtfertig, sondern mit Über-legung. Freunde wurden auch nicht bevorteilt. Ihre Wertung trugen sie mit Kugelschreiber ein, damit das Ergebnis hinterher nicht manipuliert werden konnte. Anschließend addierten die Kinder die Punkte und übergaben ihre ausgefüllten Listen der Jury-Vorsitzenden. Nach einer kompletten Auswertung aller Jury-Listen, standen die Gewinner des Klassen- Apollons und die jeweils zehn nominierten Einzelbeiträge der Klassenstufen 1 bis 3 bzw. 4 bis 6 für den „Goldenen Apollon“ fest. Den Wettbewerbsteilnehmern war bekannt, dass die Jury eine zweite Bewertungsrunde der nominierten Einzelbeiträge im Mai 2009 anhand der auf Video aufgezeichneten Ausstellung und Bühnenshow vornehmen und zum bisherigen Ergebnis dazu addieren wird. Wir wollten sichergehen, dass der erste Eindruck sich auch als nachhaltig genug herausstellt. Erst jetzt standen die Preisträger endgültig fest. Die Jury setzte sich ein letztes Mal zusammen und diskutierte, was an den Sieger-Exponaten besonders gelungen war. Danach schrieben die erwachsenen Jurymitglieder die Laudatio. Die sechs Schüler-Juroren hatten zur Preis-verleihung des Kreativwettbewerbs im Juli 2009 ihre letzte wichtige Aufgabe: Sie verkünde-ten die Preisträger, übergaben die Trophäen an die kreativsten Schüler und Klassen und verlasen jeweils eine Laudatio. Zur Ehre der Jury sei erwähnt, dass niemand etwas verriet und die Preisverleihung den gewünschten Spannungseffekt behielt. Als Anerkennung für ihre objektive Urteilsfähigkeit erhielten sie vom Förderverein einen Thalia-Büchergutschein. Die Jagd nach dem Schatz von Stralau Die drei Festwochen anlässlich des 10-jährigen Jubiläums der Namensverleihung unserer Grundschule begannen am Samstag, dem 20. Juni 2009 mit der „Jagd nach dem Schatz von Stralau“. Ausgehend von einer erdachten Legende, dass Piraten vor 300 Jahren einen Schatz in der Nähe der Schule versteckt hatten, war diese Veranstaltung eine klassische Schatzsuche für die ganze Familie. Vorrangiges Ziel war es, Kinder und Eltern auf die Pira-ten-Festwochen einzustimmen und ihnen Gelegenheit zu geben, etwas gemeinsam zu un-ternehmen. Dieses, von unserem Kooperationspartner Alexander Sadler organisierte und durchgeführte Event sollte den Schülern wenige Tage vor ihrem großen Theaterauftritt noch einmal Ablenkung verschaffen. Am Freitag, einen Tag zuvor, erhielten die Kinder eine Rätselgeschichte und eine Schatz-karte von der Umgebung der Schule. Wer das Rätsel mithilfe der Eltern richtig löste, konn-te sich ab Samstag, 8 Uhr in den angegebenen Quadraten der Karte auf die Suche nach drei versteckten Schatztruhen machen. Bei wunderschönem Wetter kam es dann zu einer kleinen „Völkerwanderung“ auf der Stralauer Halbinsel, im Treptower Park und am Rum-melsburger Ufer. Die Familien waren mit Kinderwagen, Fahrrad oder zu Fuß unterwegs. Sie genossen den Spaziergang, trafen sich zum Plausch oder suchten gemeinsam mit ihren Kindern. Die Schatztruhen waren sehr gut versteckt. Unsere Befürchtung, dass sie vielleicht von Un-beteiligten gefunden werden könnten, bewahrheitete sich zum Glück nicht. Innerhalb von drei Stunden waren alle Schatztruhen gefunden. Sie enthielten eine Einladung zur großen Festveranstaltung, bei der der wirkliche Schatz abgeholt werden konnte, einen Luftballon, der aufgeblasen den Fundort markieren sollte und eine Handynummer, an die eine SMS zum Nachweis des ehrlichen Fundes geschickt werden musste. Obwohl einige Kinder nur wenige Schritte an den Schatztruhen vorbeiliefen, gönnten sie den drei Findern ihr Glück, applaudierten und gingen fröhlich nach Hause, denn alle hatten sie einen spannenden Vor-mittag erlebt. Das Bühnenspektakel: „Das Geheimnis der Goldenen Nadel“ Seit nun schon mehreren Monaten steuerte „die Mannschaft der Thalia-Piraten“ diesem kulturellen Höhepunkt des Schuljahres entgegen. Das Ziel war zwar noch nicht in Sicht-weite, aber „Steuerfrau“ Irene Sadler behielt unser Grundprinzip, möglichst viele Kinder auf die Bühne zu bringen, stets im Auge. Der Klasse 5a, die zunächst für ausreichend Rückenwind für unser abenteuerliches Vorhaben sorgte, traute man die anspruchsvolle Aufgabe zu, die Rahmenhandlung des Bühnenspektakels in Form eines ca. 40-minütigen Theaterstückes zu übernehmen. Alle anderen künstlerischen Klassen- und Einzelbeiträge unserer Kinder aus der Bühnenshow des Kreativwettbewerbs sollten noch einmal verfeinert und an den passenden Stellen zwischen den einzelnen Szenen eingefügt werden, sodass am Ende daraus ein vielfältiges Programm mit Theater, Gesang, Tanz und Instrumental-musik für die Eltern entstehen konnte. Ab Dezember 2008 nutzte die Klasse 5a die wöchentlichen Profilstunden zur Erarbeitung des Theaterstückes. Auf der Grundlage des in der Projektwoche erworbenen Wissens über Piraten und der Beschäftigung mit dem Thema über den Unterricht hinaus schrieben und spielten die Kinder einzelne Szenen. Gedankliche Anstöße erhielten sie durch das Buch „Die Jagd nach dem goldenen Tau“ von Julia Golding. Die Deutschlehrerin führte anschlie-ßend die Ideen und Texte der Schüler zu einem spannenden Plot zusammen, ehe ab März 2009 mit den intensiven Proben begonnen werden konnte. Die ersten zu umschiffenden Klippen machten sich inzwischen bemerkbar: Auf Grund der hohen Beteiligung an der Bühnenshow im März wurde uns relativ schnell klar, dass wir die vielen Beiträge für unsere Piratenshow am Schuljahresende auf zwei Veranstaltungen auf-teilen mussten. Zudem schränkte das unterdessen vom Förderverein gestaltete Bühnenbild den vorhandenen Aktionsraum für die Klassenbeiträge der größeren Schüler zu stark ein. Nachdem sich das Organisationskomitee auf die Durchführung von zwei Vorführungen an zwei aufeinander folgenden Abenden geeinigt hatte, fügten im Mai die Fachzirkel Deutsch und Musik die Darbietungen wie in einem Puzzlespiel zusammen: Die Rahmenhandlung der Klasse 5a sollte an beiden Tagen mit der gleichen Rollenbesetzung aufgeführt werden. Des Weiteren war vorgesehen, die Klassenbeiträge der Klassen 1 bis 3 bei jeweils voller Klassenstärke auf beide Tage gleichmäßig zu verteilen, während alle Klassenbeiträge der Klassen 4 bis 6 an beiden Tagen in wechselnder Besetzung, präsentiert werden sollten. Nur so war es möglich, den Spagat zwischen hoher Beteiligung der Kinder auf der einen und dem folgerichtigen Ablauf der auf die Bühne zu bringenden Piratengeschichte auf der anderen Seite für beide Veranstaltungen zu schaffen. Um die Übersicht bei jeweils 160 beteiligten Kindern zu behalten, wurden im Vorfeld von Frau Sadler genaue Ablaufpläne für die zwei Aufführungen erstellt, die neben und hinter der Bühne als große Plakate angebracht waren. Die beteiligten Akteure konnten ablesen, wann sie an die Reihe kamen und welche Requisiten sie jeweils benötigten. Unsere Helfer an der Technik und hinter der Bühne wussten so immer genau, welche Kinder Headsets tragen sollten und welche Musik über die Tonanlage einzuspielen war. Die misslungene Generalprobe einen Tag vor der ersten großen Aufführung führte allen Beteiligten deutlich vor Augen, wie wichtig das genaue Lesen des Ablaufplans sein sollte, der daraufhin noch einmal auf DIN A4 kopiert und an alle Verantwortlichen verteilt wurde. Das Lampenfieber der Kinder und die Anspannung der Lehrer und Erzieher nahm nochmal deutlich zu. Und dann rückte schließlich der Premierentag, der 23. Juni 2009, heran. Die Aula der Thalia-Grundschule war bis auf den letzten Platz besetzt und der Eintritt für alle kostenlos. Die Theatervorstellung dauerte 90 Minuten mit einer 15-minütigen Pause dazwischen. Den roten Faden der Piratenshow gestalteten die Schüler der Klasse 5a. Sie zeigten die Geschichte von dem ängstlichen David, der sich auf ein Piratenschiff träumt und dort auf Captain Kidd trifft, der eine große Schuld abzutragen hat und deshalb die immer mehr an den Infernorand driftenden Welten retten will. Dabei muss er sein böses Ich besiegen. Natürlich hilft ihm David dabei und kehrt als mutiger Junge wieder zurück nach Hause. Koch und Köchin, mutige und erfahrene Seeleute, hinterlistige Piraten, Papageien, ein Hund und eine Katze sorgen für eine vergnügliche Story, die mit Liedern, Tänzen und anderen Showelementen der Kinder aus den anderen Klassen gewürzt ist und viel Wissen über das Thema „Piraten“ beweist. Besonders beeindruckt vom künstlerischen Potenzial der Schüler spendeten die Zuschauer viel Applaus. Unser Schulleiter lobte hinterher den vorbildlichen Einsatz aller Klassen und bedankte sich bei all jenen Personen, die zu diesen zwei gelungenen Abenden beigetragen hatten. Der Programmablauf funktionierte diesmal ohne größere Schwierigkeiten. Vor allem unsere Künstlerpaten leisteten wertvolle Unterstützung. Herr Gaebelein und Frau Mayer begleiteten die Kinder der Klassen 1a und 2a bei ihren Beiträgen „Thalia-Piraten“ und „Zehn kleine Piraten“ auf dem Klavier. Ein experimentelles Theaterstück der Klasse 3a mit Unterstützung von Frau Feix ließ sich leider nicht ins Bühnenprogramm integrieren, da ihre Performance „Piraten am Rummelsburger See“ wegen des enormen Platzbedarfs mit riesigen, selbstgebauten Seeungeheuern für eine Präsentation auf dem Schulhof im Rah-men einer Elternversammlung konzipiert war. Auch die Klasse 4b führte eine Woche im Voraus ihren eigenen Theaterabend durch. Ihr Stück „Der geheime Schatz der Piraten“ konnte auf Grund der zu langen Spieldauer immerhin noch in Ausschnitten in das Bühnen-spektakel der Schule eingebunden werden. Am Ende verzeichnete unsere Schule inner-halb von zehn Tagen drei größere und eine kleinere Theatervorführung, die dank unseres Kooperationspartners Herrn Kasechube vom Verein „Das Haus – Begegnungsstätte für Kindheit“ alle komplett auf Video aufgezeichnet worden sind. Großgruppen-Geländespiel „Die Entführung der schönen Annabelle“ Am Dienstag, dem 30. Juni 2009 fand das Großgruppen-Geländespiel „Die Entführung der schönen Annabelle“ statt. Lehrer und Erzieher fungierten diesmal nur als Begleitpersonen. Die Veranstaltung lag allein in der Verantwortung der Eltern. Die Schule hatte sie ihnen bewusst übergeben, damit sie das Jahresprojekt kreativ mitgestalten konnten. Vorgegeben war nur der gruppenförderliche Spielcharakter, bei dem die Kinder durch das gemeinsame Lösen von Aufgaben zum Ziel gelangen. Unter der Leitung von Frau Maron, Elternvertreterin der Klasse 3b, wurde dieses sehr auf-wändige Event akribisch vorbereitet und das Organisationskomitee regelmäßig über den aktuellen Entwicklungsstand informiert. Schnell hatte sich die Arbeitsgruppe „Annabelle“ gebildet, zu der neben Eltern aus den Klassen 1 bis 6 auch der Schauspieler Herr Plepp, die Buchillustratorin Frau Kahl und der freie Journalist Herr Weitzel gehörten. Bei diesem Geländespiel ging es für die Schüler darum, die schöne Annabelle und ihren Vater, König Dagobert, aus den Händen der Piraten zu befreien. Dazu musste zuerst der Hofstaat durch die Erfüllung von zahlreichen Aufträgen erlöst werden. Für diesen 12 Personen umfassen-den Hofstaat konnte Frau Maron Schüler der benachbarten Emanuel-Lasker-Realschule gewinnen, die nach einer kurzen Absprache der beiden Schulleiter bereit waren, uns zu unterstützen. Am Morgen versammelten sich alle Schüler auf der Wiese neben der Schule. Jede Klasse führte eine selbst gestaltete Piratenflagge mit und hatte sich einen Piratennamen gegeben. „Die wilden Piraten“, „Die Reiter des Hurrikans“, „Die Freibüchlerbande“, „Die wilden Sech-zehn“ und noch einige weitere sturmerprobte Piratenklassen bestimmten von nun an das Geschehen für die nächsten Stunden auf Stralau. Natürlich wollten alle Kinder die schöne Annabelle befreien, also lauschten sie aufmerksam der Einführungsgeschichte von Herrn Weitzel. Die Klassen erhielten eine Schatzkarte und einen Seesack mit ihrem Namen und mussten nun über die Umgebung unserer Schule verteilt, mehrere Stationen anlaufen und Herausforderungen meistern, wie z.B. über Hindernisse hangeln, Quizfragen beantworten, Müll sortieren oder nach vergrabenen Schätzen suchen. Jedesmal, wenn sie eine der Auf-gaben gelöst hatten, erhielten sie ein Utensil, das auf ein Mitglied des Hofstaates hinwies. Am Schluss trafen sie wieder auf der Wiese ein, auf der die Mitglieder des Hofstaates in Kostümen „schliefen“. Mit dem richtigen, der in den Seesäcken gesammelten Gegen-stände berührt, wachten sie auf. Dann stieg die Spannung. Wo blieb die schöne Annabelle? Die Kinder wurden aufgefordert, an das Ufer des Rummelsburger Sees zu gehen und recht laut das Piratenlied „Der Pirat“, das sich seit der Roadshow im Oktober mittlerweile zu einem echten Hit entwickelt hat, zu singen. Sie sangen aus voller Kehle und tatsächlich näherte sich ein Boot, dass uns die Schifffahrtsgesellschaft „Schiffskontor“ zur Verfügung gestellt hatte, mit Herrn Plepp als König Dagobert und der schönen Annabelle, einer Realschülerin. Unter dem Jubel von 300 Kindern kamen beide an Land, bedankten sich mit einer professionellen Schauspieleinlage bei ihren Erlösern und luden zum großen Königsbüfett auf dem Schulhof ein. Neben den Eltern hatte die Küche unserer Schule ein wahrhaft fürstliches Mahl vorbereitet. Zehnkampf der Thalia-Piraten Zu unserem Jahresprojekt gehörte auch der Sport. Deshalb fand am 2. Juli vormittags der „Zehnkampf der Thalia-Piraten“ statt, eine sportliche Auseinandersetzung zwischen den Parallelklassen der jeweiligen Altersstufe. Er wurde vom Fachzirkel Sport einen Monat vor-her vorbereitet und berücksichtigte kreative Vorschläge der Kinder für piratentypische Ein-zeldisziplinen, wie z.B. „Deck schrubben“ oder „Über die Planke laufen“. Die Klassen traten wiederum mit ihren erfundenen Namen und ihrer eigenen Piratenflagge an. So kämpfte bei-spielsweise die Klasse 2a nicht einfach nur gegen die Klasse 2b, sondern es gab vielmehr eine spaßige und abenteuerliche Auseinandersetzung zwischen den Kaperpiraten und den Inselschätzchen um die Vorherrschaft in den „Thalia-Gewässern“. Die siegreichen Piraten erhielten am Ende Urkunden, die von Herrn Ring, unserem Sportlehrer im Ruhestand, gestaltet worden waren. Das große Piratenfest Am Nachmittag des 2. Juli 2009 fand auf dem Schulhof das große Piratenfest mit Musik, Moderation und einem kleinen Kulturprogramm statt. Kinder, Eltern, Lehrer, Erzieher und Kooperationspartner der Thalia-Grundschule kamen noch einmal zusammen, um den Ab-schluss eines denkwürdigen Schuljahres ausgiebig zu feiern. Die Schüler sollten außer-dem für ihre tollen kreativen Leistungen, die sie das ganze Schuljahr über erbracht hatten, großzügig belohnt werden. Eröffnet wurde das Fest von unserem Schulleiter, der als Piratenkapitän den Countdown für unsere Aktion „Welcher Luftballon fliegt am weitesten“ herunterzählte. Jedes Kind hielt einen mit Helium gefüllten Luftballon in den Händen, an dessen Schnur ein kleines Kärt-chen für den späteren Finder geheftet war. Darauf stand der jeweilige Name des Kindes, eine kleine Botschaft über unser Schuljubiläum und die Bitte, das Kärtchen an den Absen-der zurückzuschicken. Bei „Null“ stiegen mehr als 300 rote Luftballons in den Himmel auf und entschwebten über das Dach unserer Schule Richtung Südwesten aus unserem Blickfeld. Ob sich jemand melden würde? Lehrer, Erzieher und einige Eltern hatten auf dem Schulhof verschiedene Stände aufge-baut, an denen die Kinder lustige Piratenprüfungen ablegen konnten. Erst wenn sie neun Herausforderungen bestanden hatten, wurden sie zu echten Piratenkapitänen ernannt und durften sich am Stand des Fördervereins ein kleines Piratengeschenk aussuchen. Für die Verpflegung war ebenfalls bestens gesorgt. Die Eltern kümmerten sich um ausreichend Getränke und der angenehme Duft von Bratwurst zog über den Schulhof. Besonderes Auf-sehen erregte ein riesengroßes, gebackenes Thalia-Piratenschiff, von dem nach vielem Bestaunen und Fotografieren kein Kuchenkrümelchen mehr übrig blieb. Das Organisationskomitee konnte auch einige Kooperationspartner für diesen Nachmittag gewinnen: Mitarbeiter des Vereins „Das Haus – Begegnungsstätte für Kindheit“ bauten u.a. einen Schminkstand auf. Es dauerte nicht lange und viele kleine furchteinflößende Piraten liefen herum. Ab 17.30 Uhr gab es für alle noch ein kleines Kulturprogramm. Einradfahren, die Musikschule „Fröhlich“ und tänzerische Darbietungen standen auf dem Programm, ehe unter den Klängen der Gruppe „Capoeira“ die große Piratenflagge vom Piratenkapitän des „Thalia-Schiffes“ höchstpersönlich eingeholt wurde. Festveranstaltung und Preisverleihung Das Piratenjahr war noch nicht ganz vorbei. Ein Event fehlte noch: Am 7. Juli 2009 war der 10. Jahrestag der Namensverleihung unserer Schule. Den wollten wir gemeinsam mit den Schülern, Eltern, Lehrern, Erziehern und Kooperationspartnern feierlich begehen. Für solch ein Fest mit ca. 500 Personen reicht die Sitzplatzkapazität unserer Aula nicht aus, des- halb nahm das Organisationskomitee Verbindung mit dem Zirkuszelt „Shake!“ am Berliner Ostbahnhof auf. Der Förderverein schloss einen entsprechenden Nutzungsvertrag und so war die Festveranstaltung nach unseren Vorstellungen gesichert. Im Zirkuszelt herrschte von Anfang an eine lockere und fröhliche Stimmung. Dazu trugen auch die Filmausschnitte aus der Jahresprojektdokumentation „Trilogie der Thalia-Piraten“ von unserem Kooperationspartner Herrn Sadler bei, die die Entwicklung unseres Jahres- projektes und die Erarbeitung der vielen kreativen Beiträge unserer Kinder in anschaulicher Art und Weise zeigten. Herr Kirschstein, unser Schulleiter, hielt anschließend die Festrede und zur Freude der Kinder verlas er auch einen Brief, der die Schule nach der Luftballon-aktion erreicht hatte. Der Ballon einer Schülerin aus der vierten Klasse war tatsächlich bis ins 140 km entfernte Krostitz, in der Nähe von Leipzig, geflogen. Dann trat Captain Kidd auf. Ein Vater mit Entertainer-Qualitäten wurde als Pirat engagiert, um lustig und unterhaltsam „Die Jagd nach dem Schatz von Stralau“ aufzulösen und den glücklichen Findern ihren wohlverdienten Schatz zu überreichen. Im weiteren Verlauf über-nahmen Frau Sadler, Projektleiterin und Jury-Vorsitzende und Jakob Schulz, Schüler der vierten Klasse und Jurymitglied, die Moderation der Preisverleihung unseres Kreativwettbe-werbs „Goldener Apollon“. Zunächst erhielten alle Teilnehmer des Einzelwettbewerbs eine Urkunde von unserem Schulleiter. Die Spannung erreichte nun ihren Höhepunkt. Mit einem Jingle und dem Öffnen eines verschlossenen Briefumschlags begann nun die Verkündung der Preisträger. Den „Goldenen Apollon“ erhielten in den Klassenstufen 1 bis 3 ein Geigenspiel, das Modell eines versunkenen Piratenschiffes aus Knete und Pappe und ein ausschließlich aus Haus-haltsgegenständen hergestelltes, stylisches Piratenschiff. Im Einzelwettbewerb der Klas-senstufen 4 bis 6 gewannen ein Daumenkino, ein geschnitzter Pirat, ein Trickfilm und das Spiel mit einer Marionettenfigur. Einen weiteren „Goldenen Apollon“ erhielten zwei Schwes-tern aus Klasse 3 und 4, die gemeinsam ein Piratenspiel erfunden und gebaut hatten. Den Ehrenpreis des Schulleiters bekam der Schüler mit der höchsten Punktwertung der Jury für ein großes Wandbild und ein professionell gezeichnetes Comic. Ein Kind aus der Jury ver-las anschließend die Laudatio und überreichte dem jeweiligen Preisträger die goldglänzen-de Trophäe. Der Schulleiter gratulierte mit einer großen Urkunde und einem Thalia-Bücher-gutschein. Beim Klassenwettbewerb siegten die Klasse 1b mit ihren Piratenporträts und dem Singspiel „Wilde Piraten“ und die Klasse 5b mit ihren gebastelten Schatztruhen und einer Piratenmodenschau. Während der Preisverleihung war es sehr erfreulich und interes-sant, die Kinder im Publikum zu beobachten. Sie drückten den Nominierten die Daumen und bejubelten die Preisträger. Auch einige skeptische Erwachsene konnten nach anfäng-lichen Bedenken gegenüber dem Bewertungssystem erkennen, dass die Schüler-Juroren einen fantastischen Job gemacht hatten. Natürlich musste die Preisverleihung mit künstlerischen Intermezzos aufgelockert werden. Unter der Leitung von Frau Klimpel zeigten die Schüler Darbietungen, die aus der Bühnen-show nicht in die Theateraufführung aufgenommen worden waren. Die Kinder der Musik-schule „Fröhlich“ und die AG Flöte spielten Piratenlieder, die Klasse 4c präsentierte einen Piratentanz und ein Schüler einer vierten Klasse spielte beidhändig und mit Augenklappe den Original-Soundtrack aus dem Film „Pirates Of The Carribean“ auf dem Klavier. Selbst-verständlich sangen auch alle gemeinsam unsere Thalia-Hymne. Zum krönenden Abschluss unserer Festveranstaltung und des gesamten abenteuerlichen Schuljahres erhielt Francesco, der Schüler, dem wir die zündende Idee für das Piratenjahr zu verdanken hatten, ein echtes Amulett und der Schulleiter bedankte sich bei allen Betei-ligten und besonders beim Organisationskomitee. Nach 280 Tagen voller Entdeckungen, Abenteuer, Kreativität und harter Arbeit gingen die Thalia-Piraten glücklich und zufrieden von Bord. Alle waren sich einig: Vom Thema „Piraten“ hatten wir jetzt erstmal genug, aber das klappernde Geräusch des Fahnenmastes mit der wehenden Flagge neben dem Schul-eingang werden wir trotzdem vermissen. Instinktiv schauen wir jeden Morgen immer noch nach oben in der Hoffnung bald wieder auf große „Projektreise“ gehen zu können.
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Besonderheiten:
Die Schulleitung der Thalia-Grundschule hat eine klare Vorstellung von der Weiterentwick-lung ihres Schulprofils. Mit dem im Februar 2008 von der Schulkonferenz beschlossenen Profilierungsansatz „Die 9 Säulen der Kreativitätsförderung“ legten wir das konzeptionelle Fundament für eine zielgerichtete kulturelle Bildung an unserer Schule, die unserer Vision der Verbindung von Kreativität und Lernfreude entspricht. Die ersten acht Säulen dieses Konzepts stellen eine Synthese aus den aktuellen Erkenntnissen der Bildungs- und Krea-tivitätsforschung und eines über Jahre geführten innerschulischen Dialogs über praktische Erfahrungswerte dar. Die neunte Säule bildet dagegen eine Ausnahme. Sie verleiht dem Programm unseren eigenwilligen Thalia-Charakter. Säule 1 – Das Leitbild Thalia Wir legen besonderen Wert auf eine hohe Identifikation der Schüler, Lehrer, Erzieher und Eltern mit der Schule. Sie ist für uns die Voraussetzung für eine engagierte Schulentwick-lung. In einem ersten Schritt haben wir im Juli 1999 unsere Profilierungsambitionen auf künstlerischem Gebiet mit einer griechischen Muse im Schulnamen festgeschrieben, die auf sympathische Art und Weise unser Motto von „Kreativität und Lernfreude“ repräsentiert. Thalia zu Ehren wurde zur Namensgebung ein Schulprojekt mit allen Klassen durchgeführt, aus dem schließlich das Theaterstück „Thalia – Wie die Schule zu ihrem Namen kam“ her-vorging. Auch heute noch wird unseren Schülern mit einer fächerverbindenden Unterrichts-einheit die Bedeutung des Schulnamens näher gebracht. Seine schönste Ausdrucksform findet unsere besondere Beziehung zur Muse des Lustspiels in der schuleigenen Thalia-Hymne, die zu wichtigen Anlässen von allen gerne gesungen wird. Und auf sämtlichen Briefen, Urkunden, Flyern und Sporttrikots darf die stilisierte rote Leier, unser Schullogo und gleichzeitig das Sinnbild der Musen, nicht fehlen. Unsere Schule hat im neuen Profilierungskonzept ein identifikationsbezogenes Leitbild im Sinne einer Werteorientierung dem Namenskonzept von 1999 hinzugefügt. Die namensge-bende Leitfigur wird fortan mit Eigenschaften umschrieben, die im schulischen Alltag den pädagogischen und erzieherischen Handlungsrahmen beschreiben. Demnach ist Thalia kreativ, ausdrucksstark, wissbegierig, selbstbewusst, aktiv, selbstständig, tolerant, koope-rativ und zuverlässig. Diese Schlüsselkompetenzen haben sich in einem schulinternen Dis-kussionsprozess als die wichtigsten herauskristallisiert und zeichnen einen Vorbildcharak-ter, der als imageprägendes Bild von „unserer Thalia“ zukünftig nach außen in die Öffent-lichkeit getragen werden soll. Säule 2 – Thalias Leitlinien zur Kreativitätsförderung Wir legen besonderen Wert auf das Grundprinzip der richtigen Ausgewogenheit. Es impli-ziert einerseits die Notwendigkeit, kulturelle Bildung auf einem breit angelegten Fundament aufzubauen und vermittelt andererseits die Erkenntnis, dass kreative Ideen sich aus dem Spannungsfeld von Gegensätzen herausbilden, die es stets zu integrieren gilt. Ursprünglich war es unser Anspruch, eine alljährlich stattfindende Bühnenshow auf die Beine zu stellen, bei der die Kinder aller Klassen beteiligt waren. Die Beiträge der unterschiedlichsten künst-lerischen Ausdrucksformen sollten aus dem Unterricht und den Arbeitsgemeinschaften her-aus entwickelt und zu einer abendfüllenden Veranstaltung zusammengeführt werden. Von 1993 bis 1999 hatte sich diese Vorgehensweise bewährt und unser künstlerisches Profil entscheidend mitgeprägt. Mit diesem Ansatz des „Alles-unter-einen-Hut-Bringens“ erhielten wir für die Weihnachtsrevue „Weihnachtsmänner klont man nicht“ 1998 den 1. Preis beim „Goldenen Floh“, einem Wettbewerb für praktisches Lernen in der Grundschule. Die Idee einer integrierenden Festkultur ist auch Bestandteil des neuen Profilierungskonzepts. Die dazu formulierten Leitlinien verdeutlichen für uns die wichtigsten Integrationsaufgaben und benennen die Dimensionen der Ausgewogenheit, die für das Entstehen einer kreativitäts-fördernden Lernumgebung nach der „Alles-unter-einen-Hut-Methode“ in unseren Augen von Bedeutung sind. Damit meinen wir im Einzelnen: die Gleichzeitigkeit von konvergentem und divergentem Denken und Handeln im Unterricht, die richtige Balance zwischen Handlungs- und Ergebnisorientierung unserer Schulprojekte, das ausgewogene Verhältnis von aktiven und rezeptiven kulturellen Angeboten für unsere Kinder, die parallele Vermittlung von Wissen und Methoden im fächerverbindenden Unter-richt, das gleichzeitige Berücksichtigen von Lehrplaninhalten und Schülerinteressen bei der Wahl von Projektthemen, die Erfüllung eines ebenso angemessenen pädagogischen wie künstlerischen Anspruchs bei unseren Theateraufführungen, die gleichmäßige Förderung von Einzel- und Gruppenleistungen, die wichtige Anerkennung von absoluten und relativen kreativen Spitzenleistungen unserer Kinder sowie das rechte Maß zwischen intrinsisch motiviertem Eltern- und Pädagogenengagement und der Einbeziehung von schulexternen Kooperationspartnern. Jeweils beide Aspekte einer Dimension gehören untrennbar zusammen, sind auch häufig Teil des anderen. Das eine wäre ohne das andere im Kontext von umfassender kultureller Bildung im Sinne einer „Vielfalt in der Einheit“ für „unsere Thalia“ undenkbar. Säule 3 – Kreative Lernkultur Wir legen besonderen Wert auf die kreativitätsfördernden Aspekte von fächerverbindenden Projekten und einzelnen Unterrichtssequenzen. Sie klarer zu erfassen und sie zum festen Bestandteil von Unterricht zu machen, betrachten wir als eine unserer Hauptaufgaben. Eine Voraussetzung dafür ist die Bearbeitung bedeutender Unterrichtsgegenstände, die, wie unter Säule 2 beschrieben, nicht nur konvergentes, sondern auch divergentes Denken und Handeln ermöglichen. Das heißt für uns nichts anderes, als ein noch stärkeres Augenmerk auf die Aufgabenkonstruktion zu legen, die das Finden von verschiedenen Lösungswegen in den Mittelpunkt rückt und die Bewertung von Schülerleistungen auf die Nachvollziehbar-keit von Lösungswegen und die angemessene Wahl der Mittel ausrichtet. Unterschiedliche Lösungen sollen zusammen diskutiert, reflektiert und bewertet werden können. Wir sind davon überzeugt: Die Fähigkeit zur sensiblen Wahrnehmung und Differenzierung von Sachverhalten und des frühzeitigen Erkennens von möglichen, zum Teil auch unge-wöhnlichen Lösungswegen stellt ein wesentliches Merkmal kreativer Persönlichkeiten dar. Die Thalia-Grundschule erarbeitet derzeit einen methodenorientierten Plan (Bearbeitungs-stand: 50%), der die Bildungsstandards aus den Lehrplänen der Fächer hinsichtlich kreati-vitätsförderndem Bezug neu ordnet, sie um wichtige Punkte ergänzt und Möglichkeiten zur Zielerreichung für die Klassenstufen 1/2, 3/4 und 5/6 im fächerverbindenden Unterricht benennt. Auch außerschulische Lernorte und Kooperationspartner sollen zur Fertigstellung des neun Seiten umfassenden Plans erfasst sein, der nach den folgenden Tätigkeitsbegrif-fen unserer kreativen Lernkultur aufgebaut ist: Wahrnehmen & Reflektieren, Suchen & Sammeln, Darstellen & Gestalten, Erforschen & Entdecken, Erfinden & Fantasieren, Experimentieren & Erproben, Strukturieren & Konzi-pieren, Kombinieren & Memorieren sowie Verändern & Verfremden. Der Bereich Darstellen & Gestalten hat auf Grund einer Vielzahl an möglichen Ausdrucksformen eine heraus-gehobene Stellung. Jede dieser kreativitätsfördernden Tätigkeiten ist Bestandteil einer anregenden Lernumgebung. Sie gilt es, im Unterrichtsprozess sinnvoll zum richtigen Zeit-punkt anzuwenden. Somit ist Kreativität für uns und unsere Kinder im Gegensatz zu Talent erlernbar und daher ein wichtiger Gegenstand von Schule. Im nächsten Schritt wollen wir diese Methoden mit Thalias Lernfeldern des Wissens, wie unter Säule 2 gefordert, zu einer Einheit verbinden. Säule 4 – Das Thalia-Curriculum Wir legen besonderen Wert auf die Mitbestimmung unserer Schüler bei der Wahl von Pro-jektthemen. Unterrichtsgegenstände, die die Kinder besonders interessieren, tragen das Potenzial in sich, ein hohes Maß an intrinsischer Lernmotivation, Kreativität und künstleri-scher Betätigung freizusetzen. Für die Formulierung in Frage kommender Lernfelder haben wir zunächst die prägendsten Schul- und Klassenprojekte aus den letzten 15 Jahren heran-gezogen, die beispielgebend nicht nur die Kompetenzförderung zum Inhalt hatten, sondern bei denen auch stets ein kultureller Beitrag in die Gesellschaft hinausgetragen wurde. Drei Projekte seien stellvertretend an dieser Stelle kurz erwähnt: Die Schüler einer fünften Klasse haben in Kooperation mit dem Kabarett Cartoon 1994 ein über zwei Jahre laufendes Projekt mit dem Titel „Telewischen – Bestimmt das Fernsehen unser Leben?“ entwickelt, das den täglichen TV-Wahnsinn in kabarettistischer Form auf die Schippe nahm. Mit viel Einfallsreichtum verdienten sie sich seinerzeit den 1. Preis beim „Bundeswettbewerb für politische Bildung“. Die Schüler einer sechsten Klasse drehten in Zusammenarbeit mit der Landesbildstelle 1996 den Spielfilm „Völlig abgedreht“ über die Schwierigkeiten einer Filmcrew am Set. Ihre schauspielerische und aufnahmetechnische Leistung haben die Logo-Redaktion des Kinderkanals und einen Berliner TV-Sender dazu bewogen, sie zu Filmfestivals (z.B. internationales Nachwuchsfilmfestival „Up-and-coming“) zu begleiten. Aber auch kleinere Projekte, wie das Kiezprojekt „Zwischen Oberbaumbrücke und Kap Stralau“ in Kooperation mit dem Förderverein „Stralauer Dorfkirche“ im Jahr 2000 durchgeführt, hinterließen ihre Spuren. In mehreren Spielszenen stellten die Schüler einer fünften Klasse das Verbot des Stralauer Fischzugs, des beliebtesten Berliner Volksfestes des 19. Jahrhunderts, nach. Der ARD waren diese Szenen einen Beitrag im Rahmen ihrer Sendereihe „Bilderbuch Deutschland“ wert. Diese und viele weitere erfolgreiche Projekte aus der ersten Phase unserer künstlerischen Profilierung aus den neunziger Jahren sind für uns heute Anknüpfungspunkt, diesen Weg fächerverbindender Unterrichtsarbeit auch im zweiten Anlauf für eine künstlerische Profilie-rung seit 2008 fortzusetzen. Aus 30 gut dokumentierten Projekten seit 1995 haben wir die folgenden Lernfelder unseres Thalia-Curriculums ermittelt, aus denen sich unsere Schüler in Zukunft die Projektthemen auswählen und mitbestimmen können: Thalias Götterwelt, Berlin-Friedrichshain-Stralau, Künstler und ihre Werke, Historische Welten, Familie und Schule, Natur und Technik, Medien und Politik, Märchen/Sagen und ihre Helden sowie Zirkus/Zoo und Zauberei. Mit dem neuen Profilierungskonzept erfassen wir seit dem Schuljahr 2008/09 auf der Basis der kreativen Lernkultur Unterrichtseinheiten und Projekte mit kreativitätsförderndem Bezug in einem standardisierten Projektsteckbrief, der nach dem eben genannten Themencluster und nach Klassenstufen geordnet ist. Auf nur einer Seite werden Endprodukte, Projekt-ziele, Schülertätigkeiten, Quellenmaterial, didaktischer Ansatz, Bezug zur kreativen Lern-kultur, Fächerbezug, außerschulische Lernorte und Kooperationspartner festgehalten. Die Sammlung einer Vielzahl von Steckbriefen eröffnet uns später die Möglichkeit, aus einem großen Reservoir an Ideen und Herangehensweisen zu schöpfen, das als Ausgangspunkt für neue Schulprojekte genutzt werden kann. Sie sind darüber hinaus der Nachweis struk-turierten Vorgehens und dienen im Endeffekt auch der Qualitätssicherung von fächerver-bindendem Unterricht. Wir wissen aber dennoch: Das Thalia-Curriculum kann nur wachsen, wenn den über einen längeren Zeitraum drohenden eingefahrenen Routineabläufen und fehlender intrinsischer Motivation neue Impulse entgegengesetzt werden. Wie wir das erreichen wollen, erklärt die Säule 5. Säule 5 – Das Jahreskonzept Wir legen besonderen Wert auf ein abwechslungsreiches und impulsgebendes Schulleben. Es trägt maßgeblich zu einem positiven Schulklima und einem partnerschaftlichen Verhält-nis zwischen Schülern, Lehrern, Erziehern und Eltern bei und schafft regelmäßig für alle Beteiligten Anreize für persönliches künstlerisches Engagement. Unser Ziel ist es, ein breit gefächertes schulisches Angebot für unsere Kinder anzustreben, bei dem die verschiede-nen Aktionen und Events sich aufeinander beziehen oder bedingen. Wir orientieren dabei unsere Projekte stets innovativ an den gegebenen Rahmenbedingungen und den zur Ver-fügung stehenden personellen, materiellen und finanziellen Ressourcen. Wir wissen genau: Motivation und aktives Handeln unserer Schüler bezieht sich immer auch auf ihre persön-lichen Interessen und Ziele. Daher ist es unsere Aufgabe, Fixpunkte über das Jahr zu ver-teilen, die den Kindern einen motivierenden Spannungsbogen bieten. Das Jahreskonzept zu einem bestimmten Thema aus Thalias Lernfeldern schafft einen solchen Rahmen von Fixpunkten, der sich über einen längeren Zeitraum erstreckt, aber für die Kinder dennoch überschaubar bleibt. Den ersten Ansatz für ein themenbezogenes Jahresprojekt bildete die Idee, verschiedene künstlerische Beiträge aller Klassen am Ende zu einem Gesamtwerk zusammenzuführen, wie wir das mit unseren jährlich stattfindenden Weihnachtsrevuen von 1993 bis 1998 prak-tiziert hatten. Für die Einbettung in einem großangelegten Jahresprojekt scheint die Verle-gung einer solchen Bühnenshow für Eltern und Freunde an das Ende eines Schuljahres allerdings sinnvoller zu sein. Mit dem Schulprojekt „Das Geheimnis der Burg“ von 2001 brachten wir die zweite Komponente für ein Jahresprojekt ins Spiel. Im ersten Schulhalb-jahr haben alle Klassen der Thalia-Grundschule zunächst ein fächerverbindendes Unter-richtsprojekt durchgeführt. So konnten die Schüler im zweiten Schulhalbjahr das erlernte Hintergrundwissen über das Leben im Mittelalter zielgerichteter in kreative Gestaltungs-ideen einfließen lassen, die ihren künstlerischen Bühnenbeiträgen mehr inhaltliche Tiefe gaben. Trotz demokratischer Mitbestimmung der Kinder bei der Wahl des Themas, hingen die Projektergebnisse jedoch zu stark vom persönlichen Engagement einzelner Pädagogen ab. Es fehlte immer noch der inspirierende Spannungsbogen über ein gesamtes Schuljahr hinweg, der den Einzelnen dazu animieren würde, auch eigenständig künstlerisch aktiv zu werden. Das neue Profilierungskonzept greift diesen Anspruch mit einem groß angelegten Kreativ-wettbewerb auf, der einer selbsttragenden Motivation bei den Schülern den entscheiden-den Anstoß geben soll. Unser dazu ausgearbeiteter Entwurf eines Jahreskonzepts funktio-niert systemisch und ist daher beliebig auf viele Themen anwendbar. Er ist in vier zeitliche Phasen innerhalb eines Schuljahres eingeteilt. Im Spätsommer findet in Phase 1 zunächst eine Auftaktveranstaltung statt, bei der in Form einer Roadshow den beteiligten Klassen, Eltern und schulischen Kooperationspartnern das Jahresthema vorgestellt und zum Krea-tivwettbewerb aufgerufen wird. In einem daran anschließenden fächerverbindenden Un-terrichtsprojekt wird in Phase 2 im November das theoretische Hintergrundwissen bei den Kindern aller Klassen gelegt. Aus einer solchen Projektwoche heraus können sich erste Beiträge für den Kreativwettbewerb entwickeln, deren konsequente Bearbeitung im regu-lären Unterrichtsbetrieb (z.B. Kunst, Musik, Deutsch, Profilstunden) mithilfe von Koopera-tionspartnern, in Arbeitsgemeinschaften oder in der Freizeit zu Hause weitergeführt wer-den kann. Der März stellt mit Phase 3 die eigentliche Wettbewerbsphase dar, bei der im Rahmen einer Bühnenshow für die Klassen und einer Ausstellung für Eltern, Verwandte und Freunde alle künstlerischen Beiträge angemessen präsentiert und von einer Jury be-gutachtet werden. Am Ende eines jeden Schuljahres können in Phase 4 die geeignetsten Bühnenbeiträge noch einmal verfeinert, zu einem Gesamtwerk zusammengefasst und schließlich den Eltern in einer abendfüllenden Theaterveranstaltung präsentiert werden. Den Abschluss bilden ein Hoffest am Nachmittag mit Kindern und Eltern sowie die Preis-verleihung des Kreativwettbewerbs, die gleichzeitig noch einmal Gelegenheit bietet, auf das vergangene Schuljahr in Worten und bewegten Bildern zurückzublicken. Den phasenbezogenen Bestandteilen unseres Jahreskonzepts haben wir noch drei zeit- unabhängige Events erlebnispädagogischer Prägung hinzugefügt. In einem ausschließlich von Eltern organisierten Großgruppen-Geländespiel im Wohngebiet erhalten die Schüler umweltbezogene Aufgaben, die sie nur in der Gruppe lösen können und die den Zusam-menhalt fördern. Darüber hinaus organisiert die Schule ein themenbezogenes Sportfest. Die Klassen der jeweiligen Klassenstufen treten im fairen Wettstreit gegeneinander an und stellen ihre kämpferischen Qualitäten unter Beweis. Als zusätzliche Motivation soll eine von Kooperationspartnern im Auftrag der Schule veranstaltete Schnitzeljagd zum Jahresthema im Wohn- oder Stadtgebiet außerhalb der Unterrichtszeit dazu beitragen, dass Eltern mit ihren Kindern etwas gemeinsam unternehmen. Wir betrachten den Kreativwettbewerb als unseren entscheidenden Motor künstlerischen Aktivwerdens, verstehen ihn aber gleichzeitig als sensibelste Stelle im gesamten Jahres-konzept. Daher bedarf es einer präzisen Ausschreibung und sorgfältig überlegter Wett- bewerbsregeln. Wie wir mit der Durchführung eines groß angelegten Kreativwettbewerbs eine positive Atmosphäre und eine produktive, künstlerische Aufbruchstimmung erzielen wollen, verrät die Säule 6. Säule 6 – Der Kreativwettbewerb Wir legen besonderen Wert auf die Förderung aller künstlerischer Ausdrucksformen. Sie gewährleistet, dass möglichst viele Kinder einen Zugang zu den zahlreichen Künsten ent-sprechend ihrer Fähigkeiten und Neigungen erhalten und ihre kreativen Beiträge präsen-tieren können. Mit einem Kreativwettbewerb wollen wir diesem, im Profilierungskonzept formulierten Vorsatz entspechen. Die Ausstellung und die Bühnenshow bieten im Rahmen eines Kreativwettbewerbs allen denkbaren künstlerischen Ausdrucksformen eine Plattform, egal ob Film, Fotografie, Malerei, Bildhauerei, Literatur, Theater, Tanz, Akrobatik, Gesang, Rezitation oder Instrumentalmusik. Wichtig ist nur, dass die Beiträge der Schüler einen er- kennbaren Bezug zum Jahresthema haben. Die Idee für unseren Kreativwettbewerb stammt aus dem antiken Griechenland. Zu Ehren des olympischen Gottes Apollon wurden vor mehr als 2000 Jahren die Pythischen Spiele, ein Wettstreit unter Malern, Sängern und anderen Künstlern, durchgeführt. Der Sieger er-hielt stets einen Lorbeerkranz. Wir haben für unseren Kreativwettbewerb eine ca. 30 cm hohe goldglänzende Figur („Goldener Apollon“) als Trophäe auserkoren, die einen solchen Lorbeerkranz in den Händen hält und der goldenen Apollon-Statue im antiken Delphi nicht unähnlich sieht. Es ist ein wesentlicher Grundgedanke unseres Kreativwettbewerbs, über die Vergabe der Apollon-Trophäen eine Jury entscheiden zu lassen, die mehrheitlich aus Schülern besteht. Jede Klasse ab Klassenstufe 4 wählt dazu einen geeigneten Vertreter aus ihren Reihen basisdemokratisch in das neunköpfige Entscheidungsgremium. Komplettiert werden die sechs Schüler-Juroren von drei künstlerisch engagierten Pädagogen, die ihre Sichtweise in das Gesamtergebnis einbringen sollen. Entsprechend Thalias Leitlinien kultureller Bildung aus Säule 2 besteht ein weiterer Grund-gedanke des Kreativwettbewerbs in der Würdigung von Beiträgen sowohl einzelner Schüler als auch ganzer Klassen. Die Alterskategorien werden auf Grund möglicher starker Unter-schiede in der Schüleranzahl pro Jahrgang flexibel gehalten, so dass für die Klassenstufen 1 bis 3 und die Klassenstufen 4 bis 6 jeweils drei Goldene Apollons für die besten Einzel-beiträge und ein Goldener Apollon für die beste Klassenleistung von der Jury vergeben werden. Die Schulleitung erhält darüber hinaus die Möglichkeit, einen weiteren Goldenen Apollon ohne Bewertungsmaßstab zu verleihen. Alle Teilnehmer des Kreativwettbewerbs werden zur Preisverleihung zumindest mit einer Urkunde und die Klassen mit einem Gut-schein für den Besuch einer kulturellen Einrichtung geehrt. Wie aber auch Klassen künst-lerisch aktiv werden können, ohne dass der Klassenlehrer zwingend einen künstlerischen Hintergrund besitzen muss, verdeutlicht Säule 7. Säule 7 – Kooperationsformen Wir legen besonderen Wert auf eine partnerschaftliche Zusammenarbeit mit den Eltern, Künstlern, kreativen Persönlichkeiten, schulexternen Kooperationspartnern und dem För-derverein, die sich im Interesse unserer Kinder einsetzen wollen. Ihr Erfahrungshorizont und ihr unermüdliches Engagement sind für das Umsetzen unseres Profilierungskonzepts von essenzieller Bedeutung. Wir betrachten die Öffnung der Schule gegenüber unserem Umfeld zudem als eine willkommene Gelegenheit, in die „kulturelle Wirklichkeit“ hinaus-zugehen, um sie uns und unseren Schülern gleichzeitig in die Schule zu holen. Außer-schulische Lernorte und unterschiedliche Formen der Kooperation gehören für uns zu einer umfassenden kulturellen Bildung dazu. Unser Thalia-Patenmodell bietet Künstlern im Rahmen des Kreativwettbewerbs die Mög-lichkeit, einzelne Klassen bei der Erarbeitung eines künstlerischen Beitrags für die Aus- stellung oder die Bühnenshow zu unterstützen. Diese Option ist vor allem für jene Päda-gogen interessant, bei denen ein künstlerischer Hintergrund weniger ausgeprägt ist. Die inhaltliche Zusammenarbeit sollte dabei stets auf das Thema des Jahresprojekts ausge-richtet und auf die Dauer von der Unterrichtsprojektwoche bis zur Präsentation des Bei-trags befristet sein. Während unseres Pilotprojekts haben bereits vier Klassen die Unter-stützung von verschiedenen Künstlern (z.B. Pianist, Puppenspieler) sehr erfolgreich in Anspruch genommen. Eine weitere Möglichkeit, sich als Künstler in unserer Schule einzubringen, ist das an alle Kinder gerichtete Angebot einer Arbeitsgemeinschaft. Zusatzangebote im Freizeitbereich sind nach entsprechender Abklärung von Formalitäten bei uns jederzeit willkommen. Die Kinder der AG Tanzmäuse bzw. Tanzwiesel waren neben anderen AGs auf diese Weise lange Zeit ein fester Bestandteil im künstlerischen Programm unserer Schule. Im vergan-genen Schuljahr hat uns dankenswerter Weise eine private Musikschule einen Chorleiter für den Wiederaufbau des Schulchores zur Verfügung gestellt. Darüber hinaus bieten zwei Künstlerinnen für die Klassen 1 bis 3 und 4 bis 6 jeweils eine Kunst AG in unserer Kreativ-werkstatt an. Ansonsten liegt die Betreuung von künstlerischen Arbeitsgemeinschaften (z.B. AG Flöte, AG Tanz) in den Händen unserer Pädagogen. Das Jahreskonzept beinhaltet für Eltern und Künstler eine weitere Kooperationsmöglich-keit, bei der sie die komplette Organisation eines erlebnispädagogischen Events (Groß-gruppen-Geländespiel) übernehmen sollen. Außer der Einhaltung eines gruppenförder-lichen Spielcharakters ist die künstlerische Gestaltungsfreiheit der Kooperationspartner ausdrücklich erwünscht. Die Organisatoren des Geländespiels „Die Entführung der schö-nen Annabelle“ haben uns im letzten Jahr gezeigt, wie man beispielsweise Schauspieler unterhaltsam und gewinnbringend einbeziehen kann. Des Weiteren gehören Vereine mit kulturellem Hintergrund (Berliner Fanfarenzug, Capoeira Akademie Berlin) und zwei pri- vate Musikschulen zu unseren langjährigen Kooperationspartnern. Alle Kinder der Thalia-Grundschule, die sich dort künstlerisch betätigen, werden regelmäßig in die schulischen Veranstaltungen unserer Schule eingebunden. Sehr häufig leisten unsere Kooperationspartner auch wertvolle technische und materielle Unterstützung. Auf diese Weise können wir zu unseren Theateraufführungen über Head-sets verfügen, werden unsere Bühnenshows komplett auf Video aufgezeichnet, haben wir dank der Familie Tabatabai einen stilechten und professionellen Theatervorhang mit Tra-verse erhalten. Nur für eine anständige und flexible Bühnenbeleuchtung haben wir noch nicht den passenden Partner gefunden. Säule 8 – Thalias Schatzkiste Wir legen besonderen Wert auf eine aussagekräftige Dokumentation des Schullebens an der Thalia- Grundschule und der Ergebnisse unserer pädagogischen Arbeit. Das zielgerich-tete Sammeln wertvoller Dokumente unterstreicht unser Selbstverständnis von kultureller Bildung. Es ist für uns der effektivste Weg, über einen Zeitraum von mehreren Jahren eine künstlerische Entwicklung und Profilbildung erkennbar werden zu lassen. Wir haben außer-dem die Erfahrung gemacht, dass die Erinnerungen der ehemaligen Schüler in der Rück-schau sich überwiegend mit Filmen, Fotos und schriftlichen Aufzeichnungen verknüpfen und ihr Bild von der Grundschulzeit dadurch nachhaltig geprägt wird. Schon seit fast zwei Jahrzehnten führt Alexander Sadler, einer unserer langjährigen Koope-rationspartner das Filmarchiv der Thalia-Grundschule. Die mittlerweile 56 zumeist semipro-fessionell bearbeiteten Filmtitel vermitteln einen lebendigen Eindruck unserer Schulhistorie seit der Gründung im Jahr 1991. Die Sammlung umfasst Spielfilme, die aus Unterrichtspro-jekten entstanden sind, Dokumentationen von Projekten und Klassenfahrten, Aufzeichnun-gen von Theateraufführungen einzelner Klassen und der ganzen Schule, TV-Berichte über unsere Kinder im Fernsehen sowie eine eindrucksvolle Langzeitdokumentation einer Schul-klasse, die ihr Lernen und Aufwachsen in der Thalia-Grundschule von 2001 bis 2007 über sechs Schuljahre hinweg in dem Filmprojekt „Die Kinder von Stralau“ in 227 Minuten doku-mentiert hat. Allein mit dem Pilotprojekt „Thalialand in Piratenhand“ sind im letzten Schul-jahr vier Filme von unseren Schülern sowie die „Trilogie der Thalia-Piraten“, bestehend aus der Projektdokumentation, der Aufzeichnung der Theaterveranstaltung und der Preisverlei-hung unseres Kreativwettbewerbs, hinzugekommen. Ein wichtiger Baustein im Rahmen unseres Profilierungskonzepts wird zukünftig auch das Thalia-Portfolio (Lernwegmappe) sein. In ihm sollen unsere Schüler ihre wertvollsten und interessantesten künstlerischen Arbeiten sammeln und darüber in einem Lerntagebuch re-flektieren, so dass sich der Respekt gegenüber kulturellen Werten und geschaffenen Wer-ken frühzeitig im Bewusstsein der Kinder verankert. In Thalias Schatzkiste sind außerdem noch zahlreiche Projekt- und Fotodokumentationen, Rollenbücher von selbstgeschriebe-nen Theaterstücken, Urkunden, Pokale, Evaluationsergebnisse, besondere Konzeptionen und das Ehrenbuch der Schule zu finden: Alles Fragmente, die im Antlitz „unserer Thalia“ bereits ihre Spuren hinterlassen haben. Säule 9 – Thalias Lieblingszahl Wir legen besonderen Wert auf die Zahl 9. Diese etwas abergläubisch anmutende Haltung hat einen nachvollziehbaren Hintergrund: Seit der Namensgebung unserer Schule im Jahr 1999 hat uns diese in der griechischen Mythologie magische Ziffer nicht mehr losgelassen. Die neun Musen, zu denen Thalia gehört, verkörpern für uns die hohe Anzahl verschiede-ner künstlerischer Ausdrucksformen, die wir bei uns alle „unter einen Hut“ bringen wollen. Die Neun stellte zudem auch eine Art Strukturierungshilfe bei der Erarbeitung des Profilie-rungskonzeptes dar. Als sogenannte Eselsbrücke verleiht sie den Hauptgesichtspunkten mit neun Unterpunkten eine gewisse Vollständigkeit, verhindert aber anderseits auch eine Überfrachtung mit zu vielen Einzelheiten. Egal ob Thalias Eigenschaften im Leitbild, die Leitlinien kultureller Bildung, die Tätigkeitsbegriffe der kreativen Lernkultur, die Lernfelder des Thalia-Curriculums, die Bestandteile des Jahreskonzepts, die Goldenen Apollons beim Kreativwettbewerb oder die Säulen des Profilierungskonzeptes selbst – alle am Schulleben beteiligten Schüler, Lehrer, Erzieher, Eltern und Kooperationspartner wissen eines sicher: Bei Thalia sind es am Ende immer neun.
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Probleme und Lösungen:
Die vielen Unwägbarkeiten in personeller, organisatorischer, materieller, räumlicher und finanzieller Hinsicht im Rahmen unseres Jahresprojekts „Thalialand in Piratenhand“ um-schifften wir dank eines effektiv arbeitenden Organisationskomitees durch vorausschau-endes Planen und Handeln, abgesehen von kleineren alltäglichen Schwierigkeiten, weit-gehend problemlos. Die größten Herausforderungen waren eher prinzipieller Natur, wie z.B. die Frage, ob und wie man kreative Leistungen von Kindern bewerten kann.Für die umfassende Förderung aller künstlerischer Ausdrucksformen an unserer Schule wollten wir einen Kreativwettbewerb ins Leben rufen, der den Schülern einen Anreiz zum aktiven künstlerischen und kreativen Mitgestalten bietet. Den meisten war relativ schnell klar, dass über die Vergabe der Siegertrophäen eine Jury aus gewählten Schülern mit- entscheiden sollte. In einer längeren Auseinandersetzung im Organisationskomitee disku-tierten wir aber auch, nach welchem Prinzip man am besten die Preisträger ermitteln kann. Dabei standen mehrere offene Fragen im Raum, die in die Überlegungen einzubeziehen waren: Nach welchen Gesichtspunkten sollen die Beiträge begutachtet werden? Führen wir ein Punktesystem ein oder stimmt die Jury einfach ab? Kann man ein Ausstellungs-exponat und einen Bühnenbeitrag überhaupt miteinander vergleichen? Gibt es für jede Klassenstufe eine Extrawertung oder wie rechnen wir den Altersunterschied in das Urteil mit ein? Wie können wir ausschließen, dass Jury-Mitglieder Freunde bevorteilen usw.? Entsprechend unseres Profilierungskonzeptes stand zunächst fest, dass wir neun „Gol-dene Apollons“ für kreative Leistungen vergeben wollten, sechs für Einzelleistungen und zwei für Klassenleistungen, jeweils von der Jury ermittelt. Die Entscheidung über einen weiteren Preisträger sollte der Schulleitung vorbehalten bleiben. Nachdem klar wurde, dass es unfair wäre, pro Alterstufe einen Preis auszuschreiben – die Schüleranzahl pro Klassenstufe kann doch sehr ungleichmäßig ausfallen (im Jahr 2008/09: z.B. 65 Schüler in Klassenstufe 4 gegenüber 16 Schülern in Klassenstufe 6) – beschlossen wir die Ein-führung der zwei Alterskategorien „Klassenstufe 1 bis 3“ und „Klassenstufe 4 bis 6“ so- wohl für den Einzel- als auch den Klassenwettbewerb. Mit vier Preisen für die jüngeren und vier Preisen für die älteren Kinder und einem zusätzlichen Ehrenpreis konnte das Problem der Verteilungsgerechtigkeit vorab geklärt werden. Im nächsten Schritt entschieden wir uns für die Einführung eines Punktesystems, um die Nachvollziehbarkeit des Jury-Urteils transparenter zu gestalten. Alle neun Juroren sollten für jeden Wettbewerbsbeitrag anhand von drei Kriterien jeweils Punkte auf einer Skala von 0 bis 12 vergeben, pro Kriterium also maximal vier. Wir mussten außerdem darauf achten, dass der Bewertungsmaßstab sowohl für die Ausstellung als auch für die Bühnenshow gleichermaßen gelten konnte. Beim ersten Kriterium „Schwierigkeitsgrad“ bewertete die Jury, wie schwierig der Beitrag einzuüben und vorzuführen war oder wie viele unterschied-liche Tätigkeiten für die Erstellung des Exponats notwendig waren. Beim zweiten Kriterium „Qualität“ bewertete die Jury, wie souverän der Beitrag vorgeführt oder wie sorgfältig und sauber das Exponat ausgearbeitet wurde. Beim dritten Kriterium „Kreativität“ bewertete die Jury, wieviel eigene Ideen in dem Exponat oder in der Vorführung enthalten waren und wie originell oder unterhaltsam der Beitrag war. Das Bevorteilen eines Beitrags wollten wir von vornherein durch das Streichen der jeweils höchsten und der niedrigsten Jurywertung – ähnlich wie bei den Haltungsnoten im Skispringen – ausschließen. Die Gesamtpunktzahl für einen Wettbewerbsbeitrag ergab sich somit aus der Summe von sieben einzelnen Jury-wertungen. Die Wettbewerbsteilnehmer waren von Anfang an über diesen Modus in der Ausschreibung genauestens informiert worden. Nach anfänglicher Skepsis einiger Erwachsener, ob man kreative Leistungen überhaupt bewerten kann, kamen wir zu dem gemeinsamen Schluss, dass es sich bei der Ermittlung der Preisträger selbstverständlich nur um eine subjektive Entscheidung von gewählten Jury-Mitgliedern handeln kann, die ihr Urteil aber unabhängig voneinander anhand von drei Kritierien sorgfältig zu objektivieren versuchen.
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Anekdotisches:
Während der einjährigen Pilotphase für unser neues, künstlerisch orientiertes Profilierungs-konzept verfassten alle Schüler der Klasse 5a ein Lerntagebuch zum Jahresthema „Thalia-land in Piratenhand“ in Form eines Schiffstagebuchs. Im Folgenden haben wir einige Aus-züge über die Roadshow, die Unterrichtsprojektwoche, das Erarbeiten eines Theaterstücks und das Erarbeiten von Beiträgen für den Kreativwettbewerb aus Sicht der Schüler zusam-mengestellt. Und zum Abschluss möchten wir noch die wunderbare Geschichte der klei-nen Meira erzählen. Über das Jahresprojekt…Francesco: Wir lesen gerade das Buch „Mein Leben auf dem Piratenschiff“ und ich schreibe einen Brief an die Hauptperson Jack: Hallo Jack, mein Name ist Francesco. Ich bin ein Fan von dir. Wir, die Klasse 5a, lesen gerade dein Schiffstagebuch. Es ist spannend und witzig. Wir haben es zwar noch nicht ausgelesen, aber es ist trotzdem toll. Mach’s gut. Wir werden das Buch gespannt weiter-lesen. Ach, was ich vergessen habe dir zu erzählen: Warum lese ich das Buch? Unsere Schule feiert 10-jähriges Jubiläum. Deshalb machen wir ein Projekt unter dem Motto „Thalialand in Piratenhand“. Stell dir vor, es war sogar meine Idee. Unser Schulleiter hat sogar die Piratenflagge an der Schule gehisst. Viele Poster hängen in der Schule, wo ich als Pirat zu sehen bin. Vielleicht lernen wir uns mal kennen. In diesem Sinne, dein Pirat Francesco. Über die Roadshow… Vivien: Kurz vor den Herbstferien führten wir die Roadshow auf. […] Dann musste ich aus den Stichpunkten Sätze bilden und sie mir ein bisschen einprägen. Dieselben Stichpunkte wie auf dem Zettel waren auch im Computer. Die Stichpunkte wurden also vom Computer an eine Leinwand geworfen und dann war Zeit für die Roadshow. Zuerst sangen wir ein Pira-tenlied und dann ging’s los. Mit Hilfe der Stichpunkte sagten wir alle zu unserem Thema die Sätze. Ich war ein bisschen zu schnell und zu leise. Hinterher sagte Herr Kirschstein (Schulleiter) dann, dass wir alle es ganz gut gemacht hatten. Die 5b war an dem Tag aber auf Klassenfahrt und deswegen trugen wir es ihnen noch mal im Computerraum vor. […] Wir führten die Roadshow auch vor der Gesamtelternvertretung vor. Bei der Roadshow habe ich gelernt, dass ich auf jeden Fall immer schön laut sprechen muss und unbedingt langsamer. Über die Unterrichtsprojektwoche… Laura: Wir hatten von Mittwoch bis Mittwoch Projektwoche. Am meisten konnte ich bei dem Rollentext meiner Kreativität freien Lauf lassen…Wir sollten einen Streit zwischen den Piraten darstellen. Lillie: Wir haben eine Seekarte bekommen, auf der wir rechnen sollten, wie lange ein Schiff von dem einen Punkt zum nächsten Punkt braucht und zwischendurch auf drei Inseln Halt macht. Dann musste das Schiff wieder zurück zum ersten Punkt. Das war nicht sehr leicht. Wir haben mindestens drei Stunden gebraucht. Aber wir haben es doch noch durch Nachdenken und durch Zusammenhalten geschafft. Annelie: Die Aufgabe 1 war schön, aber auch ein bisschen anstrengend. Man musste in einem Buch nachlesen, was die Piraten für Gesetze hatten. Dann mussten wir die Gesetze bildlich darstellen. Es gab 11. Julia hat mir geholfen, sonst hätte ich es nicht geschafft. Das Piratenleben war ziemlich hart. Es wurden einem schon die Nase und die Ohren abgeschnitten, wenn man etwas geklaut hatte. Und Frauen durften auch nicht an Bord. Das alles habe ich dann aufgemalt. Das hat Spaß gemacht. Die Bilder sind alle eigentlich ganz schön geworden. Es war schwer, Gesetze in einem Bild auszudrücken. Ich habe viel dabei gelernt und Schwierigkeiten überwunden. Julia: Ich habe mir bei Nummer Zwei den Piratenjargon ausgesucht, weil das auch mit dem Kreuzworträtsel zu tun hat. Piratenjargon ist Piratensprache. Aus den Piratenbüchern habe ich mir 60 Wörter herausgesucht, aufgeschrieben und zu jedem einzelnen Wort eine kurze Erklärung geschrieben. Zum Beispiel: Landratte = jemand, der nicht auf einem Schiff lebt. Diese kurze Erklärung benutzte ich für mein Kreuzworträtsel. Ich habe mehrere Wörter mit-einander verbunden und einzelne Buchstaben zur Hilfe mit eingefügt. Das hat mir großen Spaß gemacht, denn ich löse selbst gerne Kreuzworträtsel. Ich wollte schon immer mal selbst eines anfertigen. Henning: Piraten sind auf ihren Kaperfahrten meist von Insel zu Insel gezogen. Mit Hilfe von See-karten konnten sie ihre Routen bestimmen und hatten Kenntnis von der Größe und dem Küstenverlauf der Inseln. Und genau das habe ich auch getan, aber ich hatte keine See-karten, sondern einen Atlas. Am Anfang hatte ich noch keine Ahnung, aber irgendwann habe ich es kapiert. Dann ist es eigentlich ganz einfach. Man muss sich nur an die geogra-fischen Koordinaten halten. Wer die Breitengrade und die Längengrade kennt, kann jede Insel auf der Welt finden. Domenic: Francesco, Tim und ich sollten ein Modellschiff bauen. Wir bauten das Schiff natürlich frei-willig. Es war eine Aufgabe aus den Pflichtaufgaben unserer Gruppe. Es war eine ganz schöne Fummelarbeit, dass kleine Modellschiff zu bauen. Wir dachten, dass es noch etwas größer wird, aber es blieb so klein. Die Teile waren sehr klein und mussten alle zusammengeklebt werden. Nach dem Trocknen malten wir es an. Nach 2 Tage langem Bau sahen wir, dass sich die Arbeit gelohnt hat. Es war sehr schön. Elena: Domenic und Kilian haben den Kaperbrief von der CD gehört. Ich, Tim und Francesco hal-fen auch mit. Dann schrieben wir zusammen den Kaperbrief auf dickem Papier. Das war dann aber mit Feder und Tinte. Es sah aber nicht besonders ordentlich aus und deshalb schrieb ich ihn noch mal auf das gleiche Papier. Dies sah viel besser aus und es waren auch nicht so viele Rechtschreibfehler drin. Zum Glück. Mit Tinte und Feder zu schreiben ist gar nicht leicht, aber eigentlich ging es. Ich habe mich konzentriert. Wenn man sich konzentriert, ist es gar nicht so schwer. Tim fügte noch ein Siegel hinzu. Er hat noch eine Krone auf das Papier gemalt und Domenic hat eine englische Flagge gemalt. Es hat Spaß gemacht. Über das Erarbeiten des Theaterstücks… Edwin: Liebes Lerntagebuch, wir haben, eher gesagt wir schreiben ein Theaterstück. Die Rollen stehen noch nicht ganz fest. Ich weiß aber schon, dass ich David spielen soll. Das Thea-terstück vorzubereiten war eine mühevolle Arbeit. Immer am Mittwoch in den letzten bei-den Stunden, dachten wir uns Szenen zu einem Thema, das Frau Sadler vorgab, aus. Beispielsweise was passiert, wenn sich ein lieber und ein böser Captain Kidd treffen. Wir schrieben die Szenen immer auf. Wir führten sie den anderen Klassenkameraden auch vor. Wenn eine Gruppe fertig war, gab sie ihren Zettel ab. Frau Sadler sammelte die Zettel. Von jeder Gruppe nahm sie dann ein paar Ideen und führte oder führt alles zu einem großen Theaterstück zusammen. So entsteht am Ende ein Theaterstück von den Kindern, denn sie hatten eigentlich die ganzen Ideen. Über das Erarbeiten von Beiträgen für den Kreativwettbewerb… Lilli: Hi, heute erzähle ich euch, wie wir uns auf den Kreativwettbewerb (Klassenwettbewerb) vorbereitet haben und Frau Sadler hat uns erzählt, dass es in diesem Jahr ein Piraten-projekt geben soll, bei dem ein Talentwettbewerb dabei ist. Wir dachten, na wir machen mit und es ging los. Wir haben uns ein Piratenlied angehört und dazu uns einen Tanz ausgedacht. Dann hat Frau Sadler gesagt, dass Joyce sich einen Tanz mit uns zusam- men ausdenken möchte. Wir haben angefangen und sind fertig. Heute (19.03.09) hatten wir Projekttag und wir haben zwei ganze Stunden am Tanz gearbeitet. Es war sehr an-strengend, weil auf einmal noch die Jungs mit auf der Bühne stehen und Pantomime machen sollten. […] Nächste Woche Dienstag kommt Joyce und verbessert den Tanz und gibt uns den entscheidenden Tipp. Aber am meisten freue ich mich auf den Auftritt, der nächste Woche ist. Wir sollen uns wie Piraten anziehen oder unser Piraten-T-Shirt anziehen. Das ist übrigens rot und hinten ist ein schwarzes Piratenschiff drauf. Tim: Zuerst dachte ich mir eine Handlung für einen Piratenfilm aus. Dann baute ich eine Kulisse. Ich baute die Kamera auf und machte ein paar Probeaufnahmen. Das Licht war zu dunkel. Also musste ich mehr Lampen aufbauen. Danach legte ich gleich los und drehte Szene für Szene. Als alles im Kasten (gedreht) war, überspielte ich das Band auf den Computer. Ich schnitt danach den Film und machte eine Tonspur rauf. Später, als der Film fertig war, brannte ich ihn auf CD. Henning: Herr Wilde (Kunstlehrer) hat mir den tollen Vorschlag gemacht, einmal ein Bild auf einer riesigen Leinwand zu malen. Und dann habe ich mir gedacht, die Leinwand für den Kreativ-wettbewerb zu nutzen. Aber das war gar nicht so einfach, wie ich es mir vorgestellt habe. Zuerst musste das Motiv, nämlich ein Piratenschiff, mit Bleistift vorgezeichnet werden. Zum Ausmalen benutzte ich Aquarellkreide und Tusche. Weil das Bild sehr groß ist, hat mir Herr Wilde beim Mischen der verschiedenen Farben geholfen. Während des Kunst-unterrichts durfte ich an dem Bild arbeiten. Einmal habe ich sogar nach dem Unterricht weitergemacht, weil ich Angst hatte, dass das Bild zum Kreativwettbewerb nicht rechtzei- tig fertig wird. Insgesamt habe ich für dieses Exponat etwa vier Wochen gebraucht. Ich bin gespannt, was meine Eltern dazu sagen werden. Zusätzlich habe ich für den Wettbewerb noch ein zweites Exponat zu Hause fertiggestellt. Dabei handelt es sich um ein Piraten-Comic. Ich musste mir dazu eine lustige Geschichte ausdenken und darauf achten, dass sie spannend bleibt und in die vorbereiteten Bildflächen passt. Die Vorzeichnung habe ich wieder mit Bleistift gemacht. Danach habe ich die einzelnen Zeichnungen mit einem Kugel-schreiber nachgemalt und dann schattiert und mit Buntstiften farbig gestaltet. Hoffentlich gefällt es vielen Leuten. Laura: In der Projektwoche habe ich angefangen, ein Lied zu schreiben, und dann machten Papa und ich es weiter. Dann hat Frau Klimpel (Musiklehrerin) die Melodie mit mir besser ge-macht und auf ein Notenblatt geschrieben und den Text verfeinert. Dann sind wir zu Freun-den gegangen ins Tonstudio, da hatten wir den Text noch mal geschrieben, dann hatten wir es aufgenommen, was sehr lange gedauert hat, weil wir es oft aufnehmen mussten. […] Wie ich dazu gekommen bin, ist ganz leicht: Ich wollte schon immer mal ein eigenes Lied mit Melodie singen. Juliana: Als ich erfuhr, dass unsere Schule einen Kreativwettbewerb veranstalten wollte, war ich total aus dem Häuschen, weil ich wusste, dass ich auch etwas abgeben würde, um ge-nauer zu sein eine Geschichte, aber wie? Zwei Tage habe ich überlegt welchen Namen ich nehmen würde und kam zu dem Entschluss meine Geschichte „Leon auf hoher See“ zu nennen. Ich bin total froh, dass Frau Sadler mit uns Mindmaps anfertigen schon mal geübt hatte, denn ich fertigte zuerst eine Mindmap zu meiner Geschichte an. Ich machte alles allein, ja, ohne Mamis und Papis Hilfe! Ich hatte wahnsinnigen Zeitdruck, denn ich war echt lahm. Mir hat es sehr viel Spaß gemacht! Eigentlich bin ich ganz gut klar gekommen. In meiner Freizeit schreibe ich oft Geschichten, deshalb ist es mir auch nicht schwergefallen. Jonas: Als Frau Sadler vor einem Dreivierteljahr sagte, dass es einen Kreativwettbewerb gibt, war ich kaum noch zu halten. Gleich nach der Schule fuhr ich, so schnell wie ich konnte, nach Hause. Als ich ankam habe ich sofort meinen Opa angerufen, dass ich nächstes Wochen-ende zu ihm kommen will. Er willigte sofort ein und meine Oma kaufte sofort weitere drei Bratwürste. Als ich ankam, war ich mir noch nicht ganz sicher, was ich machen wollte, doch als ich die geschnitzten Sachen meines Opas sah, fiel es mir gar nicht mehr schwer mich zu entscheiden. Als mein Opa hörte, dass ich einen Piraten schnitzen wollte, war er platt. Da rief mein Onkel an, dass er mal wieder etwas Holz für seinen Kamin brauchte. Als wir im Wald waren, holten wir gleich noch ein bisschen Schnitzholz, um zu schnitzen. Nach dem wir zweimal kläglich versagt hatten, wechselten wir das Holz. Die Birke, die wir davor hatten, war nicht mal halb so gut wie die Buche, die wir uns danach geholt haben. An dem Piraten haben wir ungefähr acht Stunden gearbeitet, aber die ganzen Neben-sachen, wie das Holz wegfegen, hat auch noch mal Zeit gekostet. Als wir mit dem Schnit-zen fertig waren, brauchten wir nur noch einen Namen. Doch das war gar nicht so leicht. Wir guckten im Internet, doch da fanden wir nichts Richtiges und einen anderen Ort, wo wir suchen könnten, wussten wir nicht. Dann guckte ich ihm auf seinen Körper und schon wusste ich, er sollte den Namen tragen: Holzaugenmesserkarl. Die wunderbare Geschichte der kleinen Meira Meira, eine Schülerin aus der Klasse 3b freute sich mit ihren Klassenkameraden auf das Jahresprojekt und die bevorstehende Projektwoche zum Thema „Piraten“. Leider fiel aus-gerechnet zu diesem Zeitpunkt die Klassenlehrerin für längere Zeit krankheitsbedingt aus. Die Horterzieherin und einige engagierte Eltern erklärten sich daraufhin bereit, mit den Kindern das Projekt nachzuholen, um auch einen Beitrag für den Kreativwettbewerb leisten zu können. Es wurden Schiffe gebastelt und eine Piratengalerie mit den Fotos der Kinder angefertigt. Meira und sieben weiteren Schülern der Klasse war das aber nicht genug. Sie hatten sich in den Kopf gesetzt, in ihrer Freizeit auch noch einen Piratenfilm drehen zu wollen. Der sogenannte Toberaum der nahegelegenen Kindertagesstätte wurde somit für ein Wochenende zu einem Piratenschiff umgebaut und diente als Kulisse für ihren Film „Piraten rauben für arme Leute“. Das gestaltete Videocover beschreibt die Handlung: Eine sehr, sehr nette Mannschaft tanzt auf dem Schiff. Sie hat leider lange kein Aben(d)teuer mehr in Sicht gehabt. Aber an einem schönen Morgen passiert ein Wunder… Die Jury des Kreativwettbewerbs würdigte später die hervorragende Leistung der Film-kinder der 3b und belohnte sie mit einem Gutschein, doch für den „Goldenen Apollon“ hatte es leider nicht ganz gereicht. Meira ließ sich dank ihrer Willensstärke aber nicht von ihrem Vorhaben, Schauspielerin zu werden, abbringen. Sie meldete sich schließlich bei einer Casting-Agentur für Nachwuchsschauspieler an. Und dann passierte tatsächlich ein „Wunder“. Meira bekam eine Rolle in einem Film. Nein, nicht als Statist, sondern eine richtige Charakterrolle. Und nicht nur das. Sie ist im ganzen Land auf Kinoplakaten zu sehen und ihre Maxi-Single, die zusammen mit dem Film erscheint, mittlerweile überall zu kaufen. Thalia ist mächtig stolz auf die kleine Berliner Göre. Meira Durand geht heute in die vierte Klasse der Thalia-Grundschule und spielt im derzeit aktuellen Kinofilm „Hier kommt Lola“ (Premiere: 4. März 2010) an der Seite von Axel Prahl, Julia Jentsch und Nora Tschirner die Hauptrolle der kleinen Lola. Und es ist, was die Kino-besucher nicht wissen, bereits ihr zweiter Film. Sie und ihre Klassenkameraden werden sich ihn gemeinsam im Kino anschauen.
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