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Mittels Linolschnitt erstelle ich einen Druckstock
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Das Tor zum Nationalpark Wattenmeer
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Wind und Wellen, Ebbe und Flut malen ein Bild
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Ausstellungseröffnung am 6.2.2009 in der Schule
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Performance im Watt mit Schülerinnen und Studentinnen
Das Wattenmeer als Ressource der Kunst
Schule:
Landesbildungszentrum für Hörgeschädigte Oldenburg
Lerigauweg 39
26131 Oldenburg
Tel: 0441/9505-0

Förderschule/Sonderschule
 
Kooperationspartner:
Blauschimmel Atelier e.V.
Bahnhofstraße 11
26122 Oldenburg
Tel.: 0441-2480999
www.blauschimmel-atelier.de

slap-social land art project e.V.
Am Klosterkiel 46
27798 Hude
Tel: 04484-920177
www.slap.de

Carl- von- Ossietzky- Universität Oldenburg

 
Beteiligte Schüler:
18
Klassen R 8.1 und R 8.2
Jahrgangsstufe 8
Projekt und Kunstunterricht
 
Beteiligte Lehrkräfte:
2 LehrkräfteFächer: Textiles Gestalten, Kunst, Deutsch, Informatik
 
Stundenvolumen:
1 Projektwoche (5 Tage)

4 Wochenstunden über 10 Monate

 
Vorstellung und Kurzbeschreibung:
Das Wattenmeer- Die Zukunft unserer Küsten

ist ein Projekt der bildenden Kunst für junge Menschen mit und ohne Behinderungen, StudentInnen des Kulturwissenschaftlichen Instituts Kunst – Textil - Medien (Fakultät III) und dem Institut für Chemie und Biologie des Meeres (Fakultät V) der Carl-von-Ossietzky-Universität Oldenburg und professionellen KünstlerInnen.

In einem ersten Projektteil von 1. April 2008 bis zum 9. Juli 2008 sind 18 Schülerinnen und Schüler des Landesbildungszentrums für Hörgeschädigte (LBZH) und 10 Studentinnen und Studenten des Seminars „Kunst und Medien“ gemeinsam kreativ. Nach vorbereitenden Treffen fand eine gemeinsame Projektwoche vom 26.5. bis zum 30.5. 2008 mit einem zweitägigen Arbeitsaufenthalt in Schillig statt. Hier wurden Kunstwerke im Watt entwickelt, dargestellt und dokumentiert. Eine umfangreiche Dokumentation als BLOG im Internet, ein Stop –Motion -Film und ein Videofilm wurden als Gemeinschaftsarbeit erstellt und mit den gegenständlichen Kunstwerken für die Ausstellung im Rahmen des Leitprojektes 13 „Das Wattenmeer- Die Zukunft unserer Küsten“ der Stadt der Wissenschaft 2009 vorbereitet. Die StudentInnen und SchülerInnen arbeiteten darüber hinaus einmal wöchentlich bis zum 30. September 2008 an den Exponaten.

Der zweite Projektteil: Vom 9. Oktober 2008 bis zum 27. März 2009 forschten die Schülerinnen und Schüler (zum Teil mit Studentinnen aus dem Seminar „Das Wattenmeer als Ressource für Kunst“) einmal wöchentlich mit den künstlerischen Methoden der ästhetischen Feldforschung- dem Spannungsfeld zwischen wissenschaftlicher Forschung und künstlerischen Strategien- zum Thema Nationalpark Wattenmeer und erstellten Druckgraphiken zu der Ausstellung im Rahmen des Projektes 13 „Das Wattenmeer- Die Zukunft unserer Küsten“ der Stadt der Wissenschaft 2009.

Zeitgleich entfalten 30 StudentInnen der Fakultät III und der Fakultät V gemeinsam in einem Seminar ihre Kreativität, erforschen mit naturwissenschaftlichen Mitteln und den Medien der Bildenden Kunst das Ökosystem Wattenmeer - im Konflikt zwischen Natur- und Kulturlandschaft, zwischen Schutz und Nutzung -und entwickeln aus ihren Ideen Ausstellungsexponate zum Nationalpark Wattenmeer.

Eine Projektwoche im ICBM-Terramare (Wilhelmshaven) und im Wattenmeer (Schillig) findet für die StudentInnen vom 2. – 6. März 2009 statt. Hieran beteiligen sich auch die KünstlerInnen Sirma Kekec (Bremen), Herwig Kemmerich (Bremen), Prof. John Sturgeon (USA), Christina Hung (USA).

Kunstausstellung:
6. 2. 2009 – 20.3. 2009 im LBHZ, Lerigauweg 39, 26131 Oldenburg
Eröffnung am Freitag, 6.2.2009 um 11.40 Uhr

Kunstausstellung:
8.5. 2009 - 28.6. 2009 in der Artothek und im Kulturamt, Peterstr.1, 26121 Oldenburg und in den Grünanlagen gegenüber bis zum 24.9.2009

12 Künstlerinnen und Künstler aus den Niederlanden, den USA und der BRD beteiligen sich mit ihren Werken an der Ausstellung.

Das Institut für Chemie und Biologie des Meeres (ICBM) wird einen Messpfahl nachbilden und als Ausstellungsraum nutzen, dessen Original südwestlich von Spiekeroog steht und meereskundliche Daten erfasst. Angaben aus der Station im Spiekerooger Watt werden in Echtzeit dargestellt, Webcams liefern Livebilder von der Küste. Die Ausstellungen im Messpfahlnachbau wechseln im zweiwöchentlichen Rhythmus, zudem werden Veranstaltungen im Kulturzentrum PFL angeboten

Eröffnungsveranstaltung: 8. Mai. 2009, 17.00 Uhr. Der Messpfahlnachbau ist bis Mitte September 2009 auf der Grünfläche in den Wallanlagen gegenüber dem PFL zu besuchen.

 
Projektauslöser/Idee:
Edda Akkermann arbeitet als Künstlerin und Sozialwissenschaftlerin u. a. zu ökologischen Themen. Mit dem Konzept "Das Wattenmeer" hat sie
die Projektpartner und später die Jury der Stadt Oldenburg für den Wettbewerb "Stadt der Wissenschaft 2009" überzeugt.
 
Projektentwicklung:
Die Schülerinnen und Schüler berichten:

Teil 1
Die Künstlerin Edda Akkermann und Thomas Robbers von der Universität Oldenburg führten mit den Klassen R8.1 und R8.2 eine Projektwoche zum Thema „Das Wattenmeer- Die Zukunft unserer Küsten“ durch. Daran beteiligt waren aus der Klasse R8.1: Marlon Beier, Carsten Bögelsack, Ann-Kathrin Kirschke, Lena Kurz, Simon Möhlmann, Jana Ritter und Ramazan Ucar; aus der Klasse R8.2: Christian Ahrens, Nancy Aliu, Maurice Handke, Anika Hinrichs, Daniel Jessen, Björn Mahlstedt, Markus Ratje, Michael Roelofs, Enja Schole, Ralf Willenberger und Melek Yelkiran sowie die Klassenlehrer Frau Fischer und Herr Fischer. Folgende Studentinnen und Studenten von der Universität Oldenburg unterstützten uns bei dem Projekt: Jessica Bunnefeld, Mareike Sieling, Johanna Yunas-Elstermann, Maren Keese, Mia Bunge, Lena Holtz, Dirk Lindes, Nils Kotulla, Carlo Bas Sanchos und Julia Vornhagen.


Das Ziel unseres Projektes ist, zu zeigen, dass das Watt selber ein Kunstwerk ist. Dieses Kunstwerk verändert sich ständig durch Ebbe, Flut, Wind und Wetter. Dies konnten wir an unseren Kunstwerken sehr gut beobachten.
Das Watt ist schützenswert und erhaltenswert. Es sollte auch morgen und übermorgen noch eine Zuhause für die Tiere und Pflanzen sein, die dort leben. Das Wattenmeer sollte aber auch ein Erholungsraum für uns Menschen bleiben. Deshalb sollte es nicht verschmutzt werden. Wir sollten mithelfen darauf zu achten, dass wir unseren Müll nicht im Nationalpark Wattenmeer entsorgen.

Zu diesem Projekt gibt es bereits einen BLOG (Internettagebuch), der ab dem
8. Mai 2009 einzusehen ist (http//:www.wattenmeer2008.blogspot.com). Dort kann man Fotos und Berichte zu unserem Projekt lesen. Sogar unser Trickfilm „Gute Tide, schlechte Tide“ wird dort zu sehen sein.

Am Montag, den 26.05.2008 begann die Projektwoche in der Schule. Wir bereiteten in verschiedenen Gruppen die Kunstwerke/Objekte vor, die vor Schillig ins Wattenmeer gesetzt werden sollten. Am Dienstag, den 27.05.2008 bis zum Mittwoch, den 28.05.2008 fuhren wir nach Schillig. Wir bildeten verschiedene Arbeitsgruppen: eine Buchstaben-Gruppe, eine Performance-Gruppe, eine Stop-Motion-Gruppe (Trickfilmgruppe), eine Garten-Gruppe, eine Tücher-Gruppe und eine Video-Gruppe. Vor Ort wurden zunächst Objekte, die von uns am Tag zuvor im LBZH Oldenburg erstellt worden waren, vervollständigt und anschließend im Wattenmeer aufgebaut (eine Bank, ein Tor, ein Mini-Gewächshaus, Tücher, Großbuchstaben aus Holz). Am Donnerstag, den 29.05. 2008 und am Freitag, den 30.05.2008 führten wir in der Schule die Arbeit in den einzelnen Gruppen zu Ende. In den folgenden Wochen erstellte jede Schülerin und jeder Schüler Objektkästen als eigenständiges Kunstwerk.

Die Schüler der Buchstaben-Gruppe malten Buchstaben auf Holzplatten und bildeten damit im Wattenmeer den Schriftzug „Schützt das Wattenmeer“ nach.
Die Mitglieder der Performance-Gruppe versuchten, aus Schlick ein Haus (Wohnraum) mit Möbeln im Watt nachzubilden. Nach der Flut wurde dann notiert und fotografiert, was die Flut mit dem Bauwerk angestellt hatte. Das Haus wurde gebaut, um zu zeigen dass das Wattenmeer auch ein Zuhause ist. Ein Zuhause für die Tiere, die im Watt leben. Es sollte nicht verschmutzt werden
Die Stop-Motion-Gruppe drehte in Anlehnung an die Fernsehserie „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“ einen Kurzfilm mit dem Titel „Gute Tide, schlechte Tide“.
Die Garten-Gruppe versuchte im Wattenmeer einen Garten nachzubilden mit einem Mini-Gewächshaus, einem Gartentor und einer Bank. Die Flut sollte dann der Gärtner sein und den Garten bearbeiten. Das Wattenmeer muss geschützt werden (Tor geschlossen), aber es lädt uns auch ein (Tor offen) zu einem Besuch. Es ist ein Garten auch für uns Menschen. Wir finden dort Erholung und Ruhe (Bank) und können uns an den Tieren und Pflanzen (Gewächshaus) erfreuen.
Die Tücher-Gruppe steckte Stangen ins Watt und befestigte daran die im Textilunterricht genähten weißen Tücher. Die Gruppe beobachtete, was dann während der Flut mit den Tüchern passierte. Viele dachten, dass die Tücher von der Flut weggerissen würden. Doch es kam anders. Einige Tücher gruben Löcher in den Wattboden und verfärbten sich.
Über die Tücher wurde das Ökosystem Wattenmeer für uns erfahrbar. Wir erlebten, wie Wind und Wasser an unserem Kunstwerk arbeiteten.
Die Video-Gruppe dokumentierte das Geschehen im Watt vor Schillig.

Teil 2
Unter der Anleitung der Künstlerinnen Sirma Kekeç und Edda Akkermann sowie unserer Kunstlehrerin Frau Fischer arbeiten wir vom 9. Oktober 2008 bis zum 27. März 2009 einmal wöchentlich im Kunstunterricht weiter. An Hand von Fotos, die während der Projektwoche von 26.05. – 30.05.2008 gemacht wurden, erstellten wir zum Thema „Nationalpark Wattenmeer“ mittels Linol- und Holzschnitt Druckgraphiken. Hieran beteiligten sich auch Studentinnen aus dem Seminar von Dr. Holger Freund und Edda Akkermann der Universität Oldenburg.

Teil 3
Am 06.02.2009 präsentierten wir die Ergebnisse unseres Projektes „Das Wattenmeer als Ressource der Kunst“ mit einer Ausstellungseröffnung im Landesbildungszentrum für Hörgeschädigte, Lerigauweg 39, 26131 Oldenburg. Die Ausstellung ist bis zum 20.03.2009 der Öffentlichkeit zugänglich.

 
Besonderheiten:
StudentInnen und SchülerInnen arbeiten gemeinsam unter künstlerischer Anleitung und mit wissenschaftlicher Begleitung. Menschen aus unterschiedlichen Lebens- und Erfahrungswelten finden über Kunst und Kultur eine gleichwertige
Ebene miteinander zu kommunizieren. Toleranz, Kompetenz, Talente und Teamarbeit werden entwickelt.

Mit der künstlerischen Arbeitsweise der ästhetischen Feldforschung und ihr didaktisches Prinzip des außerschulischen und interdisziplinären Lernens und Aneignens von Erkenntnissen über „die Welt in der wir leben“ wird bei den Schülerinnen und Schülern im Sinne einer Bildung für nachhaltige Entwicklung ein besseres Verständnis für die natürlichen Lebensgrundlagen erreicht. Wissenschaftliche Strategien werden hierbei in ästhetische Prozesse übersetzt. Die Gestaltungskompetenz wird gefördert, das Aneignen von Fähigkeiten, Fertigkeiten und Wissen, um Veränderungen im Bereich des ökonomischen, ökologischen und sozialen Handelns möglich zu machen. Mit der Gestaltungskompetenz soll die Zukunft, die Variation des Möglichen, aktives Modellieren und Mitgestalten der Umwelt und des sozialen Gefüges in den Blickpunkt kommen. Die kreativen und sozialen Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler werden gefördert, die Entfaltung eigener kultureller Ausdrucksformen trägt zu ihrer Identitätsbildung bei.

 
Probleme und Lösungen:
Es gab keine nennenswerten Schwierigkeiten.
Die Zusammenarbeit war hervorragend.
 
Anekdotisches:
"Wir setzten uns in unser Haus und warteten gespannt bis die Flut kam. Zuerst füllte sich der Graben mit Wasser. Danach wurde das Wohnzimmer überschwemmt. Das Wasser umspülte das Sofa, den Fernseher und das Bett. Nach und nach verließen wir das Haus. Eine Studentin, die sich immer noch im Haus befand, war vom Wasser umgeben. Doch das Wasser stieg immer höher, so musste auch sie weichen. Müssen wir Menschen auch eines Tages vor dem Meer weichen? Halten unsere Deiche auch in Zukunft?"


"Wir, die Stop- Motion Gruppe, produzierten eine „Soap“ mit dem Titel „Gute Tide, schlechte Tide“. Unsere Vorstellungen vom Handlungsverlauf zu Papier zu bringen war schon schwierig genug, doch das Casting für die Hauptdarsteller war noch weitaus schwieriger. Die Rollen im Film besetzten wir nach langem Überlegen mit einer Qualle, einer Schwertmuschel, einem Krebs, einer Herzmuschel und einer Aspirindose. Die Geschichte handelt von einer Schwertmuschel und einem Krebs, die ein Paar sind. Die Frau (die Schwertmuschel) betrügt ihren Mann (den Krebs) mit einer Aspirindose (von Menschen achtlos ins Watt geworfen - Umweltverschmutzung!!). Der Mann schöpft Verdacht und erwischt beide in flagranti."