Hier Klicken für die Vollansicht
-
Hier Klicken für die Vollansicht
-
Hier Klicken für die Vollansicht
-
Hier Klicken für die Vollansicht
-
Hier Klicken für die Vollansicht
-
WIR - Wenn Bücher lebendig werden (Schreibprojekt der 4. Klassen)
Schule:
Grundschule Emstek
Clemens-August-Str. 17
49685 Emstek

Tel.: 04473/919387
Fax: 04473/929981
Internet: www.gs-emstek.de

Grundschule / Gebundener Halbtag

 
Kooperationspartner:
geest-verlag
Alfred Büngen
Lange Str. 41 A
49377 Langförden
Tel. 04447/856580
Internet: www.geest-verlag.de


 
Beteiligte Schüler:
113
Klasse 4a bis 4e
Jahrgangsstufe 4
 
Beteiligte Lehrkräfte:
Anja Denis, Beatrix Hüsing, Katrin Schwerdtfeger,Stefanie Römann, Elisabeth Wübben, Marlies ScheeleFach: Deutsch
 
Stundenvolumen:
An fünf Tagen wurde über zwei Monate hinweg jeweils ca. 5 Stunden lang mit den Kindern gearbeitet.
Für die beteiligten Kolleginnen war der Arbeitsaufwand - insbesondere während der Vor- und Nachbereitungsphase des "Schreibertages" - natürlich wesentlich höher. Hier lässt sich das Zeitvolumen kaum in Stunden ausdrücken.
 
Vorstellung und Kurzbeschreibung:
"WIR - Wenn Bücher lebendig werden"
Ein Buchprojekt der Schüler der vierten Klassen der Grundschule Emstek

"Wenn Bücher lebendig werden ..." So lautete das Motto des Schulfestes 2007/2008. Für die Schüler des 4. Schuljahrganges eine Herausforderung. Denn die Antwort für sie lautete: "Am lebendigsten für uns wird ein Buch dann, wenn wir es selbst schreiben!"

Eingestimmt wurden die Kinder durch den Verlagsleiter Alfred Büngen. In jeweils zwei Stunden erarbeiteten die Schüler per Rollenspiel und Klassengespräch wie ein Buch entsteht, wie entschieden wird, ob es gedruckt wird, wie es gedruckt wird und wie es verkauft wird. Alles wichtige Schritte, denn am Ende stand bei den Schülern das eigene Buch.
Zu Beginn des "Schreibertages" gab es eine besondere Eröffnung. Einige Schüler, die gerade selber ein Buch verfasst hatten, hatten sich dazu bereit erklärt, eigene Texte vorzutragen.
Durch diese Vorstellung wurden die Schüler dazu animiert, eigene Gedanken, Ideen und Erlebnisse in Worte zu fassen. Unterstützend hierbei waren die bereitgestellten Stationen. Die Schüler hatten die Möglichkeit, sich an den verschiedensten Stationen in verschiedenen Schreibformen und Möglichkeiten auszuprobieren. Es bestand aber kein Zwang darin, die Stationen durchlaufen zu müssen. Folgende Angebote standen den Schülern zur Verfügung:
1. Die Fantasiemaschine (Ich erfinde eine Maschine, die mir mein Leben heute besonders schön zu gestalten hilft)
2. Ich erlebe die Welt heute einmal anders (Die Kinder nehmen für einige Zeit eine andere Rolle ein. Sie erleben die Welt aus der Sicht der sogenannten Außenseiter, z. B. ein Behinderter im Rollstuhl. Ihre erlebten Gefühle schreiben sie auf.)
3. Farbengedichteschmiede
4. Zukunftswerkstatt (und was mache ich morgen - in einem Jahr - in fünf Jahren - in zehn Jahren)
5. Es ist Sonntagnachmittag drei Uhr ... (Die Schüler beschreiben, was an einem beliebigen Sonntag nachmittags um drei Uhr passiert, als sie in ihrem Zimmer sitzen ...)
6. Wenn ich Bürgermeister in meiner Straße/in meinem Ort wäre, dann ...
7. Gerichtsstation (Die Kinder schlüpfen in die Rolle eines Anklägers.)
8. Die rasenden Reporter (Eine Gruppe sucht sich aus einer vorgegebenen Gruppe von Erwachsenen einen aus, den sie genauer vorstellen wollen. Erst interviewen sie ihn, dann schreiben sie einen Bericht über ihn.)
9. Wortsalat (Aus einem Beutel mit 20 Wörtern versuchen die Kinder ein Gedicht zu schreiben, dabei müssen wenigstens 15 der vorhandenen Wörter benutzt werden.)
10. Abenteuerstation (Die Kinder formulieren eine abenteuerliche Geschichte.)
Begeistert schrieben die Kinder ohne Drängen Geschichten und Gedichte, die am Ende des Schreibertages vorgetragen wurden. Außerdem erhielt jeder Schüler/in ein Schreibdiplom. In den kommenden Wochen fand die Sichtung und die Auswahl der zu veröffentlichenden Texte statt. Dann war es soweit - das Buch war fertig. Es musste nur noch gedruckt werden. Einige Schüler durften in den Verlag fahren und beim Buchdruck helfen.
Die Buchpremiere fand im Juni 2008 im Rathaus statt. Die Kinder stellten ihre Texte auf vielfältige Weise vor. Es schlossen sich die Präsentation des Buches auf dem Schulfest und weitere Dichterlesungen an.
Ich glaube, dass das Schreiben für die Schülerinnen und Schüler in diesem Zusammenhang zu einem unvergesslichen Erlebnis werden konnte, das ihnen ermöglichte, "ihr Buch" lebendig für alle werden zu lassen.

 
Projektauslöser/Idee:
"Wenn Bücher lebendig werden ..."
So lautete das Motto des Schulfestes 2007/2008.Von diesem Motto waren alle begeistert. Doch für die 4. Klassen stellte sich die Frage: Wie werden Bücher für uns lebendig? Ideen wurden gesammelt und wieder verworfen, doch dann der rettende Einfall:
Am lebendigsten für uns wird ein Buch dann, wenn wir es selbst schreiben, wenn wir uns mit unseren eigenen Gefühlen, Befindlichkeiten, mit unserer eigenen Lebensgeschichte einbringen.
Die Idee eines Buchprojektes war geboren.
 
Projektentwicklung:
1. Frage: Wie wird ein Buch lebendig?
2. Idee: Wir möchten ein eigenes Buch schreiben und veröffentlichen.
3. Recherche: Wer gibt uns Tipps? Wer kann und will uns helfen?
4. Kontaktaufnahme mit dem Geest-Verlag, Langförden
5. Herr Büngen (Verlagsleiter)wird als Kooperationspartner gewonnen.
6. Suche nach Sponsoren (Sicherstellung der finanziellen Ressourcen)
7. Zeitliche und inhaltliche Planung des Projektes
8. Durchführung des 1. Tages: Ein Buch entsteht oder was ist eigentlich ein Verlag
9. Schreibertag
10. Sichtung und Auswahl der zu veröffentlichenden Texte
11. Ein Tag im Verlag (Hilfe beim Buchdruck)
12. Teilnahme am Literarischen Sommerfest des Geest-Verlags (Leseproben von Schülern)
13. Erstellen einer DVD über den Schreibertag (Impressionen)
13. Buchpremiere im Rathaus Emstek
14. Präsentation des Buches auf dem Schulfest /weitere Dichterlesungen
15. Schüler bieten ihr Buch zum Verkauf an
(Schulfest, Buchhandel, Pfarrfest ...)
16. Abschluss des Projektes mit einer gemeinsamen Feier
 
Besonderheiten:
In diesem, von unseren 4. Klassen mit initiierten Schreibprojekt, das klassenübergreifend und in Kooperation mit einem "realen" Verlag durchgeführt wurde, erhielten alle Kinder die Möglichkeit, Texte außerhalb der schulischen Leistungswelt der Zensuren und Erwartungshaltungen zu formulieren. Verschiedene bereitgestellte Schreibanlässe boten die Möglichkeit, Gefühle und Abenteuer zu erleben, Informationen zu sammeln und diese in Worte zu fassen. Die Schüler erfuhren zudem, wie Bücher entstehen, welche Bedeutung Autoren haben und vieles mehr über den Buch- und Literaturmarkt.
Im wahrsten Sinne des Wortes wurde so das Buch für die Schüler lebendig. Schreiben und Lesen erhielten für sie eine neue Bedeutung, zumal sie die Texte nun, da sie in einem Buch veröffentlicht sind, in vielfältiger Form den Erwachsenen und Mitschülern präsentieren können. Sich einmal als "richtiger Autor" zu fühlen, und auch wirklich einer zu sein, war für die Schüler ein einmaliges und außergewöhnliches Erlebnis. Ein solcherlei geartetes und umfangreiches Projekt gab es an unserer Schule in der Vergangenheit noch nicht.
 
Probleme und Lösungen:
An unserem "Schreibtag" haben einige Kinder sehr intensiv an einzelnen Stationen gearbeitet, so dass sie nicht alle für sie interessanten Schreibanlässe wahrnehmen konnten. Daher erhielten sie an den darauf folgenden Tagen in der Schule noch die Möglichkeit, ihre Ideen nieder zu schreiben und dem Verleger zukommen zu lassen. Die Eltern unserer Kinder, die Kolleginnen und Kollegen und auch die Mitarbeiter des Geest-Verlages waren immer bereit uns zu unterstützen.
Etwas schwierig gestaltete sich allerdings die Suche nach Sponsoren.
 
Anekdotisches:
Die Schüler haben am Ende des Projekts ihre Eindrücke notiert:

"Am Buchprojekt haben mir die Stationsarbeiten und die Interviews am besten gefallen. Ich würde anderen Schulen empfehlen, auch ein Buch zu schreiben, weil es sehr viel Spaß macht."

"Mir hat gut gefallen, dass für jeden etwas dabei war. Am besten fand ich die Abenteuer-geschichten, weil man sie sich ausdenken durfte. "

"Ich fand es gut, weil man auch Fantasie kriegt und es auch gar nicht so schwer ist, Bücher oder Gedichte zu schreiben."

"Das Beste ist, wenn das Buch fertig ist. Dann kann man es lesen und man ist stolz darauf, dass man so was Tolles erschaffen hat."

Eine Geschichte, die uns und das Publikum sehr amüsiert hat, ist die Geschichte von Jonas G.
Seine "Zukunftsgedanken" hat er wie folgt formuliert:
Ich hoffe, ich werde eine glückliche Familie haben. Aber ich will nicht so reich werden, will im Monat mit meinem Geld auskommen. Aber ich will auch Kinder haben. Meine Frau soll lange Haare haben, sich nicht sehr schminken - nur ein schönes Kleid haben - und sonst ist es mir egal, wie sie aussieht.