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African Rhythm
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Lebensfreude im Tanz
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Die Streetboys - Kampf ums Überleben
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African Rhythm and Music
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Der Überfall
An African Youthstory
Schule:
Bertha-von-Suttner-Gesamtschule
Kolpingstr. 35
57072 Siegen
Tel. 0271/43488


Gesamtschule / Gebundener Ganztag
 
Kooperationspartner:
1.Lars Dettmer (Theater)
Siegen

2.Veruschka Hall(Tanz)
Bochum

3.Karl Parchow (Percussion)
Kreuztal

4.Klaus Panten (Musik, Saxophon, Band)
Wilnsdorf

Zusätzlich haben uns folgende Menschen unterstützt:
Sam Awode,Siegen, Musiker; Denis Goldberg, Südafrika, Weggefährte von Nelson Mandela; Andreas Wörster und Masauso Piri, Projekt Uhtho- Ngathi, Südafrika; Ralf Derichs, Siegen, Gaukler und Beleuchter; Jürgen Möller, Siegen, Kunst-lehrer, Chor der Internationalen Schule Den Haag (ISH) mit dem Chorleiter Malcom Davis, Kultur Siegen, die Fritz-Busch-Musikschule und das Team des Medien- und Kulturhauses LYZ, die IG-Metall Siegen-Wittgenstein und zahlreiche Eltern, die fotografiert , uns mit Essen versorgt und die vielen Fahrdienste übernommen haben sowie die Sponsoren, ohne die das Projekt trotz der öffentlichen Förderung nicht denkbar gewesen wäre.

 
Beteiligte Schüler:
72; Zusätzlich haben sich ca. 19 Jugendliche der Internationalen Schule Den Haag (ISH) am Projekt beteiligt.
- Theater-AG Jg. 13
- Literaturkurs des Jahrgangs Jg. 12
- Musikkurs des Jahrgangs Jg. 12
- Bandmitglieder der "Thursday Freakshow" Jg. 12
- Songgruppe Jg. 8-13
- Mitglieder der 10-er Band
- Mitglieder der Nachwuchsgruppe der Percussion-
Gruppe "Hakuna Matata"

 
Beteiligte Lehrkräfte:
Ulrike Warmbier-Panten, Musik und DeutschJulia Börger, Geschichte, Deutsch, MusikHeike Siebel, Deutsch, Sport, Pädagogik
 
Stundenvolumen:
In der ersten Phase (Ende Oktober 07 bis Januar 08) wurde eine wöchentliche Projektzeit von ca. 4 Stunden eingesetzt. In der zweiten Projektphase von Januar bis April von ca. 5 -6 Stunden und in der letzten Phase ab Ende April bis Anfang Juni ca. 8-12 Stunden wöchentlich mit regelmäßigen Wochenendproben ab März. Erst in der letzten Projektphase waren alle gleichermaßen involviert; in den ersten Phasen hat es Arbeitsschwerpunkte einzelner Gruppen gegeben, z.B. Stimmbildung,Techniktraining im Tanz, Körperarbeit für die Schauspieler oder Bandproben - angeleitet durch die Künstler, aber z.T. auch durch die betreuenden Lehrerinnen. Das Engagement aller Beteiligten war sehr hoch, nur wenige Stunden konnten im Ganztagsbereich der Schule absolviert werden, sondern lagen in den Ferien oder an den Wochenenden.
 
Vorstellung und Kurzbeschreibung:
Wie bei vielen Dingen stand am Anfang eine Idee, ausgelöst durch einen Flyer der Landesregierung zum Programm "Kultur und Schule".
"Kultur ist doch unsere Sache", wir (die Koordinatorin für musische Arbeit und die Didaktische Leiterin der Schule)stellten unsere Projektidee ein Arts-Festival mit unserer Partnerschule zu veranstalten - den schulischen Gremien vor - unbedingt notwendig, besonders bei großen Projekten, schauten uns in der Region nach Künstlern um, die unsere Vorhaben unterstützen könnten, beantragten Projektmittel aus dem Landesprogramm und luden unsere Partnerschule zu einem "Arts-Festival" ein, in dessen Rahmen beide Schulen ihre Kulturarbeit präsentieren wollten.
Gedacht war an eine Collage aus Musik, Tanz und Theater - die thematische Klammer sollte die Lebenswelt der Schülerinnen und Schüler sein.
Der Arbeitstitel lautete "Arts Festival-Dialog der Kulturen"

Als die Projektgruppe - unsere Projektidee wurde in das Landesprogramm "Kultur und Schule" aufgenommen, die SchülerInnen über Aushänge und persönliche Gespräche informiert hatte, begannen die ersten Treffen - anfänglich nur im Fachunterricht und der Band- und Songgruppen- AG. Es gab sehr unterschiedliche Vorstellungen, was heute das Leben von Jugendlichen ausmacht - die Ideen liefen immer mehr in die Richtung sich mit der Lebenswelt von jungen Menschen in anderen Ländern zu beschäftigen.
Aus dem "Arts-Festival - Dialog der Kulturen" wurde nach einem Prozess der intensiven Auseinandersetzung mit dem Thema nach ca. acht Wochen eine musikalische Coallage zum Thema Afrika oder Jugendliche in der "Dritten Welt" - angelehnt an das Musical " African Jigsaw", das wir der Projektgruppe neben verschiedenen Musicals, u.a. Westside Story und aktuellen Texten oder Filmausschnitten zur Verfügung gestellt hatten. Beeinflusst war die Entscheidung, die von den Jugendlichen initiiert und von uns unterstützt wurde sicherlich durch das Engagement der Schule und die lange Verbindung zu Hilfsprojekten im südlichen Afrika. Dialog bedeutet für die Jugendlichen jetzt, den Part von Jugendlichen aus Afrika zu übernehmen und sich mit deren Lebensvorstellungen und Lebensbedingungen zu beschäftigen. Durch einen Vortrag von Denis Goldberg in der Schule über Südafrika nach der Apartheid im Literatur- und Musikkurs, durch die Unterstützung einer Lesung bei der VHS durch die Songruppe, die traditionelle und moderne afrikanische Lieder vortrug, u.a. inspiriert durch die Musik von Jonny Clegg, dessen Konzert die Musiker der Projektgruppe in Aachen besucht hatten, veränderte sich die Projektidee kontinuierlich.
Nach den Herbstferien (Ende Oktober 2007) entstand im Literatur- und Musikkurs 12 in Zusammenarbeit mit der Songgruppe sowie der Theatergruppe 13 die Idee, die künstlerischen Puzzleteile, die bisher mit den Künstlern erarbeitet worden waren (kleine Tanz- und Spielszenen, Percussionstücke, afrikanische Songs), zu einem Musical werden zu lassen.
"An African Youthstory" war geboren und ab November wurde aus dem "Arts-Festival" endgültig ein Musical - dessen Handlung noch geschrieben werden musste, dessen Tänze und Musik aus dem Dialog mit den afrikanischen Projektpartnern, den Erfahrungen und Recherchen der Jugendlichen entstehen sollten.
Soweit die Vorgeschichte - wichtig, weil der Weg von der Idee zur Umsetzung etwas länger war.
Die eigentliche Handlung ist schnell erzählt, aber in einem Diskurs über mehrere Wochen entwickelt worden. Zwei Jugendliche, Sipho der schwarze Junge aus den Homelands und Jodie, die Vorzeigetochter eines Managers, treffen in einem Hotelfoyer aufeinander und verlieben sich, merken, das sie sich etwas geben können, was dem oder der anderen fehlt. Sie geraten - und das ist Alltag in Südafrika eher zufällig in die Hände einer Straßengang, die die Chance wittert, die Eltern von Jodie zu erpressen und Sipho zu zwingen, bei der Gang den Lockvogel zu spielen. Es geht um Gewalt, um Drogen um Hoffnungslosigkeit und die Versuche, sich in dieser Welt einzurichten. Das Ganze endet tragisch - Jodie wird bei einem Überfall von einem panischen Ladenbesitzer erschossen, Sipho sucht einen neuen Weg - und die Geschichte wird erzählt von einer Journalistin, die es als ehemaliges Gangmitglied geschafft hat, einen anderen Lebensweg einzuschlagen.
Zu dieser Idee musste im Dialog mit den Jugendlichen die Musik, die szenische Darstellung gesucht werden - immer verbunden mit dem Versuch möglichst authentisch das Lebensgefühl der Afrikaner zu zeigen, die Musik und Tanz als vitale Lebensäußerungen "leben" ,die die Menschen auch in traurigen Situationen begleiten.
Die Handlung und die Botschaft waren die bestimmenden Elemente; sie sollte mit Musik, Tanz und Spiel auf die Bühne gebracht werden. Daneben Standbilder und die von den Geschichtenschreibern (SchülerInnen und Lars Dettmer)eingeführte Erzählerin gaben die Möglichkeit, eine Handlung zwischen Dynamik, Spannung und Reflexion zu schaffen.
Entstanden ist ein zweistündiges Musical, z.T. mit bekannten Songs, aber auch mit eigenen Liedern und Texten, das an drei Tagen im Medien- und Kulturhaus "LYZ" für die Schulgemeinde und die Öffentlichkeit - auch andere für Schulen - im Juni 2008 aufgeführt wurde. Die Resonanz der Besucher, der Presse und des WDR war positiv, begleitet wurden die Auffühungen von Andreas Wörster und Masauso Piri, da sie wesentlich dazu beigetragen haben, dass die Geschichten von afrikanischen Kindern und Jugendlichen fernab jeder Sozialromantik erzählt werden konnte - trotz der Form des Musicals, das ja eher für das Leichte und Unterhaltende steht.
Vielleicht ist der Titel Musiktheater angebrachter, denn mit den Elementen der Musik, des Tanzes und des Theaters wurde ein ernstes Thema so auf die Bühne gebracht, dass die Zuschauer emotinal und angesprochen wurden ohne die Reflexion und Nachdenklichkeit zu vergessen.

 
Projektauslöser/Idee:
Wie bereits gesagt, entstand die Projektidee vorrangig aus der langen schulischen Kulturpraxis, die in NRW durch das Landesprogramm "Kultur und Schule" seit einigen Jahren unterstützt und gefördert wird. Die Unterstützung durch das Landesprogramm war eine Voraussetzung für die Durchführung eines so großen Vorhabens - auch wenn die Ursprungsidee in der Vorlaufpahse modifiziert wurde. Konkreter Anlass und zweites Motiv war der Wunsch, die Zusammenarbeit mit der Internationalen Schule in Den Haag im Rahmen eines Festivals zu begehen, das beiden Schulen die Möglichkeit geben sollte, ihre vielfältige künstlerische Arbeit zu zeigen. Dabei sollten die jungen Künstler nicht unsere Ideen, sondern ihre eigenen Vorstellungen verwirklichen können -im Dialog miteinander.
Da aller guten Dinge drei sind, war der zwanzigste Geburtstag unserer Schule neben den bereits genannten Aspekten ein weiterer Anlass für das Projekt. Erst in der Arbeit - und hier ist allen Beteiligten zu danken, die mit einem großen Maß von Offenheit, Neugier und Engagement im Dialog eine neue Idee, das Musical "An African Youthstory" entwickelt haben, ist das hier vorgestellte Projekt entstanden.
Ein weiterer Grund für die Hinwendung zur Thematik des Musicals war der Wunsch der SchülerInnen, auf diesem Weg die Arbeit von Utho Ngathi zu unterstützen und bekannt zu machen. Festgehalten werden muss, dass wir uns zwar von der ursprünglichen Idee entfernt haben und sich die Thematik und die künstlerischen Ausdrucksformen verändert hatten. So begann nach den Herbstferien im Okt0ber 2007 die Arbeit an "An African Youthstory".
 
Projektentwicklung:
Die Projektarbeit begann nach den Herbstferien -die Themenfindung, in früheren Punkten angesprochen, war kompliziert, ist aber für klassische Projekte kennzeichnend, denn sie setzen eine hohe Offenheit und Beteiligung der Aktiven voraus.
Die Leitungsgruppe wird damit vor hohe Anforderungungen gestellt - diesen offenen Prozess zu begleiten und zu fördern, gelegentlich auch voranzutreiben. Die Arbeit war seitens des Leitungs- und Künstlerteams von regelmäßigen Kooperationsgesprächen geprägt und damit auch von einem hohen Maß privaten Engagements und der Bereitschaft zur Mehrarbeit.

Nach künstlerischen Inputs, die z.T. nur allgemeine Basics waren (Musik, Schauspiel, Tanz und Literatur) und der Gruppenfindung, d.h. von Schwerpunktbereichen, die die Jugendlichen für sich entdecken konnten, gab es immer wieder Großgruppenphasen zur inhaltlichen Weiterarbeit, verbunden mit Koordinierungstreffen der Künstler- und Leitungsgruppe. Die gesamte Anfangsphase war eienrseits bestimmt durch die inhaltliche Arbeit, die Suche nach einer "Story", und andererseits durch den Aufbau künstlerischer Kompetenzen, z.B. durch Kurse und Workshops wie:

- Hören und Singen - Stimmbildung und
Hörschulung für Chor und Songgruppe.
- Get the Rhythm - afrikanische Rhythmen
trommeln, spielen und tanzen.
- Die Bühne und ich - Körperpräsenz aufbauen.

Lange wurde diskutiert, ob europäische Jugendliche sowohl von ihrer Hautfarbe, aber auch von ihrer Sozialsiation her in der Lage seien, die Thematik des südlichen Afrikas angemessen auf die Bühne zu bringen. Der Anspruch war einerseits mit der Form des Musicals, mit Musik und Tanz zu unterhalten und andererseits auf die Probleme des Landes aufmerksam zu machen ohne "Sozialkitsch". Die Anfgangsphase war auch bestimmt von der Ambivalenz zwischen dem Wunsch, keine "Konservenproduktion" zu machen und der Angst der Schülerinnen und Schüler (und des Leitungsteams), ob dies zu schaffen sei. Glücklicherweise gab es Freistunden im Stundenplan oder gemeinsame Termine am Wochenende, die viele Gespräche ermöglichten. Erst nach der Themenfestlegung und der Entscheidung für eine künstlerische Ausdrucksform - das Musical oder Musiktheater - begann die eigentliche Arbeit, die immer noch in der Verbesserung der individuellen künstlerischen Techniken und Ausdrucksmöglicheiten bestand wie auch in der Koordinierung der Einzelbeiträge bei der Gestaltung der Szenen. Musical oder Musiktheater sind einfacher zu realsieren, wenn auf Seiten der Aktiven ein Fundament künstlerischer Techniken vorhanden ist oder in der Schule entwickelt wurde. So erforderte die Kombination Tanz, Percussion, Musik und Chor sehr viele Proben mit intensiven Auseinandersetzungen über die Wirkung künstlerischer Ausdrucksmöglichkeiten, auch mit Konflikten, wenn es zu Verzögerungen, vielen Wiederholungen oder inhaltlich-formalen Meinungsverschiedenheiten kam. Als Beispiel soll erwähnt werden, dass nach vielen Versuchen zur Darstellung afrikanischer Großstadtimpressionen die Gruppe sich für eine "Standbildpantomime" zur Musik von Toto "Africa" entschied - Bilder, die Zeit zum Betrachten und Nachdenken geben. Besonders positiv haben alle die zahlreichen Wochenendproben erlebt, die Versuche, einzeln geübte Beiträge zu koordniieren und zu einem Bild werden zu lassen. Als erstmalig die Eröffnungsszene "stand", singend, tanzend, mit Bandbegleitung und spielend, gab es Applaus und alle waren stolz auf das, was sie erreicht hatten. Umfangreich waren die organisatorischen Aufgaben für das Leitungs- und Künstlerteam:
- Organisation von Probenräumen
- Mitteleinwerbung
- Kontakt zu Sponsoren
- Erstellung von Probenplänen
- Abstimmung inhaltlicher Unklarheiten - soweit
dies nicht von den Schülöern geleistet werden
konnte
- Einpassung des Projekts in den Schulalltag
(Klausurphasen, Praktikum, Klassenfahrten etc.)
- Begleitung von "Nebenaufgaben" wie Bühnenbild,
Programmheft, Plakaterstellung, Anmietung der
Bühne, Licht-, Ton und Bühnentechnik
- Einarbeitung von Schülern in diesen Bereich
- Kontaktaufnahme und -pflege mit der
Partnerschule, die regelmäßig über den
Fortgang des Projekts informiert wurde und die
selbst Liedvorschläge einbrachte
- Absicherung der Finanzen

Für diesen Bereich hat sich die Leitunggruppe eine strenge Arbeitsteilung gegeben - trotzdem ist ein solches Projekt nur machbar, wenn eine
enge Kooperation gewollt und möglich ist.
Besonders intensiv war die Probenphase ab April, da alle Wochenenden für Teil-, Durchlauf- und Gesamtproben genutzt werden mussten.
Drei Tage vor der Generalprobe und vier Tage vor der Premiere kamen die Schülerinnen der Partnerschule zu den Proben - wunderbar vorbereitet und es war beglückend zu sehen, wie gut junge Menschen zusammenarbeiten können, wenn es ein gemeinsames Anliegen gibt.Die abschließenden Aufführungstage waren für das gesamte Team "Theatertage" ohne Schule, da Schule und Theater auch relativ weit entfernt waren.


 
Besonderheiten:
Das Besondere dieses Projekts war die Größe, die Internationalität, die Verzahnung mit dem pädagogischen Profil der Schule und die Einbindung verschiedener Zielsetzun-gen/Perspektiven; es ging nicht nur um "künst-lerische Komeptenzerweiterung", um Darstellung der Schule(n) und ihrer musischen Arbeit, sondern um anderes Lernen, das u.E. auch gebunden ist an künstlerische Tätigkeit und künstlerisches Erleben. Projektlernen in dem praktizierten Sinn gibt allen Beteiligten große Möglichkeiten, sich selbst und eine Sache zu verwirklichen. Die Entwicklung sozialer Kompetenzen, die Bereitschaft Verantwortung zu übernehmen, verlässlich zu sein, Kritik zu ertragen und produktiv zu wenden, waren ebenso wichtig wie das großartige künstlerische Ergebnis. Betont werden muss aber, dass offene Vorhaben nur mit sehr engagierten Künstlerinnen möglich sind, die sowohl den künstlerischen Schaffensprozess wie auch die SchülerInnen ernst nehmen und nicht auf einer "engen Angebots-struktur" bestehen. Geanuso wichtig war die intensive Kooperation im Leitungsteam. Voraussetzung für ein so großes Projekt ist auch eine entsprechende schulische "Infrastruktur"; dazu gehören u.a. die künstlerische Vorbildung, Erfahrung mit Aufführungen, die Eingebundenheit in ein Netzwerk mit Kooperationspartnern und die Unterstützung auf Seiten des Schulträgers. Große Projekte dürfen keine "Eintagsfliegen" sein, wohl aber herausragende Höhepunkte, die für die beteiligten Schülerinnen und Schüler ein besonderer Lernanlass sind; das Fazsinierende für uns war die Beobachtung der fachlichen Fortschritte und jeweils individuellen Veränderungen auf dem Gebiet der Persönlichkeits-entwicklung, die von uns bewusst thematisiert wurden und ohne die das Ergebnis nicht möglich gewesen wäre.
 
Probleme und Lösungen:
Die Probleme lagen eindeutig in der Größe des Projekts und in seiner Offenheit. Nur durch ständige Kooperation konnte der Schaffensprozess der SchülerInnen begleitet werden; dies war verbunden mit Mehrarbeit, auch mit der Bereit-schaft der Künstler, sich über die vereinbarte Stundenzahl einzubringen. Die gewollte Internationalität erforderte die Arbeit einer Projektleitung, die von der Didaktischen Leiterin übernommen wurde. Daneben gab es eigenverantwortliche Ressortleiter entsprechend der Kunstpraxis. Die Koordination mit der Partnerschule wurde von einer Kollegin aus dem Team übernommen, die organisatorische und pädagogische Betreuung der SchülerInnen von der zweiten Kollegin. Ohne die Unterstützung auch seitens der anderen Kollegen, des Schulträgers und der Eltern wäre so ein großes Projekt nicht realisierbar.
Abschließend soll noch auf ein aktuelles Problem in der Endpahse der Produktion verwiesen werden. Die Proben fanden statt, während im Sommer 2008 Südafrika Einwanderer aus anderen afrikanischen Ländern brutal getötet und aus ihrer neuen Heimat vertrieben wurden. Damit wurde den SchülerInnen einerseits die Aktualtität ihrer Thematik deutlich, aber auch ihre Verantwortung bei der Darstellung von Gewalt: Betroffenheit musste verwandelt werden in eine Haltung, die dem Zuschauer das Verstehen der Vorgänge in Südafrika ermöglicht. Wir haben nie so engagierte, sachkundige Beiträge zur Theorie des Theaters gehört wie in dieser Phase der Arbeit. Die Schülerinnen und Schüler konnten ihr Wissen über Theatertheorien aus dem Deutschunterricht anwenden, der Ernstfall war da und das sind gute Momente in Schule.
 
Anekdotisches:
- Viele Wochenenden,
- hunderte Flaschen Wasser,
- zahlose Schüsseln mit Kartoffel- und
Nudelsalat,
- Kuchenschlachten,Popcorn eimerweise,
- hunderte Grillwürstchen,
- lautes Lachen,
- heftige Kritik,
- viel Verständnis,
- atemlose Stille und Verzauberung,
- Tränen der Verzweiflung und Freude,
- Stolz auf das Geleistete
- Einsamkeit und ein Gefühl der Leere, als die
gemeisamen Probenwochenenden vorbei waren,
- viel Nähe und Bereitschaft, ein solches
Projekt zu wiederholen,
- Eltern und Kollegen, die uns gestützt und
begleitet haben, wenn wir müde waren.

"Ich war noch nie in meinem Leben so stolz und glücklich und habe noch nie so etwas Schönes erlebt"(Aussage einer Mitwirkenden in der Garderobe)