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Körpertraining mit Liane
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nach den Sternen greifen...
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Chorprobe mit Scott - "Wir sind das Volk!"
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Ausschnitt Plakatentwurf von Christina Pohl
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Erstes Bühnenbildmodell von Eckhard Reschat
"Die Idee" - Kinderoper in der Uckermark
Schule:
Uckermärkische Kulturagentur gGmbH
Grabowstr. 6
17291 Prenzlau
Tel: 03984/ 83 39 74
Fax: 03984/ 83 39 75
www.umkulturagenturpreussen.de

Grundschule / Gebundener Halbtag
 
Kooperationspartner:
Klasse 5 a der Diesterweg Grundschule Prenzlau
Kathrin Kuchling
Am Steintor 5
17291 Prenzlau
03984/2313

Kreismusikschule Uckermark
Jürgen Bischof
Karl-Marx-Str.3
17291 Prenzlau
Tel. 03984/ 70 15 41

Jugendkunstschule flur1 Wallmow
Sonja Pintow
Zuckermark e.V.
Wallmow 6
17291 Carmzow/Wallmow
Tel: 039862/ 350 40


Landestheater Neustrelitz
Dieter Köplin
Friedrich-Ludwig-Jahn-Str. 14
17235 Neustrelitz
Tel. 03981/277-0
mail: info@landestheater-mecklenburg.de
www.landestheater-mecklenburg.de

Uckermärkische Bühnen Schwedt
Waltraud Bartsch
Berliner Str. 46-48
16303 Schwedt
Tel. 03332/ 538-0
mail: dramaturg@theater-schwedt.de

Carl-Friedrich-Grabow-Schule
Berliner Streße 29
17291 Prenzlau
Tel: 03984/ 80 81 34

Grundschule Pestalozzi
Winterfeldstr. 44
17291 Prenzlau
03984/ 22 24

Aktive Naturschule Prenzlau
Uli Stornowski
Neustädter Damm 5
17291 Prenzlau
03984/ 83 37 10

 
Beteiligte Schüler:
ca. 60
 
Beteiligte Lehrkräfte:
Kathrin Kuchling, Lehrerin an der Diesterweg Grundschule Prenzlau (Musik, Deutsch)
 
Stundenvolumen:
Einmal wöchentlich 2 bis 6 Stunden über zwei Monate (musikalische Proben, Tanzproben, Körpertraining)
dann drei Wochenenden im März komplett (täglich bis zu 6 Stunden je nach Alter der Kinder)
vom 3.4. bis zur Premiere am 18.4. täglich für die Kinder bis zu 6 Stunden Proben (außer Ostern)
 
Vorstellung und Kurzbeschreibung:
„Die Idee“ – Kinderoper in der Uckermark

Im Jahr 2009 führen wir nach der außergewöhnlich großen und positiven Resonanz der Kinderoper „Cinderella“ im Jahr 2007 wieder eine Musiktheaterproduktion mit Kindern und Jugendlichen der Region durch. Wir führen die komische Oper „Die Idee“ von Gustav Holst in deutschsprachiger Erstaufführung auf, eine Oper für Kinder, aber vor allem mit Kindern.
Was an sich nicht spektakulär klingt, bedeutet ein riesiges Unternehmen in einem strukturschwachen Flächenkreis wie der Uckermark. Doch gibt es hier an vielen Stellen kulturelle Bewegung, engagierte Künstler und natürlich interessierte und talentierte Kinder, die Lust haben, sich auf das Projekt „Oper“ einzulassen.

Fast keiner der Beteiligten der „Cinderella“ war jemals vorher in einem Opernhaus, höchstens im Theater oder im Musical. Aber nicht nur die Form war für die Beteiligten ein Novum, sondern auch die Intensität der Arbeit mit bis zu sechs Stunden Proben täglich in den Osterferien. Da musste jeder erst einmal über den eigenen Schatten springen. Umso größer war nachher die Begeisterung, als die Kinder gemerkt haben, wie viel sie über sich selbst heraus gewachsen sind und natürlich auch, wie umwerfend die Resonanz an allen Spielorten war.

Unser Schwerpunkt liegt auch in diesem Jahr auf der professionellen künstlerischen Betreuung des Projektes in allen Bereichen. Da wir auf keine Infrastruktur wie an einem Theater zurückgreifen können, erfordert das von allen beteiligten Erwachsenen einen enormen Kraft- und Zeitaufwand, der weit über das bezahlbare Honorar hinausgeht und viel Idealismus bedeutet.
Wir binden bei der Produktion in allen Bereichen Kinder und Jugendliche ein. In Castings wurden die Gesangssolisten gesucht, anschließend wurde der Chor zusammengestellt. Die fortgeschrittenen Instrumentalisten, die bei den Aufführungen gemeinsam mit den Mitgliedern des Preußischen Kammerorchesters musizieren, können sich direkt auf die Aushänge hin oder über ihre Lehrer bewerben. Auch in der Bereichen Regie, Bühne, Kostüm, Organisation, musikalische Assistenz, Licht, Maske etc. können Schüler aktiv mitarbeiten. Als Beispiel von der „Cinderella“ mögen zwei Schülerinnen gelten, die nach der Anleitung eines Maskenbildners von der Deutschen Oper Berlin nach der Premiere bei allen Vorstellungen alleine die aufwendigen Masken und Frisuren (vor allem der vielen kleinen „Kätzchen“!) herstellten.
In diesem Jahr neu ist die Zusammenarbeit mit der Jugendkunstschule „flur1“ in Wallmow und mit der Klasse 5a der Diesterweg Grundschule in Prenzlau. Die Schüler der Klasse 5a werden gemeinsam mit ihrer Lehrerin das Thema „Oper“ zum Unterrichtsschwerpunkt machen, die Regisseurin, der musikalische Leiter, die Produktionsleiterin etc. kommen in den Unterricht und berichten aus der Praxis, Schüler können die Proben besuchen und aktiv am kreativen Prozess mitwirken. Als Abschluss des Projektes ist ein Tagesausflug in die Deutsche Oper Berlin geplant mit Besichtigung von Bühne und Werkstätten, Gesprächen mit beteiligten Künstlern und natürlich einem Vorstellungsbesuch. Anschließend können die Schüler an der Dokumentation über das Projekt mitarbeiten. Die Jugendkunstschule „flur1“ bietet gemeinsam mit dem Bühnenbildner einen Workshop für Kinder zum Thema Bühnenbild an, der auch Mitwirkung bei den Endproben beinhaltet.
Auf den Erfahrungen von 2007 bauen wir nun auf. Das Stück ist ein vollkommen anderes, hat einen größeren Interpretationsspielraum und ist nicht wie die „Cinderella“ an ein bekanntes Märchen angelehnt. Eine große Herausforderung für die Regie und die Darsteller.

Bei der Wahl des Stückes sind wir dieses Mal auf ein frühes Werk des englischen Komponisten Gustav Holst (1874-1934) gestoßen. Holst gilt neben Vaughan Williams als wichtigster englischer Komponist zu Beginn des 20. Jahrhunderts.
Seine komische Oper für Kinder „Die Idee“ entstand bereits 1898 unter dem Eindruck der erfolgreichen Werke von Gilbert und Sullivan. Das Libretto stammt von dem australischen Komponisten, Dirigenten und Librettisten Fritz Hart.
Das charmante Stück sprüht vor englischem Humor und leicht beschwingter und dennoch anspruchsvoller Musik. Arien, Chansons, Ensembles und Tänze werden von originellen Dialogen verbunden. Es lag bisher noch keine deutsche Fassung des Stückes vor. Wir spielen die deutsche Erstaufführung der neuen Übersetzung von Ralf Nürnberger.

Zur Handlung: Irgend etwas muss ja wohl faul im Staate sein, wenn König und Königin nichts Wichtigeres zu tun haben, als sich tagtäglich über die Wahl des Puddings zu streiten und der Einzige, der sich für die Kultur einsetzt, von den dummen Versen eines aufgeblasenen Nichtskönners geblendet wird.
Zu allem Überfluss liegt auch noch der Premierminister mit einer schweren Krankheit danieder und überlässt das Volk sich selbst und dem egozentrischen Königspaar. Als er zur Freude aller gesundet, wartet er mit einer großen Überraschung auf: im Krankenbett ist ihm die zündende Idee gekommen, wie sich im Staate alles zum Besseren wenden soll. Das geht natürlich nicht ohne einschneidende Veränderungen vor sich und irgendwann kommt es zum Eklat...
Wie humorvoll und spritzig der Komponist Gustav Holst und sein Librettist Fritz B. Hart diesen Stoff umgesetzt haben, ist zeitlos treffend und sehr unterhaltsam.

Allgemeine Informationen
Stück:
„Die Idee“ von Gustav Holst in neuer deutscher Übersetzung von Ralf Nürnberger (DE)
Aufführungen:
18. April 2009 (Premiere), 19.4. 25.4. und 26.4. Grabowschule in Prenzlau,
5.5. Multikulturelles Centrum Templin, 9. Juni Landestheater Neustrelitz, 21.6. und 22.6. Uckermärkische Bühnen Schwedt., 1.7. Historisches „U“ Pasewalk

Solisten:
König, Königin, Premierminister, Caroline, Max, Mona, zwei Wächter (Kinderstimmen)
Chor/ Tänzer:
Das Volk (Kinderstimmen) – Handwerker, Höflinge, Gaukler, Köche, Kinder
Orchester:
Flöte, Oboe, Klarinette, Horn, (Schlagzeug ad lib.) und Streicher (Schüler gemeinsam mit dem Preußischen Kammerorchester und Studenten)
Dirigent:
Frank Zacher, Musikalischer Leiter des Preußischen Kammerorchesters
Regie:
Ulla Theißen, freischaffende Regisseurin Schwerpunkt Kinder- und Jugendtheater, Berlin
Bühne:
Eckhard Reschat, freischaffender Bühnenbildner, Berlin
Kostüme:
Dagmar Loewenberg und Roswitha Hindemith, Kostümbildnerinnen/Modedesignerinnen, Trampe (Uckermark) und Berlin
Choreographie:
Angela Steer, Tanzlehrerin und Choreographin an der Kreismusikschule Uckermark
Produktionsleitung:
Frauke Kuhfuß-Knauer, Uckermärkische Kulturagentur Prenzlau
Bewegungstraining:
Liane Walther, Lehrerin Darstellendes Spiel, Groß Daberkow (Uckermark)
Korrepetition/ Musikalische Einstudierung:
Scott Curry, Korrepetitor und Lehrbeauftragter der UDK, Berlin
Beleuchtung / Technik:
Hans Müller, Bühnenmeister / Burckhardt Jänicke, Prenzlau
Maske:
Michael Schuchhardt, Maskenbilder Deutsche Oper Berlin

Veranstalter:
Uckermärkische Kulturagentur gGmbH

 
Projektauslöser/Idee:
Projektauslöser für „Die Idee“ war die ungeheure Wirkung, die die „Cinderella“ vor zwei Jahren hatte. Die Resonanz war überwältigend und die Kinder sind so über sich selbst hinaus gewachsen, dass das eine „Fortsetzung“ herausforderte.
Außerdem hat in diesem Jahr die Stadt Prenzlau ihr 775. Stadtjubiläum und diesen Anlass haben wir genommen, wieder eine Musiktheaterproduktion zu machen, die das Jubiläum bereichern kann.
 
Projektentwicklung:
Als klar war, dass wir eine Kinderoper mit Kindern machen wollen, stand am Anfang erst einmal die Suche nach einem geeigneten Stück. Die meisten Stücke für Kinder werden von Erwachsenen aufgeführt, deshalb ist das geeignete Repertoire sehr begrenzt (siehe Probleme und Lösungen).
Wir haben uns für „Die Idee“ entschieden und sie von einem erfahrenen Regisseur und Dramaturgen übersetzen lassen. Danach war auch die Besetzung klar und wir konnten anfangen, in den Schulen und Musikschulen Werbung für unser Projekt zu machen. Auf der Suche nach einer teilnehmenden Klasse haben wir Kontakt mit der hiesigen Diesterweg Grundschule aufgenommen, die als verlässliche Halbtagsschule auch den Spielraum dafür hat. Überhaupt war es uns von Anfang an wichtig, Partner zu finden, denn aus den Erfahrungen von 2007 haben wir gelernt, wie wichtig diese sind. Wir haben außerdem zu der Jugendkunstschule „flur 1“ und zu zwei Theatern Kontakt aufgenommen, die uns im Rahmen ihrer Möglichkeiten unterstützen (Material wie Licht, Bühnenteile, Kostüme etc.) und haben Gastspielorte in der Region gesucht, um einem breiten Publikum zeigen zu können, was wir erarbeitet haben. Die Kreismusikschule steht uns ohnehin als Partner zur Seite, sodass wir jederzeit dort musikalische Proben, Tanzproben und Schauspieltraining machen können.
Im September 2008 haben wir Castings für die Solisten abgehalten, wo die Kinder und Jugendlichen selbstgewählte Lieder, ein Volks- oder Kinderlied und einen Text vorgetragen haben. Die Solorollen wurden besetzt und den anderen wurde angeboten, im Chor mitzusingen. Nach der Übersetzung und der Einrichtung der Noten war schließlich auch klar, dass über Zuwendungen von Stiftungen und Sponsoren die Finanzierung gesichert ist.
Dann haben wir auch zum ersten Mal das Projekt in der Klasse 5a der Diesterweg Grundschule vorgestellt. Erste Fragen waren: „Was ist eigentlich Theater, was ist Oper, was unterscheidet die beiden, was ist das Besondere an Theater und Oper?“ Die Reaktionen waren vielfältig, ebenso die Lust, sich persönlich einzubringen. Manche wollten die Proben verfolgen und fotografieren, andere mit Texten an der Dokumentation mitarbeiten, wieder andere interessieren sich für die Beleuchtung usw. Da es für viele die erste Begegnung mit der Oper ist, sind wir optimistisch, dass mit der Beschäftigung daran auch das Interesse für die einzelnen Bereiche wachsen wird.

In der Jugendkunstschule in Wallmow möchten wir gemeinsam mit dem Bühnenbildner einen Wokshop zum Thema Bühnenbild abhalten. Die sehr engagierte Jugendkunstschule liegt in einem kleinen Dorf in der Uckermark. Bildende Künstler, Tänzer und andere geben dort Workshops und wir wollten die Gelegenheit nutzen, interessierten Kindern auch mal einen Einblick in die Welt des Theaters zu geben.

Seit Dezember haben die Solisten musikalische Proben und Korepetition und ab Januar 2009 zusätzlich Körpertraining. Der Chor hat im Januar mit musikalischen Proben und Tanzproben begonnen und mit dem
Umzug auf die Bühne Anfang März beginnen wir auch mit Körpertraining / Schauspietraining für den Chor. Damit sollen auch die Kleinsten ein Gefühl für den Raum, die Bühne und das Miteinander auf der Bühne bekommen. Jeder Mitwirkende erhält den immer aktualisierten und sehr detaillierten Probenplan, damit sich alle Familienmitglieder auf die umfangreichen Proben einstellen können.
Im März beginnen auch die ersten Proben für die Mitglieder des Orchesters. Zuerst wird alleine, später gemeinsam mit den Profis vom Preußischen Kammerorchesters geprobt. Für die beiden Schlagzeuger, die unbedingt mitspielen wollen, müssen noch Stimmen erfunden werden. Nach Meinung des musikalischen Leiters passt Schlagzeug unbedingt zu dem Stil des Stückes und wir sind schon sehr gespannt darauf.
Die Tänzer proben mit der Tanzlehrerin der Kreismusikschule seit Februar in kleinen Gruppen, es wird aber auch noch Tanzproben mit allen Darstellern geben, da einige Tänze direkt dramaturgisch in die Handlung integriert sind.
Im März beginnen wir an den Wochenenden auf der Bühne mit den szenischen Proben. Musikalisch gut vorbereitet können die Kinder nun gemeinsam mit der Regisseurin an der darstellerischen Umsetzung arbeiten. Bei jeder szenischen Probe ist ein Korrepetitor anwesend und meist auch der musikalische Leiter. Durch die häufigen Wiederholungen und dadurch, dass Stück für Stück neue Komponenten dazu kommen, gewinnen die Kinder die nötige Selbstverständlichkeit auf der Bühne, die sie später auch Unvorhergesehenes meistern lässt.
In den Osterferien wird täglich geprobt, in der Woche nach Ostern dann gemeinsam mit dem Orchester und in Kostüm, Maske und Originallicht. Zu der Generalprobe werden wir neben unserer Partnerklasse auch andere Schulklassen einladen, damit die Kinder vor der Premiere schon einmal die Chance haben, vor Publikum zu spielen.

 
Besonderheiten:
„Die Idee“ – Kinderoper in der Uckermark
Eine Kinderoper für Kinder und mit Kindern ausgerechnet in einem Landstrich zu machen, in dem die Bevölkerungsdichte extrem niedrig, dagegen Abwanderung und Arbeitslosigkeit sehr hoch sind, hat schon sehr viel mit Don Quichote zu tun.
Warum wir das machen? Aus Spaß an der Arbeit mit Kindern, aus der Notwendigkeit, sich nicht mit Mittelmäßigkeit abzugeben, vor allem dann, wenn es um Kinder geht. Kinder haben das Recht, von Künstlern an die Kunst herangeführt zu werden. Im besten Fall springt ein Funkle über, wenn man in der Arbeit immer wieder über den eigenen Schatten gesprungen ist. Es entstehen neue künstlerische und persönliche Verbindungen, die es den Kindern ermöglichen, auch mal über den eigen Tellerrand zu schauen. Sich mit anderen zu messen, ohne in einen Wettstreit einzutreten, Kunst als Kunst begreifen und nicht als reine Freizeitbeschäftigung. Wir sind der Meinung, dass gegen die allgemein um sich greifende Lethargie nur Freude am gemeinsamen künstlerischen Arbeiten und die spannende Auseinandersetzung mit Kunst an sich helfen kann. Was haut einen wirklich vom Hocker? Oder das Publikum? Was und wen kann Musiktheater erreichen?
Wir sind nicht bereit, uns in eine freiwillige geistige Zonenrandlage zu begeben, sondern wollen den Geist erweitern, Neugier wecken - und vor allem Spaß an Musik und Theater haben!
 
Probleme und Lösungen:
Als erstes stellte sich uns das finanielle Problem, da wir in diesem Jahr nicht wie 2007 einen Sponsor haben, der große Teile des Projektes trägt. So haben wir viele Partner suchen und finden müssen und dadurch stand natürlich alles lange Zeit auf wackligen Beinen. Das erleichtert die Arbeit nicht unbedingt, erford aber eine hohes Maß an Kreativität und Kommunikation.
Wir haben uns zusätzlich Partner gesucht, die uns auch ohne Geld z.B. Einsatz ihrer Arbeitskraft, durch Sachspenden wir Bustransporte, Kostüme, Bühnenteile, Licht etc. unterstützen können. Auch die Suche nach den geeigneten Mitwirkenden braucht schon viele Helfer.
Geld haben wir schließlich von der Stadt Prenzlau (zum Stadtjubiläum), Stiftungen, Banken und privaten Sponsoren erhalten.
Dann stellte sich relativ bald die Frage, welche Kinderoper für uns, für die Kinder und für das Publikum hier geeignet ist. Es werden aber grundsätzlich meist Opern für Kinder komponiert, die Erwachsene aufführen sollen. Was grundsätzlich verständlich und auch nicht schlecht für Theater und Opernhäuser ist, was aber an unseren Ideen und Bedürfnissen vollkommen vorbei geht. Es gibt die Tradition von Kinderopern in Deutschland kaum, dementsprechend sind wir eher im englischsprachigen Bereich fündig geworden. Dazu muss man sagen, dass die Recherche sehr mühsam, da unglaublich schlecht dokumentiert ist. Die komische Kinderoper „Die Idee“ von Gustav Holst, für die wir uns schließlich entschieden haben, ist kaum je in einem Werkverzeichnis des wahrlich nicht unbekannten Komponisten aufgeführt - und das ist kein Einzelfall. Leicht zu finden und sehr häufig vertreten sind dagegen kleine Musiktheaterstücke und Musicals, die sich für das schulpraktische Spiel eignen. Das ist nicht das, was wir suchen. Daraus kann man eigentlich ein Plädoyer an alle theaterbegeisterten Komponisten machen: Schreibt gute Stücke für Kinder!
„Die Idee“ lag bisher nicht in deutscher Übersetzung vor. Wir haben sie von einem „Theaterpraktiker“, der Erfahrung mit Übersetzungen hat, übersetzen lassen und sind überrascht, wie genau er den englischen Witz getroffen hat, mit viel Verständnis für Musik und Gesang. Nun haben wir eine deutsche Erstaufführung einer Kinderoper von Holst!

Schwierig stellt sich die Zusammenarbeit mit Schulen und Schülern dar, wenn es über den schulischen Alltag herausgeht.
Die Schule der fünften Klasse, mit der wir jetzt zusammen arbeiten, hat eine sehr offene Direktorin und eine engagierte junge Musiklehrerin. Wir binden die Schüler nun nach Interessen individuell ein und machen gemeinsam in der Schulzeit „Oper“ zum Thema, besuchen Proben und arbeiten später gemeinsam an der Dokumentation.
Der Probleme gibt es noch viele, aber irgendwie finden wir immer Lösungen, nicht zuletzt in der Arbeit gemeinsam mit den Kindern.

 
Anekdotisches:
Viel zu erzählen gäbe es von unserem Projekt der Kinderoper „Cinderella“ 2007, doch stecken wir in diesem Projekt noch zu sehr am Anfang, um aus der Perspektive der Anekdote zurück blicken zu können.
Überaus lehrreich war aber der Besuch der Produktionsleiterin in der Klasse 5a der Diesterweg Grundschule im Unterricht. Nach einem allgemeinem Exkurs über das „Was ist eigentlich Theater“ waren wir bei den Besonderheiten des Theaters gelandet, wozu auch gehört, das jeder Abend neu und anders ist als der vorhergehende, weil immer irgend etwas nicht Vorhersehbares passiert. Hellhörig wurden einige Kinder, als sie hörten, dass schon mal Dirigenten während einer Vorstellung zusammengeklappt oder gar gestorben sind. Plötzlich wurde ein bis dahin quasi vor sich hin schlummernder Junge wach und wollte wissen, wie viel Dirigenten denn bis jetzt ganz genau während einer Vorstellung gestorben seien. Ein anderer Junge reagierte ähnlich auf die Erwähnung, dass es in einem Operhaus neben vielen anderen Gewerken auch Waffenmeister gibt.
Auch das ist ein nicht zu verachtender Effekt von Oper – dass jeder von einem anderen Aspekt gefesselt sein kann, sei er auch noch so abwegig.