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Break Dance ist nicht so einfach
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Durch Üben kommt man auch beim Break Dance zum Ziel
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Es ist leichter gesagt als getan, aber es macht Spaß.
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Neukölln hat viel zu bieten: Im Körnerpark 1
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Neukölln hat viel zu bieten: Im Körnerpark 2
"Postcards from Berlin"
Schule:
Peter-Petersen-Schule
Jonasstraße 15,12053 Berlin
Tel. 6322506821 Fax. 56824824
www.pps.cidsnet.de

Grundschule / Offener Ganztag
 
Kooperationspartner:
Jo Parkes, Berlin
www.mobiledance.org
 
Beteiligte Schüler:
25 Schüler nahmen am Tanzprojekt teil.
Beteiligt war die Stammgruppe 2.5 der Peter-Petersen-Grundschule. Das ist eine altersgemischte "Klasse" : Sieben Schüler sind aus dem 4. Jahrgang, acht Schüler aus dem 5. Jahrgang und zehn Schüler aus dem 6. Jahrgang. Für die Fünft-und Sechstklässler stellte das Tanzprojekt einen Profilkurs dar und für die Viertklässler eine Arbeitsgemeinschaft.
 
Beteiligte Lehrkräfte:
Das Projekt wurde von einer Lehrerin begleitet, die eine der beiden Stammgruppenleiterinnen der Klasse ist und Mathematik, Bildende Kunst und Deutsch unterrichtet.
 
Stundenvolumen:
Das Zeitvolumen betrug zwei Wochenstunden von September 08 bis Februar 09, mehrere Sondertermine für Musik- und Videoaufnahmen, zwei schulübergreifende Workshops mit jeweils drei Stunden am Samstag.
 
Vorstellung und Kurzbeschreibung:
Postcards from Berlin

KONZEPT
Künstlerteams - bestehend aus zwei Choreographen, einem Filmemacher und einem Komponisten – erstellen mit Schülern aus vier Schulen (zwei Grund- und zwei Hauptschulen) aus verschiedenen Berliner Bezirken 30-sekündige Tanzfilme – „Tanz-Postkarten“ der Stadt Berlin.

In Sechsergruppen wählen die Schüler einen Ort aus, den sie gerne anderen Menschen in anderen Ländern zeigen möchten, um die Stadt Berlin vorzustellen. Dieser Ort soll als eine Art Postkarte dargestellt werden. Wann werden denn Postkarten verschickt? Man verschickt Karten, wenn einem das Bild darauf gefällt. Die Schüler beschäftigen sich damit, was es in ihrer Heimatstadt zu sehen gibt, das sie anderen zeigen wollen. Einige Orte befinden sich in der Nachbarschaft der Schüler (z.B. Lieblingsgebäude), andere haben "ikonischen" Charakter (z.B. Fernsehturm).

Inspiriert vom Ort und ihrer Beziehung dazu entwickeln und drehen die Schüler eine Tanzsequenz, schneiden einen Kurzfilm und unterlegen ihn mit dafür eigens erstellter Musik. Die Filme werden im Berliner Fenster der U-Bahn gezeigt, sie werden auf Mobiltelefonen, MP3- Playern und einer eigenen Internetseite laufen. Die Schüler der vier verschiedenen Schulen lernen sich während der gemeinsamen Workshops kennen und präsentieren und diskutieren ihre Arbeit untereinander.

Das Projekt bringt Schüler verschiedenen Alters und Hintergrunds dazu, die einzigartigen Orte ihrer Nachbarschaft mit denen anderer Gegenden Berlins zu vergleichen, und die Stadt in einem größeren Kontext zu sehen. Ein vertrautes Medium wird benutzt, um den Schülern unbekannte Kunstformen (Zeitgenössischer Tanz und Musik, experimentelles Filmen) nahe zu bringen. Schüler stellen ein Video her, betreut von professionellen Künstlern. So sehen sie, welcher Aufwand hinter den Bildern steckt, die sie täglich konsumieren und lernen Teamwork.

Insgesamt etwa 100 Schüler (eine komplette Klasse in jeder Schule) werden an dem Projekt teilnehmen, das vom September 2008 bis zum März 2009 stattfindet. Künstlern und Lehrern wird ein Training angeboten.

DETAILS

Juli – August 2008
Entwicklung von Partnerschaften mit Schulen; Vorproduktion.

September 2008
Workshops beginnen und laufen über 14 Wochen:
10 Wochen Tanz (Schüler lernen Bewegung/Choreographie und bilden Gruppen, um ihr Stück zu entwickeln); 1 Woche Musik (Einführung in Filmkomposition); 2 Wochen Video (Grundlagen Kamera und Schnitt); 1 Woche für Lehrer (sie bekommen Einblick in den kreativen Prozess, das Verhältnis des Projekts zum Lehrplan und zum schulischen Lernen). Die Workshops gehen einmal pro Woche über 90-120 Minuten, sie sind in den normalen Schulablauf eingepasst.

November 2008
Erster gemeinsamer Workshop (3 Stunden): aller Schüler von allen Schulen, geleitet von der künstlerischen Leiterin und den an den Schulen arbeitenden Choreographen. Unterschiedliche Schüler von unterschiedlichen Schultypen nehmen zusammen an Übungen teil und tauschen ihre Erfahrungen aus.

Dezember 2008
Zweiter gemeinsamer Workshop aller Schüler von allen Schulen. Die Schüler werden den Stand ihres Projektes präsentieren und diskutieren.

Januar 2009
Dreh – jede Gruppe hat 2 Stunden, um den Film mit einem Profi-Team (Filmemacher, Licht, Ton) aufzunehmen.
Schnitt – jede Gruppe hat 2 Stunden mit einem Profi-Cutter, um den Film zu schneiden.

Februar 2009
Soundtrack – die Schüler arbeiten drei Sessions mit dem Komponisten am Soundtrack.

März 2009
Kino-Premiere
Screening im Berliner Fenster und Start der Webseite.

 
Projektauslöser/Idee:
Eine erfolgreiche Produktion der Parallelklasse im Dezember 2006 und der Wunsch etwas Ähnliches mit der eigenen Klasse durchzuführen, war der Projektauslöser.
 
Projektentwicklung:
Die Vorplanung begann im Winter 2007/2008. Zunächst sollte das Projekt nur an der Peter-Petersen-Schule stattfinden. Die Eltern hatten sich auf einem Elternabend bereit erklärt pro Kind 50,00 Euro zu bezahlen, um die Choreographen zu finanzieren. Musik und Video sollten durch Eigeninitiative geleistet werden. Durch das Engagement von Frau Parkes wurde das Projekt auf mehrere Schulen ausgeweitet und Fördergelder wurden vom Berliner Projektfonds Kulturelle Bildung bewilligt.
Im September 2008 startete das Projekt mit den beiden Choreographen Rachel Brooker (Zeitgenössicher Tanz) und Daniel Just (Break Dance), die durch Frau Parkes betreut wurden. Für die Jungen war es sehr motivierend, dass auch ein Mann das Projekt leitete und ihnen schon in der ersten Stunde grundlegende Schritte aus dem Bereich "Break Dance" zeigte. Das Eis war gebrochen und nun konnten sich auch die skeptischen Sechstklässlerjungen für das Projekt begeistern.
In den folgenden Wochen stellten die Schüler in wechselnden Gruppenkonstellationen immer wieder in eigener Regie kleine Tanzsequenzen zusammen. Die Teamarbeit war nicht immer so einfach. Da gab es Viertklässler, die sich noch nicht trauten, und es gab Sechstklässler, die über die anderen bestimmen wollten. Es galt sich auseinanderzusetzten und zu kooperieren. Am Ende überraschte aber jede Gruppe uns Erwachsene mit ihren kreativen Ideen und deren tänzerischer Umsetzung.
Durch die Arbeit mit Sven Hill (Film) wurde den Schülern deutlich, worauf es bei diesem Projekt ankam. Die Tanzsequenzen sollten ja gefilmt werden. Worauf musste also geachtet werden? Das Ziel des Projekts wurde deutlicher. Nun galt es auch, sich zu entscheiden, welche Orte in der Stadt und in Neukölln ausgewählt werden sollten. Eine Gruppe entschied sich schließlich für das "Berliner Ampelmännchen" am Brandenburger Tor. Eine andere Gruppe arbeitete an der ehemaligen Berliner Mauer (Mauermuseum). Eine dritte Gruppe überlegte sich eine Choreographie für eine Bootsfahrt vom Berliner Dom zum Reichstag. Die Neuköllner Gruppe stellte eine Choreographie für den Körner Park, einen türkischen Gemüseladen, eine Hauswand mit Graffiti, das Böhmische Dorf und das Britzer Schloss zusammen. Endlich wurde direkt an den entsprechenden Orten gearbeitet. Anfangs hatten die Schüler Hemmungen zu tanzen, wenn Passanten an ihnen vorbeiliefen. Nach einer Weile vergaßen sie aber die Zuschauer und arbeiteten mit Elan ihre Choreographie vor Ort aus.
Die Arbeit mit dem Musiker (John Blue) brachte ein weiteres Element in die Gruppe. Sie lernten den Umgang mit verschieden Mikrofonen und stellten mit ihrem eigenen Körper und ihrer Stimme Hintergrundgeräusche zusammen.
Am ersten gemeinsamen Workshop mit den anderen Schulen nahmen fast alle Kinder teil, obwohl die Teilnahme freiwillig war. Die Schüler waren zunächst einmal von den Jugendlichen (achte Hauptschulklasse) beeindruckt. Gemeinsam mit den anderen Schulen arbeiteten die Schüler in Gruppen nacheinander mit verschiedenen Choreographen zusammen. Schnell stellten die Grundschüler fest, dass die Großen eher etwas schüchtern waren und sie als Kleine die Großen mit ihrer Spontaneität und Kreativität mitreißen konnten. Der Höhepunkt des Workshops war der Auftritt Muhabbets (ein bekannter Rapper), der eine der Hauptschulen bei der Musikgestaltung unterstützte. Auch am zweiten gemeinsamen Workshop nahmen 20 Schüler der Klasse teil. Sie arbeiteten unter anderem am "Focus" und wie man sich darstellt. Es war erstaunlich, wie schon nach kurzer Zeit sich die Haltung und das Auftreten jedes einzelnen veränderte. Eine tolle Erfahrung für die Kinder war auch, dass sie in einer Partnerarbeit mit einem völlig fremden Kind einer anderen Schule eine vorführbare Choreographie auf die Beine stellen konnten.
Mitte Februar rückte endlich der Drehtermin für die einzelnen Gruppen näher. Bei niedrigen Temperaturen war es dann soweit. Die Schüler gaben an den verschiedenen Drehorten ihr Bestes. Alle waren hochmotiviert und konzentriert bei der Sache. Keiner murrte, obwohl manche Einstellungen häufig wiederholt wurden. Die Bootsgruppe hatte als einzige Glück. Bei strahlendem Sonnenschein ging es vom Berliner Dom mit dem Schiff los. Es war nicht viel Platz auf dem Boot. Die Kinder reagierten flexibel und ließen sich auch von den mitfahrenden Touristen nicht stören.
Einige Tage später arbeitete der Filmemacher noch einmal mit der Stammgruppe 2.5. Er zeigte den Schülern, wie man Filme geschickt zusammenschneidet. Das war für alle interessant. Nach dem Workshop war einer Schülerin völlig klar, dass sie nach der Schule auf jeden Fall Filmemacherin werden wolle.
Nun warten wir alle gespannt auf die endgültige Fassung der vier Kurzfilm. Die Schüler fiebern schon der Premiere im Kino entgegen. Manche sind der festen Überzeugung, dass sie jetzt ein Star werden. Zusammenfassend kann man sagen, dass es allen sehr viel Spaß gemacht hat.


 
Besonderheiten:
- In diesem Projekt arbeiteten Schüler verschiedener Jahrgänge zusammen und kamen mit Schülern aus anderen Schulen zusammen.
- Verschiedene Kunstformen wurden zusammengeführt.
- Kinder aus einem sozialen Brennpunkt wurden mit modernem Tanz, mit dem Entstehungsprozess eines Videofilms und der Erstellung von Hintergrundgeräuschen und Musik für einen Film bekannt gemacht.
- Die Kinder lernten außergewöhnliche Berufsgruppen kennen.
- Die ganze Arbeit beteiligte die Kinder sehr stark, sowohl bei der Auswahl der Orte, bei der tänzerischen Umsetzung, beim Schneiden der Videos, bei der musikalischen Ausgestaltung.
- Die Kreativität der Schüler wurde durch die Art der Aufgabenstellung gefordert und weiter entwickelt.
- Im Unterricht arbeiteten die Kinder inhaltlich an diesem Thema. Sie stellten in Referaten und Bildern Sehenswürdigkeiten der Stadt vor. Geschichtliche Aspekte wurden geklärt. Gemeinsam wurde besprochen, ob sich ein Ort als "postcard" eignet.
- Durch das Projekt wurden die neuen Schüler (Viertklässler) sehr schnell in die Klassengemeinschaft integriert.
- Teamarbeit war erforderlich. Ein gutes Gruppenergebnis kam nur zustande, wenn die Stärken und Schwächen des einzelnen berücksichtigt und integriert wurden.
- Es entstanden viele gruppendynamische Prozesse, die in der Schule in den Geprächskreisen montags oder freitags besprochen wurden.
- Choreographen und Musiker kamen aus Großbritannien und den USA und sprachen zum Teil Englisch mit den Schülern.

 
Probleme und Lösungen:
- Große Probleme gab es anfangs mit der Finanzierung des Projekts. Alle Eltern waren aber so begeistert von der Projektidee, dass sie bereit waren, schon ein halbes Jahr im Voraus monatlich Geld für das Projekt auf dem Klassenkonto anzusparen, und zum Teil sollte Geld aus dem Förderverein für einzelne Schüler beantragt werden. Zum Glück wurde das Projekt schließlich vom Berliner Projektfonds Kulturelle Bildung unterstützt.
- Es gibt in der Schule keine großen Räume, außer der Turnhalle. Diese wird auch von der Nachbarschule benutzt. Die Turnhalle befand sich zu Beginn des Schuljahres im Umbau. Netterweise stellte das Nachbarschaftsheim in der Schierkerstraße uns einen großen Raum zur Verfügung und gab unserem Projekt den Vorrang gegenüber dort stattfindenden Arbeitsgemeinschaften.
- Die Jungen äußerten vor Projektbeginn immer wieder, dass sie nicht wüssten, ob Tanzen das Richtige für sie sei. Dadurch, dass einer der Tanzassistenten aus dem Bereich "Break Dance" war, waren die meisten Jungen dann doch begeistert dabei.
- Manche Eltern wollten nicht, dass ihr Kind öffentlich auf einem Videofilm zu sehen ist. Einige Eltern gaben dann nach einem persönlichen Gepräch die Erlaubnis. Zwei türkische Schüler erhielten leider nicht die Erlaubnis ihrer Eltern.


 
Anekdotisches:
Das Projekt hatte gerade erst begonnen. Es ging um die Auswahl der Orte. Ein Schüler wollte als Ort das Alexa (Kaufhaus) am Alexanderplatz vorstellen. Die anderen Kinder der Klasse waren von dieser Idee nicht begeistert. Er fertigte daraufhin ein achtseitiges Referat über dieses Gebäude an und trug es frei vor. Damit konnte er viele Kinder für seinen ausgewählten Ort begeistern.

Eine Schülerin, die begeistert mitgearbeitet hatte, aber schon wusste, dass sie an der endgültigen Videoaufnahme nicht teilnehmen durfte, schrieb im Januar 09 folgendes Gedicht:

Das Tanzprojekt

Das Tanzprojekt war toll.
Wir hatten drei perfekte Tanzlehrer.
Sie waren einfach wundervoll.

Das Tanzprojekt war herrlich.
Das Tanzprojekt war toll.
Das Tanzprojekt war fantastisch,
es war einfach wundervoll.

Jo, Daniel und Rachel,
wir danken euch sehr.
Wir werden euch nie vergessen,
ihr wart nett und fair.