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Schuljubiläum 2008
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Atemübung "Windmaschine"
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Hörmemory
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Atemübung "Bücherfahrstuhl"
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Haltungsübung "Kirschen pflücken"
Stimm:Bildung
Schule:
Anne-Frank-Gesamtschule
Kupfermühle 3
52353 Düren
02421-91250
www.anne-frank-gesamtschule.de


Gesamtschule / Gebundener Ganztag
 
Kooperationspartner:
Prof.Dr.Heinz Geuen
Nina Dyllick
Hochschule für Musik Köln
Dagobertstraße 38
50668 Köln
 
Beteiligte Schüler:
2 Kurse zusammen 46 SchülerInnen
Schülerinnen und Schüler aus den Jahrgängen 5 + 6, Fortführung ab Klasse 7 im Jahrgangsübergreifenden Projekt
 
Beteiligte Lehrkräfte:
1 Lehrkraft, Musik/Kunst, 1 wissenschaftliche Mitarbeiterin der Hochschule für Musik Köln ist gelegentlich anwesend, Studierende im Praktikum
 
Stundenvolumen:
wöchentlich 4 Stunden durchgehend das ganze Schuljahr
 
Vorstellung und Kurzbeschreibung:
Bei dem Projekt Stimm:Bildung handelt es sich um eine Form erweiterten Musikunterrichts der Anne-Frank-Gesamtschule für die Klassen 5 und 6. Es findet als Kursangebot (parallel zu einem Bläserkurs und zu weiteren nicht musikbezogenen Förderangeboten) statt. Die Klassen 5 und 6 haben eine reguläre Musikstunde, zu denen gegebenenfalls zwei Stunden Stimm:Bildung hinzukommen. Das Angebot ist im Schuljahr2007/08 angelaufen und wurde von 30 Schülerinnen und Schülern angewählt. Dies entspricht ca. einem Viertel der Gesamtschülerzahl des Jahrgangs. Ziel des Projektes ist zum einen eine qualitative Arbeit an der Singstimme, zum anderen sollen aber auch generelle musikalische Kompetenzen entwickelt und erweitert werden. Darüber wird das Ziel verfolgt, eine systematische Vokalsensemblearbeit aufzubauen und der Schule dadurch (und durch entsprechende Aktivitäten im Bläserbereich) ein musikalisches Profil zu geben.
Für Stimm:Bildung wurde und wird in Zusammenarbeit zwischen Schule und Hochschule ein spezifisches Curriculum erarbeitet, das auch individualisiertes Arbeiten in Kleingruppen sowie gelegentliche Einzelbetreuung umfasst (die in der Regel durch beteiligte Studierende erfolgt). Im Sinne des Gesamtkonzeptes der Anne-Frank-Gesamtschule werden die Schülerinnen und Schüler auch im Rahmen von Stimm:Bildung konsequent in die Verantwortung für die Gestaltung der Lernprozesse und für die Qualitätssicherung miteinbezogen. So werden stimmbildnerische Übeabläufe nicht nur durch die Lehrpersonen initiiert, sondern teilweise auch durch die Lernenden selbst. Dazu wird unter anderem auf eine "Stimmbildungskartei" zurückgegriffen. Darauf befinden sich Übungen, die durch Bilder/Symbole repräsentiert werden, wodurch die Aktivierung der Schüler/innen auch als Anleitende ermöglicht wird (Lernen durch Lehren).Als Elemente der Lernsteueurung fungieren zudem Kompetenzböegn und Lerntagebücher. Die beiden Ensembles (Jahrgang 5 und 6) treten regelmäßig in der Schulöffentlichkeit auf.
 
Projektauslöser/Idee:
Anlass für die Idee zum Projekt war die Überlegung, das Fach Musik in den Gesamtrefomprozess der Schule mit einzubeziehen (Veränderung der Lernkultur durch Modularisierung und durch Elemente selbstgesteuerten Lernens). In diesem Zusammenhang sah man die Möglichkeit, kulturelle und kognitive Entwicklung zu verbinden. Die Musikhochschule Köln war als Partner gerne bereit, die curricualare Entwicklung zu betreuen, Lehramtsstudierende zu aktivieren (Praktikum) und das Vorhaben als idealen Gegenstand musikpädagogischer Lehr-Lernforschung wissenschaftlich zu begleiten. (Veröffentlichung: Heinz Geuen "Das kann ich schon!" - Leistungsbewusstsein als Element individueller Lernweggestaltung im Musikunterricht. In: Hans-Ulrich Schäfer-Lembeck [Hg.]: Leistung im Musikunterricht, München 2008.)

 
Projektentwicklung:
Etappen:

- Anfang 2007: Verständigung zwischen Schule und Hochschule über den Reformprozess der Schule und über Möglichkeiten, das Fach Musik zu integrieren.

- Sichtung verschiederer Chorklassen-Projekte und erste konzeptionelle Überlegungen

- Initiierung eines musikpädagogischen Forschungs- und Praxisseminars an der Hochschule f. Musik Köln Beginn: September 2007 (Ltg. Prof. Dr. Geuen/Nina Dyllick/Antje Weiler M.A. von der AFG)

- Entwicklung eines Curriculums für die Startphase (inklusive Schulbesuche der Teilnehmer)

- Gemeinsame Auftaktveranstaltung in der Schule ("Schnuppertag") und Beginn der wöchentlichen Arbeit zusammen mit den Studierenden

_ Begleitende Evaluation durch die Seminargruppe und durch wissenschaftliche Mitarbeiterin (Dissertationsvorhaben), Weiterentwicklung des Curriculums.

- Erste Auftritte (Weihnachtskonzert 2007)

- Ende Schuljahr 2007/8 Gesamtauswertung des ersten Durchgangs

- WS 2008/09, 1. Halbjahr Schuljahr2008/09: zweite Seminargruppe zur Entwicklung, Präzisierung des Konzepts für den neuen Jahrgang 5 bzw. für den Fortsetzungskurs im Jahrgang 6/ Fortsetzung der Betreuung in gemischten Gruppen (Lehrerin, Wiss. Mitarbeiterin, Studierende)

- Februar 2009: vorläufiger Abschluss der Konzeptionellen Arbeit durch Erstellung eines Handbuches, zugleich Fortführung der wissenschaftlichen Begleitung durch Hochschullehrer

- mit Hilfe des Handbuches sollen nächste Studierendengenerationen eingeführt weden, so dass auch zukünftig die Einrichtung von konzeptionell versierten gemischten Betreuer-Gruppen (Lehrerin/Studierende) zeitnah möglich ist.

 
Besonderheiten:
Das Besondere des Projektes ist

1) die Verbindung von musikalischer Tätigkeit (Singen) mit allgemein musikalischen Zielen:(Entwicklung musikbezogener und allgemein-kultureller Kenntnisse, Verbesserrung der Wahrnehmungsfähigkeit, Ausdrucksmögklichkeit etc.)

2) Die Einbindung des Curriculums in den Reformansatz der Anne-Frank-Gesamtschule (hoher Grad von Selbststeuerung der Lern- und Efahrungsprozesse, individuelles Qualitätsmangagment durch Lerntagebücher/Portfolio, Zertifkate für erreichte Leistungen)

3) Verbindung von musikalischer Bildungsarbeit (Doppelbedeutung des Wortes "Bildung" im Projekttitel) mit der Entwicklung von soazialer Kompetenz (Selbstbewusstsein, Gruppenverhalten, Präsentationskompetenz...)

4) Ideale Kooperation zwischen Schule und Hochschule mit hohem Synergiewert

 
Probleme und Lösungen:
Die organisatorische Voraussetzung an der Schule muss so gestaltet sein, dass jahrgangsübergreifend die Stimm:Bildungs SchülerInnen gleichzeitig teilnehmen können. Gelöst wurde das Problem folgendermaßen:
In den Jahrgängen 5 und 6 gibt es jeweils eine Stunde allgemeinbildenden Musikunterricht. Die zweite Stunde wird für den "erweiterten Musikunterricht" (Stimm:Bildung und parallel dazu Bläserausbildung) abgegeben. Daraus wird dann eine zweistündige "Förderschiene" geschaffen. D.h. für den gesamten Jahrgang findet Do 2.+ 3.Std. Förderunterricht statt (Bei uns "Selbstlernstunden beim Fachlehrer im Klassenverband") und aus diesen Stunden gehen die Kinder heraus zu ihrem "erweiterten Musikunterricht". Ergebnis: Kinder, die nicht musikalisch interessiert sind, bekommen eine Stunde regulären Musikunterricht und eine Stunde zusätzlichen Förderunterricht. Kinder, die sich musikalisch engagieren bekommen eine Stunde Musikunterricht in der Woche mehr.
In den Jahrgängen 7-10 findet am Donnerstag Nachmittag für alle SchülerInnen Profilunterricht statt, hier finden sich dann Stimm:Bildung und parallel dazu die Bläser zu jahrgangsübergreifenden Ensembles. Mit dieser Struktur starten wir im nächsten Schuljahr.
 
Anekdotisches:
Ein besonders eindrückliches Ereignis war der Besuch der VocCologne im Januar diesen Jahres mit der Stimm:Bildung 6. (Festival für populäre Vokalmusik, Hochschule für Musik Köln, www.voccologne.de)
Die SchülerInnen haben Tagsüber Vokalgruppen bei ihrem Coaching begleitet und Abends ein Konzert besucht. Während dieser Exkursion konnte man beobachten, wie sehr die SchülerInnen und Schüler sich zum Einen schon selbst als "professionell" im Umgang mit ihrer Stimme erleben. Zum Anderen konnten die SchülerInnen feststellen, dass so manch eine Übung, die ihnen gelegentlich doch etwas albern vorkommt, auch von den echten Profis, von denen sie sehr beeindruckt waren, angewendet und wertgeschätzt werden. Seit dem Besuch der VocCologne hat die Gruppe zwei neue Grundsätze festgelegt: 1. Stimmübungen mit Bewegung und gegenseitigem Berühren sind professionell und wichtig, 2. Ab sofort üben wir streng am mehrstimmigen Singen, auch das wurde vorher oft als "lästig" empfunden.