Hier Klicken für die Vollansicht
-
Hier Klicken für die Vollansicht
-
Hier Klicken für die Vollansicht
-
Hier Klicken für die Vollansicht
-
Respect!
Schule:
Waldschule Kinderhaus
Große Wiese 14
48159 Münster
0251/211202
fax 263693

Hauptschule
 
Kooperationspartner:
Jugendtheater-Werkstatt e.V.(gemeinnütziger Verein), künstlerische Leitung: Barbara Kemmler, Scharnhorststr. 36, 48151 Münster
Tel.: 0251-525031 / -1621534
www.cactus-theater.de

+ Karl-Heinz Neubert
Rektor der Geistschule (Gemeinschaftshauptschule mit Ganztagsangebot)
Grevingstr. 24, 48151 Münster
Tel.: 0251-775432 / privat: 0251-273447)

+ Fürstenbergschule (Hauptschule),Andreas-Hofer-Straße 30, 48145 Münster, Rektor Peter Tetzlaff, Tel.: 0251-35482,

 
Beteiligte Schüler:
32
SchülerInnen der Klasse 5-10 von 3 Hauptschulen, AG´s für ein schulübergreifendes Gesamtprojekt
 
Beteiligte Lehrkräfte:
Die Lehrkräfte der drei beteiligten Schulen unterstützen diese AG`s, Konzeption und Koordination liegen bei Cactus Junges Theater, durchgeführt werden die AGs von zwei Theaterpädagoginnen (Waldschule), einer Tänzerin (Fürstenbergschule) und einer Regisseurin (Geistschule)von Cactus-Junges Theater.
 
Stundenvolumen:
Seit Beginn des Schuljahres wird in 3 Gruppen 2 Wochenstunden geprobt. Parallel dazu werden von der Video Gruppe (bestehende aus Schülern) Interviews durchgeführt.
Im Mai 2008 findet eine Intensivprobenwoche statt (täglich 7 Unterrichtsstunden). Darauf folgen 5-6 Aufführungen im Pumpenhaus Münster.
 
Vorstellung und Kurzbeschreibung:
Respect! - Ein Brückenprojekt

Die erfolgreiche und nachhaltige Zusammenarbeit des freien Jugendtheaterlabels mit professionellen Rahmenbedingungen "Cactus Junges Theater" mit 3 verschiedenen Hauptschulen in Münster (seit 2007) wird 2008 fortgesetzt und weiterentwickelt. Unter der Federführung von Cactus wird in 3 Schulgruppen mit insgesamt 32 Schülern (im Alter von 9 bis 15 Jahren) zum Thema "respect?!!" gearbeitet. "Respekt" ist ein zentrales Thema mit dem sich Cactus in den vergangenen Jahren in theatralen Kontexten, in der künstlerischen und interkulturellen Arbeit auseinandergesetzt hat. Identität, Ausgrenzung, Ethnizität sind Themenfelder, die grundsätzlich in die Arbeit mit Jugendlichen (hoher Anteil mit Migrationshintergrund)einfließen. Der Begriff "Respekt" wird auf allen gesellschaftlichen Ebenen gerade in Zeiten der Globalisierung immer wichtiger,ist gleichzeitig in der Jugendkultur als Schlagwort (vor allen Dingen in der internationalen HipHop-Szene) sehr präsent und dient als Synonym für diverse Bedeutungen wie z.B.: Selbstrespekt als Voraussetzung andere zu respektieren, Respekt zwischen den Generationen, Respekt im Sinne von höflichem, achtungsvollen Umgang miteinander, Respekt und Macht als Spannungsfeld, Respekt in der Liebe usw. Der Inhalt kann nicht verordnet, sondern nur erworben werden. D.h. alle Beteiligten sind angehalten diesen Begriff für sich zu füllen. Selbstrespekt, Selbstreflektion, Eigenverantwortung - an dieser inhaltlichen Linie entlang setzen sich Barbara Kemmler und Alban Renz (künstlerische Leiter von Cactus) in diesem Projekt mit den Jugendlichen auseinander. Es bestehen 3 verschiedene Kurse, die kontinuierlich arbeiten und von künstlerischen Coaches aus dem Cactus-Pool geleitet werden: Die japanische Tänzerin und Choreografin Tamami Maemura arbeitet mit SchülerInnen der Fürstenbergschule zum Thema Selbstrespekt gegenüber dem eigenen Körper. An der Geistschule beschäftigen sich die SchülerInnen unter Leitung von Barbara Kemmler in einer Schreibwerkstatt mit dem Begriff "Respekt". Diese sprachlich und rhythmisch orientierte Arbeit wird von dem Rapper Julio Mangue Eyimi aus Äquatorial-Guinea, der 2008 ein Freiwilliges Kulturelles Jahr bei Cactus leistet, unterstützt. Die Theaterpädagoginnen Judith Suermann und Silvia Schwab arbeiten als Team an der Waldschule mit ihrer Gruppe an theatralen Szenen und binden den Begriff in den politischen und gesellschaftlichen Kontext der Jugendlichen ein. Neu etabliert seit Januar 08 ist eine Videogruppe zum Thema Respekt unter der Leitung des jungen Filmemachers Sersch Hinkelmann. Aus den jeweiligen Schulgruppen haben sich jeweils 2 Schüler (insgesamt 6) entschieden, auch noch an dem Videoprojekt teilzunehmen, das Medium Film erweitert das Angebot und bezieht SchülerInnen mit ein, die sich in den anderen Bereichen nicht so gut einbringen können, aber Interesse am Gesamtprojekt haben. Wesentlich ist auch, dass die Videogruppe alle schulübergreifend miteinander vernetzt. Das Konzept besteht darin, dass die SchülerInnen selbst Interviews mit Mitschülern führen, die dann gefilmt werden. Des Weiteren ist in Vorbereitung Video-Interviews zum Thema Respekt mit verschiedenen Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens zu führen, z.B. ein Schuldirektor, Leiterin einer Vollzugsanstalt, der Polizeipräsident, eine Oberamtsanwältin, ein Vertreter der Bezirksregierung, eine Seniorin usw. Diese Interview-Termine und auch die Orte, an denen sie geführt werden sollen, werden in Kürze abgeklärt. Das Thema "Respekt" wird mit dieser Idee nochmals in ganz andere gesellschaftliche Bereiche getragen.
Im Mai 08 werden die künstlerischen Ergebnisse aller 3 AG`s im Rahmen einer Intensiv-Projektwoche zusammengeführt und unter der Regie von Alban Renz in einer Collage verwoben und für die anschließende theatrale Performance inszeniert. Diese Performance wird dann auf der Bühne des Theaters im Pumpenhaus Münster vor den drei Schulen gespielt und dann einem breiten Publikum vorgestellt. Neben theatralen Szenen, tänzerischen Elementen und der rythmisch-sprachlichen Arbeit werden die erstellten Videosequenzen Teil der Gesamtperformance, ein Gesamtszenario. Im Pumpenhaus selber werden verschiedene Räume gleichzeitig bespielt, so dass man als Zuschauer (SchülerInnen und LehrerInnen) durch eine lebendige Installation geht und an den einzelnen Stationen verweilen kann. Gleichzeitig bietet diese Art der Inszenierung einen Zugang zu verschiedenen künstlerischen Medien.

 
Projektauslöser/Idee:
Die Waldschule Kinderhaus arbeitet bereits seit Jahren erfolgreich mit Cactus Junges Theater.
"Respect!" ist eines der Themen mit denen sich Cactus Junges Theater und die Waldschule Kinderhaus regelmässig in den vergangenen Jahren in theatralen Kontexten, in der künstlerischen und interkulturellen Arbeit beschäftigt hat: Identität, Ausgrenzung, Ethnizität sind Themenkomplexe, die regelmäßig in die Arbeit mit den Jugendlichen, von denen ein Großteil Migrationshintergrund hat, einfließen.
Seit Januar 2002 trägt die Waldschule Kinderhaus den Titel Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage im Rahmen des Projektes der Aktion Courage e.V. zur Förderung von Zivilcourage.
Respektvoll miteinander umgehen, voneinander lernen und Verantwortung übernehmen, für sich und für andere - das sind Werte, die für das Zusammenleben an der multikulturell geprägten Ganztagshauptschule "Waldschule Kinderhaus" eine besondere Bedeutung haben. Gleichzeitig sind sie sowohl Aufgabe als auch Voraussetzung des Unterrichts und des Zusammenlebens. Daraus ergibt sich für die Schule eine ganz besondere Verpflichtung, an der alle an Schule Beteiligten gemeinsam arbeiten müssen.
Daher war der Wunsch groß, zum Thema "Respect" auch anhand künstlerischer Herangehensweisen zu arbeiten und das Ergebnis dieser Arbeit in ein großes Brückenprojekt einfließen zu lassen.
Durch den Kontakt zu Cactus Junges Theater, enstand die Idee und das Interesse mit Schulen zu arbeiten und ein niedrigschwelliges Angebot für Hauptschulen zu machen, um an Kultur und Theater heranzuführen.Mit großem Erfolg bei den Jugendlichen und dem Publikum wurde im letzten Jahr in ähnlicher Struktur im Rahmen des Landesprogramms Kultur und Schule das Projekt "Baustelle: Freundschaft, Liebe, Leidenschaft?" durchgeführt. In Form von Workshops: (Gedichte lesen, Theatrales Spiel, Tanz und Masken) an den beteiligten Schulen haben KünstlerInnen und teilweise auch Lehrkräfte, den SchülerInnen kreative Möglichkeiten vermittelt. Intention war auch 2007 die Ergebnisse der Workshops zu bündeln und gemeinsam öffentlich zu präsentieren (an den beteiligten Schulen und im Theater im Pumpenhaus).Der Prozess und die Erfahrung waren sehr positiv, die meisten SchülerInnen, die 07 beteiligt waren, wollten unbedingt in diesem Rahmen weiterarbeiten und sind jetzt hoch motiviert mit "respect?!" beschäftigt. Selbst das Thema kommt von den SchülerInnen selbst, da sich in ihrer jugendlichen Lebenswelt sehr viel um Respekt dreht. Der Schwerpunkt für unser Projekt 08 liegt deshalb auch bei Selbstrespekt und bekommt neue Facetten.
 
Projektentwicklung:
- Mai 2007 - Konzept und Idee entwickeln
- Juni 2007 - Anträge schreiben
- ab August 2007 - grundlegendes Schauspiel-, Tanz- und Sprechtraining für die Schülergruppe, Sammeln von Texten zum Thema
- ab Januar 2008 - Erste Szenen und Choreographien, Gründung einer Videogruppe aus allen drei beteiligten Schulen, Interviews mit allen Schülergruppen zum Thema Respekt
- Mai 2008 - Intensivprobenwoche mit allen Beteiligten
- 26., 27. und 28. Mai sechs Aufführungen im Pumpenhaus Münster
 
Besonderheiten:
Das Theaterprojekt wird sich nicht auf den Bühnenraum beschränken. Verschiedene Theaterräume werden bespielt, künstlerische Aktionen laufen parallel an verschiedenen Orten. ZuschauerInnenn und Schülerinnen haben die Möglichkeit, sich über die unterschiedlichen künstlerischen Medien mit dem Begriff Respekt auseinanderzusetzen.
Da die Zusammenarbeit schon seit über einem Jahr besteht und erfolgreich ist, soll das Projekt bis 2009 fortgesetzt werden. Es ist als Langzeitprojekt geplant.
 
Probleme und Lösungen:
Zu Beginn des Projektes gab es in den Gruppen Fluktuationen, aus Scheu auf der Bühne stehen zu müssen. Jetzt ist das Interesse geweckt.
 
Anekdotisches:
Zum Thema Selbstrespekt.

Die Schüler stellen sich vor:
Ich bin die Jüngste in meinem Jahrgang
Ich bin schokoladensüchtig
Ich bin immer gut drauf
Ich bin Germanys Next Fett-Model
Ich mag mein Stottern nicht
Ich bin zu klein für mein Alter
5cm mehr wären schöner
Ich bin Hausfrau könnte man sagen
Ich bin stolz auf meinen Stolz

Wenn ich beleidigt bin, dann…
bin ich erstmal ruhig, aber wenn mir das reicht, dann greife ich zu, ich brauche dann irgendeine Beschäftigung, die mich ablenkt. Ich brauche dann etwas, wo ich meinen Frust ablasse, dabei könnte ich ihn töten. Ich habe ihn geschlagen, aber so, dass daraus eine Schlägerei wurde. Ich scheiß auf den, sag ich in mir.

Ein Schüler zu Respekt:
Respekt habe ich schon immer gehabt vor mir und vor anderen und alles, sogar vor der Natur. Das liegt daran, dass ich ein religiöser Mensch bin und meine Eltern haben mich gut erzogen und meine Kinder werde ich noch besser erziehen, weil ich weiß jetzt, wie wichtig das im Leben ist. Aber es lässt bei mir langsam nach, dass liegt daran das meine Freunde nicht alle so respektvoll miteinander umgehen. Deshalb werde ich meine Kinder mehr und besser erziehen.


Die 16 Säulen des Respekts

1. Habe keine Angst.
2. Zeig was du bist.
3. Sei höflich.
4. Sei ehrlich.
5. Lache andere nicht aus.
6. Habe Respekt vor der Natur.
7. Hab Respekt vor Leuten, die dir auch Respekt geben.
8. Behandele andere, wie du selbst behandelt werden willst.
9. Sag deine Meinung, aber halte auch Kritik aus.
10. Liebe deinen Nächsten wie dich selbst.
11. Nimm andere ernst.
12. Nimm nicht das, was dir nicht gegeben ist.
13. Sei fair, gerecht und diszipliniert zu deinen Mitmenschen.
14. Habe Respekt vor Älteren.
15. Gib jedem Menschen eine Chance.
16. Wer keinen Respekt vor sich selbst hat, kann auch keinen Respekt vor anderen haben.