Hier Klicken für die Vollansicht
Alexander Schirrow: Pinguine in Afrika, Dezember 2006
Hier Klicken für die Vollansicht
Joshua Völker: „Das Krokodil“, Spanplatte mit Acyrlfarben, 2006
Hier Klicken für die Vollansicht
Die Künstlerin Astird Stöfhas zu Besuch in der Schule
Hier Klicken für die Vollansicht
Die Künstler mit ihren Bildern zum Thema Afrika
Hier Klicken für die Vollansicht
Sven Hoppe: Die Giraffe hat Masern, Acyrlfarben auf Spanplatte, Januar
"Wenn Träume fliegen lernen" - Eine Reise nach Afrika
Schule:
Schule An Boerns Soll
Förderschule mit dem Schwerpunkt Geistige Entwicklung
An Boerns Soll
21244 Buchholz

04181/5264

Förderschule/Sonderschule

 
Kooperationspartner:
Astrid Stöfhas, Hamburg

Ateliergemeinschaft "Die Schlumper" Hamburg
Alte Rinderschlachthalle, Neuer Kamp 30
2000 Hamburg
www.schlumper.de

 
Beteiligte Schüler:
13 Schüler
13 Schüler im Alter von 15- 18 Jahren (Kunst-AG)

 
Beteiligte Lehrkräfte:
3 Lehrerinnen,Förderschullehrerinnen der Förderschule mit dem Schwerpunkt geistige Entwicklung
 
Stundenvolumen:
Arbeitszeit der Schüler: ca. 4 Wochenstunden seit November 2006
 
Vorstellung und Kurzbeschreibung:
Wir, die Schüler und Schülerinnen der Kunst – AG, haben uns für eine Reise nach Afrika entschieden. Es war eine Reise in eine fremde und ungewöhnliche Welt, mit der wir uns auseinandersetzen mussten. Unsere Träume und Vorstellungen haben wir in individuellen Gestaltungsprozessen verwirklichen können und daher hat unser Projekt auch seinen Untertitel erhalten “Wenn Träume fliegen lernen.“
Wir Lehrer haben die Schüler und Schülerinnen dabei begleitet und ihnen die Freiräume geboten, entsprechend ihren Fähigkeiten eigene Gestaltungsideen und -absichten zu entwickeln und in experimentellen Prozessen zu erproben.
Wir haben weiterhin darauf geachtet, die Aufgabenstellung, die Materialauswahl als auch die zeitliche Strukturierung möglichst flexibel zu gestalten.
Unser Projekt wurde praktisch unterstützt von der Künstlerin Astrid Stöfhas und der Künstlergruppe “Die Schlumper”, die den Kindern halfen, aus Träumen und Vorstellungen Bilder und Kunstobjekte zu gestalten.
Zu den Künstlern:
Die Maxime der Künstlerin, Astrid Stöfhas, ist Gestaltung für Kopf und Bauch und das bedeutet sehen, fühlen, erleben, überraschen, erfreuen oder auch provozieren. Dadurch entstehen Aussagen, Gefühle, Werte und Stimmungen in Farben, Formen, Bildern und Strukturen.
“Ganz gleich, ob Acryl, Blattgold oder Pigmente, ganz egal ob Leinwand, Papier oder Holz - es sind die Verknüpfungen und Zusammenstellungen, die ein Thema manifestieren. Jedes Material hat seine Geschichte, jeder Kontrast seine Spannung.”
Alles aus kreativer Inspiration heraus miteinander zu vereinigen ist für sie Methode und Ziel.
Astrid Stöfhas, 1973 in Hamburg geboren, arbeitet als freischaffende Kommunikationsdesignerin. Davor war sie als Art Director in der Design Factory Hamburg und als Grafikdesignerin bei Edel Records tätig.
Die Schlumper sind eine Ateliergemeinschaft von Künstlern mit unterschiedlichen Behinderungen. Als eine Abteilung der Alsterdorfer Werkstätten und Teil der Betriebsstätte „Alsterstern“ werden 24 Schlumper-WfbM- Arbeitsplätze angeboten(„Schlumper von Beruf“)
Ihre Arbeiten leben allein durch ihre Einzigartigkeit und ihre leuchtenden Farben. Jedes Bild ist ein Abbild der Seele. Ihre düsteren Rätselbilder, ihre Engel, ihre Gestalten sind Bilder aus einer anderen Welt. Sie lassen sich bereits auf Plakaten, Platten- bzw. CD -Covers, als Bühnenbilder oder in großen Ausstellungen wie z.B. in der Kunsthalle Hamburg wieder finden. Es ist eine direkte Kunst, ungekünstelt, brutal und frei, eine Kunst, die kein Wenn und Aber zulässt, die man liebt oder ablehnt.
Mit den Schlumpern malten unsere Schüler in deren Atelierräumen gemeinsam Bilder.
Die emotionale Kraft der Kunst von Astrid Stöfhas und den Schlumpern war die künstlerische Basis, um den Schülern zu ermöglichen, ihre Phantasien in Kunstwerke aus Farben, Worten und Gefühlen umzusetzen.
Afrika sehen und begreifen:
Um die Schüler und Schülerinnen auf das Projekt “Wenn Träume fliegen lernen”- eine Reise nach Afrika einzustimmen, machten wir im September 2006 unter der Leitung einer Zoopädagogin einen Ausflug in den Zoo Hagenbeck in Hamburg. Schwerpunkt des Ausflugs waren die Tiere Afrikas. Fragen wie “ Wie schlafen Giraffen?“ oder “Wie rau ist eine Löwenzunge?” oder “Wie fühlt sich eine Kralle von einem Löwen an?” oder “Warum frisst der Strauss ganze Äpfel?” regten die Vorstellung der Schüler und Schülerinnen an und wurden direkt an den Tieren erklärt und gezeigt. Das “Be-Greifen“ spielte eine große Rolle, so durften die Schülerund Schülerinnen auch mal einen Tigerschädel, eine Tigerkralle, einen ausgestopften Löwen oder ein Straußenei anfassen.
Afrika fühlen:
Inspiriert durch afrikanische Musik und der Geschichte “Wir fliegen nach Afrika“ machten die Schüler eine Traumreise nach Afrika. Über das Spiel „Wir machen eine Reise und packen dafür unseren Koffer“ wurde die Vorstellungskraft und Fantasie unserer Schüler weiter angeregt.
Zu Beginn der folgenden Stunden haben wir immer wieder versucht, etwas von der Stimmung Afrikas einzufangen. In der Turnhalle bauten wir aus Schwungtüchern ein großes Zelt und haben es mit Fellen und Sand ausstaffiert. Wir haben von einer CD das Brüllen von Elefanten, Löwen und Nashörnern gehört und die Hitze Afrikas im heißen Sand gespürt.
Afrika leben:
In den Einstiegsphasen der Kunststunden wurden jeweils zu Anfang der Stunde die charakteristischen Merkmale der Tiere Afrikas erarbeitet. Mit Tierfilmen, Handpuppen, Fotos oder Abbildungen, aber auch von Kunstbildern aus verschiedenen Zeitepochen wurden verschiedene Eindrücke und Darstellungsmöglichkeiten an die Schüler vermittelt. In den Erarbeitungsphasen bestand die Möglichkeit auf eigenen Wunsch zuerst Skizzen anzufertigen, die dann mit anderen Schülern und dem Lehrpersonal besprochen wurden. Anschließend malten sie die Tiere frei und ohne Vorlage mit Acryl und Abtönfarben auf Abfallholz und Leinwände. Neben den gemalten und gespachtelten Tierportraits entstanden mehrschichtige Collagen aus Kartons, Bildexperimente aus Sand, Erde und Farben, Tiere aus Abfallholz sowie kleine Holzkästen, in denen jeweils ein Tier seine künstlerisch gestaltete Heimat fand. So sind im Laufe der letzten Monate in Zusammenarbeit mit Astrid Stöfhas und den Schlumpern viele Bilder und Skulpturen entstanden. Es sind sehr eigenwillige, individuelle und unangepasste Interpretationen von den Tieren Afrikas und sie zeigen die Vielfältigkeit unserer Schülerschaft.

Beim Adventsbasar im Dezember 2006 wurden die ersten fertigen Bilder in der Schule ausgestellt. Stolz präsentierten die Künstler ihre Werke in einer Vernissage den Gästen der Schulveranstaltung. Zur Zeit sind alle Werke in einer öffentlichen Ausstellung im Kreishaus Winsen/Luhe.

Weitere Fotos über die Zusammenarbeit mit den Schlumpern und Astrid Stöfhas, mit den Bildern, Materialien sowie Zeitungsartikel etc. können wir im März zusenden.

 
Projektauslöser/Idee:
Kunst ist ein wichtiger Lern- und Lebensbereich unserer Schule. Unsere Schule sucht immer wieder Möglichkeiten die Kreativität der Schüler und Schülerinnen in der Öffentlichkeit darzustellen. Die Ausstellung „Doppelpass“ zum Thema Fußballweltmeisterschaft im Jahre 2006 wurde in den Räumen des Buchholzer Kunstvereins gezeigt und zeigte beeindruckend, zu welchen kreativen Leistungen unsere Schüler und Schülerinnen fähig sind. Das neue Projekt „Wenn Träume fliegen lernen” lässt in vielfältigen Zeichnungen, Malereien, Collagen und Objekten die Tierwelt Afrikas lebendig werden. Für viele Bilder haben die Schüler ein beachtliches Maß an Ausdauer, Konzentration und Anstrengung aufgebracht. Mit Freude und Engagement haben alle Schüler und Schülerinnen an ihren Werken gearbeitet und so die afrikanische Tierwelt auf ihre Weise dargstellt.
Die Kunst - AG wird unterstützt von kulturellen Institutionen wie dem Kunstverein Buchholz und dem Theater in Buchholz, sowie der öffentlichen Stadtbücherei, verschiedenen Buchläden und nicht zuletzt von der Sparkasse, die unseren Kunstkalender, den wir im Anschluss an die Ausstellung „Doppelpass“ selbst entworfen haben, verkaufte.
Alle genannten Einrichtungen sind wichtige Kooperationspartner unserer Schule.
Im Januar 2008 ist eine neue Ausstellung in Neu-Wulmstorf mit dem Thema „Punkt, Punkt, Komma, Strich“ geplant.

 
Projektentwicklung:
Zeitplan:
• September 2006: Planung des Projekts
• Besuch der Zooschule, Diskussion über Ausstellungsmöglichkeiten im Zoo
• Oktober 2006: Einführung in das Projekt mit Spiel, Musik und Wahrnehmung, experimentelles Malen in verschiedenen Techniken (u.a. Spachteltechnik, Kartons –Collagen)
• November 2006: Malen mit Acryl auf Abfallholz und Leinwänden, Bauen von dreidimensionalen Figuren und Räumen
• Dezember 2006: Ausstellung in der Schule
• Januar 2007- Februar 2007: Experimentelles Malen mit Sand, Erde, Kleister und Farben, Malen mit A. Stöfhas und den Schlumpern, Ausstellung im Kreishaus Winsen


 
Besonderheiten:
- Nutzen der Kreativität und Emotionalität von geistig behinderten Schülern und Schülerinnen für künstlerische
Arbeit
- es gibt keine Behinderungen, die zu kompensieren sind, sondern allein Ausdrucksqualitäten
- entsprechend ihren individuellen Fähigkeiten haben die Schüler und Schülerinnen ihr Repertoire an
Wahrnehmungs- und Gestaltungstechniken erweitern können
- Lebensfreude und Leidenschaft an und in einem künstlerischen Projekt konnte vermittelt und entwickelt
werden
- Aufbau von Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein, insbesondere bei den Schülern, die mehrere
Schulkarrieren hinter sich haben
- alle müssen mitmachen, jeder wird gebraucht - erfolgreicher Verkauf der Bilder nicht nur schulintern
- Schlumper und Schüler treffen sich nicht bzw. kaum auf der sprachlichen und kognitiven Ebene, sondern
ausschließlich auf einem aktiven Miteinander, was keiner Worte bedarf
- die Schüler besuchen die kulturellen Einrichtungen nicht als Konsumenten, sondern dürfen selbst aktiv werden
(Ausstellung der Bilder, Malen mit den Schlumpern etc.)
- die Projekte sind kein Einzelerlebnis, sondern fester Bestandteil der schulischen Arbeit
- die Einbeziehung außerschulischer Künstler und die begleitende Berichterstattung der lokalen und Hamburger
Presse würdigt die Leistung der Schüler und Schülerinnen im besonderen Maße
- andauernde und kontinuierliche Kooperation zwischen Kunstverein und anderen lokalen Institutionen
- Schlumper stellen zwei Praktikumsplätze für zwei besonders begabte Schüler der Kunst-AG zur Verfügung mit
der Aussicht auf einen “Künstler-Arbeitsplatz”
- Aussicht auf eine Ausstellung in einem Skater - Laden und in einer Galerie in Hamburg

 
Probleme und Lösungen:
- Anfänglich erwies sich die Kommunikation zwischen Schülern und Schlumpern als schwierig. Es bedurfte
sowohl unseres Einlenkens als auch das der Betreuer, um die Situation zu entspannen.
- die große räumliche Distanz zwischen Künstlern und Schule
 
Anekdotisches:
“ Der Tiger hat schnelle Streifen”
“ Gibt es in Afrika Nagelblumen?” (Kakteen)
“Ist das ein Krokodil oder ein Grashüpfer?” (Frage eines Vaters)