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Träume
Schule:
Grundschule Hesselnberg
Hesselnberg 42
42285 Wuppertal
Tel 0202 / 5632637
Fax 0202 / 85168


Grundschule
 
Kooperationspartner:
die börse
Wolkenburg 100, 42119 Wuppertal
Tel. 0202 / 243220

www.dieboerse-wtal.de

Die börse ist ein soziokulturelles Zentrum in Wuppertal. Sie bietet ein spartenübergreifendes Veranstaltungsprogramm im zeitgenössischen Bereich und Weiterbildungsangebote für verschiedene Zielgruppen. Ein Schwerpunkt liegt auf der jugendkulturellen Projektarbeit. Ebenso ist die börse Raum für verschiedene lokale Gruppen. Die börse ist freier Träger der Jugendhilfe.

Rechtsform: gemeinnützige GmbH
„die börse“ Kommunikationszentrum Wuppertal G.m.b.H.

Projekt "Träume"
Projektleitung: Dagmar Beilmann (Künstlerische Leitung - Tanz: Nadja Varga / Jens Kuchenbäcker
Künstlerische Leitung – Musik: Gunda Gottschalk / Thomas Beimel
Künstlerische Leitung – Gestaltung: Eva Cukoic

Die börse will sich mit dieser Art von Projekten in Stadtteil und Stadt als verlässlicher Partner für kulturelle Jugendbildung verorten und neue Anknüpfungspunkte finden. Auch für die Erschließung neuer Publikumsschichten ist diese Arbeit wichtig und zeigt positive Resultate. „Kultur macht Schule“ heißt eine neue Initiative der BKJ (Bundesvereinigung Kulturelle Jugendbildung) und ist im Zuge des Aus-baus der Ganztagsschulen in NRW in aller Munde. Die börse setzt dies seit vier Jahren schon erfolgreich in die Praxis um.

Das Team

Thomas Beimel
Komponist und Improvisationsmusiker
Studium der Viola, Folkwanghochschule Essen / Instrumentalpädagogik, Hochschule für Musik im Rheinland / 1990 Gründung von Partita Radicale (Ensemble für Neue und Improvisierte Musik) / zahl-reiche Kompositionen, Lehraufträge und Gastdirigate / seit 2002 Mus-e-Projekt an Funcke-Park Schule Hagen. 2003 grenz>>gänge, Musik- und Tanzprojekt mit Kindern und Jugendlichen, die börse, Pro-jektleitung Musik. 2004 >hoffnungsschimmer< Musik- und Tanzprojekt mit Kindern und Jugendlichen, die börse. Projektleitung Musik.

Eva Cukoic
Freischaffende Künstlerin und Kunsttherapeutin

Studium der Kunsttherapie und Kunstpädagogik an der Universität zu Köln. Seit 1999 Mitglied des Kunstprojektes UNART, mehrfache Beteiligung an Gemeinschafts- und Einzelausstellungen, Kunstakti-onen, Projekte, Bühnenbild und Kostümrealisation für Tanztheaterproduktionen, u.a. Brrr. Rotkäpp-chen ist tot (2002), grenz>>gänge (2003), >hoffnungsschimmer< (2004), Sommertanz Junge Talen-te 2005, Heimat (2005) in die börse, Wuppertal.

Gunda Gottschalk
Improvisationsmusikerin / Musikpädagogin
Studium der Instrumentalpädagogik (Violine und Musikalische Früherziehung) an der Hochschule für Musik im Rheinland / seit 1990 Mitglied bei Partita Radicale / zahlreiche Aufführungen zeitgenössischer Kammermusik / seit 1995 in Peter Kowalds "Global Village" Formation / Auftritte auf internationalen Musikfestivals / 2002 und 2003 Solotournee in den USA / Solo CD "Wassermonde". 2003 grenz>>gänge, Musik- und Tanzprojekt mit Kindern und Jugendlichen, die börse, Projektleitung Mu-sik. 2004 >hoffnungsschimmer< Musik- und Tanzprojekt mit Kindern und Jugendlichen, die börse. Projektleitung Musik.

Jens Kuchenbäcker
Tanz- und Bewegungspädagoge

1991-1994 Ausbildung zum Gymnastiklehrer/ Bewegungspädagogen an der Dore-Jacobs-Schule in Essen, 1995-1997 Ausbildung in New Dance und Tanzimprovisation bei BewegungsArt in Freiburg. Arbeitet als Bewegungstherapeut in einem sozial-psychiatrischen Wohnheim. Unterrichtet seit 1994 New Dance, Tanzimprovisation und Kontaktimprovisation in Kurs- und Seminarform an verschiedenen Institutionen in der BRD und Schweiz. 1997-1999 aktives Mitglied im x.x.y.-Theater in Wuppertal. 2004 >hoffnungsschimmer< und Heimat - Musik- und Tanzprojekt mit Kindern und Jugendlichen, die börse. Projektleitung Tanz. 2004 und 2005.

Nadja Varga
Tanz- und Bewegungspädagogin

Studium der Dipl. Pädagogik in Wuppertal. Ausbildung als Bewegungspädagogin an der Dore-Jacobs Schule in Essen. Arbeit als Kursleiterin für verschiedene Weiterbildungsinstitutionen. Tänzerin und Darstellerin in einer Vielzahl von Produktionen. Mitbegründerin des x.x.y.-Theaters, Wuppertal. 2000 Regie „Denn schon als Kinder war’n wir Scheiße“, die börse, Wuppertal. 2003 „grenz>>gänge. Musik- und Tanztheaterprojekt mit Kindern und Jugendlichen“, die börse. Projektleitung Tanz. 2004 >hoff-nungsschimmer< Musik- und Tanzprojekt mit Kindern und Jugendlichen, die börse. Projektleitung Tanz. 2005 >heimat< Musik- und Tanz 2004 und 2005 „Sommertanz Junge Talente“, die börse, Co-Leitung.

 
Beteiligte Schüler:
25
 
Beteiligte Lehrkräfte:
Ursula Arndt Fächer: Deutsch, Musik, KunstBirgit SeiffertOrganisation und Unterstützung, Sport
 
Stundenvolumen:
ab September 2006: Musikworkshop, Erarbeitung der Musik in 10 Unterrichtseinheiten (Doppelstunden)
November 2006: 4 Nachmittagsproben mit allen Beteiligten zur Zusammenfügung aller Elemente, dazu 1 Hauptprobe und 1 Generalprobe
Dezember 2006; 3 Aufführungen (1 Vormittagsveranstaltung für Schüler, 2 Abendveranstaltungen für Eltern und Publikum allgemein.
 
Vorstellung und Kurzbeschreibung:

Träume
Ein Musik- und Tanzprojekt
von und mit Grund- und HauptschülerInnen


Inhalt des Projektes und Zielgruppe

Unter Anleitung professioneller und pädagogisch erfahrener Wuppertaler KünstlerInnen aus den Berei-chen Neue Musik, zeitgenössisches Tanztheater und Bildende Kunst werden Kinder aus zwei Grundschulklassen und ca. 20 Hauptschülerinnen in einer 4-monatigen Workshop- und Probenphase ein Musik- und Tanzstück zum Thema Träume erarbeiten.

Jugendliche der Hauptschule Langerfeld gestalten mit Profitänzern bzw. Theater- und Bewegungspä-dagogen aus Bewegungs-Improvisationen und eigenen Texten eigenverantwortlich eine Choreogra-phie. Mit einer bildenden Künstlerin arbeitet eine weitere Hauptschul- AG zudem regelmäßig im Atelier an der Bühnengestaltung und den Kostümen. Parallel zu der tänzerischen Arbeit entwickeln eine dritte Klassen der Grundschule Hesselnberg und eine jahrgangsübergreifende Klasse der GGS Königshöher Weg mit ihren Stimmen und ungewöhnlichen Klangkörpern eine Bühnenmusik zu dem Tanzstück. Unter Anleitung zweier Improvisationsmusiker und Komponisten erarbeiten sie in jeweils acht Unterrichtseinheiten in ihren Schulen eine strukturierte Komposition. Tanz, Mu-sik und Gestaltung werden in den gemeinsamen Endproben zu einem Stück zusammengefügt, das mehrmals öffentlich aufgeführt werden wird.

Bedarf und Begründung

Das Projekt richtet sich in seiner Zusammenarbeit mit den beiden Grundschulen GGS Hesselnberg und GGS Königshöher Weg, die in der Nachbarschaft der börse in so genannten „sozialen Brennpunkten“ liegen, an Kinder, die zu einem sehr hohen Anteil einen Migrationshintergrund haben und von kultureller Bildung weitestgehend ausgeschlossen sind.

Als weiterer Partner konnte die Hauptschule Langerfeld neu hinzugewonnen werden. Für diese Schüler werden durch die Probenräume in der börse im Bereich Tanz und das Atelier der bildenden Künstlerin zwei außerschulische Lernorte geschaffen. Hier haben die Jugendlichen die Chance, sich jenseits ihrer festgefahrenen Schulmuster neuen und ungewohnten Anforderungen zu stellen.


Ziele

Unser Ziel ist es, dass Kinder und Jugendliche die Spielräume ihres kreativen Ausdrucksvermögens selbst erfahren und erweitern. Unsere bisherigen Erfahrungen haben gezeigt, dass durch die Projekt-arbeit die Kinder und Jugendliche in ihrem Selbstwertgefühl gestärkt werden und ungeahnte Fähig-keiten und Talente zu Tage treten. Auch für das soziale Lernen und das Miteinander in der Gruppe hat die Projektarbeit sowohl für die Grundschulklassen als auch für die Hauptschüler positive Auswirkun-gen. Vor allem soll das Projekt Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund fördern.

Das Thema Träume bietet die Möglichkeit, Kinder und Jugendliche in ihrer Gefühlswelt anzusprechen. Ihre eigenen Phantasien, Wünsche und Träumereien werden in Musik und Bewegung umgesetzt.
Die Grund- und Hauptschüler erfahren eine Wertschätzung ihrer persönlichen Visionen und Ausdrucks-formen.

Generell fördert musikalische und tänzerische Erziehung Persönlichkeits- und Identitätsbildung, Schlüsselkompetenzen, Körperwahrnehmung und Bewegungsphantasie, Gestaltungsfähigkeit und eigenschöpferisches Handeln, ist nonverbal und hilfreich für die Integration von Kindern unterschiedli-cher Herkunft.

Durch die Projektarbeit wird ein grundlegendes und weiterführendes Interesse an der Auseinanderset-zung mit neuer Kultur angelegt – auch in Hinblick auf ein „Publikum von morgen“.

Seit fünf Jahren engagiert sich das Kommunikationszentrum die börse intensiv im Bereich der Jugend-kulturarbeit. Dabei arbeiten wir in erster Linie nicht mit Kulturpädagogen, sondern mit professionellen Künstlern aus Wuppertal. Deren Anbindung an die börse als Ort des künstlerischen Experiments ist uns sehr wichtig. Darüberhinaus schafft die Arbeit mit Kindern und Jugendliche für Künstler auch eine wirtschaftliche Perspektive. Das Projekt nimmt Bezug auf das künstlerische Profil Wuppertals, das seit vielen Jahren von improvisierter Musik und zeitgenössischem Tanz geprägt wird.


Konzeption und Durchführung

Die tänzerische Arbeit mit den Jugendlichen

Dem Tanzworkshop mit Jugendlichen, der interessierten SchülerInnen der Hauptschule Langerfeld in Form von einer AG angeboten wird, liegen keine feste Choreographie und kein fertiger Text zugrunde. Das wichtigste Arbeitsprinzip ist die Suche, das Ausprobieren und eine völlige Offenheit, was das Ergebnis angeht.
Das Projekt will einen Bereich öffnen, in dem Jugendliche ‚stark’ sein können und sich über ihren Kör-per mit ihrer Identität beschäftigen können. Die Sprache des Tanzes ist ein gutes Ausdrucksmittel, wenn Worte schwer fallen. Sie ist eine internationale Sprache mit vielen Dialekten: sie erlaubt die Verständigung zwischen den Jugendlichen unterschiedlicher sozialer, religiöser und kultureller Her-kunft. Tanz versteht sich dabei nicht als artistisches Können, sondern als Ausdrucksmittel von Herz und Hirn.
Im Vordergrund steht der Arbeitsprozess. Wichtigster Ausgangspunkt der Arbeit sind die Improvisation und damit die Akteure selbst. Choreographie und Texte werden von den Jugendlichen in den Workshops selbst entwickelt. Darüber hinaus können die Jugendlichen, die sich am Projekt beteiligen – aber nicht tanzen - wollen, auch in anderen Bereichen der künstlerischen Produktion Erfahrungen machen. Sie sind aktiv an der Gestaltung der Kostüme und Bühnenelemente beteiligt und werden im Atelier der Wuppertaler Künstlerin Eva Cukoic arbeiten können. Bei Interesse können sie auch Einblick in Technik oder Öffentlichkeitsarbeit gewinnen, oder an der Videodokumentation des Projekts mitwir-ken.

Die musikalische Arbeit mit den Grundschulkindern

Die Arbeit mit Grundschulkindern im Bereich der experimentellen Musik schafft eine andere Ebene als die des herkömmlichen Unterrichts. So ist es möglich, Kindern etwas Neues zu vermitteln.
Der Zugang zu Neuer Musik geschieht bei Kindern sehr direkt. Sie reagieren stark auf die sinnliche Qualität von Klängen und unterscheiden nicht dogmatisch zwischen Geräusch / Melodie / Wohlklang / Krach / Konsonanz oder Dissonanz. Auf dieser Basis sind sie leicht anzuregen, selbst Musik (zum Bei-spiel mit der Stimme) zu produzieren. Schnell begreifen sie, dass durch Experimentierfreude Musik entstehen kann die wirklich einer Erfindung gleichkommt. Die ästhetische Offenheit, die wir bei den Kindern der beiden Schulen vorfinden, führt uns gemeinsam zu Klangergebnissen, die sich im Bereich der zeitgenössischen Musik hören lassen können. Es entstehen zum Beispiel Vokalsoli aus der freien Improvisation heraus, oder Chorcluster die sich nach der Flugbahn von Seifenblasen entwickeln.
Die Kinder erfahren, dass sie mit ihren Klangerfindungen von den professionellen Musikern, die sie anleiten, ernstgenommen werden. Auch witzige und wilde Aktionen bekommen ihren Platz. Da eine Aufführung in einem größeren Kontext geplant ist, müssen die Schüler unter Beweis stellen, dass sie in der Lage sind, ihre Ideen, sind sie auch noch so verrückt, in geordneter Form auf der Bühne vor Publikum zu präsentieren. Dies fordert von den Kindern eine Konzetrationsleistung, die sie ohne die große Motivation der Bühnenpräsentation gar nicht vollbringen würden.

Das gestellte Thema Träume gibt den Kindern die Chance ihre eigenen Empfindungen in die Musik einfließen zu lassen. Innere Themen der Kinder werden von den Musikern aufgegriffen und zu musika-lischen Übungen umgewandelt. Durch diese Arbeitsweise sind die Kinder unmittelbar in den Schaf-fungsprozess des Bühnenstücks einbezogen, so dass die Identifikation mit dem Endprodukt sehr hoch ist.

Ein Teil zu sein von einer großen Aufführung, in der die selbstentwickelte Musik zusammen mit Bühne, Licht und Tanz präsentiert wird, ist für die Kinder ein großartiges Erlebnis. Für viele bedeutet diese Arbeit der erste Kontakt mit kulturellen Ereignissen.

Der Musikworkshop orientiert sich an dem sog. Response-Konzept für die Vermittlung des kreati-ven Umgangs mit Neuer Musik. Die Grundschulkinder entwickeln unter der Anleitung von professionel-len InterpretInnen und KomponistInnen eine eigene Musik. Response Projekte richten sich in der Re-gel an eine breite Schülerschaft, wobei vor allem Kinder involviert werden, die normalerweise von einer musischen Erziehung ausgeschlossen sind.

Die Erfahrung in Vorläuferprojekten mit Kindern und Jugendlichen hat gezeigt, dass die beide beteiligten Gruppen starkes Interesse und Neugier an dem Tun der anderen zeigten. Aus diesem Grund wol-len wir den Kindern wieder in begrenztem Umfang ein tänzerisches Angebot und den Jugendlichen musikalische Arbeit ermöglichen, um die Zusammenarbeit mit zwei so unterschiedlichen Altersgruppen noch fruchtbarer werden zu lassen.

Die Referenzveranstaltung und die Aufführungen

Wichtiger Baustein im Projekt ist die gemeinsame Referenzveranstaltung vor Beginn der Endpro-ben. Die Teilnehmer und ihre Eltern werden zu einer Aufführung eingeladen werden, in der sie erle-ben, wie professionelle Künstler mit dieser Kombination aus improvisierter Musik und zeitgenössi-schem Tanz arbeiten, die sie selbst schon in den Workshops kennen gelernt haben. Die als Projektlei-ter beteiligten Künstler werden gemeinsam mit weiteren Tänzern und Musikern auf der Bühne der börse improvisieren. In diesem Rahmen werden die Jugendlichen den Grundschulkindern einen Aus-schnitt aus ihrer bis dato erfolgten tänzerischen Arbeit vorführen. Dies ist u.a. Gelegenheit zu einem ersten Kennenlernen der Beteiligten. Weiterhin haben die Grundschulkinder die Möglichkeit, den Auf-führungsraum in der börse kennen zu lernen. Wahrscheinlich ist dies für viele Kinder und Eltern die erste Theatererfahrung überhaupt.

In den Endproben werden Tanz- und Musikelemente zu einem Stück zusammengeführt, das in der börse zweimal am Abend und einmal am Vormittag für MitschülerInnen aufgeführt werden wird.

 
Projektauslöser/Idee:
Das erste Projekt "Grenzgänge", das im Sommer 2003 in Kooperation mit der Börse von einem dritten Schuljahr der Grundschule Hesselnberg durchgeführt wurde, hatte nicht nur bei Kindern und Eltern einen durchschlagenden Erfolg zu verbuchen, sondern es stellte sich heraus, dass die gemeinsame Arbeit eine nachhaltig integrative Wirkung auf das friedliche Miteinander und Kooperieren deutscher Kinder und Kinder mit Migrationshintergrund hatte.Sprachbarrieren wurden in nonverbaler Arbeit überwunden, die "sprachlosen" Kinder , zu denen sehrwohl auch deutsche Kinder gehörten, konnten schlummernde Talente präsentieren, die von den anderen bewundernd anerkannt wurden.Die Akzeptanz und Anerkennung dieser Kinder stieg in der Klasse,partnerschaftliches Arbeiten im Unterricht und kooperatives Lernen in offenen Unterrichtsformen wurde somit unterstützt.
Ermutigt durch diese Erfahrung wagten wir im folgenden Jahr -trotz "Mehrarbeit"- das zweite Projekt mit der Börse: "Hoffnungsschimmer". Auch diese Projekt wurde so gut angenommen, dass wir die Zusammenarbeit mit der Börse als außerschulischen Partner im Stadtteil in unser Schulprogramm aufnahmen, um so Nachhaltigkeit und Evaluierbarkeit zu gewährleisten.
Für das Folgeprojekt "Heimat" wurde keine Werbung in der Schule mehr benötigt, (fast) alle Kollegen und Klassen rissen sich um die Teilnahme...
Mit dem Heimatprojekt nahmen wir am Wettbewerb "Kinder zum Olymp" teil. Zu diesem Zeitpunkt war -auch auf Drängen unserer Kinder!!- das nächste Projekt schon in der Planung.
Welche Projektidee wäre hier passender als
TRÄUME
 
Projektentwicklung:
Nach diesem mit den Kindern der GS Hesselnberg entwickeltem "Drehbuch" wurden die Zusammenführungsproben und Hauptproben durchgeführt:

TRAUM

Nun ist es so weit und wir können das ganze Stück üben. Damit ihr Euch gut erinnern könnt, habe ich es für Euch aufgeschrieben. Ihr werdet merken, dass sich einige Kleinigkeiten noch geändert haben.
Bis zur nächsten Probe, Thomas.

Bevor es losgeht, bekommen die Sternträger die Lichter: Ferhat, Supetha, Chaymae.
Die Hutgesichter bekommen die Masken aufgesetzt: Valdis, Ferhat, Luai, Derya, Justin.

Das Licht geht an. Wir stellen uns auf Thomas Zeichen zum Publikum hin auf und sprechen langsam und deutlich und mit Pausen den Text
„Da lieg ich im Bett, die Augen zu“
Wenn wir fertig sind, setzten sich alle Kinder hin, außer den Hutgesichtern und den Kindern, die den Text nun einzeln sprechen.
Gisi beginnt sofort und geht los. Alle anderen folgen:
Valdis / Sueda – Ferhat / Supetha – Luai / Christian – Derya / Nico - Justin

Die Sprecher und Hutgesichter stellen sich vorne an der Bühne in einer Reihe auf. Der Text wird langsam, deutlich und ganz laut gesprochen, denn sie wollen dem Publikum etwas erzählen. Wenn sie vorne angekommen sind, sprechen sie den Text zwei Mal durch und gehen dann langsam wieder auf ihre Plätze zurück.
Die Hutgesichter beugen sich nach vorne und bewegen sich wie geübt. Wenn kein Text mehr zu hören ist, gehen sie zurück auf ihre Plätze, außer Ferhat.

Ferhat richtet sich auf, geht einen Schritt zurück, schaut ins Publikum und zieht aus seiner Hosentasche den leuchtenden Stern. Denn nun beginnt die Szene mit den Schlafliedern.
Joshua kommt und singt sein Lied begleitet von Sevim und Sainthan, die sich sofort hinlegen und schlafen. Wenn Joshua fertig ist, legt er sich auch hin und schläft.
Dann kommen zwei Gruppen aus der Löwenklasse.

Wenn Nivea anfängt zu singen, kommt Supetha mit ihrem Stern. Sueda folgt ihr und singt ihr Lied, Dustin und Zafer legen sich bei ihnen hin und schlafen.

Es kommt noch eine Gruppe aus der Löwenklasse hinzu. Wenn Lion anfängt zu singen, kommt Chaymae und geht mit ihrem Stern in die Mitte. Valdis stellt sich zu ihr, Ibadete und Christian schlafen bei ihnen ein.
Wenn Valdis fertig gesungen hat, schläft auch er ein. Es ist ganz still.

Wenn alle im Kopf langsam bis 5 gezählt haben, beginnen alle schlafenden Kinder zu murmeln.
Der Hahn kräht: Alle wachen auf und gehen auf ihre Plätze zurück und schauen und hören, was die Tänzerinnen nun machen.

Wenn Inga zum zweiten Mal anfängt zu schimpfen, wird sie verhext und setzt sich auf den Rollrasen.
Merciade steht auf und setzt sich zu ihr, denn nun kommt Une Chanson douce.
Merciade singt das Lied zwei Mal. Währenddessen stellen sich Ramazan, Yousef und Zafer am Bühnenrand auf. Sobald das Licht in der Mitte angeht, rennen sie in das Licht und singen.
Währenddessen gehen Daniel und Chaymae langsam zum Rasen und setzen sich gemütlich dort hin.
Wenn das Licht in der Bühnenmitte ausgeht, gehen Ramazan, Yousef und Zafer langsam auf ihre Plätze zurück und Dustin und Justin stellen sich am Bühnenrand auf.
Die Kinder auf dem Rasen singen zwei Mal das Lied.
Das Licht geht in der Bühnenmitte an, Dustin und Justin rennen hinein und singen.
Währenddessen gehen Joshua und Marie auf den Rasen. Joshua nimmt sich das Kissen und legt es neben den Rasen und setzt sich hin.
Wenn das Licht in der Bühnenmitte ausgeht, gehen Dustin und Justin langsam auf ihre Plätze zurück und Sainthan stellt sich am Bühnenrand auf.
Die Rasenkinder singen zwei Mal das Lied.
Sainthan singt im Licht und geht langsam ab.
Die Rasenkinder singen noch einmal das Lied und lächeln dabei. Dann stehen sie auf und gehen langsam auf ihre Plätze zurück.


Alle hören von ihren Plätzen aus zu. Wenn Dora mit ihrem Lied fertig ist, sind die Xylophone aufgestellt und der bunte Klangteppich beginnt wie geübt. Es spielt die Reihe, die heute dran. Thomas zeigt die Wechsel an und stellt die Instrumente zurück.

Nun schauen wir alle wieder den Tänzerinnen zu. Es dauert gar nicht mehr lange und Diana verwandelt sich in einen Vampir. Das ist das Zeichen, dass nun die ganzen Monster und Skelette zu hören und sehen sind.

Auf Thomas Zeichen hin nehmen Christian, Janik, Derya und Nico ihre Instrumente, stellen sich in das Licht und singen das Lied vom Klapperskelett.
Währenddessen gibt Thomas ein Zeichen für Sevim, die sich ihre Monsterkappe aufsetzt und auf die Bühne kommt. Thomas gibt Zafer das Mikrophon. Auch Zafer stellt sich mit dem Gesicht zu Sevim auf.
Wenn das Lied fertig ist, bleiben die Sänger stehen, außer Janik, der abgeht und sich ebenfalls die Monsterkappe aufsetzt.
Sobald das Lied fertig ist, spielt Sevim für das Publikum ein schreckliches Monster und Zafer leiht ihr seine Stimme.
Auf Thomas Zeichen hin stellt sich Janik auf die Bühne und Arek und Luai gehen zu Zafer. Zafer gibt Luai das Mikrophon. Luai und Arek gehen auf die andere Seite der Bühne. Nun spielt Janik für das Publikum das Monster. Arek beugt sich zum Mikrophon und gemeinsam mit Luai verleihen sie dem neuen Monster die Stimme.

Plötzlich kommen neue Monster: Benjamin und Hatice aus der Löwenklasse und verscheuchen alle von der Bühne.

Nun geht es bald mit dem Monsterchor weiter.
Wenn Benjamin und Hatice alle vertreiben, folgen die Kinder für das Schattenspiel ganz langsam und nacheinander Thomas, der sie auf die Hinterbühne bringt.

Hatice gibt das Zeichen zum Aufstehen: Ihr erhebt euch und singt mit kräftiger Stimme nach ihrem Dirigat.

Das Licht ändert sich: Der Chor setzt sich hin und schaut und hört, denn jetzt kommt die Spieluhr.
Auf der Hinterbühne beginnt das Schattenspiel: Ihr steht schon bereit für den Anfang. Ihr lauft immer im Kreis – hinter dem Licht her! Sobald ihr vorne am Tuch seid, stellt ihr euch zum Publikum hin auf und macht langsam immer dieselben Bewegungen. Lasst etwas Platz, bis der nächste kommt. Wenn das Licht auf der Hinterbühne ausgeht, folgen alle Schattenspieler Thomas leise und langsam und setzten sich wieder auf ihre Plätze.

Auf der Bühne wird es nun lustig, denn Nicki und Laura singen mit lustigen Perücken ein Lied. Die anderen Tänzerinnen flippen aus und fallen um.
Gunda und Thomas ziehen das große weiße Tuch über sie.

Nun werden wir sofort ganz still, obwohl es vorher so komisch war, denn wir gehen alle auf die Bühne, um den weißen Klangteppich zu singen.
Wir stellen uns an das Tuch, so wie wir es geübt haben. Alle zusammen hocken wir uns hin und fassen das Tuch an. Die Musik beginnt: Wir singen kräftig, machen aber nur kleine Bewegungen, denn das Publikum soll nicht sehen, was unter dem Tuch ist.
Wenn sich das Licht ändert, legen wir das Tuch hin und lassen es los.
Die Kinder, die vorne hocken, legen sich auf der Stelle hin, denn so kann das Publikum gut sehen, dass aus den Löchern des Tuchs Hände wachsen.
Sobald der erste Kopf aus den Löchern auftaucht, schreien wir ganz laut und rennen auf unsere Stühle.
Wir werden wieder muchsmäuschen still und schauen uns an, wie das große Nachtgespenst von der Bühne verschwindet.

Wenn das Nachtgespenst von der Bühne ist, bringt Daniel Inga das Rasenkissen. Inga erzählt uns ihren Traum. Wenn sie fertig ist, holt Daniel wieder das Kissen ab.

Die Tänzerinnen kommen auf der Bühne und spielen mit den Händen und ihren Stimmen sonderbare Vögel. Wenn Thomas uns das Zeichen gibt, stehen wir auf, und singen nach den Handzeichen.

Nun geht unser Stück schon langsam zu Ende:
Aus den Lautsprechern beginnt die Musik. Der Chor stellt sich wie geübt für Mi-re-do auf. Auch die Instrumentalisten und Sandmänner kommen mit ihren Instrumenten. Wir spielen nach Thomas Zeichen.
Wichtig: Nadja und Jens fanden, dass der Chor noch viel schöner singen muss und dass alle Kinder die Zeichen mit der Hand sorgfältig machen müssen, sonst ist das gemeinsam gestaltete Bild nicht schön!
Wenn der Chor fertig gesungen hat, gehen die Chorkinder auf die Plätze zurück.
Die Instrumentalisten spielen. Wenn sie fertig sind, bringen sie ganz leise die Instrumente zurück und setzen sich hin.
Aus den Lautsprechern erklingt immer noch die schöne Musik und das Wort „Traum“, so wie wir es in der Klasse aufgenommen haben.

Wir schauen auf die Bühne: Inga und Katsi stoßen zusammen. Inga redet Unsinn und zerzaust die Haare von Katsi.
Auf der Bühne gibt es plötzlich einen Streifen aus Licht: Katsi geht über die Bühne und singt ihr Lied.

Nun geht unser Stück zu Ende:
Es erklingt eine neue Musik aus den Lautsprechern. Einzelne Mädchen kommen auf die Bühne und zeigen ihren Tanz. Dann kommen einzelne Kinder aus der Löwenklasse und tanzen auch. Die Tänzerinnen stellen sich am Bühnenrand auf. Jeder stellt sich hinter seine Tänzerin:

Dora: Supetha Ferhat Nico Joshua
Vanessa: Ramazan Christian Valdis Derya Sueda
Nicki: Dustin Janik Luai Sevim
Katsi: Sainthan Yousef Arek Ibadete
Tanja: David Christian Marie Gisi Justin Zafer Merciade Chaymae

Wir treten nun gemeinsam mit ihnen auf und tanzen so, wie wir es von ihnen gelernt haben. Wir bleiben aber immer hinter unserer Tänzerin.
Anschließend bleiben wir alle auf der Bühne und tanzen und bewegen uns, wie wir möchten, denn zum Schluß wird das Stück ein Fest.

Die Musik hört auf, das Licht geht aus. Wir stellen uns im Dunkeln ruhig zum Publikum hin auf und erwarten den Applaus.

 
Besonderheiten:
Träume / Künstlerische Leitung Musik: Thomas Beimel + Gunda Gottschalk

Der Traum hat seine innere Logik. Wenn Du diese Logik von außen betrachtest, scheint sie unlogisch zu sein, irrational. Aber wenn du drin bist, wenn du träumst, dann scheint das ganze Szenario, die Geschichte sehr klar zu sein. Und diese innere Logik des Traums kann all die verschiedenen, eklektischen Ereignisse zusammenbringen, ihnen Zusammenhang, Substanz und Sinn geben.
Manchmal kann man sich erst im Nachhinein sicher sein. Die drei Aufführungen des Projektes „Träume“ haben gezeigt, dass sich unterschiedliche Ebenen, Arbeitsweisen und Darsteller - zwei Grundschulklassen, jugendliche Tänzerinnen und das Setting einer mit einfachen Mitteln gestalteten Bühne - zusammenfügen können, um das zu bilden, was ursprünglich beabsichtigt war: eine surrealen Erzählung.

Die grundlegenden ästhetischen Prinzipien des Bruchs, dargestellt durch extreme Kontraste, sowie der Verknüpfung von ähnlichen Ereignissen in einem veränderten Kontext waren der Ausgangspunkt für die Ausarbeitung des Bühnenwerks „Träume“. Und damit kamen sie in besonderer Weise der Wahrnehmung der Grundschulkinder nahe, ihrer Sicht auf die Welt als ein sonderbares und unergründliches Enigma.

In jeweils acht Einheiten haben wir mit den Grundschülern nach musikalischen Elementen gesucht, die mit dem Thema Traum verbunden sind. Neben konkretem erzählerischen Material, das als Off-Voice den Einlass des Publikums begleitete, entstanden viele Aktionen, die unmittelbar zu einer szenischen Übersetzung führten. In diesem Projekt, dem vierten seiner Art, machten die Kinder so viele Angebote, das gar nicht alles auf die Bühne gebracht werden konnte.
Besonders ergiebig war die Frage, was die Kinder hören, wenn sie träumen möchten. Ein Tanzlied aus Schwarzafrika wurde nachgespielt und gesungen. Aber die Kinder haben die zugrundeliegende musikalische Idee von Call-and-response auf ihre Weise übersetzt und ein antiphonal gestaltetes Chorlied erfunden. Die Melodie ist ein Surrogat verschiedener Kinderlieder, der Text ist in einer geheimen, semantisch nicht festgelegten Sprache verfasst. Schekrebani, kronkebani, nuninuni nununu. In den drei folgenden Proben, in denen beide Schulklassen sich begegneten und wechselseitig das erprobte Material vorstellten, leuchtete der geheimnisvolle, „unverständliche“ Gesang sofort ein und wurde von der anderen Klasse begeistert aufgenommen, memoriert und als akustisches Urmaterial den anderen als Geschenk vorgesungen.
Durch die thematische Vorgabe konnte Entlegenes zur Hauptsache werden. Was als Einsingübung begann, verwandelte sich im Kontakt mit den Szenen der Tänzerinnen als akustische Übersetzung der Bewegungen: Stimmen eines großen Vogels, die sich in der Form eines concerto grosso artikulierten. Und Schlaflieder formten sich zu einem klingenden Sternbild: eine Szene, in der die divergierenden multisprachlichen Wirklichkeiten der Kinder ästhetisch koexistieren.

Die Aktionen der Kinder, die für sich genommen oft einfach waren, konnten durch die Kontextualisierung mit dem Tanz und der Szene sowie der Lichtregie zu einem komplexen Ausdruck geformt werden. Diese ästhetische Arbeit wurde von den Kindern, ohne dass sie explizit benannt wurde, nachvollzogen. Die auch mühevolle Arbeit der Endpoben, in der alle Agierenden zusammenkommen, wurde als sinnvoll erlebt. Die Kinder entwickelten sehr schnell ein Gespür für die Qualität einer Szene und die traumgleiche „Logik“ des Stückes.

Wiederholung macht vieles einfacher und besser. Da wir zum vierten Mal als künstlerische Leiter in weitesgehend gleicher Besetzung arbeiten konnten, profitierten wir von den gewonnenen Erfahrungen und dem Vertrauen in die Arbeit des anderen, trotz des unterschiedlichen Metiers und anderer Herangehensweisen an das gemeinsame Thema. Das machte das abschließende Bühnenwerk – auch durch kontinuierliche konzeptuelle Treffen – planbarer. Bis hin zu einem Bild, das zur Musik von Haydns Sinfonie Lamentatione entstand und den Kindern die Möglichkeit gab, gemeinsam zu musizieren und den Bühnenraum der „börse“ in eine traumhafte, schillernde Seifenblase verwandelte - die in der Schlußszene auf erfrischende Weise platzte: Einzelne Tänzerinnen hatten zu einer peppigen „Balkanmucke“ Soli ausgearbeitet. Die Kinder waren begeistert. Der Wunsch der künstlerischen Leitung ging in Erfüllung: Zum Abschluß der gemeinsamen Probenarbeit konnten wir uns zurückziehen. Jeder solistischen Tänzerin wurde eine Gruppe von Grundschulkindern zugeordnet, die unter deren Anleitung das Solo imitierten. So entsand ein Szene, die die Lust an der Mimese nutzte und die „Träume“ zu einem vitalen Ende führte.


In der Begegnung zwischen den Grundschülern und jugendlichen Tänzerinnen liegt ein großes ästhetisches Potenzial, das noch umfangreicher genutzt werden könnte. Denn für die Kinder werden die Jugendlichen schnell zu Idolen. Und darin unterscheiden sie sich von den künstlerischen Leitern. Denn spätestens im Laufe der Probenarbeit verliert sich die quasi kollegiale Solidarität, mit der wir als außerschulische Akteure den Kindern zunächst begegnen können. Wir werden zunehmend zur Autorität, zum Gegenüber.
Und in dieser Position stoßen wir auch an die Grenzen unserer Arbeit. Damit ein so großformatiges Bühnenwerk entstehen kann, wird in zunehmendem Maße die Einhaltung eines Regelwerks unabdingbar. Ein Prozess, dem sich die meisten Kinder stellen, der für einzelne aber auch unnachvollziehbar oder nicht erfüllbar bleibt. Ein Kind für Aufführungen ausschließen zu müssen ist unangenehm, denn es bedeutet auch, dieses Kind mit der eigenen Arbeit nicht erreicht zu haben. Der Austausch mit den Kollegen, Lehrerinnen und Schulleiterinnen wurde wichtig, um klar zu benennen, dass wir als künstlerische Leiter nur nachgeordnet pädagogisch wirken und keinerlei psychologischen oder therapeutischen Auftrag erfüllen.

Zu den Träumen gehört auch die Kategorie des Albtraums. Von den Kindern oft benannt und in zivilisiertem Gewand auf die Bühne gestellt. Was klappert so nett, was klappert so nett, es ist das alte Klapperskelett. Das Kinderlied wird von zwei Tänzerinnen mit einem Skelett als Schattenspiel anschaulich bebildert. Sonderbare Monster tauchen auf und initiieren ein doppelchöriges Spiel. Aber dann wird alles im Schwarzlicht zu einer magisch leuchtenden Fläche. Die Kinder setzen sich an ein riesiges weißes Tuch unter dem die Tänzerinnen schlummern. Was in den Klassenzimmern immer geklappt hat, - gemeinsam einen sanft bewegten Klangteppich so lange zu singen, bis sich ein Moment von kollektiver Versenkung einstellt - wird auf der Bühne zum Wagnis. Schaffen sie es, oder ist die Anspannung zu groß? Gewinnt die Lust daran, aus einer gemeinsam gestalteten Aktion mit störenden Bewegungen, oder geflüstertem Quatschen auszubrechen, überhand? Ein solches Projekt kann allen beteiligten Schweiß ins Gesicht treiben. Und uns als künstlerischen Leitern Mut lehren, die eigene erwachsene Ästhetik zurückzustellen und sich auf die Kinder einzulassen, die alles Erarbeitete durch ihr Verhalten immer wieder in Frage stellen. Die Szenen sind nicht abgesichert: Es bleibt immer fragwürdig, ob sie sich herstellen. In jeder Aufführung. Aber dadurch wird auch eine besondere Qualität erzeugt: die Möglichkeit, die Entstehung der ästhetischen Handlung zu beobachten, sie als Wagnis zu erleben.

 
Probleme und Lösungen:
Problematisch war -wie in den vorangegangenen Projekten auch- die Organisation und zeitliche Integration in den Schulablauf.
Gelöst wurde das Problem, indem wir unser Leitbild des Schulprogrammes
"Schule ist Lern- und Lebensraum" oben an stellten und somit zu verantworten war, dass während eines überschaubaren Zeitraums verschiedene Lerninhalte zugunsten anderer zurückstehen konnten. Es fiel also während der Projektarbeit kein Unterricht aus, wir haben handlungsorientiert gearbeitet
(und das im Sinne und zum Wohle der Kinder erfolgreich).
 
Anekdotisches:
"Lettland-Deutschland",ein Integrationsbeispiel

Im September 2006, kurz nach Beginn des neuen Schuljahres, kam ein neuer Schüler in unsere Klasse: Valdis Veberges.Er kam aus Lettland und sprach kein einziges Wort Deutsch.
"Na prima,"dachte ich," und das in der vierten Klasse!" Es war sehr schwer für Valdis am ersten Tag und auch an an den folgenden. Mit Hilfe von Gestik, Mimik und Wortfetzen versuchten wir zu kommunizieren. Wir gaben uns alle erdenkliche Mühe und doch flossen ein paar Tränen.
Dann kam für Valdis der erste Probentag des Projektes "Träume". Musik, Bewegung, Traum und Fantasie kamen nun mit ins Boot und plötzlich war die Verständigung untereinander kein Problem mehr.Es entstand ein Miteinander ohne viele Worte und binnen kurzer Zeit war Valdis in die Klassengemeinschaft intergriert und fühlte sich wohl. Als Schlaflieder von einzelnen Kindern solo vorgetragen werden sollten, entdeckte Thomas Beimel sehr schnell, dass Valdis eine sehr schöne Stimme hat, drückte ihm eine CD mit einem deutschen Schlafleid in die Hand und sagte:"Üb das mal zu Hause." Und das tat Valdis.
Von da an verzauberte Valdis mit seiner klaren, hellen Stimme uns und das Publikum mit dem deutschen Schlaflied:"Die Blümelein, sie schlafen"