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Erste gemeinsame Orchesterprobe (Leitung: Wolfram Bartsch)
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Kurz vor der Generalprobe, Peine
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Konzert in Peine
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Nach dem Konzert in Peine
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Stimmungsvoller Projektabschluss: Das Konzert in Braunschweig
Er hat Abraham gesehen
Schule:
Gunzelin-Realschule
Gunzelinstraße 42
31224 Peine
Tel.: 05171-7902710
Fax: 05171-7902720
www.gunzelin-realschule.de

Realschule / Offener Ganztag
 
Kooperationspartner:
Ratsgymnasium Peine
Wolfram Bartsch und Meinhard Buchwald
Burgstraße 2
31224 Peine
05171-4019400
www.ratsgymnasium-pe.de

Kreismusikschule Peine
Kreismusikschulorchester, Wolfram Bartsch
Stederdorfer Straße 8/9
31224 Peine
05171-4013244
www.kreismusikschule-peine.de

Gemischter Chor Watenbüttel von 1909 e.V.
Sigrid Schneider, Vorsitzende, Braunschweig


Kammerorchester Braunschweig e.V.
Walter Irmscher, Vorsitzender
www.kammerorchester-braunschweig.com

Tobias van de Locht, Düsseldorf
www.tobiasvandelocht.com

 
Beteiligte Schüler:
260
alle Chorklassen der Gunzelin-Realschule
(Klassen 5c, 6c, 7c, 8c, 9c, 10c)
Unterstufen- und Mittelstufenchor des Ratsgymnasiums Peine
(beides Arbeitsgemeinschaften, Klassenstufen 5/6 bzw. 7-10)
Hauptorchester des Ratsgymnasiums Peine
(Arbeitsgemeinschaft, Klassenstufen 5-12)
 
Beteiligte Lehrkräfte:
Wolfram Bartsch, Musik (Ratsgymnasium)Meinhard Buchwald, Musik (Ratsgymnasium)Carsten Heidenreich, Musik (Gunzelin-Realschule)Irena Reiners, Musik (Gunzelin-Realschule)
 
Stundenvolumen:
Chorklassen Gunzelin-Realschule: 3 Stunden/Woche vom 01.09.-13.12.2013
Gesamtprobe aller Chorklassen: 5 Stunden am 21.11.2013
Chöre des Ratsgymnasiums Peine 2 Stunden/Woche vom 01.10.-13.12.2013
Orchester des Ratsgymnasiums Peine: 2 Stunden/Woche vom 01.09.-13.12.2013
Kreismusikschulorchester Peine: 2 Stunden/Woche vom 15.09.-13.12.2013
Gemischter Chor Watenbüttel: 2 Stunden/Woche vom 01.06.-13.12.2013
Tutti-Proben: insg. 9 Stunden am 20.11., 03.12. und 14.12.2013
 
Vorstellung und Kurzbeschreibung:
Was für eine Idee: Schülerinnen und Schüler zweier Schulen bilden einen Chor, stellen einen Teil eines großen Orchesters und führen gemeinsam mit einem weiteren Chor und Musikern zweier weiterer Orchester eine Weihnachtskantate unter der Leitung des anwesenden Komponisten zum ersten Mal auf.
Was hier so verwegen klingt, wurde am Wochenende des dritten Advent 2013 Wirklichkeit. Rund 180 Schülerinnen und Schüler aller Jahrgangsstufen der Gunzelin-Realschule standen gemeinsam mit rund 50 Schülerinnen des Unter- und Mittelstufenchores des Ratsgymnasiums Peine und dem Gemischten Chor Watenbüttel auf der Bühne und sangen die Uraufführung der Weihnachtskantate „Er hat Abraham gesehen“ von Tobias van de Locht, der auch selbst dirigierte. Begleitet wurden sie dabei von einem rund 90 Personen umfassenden Orchester, welches sich aus Mitgliedern des Kammerorchesters Braunschweig, des Kreismusikschulorchesters Peine und des Hauptorchesters des Peiner Ratsgymnasiums zusammensetzte. Die Uraufführung, an der auch die Sopranistin Corinna Staschewski aus Berlin beteiligt war, wurde ein voller Erfolg. Die Schülerinnen und Schüler sangen dabei mehrstimmig eine Musik, mit der sie sich in ihrer Freizeit vermutlich nicht auseinandergesetzt hätten. Selbst Tage nach dem Konzert hörte man auf den Schulfluren noch die Melodien der Kantate.
Am Anfang stand der Wunsch in der Gunzelin-Realschule, mal „etwas Größeres“ zu machen, etwas, an dem alle Schülerinnen und Schüler der Chorklassen beteiligt sind. An der Schule ist eine von drei Klassen eines Jahrgangs eine Chorklasse mit erweitertem Musikunterricht. Normalerweise bestreitet die jüngste Chorklasse, die 5c, das Weihnachtskonzert alleine. Das sollte 2013 nun anders werden. Die Anfrage des Kammerorchesters Braunschweig kam da gerade recht. Und weil groß nicht reicht und größer noch besser ist, haben die Kollegen des Peiner Ratsgymnasiums und der Kreismusikschule sofort ihre Beteiligung zugesagt. Mit Beginn des Schuljahres 2013/14 begannen dann die Proben, die in der Gunzelin-Realschule auch von allen Religionslehrern flankiert wurden, die sich im Unterricht sowohl mit Abraham als auch mit den Kantatentexten Luthers auseinandersetzten. Die Chorklassen der Gunzelin-Realschule haben im Musikunterricht maximal zwei Stimmen erarbeitet. Erst als alle zusammenkamen, hatte man einen Eindruck von der Vierstimmigkeit des Chores, die zunächst noch eine Vielstimmigkeit war. Erst nach und nach gewöhnten sich die Schülerinnen und Schüler daran und fanden sich in ihrer Stimme. Als dann im November, rund einen Monat vor den Konzerten in Peine und Braunschweig, alle Beteiligten erstmals aufeinandertrafen, benötigten alle noch einmal ein bisschen Zeit, um sich an den imposanten Gesamtklang zu gewöhnen. Das Ensemble, welches nicht nur die Weihnachtskantate einstudierte, sondern auch ein Medley aus bekannten Weihnachtsliedern und die Weihnachtsouvertüre von Otto Nicolai, wuchs von Probe zu Probe sicht- und hörbar zusammen. Und das, obwohl sowohl im Chor als auch im Orchester Senioren neben Schülern musizierten, Christen neben Moslems, Realschüler neben Gymnasiasten, Leute mit viel musikalischer Erfahrung neben den Anfängern und Entdeckern…
Die Konzerte in der Sporthalle der Gunzelin-Realschule und der St. Johannis-Kirche in Braunschweig waren ausgesprochen erfolgreich. Nach der Zugabe, Humperdincks Abendsegen aus der Oper „Hänsel und Gretel“, im Braunschweiger Konzert waren sich alle einig: Ein beeindruckendes und schönes Projekt war zu Ende.
 
Projektauslöser/Idee:
Die Weihnachtskantate „Er hat Abraham gesehen“ wurde 2011/12 als Auftrag einer Kirchengemeinde im Kreis Gifhorn komponiert. Eine Auflage der Kirchengemeinde war, dass alle Ensembles der Gemeinde (Chor, Kinderchor, Blockflötenkreis, Posaunenchor etc.) in dieser Kantate mitwirken sollten. Da Tobias van de Locht diese Besetzung jedoch zu „einseitig“ war, fragte er beim Kammerorchester Braunschweig – mit dem er 2011 die Uraufführung des „Synchron-Musik-Theater 4“ realisiert hatte – an, ob nicht einzelne Instrumentalisten mitwirken wollen. Der Kontrabassist des Kammerorchesters Braunschweig, Uwe Pitz, spielte im Posaunenchor der Kirchengemeinde die Tuba. Im Oktober 2012 kam es zum Eklat innerhalb der beteiligten Ensembles der Kirchengemeinde und die geplante Uraufführung wurde abgesagt. Im Dezember 2012 verstarb überraschend Uwe Pitz, der Kontrabassist des Kammerorchesters. Im Kammerorchester wurde der Wunsch laut, das Andenken an Uwe Pitz durch ein besonderes Projekt zu ehren. Die Idee, die Uraufführung der Weihnachtskantate zu übernehmen, für die Uwe Pitz sich in Gifhorn sehr engagiert hat, war geboren. Tobias van de Locht zeigte sich sehr erfreut über dieses Engagement und widmete die Kantate daraufhin Uwe Pitz. Er überarbeitete auch die Instrumentation des Stückes und passte sie der Besetzung des Kammerorchesters Braunschweig an.
Das Kammerorchester konnte die Uraufführung jedoch nicht alleine bestreiten. Carsten Heidenreich hatte die Idee, den Chor mit Schülerinnen und Schülern der Chorklassen seiner Schule zu besetzen. Auch diese Idee fand allgemeine Zustimmung. Um den in dieser Form der Mehrstimmigkeit ungeübten Schülerinnen und Schülern eine zusätzliche Sicherheit zu bieten, fragte Carsten Heidenreich den gemischten Chor Watenbüttel und den Städtischen Chor Peine an. Der Städtische Chor Peine konnte aufgrund bereits zugesagter Termine nicht teilnehmen. Der Gemischte Chor Watenbüttel freute sich über die erneute Zusammenarbeit mit seinem ehemaligen Chorleiter und dem Kammerorchester Braunschweig und sagte zu. Im Rahmen eines Musiklehrertreffens in Peine im Februar 2013 fragte Carsten Heidenreich seine Kollegen vom Ratsgymnasium, ob sie an einer Kooperation interessiert seien. Diese bejahten und sagten die Teilnahme der Chöre und des Hauptorchesters zu. Ebenso begeistert zeigte sich der damalige Leiter der Kreismusikschule und des Kreismusikschulorchesters Peine, Daniel Keding. Im Sommer des Jahres 2013 konkretisierte sich die Orchesterbesetzung und Tobias van de Locht nahm letzte Änderungen in der Instrumentation der Kantate vor.
 
Projektentwicklung:
Die Idee des Projektes nahm im Januar 2013 Gestalt an: Mitglieder des Kammerorchesters Braunschweig überlegten, wie sich die Uraufführung der Kantate „Er hat Abraham gesehen“ von Tobias van de Locht realisieren könnten. Der Wunsch, einmal ein Weihnachtskonzert zu spielen, wurde schon in den Jahren zuvor im Orchester immer wieder geäußert.
Carsten Heidenreich, Musikalischer Leiter des Kammerorchesters Braunschweig und Lehrer an der Gunzelin-Realschule Peine machte den Vorschlag, den Chor aus Schülerinnen und Schülern seiner Chorklassen zusammenzustellen. Als er dann im Februar 2013 die Idee Kollegen des Peiner Ratsgymnasiums und der Kreismusikschule Peine vorstellte, waren auch diese ganz begeistert. Tobias van de Locht erstellte daraufhin die Instrumentation der Kantate, welche genau auf das vorhandene Ensemble zugeschnitten war. Um den im mehrstimmigen Singen ungeübten Schülern eine zusätzliche Sicherheit zu geben, wurden weitere Laienchöre angefragt. Der Gemischte Chor Watenbüttel sagte sofort zu.
Die Chöre begannen unter der Leitung ihrer Chorleiter im August 2013 mit der Probenarbeit. Die Orchester etwas später. In Proben, in denen Teile des Gesamtensembles zusammenkamen, wurde die Besetzungsgröße langsam erweitert und alle Beteiligten bekamen einen Eindruck von der Klanglichkeit der Musik. Am 3. Dezember reiste der Komponist der Kantate erstmals zu einer Gesamtprobe an und zeigte sich sehr zufrieden. Die Leitung der Generalprobe und der Konzerte teilten sich dann Tobias van de Locht, der seine Kantate dirigierte und Carsten Heidenreich, der die Leitung der Weihnachtsouvertüre und des Weihnachtsmedleys übernahm.
Die Organisation dieses Projektes stellte dabei alle beteiligten Ensembles vor eine große Herausforderung. Jedes Ensemble musste die Anfahrt zu den Auftrittsorten organisieren, die Konzertorte mussten mit Bühnenelementen, Stühlen, Licht- und Tontechnik sowie Instrumenten eingerichtet werden. Am Ende griffen alle Vorbereitungen ineinander und führten zu einem reibungslosen Projektabschluss.
Die Organisation der Finanzen und die Gesamtplanung lag beim Vorstand des Kammerorchesters Braunschweig. Der Vorstand verhandelte mit Sparkassen und sonstigen potentiellen Sponsoren, erstellte Probenpläne und Projektbeschreibungen und legte fest, wer wann wo sein sollte.
 
Besonderheiten:
Das Projekt rund um die Uraufführung der Kantate „Er hat Abraham gesehen“ ist in mehrfacher Hinsicht bemerkenswert:
- Es nahmen Schülerinnen und Schüler zweier unterschiedlicher Schulen und auch zweier unterschiedlicher Schulformen daran teil (Gunzelin – Realschule und Ratsgymnasium)
- Die Schülerinnen und Schüler der Gunzelin-Realschule besuchen jeweils Chorklassen, also Klassen mit erweitertem Musikunterricht. Die Zusammensetzung der Klassen ist ansonsten genauso heterogen wie die aller anderen Realschulklassen. Somit haben Schülerinnen und Schüler unterschiedlichsten Leistungsstandes aber auch unterschiedlicher Herkunft und Religion ganz selbstverständlich an dem Projekt mitgewirkt. Auf diese Weise hat es sicherlich nicht unerheblich zum Abbau von Vorurteilen und zur Integration beigetragen.
- Schülerinnen und Schüler einer Regelschule haben in der Regel nur selten die Möglichkeit so direkt in Kontakt mit einem Komponisten zu treten und an einer Uraufführung mitzuwirken.
- Die Arbeit in den gemeinsamen Proben war schon durch die Leitung Tobias van de Lochts an einem professionellen Maßstab ausgerichtet. Auf diese Weise haben die Schülerinnen und Schüler einen sehr tiefen Einblick in die Arbeitsweise professioneller Musiker und professionell agierender Ensembles bekommen.
- Das Zusammenführen von 12 (6 Chorklassen der Gunzelin-Realschule, 2 Chöre des Ratsgymnasiums, der gemischte Chor Watenbüttel und drei Orchester) in der Vorbereitung getrennten Gruppen stellte sicherlich eine besondere Herausforderung dar, die auch nicht mit anderen Projekten vergleichbar ist.
 
Probleme und Lösungen:
Im Verlauf der Endproben hat sich gezeigt, dass der erste Satz der Weihnachtskantate deutlich zu schwer war. Tobias van de Locht hat in diesem ersten Satz dem von den Streichern begleiteten Kinderchor den vierstimmigen Hauptchor, der von den Bläsern begleitet wird, entgegengestellt. Die beiden Ensembles sollten in unterschiedlichen Tonarten, bzw. freier Tonalität und Tempi spielen. Jedes Ensemble für sich hat den Part bewältigen können, im Zusammenspiel stellte es sich jedoch als deutlich zu anspruchsvoll heraus. Es bedurfte einiger Überredungskunst seitens der Lehrkräfte, um den Komponisten davon zu überzeugen, dass eine Aufführung dieses Stückes zu unbefriedigend ausfallen würde. Der Komponist hatte zunächst berechtigterweise Interesse daran, seine Kantate vollständig aufzuführen, willigte unmittelbar vor dem ersten Konzert jedoch in die Streichung dieses Satzes ein. Im Nachhinein hat er sich ausgesprochen froh und dankbar gezeigt. Die Kantate war auch in dieser um einen Satz gekürzten Version überzeugend und erfolgreich. 2015 ist eine Aufführung in Nordrhein-Westfalen geplant. Dort wird der erste Satz in anderer Form erklingen.
 
Anekdotisches:
„Wie muss man drauf sein, um so etwas zu schreiben!“ (Cellistin des Orchesters des Peiner Ratsgymnasiums)
"Das Konzert war super, aber ohne Sie hätten wir das nicht so gut meistern können! Ich muss mich bei Ihnen bedanken! Das alles war einfach ein voller Erfolg!" (Rückmeldung einer Schülerin der Chorklasse 10c der Gunzelin-Realschule an Tobias van de Locht)
„Es war toll, dass soooo viele Leute die Konzerte besucht haben.“ (Schüler der Chorklasse 6c der Gunzelin-Realschule)
„Ich weine nicht…. Mir ist nur Schweiß in die Augen gelaufen!“ (Schüler der AG Veranstaltungstechnik der Gunzelin-Realschule nach der Weihnachtskantate auf die Nachfrage, ob er Tränen in den Augen hätte)
„Schönes Konzert! Schade, dass so wenig Kollegen da waren.“ (SMS eines Kollegen der Gunzelin-Realschule nach dem ersten Konzert)
„Ein Konzertprojekt zur Weihnachtszeit gipfelte in einem klanglichen Mega-Event“ (Peiner Nachrichten, 16.12.2013)
„Wow…“ (Reaktion einer Kollegin der Gunzelin-Realschule nach dem zweiten Konzert)
„Schön, Dich mal in einer anderen Rolle erlebt zu haben, als hier.“ (Mitspielerin des Kammerorchesters Braunschweig zu Carsten Heidenreich)
„Das nenne ich Autorität! Nur mit dem Taktstock und den Augen so viele Schüler ruhig zu kriegen. Als Schüler wäre mir das damals unheimlich gewesen!“ (Cellist des Kammerorchesters Braunschweig zu Carsten Heidenreich)
"Liebe Kollegen,danke für das schöne Konzert, Eure Unterstützung, die tolle Zusammenarbeit und den großen Erfolg!" (Tobias van de Locht in einer E-Mail an die beteiligten Lehrkräfte)