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Museumskinderführer führen Besucher am Nancy Day
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Grundschulkinder führen Kindergartenkinder
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Grundschulkinder machen mit Kindergartenkindern Kunst
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Einbezug der Eltern beim Knüpfen von Traumfängern (Projektwoche)
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Kreatives Schreiben im Museum
Nancy Graves Project
Schule:
Europaschule KGS Passstraße
Passstraße 10
52070 Aachen
0241-154323
Fax: 0241-1570747
www.kgs-passstrasse.de

Grundschule / Teilgebundener Ganztag
 
Kooperationspartner:
Holger Otten und
das Ludwig Forum Aachen, Museum für moderne Kunst
Jülicher Str. 97-109
52070 Aachen
0241-1807113


Weiter kulturelle Einrichtungen wurden einbezogen (verschiedene Büchereien, Kindergärten,Tierpark,Zooschule).

 
Beteiligte Schüler:
alle 205 Schülerinnen und Schüler
alle 205 Schülerinnen und Schüler der Europaschule KGS Passstraße, Klassen 1-4, 8 Klassen
 
Beteiligte Lehrkräfte:
alle 13 Lehrerinnen und Lehrer, außerdem das pädagogische Personal der OGS (13)
 
Stundenvolumen:
Klasse 4a: je 10 Wstd. Oktober 2013 bis Febr. 2014
Klassen 1-4: Im November
Projektwoche 20-27 Std., außerdem Std. in der OGS, weiter Std. als Vor- und Nachbereitung (je Klasse 10-15)
 
Vorstellung und Kurzbeschreibung:
Phase 1: Rahmen festlegen/Bedingungen schaffen
In der 1. Phase wurden der Rahmen und die Möglichkeiten abgesteckt, in denen das Projekt stattfinden kann.
Frau Milde-Reimertz (Grundschule) und Herr Hr. Otten (Päd. Leitung Museum) gingen in die Projektplanung.
Frau Milde-Reimertz machte sich sachkundig über die zukünftigen Ausstellung
durch
- Besuch der Pressekonferenz zur Ausstellungseröffnung "Nancy Graves Project & Special Guests"
- Besuch der Führung für Pädagogische Mitarbeiter 10.10., Kuratoren führen durch die Ausstellung und geben genaue Informationen
- (14.10.) Treffen mit pädagogischen Mitarbeitern des Ludwig Forums um weitere Einzelheiten zur Ausstellungs-führung und nachschaffenden Kunstbetrachtung mit Kindern zu besprechen (Ideenaustausch)).

In Absprache mit Herrn Otten entwarf Frau Milde-Reimertz ein pädagogisches Programm, das als Anregung für verschiedenste Gruppen dienen sollte und erstellte Informationen für:
- Kollegen der KGS Passstraße
- Pädagogische Mitarbeiter des Ludwig Forums
- alle interessierten(Kunst-)Kollegen der Grundschulen in Aachen (Mail an alle Grundschule mit dem päd. Programm
- alle Interessierten des LuFo (pdf-Datei auf der Homepage des Ludwig Forums).

Phase 2: Einbezug der Kinder
In der 2. Phase wurden Schüler mit in die Planung einbezogen (Projektklasse 4a).
Ihnen wurde die neue Ausstellung vorgestellt. Fünf Pressekinder der 4a besuchten die Pressekonferenz zur Ausstellungseröffnung "Nancy Graves Project & Special Guests" und berichteten darüber in der Schülerzeitung "Passwort".
Die Kinder der „Museumsklasse 4a“ motivierten alle anderen Kinder der Schule und Lehrer zum Ausstellungsbesuch durch:
- (11.10.): Erstellung und Verteilung eines Flyers zur Ausstellungseröffnung am Sonntag 13.10.
- Anbringen von Stolpersteinen mit Informationen zur Ausstellung (im Schulgebäude auf Wände und Treppenstufen.
Zahlreiche Kinder besuchen die große Eröffnungsfeier gemeinsam mit einigen Kollegen.

Phase 3: Einbezug des Kollegiums
In der Phase 3 wurden die Ideen aus den vorangehenden Phasen zur Planung im Kollegium genutzt. Das pädagogisches Programm wird als Arbeitspapier allen Kollegen/Erziehern der KGS Passstraße, dem Pädagogischem Personal, allen Grundschullehrern der Stadt Aachen, und über die Homepage des Lufo allen interessierten zur Verfügung gestellt.
Auf einer Lehrerkonferenz (26.10.) gibt Frau Milde-Reimertz eine Einführung in die Ausstellung für Kollegen der Schule. Eine Führung für Kollegen der Schule durch die Ausstellung "Nancy Graves Project & Special Guests" durch Hr. Otten und die Kuratorin findet am 7.11. statt, so dass die Projektwoche der Schule geplant werden kann (Lehrerkonferenz 7.11.).

Phase 4: Ausstellungsbesuche der Museumsklasse
In der Phase 4 kooperieren die Kinder der 4a intensiv mit dem Museum:
Zunächst erhalten sie einen eigenen Ausweis, der es den Kindern ermöglicht, das LuFo während der aktuellen Ausstellung jederzeit zu besuchen. Dies nutzen sie wöchentlich zusammen mit der Klassenlehrerin 1-2 Mal.
Im Projektunterricht arbeiten sie zu verschiedenen Themen (belegt durch zahlreiche Kunstwerke der Ausstellung - siehe pädagogisches Programm!)
- Kamele (Projekt umfasst alle Fächer, deckt Lehrplan ab)
- Tiere im Wasser (Frosch, Fisch,...)
- Tiere an Land (Schlangen, Spinnen/Insekten,....)
- Naturvölker: Indianer/Eskimos/Aborigines
- Mond/Weltraum
- Urzeit (Skelettfunde,...), Kennenlernen der Restaurationsmethoden
- Kunst aus Alltagsgegenständen/Skulpturen

Phase 5: Durchführung der Projektwoche
In der Phase 5 fand die Projektwoche in allen Klassen statt (205 Schüler; siehe Programm in den Klassen). Es lag in Händen eines jeden Lehrers, den Umfang und die fachliche Ausrichtung zu variieren.

Phase 6: Präsentation/Außenwirkung:
Wir präsentierten die Ergebnisse der Projektwoche in der Aula unserer Schule vor der Schulgemeinschaft. Jede Klasse präsentierte in Wort und Bild.
Eine Ausstellung der Kinderkunstwerke wurde organisiert.
Die Presseberichte der Grundschüler wurden in der Schülerzeitung und auf der Homepage veröffentlicht, außerdem wurden sie dem LuFo zur Verfügung gestellt (Homepage).
Den Eltern der "Museumsklasse" (4a) wurden die Ergebnisse auf der Weihnachtsfeier präsentiert (Power point). Im Anschluss führten die Kinder ihre Eltern durch das Museum.
Außerdem wurden die Projektwochenergebnisse auf der Homepage veröffentlicht.
Zusätzlich präsentierte die Museumsklasse anlässlich des Besuchs der Mitarbeiter des Bistums der Stadt Aachen (15.12.)ihr Projekt.

Phase 7: Auswirkungen/Weiterarbeit:
Wie beschrieben führten die Museumskinder Eltern und Geschwister.
Besonders interessant für die Museumskinder war es, im Weiteren mit unterschiedlichen Kindergruppen zu arbeiten: Sie führten Kindergartenkinder im Museum. Im Anschluss wurde gemeinsam im Werkraum der Schule gearbeitet.
Am Nancy Day wurden fremde Besucher durch die Museumskinder geführt.
Weiterhin werden die Museumskinder der Klasse 4a durch benachbarte Kindergärten und Schulen als Museumsführer "gebucht".

 
Projektauslöser/Idee:
In der Städteregion Aachen gibt es einzelne, wenige Schulen, die auf dem Weg zur Kulturschule sind.
Nach einer Präsentation dieser Schulen, überlegten Frau Keller (SL) und ich (Milde-Reimertz), dass unsere Schule, die Europaschule KGS Passstraße, die erforderlichen Kriterien erfüllen könnte.
Deshalb erstellten wir ein in Cluster unseres Kulturschaffens in der Schule. Es half uns bei einer Strukturierung.
Die Oberbegriffe Musik, Tanz, Literatur, Theater, Kunst wurden mit Leben aus unserem Schulalltag gefüllt.

Es wurde klar, dass eine Systematik gefunden werden muss, damit jedes Kind im Laufe seiner Schulzeit an unseren Projekten partizipiert. Wir möchten jedes Kind auf seinem eigenen kulturellen Weg begleiten und fördern.
Dies können wir an einem Theaterprojekt (Musik und Tanz), das wir seit 10 Jahren durchführen aufzeigen: Die Schule findet eine Idee, schreibt ein Theaterstück, besetzt gemeinsam mit den Kindern Rollen, übt diese Rollen ein und präsentiert dieses Stück im großen Eurogress. Experten werden hinzugezogen. Die Klassen 3/4 sind maßgeblich beteiligt. Die Nachhaltigkeit dieses Projektes ist uns wichtig.

Ferner kooperieren wir seit mehreren Jahren mit dem Ludwig Forum. Einzelne Klassen besuchen regelmäßig das Museum, da das Ludwig Forum in unmittelbarer Umgebung der Schule liegt. Workshops und Ausstellungsbesuche gehören zum Schulprogramm, sollten aber ausgeweitet werden.
Aus der Kooperation entstand die Idee zum aktuellen Projekt der Ausstellung.
Neu war der Einbezug der Kinder der Projektklasse. Sie wurden befragt und in die Planung miteinbezogen.

Aber auch die Zusammenarbeit innerhalb der kommunalen Institutionen wurde durch diese Ausstellung intensiviert (Museum, Stadtbücherei, Museumsbücherei, Schülerbücherei, Tierpar, Zooschule des Tierparks).

Bei all unserem Tun ist es uns immer wichtig, den Kindern Möglichkeiten zur Entwicklung einer eigenen kulturellen Identität zu bieten, ihre Fähigkeiten zu entwickeln und sie zu einem teil des kulturellen Lebens der Stadt (des Stadtteils) werden zu lassen.

Wir hoffen durch den Einbezug des Bildungsbüro der Städteregion (im Sommer 2013) von den Vorteilen einer Kulturschule (oder Transferschule) partizipieren zu können.

 
Projektentwicklung:
Aus der Evaluation des letzten Projektes „Nie wieder störungsfrei!“ 2012 ergaben sich neue Ansätze für das Projekt in diesem Schuljahr „Nancy Graves Project & Special Guests“:

Alle Klassen und Kollegen sollen sich entsprechend ihrer Möglichkeiten freiwillig beteiligen können.
Die Projektwoche soll die unterschiedlichen Fächer bedienen: Sachunterricht, Kunst, Musik, Mathematik, Deutsch, Religion, Sport. Für alle Fächer sollen Möglichkeiten aufgezeigt werden, sich zu beteiligen.
Die Dauer der einzelnen Projekte darf unterschiedlich sein (siehe Projektwoche Besonderheiten 5).

Es ist wesentlich, dass Lehrerfortbildungen ein solches Projekt intensiv vorbereiten (nicht alle sind Experten im Bereich Kunst):
- Ausstellungsführung durch Päd. Leitung des Museums und Kuratorin
- Dienstbesprechung mit Hinweisen zum Museumsbesuch 10/13 (Suchspielbeispiel)
- Lehrerkonferenz mit Pädagogischen Hinweisen 27.11.
- Lehrerfortbildung Grafik und Nancy Graves 27.11.
- Planung einer Projektwoche/Projekttagen in jeder Klasse + OGS der Schule 27.-31.11.

Die Kinder sollen mitbestimmen und mitgestalten (Pressekinder, regelmäßige Projektberichte auf der Litfasssäule in der Eingangshalle der Schule, Ausbildung als Kindermuseumsführer für Kleine, Fremde, Eltern und Geschwister, Projektgestaltung in der Projektwoche, Präsentation der Ergebnisse und Ausstellung).
Jedem Kind wird mindestens ein Museumsbesuch (Ausstellung mit Führung und nachschaffender Kunstaktion) zugute kommen. Die Schule unterstützt bei finanziellen Engpässen.
Die Materialien zur Projektdurchführung können über die Schule abgerechnet werden.

Alle Kinder sollen das Museum und weitere Kultureinrichtungen zusätzlich besuchen können (so oft sie mögen, auch mit Eltern und Geschwistern), wenn sie Interesse haben.

Ein pädagogisches Programm und der Ausstellungsbesuch durch die Kollegen ist die Grundlage zur Arbeit in der Projektwoche.

Weiterarbeit in den Klassen ist möglich.

Eine Präsentation soll nicht ausschließlich in der Schule stattfinden, könnte sich in den Stadtteil entwickeln, das Museum wird einbezogen.
Zur Präsentation sollen möglichst das Bildungsbüro und der Kulturreferent der Stadt Aachen eingeladen werden.

 
Besonderheiten:
1)Das pädagogische Programm (siehe Anlage)
2)Kinder der 4a waren regelmäßig 1/2 Jahr jede Woche im Museum, fühlten sich für ihr Museum verantwortlich!
3)Die Kinder wurden zu Kindermuseumsführern ausgebildet, und erhielten einen Museumsausweis.
4)Viele Gruppen waren in Kooperation mit den Kindern der Klasse 4a (Grundschule) involviert:- Kindergartenkinder (Führung und Kunstschaffung)
- Rentnerinnen in der Projektwoche
- Eltern halfen beim Knüpfen von Traumfängern
- fremde Besucher des LuFO
- Eltern und Geschwister bei einer Weihnachtsaktion
- Schulgemeinschaft bei der Präsentation und Ausstellung der Projektwoche
- Interessierte über Homepage
- Interessierte Kollegen (Anregung für eigene Projekte)
- Präsentation vor Bistumsangestellten in Aachen

5) Die Projektwoche konnte je nach fachlicher Ausrichtung individuell gestaltet werden (Kunst, Musik, Literatur, Sachunterricht, Mathematik, Religion, Sport).
Die Ausgestaltung hing von den Stärken und Interessen der jeweiligen Lehrer ab.
der Zeitumfang variierte von 2 Projekttagen über 1 Woche bis 3 Wochen.
Außerdem wurde in der Klasse 4a intersiv projektorientiert gearbeitet.

Projektwoche der ganzen Schule: "Nancy Graves Project"
Aktionen in den Klassen:
Klasse 1a: - 19.11. Führung mit Herrn Otten durch die Ausstellung, Focus Tiere
- 20.11. Feedback: Bleistiftzeichnungen –Kamel
- 21.11. Fantasiereise in die Wüste: Kamele mit verschiedenen Materialien gestalten bzw. bekleben, nähen ….
- 25.11. Kamelkarawane
- 26.11. Besuch des Tierparks/Zooschule (Lebensraum und Körper der Tiere)
- 28.11. Kamele in der Museumsbücherei
- 29.11. Gruppenarbeit Kamele in Punkttechnik
- dazu Lied: Skippy, das Kamel

Klasse 1b: - 21.11. Ausstellungsbesuch mit Suchspiel (durch Lehrer und OGS)
- Projekttag Museum: – Schmetterlinge (Klapptechnik)
 Kamele
 Traumfänger
 Dinoknochen

Klasse 2a: - Ausstellungsbesuch am 28.11. (Führung mit Atelierarbeit)
- Projektthema: „Mein Lieblingstier“ – Punktbild
 Schreibanlass

Klasse 2b: - Ausstellungsbesuch am 27.11. (Führung mit Atelierarbeit)
- 28.11.: Projektthema: „Mein Lieblingstier“ – Punktbild
 Schreibanlass

Klasse 3a: - 26.11. Ausstellungsbesuch mit Werkstattarbeit
- 26./28.11. Projektunterricht zum Lieblingstier (u.a. Punkttechnik)

Klasse 3b: - 28.11. Ausstellungsführung (10-11 Uhr) und anschließende Umsetzung des
Kamels

Klasse 4a: zuvor: Museumsreporter berichten über die Ausstallung
- Einführen in Grafische Materialien und Erprobung des Materials
- 21.11. Ausstellungsbesuch und Führung mit Suchspiel durch Milde-Reimertz (Kinder erklären Kindern die Kunst)
- 21.11. Museumgang mit Aufgabenstellung Grafische Materialien zu beobachten
- 25.11. Zeichnen von Tieren mit verschiedensten Materialien
- 26.11. Gemeinschaftsarbeit in Punktetechnik (Fingerfarbe Großformat, Punkt, Reihung, Ballung)
- 27.11. Kreatives Schreiben zu Kunst der Naturvölker
- 28.11. Taumfänger (Bedeutung, und künstlerische Umsetzung in klein für Kinderhand, groß als Objekt für den Schulhof)
- 29.11. Kamele nähen

Klasse 4b: - 28.11. Ausstellungsbesuch mit Werkstattarbeit
- Themenarbeit zum Kamel
- Kamele nähen
- Wie das Kamel an die Krippe kommt…


6) Pädagogische Programm:
Europaschule KGS Passstraße Aachen, Oktober 2013
Ursula Milde-Reimertz
ursula.milde@mail.aachen.de


Besuch der Ausstellung im Ludwig Forum
„Nancy Graves Project & Special Guests“
und daraus resultierende Möglichkeiten zur Weiterarbeit mit Grundschülern.

Es sollte zum Besuch des Ludwig Forums unbedingt gehören:
- Informationen zum Haus
- Informationen zum Gründer
- Überblick über die Gesamtausstellung.

Das Ludwig Forum war früher eine Schirmfabrik. Das Fabrikgebäude ist an der Architektur erkennbar (Zielsetzung des Museum).
Stifter des Museums sind Peter und Irene Ludwig (beide leben nicht mehr),
Ein weiteres Ludwigmuseum gibt es auch in Köln.

Die Künstlerin Nancy Graves wurde 1939 geboren und ist 1995 gestorben.

Kurzinformation zur aktuellen Ausstellung:
Ihr „künstlerisches Interesse“ bestand an „Naturphänomenen, menschlichen und außermenschlichen Skulpturen, Spuren und Organisationsformen sowie an gesellschaftlicher als auch naturwissenschaftlicher künstlerischer Forschung“ .

Themenfelder zur Betrachtung mit Kindern, außerdem gut geeignet zur Projektarbeit:
1. Kamele
2. Tierbilder: 2.1 naturgetreue Zeichnungen/Malereien (im Wasser, auf Land)
2.2 in Reihung
2.3 in Punktetechnik ohne Hintergrund
2.4. in Punktetechnik mit Hintergrund
2.5. Filme
3. Indianische Kunstwerke
4. Kunstwerke der Eskimos
5. Mond- und Marsbilder
6. Skulpturen aus Bronze oder verschiedenen Materialien
7. Skizzenbuch
8. Offene Restaurierungswerkstatt
9. Kombinatorium

Auf die Kunstwerke der Special Guests wird weniger eingegangen. Die Titel der Kunstwerke stammen, falls nicht anders gekennzeichnet, immer von der Künstlerin Nancy Graves.

Im Folgenden werden einzelne Kunstwerke der Ausstellung genauer betrachtet.
Nach dem Museumsrundgang sollen sie Beispiele für eine lehrplanbezogene Weiterarbeit aufzeigen.
Dieser Bereich erfüllt immer die Kompetenzerwartungen des Lehrplans „3.7 Auseinander-setzung mit Bildern und Objekten“ in den unterschiedlichen Schwerpunkten (Kunst entdecken, Wahrnehmen und Deuten und Zielgerichtet gestalten) und den Kompetenzen des Kunstunterrichts.

Ein Kunstwerk wird nach folgenden Punkten strukturiert, dazu auch die Kürzelerklärung:
- B (Beschreibung)
- LP (Bereich des Lehrplans Kunst mit Schwerpunkt und ggf. Kompetenzen, Notizen hierzu sind Zitate aus dem Lehrplan der Grundschule (s. o.)
- J (geeignet für den Jahrgang)
- U (Idee für die Umsetzung im Unterricht)
- K (Kriterien als Aufgabenstellung zu Beginn der praktischen Arbeit,
als Tafelanschrieb geeignet).

1. Kamele
Kenia-Dromedar, und Mongolisches Trampeltier, 1969
B: Peter Ludwig wollte Graves lebensgroße Kamele für Aachen -> 1969. Sie bestehen aus einem Holzgerüst, Füllmaterial, Tierfellen, Stoffen, die als Haut zusammengefügt wurden. Die Kamele sehen aus, als wären sie ausgestopft.
LP: 3.1 Räumliches Gestalten, 3.2 Farbiges Gestalten: Präsentieren (S. setzen farbige Materialien zum Collagieren, Ausgestalten und Akzentuieren ein.)
Bes. geeignet fachübergreifend im Sachunterricht (-> Kamele im Tierpark Aachen besuchen!), Afrika, Kontinente
J: 1- 4
U: 1) J 1,2: Tier als Tonarbeit
K: - Verarbeitung des Tons
- Erkennen des Tieres
2) 3,4: Stoffcollage;
3) Kamel nach Schnittmuster ausschneiden -> nähen; mit Füllmaterial ausstopfen
4) Kamel filzen (Klasse 4)
Kriterien (K): - Ordnung und Sorgfalt bei der Arbeit
- natürliche Farben
dazu:
Maß 1970
B: fossile Exkremente in Bronze, geeignet für Pollenanalyse Urzeit/Eiszeit; Raum der Naturwissenschaft (Kinder fragen danach!)
LP: nicht unbedingt geeignet

2. Tierbilder
B: E. Muybridge u. a. lieferten die Vorlage zu zahlreichen Tiermalereien!

2.1 naturgetreue Zeichnungen/Malereien (im Wasser, auf Land)
(Nancy Graves hat in ihren Bildern z.T. mit Bleistift vorgezeichnet und sie danach koloriert/weitergemalt mit Aquarell u. a. .
Ich würde als Kunstlehrerin auf das Vorzeichnen mit Bleistift verzichten.)
B: naturtreue Zeichnungen/Malereien
J: 1-4
LP: 3.2 Farbiges Gestalten (technische Fertigkeiten erweitern,…, Zielgerichtet gestalten,…), 3.3 Grafisches Gestalten
U: Bilder dienen als Anregung, Kinder bringen Bestimmungsbücher mit, zeichnen Tiere ab, in unterschiedlichen Haltungen, Zeichnungen mit Bleistift, Holzstiften; Aquarellzeichnungen, Malerei mit Acryl und Tempera nach Vorlage
K: - naturgetreu
- ordentliche Ausführung/ Umgang mit dem Material
- ( Bewegung erkennbar)

Fisch 1971
U: Wasserlandschaft

Spinne 1970
(in Verbindung mit „Schatten , Sechs Beine“)

Schmetterling 1971
U: Klatschtechnik, eine Hälfte wird mit Wasserfarbe gemalt, die andere Hälfte wird durch Falten des Papiers gedruckt
J: 1-2

Grasnatter 1971

(dazu Film: Aves Prachtfregattvogel, Flamingo 1973)

2.2 Tierbilder in Reihung
Camel Pacing, 1971 oder Camel Walking
(Es gibt Bilder mit gehenden und Bilder mit galoppierenden Kamelen.)
B: Kamelbilder in Reihung
LP: 3.2 Farbiges Gestalten: Zielgerichtet gestalten (S. wenden in Gestaltungsprozessen unterschiedliche Farben und ihre Wirkung an, kombinieren und verfeinern sie;
3.3 Grafisches Gestalten: Zielgerichtet gestalten (stellen Bewegungen, Beziehungen, Sachverhalte grafisch-räumlich dar,…)
J: 1-4
U: 1) Kamele (Tier) zeichnen (auf Karopapier) danach kolorieren
2) Kamel (Tier) malen und zeichnen, jedes Kind ein anderes, Größe vorgeben, Ausstellung später in Reihung neben- und untereinander
K: - Benutze Farben wie Nancy Graves /Erdfarben.
- Male sauber und ordentlich

Metamorphose des Gold-Laubfrosches 1971
U: Daumenkino eines Tieres

2.3 Tierbilder in Punktetechnik
(Punktetechnik vgl. Cuck Close)

Buntbarsch 1971
Krabben und Seeanemonen 1971
Vier Schlangen
B: Tiere sind farblich naturgetreu dargestellt, Farbauftrag getupft
LP: 3.2 Farbiges Gestalten, Erproben von Techniken, Werkzeugen; Zielgerichtet gestalten, Präsentieren; bes. 3.3 Grafisches Gestalten (grafische Mittel Punkt); bildnerische Ordnung (z.B. Größen-Mengenkontrast, Streuung, Ballung)
J:1-4
U: Tierbilder prickeln, großformatige Gemeinschaftsarbeit drucken (mit Daumen, gemeinsam „punkten“), Pinseldruck, Daumendruck auch in Einzelarbeit; (zuvor Punkt, Reihung, Ballung besprechen)
K: - Farben naturgetreu
- Formen der Tiere erkennbar
- Punkt, Reihung, Ballung

als Übergang:„Drei Schlangen“ 71

2.4 Tierbilder in Punktetechnik mit Hintergrund
(Camouflage Serie…)
B: Tiere und Hintergrund sind gepunktet, das Auge muss sich einsehen, damit das Tier vom Hintergrund getrennt wird
LP: 3.2 Farbiges Gestalten, Erproben von Techniken, Werkzeugen; Zielgerichtet gestalten, Präsentieren; bes. 3.3 Grafisches Gestalten (grafische Mittel Punkt); bildnerische Ordnung (z.B. Größen-Mengenkontrast, Streuung, Ballung, …, Vordergrund-Hintergrund)
J: 3, 4
U: Tierbild in Punktetechnik, Farben besprechen
K: - Farben
- nur Punkte (Pinseldruck, Daumendruck)
- Punkt, Reihung, Ballung erkennbar

2.5 Filme
Drei Kamelfilme als Anregung zur eigenen Arbeit.
1. Film: 200 Standbilder in 60 Frames
2.+3. Film: enthalten eigene Aufnahmen aus Marokko, Kamelmarkt, Kamel als Nutztier
Im dritten Film geht sie auf Einzelteile des Kamels ein, Sequenzen best. Körperteile.
Vogelfilm : Aves Prachtfregattvoge, Flamingo 1973
LP: 3.5 Gestalten mit technisch-visuellen Medien (bes. Präsentieren)
J: 3,4
U: in Kleingruppe, Klassenstärke schwierig


3. Indianische Kunstwerke
LP allgemein: Thema Indianer bes. im Sachunterricht geeignet,
Schamanismus, was ist das? (Schamanismus ist die Bezeichnung für die Glaubensvorstellungen und spirituellen Praktiken von Schamanen. Schon früh hat der Schamanismus das Interesse von Ethnologen und Religionswissenschaftlern erregt. Besondere Beachtung findet der Umstand, dass Schamanen in vielen Naturreligionen die Fähigkeit zugeschrieben wird, in Bewusstseinszuständen wie der Ekstase in Bereiche vorzudringen, die einer normalen Wahrnehmung nicht zugänglich sind.)
im Religionsunterricht Thema: Träume (Josef)
Totem 1970
Knochen Finger 1971
Mann mit Federschmuck…. 1971
Ohne Titel (Indianer) 1971
Schamane 1970
B allgemein:
- zahlreiche Materialien und Fundstücke wurden zu leicht erscheinenden „indianischen Kunstwerken“ arrangiert, z.B. Traumfängern
- typische Fundstücke in Naturfarben wurden auf dem Boden arrangiert
- indianische Malerei
LP: 3.1 Räumliches Gestalten, Erprobung von Materialien,…, Zielgerichtet gestalten;
3.2. Farbiges Gestalten
J: 3, 4
U: vor der Ausstellungsbesichtigung: Traumfänger knüpfen,
nach dem Ausstellungsbesuch: großen Traumfänger als Gemeinschaftsarbeit aus Draht, Gips, Fundsachen für die Eingangshalle, für den Schulhof,…
K: - Leichtigkeit im Aussehen
- Material haltbar verbunden
- (Fundsachen verarbeiten)

4. Kunstwerke der Eskimos
LP: Eskimos/Naturvölker im SU
allgemein dazu und zu indianischen Skulpturen/Gemälden/Zeichnungen/Special Guests:
LP: 3.2 Farbiges Gestalten: Zielgerichtet gestalten (S. stellen Farben her (Erdfarben, Pflanzenfarben) und nutzen sie gestalterisch.); 3.1 Räumliches Gestalten (Präsentieren)
U:1) Anlegen einer Sammlung z.B. im Kartondeckel -> Präsentation -> Fotografie
2)„Wir mischen und erfinden Erdfarben.“
dazu Pigmente oder Erden u. ä. aus der Umwelt.
K: - Erdfarben
- verschiedene Farbtöne

5. Mond- und Marsbilder
B: Satellitenbilder, Marsbilder wurden abgemalt, z.T. im Punktemuster
LP: bes. im SU: Weltraum, Planeten, Europa, NRW
LP: 3.2 Farbiges Gestalten, 3.3 Grafisches Gestalten
J: 3, 4
U: fachübergreifend im Sachunterricht,
in Kunst: 1) Sterne in der Adventzeit
2) reellen Ausschnitt einer Karte mit verschiedenen Farben weitermalen
K: - Farbgebung
- Ausschnitt nicht mehr zu unterscheiden
3) Foto übertragen -> vergrößern,
4) Fotos pixeln

6. Skulpturen aus Bronze oder verschiedenen Materialien
Urzeitliche Skulpturen:
Ceridwen aus Fossilien 1977
B: Nachgebildete Urzeitknochen
LP: bes. geeignet im Sachunterricht: Urzeit, Dinosaurier, Ausgrabungen, Thema Aachen, Lousberg (Feuersteine)

Mioszänes Skelett 1979
B: Nachgebildetes Kamelskelett
LP: bes. geeignet im Sachunterricht: Urzeit, Dinosaurier, Ausgrabungen, Arztbesuch
LP: 3.3 Grafisches Gestalten
J: 1-4
U: Kunst: Abdruck: Karneval, Prägefolie aus Kupfer bearbeiten
K: - Sorgfalt
- (Punkt, Reihung, Ballung)

Skulpturen aus verschiedensten Materialien:
B: Skulpturen aus Fundsachen und geformten Dingen
LP: 3.1 Räumliches Gestalten (Erproben von Material, Techniken und Werkzeugen; Zielgerichtet gestalten, Präsentieren)
J: 3, 4
U: Skulptur aus Fundsachen, Gemeinschaftsarbeit
K: - Fundsachen haltbar verbunden
- Namen für Skulptur finden

Bronzeplastik:
Schatten, Sechs Beine 1978
B: Bronzeplastik in Verbindung mit „Spinne“ bringen
LP: s.o.; 3.1 Räumliches Gestalten; 3.2 Farbiges Gestalten
J: 1- 4
U: Spinne/ Tier als Drahtarbeit (3, 4), mit Pfeifenputzern (1,2)
K: - feste Verbindungen des Drahtes, Pfeifenputzers
- Tier erkennbar


7. Skizzenbuch
Lateral Pass Notebook 1985
B: Graves hat Skizzen für Kostüme der Tänzer gezeichnet, Stoffmuster ergänzt, collagiert,…
LP: 3.2 Farbiges Gestalten; 3.3 Grafisches Gestalten; 3.4 Textiles Gestalten
J: 1-4
U: Stoffe auswählen, kleben, zeichnen, malen, collagieren: eigenes Notizbuch collagieren
K: - Gestalte dein eigenes Notizbuch

8. Offene Restaurierungswerkstatt:
Zusehen beim Restaurieren originaler Werke.
(Hinweis: Domrestaurierungswerkstatt; Gang durch Aachen und Ausgrabungsstätten besuchen: Jakobstraße, Elisengarten)

9. Kombinatorium
(von Petra Kater und Karo Schröder)
Für kleine Gruppe oder Einzelpersonen:
Arrangieren von fünf Gegenständen/Text/Bild in Vitrine, danach wir das Arrangement fotografiert als Fotogalerie im Internet zu sehen sein:
www.kombinatorium.de


Zur allgemeinen Information:

Der Eintritt ins Ludwig Forum ist ab 12 Uhr für Schulklassen kostenlos (montags Ruhetag), Anmeldung wird erbeten!
Führung: 20 Euro pro Stunde für eine Klasse

Der Besuch des Gartens im LuFo ist jederzeit möglich:
Hier stehen auch zahlreiche Kunstwerke z.B. von Antes u .a. (Skizzen anfertigen, Kopffüßer malen,...)

Der Besuch der Bibliothek ist ebenfalls kostenlos möglich auch montags.
Wenn eine ganze Klasse zu Besuch kommt, oder eine Kindergruppe, wird um Anmeldung gebeten (es können dann auch gezielt Bücher herausgesucht werden).


Weitere Informationen zu den Kunstwerken befinden sich im aktuellen Ausstellungskatalog des Ludwig Forums.

Kinderführung/Suchspiel

mögliche Gegenstände:
- Traumfänger (oder Indianer)
- Spinne aus Draht (für Bild und Skulptur)
- Schmetterling
- Kamel/Dromedar
- Notizbuch

 
Probleme und Lösungen:
Die Finanzierung des pädagogischen Peronals ...
Museum half, räumte Ermäßigungen für wenigbemittelte ein....
viele Klassen würden gerne öfter museumspäd. Mitarbeiter buchen, dies ist mit Blick auf die Kosten nicht oft möglich. Durch das ausgearbeitete pädagogische Programm trauten sich viele Kollegen eine eigene Führung zu.

Cluster am Ende der Projektwoche:
Was war gut? Alle Kollegen waren mit der freien Wal der Projektwoche (klassenintern, fachübergreifend mit verschiedenen Schwerpunkten) sehr zufrieden.
Viele Kollegen konnten sich eine Ausweitung (mehr Std.volumen)der Projektwoche vorstellen, ihnen war die Zeitplanung in ihrer Klasse zu kurz. Auch jahrgangsgemische Projektgruppen wurden angeregt und gewünscht (dies kam bei der Planung zunächst ausdrücklich nicht in Frage).
Was bereitete Schwierigkeiten? Eine Kollegin hatte Schwierigkeiten mit der Anspruchshaltung eines pädagogischen Mitarbeiters im Museum an die Schulklasse.
Die Führung sei wenig kindgerecht gewesen und schwierig für den Besuch mit einer ganzen Schulklasse. Diese Kollegin hat durch das pädagogische Programm die Möglichkeit/Anregung, weitere Führungen und Museumsbesuche mit ihrer Klasse selbst durchzuführen und zu gestalten.

 
Anekdotisches:
Die Kinder der 4a beschäftigten sich so intensiv mit Nancy Graves und ihrer Kunst, dass sie zu Museumsführern wurden.

Nach einer Führung und Kunstaktion mit Kindergartenkindern kam die Anfrage eines fremden Kindergartens, ob sie bei uns eine Führung buchen könnten. Weitere drei Kindergärten der Nachbarschaft folgten.

Vom Personal des Museums wurden die Kinder immer wieder hoch gelobt, wg. ihrem Wissen und der Disziplin im Museum.
Als gestern eine Museumsaufpasserin fragte, wann wir wieder kämen, tauschte sie ihren freien Tag, um bei der letzten Führung "Kinder führen Eltern" dabei sein zu können.

Die Eintrittsausweise für alle Kinder der Klasse 4a während der Ausstellung wurden von den Kindern sehr wertgeschätzt.

Während der Kinderführung für ihre Eltern, äußerten zahlreiche Eltern, dass sie noch nie in diesem benachbarten Museum gewesen seien. Es hat ihnen aber gut gefallen und sie wollen mit ihren Kindern wiederkommen: "Mein Kind hat ja noch den Eintrittsausweis, es darf ja bis Februar immer wiederkommen!"