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Die Nacht im Terrarium
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Aufwachen und Durst haben
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Hungertanz
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Protest-"Bewegung"
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Die Flucht aus dem Terrarium
Das Terrarium
Schule:
Gesamtschule Am Rosenberg Hofheim
Stormstraße 54
65719 Hofheim am Taunus
Tel: 06192 293160
web:http://www.gsamrosenberg.de/

Gesamtschule / Offener Ganztag
 
Kooperationspartner:
Andrea Simon, Choreographie und Regie
TANZPLAN
Kelkheimer Straße 11
65719 Hofheim
Tel: 06192-804 95 26
web: www.tanzplan.de

Projektdarstellung:
http://www.tanzplan.de/tanzplan/stucke2011-2015/

 
Beteiligte Schüler:
13
5.Klasse Gymnasialzweig: Irina Bambowska, Daniel Matchin, Anna Noelle Röhrig, Anna Weindorf. 5.Klasse Realschulzweig: Shanice Martins-Lopes
6.Klasse Gymnasialzweig: Maximilian Böhmer, Laura Döring, Moritz Momm, Annabelle Sieding, Lena Voelkel, Melina Walther, Julius Weck. 6.Klasse Realschulzweig: Lea Herzog

Wahlunterrichtsfach, AG

Die HP und GP sowie Aufführung wurde zusätzlich technisch von einem 7.-Klässler begleitet, der dies als 2 Tages Praktikum mit viel Know-How absolvierte.

 
Beteiligte Lehrkräfte:
1Frau Gerda KampschroerFächer: Englisch und MusikFrau Kampschroer hat das Projekt persönlich unter den Schülern beworben und hat den Infotag, mehrere Proben, die HP und GP und Aufführung begleitet, sowie beim Auf/Abbau der Bühne geholfen. Während der Projektphase war sie für alle Beteiligten die schulische Ansprechpartnerin.
 
Stundenvolumen:
Insgesamt vom 27. August bis 30. November 2013, also ca. 3 Monate.
Einmal pro Woche in der Schule a 90 Min. 10x
Zusatzproben außerhalb der Schule a 3 Zeitstunden: 3x
Dreharbeiten für den eingespielten Film, Samstags: 3 Stunden
Bühnenproben, HP 90 Min.: 1x / GP und Aufführung: 5 Stunden

Stundenvolumen der Proben insgesamt: 33,5 Stunden
Vorbereitung (Planung) in Tagen: 14 Tage
Vorbereitung (Bühne und Kostüm): 14 Tage
Bühnenaufbau, techn. Einrichtung: 12 Stunden
Organisatorische Begleitung des Projekts (Kommunikation Eltern, Schüler, Schule, außerschulische Probenorte: ca. 48 Stunden
Nachbearbeitung: 12 Stunden

 
Vorstellung und Kurzbeschreibung:
"Das Terrarium" sollte ein actionreiches und tänzerisches Projekt werden, eine Choreographie die sich als Inszenierung auch rein schauspielerischer Elemente versteht. Die Schüler sollten bei ihrer intensiven Bewegungsfreude angesprochen und herausgefordert werden, um diese gezielt als Theaterform zu nutzen.
Es sollte ein die Kinder greifendes Thema sein, das aber über sich hinausweist. Andrea Simon entwickelte das Konzept einer Science Fiction Story, die eine zukünftige, fiktionale Gesellschaftsform satirisch präsentierte. Menschen im Terrarium, gehalten von Mutanten die sich Terrarianer nennen. Das alles im utopischen Jahr 3013. Ziel war, quasi einen Tagesablauf mit strengen Regeln, dennoch kindlich, zu erfinden, plus ein brisantes Geschehen (Wendepunkt), das zur Auflösung der Terrariumssituation führen sollte. Am Ende gelingt die Flucht aus dem Terrariumsgefängnis. Der abschließende Film zeigt die Kindergruppe in Freiheit und Natur. Das Terrarium steht exemplarisch für eine Situation des Eingeschlossenseins, der Abhängigkeit, der Enge, aber darüber hinaus auch für Gesellschaftsformen allgemein.
Szenisch:
Die Gruppe im Terrarium schläft, erwacht, geht zur Tränke, macht Frühsport, räumt die Betten weg, spielt, und geht schließlich zu den Fressnäpfen. (Eine Erinnerung an echte Terrarien war erwünscht!). Dort entsteht die Schlacht um die Nahrungsrationen. Einige bleiben hungrig auf der Strecke, andere sind satt, wieder andere haben sich die Taschen vollgestopft. Einer schließlich meint, er habe alle Machtmittel zusammen um zum Anführer zu werden. Mit Terror, Tricks und falschen Versprechungen unterwirft er sich einige Kinder, andere treten freiwillig seiner scheinbar starken Partei bei. Alle werden zu absurden Frondiensten wie endlosem Putzen, Dinge sortieren und sinnlosen Tätigkeiten verdonnert. Einige andere aber, haben sich versteckt und planen die Revolte. Dafür erfinden sie eine Protest-“Bewegung“, eine Choreographie, die nach und nach Alle mit sich zieht. Zu guter Letzt muss auch der selbsterklärte Anführer aufgeben und sich in die neue Bewegung einreihen, die vorläufig ohne Hierarchie auskommt. Während dieses Prozesses hat ein vereinzeltes Kind fanatisch und selbstvergessen weitergeputzt und einfach nichts mitbekommen. Dabei entdeckt es zufällig, und von den Anderen unbemerkt, einen Riss im Terrarium. Seine Freude ist groß, und er macht alle darauf aufmerksam. Nach und nach flieht nun die Gruppe aus ihrem Terrarium. Schwächere, die lieber bleiben wollen, werden von anderen hinausgetragen und beschützt. In der Freiheit (Video im Wald) ist die Freude groß, aber man muss sich neu zurechtfinden. Etwas unbeholfen baut die Gruppe sich Hütten im Wald…………….Ende.
Die gesamte Inszenierung war auf Musik gearbeitet. Diese kam vom Datenträger. Musik der Gruppe "Kreidler" /2004/2006.

Nachsatz: Allen Kindern und Andrea Simon war klar, dass die theatralische, exemplarische Situation des Ausgeliefert- Seins, uns tagtäglich begegnet. Nicht zuletzt auch an der Schule und ihren rigiden Regeln, die teilweise autoritär durchgesetzt werden. Aber auch die eigenen Denkkonzepte können Gefängnisse sein, ebenso Gewohnheiten und falsche Erwartungen. Es ist lohnend, aufmerksam für den Zufallsfund „Riss im Gefüge“ zu sein. Oder sogar danach zu suchen.

Pressemitteilung: „Mit dem Arm weit ausholen 1-2, und schnell nach unten 3-4-5…“. Oder: „Versuche hier an dieser Stelle mal ganz genau zu spüren und zu zeigen was Du fühlst…“. So z.B. klingen die Probenanweisungen der Choreographin Andrea Simon/ TANZPLAN für Ihr Tanztheater „Das Terrarium“. In nur drei Monaten entstand eine spannende 30 minütige Choreographie für 13 Schülerinnen und Schüler der 5. und 6. Klassen an der Gesamtschule Am Rosenberg in Hofheim.Im Rahmen des Wahlunterrichts konnten die Kinder sich im Sommer für das Projekt anmelden, welches bereits im Vorfeld als Preisträger des Intermezzo Wettbewerbs hervorging. „Intermezzo-Ein Kunstwettbewerb für Schulen und Künstler im Main Taunus Kreis“ findet nun bereits im 3. Jahr statt.Veranstalter ist der Kreisausschuss / Schule und Kultur.
„Das Terrarium“ beschreibt mit den dynamischen Mitteln des Tanztheaters eine fiktive und provokative Zukunftssituation und versucht nonverbal eine ebenso poetische wie satirische Sichtweise. In einer kühlen Scifi-Terrariumssituation leben, spielen, schlafen, tanzen, kämpfen Menschen, die eigentlich lieber frei wären. Sie sind aber gefangen und müssen sich selbst organisieren. Dabei passieren allerlei actionreiche Ereignisse bis es dann doch gelingt zu fliehen.
Die 13 engagierten Mädchen und Jungen haben bei diesem Projekt Neuland erobert, und stehen zum Teil das erste Mal auf der Bühne. Aber auch erfahrene Bühnenkinder sind dabei. Andrea Simon wird mit Ihrem TANZPLAN Technik-Team für alles Weitere sorgen. So kann nichts mehr schiefgehen.
Die Inszenierung wurde mit den Kindern zusammen um einen kleinen Film erweitert, der die Präsentation abschließt. Die 30 minütige, unterhaltsame Aufführung auf der schuleigenen Bühne der Aula (400 ansteigende Sitzplätze, Bühne: 13m x 5,5m)schließt das 3-monatige Wahlunterrichtsprojekt ab und ist für Publikum ab 7 Jahren geeignet. Am Sa. 30.11.2013 um 18:00 Uhr.

Inhalt Programm: Im Jahr 3013 gibt es auf dem Planet Erde keine wildlebenden Menschen mehr. Mutanten, die Terrarianer haben den Planeten erobert. Zum Zeitvertreib halten sie sich Menschen, die jung und nett an zu sehen sind, in spartanisch ausgestatteten Terrarien. Dort sind diese weitgehend sich selbst überlassen, erhalten Wasser und Nahrung, und müssen sich darüber hinaus selbst um ihre Tagesgestaltung bemühen. Das erfordert natürlich sehr strenge Regeln. Aber auch Ideen.
Was passiert jedoch, wenn da was aus dem Ruder läuft?
Typisch menschliche Dinge zum Beispiel, können auch im Terrarium passieren.
Und was ist der sehnlichste Wunsch der Terrariumsbewohner?
Natürlich Frei sein.
Werden sie es irgendwie schaffen?

Eine Veranstaltung der Gesamtschule Am Rosenberg, 65719 Hofheim, die am 30. November 2013 auf der großen Bühne der Aula der Gesamtschule vor ca. 250 Zuschauern stattfand.
Besprechung in der Hofheimer Zeitung:
http://www.hofheimer-zeitung.de/nachrichten/kultur/der-traum-von-freiheit_13682323.htm


 
Projektauslöser/Idee:
Andrea Simon kannte 3-4 der Schüler aus ihren außerschulischen Tanzprojekten. Diese wollten gerne an ihrer Schule ein Tanztheaterprojekt realisieren. Die Wettbewerbe "Intermezzo 2013" und "Kinder zum Olymp 2013/14", als zusätzliche Motivation, standen an und passten gut in den Zeitrahmen. Der Schulelternbeirat beförderte die Idee der Kooperation ebenso wie die begleitende Lehrerin u. der Schulleiter.
Die Ausgangsidee zu "Das Terrarium" entstand ursprünglich beim Begehen der Schule, die über mehrere bepflanzte Lichthöfe verfügt. Diese sind jedoch nach oben offen und waren saisonal bedingt nicht bespielbar. So wurde es doch ein Bühnenkonzept. Die Idee hatte die Künstlerin.
 
Projektentwicklung:
Vorbereitet wurde das Projekt wie folgt: Andrea Simon schrieb das künstlerische Konzept und skizzierte den zeitlichen Ablauf. Die Vorsitzende des Schulelternbeirats, sowie eine Elternvertreterin und die Lehrerin Frau Kampschroer packten das Vorhaben mit der Schulleitung logistisch in trockene Tücher und kümmerten sich um die Finanzierung, die Probenraumfrage und weitere Terminierungen. Mithilfe eines Infozettels gab es bereits vor den Sommerferien eine Infostunde zu der zunächst 20 begeisterte Kinder erschienen, die auch gerne mitgemacht hätten. Nach den Ferien wurde die AG auf einen anderen Tag verlegt und die Gruppe musste/konnte sich neu finden, z.B durch die neu dazugekommenen 5.-Klässler.
Schon in der ersten Stunde wurde losgelegt mit Ensemblebewegungen und solistischen Improvisationen. So konnte man sich kennen lernen, Körperkontakt probieren, erste Grenzen spüren und erfahren, wie leicht diese zu überwinden waren (Peinlichkeitsgefühle, Versagensängste fallenlassen. etc). Die Kinder waren mutig, interessiert und bereit für das Abenteuer Tanz und Bewegung. Außerdem erhielten sie eine Grundstruktur für das zu erarbeitende Stück, und Anweisungen wie geprobt wird (Klare Szenenvorgabe, Darstellung-und Interpretations-möglichkeiten offen, Choreographisches Arbeiten zu Musik, wahrscheinlich keine Textarbeit, Improvisation, Einbringen persönlicher Kompetenzen etc., diszipliniertes Proben). Wegen des Zeitmangels (nur etwa 3 Monate) wurde viel durch die Künstlerin vorbereitet (Bühnenbild, Kostüme, Choreographie, Filmeinstellungen, Drehplan, etc.), was unter anderen Umständen evtl. mit noch mehr Beteiligung der Kinder geschehen wäre. Nichts desto trotz konnten sie sich immer einbringen. Das taten die Kinder auch sehr gerne. Sie schlugen inhaltliche Abläufe vor die ausprobiert und ggf. übernommen wurden und schlugen Bewegungsabläufe vor. Vieles geschah spontan im Spiel und wurde von Andrea Simon herausgefiltert und eingebaut. Jedes Kind hatte seine spezielle kleine oder größere Einzelaktion, die es aus der Gruppe hervorhob und mit zusätzlicher Verantwortung versah. Typisch- und atypisch Kindliches fand seinen Weg in die Inszenierung. Individuelle Kompetenzen, z.B auch aus sportlichen Bereichen, wurden geprüft, und die Kinder konnten lernen, dass ein Sprung oder ein Flic Flac auch mit etwas mehr Körperbewußtsein ausgeführt werden kann. So entsteht beim alltäglichen Gehen und Stehen bis zum athletischen Sprung mehr Eleganz, Bewegungsfluß, Bewußtheit und Präsenz. Erst damit wird es bühnentauglich. Inhaltlich fanden auch immer begleitend Gespräche zum Thema "Eingeschlossen sein, Protestbewegung und Freiheitsbedürfnis" statt. Ein ganz wichtiges und heißes Thema für die Kinder. Sie schauen weit über den Tellerand aus Hausaufgaben und Hobbystress hinaus. Dabei zeigten die Kinder sich enorm gut informiert vom Weltgeschehen. Es war fast bedrückend von 10-12 Jährigen zu hören, wo überall in der Welt Proteste und Revolten nach gesellschaftlicher Wandlung verlangen. Bei allem Ernst war dann doch zum Schmunzeln als ein Kind meinte, auch in Sibirien tobe ein großer Krieg aufgrund von Protesten. Nach irritierter Nachfrage stellte sich heraus, dass es um Syrien ging.........!
Auf jeden Fall hatte "Das Terrarium" mit seinem Thema ins Schwarze getroffen!
Frühzeitige Kostümproben/Einkäufe etc. mussten in die wenige Probenzeit gequetscht werden, denn das geplante inkludierte Videoprojekt sollte noch in der halbwegs warmen Jahreszeit gedreht werden, nach nur 3 Proben. Aber auch das war eine überraschend positive Erfahrung für Alle, vor allem für das hoch motivierte Kinderensemble.
Nach 6 Proben stand grob das Stück und man konnte sich der feineren Arbeit widmen. Viele Inszenierungsideen mussten noch viel klarer motiviert und authentischer ausgeführt werden. Ensemblechoreographien mussten recht oft geübt werden, damit ein gemeinsames Bewegen zur Musik möglich wurde (Szenen: Frühsport, Protest-Bewegung, Hungertanz). Den individuellen Vorgeschichten aller einzelnen Kinder wurde die Inszenierung trotzdem gerecht. Unruhige Kinder konnten eher solistisch, improvisatorisch eingesetzt werden. Konzentrationsfähige und physisch gut koordinierte Kinder führten dafür die Choreographien pour Tous an. Viele kleine Nebenaktionen wurden durch die Kinder etabliert. In der Improvisation waren alle stark! Die Gruppe war extrem ideenreich und hatte viel szenische Fantasie. Das soziale Miteinander war kraftvoll und entwickelte sich prima.
Auch bei dem Videoprojekt hat das Ensemble hervorragend miteinander agiert. Es gab klare Szenenpläne und mittlerweile waren alle in ihren Rollen angekommen und spielten optimal konzentriert mit. Eines der Kinder hatte eine kleine Kamera eingebracht mit der er gefilmt hat. Dieser Junge, Julius Weck, hat mit Andrea Simon den Film dann auch gekonnt mit seinem i-mov Programm geschnitten. Insgesamt war positiv zu sehen, dass immer öfter egoistische Bedürfnisse zurückgestellt wurden, zugunsten des gemeinsamen Arbeitens. Am Ende war es ein überraschend homogenes Ensemble. Das gesamte Ensemble und Andrea Simon wurde fantastisch von den Familien der Kinder in allen Fragen unterstützt (Probenbegleitung, Begleitung der Dreharbeiten, Transporte, Bühnenauf/abbau, Finanzierung der Fotodokumentation durch einen professionellen Fotografen, Amateur-Videoaufzeichnung).
In die finanzielle Abwicklung waren involviert: Die Schule, Der Schulelternbeirat, der Förderverein der Schule, alle als Ansprechpartner für die Künstlerpartnerin Frau Simon.

Am Ende des intensiven Projekts stand die Aufführung. Am gleichen Tag fand ebenfalls die Generalprobe statt. Und auch hier wurden noch Anpassungen der Choreographie vorgenommen, die die Kinder überraschend problemlos bewältigen konnten. Um 18:00 Uhr war es dann soweit. Der Vorhang ging auf. Es war unglaublich! Praktisch kein Fehler, synchron getanzt, authentisch gespielt, Problemchen bewältigt, 30 Min. in der Rolle geblieben, kein einziger privater Moment. 13 klasse Vollblutdarsteller/Tänzer. Es war nicht nur beeindruckend. Es war berührend und sehr Respekt einflößend, wie das Kinderensemble im Rahmen seiner Premiere alles auf den Punkt brachte. Die Beifallsstürme und die anschließende Zuschauerdiskussion brachten große Begeisterung, Bewunderung und Interesse zum Vorschein.(siehe Anekdotisches) Die Kinder waren am Ende einer durchaus fordernden Projektphase sehr stolz und selbstbewußt. Mit Recht!

 
Besonderheiten:
Andrea Simon ist eine sehr erfahrene und mehrfach ausgezeichnete Choreographin und Regisseurin. Über viele Jahre hat sie einen unverwechselbaren Stil entwickelt, der sich eher dem Erzählmoment widmet als der einzelnen, ausgefeilten tänzerischen Bewegung. Es war etwas absolut Besonderes diese Künstlerin gewinnen zu können, die eher nicht im Bereich Schultheater tätig ist, denn das ist ja für diese aufwendige Kunstform eher ein schwieriger Arbeitsrahmen.
Die besondere Leistung bestand vor allem auch darin, in der unglaublich kurzen Zeit ein so hohes Niveau zu erreichen, in dem trotzdem jedes einzelne Kind besteht und auf der Bühne völlig natürlich agiert. Vor allem Kinder, die noch nie eine Bühne betreten hatten.
Über die Bühne hinaus war es ein Ziel in jedem Kind Spuren zu hinterlassen. Im Bereich der Imagination, des Vorausdenkens, des Körperbewußtseins, der Selbstsicherheit, des Erlebens von Tanztheater als Kunstform am eigenen Körper und der Teamfähigkeit mit ihren Aspekten der Verlässlichkeit und des gemeinsamen Flows.
Die gewählte choreographische Form war ein actionreiches Tanztheater, das auch zunächst als Aktionstheater AG ausgewiesen wurde um zögernde Kinder, und vor allem auch Jungs, nicht zu verschrecken. Wie immer brachte Frau Simon Ihren interdisziplinären Ansatz ins Spiel durch das wandelbare Bühnenbild und den mit den Kindern gedrehten Film, der dann ins Bühnengeschehen integriert wurde und das spannende I-Tüpfelchen der Aufführung darstellte. Zu guter letzt war es auch das anspruchsvolle Thema, was die Produktion für diese Altersklasse (10-12 Jahre) zu etwas Besonderem machte.
Offenbar ist hier eine Liebe für das Tanztheater entstanden, denn viele der teilnehmenden Kinder haben sich dafür entschieden, außerschulisch mit Andrea Simon und TANZPLAN weiter zu arbeiten. Eine überarbeitete Version von "Das Terrarium" folgt im Oktober 2014, dann mit dem TANZPLAN Kinderensemble, als städtische Veranstaltung im Rahmen des Kindertheaterspielplans der Stadt Hofheim am Taunus.
 
Probleme und Lösungen:
Ein Problem, und gleichzeitig Herausforderung, war die Kürze der Zeit für das Projekt. Der knappe Zeitrahmen war durch den Wettbewerb "Intermezzo 2013 /Kunstwettbewerb im Main Taunus Kreis" vorgegeben, an dem dieses Projekt ebenfalls teilnahm und ausgezeichnet wurde. Andrea Simon wollte ein hohes Niveau mit ungewöhnlichen Ergebnissen erreichen und beschloss daher zusätzliche Proben einzurichten und auch die Dauer des Stücks auf das Notwendige zu beschränken. Dafür wurden einige Feiertage und Wochenenden genutzt. Dabei heraus kam eine 28 min. Inszenierung plus eines 1,5 Min. Videos.

Ein weiteres Problem war die strenge Zeit-Handhabung innerhalb der Schule. Die AG fand Mittwochs von 15:00-16:30 Uhr statt. Eine Übertretung von wenigen Minuten war nur unter Stress möglich, da um 17:00 Uhr das Schulgelände unverzüglich geschlossen wurde und leer sein musste. Dafür haben sehr vehemente Hausmeister gesorgt....... Das hieß meist: fließende, künstlerische Entwicklungsprozesse, oder Einüben der Choreographien, abrupt abzubrechen. Sowas ist immer schwierig. Das war auch eine Art konkreter "Terrariumserfahrung". Zusätzliche Probezeiten innerhalb der Schule konnten leider nicht zur Verfügung gestellt werden. Sie wurden deshalb andernorts organisiert.

Zu guter Letzt war es neu für diese Schule mit einem externen professionell arbeitenden Künstler (der darstellenden Künste) zusammen zu arbeiten, was komplett neue Erfahrungsräume bedeutete. Vor allem logistisch und kommunikativ. Das war streckenweise für beide Seiten kompliziert. Zum Glück gab es aber einen überaus offenen und engagierten Schulleiter, der, zusammen mit der begleitenden Lehrerin, dann für einen wirklich angenehmen und reibungslosen Ablauf sorgte.
Zitat Schulleiter R. Richter: „Die Tanzvorführung war für mich ein unvergessliches Erlebnis. Leider zu kurz, denn ich hätte gerne noch länger zugeschaut, so gebannt war ich vom Geschehen auf der Bühne / im Terrarium.“
Alle Kinder die an dem Projekt teilnahmen, erhielten im Hj-Zeugnis dafür eine 1, sowie einen Punkt für diese AG im Wahlunterricht. Die Auszeichnung des Intermezzo Wettbewerbs in Form einer Urkunde überreichte der Schulleiter persönlich jedem Kind bei einer schönen Veranstaltung vor allen 5., 6. und 7. Klassen in der Aula der Schule.

 
Anekdotisches:
Hier einige Kinderkommentare. Zunächst von einigen "Tänzer/innen":
Lea 11 J.: "Ich fand es sehr schön, manchmal war es auch anstrengend. Ich fand das auch mit den verschiebbaren Platten schön, das war eine gute Idee. Es fühlte sich auch witzig an, unter den "Spinnweben"."
Julius 11 J.: "Ich fand es gut, dass Max und ich eine Fenster-Putz-Aktion gemacht haben. Selbst ausgedacht! Am Anfang war das Fensterputzen witzig gemeint, doch dann wurde es eher bedrückend, weil die Herrscherszene so bedrückend war. Hat aber Spaß gemacht."
Max 11 J.: "Ich fand die Proben gut und die Aufführung spitze. Ich habe so etwas zum aller ersten Mal erlebt. Weil ich begeistert bin, möchte ich auch bei Tanzplan mitmachen um mich dadurch auf die Probe zu stellen (zwinker)."
Lena 12 J.: Das Terrarium war sehr cool und erfahrungsreich. Ich hatte das Anfangssolo, das einerseits interessant und spannend war, und andererseits auch schwierig. Das Proben hat Spaß gemacht, weil man seine eigenen Ideen mit ein bringen konnte und weil man zusammen halten musste. Ich habe die anderen Kinder dabei besser kennengelernt. Generell waren die Proben immer lustig. Als wir den Film im Wald gedreht haben, hatten wir viel Spaß und waren gleichzeitig immer konzentriert. Manchmal waren dann bei den Proben einige nicht mehr konzentriert. Das fand ich blöd."
Anna Noelle 10 J.: "Die Proben haben von Anfang bis Ende viel Spaß gemacht und es war sehr aufregend vor so vielen Leuten aufzutreten. Ich bin sehr froh mitgemacht zu haben."
Melina 12 J.: "Am meisten hat mir die Hungerszene Spaß gemacht. Ich würde es gerne nochmal vorführen oder ein anderes Theater mit dieser Gruppe vorführen."
Moritz 12 J.: "Ich fand es toll etwas Neues auszuprobieren.
Es musste viel geübt werden, um synchron zu sein. Über den Applaus habe ich mich sehr gefreut! Die Idee mit den hoch- und runter schnackenden Flaschen war gut. Ich fand es toll auch mal den Bösen (Nr.1)zu spielen. Eine Herausforderung dabei war, nicht Lachen zu dürfen."
Anna 10 J.: "Es hat mir sehr gut gefallen. Ich fand es aber auch anstrengend, deswegen hat es ja Spaß gemacht.
Die Proben nach der Schule,zwischendurch die Proben,die Generalprobe und die Aufführung haben richtig Fun gemacht. Dadurch hatte ich zwar weniger Zeit für meine Hobbies Schwimmen und Klavier, aber dafür hat es sich gelohnt."

Nun einige Kinder-Zuschauerstimmen aus dem Gästebuch(Auszüge):
Lilia 8 J.: Ich fand es faszinierend wie sie aufgewacht sind, und wie das Terrarium dann im Wald war und einen Unterschlupf gebaut hat. Die Musik hat gut gepasst.
Hanna 9 J.: Es waren zwei Lebewesen im Terrarium ausgestorben, die anderen hatten alle eine eigene Nummer. Ich mochte, dass es ein gutes Ende gab und sie in die Freiheit gekommen sind."
Anna 10 J.: Lena hat am Anfang so einen schönen Tanz getanzt. Die Musik dazu fand ich auch gut. Es war auch spannend wie die Menschen in dem Terrarium gelebt haben. Was für die Leute dort normal war, wäre bei uns wie im Gefängnis. Die GANZEN Dinge, die sie gemacht haben fand ich schön!!! Vor allem wenn sie immer aus den Trinkflaschen getrunken haben. Am Ende war der Film auch toll. Die Erwachsenen, die neben uns saßen, haben bei dem Film auch gesagt: "Jetzt sind sie endlich frei!!!". Ich finde, dass man für das Theaterstück auf jeden Fall GANZ viel Geld einnehmen könnte, weil es soooooo schön war."
Céline 11 J.: Besonders lustig fand ich die Idee mit den Trinkflaschen. Die Musik war fantasievoll. Die "Spinnweben", da dachte ich zuerst, dass die auf dem Dachboden sind. Die Kostüme waren Weltraumanzüge."
Kara 12 J.: " Gut, dass manche ein Solo hatten."
Robin 11 J.: "...schön, weil die Darsteller gut zusammen"gearbeitet" und getanzt haben. Dass Menschen in einem Terrarium leben und jeder eine Flasche und ein Töpfchen mit Essen hat, fand ich auch sehr interessant. Die kurzen Soloeinsätze fand ich sehr persönlich und cool."
Henriette 11 J.: "...toll getanzt (dafür, dass sie nur 2,5 Monate fürs Proben hatten). Ich fand auch die Fläschchen süß, und das "Weibchen", das nicht aufhören wollte zu trinken."
Luca 15 J.: "Mir hat "Das Terrarium" so gut gefallen,weil ich es beeindruckend finde, wie die Schüler das Thema des "Gefangenseins und Ordnen in einer Gesellschaft" tänzerisch umsetzten. Es war toll, mit an zu schauen, wieviel Spaß sie bei dem Auftritt hatten und mit welcher Überzeugung sie getanzt haben."
Pauline 18 J.: "Das Terrarium erinnert an "Lord of the Flies" von William Golding. Als Tanz besticht es mit wunderbarer Musik, eindrücklichen und faszinierenden Bildern und ausdrucksstarken Tänzer/innen."