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Schattentheaterszene "Durchbruch"
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Jasmin beim Ausfüllen des Handschriftsformulars
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Lucas informiert sich über "Kinder zum Olymp"
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Adrian in der Hausmeisterrolle während der Theateraufführung
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In der Stadtbibliothek Trier, Abteilung Leichte Sprache
LEBEN IM OFF - Von der Gleichheit der Träume
Schule:
Levana-Schule Schweich
Bernhard-Becker-Str. 6
54338 Schweich
Tel. 06502/930920
Fax: 06502/995401
www.levana-schule-schweich.de

Förderschule/Sonderschule / Gebundener Ganztag
 
Kooperationspartner:
Institut für Theater- und Medienwissenschaft
Friedrich-Alexander Universität Erlangen-Nürnberg
Herr M.A. André Studt
Bismarckstr. 1
91054 Erlangen
Tel.: +49 (0)9131 8529236
Fax: +49 (0)9131 8529238
www.theater-medien.de


Roman De Giuli
Dozent für Medienpraxis am Institut für Theater- und Medienwissenschaft.
Tätigkeitsbereich: Projektseminare und technische Übungen für die Bereiche Video & Audio; Konzeption, Planung & Umsetzung für Film, Fernsehen und Hörfunk.
Bismarckstraße 1
D-91054 Erlangen
Telefon: (09131) 85-29395
Fax: (09131) 85-29238
www.theater-medien.de

Gerd Budschigk
Technischer Inspektor Experimentiertheater
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen/Nürnberg
Bismarckstraße 1
D-91054 Erlangen
Tel.: (09131) 85-22508

Georg Pöhlein
Fotograf
Institut für Archäologie der Universität Erlangen-Nürnberg
Kochstr. 4/19
91054 Erlangen
Tel: 09131 - 8524791


Stadtbibliothek Palais Walderdorff
im Bildungs- und Medienzentrum
Gertrud Stelter
Dipl. Bibliothekarin
Domfreihof 1b
54290 Trier
Tel: 0651/718-2420
54290 Trier
www.stadtbibliothek-walderdorff.de

Birte Müller
Autorin und Illustratorin, Hamburg
www.illuland.de

Jugendkunstschule Pink Painter
der Europäischen Kunstakademie Trier
Frau Dr. Gabriele Lohberg
Aachener Str. 63
54294 Trier
www.pink-painter.de
www.eka-trier.de

Marion Schwagers
Dipl. Designerin FH, Illustratorin
Dozentin für Mappenvorbereitung, Zeichnung und Buchkunst
Köln
www.marion.schwagers.de

"Die Buchhändler"
Thomas Brausch, Kordula Kreitz-Brausch
Unter Mastein 2,
54338 Schweich
www.diebuchhaendler-schweich.de/
Tel.06502/9388560
Fax.06502/ 9388561


 
Beteiligte Schüler:
30
30 Schüler und Schülerinnen der Werkstufenklassen,
10. - 12. Schulbesuchsjahr
10 Schüler und Schülerinnen des Schattentheaterensembles
10. - 12. Schulbesuchsjahr
 
Beteiligte Lehrkräfte:
NeunCarlos Malmedy; Theater, Kunst, Werken, Neue Medien,Musik,Daniela Konz; Theater, Deutsch,Musik, Religion,Sozialkunde,Susanne Gerten; Tanz, Deutsch, Kunst,Monika Annen; Deutsch, Tonwerken, Ina Smits; Deutsch, Religion, Arbeitslehre,Karina Zyball; Textiles Gestalten, Nadine Pitsch-Meiers; Religion, Anja Esch; Religion, Kunst,Textiles Gestalten,Joschi Krämer; Deutsch, Werken
 
Stundenvolumen:
Oktober 2012 - Dezember 2014
7 Wochenstunden Schattentheater über 2 Schuljahre
Arbeitslehreprojekt "Wir illustrieren und schreiben und gestalten eigene Bücher" über drei Wochen im März 2014
mit Illustratorin Marion Schwagers, Köln
Deutschunterricht 4 Stunden wöchentlich
Kunstunterricht 4 Wochenstunden
Werkunterricht 4 Wochenstunden
Medienunterricht 2 Wochenstunden
Lebenskunde 2 Wochenprojekt Februar 2014
Musikunterricht 2 Wochenstunden und 3 Projekttage im Tonstudio im Januar 2013
Tonwerken 4 Wochenstunden
Tanzsportunterricht 3 Wochenstunden
7 Exkursionsfahrten nach Erlangen durchschnittlich 3 bis 5 Kalendertage
7 Tagesexkursionen zur Stadtbibliothek Trier
 
Vorstellung und Kurzbeschreibung:
"Die Menschen können sehr verschieden sein, aber ihre Träume sind es nicht!"
Jens Peter Jacobsen, Schriftsteller, (Dänemark, 1847 - 1885).

Studierende der Theater- und Medienwissenschaft und Theaterpädagogik der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen/Nürnberg und SchülerInnen der Levana-Schule, einer Schule mit dem Förderschwerpunkt ganzheitliche Entwicklung begegnen sich, lernen sich kennen und respektieren, entwickeln und spielen ein Schattentheater-Stück mit emotionaler Tiefe, bewegenden Träumen/Wünschen und unverrückbaren Realitäten.Diese Kooperation thematisiert die unterschiedlichen Wahrnehmungen und Ausgestaltung von Lebenswelten; das Leben der Studierenden ist für die Schüler dabei genauso unbekannt wie umgekehrt die Teilhabe von Menschen mit Handicap an unserer Gesellschaft für die vermeintlich ‚normalen’ Menschen oft im Dunkeln bleibt. Um dieses besondere inklusive Projekt einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen, entsteht eine Publikation (ein Bilder-Lese-Buch mit Medienbeigabe und leichter Sprache), die die Zusammenarbeit von Universität und Schule dokumentiert und beweist zu was SchülerInnen mit ganzheitlichem Förderbedarf zu leisten vermögen, wenn die Rahmenbedingungen stimmen. Sie schreiben ihr eigenes Buch „LEBEN IM OFF – Von der Gleichheit der Träume“, lernen es mit ästhetischen Mitteln zu gestalten und profitieren von den außerschulischen Experten, Institutionen und Kooperationspartner.
Ein Buch, das mehr sein möchte, als eine Schritt für Schritt-Anleitung zur Entwicklung eines Stücks im Format Schattentheater.
Ein Buch, das mehr sein kann, als eine bloße Aufzählung von Gesehenem, Entwickeltem, Reflektiertem und wieder Verworfenem.
Ein Buch, das mehr sein wird, als ein weiterer Beitrag im Ringen um Inklusion von Menschen mit ganzheitlichem Entwicklungsbedarf in unserer Gesellschaft.
Ein Buch, das sein muss, weil es geprägt ist von einem echten Miteinander, von einem Zusammentreffen von Intelligenz und Emotionalität auf Augenhöhe, von Träumen und Ängsten, die uns alle miteinander verbinden, wer immer wir auch sind, was immer uns auch einzigartig sein lässt. Es ist geprägt von dem Versuch, neue gemeinsame Wege in der kulturellen Arbeitswelt zu gehen und damit aufzurütteln und neue Türen und Möglichkeiten zu entdecken.
Doch bis zu diesem Entwicklungspunkt dieses ganzheitlichen, handlungsorientierten, interdisziplinären und Lern- und Arbeitswelten entdeckenden Projekts ist schon ein weites Stück Weg mit vielen Abzweigungen, Umwegen und auch Sackgassen gegangen worden, die hier nun dargelegt werden.
Das Ende unseres vorangegangenen Projekts „Was guckst du?!“, die daraus entstandene Weiterentwicklung der Fragen und Aussagen zum Leben von Menschen mit und ohne Behinderung und der unbedingte Wunsch der SchülerInnen doch bitte in absehbarer Zeit die Studierenden wieder zu treffen und mit ihnen „was zu machen“, gaben den Startschuss zur neuen Idee „Leben im OFF“. Dabei war von vorneherein klar, dass es aufgrund der fantastischen und unerwarteten Erfahrungen beim Projekt „Was guckst du?!“ erneut die Entwicklung eines Stückes mit den Mitteln und Möglichkeiten des Schattentheaters werden sollte. Der Arbeitstitel „Leben im OFF“ wurde von beiden Gruppen auf unterschiedliche Art und Weise mit Leben gefüllt. Ideen, Lebensträume, Visionen, Ängste der Studierenden und der Levana-SchülerInnen wurden in ihren Gemeinsamkeiten und Unterschieden beleuchtet, jeder in seiner ihm vertrauten Umgebung. Für die SchülerInnen mit ganzheitlichem Entwicklungsbedarf bedeuteten diese abstrakten Fragestellungen eine besondere Herausforderung. Was ist ON und was ist OFF? Eine sehr konkrete und greifbare Erarbeitung fand statt und transportierte bei einigen Schülern starke Emotionen an die Oberfläche. ICH in meinem konkreten Dasein, mit allen Vor- und Nachteilen, ICH in der Wechselwirkung zu meinem direkten Umfeld (Familie, Freunde, Schule …)… Immer tiefgreifender wurde die Befragung des eigenen Daseins, der eigenen Möglichkeiten und Vorstellungen vom Leben. In den Fächern Religion und Deutsch wurden Bindungsintensitäten grafisch dargestellt: Grün für die positiven Beziehungen und rot für negativ besetzte Verbindungen. Die stärksten und intensivsten Texte der SchülerInnen entstanden vor allem in für sie emotional schwierigen Situationen und zeugten von großem Vertrauen und Respekt. Im Folgeschritt konnten die sehr persönlichen Erkenntnisse mit den fiktiven Begriffen ON/OFF in Verbindung gebracht werden. Ariane gelang eine sehr treffende Definition für ON/OFF, die für alle SchülerInnen und im weiteren Verlauf auch für die Studierenden die Grundlage für den Aufbau des Stückes bildete.
„ON ist, wenn es hell ist, wenn man mich sieht, wenn es mir gut geht. OFF ist, wenn es dunkel ist, wenn ich nicht da bin, wenn es mir schlecht geht.“
Ab diesem Zeitpunkt konnte eine Verbindung zur kreativen und theatralen Aufarbeitung geschaffen werden. Das Aufbrechen der teils starren Schulstrukturen, die sehr vertraute Kooperation mit der Abteilung Theater-und Medienwissenschaft/Theaterpädagogik an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen/Nürnberg und damit die Eröffnung neuer Lernwelten beinhaltete die große Chance, diese teils hoch abstrakten Gedanken in konkrete Bilder umzusetzen und dadurch regelrecht greifbar werden zu lassen.
Bei jedem Treffen in Schweich oder in Erlangen wurden neue Türen geöffnet, standen weiterführende Fragen im Raum. Schüler und Studierende führten gegenseitig Interviews durch, entwickelten neue Bilder/Durchbrüche und Assoziationsmöglichkeiten. Doch wie gehen wir mit dem neu gewonnenen Wissen um, was machen wir damit, was macht es mit uns? Die Metapher der Playmobil-Figuren als Stellvertreter für uns als Person hielt Einzug in die Entwicklung des Stückes. Wer bin ich? Wer will ich sein? Welche Playmobil-Figur ist mein Platzhalter? Für die SchülerInnen war der Bezug sehr real und klar. Denis wählt eine Playmo-Figur mit Hemd und Krawatte, weil er sich gerne schick kleidet, Ariane wählt eine Mädchenfigur, weil sie kleine Kinder mag, Danny wählt einen Landwirt, weil er gerne Traktor fährt … Bei den Studierenden geschieht die Wahl unter Fokus der Traumwelten. Pia wählt einen kleinen Prinzen …, Anna einen Astronauten …, Julia einen Piratenjungen …
Immer wieder wurden und werden eingeschlagene Wege geändert und/oder verlassen.
In einem Film-Projektseminar mit Roman de Guili und 15 Studierenden, wurde gezielt die Arbeit der Theatergruppe mit Filmkameras dokumentiert, ein professioneller Filmmitschnitt der Aufführung erstellt sowie die teilhabenden Persönlichkeiten porträtiert und interviewt.
Die Musik zum Theaterstück stammt zum Teil von der Musikband Station 17, die aus behinderten und nichtbehinderten Musikern besteht. Die anderen Musiktitel sind mystisch klingende Klangteppiche, die unsere SchülerInnen Im M.o.S. Recording Studio in Bitburg, unter der fachlichen Anleitung von Andreas Heinen, komponiert und digitalisiert worden sind. Das Kooperationen ein Gewinn für beide Seiten sind, zeigt sich in beispielhafter Weise in der technischen Unterstützung die unsere Schüler durch Gerd Budschigk, den Technischen Inspektor des Experimentiertheaters erfahren. Er hilft unseren SchülerInnen beim Aufbau der Technik und berät sie, wie man Szenen die im ON ablaufen am Optimalsten beleuchtet und welche Scheinwerfer und Theaterlampen dafür benötigt werden. Andererseits ist er vollkommen angetan vom Knowhow der SchülerInnen was Schattentheatertechnik angeht und lässt sich vom Medium inspirieren. Für die Aufführungen in Schweich stellt uns das Experimentiertheater die benötigte Technikausrüstung wie selbstverständlich zur Verfügung, ohne die es nur schwierig wäre das Theaterstück im Bürgerzentrum unserer Stadt und in den anderen Orten aufzuführen.
Immer wieder begegnen uns neue interessante Menschen. Im gemeinsamen Gedankenprozess öffnen sich weitere Korridore der Kooperation, die die Gedankengänge der Schüler und Studierenden auf eine neue Ebene heben, in dem sie z.B. durch Texte von Birte Müller (Autorin, Illustratorin und „betroffene“ Mutter), durch die Zusammenarbeit mit der Stadtbibliothek Trier, bei der die Mittel der einfachen Sprache auch für abstrakte und komplizierte Vorgänge und rein mentale Prozesse verdeutlicht werden, durch die Zusammenarbeit mit einem ambitionierten Fotografen Georg Pöhlein, der den Zauber des Augenblicks in unsagbar starken Bildern einfängt, denn wo uns die Worte fehlen, spricht das Bild und wo Wort und Bild (auch in einfacher Form und Sprache) aufeinandertreffen, entsteht eine Aussage, die gesellschaftlichen Einfluss hat, die bisher verborgene Gedanken und Fragen der echten Inklusion, der Formen möglicher Teilhabe aller an unserer Gesellschaft an die Oberfläche, ins ON trägt und somit zu Diskussion und Weiterentwicklung nicht nur im Kleinen anregt, sondern beginnt, zunächst enge, aber zusehends wachsende Kreise zu ziehen.
Im Verlauf des Projekts zeigen die SchülerInnen auffällig viel Interesse für Publikationen der Sonnenuhr e.V. Berlin und ihr Theater RambaZamba. Die Bücher haben die SchülerInnen nach einer beeindruckenden Aufführung des Theaters RambaZamba (seit zwanzig Jahren begeistern behinderte Schauspieler mit ihrer professionellen Kunst) in der Kulturbrauerei Berlin entdeckt und in unsere Theaterbibliothek in der Schule ausgestellt. Wir besprechen die Bücher im Unterricht und die SchülerInnen beginnen Vergleiche zu ihrer eigenen Theaterarbeit herzustellen. Auf Fotos erkennen Sie Theaterstücke und interpretieren die abgebildeten Fotos der Schauspieler, erinnern sich an die spannende und fesselnde Aufführung, spielen und sprechen darüber. Einige SchülerInnen lesen die Texte, erachten diese jedoch für zu kompliziert und schwierig. Wir nehmen diesen Moment und Anlass als Startpunkt einer einmaligen Chance, statt der üblichen Dokumentationsformen (Katalog, Broschüre, etc.) ein gebundenes Buch, in einer entsprechenden gedruckten Auflage nicht nur unseren Schülern, Eltern und Kollegen, sondern einer allgemeinen Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Hier arbeiten unsere Schüler als Autoren mit und Schreiben ihre Texte in „leichter Sprache“. Somit entsteht das Buch "Leben im Off - Von der Gleichheit der Träume", das sowohl in „normaler Sprache“ als auch in „leichter Sprache“ erscheinen wird und gezielt alle Menschen mit Leseschwäche in unserer Gesellschaft ansprechen wird. Wie spannend es wird, hätten wir nicht für möglich gehalten. Für unsere akademischen Kooperationspartner ist es völlig neu, die Dinge „einfach“ zu beschreiben, es stellt für sie eine große Herausforderung sich hier in nicht wissenschaftlicher „Alltagssprache“, auszudrücken. Um den Schülern einen Einblick in die Buchkunst zu geben und ihnen damit die einzigartige Lernmöglichkeit zu ermöglichen ein eigenes Buch künstlerisch zu kreieren, gewinnen wir die Jugendkunstschule „Pink Painter“ Trier, als weiteren Kooperationspartner hinzu. Frau Dr. Gabriele Lohberg, Leiterin der Europäischen Kunstakademie Trier, vermittelt uns die Buchkünstlerin und Illustratorin Marion Schwagers. Im Arbeitslehreprojekt lernen die Schüler gemeinsam mit uns Lehrkräften unter der Regie von Marion Schwagers, Möglichkeiten und kreative Wege der Buchgestaltung. Alle Schüler sind am Schluss des Arbeitslehreprojekts im stolzen Besitz ihres eigenen, einzigartigen mit Schülertexten, Schülerüberschriften und Schülerzitaten spannenden Buches. Alle sind individuell und beeindruckend gestaltet. Jedes Zitat und jede Überschrift wird mit der eigenen digitalisierten Handschrift eines jeden Schülers im Buch gedruckt. Hier erkennen unsere Schüler wie spannend es ist Bücher zu schreiben und zu gestalten – es ermöglicht ihnen aber auch den Vergleich zwischen dem großen Projekt „LEBEN IM OFF – Von der Gleichheit der Träume“ und den individuellen Unikaten zu ziehen. Hier das Unikat, ein einzigartiges Kunstwerk, mit höchst individuellen Charakteren und dort die große Auflage mit gleichem Erscheinungscharakter und als Resultat aller am Projekt Beteiligten, im DIN A 4 Format, publiziert im Verlag FAU University Press, Erlangen. Eine Exkursion in die Buchdruckerei ermöglicht den Levana-Schülern den spannenden Einblick in den Buchentstehungsprozess. Die gemachten praktischen Erfahrungen und Ergebnisse während des Arbeitslehreprojekts, fließen in den Redaktions-Konferenzen mit ein und räumen somit den Schülern im Layout des Buches ein großes Mitspracherecht ein.
Buchvorstellungen mit performativen Schattentheaterszenen werden in der Stadtbibliothek Erlangen und in der Stadtbibliothek Trier und im Rahmen der Levana-Schule-Lesetage stattfinden. Autorenlesungen in der Buchhandlung „die Buchhändler“ in Schweich und in der Universitätsbibliothek Erlangen-Nürnberg sind ebenfalls geplant. Eine große performative Präsentation mit Ausstellung der vielen Buchunikate und den Ergebnissen aus dem Arbeitslehreprojekt, bildet im Spätherbst in der Europäischen Kunstakademie Trier einen hoffentlich fulminanten Abschluss, eines einzigartigen, ungewöhnlichen, bewegenden, inklusiven und tiefst beeindruckenden Projekts, der die SchülerInnen, Eltern und alle am Projekt Beteiligten nachhaltig verändert und gesellschaftliche Impulse für die Zukunft aufzeigt.
„Von den vielen Welten, die der Mensch nicht von der Natur geschenkt bekam, sondern sich aus eigenem Geist erschaffen hat, ist die Welt der Bücher die größte.“
Hermann Hesse (1877-1962), deutscher Dichter, 1946 Nobelpreis für Literatur

 
Projektauslöser/Idee:
Bei einem Beratungsgespräch eines Schülers mit der Agentur für Arbeit, stellte der Arbeitsberater folgende Frage: „Thomas, welchen Beruf möchtest du denn ausüben?“ – Thomas antwortet spontan: „Schauspieler!“ – Daraufhin antwortet der Arbeitsberater: „Das geht nicht!“
Wir wollten mit diesem Projekt das Gegenteil beweisen. Beweisen, dass gerade im kulturellen Bereich die Inklusion von Menschen mit Behinderung erfolgreich umgesetzt werden kann. Sie besitzen in diesem Bereich hohe kreative Kompetenzen, sind Rohdiamanten. Diese Kompetenzen müssen von uns Lehrern geweckt und gefördert werden in dem wir uns auf sensible Art und Weise auf die Individualität dieser Persönlichkeiten einlassen,nämlich projketorientiert, handlungsorientiert, interdisziplinär und ganzheitlich.
Das Ende unseres vorangegangenen Kooperationsprojekts „Was guckst du?!“, mit dem Institut für Theater- und Medienwissenschaft, der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen/Nürnberg und die daraus entstandene Weiterentwicklung der Fragen und Aussagen zum Leben von Menschen mit und ohne Behinderung und der unbedingte Wunsch der SchülerInnen doch bitte in absehbarer Zeit die Studierenden wieder zu treffen, "Wann fahren wir wieder nach Erlangen?" und mit ihnen „was zu machen“, gaben den Startschuss zur neuen Idee „Leben im OFF“.
 
Projektentwicklung:
Oktober 2012, Treffen der Projektleiter Studt/Malmedy in Erlangen und Entwicklung eines Zeitplans


Planung eines Thematischen Rahmens
Der Übergang Schule/Ausbildung/Studium – Beruf
Platz im Leben (allgemeine Perspektive)
Platz in der Arbeitswelt (spezielle Perspektive)
Gemeinsamkeiten und Differenz von Studenten und Schülern des Projekts

Aufgabenstellung Gruppe Levana-Schule

Perspektive der Jugendlichen
Pläne, Hoffnungen, Erwartungen, etc.
Wahrnehmung von Stigmatisierung / Benachteiligung

Perspektive des sozialen Rahmen
Schule / Erzieher
Familiärer Hintergrund

Perspektive des administrativen / bürokratischen Rahmens
Agentur für Arbeit / Eingliederungskommission
Psychosoziale Eignung = Befähigung für den ersten Arbeitsmarkt
Werkstatt für Behinderte (WfB)
Wert des Schulabschlusses (es handelt sich um keinen berufsqualifizierenden Abschluss – Abschluss ist eine Erklärung über die Befähigung zur sozialen Integration)

Aufgabenstellung Gruppe Friedrich-Alexander Universität Erlangen/Nürnberg

Studium / Beruf / Berufung – Standpunkte / Wert des Studiums?
Recherche zum Thema Arbeit /Würde /Wert
Recherche zum Thema Integration /Inklusion
Angst vor der Zukunft? (Differenz zur Gruppe Schweich?)
Studium ist markant für den Abnabelungsprozess von Familie (Differenz zur Gruppe Schweich?)
Recherche zum Thema Diskriminierung (Sachverhalt / Ideologie / Politikum)

November/Dezember 2012 Levana-Schüler
Workshop Kulissenbau, Bühneninstallation
Workshop Dramaturgie
Workshop Licht - Bau von dimmbaren Halogenlampen


Dezember 2012 Treffen beider Gruppen in Schweich
Kennenlernen,
Präsentation des Arbeitsstandes und Austausch
Gemeinsame Übungen an der Schattenwand
Gemeinsames Erarbeiten eines Szenischen Konzeptes
Proben einzelner Szenen

Januar 2013 Levana-Schüler
Workshop Licht
Workshop Raum

Januar 2013
Einbindung eines neuen Kooperationspartners Andreas Heinen, (MOS Recording Studio, Bitburg) Gemeinsame Aufnahmen von Tonspuren unter professionellen Bedingungen für neue Szenen.


Februar 2013 Treffen in Erlangen
Präsentation des Arbeitsstandes
Proben einzelner Szenen im Experimentiertheater unter professionellen Bedingungen
Weiterentwicklung des szenischen Konzeptes

April 2013 Levana-Schüler
Workshop Video
Aufnahmearbeiten mit Playmobilfiguren in Stop-Motion-Technik und Filmschnitte

April 2013 Treffen in Schweich
Fertigstellung des vorläufigen Konzeptes
Einbindung eines neuen Kooperationspartners, Birte Müller, Hamburg(Planet Willi), Bearbeitung und Einbindung ihrer Texte in das Theaterstück LEBEN IM OFF
Proben

Mai 2013 Treffen in Erlangen
Umsetzung des szenischen Konzeptes
Redaktionelle Vorarbeit für das Bild-Lesebuch
Aufführungen im Rahmen des 18. Figurentheaterfestivals in Erlangen
Einbindung eines weiteren Kooperationspartners , Georg Pöhlein, Fotograf, 1990 Kulturförderpreis der Stadt Erlangen. Bibliografie (Auswahl) Jakarta, Bamberg 1992
Großvater geht, Weitra 2001, Da liegt der Himmel näher an der Erde. Literaturlandschaft Franken, Weitra 2002, Gomringer – Wurlitz, Weitra 2002, Da liegt der Himmel näher der Erde, 2003, Senioren In Erlangen, Erlangen 2011, Warum Pietro Terracina sein Schweigen brach, Bamberg 2013,

November/Dezember 2013 Treffen in Erlangen

Gruppenneubesetzung, da drei Levana-Schüler im Berufsleben sind und zwei Studentinnen ausscheiden
Weiterentwicklung des szenischen Konzepts unter Berücksichtigung der neuen Spielerpersönlichkeiten und Proben der Szenen
2 Öffentliche Aufführungen im Experimentiertheater Erlangen
Einbindung eines weiteren Kooperationspartners Roman de Guili und 11 weiterern Studenten. Filmische Dokumenation unter professionellen Bedingungen mit Szenenaufnahmen, Interviews. Der Film wird der Buchpublikation beiliegen.

März 2014

Treffen in Schweich
Proben im Bürgersaal Schweich und große Aufführung am 8. März vor geladenen Gästen und Vertretern des politischen und gesellschaftlichen Lebens
Entwicklung und Aufgabenverteilung für das Bilder-Lesebuch,
Einbindung weiterer Kooperationspartner – Stadtbibliothek Trier und die Buchhändler In Schweich

Arbeitslehreprojket mit Marion Schwagers
"Wir illustrieren und gestalten Bücher"
Alle Levana-Schüler gestalten ihr eigenes Buch

April 2014 – Juli 2014
Arbeit am Buch in den diversen Gruppen Schweich/Erlangen Austausch über Skype und Internet. Projektarbeitsphasen unter Einbindung aller Werkstufenschüler der Levana-Schule mit den Themen Arbeitswelten, Biographie, Zukunftswünsche, Wohnen etc.
Lehrgänge in Leichter Sprache,
Schreibwerkstatt,
Fahrten zur Stadtbibliothek und selbstständiges recherchieren in der Buchabteilung Leichte Sprachen


September 2014
Nach den Sommerferien weitere redaktionelle Arbeit am Buch

Oktober 2014
Treffen in Erlangen und Präsentation des Manuskriptes in der Universität

November 2014
Druck des Buches.

Dezember 2014
Öffentliche Buchpräsentation in der Stadtbibliothek Trier unter Einbeziehung von theatralen Szenen.

Öffentliche Buchpräsentation im Buchladen „Die Buchhändler“ in Schweich.

Buchpräsentation im Rahmen der Levana-Schule Lesetage in der Schule.

Öffentliche Buchpräsentation in Erlangen


Ausstellung der Schülerbücher, Präsentation des Buches LEBEN IM OFF - Von der Gleichheit der Träume" und Performance in der Kunsthalle der Europäischen Kunstakademie Trier

 
Besonderheiten:
„Was du mir sagst, das vergesse ich. Was du mir zeigst, daran erinnere ich mich. Was du mich tun lässt, das verstehe ich.“ Konfuzius


Warum nachhaltige kulturelle Kooperationen ein Gewinn für alle Beteiligten sind, zeichnet in vorbildlicher Weise dieses interdisziplinäre, handlungsorientierte und höchst inklusive Projekt aus. Ziele werden erreicht die wir sonst nur erträumen. Hier wird eines klar - nichts ist unmöglich, man muss es nur wollen.
Schüler einer Förderschule für ganzheitlich Entwicklung, entwickeln mit Studierenden der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen/Nürnberg ein gemeinsames Theaterstück über ihre Lebenswirklichkeiten, Wünsche, Träume, Freude, Ängste. Sie zeigen den Studierenden ihr Wissen und weisen sie in die Technik und Ästhetik des Schattentheaters ein. Das findet nicht gerade um die Ecke statt, sondern 4 Autostunden von Schweich entfernt. Ein langer Zeitraum, fast zwei Jahre lang, wird daran konzentriert, prozessorientiert und kontinuierlich gearbeitet. Gegenseitige mehrtägige Besuche finden in Schweich und Erlangen statt. Die Gruppe arbeitet zusammen, pflegt die gemeinsame Arbeit und Freizeit und in vielen Gesprächen entstehen, in lockerer Atmosphäre, neue konstruktive Ideen. Nach harter aber kreativer Arbeit steht das Theaterstück – ein besonderes Schattentheaterstück.
Unser Kooperationspartner, André Studt, Medienwissenschaftler im Institut für Theater- und Medienwissenschaft(ITM) schreibt dazu:
„Die seit 2008 bestehende Zusammenarbeit zwischen ITM und Levana-Schule, die mittlerweile zu zwei Theater-Projekten, diversen Begegnungen auf Festivals, in Workshops und Seminaren geführt hat, weist gleich mehrere Dimensionen auf, die für die konkrete Arbeit mit Studierenden der Theater- und Medienwissenschaft (in Lehre und Forschung) von großem Nutzen sein können.
Inhaltliche Dimension (Lerngegenstand)
- ....etwas über ‚Behinderung’ lernen:
Ein Mensch mit Handicap stellt – trotz aller gesellschaftlicher Bemühungen um Integration, Toleranz und (sozialer, politischer, kultureller, ...) Gleichberechtigung – immer noch ein Phänomen im ambivalenten Feld von Tabuisierung und Sensation dar. Dieses Feld gilt es in seiner historische Genese, seinen Ausprägungen und Konsequenzen zu verstehen; dazu sollte ein Augenmerk auf die Kultur- und Sozialgeschichte der Behinderung und ihren Darstellungsformen und Sichtbarkeiten gelegt werden. Aus Sicht der Theater- und Medienwissenschaft kann man das Thema ‚Behinderung’ in vielfältigen Gegenständen – sei es in der Freak-Show / der Ausstellung des A-Normalen (zur Konturierung dessen, was man unter Normal verstanden wissen wollte), sei es im Rahmen von TV- oder Filmerzählungen – untersuchen. Schlussfolgerungen aus dieser inhaltlichen Beschäftigung mit dem Phänomen ‚Behinderung’ können als Impuls für die Konzeption der gemeinsamen Theaterprojekte verwendet werden.
- ...etwas über Schattentheater lernen:
In der konkreten Arbeit, d.h. den Proben, finden dann konkrete Begegnungen von Menschen statt, die ‚normalerweise’ wenig miteinander zu tun haben und hier von der gemeinsamen Arbeit profitieren und voneinander lernen – so werden die Studierenden von den Levana-Schülern mit den Techniken des Schattentheaters vertraut gemacht; oftmals findet sogar eine Erstbegegnung mit dieser Darstellungsform statt. Darüber hinaus korrespondiert diese Ausdrucksform vorzüglich mit dem Rahmen einer Theater- und Medienwissenschaft, weil in ihr sowohl performative als auch visuelle Aspekte zum Tragen kommen.
Strukturelle Dimension (Lehrgegenstand)
Gerade im Kontext der generell interdisziplinären Ausrichtung der angewandten Theater- und Medienwissenschaft und den Aktivitäten im Bereich des Master-Studiums Theaterpädagogik bzw. einem Vergleich von theatralen und medialen Darstellungs- und Erzählformen eignet sich das Schattentheater ganz vorzüglich als Lehrgegenstand:
Die Erfahrung von Alterität gehört, wenn es sich auf ästhetische Phänomene (z.B. auf Aufführungen) beziehen lässt, zum Standartrepertoire der Theaterwissenschaft; diese versucht dann, dieser ‚Befremdung’ analytisch beizukommen. In dieser Kooperation wird diese Begegnung mit dem ‚Fremden’ (im Sinne eines Nicht-Eigenen) nicht nur theoretisch / thematisch nachvollzogen, sondern kommt auch in gemeinsamen, ästhetischen Handlungen zum Ausdruck (bzw. realisiert sich oftmals bereits vorher in einer Art von individueller Verunsicherung im Bezug auf das Verhältnis von ‚normal’ / ‚behindert’). Durch die Kooperation mit einer Einrichtung, die bereits auf qualitativ hochwertigem Niveau Theaterarbeit in ihr allgemeines pädagogische Programm integriert hat, wird sichergestellt, dass sich bei der praktischen Zusammenarbeit auf inhaltliche, ästhetische und formale Fragen konzentriert werden kann (im Gegensatz zu Anfragen hiesiger Einrichtungen, die sich unter Kooperation meist nur die Ausarbeitung eines Freizeitprogramms für ihr Klientel vorstellen, ohne dieses an genuin wissenschaftliche Fragestellungen ankoppeln zu wollen).
Wissenschaftliche Dimension (Erkenntnisinteresse)
Die Kooperation bzw. die damit einhergehenden Projekte bieten für die weitere Profilierung der angewandten Theater- und Medienwissenschaft in Erlangen, die sich auf Fragen der Darstellung (Werkästhetik), der Darstellbarkeit und Vermittlung (Produktions- und Rezeptionsästhetik) fokussiert und damit das Feld eines Theorie-Praxis-(Theorie) Transfers bearbeitet, insofern eine Chance, da sich im oben angedeuteten Spannungsfeld von Tabu und Sensation einige Fragestellungen pointiert überschneiden bzw. miteinander konkurrieren. Bei der Suche nach Antworten wird dabei sowohl theoretisch reflektiert als auch praktisch ausprobiert, in welchen Verhältnis die konzeptionelle (Vor-)Annahme, eine ästhetische Handlung und die damit intendierte Aussage stehen müssen. Es ist beabsichtigt, diese Arbeitsprozesse zu dokumentieren und das Projekt ‚Leben im OFF’ als ‚Bilder-Lese-Buch’ zu publizieren.
Die Kooperation BEDEUTET, damit einen Lerngegenstand, einen Lehrgegenstand und einen Erkenntnisgegenstand zu haben. Man kann an ihr sowohl etwas über die gesellschaftliche Konstruktion von 'Behinderung' (und damit verbundenen Konsequenzen) als auch über das Schattentheater, seine medialen, visuellen, narrativen und dramaturgischen Eigenheiten und performativen Potentiale als Theaterform erfahren. Studierenden beginnen, den Schatten als ästhetische und/oder pädagogische Strategie zu erkennen - und fangen selbst mit Schattenspielen an oder schreiben Seminararbeiten über dieses Thema.
Die Kooperation VERÄNDERT - jedenfalls manchmal - damit die Sicht auf sich, den Mitmensch und den auftretenden Handicaps. Sie verändert den Blick auf Theater und dessen Möglichkeiten (und damit auch auf die wissenschaftliche Rahmung).“
Barbara, eine am Projekt beteiligte Studentin, die über LEBEN IM OFF ihre Masterarbeit schreibt, findet folgende Worte: „Meine inneren Grenzen und Berührungsängste wurden durch das Projekt hinfällig. Die Schüler zeigten mir, wie unvoreingenommen und offen man anderen Menschen gegenüber sein sollte. Die Zusammenarbeit war so ungezwungen, dass man den vielen Stress der Probephasen und Aufführungen nicht als Stress empfunden hatte. Manchmal steht in solchen Momenten die Welt still und man macht sich einfach mal keine Gedanken und hat keine Sorgen. Dieses Projekt wird uns immer verbinden, da wir zusammen kreativ, freundschaftlich und inklusiv diese Zeit erleben durften.“
Theaterarbeit findet an der Levana-Schule Schweich seit mehr als zwanzig Jahren durch das Medium Schattentheater statt. Mehr als 320 Schüler und Schülerinnen haben in diesen Jahren in verschiedenen Ensembles ihr Programm vor vielen Zuschauern dargeboten. Das Schattentheater, das über unsere Grenzen hinaus durch viele Festivalauftritte bekannt ist, hat im Verlauf der letzten sieben Jahre viele Preise erringen können. Schattentheater hat an unserer Schule einen fest verankerten Platz im Stundenplan. Zur Zeit können wir im Rahmen der Arbeitslehre 7 Wochen-Unterrichtsstunden „Schattentheater“ anbieten. Das wirkt sich langfristig auf die Qualität des Spiels aus und die Spieler und Spielerinnen entwickeln sich zu selbstbewussten Persönlichkeiten und Experten.
Für das Stück LEBEN IM OFF bauen die SchülerInnen im Werkunterricht spezielle Handlampen. Diese setzt man, im Gegensatz zu statischen Lichtquellen wie die Overhead-Projektoren, für das bewegte Spiel im Raum ein. Das bedeutet, wenn getanzt wird tanzen diese Lampen mit und es entstehen fantastische Schatten, die ständig wechseln zwischen gigantischen und kleinsten Schatten. Dazu sind die Lampen dimmbar.
Im Medienunterricht haben wir uns mit der Stopmotion-Technik auseinandergesetzt. Die SchülerInnen bauen hierzu ein kleines Filmstudio, mit Fotohintergrund und der Spielboden wird wie in einer Miniaturwelt vorbereitet. Die ausgesuchten Playmobilfiguren werden nun animiert, Schritt für Schritt fotografiert. Vorher ist der Spielplan minuziös abgesteckt worden. Wie im richtigen Film werden die Rollen verteilt, der Beleuchter, der Figurenanimateur, der Fotograf. Dieses Zusammenspiel bedeutet harte Arbeit und die SchülerInnen zeigen alles; sind hochmotiviert und hochkonzentriert. Die einzelnen Fotoreihen werden mit Hilfe eines Filmbearbeitungsprogramms im Medienunterricht zum Film aneinandergereiht und mit Musik hinterlegt. Am Schluss haben die Schüler insgesamt 6 Kurzfilme gedreht, die im Theaterstück die Lebenswelten der einzelnen „Figuren“,szenisch durch Großprojektion auf die Schattenwand zeigen. Ein Traktor fährt über die Äcker, ein Männchen geht in die Dicso und tanzt, auf dem Spielplatz spielen Kinder, eine Szene aus dem Klassenraum und sogar ein Südseeinselszenario mit Surfer und Hochzeit in der Abendsonne entsteht.
Danny hat die Idee, dass man auch ein Schattentheater für die Playmos bauen könnte. Die Idee findet hohen Zuspruch und es wird ein Modelltheater im Playmobil-Format 1:25 gebaut, mit Schattenwand, Verdunklung, fester und beweglicher Beleuchtung. Nebenbei lernen die Schüler Raummaß und Maßstab anzuwenden. Eine höchst komplizierte Angelegenheit im regulären Mathematikunterricht. Hier wird es verstanden, die Figuren werden abgemessen. Die Schüler verstehen, dass eine 7,2cm große Playmobilfigur einer richtigen Größe von 180 cm entspricht! „Die Playmos sind ja fast so groß wie wir, wenn die richtig lebendig in unserer Welt wären, wirft Tobias ein. Am Modell können wir nun Spielszenen vorbereiten und die Schattenwirkungen, je nach Lichtquelle experimentieren. Im Theaterstück kommt die Minibühne gezielt zum Einsatz, sie heißt dort „Sophies Welt“. Sophie, 17, spielt während des Theaterstücks öfter mit den Playmobilfiguren und hat viele Ideen durch ihr experimentelles Spiel zur Veränderung unserer Szenen beigetragen.
Auch zwei Kleinbühnen in Form von Türrahmen werden im Werk- und Theaterunterrcht konstruiert. Die Projektionsfläche besteht aus Makulaturpapier. In der Schlussszene treten Personen aus ihrem Schatten heraus, indem sie sich langsam durch das Papier durcharbeiten. Die Szene erinnert an eine Metamorphose, in der sich Schattenfiguren zu leibhaftigen Menschen verwandeln.
Im Deutschunterricht befassen wir uns intensiv mit den Fotografien von Georg Pöhlein. Es sind wichtige Momente die wir schriftlich dokumentieren und fest halten, den einerseits werden diese Aussagen der Schüler im Buch publiziert, andererseits bieten sie vor den Aufführungen dem Publikum eine kleine Einführung, eine Art Programmheft auf Ausstellungswänden über das Theaterstück LEBEN IM OFF.
Cora, Adrian und Tobias beschreiben z.B. das Foto „Gefängnis“, auf dem Sophie abgebildet ist:
… Sophie im Gefängnis …
… ein Männchen …
… ein roter Schatten hinter Sophie …
… Sophie sieht sehr nachdenklich aus, ihre Hände sind gefaltet.
… Woran denkt Sophie?
… Sie sieht einsam aus.
… Sie guckt auf den Boden.
… Der Schatten ist ROT und Sophie ist SCHWARZ.
Sophie beschreibt das Foto „Knusper“ aus der Knusperszene:
… knusper …
… Zucker … fällt … ab …
(rechte Seite des Fotos wird gestreichelt)
… Mund … guck … Auge …
… Loch …
… Sophie …
(streichelt Fotomitte)
… ab …
(linke Seite Foto wird gestreichelt)
… Auge … Mund… Loch …
(Fotomitte)
…Auge … Mund … Loch, nein …
… Licht … gelb …
(zeigt auf Schnipsel am Boden)
… hier …putt …
(rechte Fotoseite wird gestreichelt)
… Vorhang …
… fertig!
„Mach schon, Sophie!“, Fotoreihe, Lucas und Nina beschreiben:
Foto 1
Sophie sitzt mit Anna auf der Bühne.
Mund – Sie sind still.
Augen – Sie schauen sich an.
Es ist nicht laut.
Es ist ruhig.
Foto 2
Sophie sitzt mit Anna auf der Bühne.
Sophie zeigt mit der Hand auf Anna.
Die Köpfe kommen sich näher.
Sophie lächelt.

Foto 3
Sophie sitzt auf der Bühne.
Anna hält Sophie fest.
Sophie lacht.
Es geht ihr gut.
Annas Kopf ist weg.

Nächstes Foto:
Sophie sitzt auf der Bühne.
Anna hält Sophie fest.
Annas Kopf ist wieder da.
Sophie lacht Anna an.
„Sophie, aufstehen!“, sagt Annas Gesicht.

Menschen mit geistiger Behinderung treten in der Öffentlichkeit als Autoren so gut wie nicht in Erscheinung, zwar gibt es Wettbewerbe, z.B. der internationale Literaturwettbewerb des Hamburger Vereins "Eucrea", oder Kursangebote einzelner Volkshochschulen, aber es herrscht in der Gesellschaft immer noch das Bild, das man glaubt, dass geistig behinderte Menschen nicht schreiben können.
Wir stellen in diesem Projekt fest und beweisen, dass das Gegenteil der Fall ist: In den Texten scheinen tiefe Sehnsüchte durch, sie sind anrührend und vermitteln eine Einsicht, wie das Leben behinderter Menschen aussieht. Diese kleinen entstandenen literarischen Kostbarkeiten beschreiben auf besondere, persönliche und authentische Art einfühlsam und eindringlich das Weltempfinden dieser Dichter. Sie vermögen in kurzen Sätzen alles treffend zu beschreiben und versuchen es in Reimen auszudrücken.
Das interpretieren der Fotos aus Proben und Aufführungen, die Georg Pöhlein in fantastischer Weise fotografiert hat, sind die erste Grundlage in der die Schüler zeigen, dass sie Schriftsteller sind. Auffällig sind der Humor und der lustvolle Umgang mit Sprache. Oft werden mit einfachen Mitteln Gedanken, Gefühle, Beobachtungen und Lebenszusammenhänge dargestellt.
Im Rahmen des LEBEN IM OFF – Projekts entsteht im Werkunterricht für die Theaterszene „Sand“, eine Rauminstallation die Sandbilder großflächig mit Hilfe einer Videokamera und eines Beamers auf die Schattenwand projiziert. Es war unser Ansinnen aufzuzeigen, das alles vergänglich ist. Ist ein Kind von Sand umgeben, fängt es an den Sand mit seinen Händen zu formen. Intuitiv wird mit dem Sand gemalt, gebaut, gegraben, gebuddelt und gebacken. Sand ist seit je her ein Medium, mit dem wir uns auf spielerische Weise gestalterischen Ausdruck verleihen.Sand weckt in uns Urgefühle, die es uns leicht machen, sich dem spielerischen Geschehen des Moments und der eigenen Kreativität hinzugeben. Durch seine vergängliche Eigenschaft bringt uns Sand dazu, dem momentanen Erleben mehr Bedeutung und Bewusstsein zu schenken. Unsere Schüler experimentieren mit dem Sand ausdauernd und beginnen plötzlich in den Sand zu schreiben, zunächst ihre Namen, später Begriffe ihrer Umgebung. Sogar kleine Gedichte werden in den Sand geschrieben. Immer wieder entstehen neue „Schriftbilder“, die von den SchülerInnen fotografiert werden und anschließend verwischt werden.
Mit Hilfe der Laptops versuchen sich die Schüler im Schreiben. Konzentriert sitzen sie vor den Bildschirmen und tippen die einzelnen Buchstaben. Jasmin, meint „och nee, ich finde meine Handschrift schöner! Ich schreibe in mein Heft!“
Tobias fragt wie die einzelnen Schrifttypen in den PC kommen. Das eröffnet uns die Möglichkeit die Schüler im Internet recherchieren zu lassen. Sie suchen und finden die Seite, www.myscriptfont.com. MyScriptFont.com ermöglicht einem aus seiner Handschrift einen Vektor Font zu erstellen den man wie alle anderen Fonts verwenden kann. Dadurch bekommen die digital erzeugten Dokumente wieder eine persönliche Note. So entstehen von jedem Schüler und jeder Schülerinnen individuelle digitale Handschrifttypen. Die Begeisterung ist groß. Mit viel Freude und höchst motiviert schreiben sie mit ihren Typographien immer neue Texte. Wir suchen nach Möglichkeiten die Zeitkorridore für das Projekt zu erweitern. Die Planung für das nächste Arbeitslehreprojekt bringt die Idee, außerhalb des Deutsch- und Theaterunterrichts am Buch weiter zu arbeiten. Jeder Schüler, unabhängig ob er in der Theatergruppe aktiv ist oder nicht, soll ein eigenes Buch über „Leben im Off“, gestalten und entwickeln. So werden die Inhalte für jeden Schüler nachvollziehbar, dass hier aus einem Theaterstück ein Buch entsteht, der die Inhalte des Theaterstückes in einzigartiger Manier durch Fotos, Texte, Gedichte, Illustrationen und Zitate zum Ausdruck bringt. Uns wird klar, dass es ohne Experten schwer wird dieses ambitionierte Projekt umzusetzen, zumal die Wissensstände über Buchkunst bei uns Lehrkräften minimal sind. Leider steht uns für diesen Zeitraum Birte Müller(Planet Willi) nicht zur Verfügung, die uns die Texte für das Theaterstück freundlich zur Verfügung gestellt hat. Ein Gespräch mit unserem langjährigen Kooperationspartner, die Europäische Kunstakademie Trier, bringt uns auf eine sehr spannende und fantastische Gedankenschiene. Die Leiterin der EKA Trier, Frau Dr. Gabriele Lohberg, vermittelt uns die Buchkünstlerin und Buchillustratorin Marion Schwagers, die im Arbeitslehreprojekt die Schüler und uns Lehrkräfte, in die Thematik der Buchkunst einführt. Eine große Buchwerkstatt entsteht, nichts erinnert daran, dass dies unser Klassenraum ist. Papierschneidemaschinen, Scheren, Papier, Pappe, Kleber, Pinsel, Heftnadeln, Ahlen, Falzbeine, Schneidematten, Skalpelle und Cutter, Lineale, Pressbretter, Schraubzwingen und Papierklammern, Arbeitstische, und eine Medienecke mit Laptops, Drucker und Scanner, Ordner, Kisten und Ablagen, verwandeln den Klassenraum in eine funktionstüchtige Werkstatt. In dieser dreiwöchigen Arbeitsphase werden der Stundenplan und die normalen Unterrichtszeiten außer Kraft gesetzt. Es entstehen zunächst diverse Mappen zur Aufbewahrung von Zeichnungen, Drucken und Fotos, die mit unterschiedlichen Methoden und Materialien gestaltet werden. Anschließend werden unterschiedliche Möglichkeiten zur Bearbeitung der Blätter und des Einbandes erarbeitet. Diese beiden Bestandteile eines Buchs präsentieren das sprichwörtliche unbeschriebene Blatt bzw. eine freie Fläche, der man den ganz persönlichen Stempel aufdrücken kann. Reliefs werden aufgebaut, die die Oberfläche des Bucheinbands mit erhabenen oder versenkten Motiven gestalten. Prägetechniken und einfache Bindeverfahren werden vermittelt und angewendet. Die einzelnen Buchseiten werden mit Texten, Zitaten ausgedruckt und Fotos werden verändert, in dem man sie mit eigenen Illustrationen ergänzt. So entstehen eine Vielzahl von Individuellen Büchern die alle einzigartig sind, sowohl im Text als auch in der Gestaltung.
Eine weitere Projektgruppe befasst sich mit diversen Möglichkeiten der textilen Gestaltung. Es entstehen Buchhüllen aus verschiedenen Stoffen, die mit Buchstabenapplikationen aus den Entwürfen der Buchkunstwerkstatt gestaltet werden. Hier wird genäht, gestickt und gewebt. Aber auch andere Kollektionen z.B. Hüllen für Schreibutensilien, Mappengestaltung, etc., entstehen.
Die Holzgruppe befasst sich mit der Herstellung großformatiger Holzbücher. Die einzelnen Seiten werden mit Ketten oder dicker Kordel verbunden. Die einzelnen Seiten sind ebenfalls individuell gestaltet und bearbeitet. Die „Buchkunstabteilung“ versorgt die Holzgruppe mit Buchstabenvorlagen, die auf Folie gedruckt sind. Mit Hilfe eines Overheadprojektors wird die Folie spiegelverkehrt auf die Holzplatten projiziert. Dadurch können die Schüler adäquat Schnitzen und es entstehen gleichzeitig Holzdruckplatten.
Im Tonwerken entstehen ebenfalls Bücher. Hier werden Tonplatten ausgerollt und anschließend mit gedrückten oder aufgesetzten Motiven gestaltet. Hier zeigen vor allem unsere umfänglich Behinderten Schüler ihre Kreativität. Mit viel bedacht drücken sie ihre Hände und Füße in den frischen ausgerollten Ton. Andere schreiben z.B. ihre Berufswünsche in den Ton, Schauspieler, Künstler, Sänger, Musiker, Dichter, Tänzer, etc.
Außerdem werden in dieser Gruppe Knöpfe aus Ton gestaltet. Die Knöpfe werden mit On und Off und weiteren Motiven bearbeitet. Nach dem Brennen und Glasieren bekommt die Textilgruppe die Knöpfe, die mit den entstehenden Textilhüllen vernäht werden.

Die Texte entstehen auf unterschiedlicher Art und Weise. Je nach individuellem Können werden Sie mit der Hand oder am PC geschrieben, nach Möglichkeit mit der eigenen Typographie. Manche Texte entstehen in Gruppen, manche allein, ganz im Stillen. Manchmal wird die Hilfe einer Assistenz durch uns Lehrkräfte von den Schülern eingefordert. Wir helfen dabei Gedanken zu strukturieren, sich zu sortieren oder Begriffe zu klären, die den Schülern nicht bekannt sind. Die von den SchülerInnen geschriebenen Texte werden von uns in Rechtschreibung und in Grammatik nicht korrigiert. Wir stellen sehr oft fest, dass die SchülerInnen beim Korrekturlesen sich selbst fragen ob es richtig geschrieben ist und nehmen dann eine Korrektur vor.
Mit den gemachten Erfahrungen aus diesem Arbeitslehreprojekt und mit fantastischen Ergebnissen, gehen wir mit viel Selbstvertrauen und Mut an die große Aufgabe das gemeinsame Bild-Lesebuch „LEBEN IM OFF – Von der Gleichheit der Träume“, schriftlich und illustratorisch mit zu gestalten. Die SchülerInnen sind höchst motiviert und voller Ideen. Adrian fragt in die Runde, „Sind wir jetzt Schriftsteller?“ , „Klar doch“ antwortet Jasmin, was glaubst du denn!“
„Bücher begleiten uns durch unser Leben. Sie sind Mittel unserer Menschwerdung, sie vertiefen unser Bewusstsein.“
Reinhard Piper (1879-1953), dt. Verleger
Für alle beteiligten Schüler und Lehrkräfte stehen nun hochspannende Momente an. Die öffentlichen Autorenlesungen in Bibliotheken, Buchhandel und Kunsthalle der Europäischen Kunstakademie werden für unsere Schüler Meilensteine in ihren Lebensläufen sein. Es ist ein geeignetes und eminent notwendiges Medium, um die Fähigkeiten und die Kreativität dieser jungen Menschen mit Down-Syndrom und anderen Handicaps, einer breiteren Öffentlichkeit zu vermitteln. Dabei entwickeln die Schüler gestärktes Selbstbewusstsein, Transferfähigkeit und Diskussionsfreude; Kompetenzen, die auch in höheren Klassen der Gymnasien nicht selbstverständlich sind. In beeindruckender Weise zeigen sie, was Menschen mit einer sogenannten „geistigen Behinderung“ zu leisten vermögen. Nachhaltig prägen diese Erlebnisse das alltägliche Unterrichts- und Sozialverhalten. Die Schüler gewinnen in hohem Maß an Selbstvertrauen und trauen sich an Dinge heran, die sie vorher nicht wahrgenommen haben. Positiv geprägte Persönlichkeiten stehen vor uns, die fähig sind, die eigene Lebenssituation aber auch die ihrer Mitmenschen einzuschätzen.
In den jährlich im Herbst in der Levana-Schule stattfindenden „Lesetagen“, werden sie der gesamten Schulgemeinschaft ihr Werk in Form einer performativen Autorenlesung, mit Schattentheaterelementen und Tanzfragmenten aus dem gleichnamigen Theaterstück präsentieren. Alle SchülerInnen der Levana-Schule Schweich werden miterleben können, was diese Schüler auf die Beine gebracht haben. Sie werden Zeitzeugen eines Riesenereignisses sein und vielleicht Lust bekommen ein Buch zu schreiben.
Das Zusammentreffen und gemeinsame Lernen mit Studierenden der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg zeigt, wie verschiedene „Welten“, die eine hoch intellektuell und die andere höchst emotional, voneinander lernen und voneinander profitieren können. In diesen Kooperationsprojekten bekommen unsere Schüler die Chance, Lernfelder zu entdecken, die sie normalerweise in ihrem Leben nicht erschließen würden. Lernen vor Ort als Prinzip, das heißt im exzellent eingerichteten Experimentiertheater der Friedrich-Alexander Universität Erlangen/Nürnberg oder in den hervorragend ausgestatteten Ateliers der Europäischen Kunstakademie, unter der Anleitung von professionellen Künstlern und Dozenten, in den Redaktionsräumen des Verlages und in der Druckerei, bietet den Schülern die einzigartige Möglichkeit, kreative und fantasievolle Abläufe zu erlernen und im weiteren Verlauf sowohl ihren Mitschülern als auch ihren Lehrern als Experten gegenüber zu stehen und zu vermitteln. „Learning-by-doing“ impliziert hier in jeder Hinsicht das „Thinking-about-it“.
Die ganzheitlichen, handlungsorientierten, entdeckenden und innovativen Lernprozesse im fächerübergreifenden Unterricht bewirken zudem eine tiefgreifende Veränderung des Schulalltags. Die Kooperationen mit unseren Kulturpartnern wirken nachhaltig und sind auf weitere Projekte ausgelegt. Dies garantiert unseren Schülern neue Entwicklungsfortschritte zu erzielen und hoffentlich weitere exzellente und innovative Projekte mitzugestalten.

 
Probleme und Lösungen:
Probleme und Lösungen:
Am Anfang ist uns schnell klar geworden, dass es sehr viel schwieriger ist, diese mentale Ebene der Visionen und Wünsche der Schüler und Studenten in Form des Schattentheaters auf die Bühne zu bringen.
Die Ebenen zwischen Menschen mit Behinderungen und den sogenannten „normalen“ Menschen verschwimmen zusehends. Eine klare Differenzierung zwischen normal und behindert scheint nicht mehr möglich/ nicht mehr nötig.
Lösungsansatz:
Die Öffnung der Bühne – alle Beteiligten sind sichtbar in ihrem Tun, in ihrem Aussehen, in ihrem Dasein.
Für die Beschimpfungsszenen wurden Playmobil-Figuren als Stellvertreter der Spieler ausgesucht.
Zunächst stellte uns die Publikation des Buches vor vielen Fragen. Ist das der Aufwand wert? Reicht nicht ein Katalog oder eine Dokumentation. Unser Kooperationspartner André Studt überzeugt uns davon, dass die Publikation eine einzigartige Chance ist, das was passiert in angemessener Art und Weise zu würdigen.
Ein weiteres Problem war für uns zunächst die angemessene Beteiligung unserer Schüler, sowohl im Layout als auch in den Autorentexten, im Vergleich zu den wissenschaftlichen Texten der Theater- und Medienwissenschaftler. Durch die Beschäftigung mit dem Thema „Leichter Sprache“ und durch das Aufsuchen der Stadtbibliothek „Palais Walderdorff“ in Trier und der Abteilung „Leichte Sprache“ werden wir uns dessen bewusst, dass dies der Weg ist, unseren Schüler den Weg zur Dichtung zu ermöglichen.
 
Anekdotisches:
Tobias fragt in die Runde, „Sind wir jetzt Schriftsteller?“ , „klar doch“ antwortet Ariane, "was glaubst du denn!“

Im Theaterunterricht bereiten wir das Arbeitslehreprojekt vor, in dem wir den Klassenraum in eine Buchkunstwerkstatt umwandeln. Dazu findet zunächst eine Frage-Antwortrunde mit den SchülerInnen statt. Die SchülerInnen benennen die Dinge die benötigt werden, Scheren, Papierschneidemaschinen, Kleber, Papier, Pappe, usw. Im Gespräch wird Adrian gefragt, „Was sind Neue Medien?“ Er lächelt, hebt die Schultern und Hände und macht mimisch klar, dass er es nicht weiß. Wir animieren Adrian mit, „Adrian, fragst du das Publikum?“, Jasmin wirft ein, „Machen wir das jetzt wie bei Jauch?“ Wir stellen die Publikumsfrage, „Was sind Neue Medien?“ und das Publikum hilft mit den Begriffen, Internet, Laptop, PC, Handy, Tablet. Dazu Adrian, „na also, warum nicht gleich so!“

„Ich spiele gerne Theater, weil mir gefällt das Zusammenarbeiten mit den Studenten, ….meine Rolle in der Technik....., das Ausprobieren...., …...das Wegfahren...., …,neue Welten entdecken.“

Denis, 18 Jahre, Lichttechniker im Schattentheater

„Wenn nach einer Aufführung der Applaus beginnt, dann ist das so, als ob mir ein Stein vom Herzen fällt! Dann geht es mir richtig gut.“

Cora, 17 Jahre (Tanzt,spielt und führt die Handlampen)