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Filmaufnahmen Festung Massad über dem Toten Meer
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Interviews für Reportage, Tel Aviv, Carmel Marcet
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Theaterworkshop in einer alten arabischen Festung, Rosh HaAyin
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Deutsch-Israelische Partnerschaft
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Fotosession mit Roey und Magda
Begegnungen 2012 - eine Reportage
Schule:
Immanuel-Kant-Schule
Medienwerkstatt
Flensburger Str. 10
27570 Bremerhaven

http://iks-medien.de

Hauptschule / Offener Ganztag

 
Kooperationspartner:
Jugendtheater (JUP!)
Stadttheater Bremerhaven
Lisa Weiß (Theaterpädagogik)

TheaTheo Bremerhaven
Martin Kemner (Schauspiel, Regie, Medienproduktion)

Boundless Productions
Vahid Zamani (Filmemacher)
boundlessproductions.biz

Begegnungen 2005 e.V.(Köln)
Büro West
Michael Krebs
Frankenstr. 54
50858 Köln

Lokaler Aktionsplan Bremerhaven

Externe Koordinierungsstelle
Bildungsgemeinschaft Arbeit und Leben Bremerhaven e.V
Hans-Joachim Müller-Hanssen
Koordinator für den Lokalen Aktionsplan
Hinrich-Schmalfeldt-Str. 31b
27576 Bremerhaven
Tel.: 0471 / 92231-18

für das Bundesprogramm
TOLERANZ FÖRDERN - KOMPETENZ STÄRKEN
www.toleranz-foerdern-kompetenz-staerken.de

 
Beteiligte Schüler:
14
Medienwerkstatt der Immanuel-Kant-Schule
AG Projekt Begegnungen Israel (8-10 Klassen)
Schüler Alter 14-17 Jahre

 
Beteiligte Lehrkräfte:
1 Lehrkraft für Musik, Medien, Geschichte, Gemeinschaftskunde
 
Stundenvolumen:
Unterrichtstunden 6 Monate 2 Stunden
AG-Treffen wöchentlich 6 Monate 4 Stunden
Projektworkshops:
Medienarbeit: Kamera, Schnitt 20 Stunden
Theaterarbeit: 20 Stunden
 
Vorstellung und Kurzbeschreibung:
"Begegnung" ist das Stichwort für ein Schul- und Jugendtreffen in der Stadt der Musik in Israel Rosh HaAyin. Im Dezember 2012 machte sich eine gemischtaltrige Schülergruppe aus Bremerhaven auf den Weg, um zu diesem Thema ein Projekt mit Jugendlichen aus der kleinen Stadt östlich von Tel Aviv zu initiieren. Für die sich begegnenden Gruppen ist gemein, dass viele ihrer Mitglieder in ihrem Land einen Migrationshintergrund haben. Denn auch Israel ist ein Einwanderungsland, dass mit ähnlichen Fragestellungen junge Menschen für eine aktive Teilhabe an gesellschaftlichen Entwicklungen gewinnen will.

Auf dem Hintergrund der historisch belasteten deutsch-jüdischen Geschicht bietet sich hier ein Arbeitsfeld, dass den teilnehmenden Jugendlichen über aktiv gestaltende Projekte eine persönliche Dimension für ihr demokratisches Verständnis entwickelt und gängigen Vorurteilen eine Absage erteilt.

Heimat/Fremde als Pole bilden einen Spannungsrahmen für diese Begegnung. Die Annäherung an einen gemeinsames kulturelles und politisches Grundverständnis geschieht mit Hilfe von Workshops mit Theater, Musik und Neuen Medien (Foto, Film).

Gemeinsame Besuche nationaler israelischer Gedenkstätten fördern eine Auseinandersetzung mit der Geschichte aus den
unterschiedlichen Perspektiven. Von hier aus entwickelt sich der methodische Ansatz für die gemeinsame Arbeit, die mit einem Gegenbesuch in 2013 eine Fortsetzung finden wird.

Geplant waren Besuche der Nationalen Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem Memorial Jerusalem - Gegenstück zum Mahnmal für die ermordeten Juden Europas in Berlin (vgl.unser Projekt Denkmal-Mahnmal), die Jugend- und Behindertenbegegnungsstätte Beit Noah in Tabgha am Nordwestufer des See Gennesareth sowie ein historischer Märtyrer-Gedenkort, die Festung Masada am Toten Meer.

In der historischen Konnotation dieser drei Orte finden sich auch die Themen, mit deren inhaltlicher Ausgestaltung die Medienwerkstatt der Immanuel-Kant-Schule beauftragt ist.

Die Begegnung soll medientechnisch so dokumentiert werden, dass sowohl Reportagen, Filmdokumentationen, wie auch Fotoserien für eine Ausstellung und Sounds für eine Klanginstallation in Anschluss an die Reise für eine Präsentation in Bremerhaven erarbeitet werden. Das Thema Begegnung geht einher mit dem Prozess des sich Begegnens.

Ob sich das trägt?

 
Projektauslöser/Idee:
Aufmerksam geworden auf die erfolgreiche Kultur- und Medienarbeit an der Immanuel-Kant-Schule wandte sich der Verein Begegnungen 2005 e.V. an die Schule mit dem Vorschlag, doch ein Austauschprojekt inhaltlich auszugestalten. Statt wir normalerweise einen Austausch eines Orchesters oder einer Schul Big Band zu organisieren, wollte die IK-Medienwerkstatt ein Medienprojekt realisieren, dass die psychosoziale Dimension eines solchen Austausches thematisiert. Junge Menschen habe die fantastische Gabe, sich schnell und offen für einander zu begeistern. Lässt sich über das in "Kontakt treten", das "Austauschen" eine medial erzählbare Struktur finden, und kann diese dann von beiden Gruppen gemeinsam ausgestaltet werden?
Für die Reaalisierung hatten wir in Israel 10 Tage Zeit. Ein fremdes Land, ungewohne Arbeitsstrukturen - eine echte Herausforderung!
Und es kam wieder einmal anders als gedacht...
 
Projektentwicklung:
Ab August 2012 bereitet sich die Reisedelegation inhaltlich auf ihren Arbeits-Aufenthalt in Israel vor.

Zusammen mit der Theater-Pädagogin Lisa Weiß werden in wöchentlichen Arbeitstreffen Themenfelder entwickelt und eine potentielle Textauswahl für die Begegnungsorte getroffen.

Der junge Bremerhavener Filmemacher Max Duda bereitet in einem Kurs die Teilnehmer auf die medientechnischen Anforderungen der Dokumentation vor.

Lisa Schönberg ist Lehramtsstudentin für Geschichte/Poletik. Sie übernahm die Vorbereitung für den Bereich Soziales/Geschichte/Poletik. (Das Themenfeld Nationalsozialismus wird erst am Ende der 10. Klasse unterrichtet.)

Alle drei Referenten sind selbst erst Anfang 20 und stehen nahezu auf Augenhöhe mit unseren 14-17 jährigen Jugendlichen. Sie betreuen das Projekt auch in Israel.

Die Medienwerkstatt synchronisiert in dieser Vorbereitungsphase den Kontakt über das Internet, so dass sich die Gruppen aus beiden Ländern miteinander persönliches teilen. Erste Fotos/Videos entstehen und werden über das Netzwerk geteilt. Bereits hier gibt es einen fließenden Übergang zwischen der Arbeit in der Schule und dem Austausch über das Netzwerk zu zeiten außerhalb dieses Rahmens.

In Israel leben unsere Schülerinnen und Schüler in Familien. Sie führen ein digitales Tagebuch über die eher privaten Teile des Aufenthalts.

Gemeinsam reisen Deutsche und Israelis durch das Land und besuchen Orte, die die Offenheit und Freiheit in der Ausgestaltung des sozialen und religiösen Lebens zeigen. Sie treffen junge Menschen in Schulen und bei gemeinsamen Konzerten.

Auf Märkten in Rosh HaAyin, Tel Aviv, Jerusalem und Ir Karmel werden Menschen interviewt und nach ihren Wünschen und Ideen für einen Frieden in der Region befragt.

Gemeinsam werden Filmaufnahmen für das Projekt Begegnung entwickelt und realisiert. Mit Hilfe einer "Kissenarmmee" werden an verschiedenen Orten "Kissenschlachten" inszeniert.

Im Januar 2013 wird das Material gesichtet und ein erster kurzer Film montiert. Thema: Vorurteile - oder wie die Wirklichkeit so anders ist!

Aus den Tagebüchern entsteht eine Projektdokumentation, der der dieser Film beigefügt wird.

Seit Februar 2013 bereitet sich das Team auf den Gegenbesuch im August 2013 vor. Das Foto-Material wird bearbeitet und für eine Ausstellung im März 2013 vorbereitet. Die in Israel entstandenen Tonaufnahmen werden zu einer Klanginstallation zusammengefügt.

Die Kooperationspartner sind beauftragt, ein Making Off des Projektes zu erstellen.

In Israel hat sich zwischen den Jugendlichen ein reger offener Austausch entwickelt und spontan einen weiteren eigentlich nicht am Projekt teilnehmenden Schüler eingebunden. Es entstehen unter den Jugendlichen - unabhängig von der "eigentlichen Thematik" persönliche Portrait-Fotoserien, die jetzt in Bremerhaven in einer Ausstellung gezeigt werden sollen. Es wird daran gearbeitet, diesen Schüler mit in den Austausch einzubeziehen.

 
Besonderheiten:
Die Bedingungen für kulturelle Bildung an den allgemeinbildenden Schulen (nur in Bremerhaven?) scheint unter der Last der neuen bildungspolitischen Aufgabenfelder noch weiter in den Hintergrund zu treten. Halbgruppenunterricht in den Fächern mit hohem handlungsorientierten Hintergrund - klassisch: Musik, Kunst, Werken, Handarbeit, entfällt oder wird bisweilen anderen Aufgabenfeldern nachgeordnet.

Um das hohe Niveau an kultureller Bildung auch weiterhin zu halten, ist es für die Medienwerkstatt stets eine wichtige Aufgabe, externe Kooperationspartner für die kulturelle Bildungsarbeit in der Schule zu gewinnen, um über diese Öffnung Alternativen für den Unterrichtsalltag zu erreichen. Mehr Kultur in allen Fächern, das ist die Aufgabenstellung, der sich die Medienwerkstatt verschrieben hat.
Kooperationspartner und Sponsoren erwarten nicht nur eine funktionierende Arbeitsstruktur in der Schule. sondern auch eine ansprechende Qualität in der Dokumentation, Ansporn für eine Arbeit, die nicht nur Thema und Inhalt betrachtet (Innenwirkung), sondern sich gleichsam auch der Außenwirkung bewusst ist und diese entsprechend nachhaltig nutzt.

Im Israel Projekt haben wir Erfahrungen gesammelt, wie es mit außerschulischen Partnern gelingt, ziel- und ergebnisorientiert ein Projekt gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern zu gestalten und ein für alle überraschendes Schulmedienprojekt auf den Weg gebracht zu haben.

 
Probleme und Lösungen:
Die Flugtickets waren bereits reserviert, als der seit August 2012 schwelende israelsch-palästinensische Konflikt im November erneut an Fahrt aufnahmen. Täglich hörten und lasen wir in den Medien über kriegsähnliche Zustände. Waren unsere ganzen Vorbereitungen vergebens? Eltern und auch die Schulleitung stellten die geplante Reise in Frage. Wir waren erstmal ratlos. In der Kommunikation der Jugendlichen untereinander spielte dieses Thema schnell eine Rolle. Unsere Partner in Israel verstanden uns aber nicht, denn für sie stand kein Fragezeichen hinter unserem geplanten Treffen. Viel Überzeugungsarbeit auf Extra-Elterntreffen und Videokonferenzen mit unseren Partnern sorgten für ein Umdenken und das Team machte sich auf den Weg, um herauszufinden, warum Informationen in den Medien so verschieden waren von dem, was uns in direkter Kommunikation mitgeteilt wurde. Wir wollten uns ein eigenes Bild machen. Die für den Wettbewerb eingereichte Reportage widmet sich diesem Aspekt.
 
Anekdotisches:
"Unschwer zu erkennen ging es in diesem Jugendaustausch um ein politisches, kulturelles Medienprojekt unter pädagogischen Fragestellungen. Ziel sollte es sein, das Wort „Begegnung/Encounter\לפגוש“ durch die Kreativität der Jugendlichen aus Deutschland und Israel ausgestalten zu lassen, mit dem Ziel, dies in einem Film zu dokumentieren. Desweiteren wollten wir erfahren, ob das durch die Medien titulierte „Kampfgebiet“ (http://www.stern.de/politik/ausland/israelische-angriffe-im-gazastreifen-herrscht-angst-vor-neuem-krieg-1926654.html) wirklich eines ist.
Unsere Gastgeber konnten unsere Unsicherheit zuerst nur schwer verstehen. Für sie gab es offensichtlich keinen Anlass zur Sorge. „We do not really understand your fears […] there is nothing you have to be afraid of.” Schon im Vorfeld der Reise konnten wir unsere israelischen Partner in einem sozialen Netzwerk kennenlernen, mit ihnen diskutieren und Fotos, Videos und Fragen austauschen. In verschiedenen Seminaren haben wir uns inhaltlich und medientechnisch auf diese Reise vorbereitet:
„Stimmt es, dass in Israel blonde Mädchen entführt werden?“ oder „Haben die Menschen in Israel richtige Toiletten?“
Es ging jedoch auch um Fragen, die der Vergangenheit vor 1945 entspringen.
„Wie sind unsere israelischen/jüdischen Gastfamilien auf Deutsche zu sprechen?“

Zudem beschäftigte alle in unserer Gruppe, die bis dato uneinschätzbare Lage des jüngst erneut ausgebrochenen Israel-Palästina Konfliktes, welchen wir in den Medien verfolgen konnten. „Sollen wir die Reise verschieben?“ „Wie empfindet ihr als Israelis die derzeitige Lage in eurem Land?“ „Wie ist die Information aus den deutschen Medien einzuordnen?“

Als halb auf-/halb unaufgeklärte, jedoch wache, neugierige Gruppe begaben wir uns in ein uns unbekanntes Land. Am Flughafen in Tel Aviv angekommen war uns sofort eines bewusst: Ja, hier gibt es definitiv richtige, echte Toiletten! Wir sagten unseren Vorurteilen und Ängsten den Kampf an."

"Schnell entstand eine vertraute Atmosphäre, der Prozess des sich Kennenlernens war bereits Motor für eine unglaubliche Leichtigkeit der gemeinsamen Tage. Somit war es auch kein Problem, das Medienprojekt, welches viel Teamarbeit erfordert, allein durch israelisch/deutsche Teams mitgestalten zu lassen. Schnell organisierten sie sich eigenständig, mit einem hohen Maß an Verantwortung für die gemeinsame Aktion. Homestay-Tage, wie der des Sabbats in den israelischen Familien, machten aus einer Begegnung zwischen Unbekannten eine Begegnungen zwischen Bekannten."

„Die Reise hat mir gezeigt, wie gleich die Menschen auf der Welt sind. Ich würde diese Reise jederzeit wiederholen. All das, was wir in Israel erleben konnten, kann man fast nicht mit Worten beschreiben.“
Wie wunderschön und anders als gedacht diese Reise doch war!“

„Das waren die besten zehn Tage meines Lebens und ich würde diese Reise mit euch jederzeit wiederholen.“

Ich habe in Israel erfahren und miterleben können, dass dort nicht so viel Krieg herrscht, wie immer wieder behauptet wird. Ich würde jederzeit wieder nach Israel fliegen. Das Leben in und mit den Gastfamilien war toll und ich habe dort eine wunderschöne Zeit verbracht.“

(aus den Videotagebüchern)