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Frau Kruse entdeckt den fertigen Film
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die Amme von Julia
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Romeo und Tybalt
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Roter Teppich bei der Premiere
Julia & Romeo
Schule:
Janusz Korczak - Gesamtschule, Schledebrückstr. 170, 33334 Gütersloh
Tel.: 05241-823600, Fax.:05241-823603,
www.jkg-gt.de

Gesamtschule / Offener Ganztag
 
Kooperationspartner:
T.R.I.P-Theater
Theater-Realität-Impuls-Phantasie
Claudia Bieber
Mastholterstraße 19
33449 Langenberg
Tel.: 05248-821180
Website: www.trip-theater.de

- Gärtnerei Blumen + Co. Gütersloh (Ansprechpartner: Luis Manuel Cardosao de Lima)

- Stadt Gütersloh, Fachbereich Jugend und Bildung

- Berufsberater Herr Hübenet

- Martin Thorwesten, Musiker und Filmkomponist

- Siegfried Köhn, Tontechniker

- Netzwerk Filmbildung, Kreis Gütersloh (Ansprechpartner: Martin Husemann)

- Bambi-Kino Gütersloh

 
Beteiligte Schüler:
13
integrativer Berufs- und Lebensplanungskurs (BuL-Kurs) des Jahrgangs 9 und 10.
(zur Info: insgesamt waren 13 Schüler an dem zweijährigen BuL- Kurs beteiligt; Schülerdarstellerinnen und -darsteller waren es am Ende im Film 12, da ein Schüler die Schule vor den Dreharbeiten verließ).

 
Beteiligte Lehrkräfte:
2 Lehrkräfte, 1 Mitarbeiter der Jugendberufshilfe der Stadt Gütersloh, 1 Lehrkraft Musik, Film
 
Stundenvolumen:
Die normale Unterrichtszeit beträgt 2 Wochenstunden á 60 Minuten. Das Filmprojekt dauerte das gesamte Schuljahr 2011/2012. Anfangs wurde mehrere Stunden wöchentlich daran gearbeitet, ab dem 2. Schulhalbjahr gab es längere Einheiten und einen besonderen Drehtag.

 
Vorstellung und Kurzbeschreibung:
Der zweijährige Berufs- und Lebensplanungskurs in Klasse 9 und 10 der Janusz Korczak Gesamtschule soll Jugendliche unterstützen eine gefestigte Berufswahl- und Zukunftsentscheidung zu treffen und gestärkt die Schule nach Klasse 10 zu verlassen. Der Kurs ist integrativ.
Ein Ziel des Kurses ist es eine Projektidee zu entwickeln, die Abläufe und benötigten Materialien zu planen und abzuschliessen innerhalb der zwei Jahre. Das Thema und die Aufgabe sollte möglichst von den Schülerinnen und Schülern kommen.
Nach diversen Anläufen kamen die Jugendlichen auf die Idee "Romeo und Julia" zu verfilmen, da ein Schüler im Oktober 2010 voller Begeisterung von dem Kinofilm erzählte und die anderen damit ansteckte.
Für die beiden Kursleiter erschien dies als eine nicht zu leistende Herausforderung, da die Motivation und Zuverlässigkeit der Schülerinnen und Schüler anfangs der Klasse 9 sehr gering war und keiner über die notwendigen Erfahrungen verfügte so ein Projekt zu stemmen.
Somit wurde der Beschluss gefällt, daß die Schülerinnen und Schüler an dem Jugendkreativwettbewerb
mit einem kurzen Filmbeitrag teilnehmen sollten.
Bei erfolgreichem Einbringen von Filmmaterial würde das Projekt weiterverfolgt werden.
So kam es zur Teilnahme am Wettbewerb der Volks – und Raiffeisenbanken.
Hier ist der Link zum Vorfilm „Zuhause“:
http://www.jugendcreativ-video.de/kurzfilme?task=viewvideo&video_id=144

Für ein so umfassendes Projekt wie die Verfilmung von Romeo & Julia schien uns die Hilfe von Theaterfachleuten notwendig.
Diverse Förderanträge wurden gestellt und abgelehnt.
Besonders schön fanden wir die Idee sowohl mit einer weiblichen Theaterpädagogin wie auch mit einem männlichen Schauspielanleiter zu üben, da das Themenfeld Liebe, erste Annäherung und Sexualität im Jugendalter von Mädchen und Jungen unterschiedlich verbalisiert wird und natürlich auch schambesetzt ist.

Durch eine Spende für die Stadt Gütersloh konnten wir eine Vereinbarung mit Frau Bieber vom T.R.I.P. –Theater treffen, die sehr neugierig und gespannt auf das Zusammenwirken von Theater und Film reagierte.
Wir erarbeiteten mit den Schülerinnen und Schülern eine Szenenauswahl, einen zeitlichen Fahrplan, einen Sprechgesangschor und rhythmische Elemente.

Intensives Üben war besonders für die bei den Jugendlichen beliebten Kampfszenen angesagt, die nur sehr schwer überzeugend darzustellen sind. Überraschend einfach gelangen Übungen wie Hände berühren und Hände streicheln oder gegenseitiges Anlehnen. Besonders nachdem das Vertrauen innerhalb des Kurses durch die Zusammenarbeit untereinander und mit Frau Bieber stieg. Im zweiten Schuljahr entschieden wir uns dann Romeo und Julia nicht einfach nur zu verfilmen, sondern eine Rahmenhandlung hinzuzufügen, die neue Rollen bot und auch die schauspielerische Professionalität von Frau Bieber spiegeln sollte ohne dass die Jugendlichen untergehen.
Unser Berufsberater Herr Hübenet von der Agentur für Arbeit zeigte großes Interesse an unserem Projekt und wollte gerne mitspielen, so dass die Rolle des Hausmeisters entwickelt wurde und er in seiner Freizeit mit uns drehte.

Zum Inhalt des Spielfilms

Eine Schülergruppe im Alter von 13 bis 15 Jahre möchte Shakespeares "Romeo und Julia" verfilmen. Im Laufe der Proben gerät die Schauspielanleiterin Frau Kruse immer mehr in Konflikte mit den SchülerInnen, dem Hausmeister und der Mutter eines Schülers. Die Jugendlichen sind sehr irritiert angesichts des Verhaltens von Frau Kruse. Wutentbrannt verläßt sie den Übungsraum und man erfährt in einer tänzerischen Theaterszene,dass sich Frau Kruse in die Rolle der Julia hineinträumt.
Die SchülerInnen drehen den Film daraufhin alleine fertig, der endlich auch mal richtig "Julia und Romeo" heißen darf und nebenbei erleben zwei Schüler die erste Liebe.
Frau Kruse entdeckt zufällig den fertig gedrehten Film und lobt schlußendlich die Schülerinnen, die ihr großes Ziel erreicht haben.

Drehorte

Als Drehorte in der Stadt Gütersloh erscheinen im Film: die Janusz Korczak – Gesamtschule, der Jugendtreff Kattenstroth, ein Kinderspielplatz, die Gärtnerei Blumen + Co und der Stadtpark Gütersloh.

Künstlerische Leitung

Die künstlerische Leitung und Verantwortung übernahmen die Theaterregisseurin Claudia Bieber und Michael Ohl von der Jugendberufshilfe der Stadt Gütersloh (Drehbuch, Kamera, Schnitt und Regie), die musikalische Leitung Martin Thorwesten.

Darsteller und Mitwirkende

Die Darsteller sind zum Großteil Schüler. Besonderen Wert wurde darauf gelegt, dass alle beteiligten Jugendlichen ihre individuellen Szenen im Film haben können und nicht nur die Hauptdarsteller. Die BuL-Kursleiterin Heidrun Elbracht übernahm die Rolle der Mutter, die Theaterregisseurin Claudia Bieber spielte die Anleiterin Frau Kruse, der Berufsberater Frank Hübenet die Rolle des Hausmeisters, Luis Manuel Cardosao de Lima spielte eine Gastrolle als Migrant für Romeo im Exil und die Lehrerin Nina Bentlage eine Gastrolle im Exil in einem Land indem alles ein wenig anders ist. Darüber hinaus drehten die Jugendlichen immer wieder eigene Sequenzen.

Bevorzugter Ort der Vorführung und GEMA:

Der Spielfilm wurde als interne Premiere im Bambi-Kino Gütersloh im Oktober 2012 für geladene Gäste vorgeführt.
Ein roter Teppich empfing die Darstellerinnen und Darsteller mit Herzluftballons und musikalischer Umrahmung.
Nach der Vorführung wurden alle Mitwirkenden nach vorne gebeten und erhielten Blumen und eine DVD.
Michael Ohl moderierte eine Fragerunde über die vergangenen zwei Projektjahre und dem Endergebnis Film, den bis dahin noch keiner in dieser Fassung gesehen hatte.
Die Rückmeldungen der Jugendlichen waren fantastisch bis hin zu: dies war der schönste Tag in meinem Leben.
Weitere Aufführungen sind in Planung.

Der Film wurde mit GEMA-freien Medien produziert. Die Inhalte der Filmmusik sind gemäß dem Urheberrechtsgesetz geschützt. Die musikalische Untermalung wurde vom Musiker Martin Thorwesten aufwändig komponiert und im Tonstudio der Uni Münster mit allen Instrumenten von ihm persönlich eingespielt.

DVD

Seit Oktober 2012 ist an unserer Schule eine DVD erhältlich. Hierbei wird lediglich um die Produktionskosten gebeten.

Zielgruppe des Spielfilms

Jugendliche ab 12 Jahren und Erwachsene.


Pädagogik und Gewaltprävention

Das Spielfilmprojekt „Julia & Romeo“ hat die Schülerinnen und Schüler des BuL-Kurses in ihrem Selbstwertgefühl und ihrem Mut gestärkt. Darüber hinaus gewannen sie durch Schauspielkunst und dessen Darbietung ein stärkeres Selbstbewusstsein ihrer Ausdrucksweisen, wovon sie auf ihrem Weg in und nach der Schule persönlich profitieren werden. Künstlerische Darbietungen solcher Art bereichern unser Schulleben enorm und wirken sich positiv auf das Gemeinschaftsgefühl in der ganzen Schule aus. Darüber hinaus weiten wir Lehrkräfte unsere pädagogische Arbeit auf der Bühne in die Bereiche des Spielfilms aus und gewinnen somit innovative Schlüsselkenntnisse, die wir für Folgeprojekte weiterverwenden können.

Der Inhalt des Films lädt die Schüler dazu ein, sich über Liebe, Ehre, Feindschaft und Migration
in der Gesellschaft kritische Gedanken zu machen.


 
Projektauslöser/Idee:
Im vorangegangenen Berufs- und Lebensplanungskurs der Janusz Korczak – Gesamtschule
entwickelten die Jugendlichen eine Wandbemalung innerhalb der Schule als Projekt.
Die Erfahrungen mit Jugendlichen ein Projekt von Anfang bis Ende mit allen Hindernissen und zeitlichen Abläufen durchzuführen ist sehr bereichernd. Zum einen erleben sie, dass Projekte Planungen und Absprachen erfordern und nicht in kürzester Zeit erledigt werden können, sondern einen langen Atem benötigen.
Mithilfe des Endergebnisse erfolgt eine ungemeine Selbststärkung und zum Teil zum ersten Mal im Leben das Gefühl etwas wirklich durchgezogen zu haben. Dies ist besonders wichtig hinsichtlich des Abenteuers Berufswahl und die Schule zu verlassen um sich in einem unbekannten Terrain zu behaupten.
Hervorzuheben ist, dass die Jugendlichen die Ideen einbringen und vertreten müssen.

Michael Ohl drehte mit Schülerinnen und Schülern einen Film zum Thema Gender und Berufsorientierung, der auf mehreren Tagungen gezeigt wurde und experimentierte mit Zeichentrick- und Brickstone-Filmen.
Nebenbei interessierte er sich schon immer für Theater und Regie (Kabarett Programm geschrieben und Theaterstücke). Bereichernd ist die Arbeit im Netzwerk Filmbildung im Kreis Gütersloh, da es dort spannende Erfahrungsaustausche mit Lehrern gibt, die ebenfalls an Schulen mit Schülerinnen und Schülern drehen.
Ferner erhält man durch eingeladene Regisseure immer wieder großartige Einblicke in die professionelle Filmarbeit mit all ihren Chancen und Hürden.
Die Regiearbeit in Kooperation mit Frau Bieber als Theaterregisseurin und besonders der Schnitt für einen einstündigen Film war eine riesige Herausforderung, da ein Kameramann und Filmregisseur anders sieht und denkt und zufrieden ist als eine Theaterregisseurin.

 
Projektentwicklung:
Oktober 2010 - Ideenfindung: ein Schüler erzählt mit leuchtenden Augen von „Romeo und Julia“

November 2010 bis Januar 2011 – Arbeit der Schülerinnen und Schüler am Filmclip „Zuhause“,
sie müssen eigene Ideen entwickeln und Szenen eigenständig drehen.

Februar 2011 – Teilnahme am Videowettbewerb

März bis Mai 2011 – diverse Anträge auf Förderung um eine oder zwei Theaterregisseure zu finanzieren. Sammlung der Ideen, wie kann „Julia & Romeo“ umgesetzt werden und welche Szenen müssen unbedingt im Film vorkommen. Projektplanung wird von den Schülerinnen und Schülern erstellt.

Mai 2011 – Beginn der Zusammenarbeit mit Frau Bieber und Rhythmustraining.

Juni und Juli 2011 – intensive Theaternachmittage mit Kampf- und Liebesszenen, Besetzung der Filmrollen und Training mit Kleingruppen

September 2011 - thematische Workshops mit Martin Thorwesten zur Filmmusik und deren Wirkung und Vorstellung der Leitmusik für die beiden verfeindeten Gruppen
Oktober und November 2011 – die Filmidee und Rahmenhandlung kristallisiert sich heraus, Erstellung eines Drehplans
Dezember 2011 bis April 2012 – Theaterproben und Filmdrehsequenzen
aufgrund einer Erkrankung konnte der Filmschnitt nicht in den Osterferien beginnen und das Projekt nicht bis zum Ende des Schuljahres 2011/2012 abgeschlossen werden
Juli und August 2012 – Filmschnitt und Beginn der musikalischen Vertonung
September 2012 - Zusammenlegung von Film und Musik, Organisation der Premiere und der Einladung mit einem fiktiven Interview mit Herrn Shakespeare (Interview mit Zitaten als Antwort). DVD Cover und DVD Fertigstellung, Tonnachbearbeitung durch Siegfried Köhn
22.10.2012 – Premiere im Bambi-Kino Gütersloh und DVD

 
Besonderheiten:
„Julia & Romeo“ ist ein Film geworden, der die Jahrhunderte alte Geschichte in der heutigen Zeit erzählt und eine zusätzliche Geschichte von Theaterarbeit, Anstrengungsbereitschaft, Hingabe und Auseinandersetzung zwischen Jugendlichen und zwischen Erwachsenen hinzufügt. Liebe, geliebt werden und sich verstanden fühlen ist für alle Lebensstufen von immenser Bedeutung und alle Beteiligten erlebten das bei sich und den anderen Altersgruppen.

Schön ist das Miteinander von außerschulischen Akteuren, Jugendlichen und Erwachsenen: jeder durfte eine
Rolle übernehmen und dem selbstverständlichem Miteinander von Integration, Behinderung und Migration (ein Schüler lernte erst Deutsch). Durch die besonders intensive Arbeit dürfen sich die Jugendlichen und die Erwachsenen auf einer besonderen Ebene als Menschen begegnen, da alle bis an ihre Grenzen gehen.
Das Rollenmuster (Lehrer – Anleiter – Berufsberater – Schülerin/Schüler) wird dadurch zeitweise aufgelöst.
Der Film ist nun da und wird für die Beteiligten ihr Leben lang mit schönen und bereichernden Erinnerungen verknüpft sein.
Letztendlich sind sechs Jugendliche direkt in eine Ausbildung gegangen und für alle anderen ist ein bestmöglicher Übergang von der Schule in den Beruf oder auf eine weiterführende Schule geschaffen worden.

 
Probleme und Lösungen:
Wie bei jedem größeren Projekt gab es Probleme und zum Glück Lösungen.
Gebuchte Räumlichkeiten waren des Öfteren nicht zur Verfügung wegen Schulveranstaltungen und wir gingen auf Wanderschaft um einen Raum zu finden, an dem wir laut sein durften aber andere wiederum nicht um unsere Aufnahmen nicht zu stören.
Wie bei Jugendlichen üblich gab es Unzuverlässigkeiten bezüglich des Mitbringens von Kleidung beim Filmdreh und es mußte im Schnitt getrickst werden. Die Mädchen änderten bisweilen ihre Frisur, was für den Regisseur zum Haare raufen war, so dass Szenen gänzlich neu gedreht werden mußten.
Die Technik ist heutzutage fantastisch, allerdings mußte Kamera und Laptop und Mikrofon mit mehreren Personen geteilt werden und immer wieder organisatorisch abgesprochen werden.
Die neue Kinotechnik kann fast alles abspielen, wenn man weiß wie. Zum Glück hatten wir es Tage vorher schon probiert.
Der Computer zum Schneiden ging bis zu 10mal am Tag durch die HDTV Filme in die Knie.
Dadurch gingen des öfteren kurze geschnittene Sequenzen verloren.
Förderanträge stellen und Hoffnung haben und wieder eine Absage zu erhalten ist nervraubend. Dafür kam das Geld dann unerwartet angeflattert (auch für den Filmkomponisten).
Die Temperatur im Gewächshaus bei der Sterbeszene war nahe dem Gefrierpunkt und Frau Elbracht packte die
Jugendlichen immer bei Drehpausen in ihre mitgebrachten Schlafsäcke ein.
Das größte Problem allerdings war das fehlende Storyboard. Da niemand bisher einen Film in dieser Größenordnung gemacht hatte, dachten wir, dass das Festlegen der Szenen reichen würde.
Allerdings ist dies der größte Trugschluss! Der Film mußte wieder und wieder umgeschnitten werden um einen Spannungsbogen zu verfolgen.

 
Anekdotisches:
Wir mußten ganz viel und ständig drehen, damit die Jugendlichen sich daran gewöhnten und nicht mehr direkt in die Kamera guckten.

In der Sterbeszene unseres Films im eisigen Gewächshaus im Januar 2012 vertauschte Michael Ohl am Nachmittag nach intensivem ganztägigem Drehen den Ein- und Ausschalter, so dass die Pausen gedreht wurden, aber die Filmszenen nicht. Der Dreh konnte auch nicht wiederholt werden, so dass aus Proben und Schnipsel die Szenen erstellt werden mußten.
Wenn die Theaterregisseurin Frau Bieber sagte, die Szene sei gut gewesen und die Jugendlichen innerlich auf den Pausenmodus umschalteten, kam der Kameramann Michael Ohl und erklärte, dass wir die Szene zumindest noch viermal wiederholen müssen um verschiedene Kameraeinstellungen zu haben.
An einem Samstag morgen drehten wir die Hausmeisterszene und die Schülerinnen und Schüler ahnten nicht, dass ihr Berufsberater mitspielen würde. Leider wurden ihre offenen Münder nicht gefilmt, als Herr Hübenet verkleidet als Hausmeister den Raum überraschen betrat und fragte, wo denn die Glühbirne zum Wechseln sei.

Bei der Liebesnacht von Julia & Romeo zappelten die beiden Darsteller so dermaßen unter einer Decke kichernd herum, so dass die gedrehten Szenen für den Film nicht verwertbar waren.

Ein Schüler war im 9. Schuljahr gegenüber fast allem negativ eingestellt, im Nachhinein freute er sich, dass er mitgemacht hatte und erklärte, dass er ablehnend war, da er sich beim Theaterspielen nicht lächerlich machen wollte und er hätte nicht gedacht, dass er es so gut hinkriegen könnte.
Eine Schülerin meinte, dass sie immer wieder an Grenzen gestossen sei und ganz viel Selbstbewußtsein getankt habe und nun auch einfacher mit Erwachsenen reden könne.
Wenn Michael Ohl beim Drehen nachdachte, ging er immer im Kreis um die Kamera herum und wirkte wie „ein gefangener Tiger im Käfig“.
Nach der Erkrankung von Michael Ohl und der Verzögerung der Schnittarbeiten provozierte eine Schülerin immer wieder damit, dass sie behauptete der Film würde sowieso nie geschnitten werden und wenn sie die Schule verlassen haben, dann denke keiner mehr an sie. Sie strahlte am Premierenabend stundenlang!

„Die Filmpremiere war der schönste Tag in meinem ganzen Leben.“