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Film ab - was tun, wenn die Kamera läuft?
Schule:
Grund- und Werkrealschule Gablenberg
Pflasteräckerstraße 25
70186 Stuttgart
Telefon: 0711 216-96770

Homepage:http://www.gws-gablenberg.de/

Grundschule / Gebundener Ganztag

 
Kooperationspartner:
Karamba Basta
Verein für Kultur von und mit Kindern und Jugendlichen e.V.

www.karamba-basta.de

 
Beteiligte Schüler:
8
Klassenstufe 2-3 innerhalb des Projekts "Medien", im Rahmen der Ganztagesangebote in der Grundschule. An dem Projekt "Film ab - was tun wenn die Kamera läuft?", nehmen 8 Schülerinnen und Schüler teil. Davon 3 Mädchen und 5 Jungen.
 
Beteiligte Lehrkräfte:
keine - Theaterpädagoge und Medienpädagogin vom Kooperationspartner Karamba Basta e.V.
 
Stundenvolumen:
Ein Schulhalbjahr, wöchentlich, 2 Stunden

von September 2012 bis Februar 2013

 
Vorstellung und Kurzbeschreibung:
Mit dem Projekt „Film ab- was tun wenn die Kamera läuft?“, sollen die Kinder an die Aufgaben und Möglichkeiten, die sich bei einem Filmprojekt stellen, herangeführt werden. Von der Idee, zum Drehbuch, dem Drehplan, sowie dem notwendigen Schauspieltraining und der Erarbeitung der Rollen bis hin zum Drehen, sollen die Kinder alle Schritte mitbekommen und erfahren.
Dies wird in drei Hauptschritte aufgeteilt:
1. Schritt: Theaterpädagogische Einheit: Körperarbeit, Körperwahrnehmung, Achtsamkeitsübungen, Schauspieltraining, Literatur kennenlernen, Rollenfindung, grundsätzliche Rollenarbeit
2. Schritt: Erstellen einer Storyline, eines Drehbuches, eines Drehplanes.
3. Schritt: Dreharbeiten; bestehend aus Vorbereitung der Drehorte, Proben und Aufnehmen

Die Kinder sind an allen Schritten beteiligt. Ausgangspunkt sind vier Märchen aus der Sammlung der Gebrüder Grimm. Die Kinder lernen die Märchen genau kennen, erarbeiten Charakterisierungen der Hauptfiguren (diese werden visualisiert - Beispiele sind unter £Bilder" angehängt) und suchen sich eine Figur aus. Diese wird dann zur Rolle für den Film.
Neben allgemeinen Schauspielübungen und Körperarbeit kommt jetzt konkrete Rollenarbeit dazu. Dies findet alles in einer spielerischen Atmosphäre statt. Die Kinder sollen Lust auf das agieren vor der Kamera bekommen und sehen das sich Anstrengung lohnt und Spaß machen kann.
Das Leistungsprinzip im Sinne von Perfektion steht nicht im Fordergrund. Jeder agiert so gut er kann.
Bei der Storyfindung sind die Kinder ebenso beteiligt. Ideen werden gesammelt, über spezifische Fragen werden mögliche Handlungsabläufe entwickelt. Bei Ideen, die filmisch nicht umsetzbar sind wird erklärt warum das nicht geht und es werden Alternativen gesucht.
Beim Drehen soll mindestens ein Kind auch hinter der Kamera stehen und unter Anleitung für eine Kameraperspektive verantwortlich sein.

 
Projektauslöser/Idee:
Ausgelöst wurde die Idee durch eine gemeinsame Findungskommission mit Schuleitung und Vertretern des Lehrkörpers, sowie der Betreuer des Ganztagersbereichs und dem Kooperationspartner Karamba Basta e.V.
Innerhalb diser Kommission wurde ein Konzept erarbeitet, in dem die Ganztagesschule mit Hilfe von Kooperationspartnern sich dem Stadtteil öffnen wird. Eine Idee war dabei, dass sich ein Filmprojekt mit dem Stadtteil und der kindlichen Fantasie mittels des Mediums Film beschäftigt. Die Idee kam von den Mitarbeitern von Karamba Basta, die schon seit vielen Jahren in den Bereich Medien und Theater Projekte mit Kindern machen.
 
Projektentwicklung:
Neben der Planung, die von den Mitarbeitern des Kooperationpartners durchgeführt wurde, fanden Absprachen mit den Schulbetreuern statt, von wegen Abstimmung welche Schüler sollen teilnehmen: Wie findet die Auswahl statt, wie schafft man eine Transparenz bei der Auswahl, um Frustrationen zu vermeiden? Beim ersten Treffen kamen alle Schüler der Neigungsgruppe Medien(24) in die Einruchtunhg des Kooperationspartners.
Nach einem gemeinsamen spielerischen Einstieg zum Bereich Schauspiel und Film wurde eine Verlosung gemacht, da es mehr Anwärter für die Filmgruppe gab, als Plätze.
Die 8 Kinder, die schließlich in der Film-Gruppe kamen, waren von Änfang an sehr interessiert und hatten eigene Vorstellung, wie ihr Film werden sollte. Wie oben beschrieben wurden zuerst die grundsätzlichen Kompetenzen, die fürs Filmen notwendig sind, erlebt, ausprobiert und geprobt. Das Thema unseres Filmprojeks "Märchen" wurde mit den Kindern bearbeitet und in Bildern und Charakterisierungen festgehalten. Dann kam die Arbeit an Figur, Rolle und damit an der Geschichte, dem Drehpaln. Kostüme wurden vom Kooperationspartner erarbeitet. Um die Einkleidungszeit jede Wche so gering wie möglich zu halten und die Kinder selbst am Besten zur Geltung kommen zu lassen, wurden die Kostüme so minimalistisch gestaltet wie möglich.
Am Ende des Projekts steht das tatsächliche filmen. Beim Dreh wurden die im Drehbuch festgelegten Szenen von den Kindern improvisiert. So wandelte ich der Charakter des Film mit jedem "take".
Nach Abschluss des Drehs bekommen die Kinder noch einen kleinen Einblick ins Filmschneiden. Dann wird der Film vom Kooperationspartner fertig geschnitten und in der Schule prasentiert. Darauf freuen sich unsere "Autoren, Schausieler, Regisseure, Kamaraleute..- in einem" schon heute.
 
Besonderheiten:
Die Kinder werden insofern besonders gefordert, da sie über einen relativ langen Zeitraum verbindlich in ein Filmprojekt eingebunden werden. Dabei muß entsprechen des Alters der Teilnehmer, der Spagat geschafft werden, zwischen spielerischer Motivation, Spaßvermittlung und den sehr verpflichtenden Ansprüchen ans Filmen, wie z. B Absprachen genau einhalten, auf Kostüm - und Sinnanschlüße bei den einzelnen Szenen achten... Wartezeiten treten häufig auf, diese gilt es zu akzeptieren und durchzuhalten.
Das Projekt vermittelt den Kindern eine hohe Kompetenz und bietet gleichzeitig den Spaß und die Freude, die Kinder dazu bringen, bis zum Schluß mit zu machen.
Zudem gestalten sie aktiv, was sie sonst nur passiv konsumiren.
 
Probleme und Lösungen:
Für die Dreharbeiten mussten die Kinder jeweils Schuhe, Hose und ein Oberteil mitbringen, dass solange in der Einrichtung verblieb, bis das Projekt zu Ende war. Dies beizubringen war eine Herausforderung für die Kinder und Eltern, zumindest für einige. Es bedurfte einiger Telefonate und Geduld von Seiten der Pädagogen bis alle Sachen beigebracht wurden. (Diese Kleidungsstücke sind nötig, damit die Kostüme, die bewusst sehr mimimal gehalten sind, immer gleich ergänzt werden und damit im Film kontinuierlich gleich bleiben).
Eine weitere Schwierigkeit war der khappe Zeitplan für die Dreharbeiten. Da die Trainings und Rollenfindungsphase viel Zeit beansprucht hatte gab es Verzögerungen und wir wurden gerade so fertig. Dies muss beim nächsten Mal besser geplant werden. Jedoch kann gesagt werden, dass durch die durchgehende wertschätzende Art des Umgangs, auch mit Drucksituationen gut umgegangen wurde. Die Kinder zeigten eine sehr große Bereitschaft mit den Betreuern auch anstrengende Situationen zu bewältigen.
 
Anekdotisches:
Ein Junge hatte sich die Rolle des König Drosselbart ausgesucht. Insgeammt gab es drei Könige bzw. Prinzen, die von den Jungen dargestellt werden sollten.
Bei der Kostümwahl wurde beschlossen, dass alle Jungen schwarze Strumpfhosen als Beinkleid tragen sollten, um die Figur fester in der Märchenwelt zu verankern. Das wurde auch akzeptiert, bei der ersten Anprobe jedoch weigerte sich der "König Drosselbart" sich anzuziehen. Nach mehreren Gesprächen stellte sich heraus, dass der Junge sich genierte Stumpfhosen zu tragen, weil er befürchtete von seinen älteren Brüdern ausgelacht zu werden. Die anderen Jungs hatten damit keine Probleme und versuchten ihn zu überreden - aber er blieb bei seiner Weigerung. Die Betreuer konnten auch nicht auf die Kostümauswahl verzichten, da dies sonst sehr komplizierte Umstellungen mit sich gebracht hätte. Zu guter Letzt wurde er fester Kameramann und es stellte sich heraus, das der Junge für seine acht Jahre ein aussergewöhnlich gutes Gefühl für die Kameraführung entwickelte und somit eine echte Unterstützung wurde. Wir werden das Gefühl nicht los, dass er beim filmen mehr Enthusiasmus und vor allem Ausdauer an den Tag legte, als er zuvor bei der Erarbeitung seiner Roller zeite. Letztendlich war er in diesem Projekt also genau an der Stelle, wo er sich am besten einbringen konnte.