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Performance "Klang trifft Schatten" in der Europäischen Kunstakademie
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Sophie entdeckt neue Klang-Welten mit Josep-Maria Balanyà
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Klangorchester und Schattentheater - Bühnenaufbau und Workshop
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Metallworkshop mit Mathias Lanfer
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Im Rheinischen Landesmuseum Trier. Nicola zeigt Bronzeplatten
Klang & Schatten oder "Wo wächst Metall?"
Schule:
Levana-Schule Schweich
Bernhard-Becker-Str. 6
54338 Schweich
Telefon: 06502/930920
Fax: 06502/995401

www.levana-schule-schweich.de

Förderschule/Sonderschule / Gebundener Ganztag

 
Kooperationspartner:
Europäische Kunstakademie Trier
Jugendkunstschule Pink Painter
Frau Dr. Gabriele Lohberg
Aachener Str.63
54294 Trier

www.eka-trier.de


Josep-Maria Balanyà
www.balanya.net

Mathias Lanfer
www.mathias-lanfer.de

Rheinisches Landesmuseum Trier
Anne Kurtze M.A
Museumspädagogik und Marketing
Rheinisches Landesmuseum Trier
Weimarer Allee 1
54290 Trier
Tel: 0651-9774-155
Fax: 0651-9774-222
www.landesmuseum-trier.de


 
Beteiligte Schüler:
28
7 Schüler, 10. Schulbesuchsjahr
21 Schüler 11. - 13. Schulbesuchsjahr
 
Beteiligte Lehrkräfte:
1 Lehrkraft (Theater, Kunst, Werken, Medien), 1 Lehrkraft (Theater, Musik, Deutsch), 1 Lehrkraft (Deutsch, Kunst), 1 Lehrkraft (Musik), 1 Lehrkraft (Tanz), 1 Lehrkraft (Kunst), 1 Lehrkraft (Kunst), 1 Lehrkraft (Textiles Gestalten), 1 Lehrkraft (Kochen/Hauswirtschaft)
 
Stundenvolumen:
• Erstes Treffen unserer Schüler mit Josep-Maria Balanyà in der Europäischen Kunstakademie Trier am 25. Mai 2012 – Projektvorbesprechung, Klärung von einzelnen Fragen

• September 2012 Projektentwicklung mit den Schülern – 4 Wochen 7 Unterrichtsstunden im Theaterunterricht

• Wöchentlich 3 Unterrichtsstunden-Tanzunterricht während des gesamten Schuljahres mit 10 Schülerinnen


• Wöchentlich 7 Unterrichtsstunden Theater (Theorie, Kulissenbau, Licht, Probe)während des gesamten Schuljahres mit 9 Schüler und Schülerinnen

• Wöchentlich 7 Unterrichtsstunden Werken/Metall über das gesamte Schuljahr

• Wöchentlich 2 Unterrichtsstunden Kunst
o Digitale Bearbeitung von Filmaufnahmen zu Videos für die performative Umsetzung
o Digitale Bearbeitung von Tonaufnahmen des Klangorchesters
o Digitale Bearbeitung von Fotoaufnahmen für Visualisierungen
o Digitale Bearbeitung von Mikroskop-Aufnahmen für Visualisierungen

• Workshopwoche vom 15.10. bis 20.10.2012 in der Europäischen Kunstakademie Trier mit Josep-Maria Balanyà
o Öffentliche Performance am 20.10.2012 mit Klangorchester und Schattentheater im Atelier E4 der Europäischen Kunstakademie Trier

• 17. Januar – 4 Unterrichtsstunden auf dem Schrottplatz Thema:
o Auswahl von Metallen, Kriterium groß, nicht zu schwer, sollen klingen!

• Workshopwoche vom 21.1.2013 bis 25.01.2013 in der Metallklasse der Kunstakademie Trier (Schweißtechniken, Schneidetechniken, Verbindungen und Metallskulptur) mit Manfred Lanfer

• 28. Januar 2013 Treffen im Rheinischen Landesmuseum Trier mit Museumspädagogin Anne Kurtze.
o Konzepterstellung und Terminierung eines mehrtägigen Workshops im Landesmuseum Trier gemeinsam mit den Schülern und Festlegung der Aufführungs-Räumlichkeiten

• Februar 2013 Workshopwoche im Rheinischen Landesmuseum zum Thema Eisen und Bronzezeit in der Region Trier, Eifel, Mosel

• Arbeitslehreprojekt mit mehreren Gruppen vom 25.2.2013 - 15.03.2013 in der Schule und in der EKA Trier
o Metallgruppe/Theatergruppe: Herstellung von Klangskulpturen aus Edelstahl und Schrottteilen
o Kunstgruppe: Herstellung von Metallmasken
o Textiles Gestalten: Herstellung von Metallkostümen für die Tanzgruppe
o Gruppe Schmuck: Herstellung von Schmuck aus Abfallmetall für Klangorchester und Tanzgruppe

• Betriebsbesichtigungen im März 2013
o Glockengießerei Schmitt, Brockscheid, ganztägig
o Bleche Hase, Trier, 2 Stunden

• Exkursion zum Weltkulturerbe Völklinger Hütte am 30. April 2013, ganztägig

• Mai 2013, insgesamt 16 Unterrichtsstunden Deutsch, zum Thema Bronzezeit

• Besuch des Deutschen Bergbaumuseums in Bochum im Juni 2013

• Präsentation Klang & Schatten zum 4o jährigen Schuljubiläum 23. Juni 2013, 1. und 2. Akt

• Einrichtung der Klangskulpturen und Proben des 2. Aktes in den Ausstellungssälen des Landesmuseums am 9. und 16. September 2013, von 9 Uhr bis 14.30 Uhr

• Öffentliche Performance des 2. Aktes im Rheinischen Landesmuseum in der Museumsnacht zum 20. Fundjubiläum des riesigen Goldschatzes am 21.September 2013

• 13. – 16.November 2013, Workshop „Klang & Schatten“ mit Josep-Maria Balanyà und dem Schattentheater der Levana-Schule mit einem Klangorchester Brüsseler Jugendlicher in der „Maison de la Création“, Brüssel, mit abschließender Performance.

• 9.12. - 14.12.2013 Workshopwoche Musiktheater in drei Akten mit Generalprobe, täglich (7 Stunden)in der Kunstakademie Trier

• 14.12.2013, 19 Uhr, Performatives Musiktheater“Klang&Schatten oder Wo wächst Metall?“ in drei Akten in der Kunsthalle der EKA Trier mit Live-Klang-Orchester, unter der Leitung von Josep-Maria Balanyà mit Schattentheater und Tanzgruppe der Levana-Schule und der Bläserklasse des Stefan-Andres-Gymnasiums Schweich

• Aufführung des Musiktheaters “Klang&Schatten oder Wo wächst Metall?“ im Bürgerzentrum der Stadt Schweich im Januar 2014 mit Live-Klang-Orchester, unter der Leitung von Josep-Maria Balanyà mit Schattentheater und Tanzgruppe der Levana-Schule und der Bläserklasse des Stefan-Andres-Gymnasiums Schweich

 
Vorstellung und Kurzbeschreibung:
"Klang und Schatten oder "Wo wächst Metall?"" ist ein interaktives, ganzheitliches Musiktheaterprojekt in drei Akten(1.Akt, Klang trifft Schatten, 2. Akt Klang und Körper, 3. Akt Klang-Welten), in Kooperation mit der Jugendkunstschule Pink Painter der Europäischen Kunstakademie Trier, dem Musiker und Klangperformer Josep-Maria Balanyà aus Barcelona, dem Skulpturenkünstler Mathias Lanfer und dem Rheinischen Landesmuseum Trier. Beteiligt sind 28 Schüler der drei Werkstufenklassen.
Den ersten Akt bildet die Performance „Klang trifft Schatten“, die bereits im Oktober 2012 als Abschluss eines einwöchigen Klang-Workshops mit Josep-Maria Balanyà im Atelier E4 der Europäischen Kunstakademie Trier aufgeführt wurde. Das aus 7 Schülern bestehende Klangorchester entdeckte zunächst im Verlauf dieser Woche ein unglaubliches Experimentierfeld in der Welt der Klänge. Hier in der Kunstakademie war alles erlaubt was Klänge erzeugt! Der eigene Körper, die Wände, die Heizungen, der Fußboden, Tische, Stühle, die ganze Vielfalt der Dinge vor Ort wurde von der Orchestergruppe entdeckt , erforscht und mit ihr experimentiert. Durch die Anleitung des Performance-Künstlers Balanyà in Material-Kategorie und den musikalischen Grundparametern Tempo und Dynamik der Klänge entwickelten sich aus zuvor vielleicht störenden Geräuschen und ungefiltertem Lärm , interessante Klangstrukturen, in denen Rhythmus, dynamische Bögen und spannende Klangfolgen zur akustischen Entdeckungsreise der Umgebung einluden. Dann der spannende Moment als die Klanginstallation aus diversen Metallstücken dem Spiel freigegeben wurde. Die unterschiedlich großen Metallteile wurden an einem 4x4m großen Metallrahmen, der in 4 Meter Höhe von der Decke hing, an Perlonseilen befestigt und aufgehängt. Diese Metallteile stammten aus dem Fundus eines Trierer Schrottplatzes und den Abfällen einer blechverarbeitenden Trierer Firma. Die Fundstücke wurden von den Schülern mit einem Hammer auf ihre Klangstruktur hin untersucht. Mit verschiedensten Schlegeln wurden diverse Klangexperimente durchgeführt. Intensität und Akzentuierung des Anschlages riefen bei den Metallteilen unterschiedliche Klangfarben und tiefgehende Resonanzen hervor. Es gab beruhigende, aber auch schrille Klänge, die je nach Tonhöhe in bestimmten Bereichen des Körpers Resonanzen erzeugten. Über die Art des Anschlagens entstanden Klangspuren, die melodische Figuren und Rhythmen hervorbrachten. Das Klangerlebnis wurde zusätzlich bereichert, indem manche Klänge mit einem Mikrofon verstärkt und digital verfremdet wurden. Aus dem freien Experimentierspiel entstanden Klangkomponenten, die immer mehr an Struktur gewannen und im Finale zu einer grandiosen, virtuosen Klangkomposition heranwuchsen.
Parallel dazu schuf die Schattentheatergruppe ein großes dreiteiliges Bühnenbild, bestehend aus zwei beweglichen (Nesselstoff) und einer starren Projektionsfläche (Opera). Auf diese insgesamt 6 Meter hohe und 15 Meter breite Fläche wurden mit Beamer, Overhead-Projektor, Halogen-Handlampen und Taschenlampen riesige bewegte Licht und-Farbspiele zu den Klängen des Orchesters projiziert. Die im Kunstunterricht entstandenen und bearbeiteten Filmsequenzen bestanden aus Nahaufnahmen von Metallblechen die durch farbiges Anstrahlen der Bleche skuril anmutende Bilder erzeugten. Zusätzlich wurde im Internet nach brauchbaren Filmstücken recherchiert. Aus dem Fundus der Aufnahmen und dem Repertoire der Schattentheatergruppe konnten so der Komposition und dem Spiel des Klangorchesters, Visualisierungen zu den einzelnen Kompositionssätzen zugeordnet werden. So entstand eine spannende Dramaturgie bestehend aus Menschenschatten-, Objektschattentheater, Livebildkameraprojektionen und Videoprojektion. Sich auf diese experimentellen Musikklänge einzulassen, spontan auf das Gehörte zu reagieren und mit den Mitteln den Schattentheaters zu improvisieren und dennoch zu strukturieren, setzte ein enormes Maß an Konzentration, hohe Flexibilität und Einfühlungsvermögen voraus. Kompetenzen, die man Menschen mit Handicap in diesem Maße zunächst nicht zutraut. Sie haben es gemeistert. Die abschließende Performance vor über 150 Zuschauern in der Kunstakademie Trier hat bei den Schülern sehr tiefe kreative Eindrücke hinterlassen und den Ausschlag dafür gegeben, dieses Projekt zu verlängern und ein großes Musiktheater „wo wächst Metall?“ zu entwickeln.
Gemeinsam mit den Schülern werden Möglichkeiten und Chancen der Weiterentwicklung gesucht. Die wunderbare Schüleridee, aus Metall große Instrumente zu bauen kann durch weitere Kooperationspartner umgesetzt werden.
Der Skulpturenkünstler Matthias Lanfer zeigt unseren Schülern in seinem Workshop die vielfältigen Möglichkeiten, Metalle zu bearbeiten und/ oder miteinander zu verbinden: Schweißen, bohren, löten, nieten, schrauben und mit dem Schweißbrenner arbeiten sind der Ausgangspunkt, um große, zum Teil bewegliche Klangskulpturen zu gestalten, die im 2. Akt des Musiktheaters die neuen Instrumente des Orchesters bilden und gleichzeitig die choreographischen Möglichkeiten des Tanzensembles und des Schattentheaters mit prägen. Die erlernten Techniken bilden die Grundlage im Theaterunterricht, Werkunterricht und im dreiwöchigen Arbeitslehreprojekt die Klangskulpturen weiter zu entwickeln und zu gestalten.
Die Schüler stellen Fragen, „Woher kommt Metall?“, „Was ist Metall?“, „Wo wächst Metall?“. Um diese Fragen zu beantworten, wird mit dem Rheinischen Landesmuseum Trier ein weiterer Kooperationspartner gewonnen. Im Rheinischen Landesmuseum Trier erfahren die Schüler durch die Museumspädagogin Anne Kurtze in einem einwöchigen Workshop wie Metall das Leben und die Entwicklung der Menschen über die Jahrhunderte verändert hat. Hier wird den Schülern der historische Background zu Metall in der Region Trier, Eifel, Mosel und deren Auswirkungen auf unser heutiges Leben verdeutlicht. Lebendige Geschichte und Fundstücke dieser Zeitepoche ermöglichen den Schülern einen Einblick in die Entwicklung der Menschheit und vermitteln ihnen wichtiges Grundwissen. Durch die Möglichkeit, die unterschiedlichen Metalle im Ur-Zustand und in verarbeiteter Form zu sehen, zu fühlen, zu riechen und in kleinen Experimenten zu bearbeiten (z.B. Prüfung der Härtegrade; Wann wird Metall flüssig?, Wie wurde Metall früher geformt und bearbeitet?) lernen die Schüler die verschiedenen Metalle intensiv kennen und dürfen zum Abschluss dieser Woche ein ganz besonderes Exponat in einem Tresorraum des Rheinischen Landesmuseums entdecken. Der Trierer Goldschatz, der in diesem Jahr das 20jährige Jubiläum seiner Entdeckung feiert und aus diesem Anlass in gebührendem Rahmen gezeigt wird. Die Schüler sehen sich 2500 römischen Goldmünzen von unschätzbarem Wert gegenüber.
Unsere Theater-, Klangorchester- und Tanzschüler haben nun im Rahmen der Museumsnacht am 21.9.2013 Gelegenheit mit dem 2. Akt, 1. Satz, „Klang und Körper" einen künstlerischen Bogen über die Geschichte zu spannen. In Anlehnung an die Fundstücke der Bronzezeit entwickeln die Schüler u.a. eine Stehbildserie aus 10 Bildern mit Menschenschatten im Freeze, die mit den Techniken des Schattentheaters kurze Episoden der Weiterentwicklung des Menschen durch das Metall von den Anfängen bis heute erzählt. Die Bilder werden jeweils im Dunkeln verändert und positioniert und dann durch in Variation aufleuchtender Lichtquellen ausgeleuchtet. Das Klangorchester hat hier die Aufgabe mit bespielbaren Metallskulpturen, unterschiedlichen Metallröhren und dem Bespielen der Metallfüße der Museumsbestuhlung die Sequenzen der „DIA-Serie“ mit ausgewogenen Klangkompositionen zu begleiten, zu intensivieren und tatsächlich spürbar werden zu lassen. Die Ausstellung zur Bronzezeit wird in der Museumsnacht im September 2013 mit den Metallskulpturen unserer Schüler bereichert und erweitert werden, so dass eine direkte Verbindung von der Vergangenheit in die heutige Zeit geschaffen werden kann. In einem freien Ausstellungsraum, umgeben von auf- und abgehenden Treppen, Galerieumlauf und von nahezu allen Seiten einsehbar, können unsere Tänzer sich dem 2.Akt, 2.Satz „Klang und Körper" hingeben. Metallskulpturen werden be- und umtanzt. Wiederum wird das Klangorchester die hierfür nötige Tonmalerei entwickeln. In dieser Museumsnacht wird der 2.Akt der Performance „Klang und Schatten - wo wächst Metall?“ seine Vollendung finden.
Bis hierher hat das Projekt den gesamten Unterricht mit all seinen Facetten erfasst. Im Deutschunterricht wird die Thematik durch Faktensammlungen und passender Lektüre weiter bearbeitet und vertieft. Berichte zu den verschiedenen Ereignissen und Erkenntnissen werden von einer Schülergruppe in Texten, von einer anderen in einzelnen Worten und Bildern verfasst. Im Kunstunterricht werden fantasievolle Masken kreiert, die dann in Metall und Metalloptik umgesetzt werden. Sie spielen in den Tanzszenen eine wichtige Rolle. Im Textilen Gestalten designen die Schüler Tanzkostüme, die die Entwicklung des Metalls teilweise in futuristisch anmutende Zeiten wandern lassen. Im Kunst- und Theaterunterricht werden Filmsequenzen gestaltet. Es sind Farbspiele, Film- und Fotoaufnahmen der Flächenstrukturen von Eisen, Messing, Kupfer, Bronze, Silber und Gold, die mit einem digitalen Mikroskop aufgenommen und 1000fach vergrößert die Geheimnisse der Oberflächen preisgeben. Diese Filmsequenzen werden im 2. und 3. Akt auf die verschiedenen Schattenwände projiziert und von den Schülern des Schattentheaters durch Stehbildserie (2. Akt) oder Bewegungschoreografien (3. Akt) ergänzt. Im „Tonstudio“ der Schule werden mit dem digitalen Programm AUDACITY Aufnahmen des Klangorchesters verändert und verfremdet. Der originalen Tonspur werden Effekte hinzugefügt und verleihen so den Projektionen und dem Schattenspiel einen besonderen Reiz, die das Unbekannte beim Betrachten der Inszenierung verstärken.
Um das Wissen über Metall weiter zu vertiefen und zu erforschen werden diverse Exkursionen durchgeführt. Eine Zeitreise in die Geschichte des Bergbaus erleben die Levana-Schüler beim Besuch des „Musée national des mines“ im luxemburgischen Rumelange. Diese Zeitreise durch die Geschichte der früheren Mine Walert zeigt den Schülern, wie früher Erz unter Tage abgebaut wurde. Die Theaterschüler beschließen auch hierzu eine Schattentheaterszene zu entwickeln. Ein Grubenszenario für den 3. Akt entsteht, das zeigt, wie hart die Grubenarbeit und wie gefährlich das Leben unter Tage war. Die Orchestergruppe wird hierzu mit Metalltonnen und tief klingenden Blechen agieren (vom Schrottplatz) und diese mit verschieden starken Schlegeln bespielen um die Enge und Dunkelheit im Bergwerk zu vertonen. Angebahnt ist an dieser Stelle eine weitere kleine Kooperation mit der Bläserklasse des benachbarten Stefan-Andres-Schulzentrum (Schule mit den Abschlüssen Berufsreife, Realschule, Gymnasium). Die Blechbläser verdichten im Zusammenklang mit dem „Schrott“-Orchester die unterschiedlichen Atmosphären. In gemeinsamen Proben entstehen Klangcluster unterschiedlichster Klangfarbe und Rhythmik.
Die Exkursion zur Glockengießerei in Brockscheid wird ein spannendes Highlight. Hier sehen die Schüler wie aus Zinnbronze Glocken gegossen werden. Ein besonderer Höhepunkt der Besichtigung ist, dass die Schüler sich selbst eine kleine Glocke gießen dürfen. Eine schöne bleibende Erinnerung. Parallel dazu können die Schüler ihr Wissen im Werkunterricht durch das Gießen von Zinn-Schmuck vertiefen. Im April 2013 besucht die Schüler Gruppe das Weltkulturerbe Völklinger Hütte. Im Science Center „Ferrodom“, werden die Schüler alles rund um Feuer, Wasser, Erde, Luft und Eisen und Stahl entdecken, erforschen und erfinden. Vom 3. bis 7. Juni 2013 findet eine einwöchige Stufenfahrt nach Bochum statt. Auf dem Kulturprogramm steht unter anderem der Besuch des Deutschen Bergbau-Museums und dem angegliederten Anschauungsbergwerk.
Die Präsentation des Musiktheaterprojekts „Klang und Schatten oder wo wächst Metall?“ wird an drei verschiedenen Orten stattfinden. Am 21.9.2013 im Rahmen der Museumsnacht, anlässlich des Jubiläums 20 Jahre Goldschatz Trier im Rheinischen Landesmuseum Trier, am 14.12.2013 in der Europäischen Kunstakademie Trier und Ende Januar 2014 als Abschlussveranstaltung zu den Jubiläumsfeierlichkeiten 40 Jahre Levana-Schule im Bürgerzentrum Schweich. Zum Gesamtprojekt entsteht ein Dokumentationsbuch, das in vielen Teilen von den Schülern in eigenen Worten und Bildern im Deutsch- und Kunstunterricht mitgestaltet wird.
Die teils enormen Entwicklungsfortschritte und die positiven Feedbacks unserer Schüler schenkten uns die Motivation und die klare Erkenntnis, das sich immer vielseitiger entwickelnde Kooperationsprojekt „Klang und Schatten“ um ein ganzes Jahr zu verlängern und inhaltlich zu erweitern und zu vertiefen. Alle beteiligten Schüler, Pädagogen und Künstler hielten es aufgrund der ersten Erfahrungen für unabdingbar, das Projekt weiter zu entwickeln und in ein ganzheitlich angelegtes Musiktheater-Projekt in drei Akten über Metall und mit Metall fließen zu lassen, in dem alle Kunstsparten miteinander verschmelzen. In den zahlreichen Kooperationen entwickelten und ergeben sich weiterhin wunderbare Chancen für unsere Schüler, Teil eines pulsierenden, aktiven Ganzen zu sein und mit allen Sinnen die für sie bestmöglichen Erfahrungen zu sammeln und ungeahnte Kompetenzen zu entwickeln. Sie werden in ihrem Tun ein aktiver pulsgebender Teil der vieldiskutierten Inklusionsbemühungen. Das Entwickeln und Spielen eines eigenen Musiktheaterstücks ermöglicht unseren Schülerinnen und Schülern mit ganzheitlichem Förderbedarf ein umfassendes Lernen, wahrhaft mit allen Sinnen.
 
Projektauslöser/Idee:
Die Europäische Kunstakademie Trier feierte im Jahr 2012 ihr 35. Jubiläum, das Schattentheater der Levana-Schule sein 20. Ein schöner Anlass, um dieses Ereignis gemeinsam mit einem Kulturprojekt zu feiern.
Bei einem Treffen mit der Leiterin der Europäischen Kunstakademie Trier, Frau Dr. Gabriele Lohberg, fand die Idee von Carlos Malmedy viel Zuspruch etwas Gemeinsames in die Wege zu leiten, was Kunst, Musik und Theater vereint. Hierbei schlug Frau Dr. Lohberg eine Kooperation mit dem katalanischen Musiker und Performer Josep-Maria Balanyà vor, der als Dozent der Kunstakademie mehrtägige Workshops und Kurse in Trier anbietet und auf dem Gebiet zeitgenössischer Musik und experimenteller Klanginstallationen ein Experte ist.
Zunächst wurde von den Kooperationspartnern eine Workshopwoche mit abschließender Präsentation in Form einer Performance mit Josep Maria Balanyà vereinbart. Der fulminante Erfolg und vor allen das nachhaltige Ergebnis, als auch die gezeigten Entwicklungsfortschritte und die positiven Feedbacks unserer Schüler, führten zur Erkenntnis das Kooperationsprojekt „Klang und Schatten“ um ein ganzes Jahr zu verlängern und inhaltlich zu erweitern. Alle Beteiligten, Künstler, Kunstakademie, Schüler und Lehrer kamen zur Erkenntnis das Projekt weiter zu entwickeln und daraus ein großes ganzheitlich angelegtes Musiktheaterprojekt in drei Akten über Metallisches mit Metallischem zu kreieren, in dem die Kunstsparten ineinander Verschmelzen.
Die Idee wurde von Daniela Konz und Carlos Malmedy geboren mit dem Rheinischen Landesmuseum Trier und Museumspädagogin Anne Kurtze zu kooperieren, um den historischen Background über Metall in der Region Trier, Eifel, Mosel und deren Auswirkung auf unser heutiges Lernen und Leben zu erfahren.
Der Skulpturenkünstler Mathias Lanfer, (Heiligenhaus) konnte ebenfalls mit ins Boot genommen werden, um die entsprechende Vielfalt im Klangorchester, durch das Schaffen von großen Klangskulpturen zu ermöglichen und um weitere Schattentheater und Tanzszenen zu entwickeln.
Das Konzept beinhaltet in seinem Projektverlauf Exkursionen zur Glockengießerei Brockscheid, zum „Musée national des mines“ im luxemburgischen Rumelange, zum Weltkulturerbe Völklinger Hütte und zum Deutschen Bergbaumuseum in Bochum. Sie vervollständigen dieses ganzheitlich strukturierte Musiktheaterprojekt. Das Entwickeln und Spielen eines großen Musiktheaters ermöglicht den Schülerinnen und Schülern ein ganzheitliches Lernen mit allen Sinnen. Friedrich Schiller hebt in seinen Briefen über die ästhetische Erziehung des Menschen die Wichtigkeit des Spielens hervor und spricht sich gegen die Spezialisierung und Mechanisierung der Lebensvollziehung aus. Nach Schiller ist das Spiel eine menschliche Leistung, die allein in der Lage ist, die Ganzheitlichkeit der menschlichen Fähigkeiten hervorzubringen. Schiller prägt auch die berühmt gewordene Sentenz: „der Mensch spielt nur, wo er in voller Bedeutung des Worts Mensch ist, und er ist nur da ganz Mensch, wo er spielt.“
 
Projektentwicklung:
Die Idee ein Klangorchester aus Schülerinnen und Schüler zu bilden, das aus gefundenen Schrottteilen und Metallabfällen mystische Klänge hervorzaubert, erinnerte uns an das mehrfach preisgekrönte virtuelle Objektschattentheater „Geschichten ohne Worte“ unseres Schattentheaters. Dort werden aus Abfallobjekten neue Schattenbilder kreiert, die den Dingen eine neue Bedeutung einhauchen – genauso wie bei Balanyà Schrott zu einem virtuosen Instrument wird und neue Klangwelten entstehen lässt.
Wir bildeten zwei große Schülergruppen einerseits das Klangorchester, Schüler mit keinerlei Erfahrung mit Metall und ohne jemals im Orchester gespielt zu haben und andererseits die Schattentheatergruppe, die für die theatrale und visuelle Komponente zuständig zeichnete und über größte Erfahrung und Professionalität im visuellen Spiel mit Licht und Schatten verfügt.
Für Balanyà ist es das erste Mal, dass er mit Schülern mit ganzheitlichem Förderbedarf zusammenarbeitet und ebenfalls das erste Mal, dass die Klänge und die Komposition mit Licht und Schatten visualisiert werden.
In einer intensiven Workshopwoche, die vom 15. Oktober bis zum 20. Oktober 2012 im Atelier E4 der Europäischen Kunstakademie Trier stattfand, installierte Herr Balanyá gemeinsam mit den Schülern eine Klanginstallation aus Schrott- und Metallteilen. Dazu gehörte auch das Aufsuchen eines Schrottplatzes in Trier-Ehrang und das Finden geeigneter Klangkörper und Klangflächen aus Metall.
In der Schule machte sich eine Gruppe ebenfalls auf die Suche nach klingendem Schrott. Alles Gefundene wurde zusammengetragen und in einer großen Klangexposition nach Klangbildern in der Kunstakademie eingeteilt. Anschließend wurde alles zu einer hängenden Klanginstallation zusammengeführt.
Gleichzeitig entwickelte das Schattentheater ein neues, extra für „Klang und Schatten“ konzipiertes Bühnenbild. Zwei 6m x 6m große Projektionsflächen aus Nesselstoff wurden beidseits der Orchesterbühne aufgehängt. Je nach Beleuchtungstechnik ermöglichte der Nesselstoff Transparenzen, die dem Publikum den Durchblick hinter der Projektionsfläche ermöglichte. Hinter dem Orchester wurde die große Projektionsfolie OPERA installiert. Gemeinsam mit den Schülern wurde dann überlegt, welche Theatertechniken sich für ein improvisiertes Vorgehen eignen.
Hier zeigte sich bereits, wie eminent wichtig die theatrale Bildung bei den Theaterschülern greift. Schnell wurden Projektionstechniken aufgezählt und Schattentheaterspezifische Techniken der Illumination vorgeschlagen. Der Bühnenraum wurde dementsprechend in drei Bereiche eingeteilt und die Zuständigkeiten abgeklärt.
Bereits die erste gemeinsame Probe des Klangorchesters und des Schattentheaters zeigte, dass dieses Projekt alle Schüler nachhaltig verändern würde. Es wurde im höchsten Maß konzentriert gearbeitet. Selbst die Belastung im Dunkeln zu arbeiten, obwohl draußen die goldene Oktobersonne schien, wurde von den Schülern gemeistert.
Es war das erste Mal, dass das Schattentheater frei improvisiert hat. Es war beeindruckend wie die Schüler nach Herz, Lust und Laune, die von ihren Mitschülern produzierten orchestralen Klänge mit Licht und Schatten frei improvisierten.
Beim Klangorchester unter der Leitung von Balanyà, wurde sichtbar wie sehr sich die Schüler in dieser intensiven Woche verändert haben und immense Fortschritte in ihrer Entwicklung erzielt haben. Alle Schüler des Klangorchesters standen das erste Mal im Rampenlicht. Sie nahmen die Rolle des Dirigenten außerordentlich ernst und waren höchst konzentriert bei der Sache. Rhythmusübungen, laut-leise Übungen, langsam-schnell, Freeze – alles klappte jeden Tag besser.
Die abschließende Performance vor über 150 Zuschauern war ein überwältigender Erfolg für alle Beteiligten. Schüler, Lehrer, Josep-Maria Balanyà, die Levana-Schule und die Europäische Kunstakademie Trier erlebten einen einzigartigen und außergewöhnlichen Abend, der gezeigt hat, welche Potenziale Kunst, Musik und Theater bei den Schülern freisetzen kann und wie wichtig nachhaltige kulturelle Kooperationen mit außerschulischen Institutionen für die Teilhabe gehandicapter Menschen am gesellschaftlichen Leben ist.
Der Filmausschnitt gibt einen kleinen Eindruck:
http://youtu.be/-1IOUxoPfuU
Für den katalanischen Performer Josep-Maria Balanyà ist es das erste Mal, dass er mit gehandicapten Schülern zusammen arbeitet. Aus seiner Sicht ist das Ergebnis dieses Workshops mit abschließender Performance ein Highlight in seinem künstlerischen Leben. Tag für Tag war es für ihn ein Phänomen die Schüler beim entdeckenden Lernen zu begleiten, wie sie das verschulischte Normverhalten aufgaben und die Dinge die sie umgibt berührten und anfassten. Du darfst nicht, galt hier nicht! Für alle beteiligten Schüler, Lehrer und Eltern war es ein großes Erlebnis dabei gewesen zu sein. Für ihn haben die Levana-Schüler eine authentische Klangperformance auf sehr hohem Niveau realisiert, mit viel rhythmischen Empfinden und höchster Sensibilität, die irgendeiner Gruppe Jugendlicher ohne Handicap in keinster Weise nachsteht.
„Anything which is not a story, could be a play“. Dieses Zitat von Gertrude Stein in ihren 1935 veröffentlichten “Lectures in America”, in denen sie einen etwas anderen Begriff vom Verstehen vermittelt, das sich nicht auf das Wiedererkennen von etwas Bekanntem reduziert, kommt uns in den Sinn. Könnten wir aus dieser Erkenntnis ein performatives Musiktheater entwickeln in dem unsere Schüler die Chance erhalten mit ihren Mitteln und Instrumenten, mit ihren hohen emotionalen Kompetenzen , eine innovative Inszenierungsform zu finden? Gemeinsam mit den Schülern werden Möglichkeiten und Chancen für die Entwicklung eines Musiktheaters gesucht. Die wunderbare Schüleridee, aus Metall große Instrumente zu bauen und diese zu bespielen kann durch Mathias Lanfer und seinen Metallbearbeitungskenntnissen umgesetzt werden. Siehe Film: http://vimeo.com/58642093
Frei nach dem Motto „Nach dem Spiel ist vor dem Spiel“, haben unsere Schüler bei der weiteren Entwicklung des Projekts aktiv mitgearbeitet und dafür gesorgt, dass das „starre“ Stundenplansystem in vielen Teilen für das Projekt geöffnet und verändert wurde. Sie haben Ideen entwickelt, z. B. Metallmasken zu gestalten und Metallkostüme zu nähen, performative Tänze zu entwickeln, Schmuck aus Metall herzustellen, eigene Musikinstrumente aus Schrott und Metallabfällen zu erfinden und diese nach ihren Klangkategorien einsetzen zu lernen. Unsere Schüler mit umfänglicher Behinderung zeichnen Urknäuel und Kopffüßler, die anschließend auf große Schablonen übertragen werden die der Metallgruppe als Vorlage dienen um daraus Stahlblech-Skulpturen zu bilden.
Auch mit in unserer Schule vorhandenen digitalen Mulimediaprogrammen zu experimentieren, wie z.B. Tonspuren zu verfremden oder Visualisierungen für die Performance zu entwickeln.
Durch das Hinzugewinnen weiterer Kooperationspartner, wie das Rheinische Landesmuseum Trier, werden Dinge im Museum gelernt die vorher völlig unbekannt waren. Für manche unserer Schüler das erste Mal, dass sie ein Museum betreten. Wir dürfen die Fundstücke aus der Bronzezeit anfassen und begreifen immer mehr, wie die Entdeckung des Metalls die Menschheit bis heute verändert hat. Exkursionen und weitere Workshops vertiefen das Wissen und Erweitern den Horizont für Dinge die wir vorher so nicht wahrgenommen haben.
Zu den Inszenierungen bereitet die Kochgruppe kleine Goldpralinen zu, die dem Publikum gereicht werden.
Die Präsentationen finden zunächst als Einteiler statt, die langsam wachsen und schließlich als ein großes Musiktheater in drei Akten an drei verschiedenen Spielorten, im Rheinischen Landesmuseum Trier, in der Kunstakademie Trier und im Bürgerzentrum Schweich den Höhepunkt findet.
 
Besonderheiten:
Aus der Sicht des Kooperationspartners „PINK PAINTER“, schreibt Dr. Gabriele Lohberg:
„In der Kunst gibt es die besonders glücklichen Momente, in denen nicht mehr gefragt wird, wofür etwas gut ist, und was denn ausgesagt werden soll. An „Tagen wie diesen“ erleben Besucher, Betrachter und Akteure eine Freude und Staunen, die alle mehr als zufrieden nach Hause gehen lassen. Solch ein Erlebnis war die Multi-Media Performance „Klang trifft Schatten“, das noch lange nachwirken soll.
Vorangegangen war der Aufführung eine sorgfältige Vorbereitung seitens der Levana-Schule Schweich in und zusammen mit der Europäischen Kunstakademie und ihrer Jugendkunstschule PINK PAINTER. Ein erstes Treffen der Werkstufe der Levana-Schule mit dem Klang-Künstler Josep Maria Balanyà aus Barcelona/Brüssel fand im Frühjahr 2012 statt. Die Jugendlichen konnten sich mit Klang-Objekten aus Metall vertraut machen. Innerhalb eines Praktikums an der Europäischen Kunstakademie hat Dany, Schüler der Werkstufe an der Levana-Schule, bei einem ersten Probe-Aufbau der Klang-Objekte zusammen mit dem Künstler und der Haustechnik mitgewirkt. Das Interesse der Jugendlichen am Klang-Spiel bestätigte uns darin, ein Kooperationsprojekt zu entwickeln und bereits eine erste Projektskizze für eine Klang und Schatten-Performance zu entwerfen. Im Laufe der nächsten Monate wurden die Pläne konkreter ausgearbeitet, Räumlichkeiten und Materialien und der aufwendige Aufbau der Bühne vorbereitet.
Das offene Konzept der JKS PINK PAINTER fördert Kinder und Jugendliche in ihrer kreativen Entwicklung, wobei die Freude am eigenen Tun im Mittelpunkt steht. Künstlerinnen und Künstler unterschiedlicher gestalterischer Ausrichtung (Malerei, Skulptur, Medien, Objektkunst etc.) begleiten die junge Generation, um z.B. Medienkompetenz herauszubilden, in Kulturtechniken einzuführen und Kreativität zu wecken. Ziele sind u.a., die eigene Wahrnehmung und die nach außen gerichtete zu steigern und das Selbstbewusstsein zu fördern. Etwa 1000 Kinder und Jugendliche von 4 bis 25 Jahren besuchen jährlich die Workshops und Kurse. Bei Projekten mit Schulklassen wird von Anfang an auf die gemeinsame Entwicklung der Ziele großen Wert gelegt. Das große Engagement der Lehrer und Lehrerinnen der Levana-Schule Schweich macht es möglich, dass nachhaltige Projektreihen entwickelt wurden und immer neue Impulse und künstlerische Facetten erhalten.

Diese Performance überraschte alle Zuhörer und Zuschauer. Bereits das spektakuläre Bühnenbild und die Beleuchtung schufen eine beeindruckende Atmosphäre. Dann betrat die Klanggruppe vom Zuschauerraum her den Aufführungsort und spielte sich schon im Vorraum mit ihrem rhythmischen Percussionsspiel durch Tische, Stühle, Wände und Türen. Der Abend überraschte durch die sehr weit reichende Kreativität der Jugendlichen, die gepaart mit Struktur, Organisation und viel Freiheit zu einem sinnlich-anschaulich und hörbaren Erlebnis wurde. Vom nicht enden wollenden Schlussapplaus wurden die Schülerinnen und Schüler und das gesamte Lehrerteam immer wieder auf die Bühne geholt.
Die Europäische Kunstakademie und ihre JKS PINK PAINTER sieht die Zusammenarbeit mit der Levana-Schule Schweich als einen wichtigen Bestandteil ihrer Arbeit, die sie fortführen möchte. Es ist unmittelbar nachvollziehbar, wie die Schülerinnen und Schüler sich durch die hervorragend und kenntnisreich eingebrachten Anregungen verändern, indem sie ihre Erfahrungen erweitern. Dieser Prozess ist nicht gradlinig und wird von viel pädagogischer Geduld begleitet. Doch ist immer deutlich, dass das Wohl der Jugendlichen im Mittelpunkt der Arbeit steht und diese die Möglichkeiten annehmen und umsetzen wollen.
Die kreative Arbeit zu „Klang und Schatten“ hat in einem ganz besonderes kreativen Prozess Licht und Schattentheater mit der „Welt als Klang“ zusammengebracht und trägt damit in einem erheblichen Maße zum Selbstverständnis und zum Selbstbewusstsein der Jugendlichen bei. Für die Europäische Kunstakademie, ihre JKS PINK PAINTER und ihre Künstlerinnen und Künstler ist es ein herausragendes Erlebnis, die kreativen und pädagogischen Konzepte der Levana-Schule und ihrer Lehrer zu unterstützen und so zur Entwicklung und Stärkung der Persönlichkeit der Schülerinnen und Schüler mit beizutragen.“
Aus dem Sichtpunkt der Levana-Schule:
Franziska stellte nach der Performance „Klang und Schatten“ lapidar die Frage, „wo wächst Metall?“.
Diese Frage brachte den Stein ins Rollen um Klang&Schatten zu einem Musiktheaterprojekt weiterzuentwickeln, in dem mit selbst erfundenen Instrumenten aus Metall virtuos musiziert wird und Klänge mit Schattentheatersequenzen, Tanzsequenzen, multimedialen Visualisierungen und vokalen Tonverfremdungen Kunst geschaffen wird, die von Schülern mit Handicap, in dieser Qualität nicht für möglich gehalten wird. Das eine Musiktheaterproduktion auch in den Metallwerkräumen mitkreiert wird ist schon einzigartig, genauso, dass Schüler mit ganzheitlichem Förderbedarf Metallbearbeitungs- und Metallverbindungstechniken wie das Schweißen und das Schneidbrennen erlernen, die in einer Förderschule für ganzheitliche Entwicklung vollkommen tabuisiert sind – weil diese als gefährlich und nicht durchführbar klassifiziert werden.
Der Workshopleiter Mathias Lanfer, fasst es mit folgendem Worten zusammen: „…für mich war es eine neue, intensive Erfahrung in Trier. Das herzliche „Aufbiltzen“ hinter den Augen der Levana-Schüler war für mich ein besonderer Lohn.“
Am wichtigsten ist jedoch die Erkenntnis mit wie viel Herzblut die Jugendlichen an diesem Projekt mitarbeiten und viele Stunden ihrer Freizeit dafür opfern. Sie haben sich getraut Unbekanntes zu erforschen, zu entdecken und neue Sinneseindrücke zu erleben. Die positiven Veränderungen bei allen am Projekt beteiligten Schülern sind durch die Bank nicht so erwartet worden. Aus Angst vor nicht gekannten Dingen ist Respekt erwachsen. Die Erkenntnis und die Selbstwahrnehmung, dass Konzentriertes Arbeiten in einem stundenlangen kreativen Prozeß zu einer tiefen Zufriedenheit
mit sich selbst führt und die eigene Persönlichkeit reifen lässt, ist der Lohn den jeder Einzelne in diesem Projekt erntet.
Ein Kooperationsprojekt bringt zwei profilierte Trierer Kulturinstitutionen zusammen. Zum ersten Mal in der Geschichte der Kunstakademie und des Rheinischen Landesmuseums wird gemeinsam an einem Projekt gearbeitet.
Carlos Malmedy beschreibt es abschließend: „Kooperationsprojekte mit kulturellen Einrichtungen, insbesondere mit der Jugendkunstschule Pink Painter der EKA Trier und dem Rheinischen Landesmuseum Trier, eröffnen Schülern mit ganzheitlichem Förderbedarf neben der gelebten Teilhabe am gesellschaftlichen Leben eine Vielzahl an neuen Lernmöglichkeiten, die nachhaltig die Persönlichkeitsentwicklung dieser Menschen positiv verändert. Es ist nachweislich richtig, dass der Zugang zur ästhetischen Praxis im außerschulischen Lernfeld, mit einer Vielfalt von professionellen Experten und exzellent eingerichteten Klassen, pädagogische Lernziele erreichen lässt, die in dieser Qualität und Tiefe in der Schule nie hätten erreicht werden können. Die Übertragung dieser in Workshops und Projekten erlebten Erfahrungen auf den schulischen Alltag gelingt umso besser, wenn die an diesen Kunstprojekten beteiligten Schüler, als „Experten“ und selbstbewusste Kunst-Multiplikatoren, ihr Wissen in schulischen Projekten an ihre Mitschüler und Lehrer weiter vermitteln.“

 
Probleme und Lösungen:
Während der einwöchige Workshop mit Josep-Maria Balanyá relativ unproblematisch ablief und sowohl die Transportproblematik als auch die Verpflegungssituation gut gelöst war, hat es beim weiteren Verlauf des Projekts einige Stolpersteine gegeben die kreativ angegangen werden mussten.
Um die Idee eines Musiktheaters in ganzheitlicher Form umzusetzen, musste der Stundenplan zum Teil überarbeitet und die Werkuntterichtzeiten im Werkraum geschaffen werden.Hier mussten einige Kollegen überzeugt werden. Für die Metallberabeitung mussten die entsprechenden Werkzeuge angeschafft werden, was aber aus finanziellen Gründen nur zum Teil möglich war und somit die Hilfe der Europäischen Kunstakademie, die uns freundlicher Weise Werkzeuge leihweise zur Verfügung stellt, als auch die Hilfe von ortsansässigen Kunstschmieden, die uns beim Schweißen und Schneiden der Metallteile behilflich waren, in Anspruch genommen werden.
Beim Anschaffen von Arbeitsschutzkleidung mussten für einige Schüler die Kosten durch den Förderverein der Schule übernommen werden. Hierbei musste vieles erklärt werden, warum, weshalb, etc. die Anschaffung notwendig ist.
Die Preise für Stahlbleche haben wir im Vorfeld falsch kalkuliert. Hier konnten uns Kooperationspartner und kooperierende Trierer Firmen der Europäischen Kunstakademie Trier großzügig helfen.
 
Anekdotisches:
„Wo wächst Metall?“
Franziska stellt die Frage im Unterricht und macht uns klar, dass unsere Schüler keinerlei Vorstellung über Metall haben, dass wir als Lehrer einer Förderschule für ganzheitliche Entwicklung, ohne Physik und Chemie als Unterrichtsfächer, auch einen Nachholbedarf verspüren und so bringt Franziskas Frage einen Stein ins Rollen, der die weitere Entwicklung und Konzeption des Projekts als ganzheitliches Musiktheaterprojekt maßgeblich prägt und nicht nur das inhaltliche Lernen in den einzelnen Unterrichtsfächern der Schule platziert, sondern auch das Lernen vor Ort von allen Beteiligten (Schüler und Lehrer) durch „Learning by doing and thinking about it“ ermöglicht.