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Kurz vor dem Einsingen zur Generalprobe
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Generalprobe. rechts, mit schwarzer Weste: Eckart Dux
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Generalprobe. Ansage von Tobias van de Locht an die Klasse 7c
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Warten vor dem Konzert
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Das Konzert
Hexenjäger an Dr. No: Psycho!
Schule:
Gunzelin-Realschule
Gunzelinstraße 42
31224 Peine
Tel.: 05171-7902710
Fax.: 05171-7902720
www.gunzelin-realschule.de

Realschule / Offener Ganztag
 
Kooperationspartner:
Kammerorchester Braunschweig
Orchestervorstand: Walter Irmscher
Treuburgweg 2
38124 Braunschweig
Tel.: 0531-612064
www.kammerorchester-braunschweig.de

Tobias van de Locht, Komponist, Dirigent
www.tobiasvandelocht.com

Eckart Dux, Synchronsprecher

 
Beteiligte Schüler:
30
Klasse 7c, Chorklasse
 
Beteiligte Lehrkräfte:
1 Carsten Heidenreich, Musik
 
Stundenvolumen:
3 Wochenstunden über 3 Monate
 
Vorstellung und Kurzbeschreibung:
Zwei Jubiläen waren der Aufhänger für ein sehr ungewöhnliches Konzertprojekt: Im Jahr 2011 wäre der bedeutende Filmmusikkomponist Bernhard Herman 100 Jahre alt geworden. Er schuf u.a. die Musik zu dem Hitchcock-Klassiker „Psycho“. Das Kammerorchester Braunschweig feierte sein 50jähriges Bestehen. Da kam die Anfrage des Komponisten Tobias van de Locht beim Kammerorchester Braunschweig gerade recht: Er hatte ein Werk mit dem Titel „Synchron-Musik-Theater IV“ geschaffen und suchte im Raum Braunschweig ein Orchester, welches an der Aufführung interessiert wäre. Das Stück war von Anfang an für die Synchronsprecherlegende Eckart Dux konzipiert, der in der Nähe Braunschweigs lebt und im Alter von 84 Jahren nicht weit reisen wollte. Das Werk vereint drei Synchronsprecherpartien aus Dux‘ langer Karriere: Der erste Teil lässt mit einer Auswahl aus der Originalen Psycho-Musik mit den Original-Texten der Hauptfigur Norman Bates diesen Klassiker wiederauferstehen. Der zweite Teil beinhaltet u.a. die Titelmusik zu dem James Bond-Klassiker „Jagd auf Dr. No“ in der Dux seinerzeit die kurze Partie des Strangways synchronisierte. Der letzte Teil lässt den fast vergessenen Film „Hexenjäger“ revuepassieren. Aus diesen Drei Filmen komponierte Tobias van de Locht rund um die neue Kunstfigur „Monty Norman Bates“ (Monty Norman war der Komponist der berühmten James-Bond Musik) herum ein in sich schlüssiges Musiktheaterwerk. Für zwei der Kompositionen van de Lochts wurde ein Kinderchor benötigt. Hier bot sich die einmalige Chance für eine Chorklasse der Gunzelin-Realschule. Der Chor hatte im Werk die Aufgabe, die Handlung zu beschreiben und zu kommentieren, ähnlich wie der Chor in der griechischen Tragödie. In drei Monaten wurde in durchschnittlich drei Wochenstunden die Musik einstudiert und ihr Inhalt thematisiert. Im Anschluss an die Aufführung stand für die Chorklasse die Beschäftigung mit dem Phänomen „Filmmusik“ auf dem Lehrplan, welche in der Analyse des Hitchcock-Klassikers „Psycho“ endete.

Text von Tobias van de Locht für das Programmheft:

Die Idee zum Synchron-Musik-Theater kam mir im Jahr 2002, als ich mit dem Gürzenich-Orchester Filmmusik in der Kölner Philharmonie aufführte. Auf das Programm hatte ich u.a. Bernard Herrmanns Musik zu Taxi Driver gesetzt, und da als Moderator des Konzerts Christian Brückner vorgesehen war und dieser auch in Taxi Driver Robert DeNiros deutsche Stimme war, habe ich dessen originale Sentenzen aus dem deutschen Dialogbuch zur Musik in Verbindung gebracht und einen 16minütigen Hör-Film geschaffen. Nach zwei weiteren Teilen 2003 und 2004 folgt jetzt Synchron-Musik-Theater IV, das sich im ersten Akt mit Psycho wieder einer Vorlage von Bernard Herrmann annimmt, der 2011 einhundert Jahre alt geworden wäre. In der deutschen Fassung des Filmes hat der Schauspieler Eckart Dux Anthony Perkins synchronisiert. Die weiteren Quellen für Synchron-Musik-Theater IV beziehen sich auf zwei Filme, in deren deutscher Fassung Eckart Dux ebenfalls zu hören ist, so im 1. Bondfilm Dr. No und im Horror-Kultfilm Der Hexenjäger mit Vincent Price. Alle drei Filme stammen aus den 1960er Jahren und werden durch eine Klammer eigener Zwischenaktmusiken zusammengehalten. Außerdem werden in meinem dreiaktigen Musiktheaterstück alle drei Rollen Duxens zu einem Wesensgepräge vereint: Monty Norman Bates, genannt Strangways. Monty Norman ist der Komponist von Dr. No, Norman Bates Anthony Perkinś Rollenname in Psycho, und Strangways ist der Agent, der am Anfang von Dr.No von drei Blinden erschossen wird. Als Hexenjäger taucht die Dux-Figur im 3. Akt wieder auf und verspricht, den Mord an Strangways zu rächen. Der Text dieses Gebets und Schwurs ist dem Hexenjäger entnommen (wie grundsätzlich alle Texte des Synchron-Musik-Theaters), allerdings wurden aus den “zwei Männern” “drei Blinde”, um einen Bezug zum 2. Akt herzustellen. Der Kinderchor übernimmt in den Zwischenaktmusiken die Funktion des Chores in der antiken griechischen Tragödie, indem er kommentiert, die Zusammenhänge erläutert und zum kathartischen Höhepunkt führt. Das Stück ist für Eckart Dux und seine Stimmkinder, sieben weitere Darsteller, Chor und ein Orchester mit zweifachem Holz, drei Hörnern, zwei Trompeten (Posaunen und Harfe ad libitum), Pauken, Schlagwerk, darunter auch karibisches, Klavier/Synthesizer und Streicher geschrieben, es sind für weitere Aufführungen jedoch auch andere Konstellationen und Orchestrierungen möglich.

 
Projektauslöser/Idee:
Die Anfrage des Komponisten Tobias van de Locht beim Kammerorchester Braunschweig war die Keimzelle des Projekts. Der Kontakt zwischen dem Komponisten Tobias van de Locht und dem Kammerorchester Braunschweig kam durch Musiker zustande, die unter dem Dirigant van de Lochts im Rahmen eines Orchesterworkshops gespielt hatten und von dem Projekt erfahren haben. In den Vorgesprächen wurde die Einbindung eines Kinderchores thematisiert. Als eine Teilnahme einer der Chorklassen der Gunzelin-Realschule feststand, wurde der entsprechende Part in das Werk hinein komponiert.
 
Projektentwicklung:
Das Projekt kam durch die Vermittlung einiger Mitglieder des Kammerorchesters Braunschweig zustande. Über diese hat der Komponist Tobias van de Locht von der Existenz des Kammerorchesters Braunschweig erfahren. Er suchte bereits einige Zeit ein Orchester zur Realisierung des Projekts in der Region Braunschweig/Wolfsburg. Die örtliche Bindung war dem Sprecher Eckart Dux geschuldet, um dessen Rollen herum das Werk entstand und der trotz des hohen Alters von 84 Jahren an dem Projekt mitwirken wollte. In Zahlreichen Telefonaten und E-Mails zwischen Tobias van de Locht und dem Dirigenten des Kammerorchesters Braunschweig, Carsten Heidenreich, entstand die Komposition. So wurden alle Stücke extra für die Besetzung des Orchesters komponiert und arrangiert. Nach der Frage, ob der Einsatz eines Kinderchores möglich ist, klärte der Lehrer Carsten Heidenreich den Einsatz der Chorklasse 7c der Gunzelin-Realschule ab. Nachdem die Teilnahme dieser Chorklasse zugesichert werden konnte, wurden die entsprechenden Stücke in die Partitur aufgenommen.
Im September begannen die Probenarbeiten zum Werk. Das Kammerorchester Braunschweig probte unter Leitung von Carsten Heidenreich zunächst noch parallel zu einem anderen Konzertprojekt. Die Chorklasse begann sowohl musikalisch zu proben als auch, sich intensiv mit dem Inhalt des Stückes und der zugrundeliegenden Filme zu beschäftigen. Ihnen wurde vor allem dien Rolle des kommentierenden Chores bewusst. Die musikalischen Linien der beiden Gesangsstücke der Partitur waren für die Schülerinnen und Schüler zunächst gewöhnungsbedürftig. Sie stellten sich aber der Herausforderung. Der "Calypso" wurde ein regelrechter Klassenhit und das "Augenlied" wurde vor allem in puncto Textartikulation eine sportliche Herausforderung.
Anfang November kam Tobias van de Locht zu einer ganztägigen Probe zum Kammerorchester Braunschweig. Die Chorklasse konnte an dieser Probe leider nicht teilnehmen. Die regionale Presse berichtete ausführlich über diesen Tag. Tobias van de Locht kam dann erst wieder zur generalprobe am 18. November 2011 nach Braunschweig. Im Verlauf dieser Probe zeigten sich für die Schülerinnen und Schüler noch Schwierigkeiten im Abnahemen des Tones vom Orchester und auch in der rhythmischen Präzision.
Letzte Unsicherheiten konnten aber in der Anspielprobe unmittelbar vor dem Konzert am 19.11.2011 ausgeräumt werden.
 
Besonderheiten:
Die Zusammenarbeit mit einem Orchester und die Anwesenheit eines "leibhaftigen" Komponisten waren für die Schülerinnen und Schüler etwas sehr besonderes. Auch die Mitwirkung von Eckart Dux, dessen Stimme viele aus Serien wie "King of Queens" oder dem "A-Team" kannten, war besonders.
 
Probleme und Lösungen:
Schwierig war vor allem der Transport der Schülerinnen und Schüler zu der Generalprobe und dem Konzert in das rund 30 Kilometer entfernte Braunschweig. Viele Eltern bildeten Fahrgemeinschaften und boten ihre Unterstützung an. Trotzdem konnten nicht alle Schüler und Schülerinnen mitfahren. In letzter Minute bot sich daher die Klassenlehrerin Mechthilde Lehrling an, die Schülerinnen und Schüler ohne Fahrgelegenheit mit dem Zug nach Braunschweig zu bringen. Auf diese Weise konnten alle Schülerinnen und Schüler an dem Projekt mitwirken.
 
Anekdotisches:
"Gut fand ich, dass wir unseren Text konnten und immer im Tempo waren." (Schülerin der Klasse 7c)
"Ich fand den Applaus gut." (Schüler der Klasse 7c)
"Es war sehr warm wir mussten die ganze Zeit stehen und wir haben keinen Einstz gekriegt" (Schülerin der Klasse 7c)
"Einmal ein Orchester zu sehen war toll!" (Schüler der Klasse 7c)
"Ziemlich cool, vor Publikum zu singen." (Schüler der 7c)
"Du hast total nette Schüler!" (Tobias van de Locht zu Carsten Heidenreich)
"Das war ja toll!" (eine anwesende Lehrerin nach dem Konzert)