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Welche Farbe hat unsere elastische Sabine?
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Berliner Meister - Jetzt geht's nach Thüringen!
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SOVIEL TOLLES SCHON GEMACHT : das Buch
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Wenn ich ein Leopard wäre....
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Das ist wahre Liebe!
Soviel Tolles Schon Gemacht - Das sind wir !
Schule:
Jens- Nydahl- Grundschule
Kohlfurterstr.20 10999 Berlin
T.030/5058 6111 Fax 6115
www.jng.cidsnet.de

Grundschule
 
Kooperationspartner:
Schlesiche27 JugendKunst-und Kulturhaus
Verein zur Förderung der interkulturellen Jugendarbeit e.V.
Schlesiche Str. 27b 10997 Berlin
Tel. 030/61776730
www.schlesische27.de

Helga Ntephe, bildende Künstlerin,Projektleitung
10999 Berlin
www.ntephe-art.de

Amélie Stenglin, bildende Künstlerin, Projektleitung
10717 Berlin

Beteiligte Künstler

Roberto Manhaes Reis , Filmemacher

Guntram Weber, Autor

Mohamed Askari, Musiker/ Komponist
www.mohamedaskari.de

 
Beteiligte Schüler:
23
"Soviel Tolles Schon Gemacht- Das Sind Wir!" ist ein Jahreskunstprojekt der Klasse 6c im Schuljahre 2010/11
 
Beteiligte Lehrkräfte:
Ute Knop,Klassenlehrerin Fächer: Deutsch, Bildende Kunst, Geschichte,Erdkunde,DAZSabine Behnisch, Erzieherin: 10 Wochenstunden Unterrichtsbegleitung für Schüler, Freizeitbereich
 
Stundenvolumen:
In der einmonatigen Vorbereitungsphase am Ende des Schuljahres 2010 gab es mehrere Treffen zwischen Klassenlehrerin, Künstlerinnen/ Projektleiterinnen und der Pädagogische Leiterin der Schlesischen27.

Der Zeitaufwand betrug 2,5 Stunden/Woche, wobei jede Gruppe in ihrer Projektphase jeweils 3 Monate in der Schlesischen27 gearbeitet hat. Die anderen Schüler der 6c hatten in der Schule bei Frau Knop Kunstunterricht.

Insgesamt waren es 30 Termine á 2,5 Stunden.

 
Vorstellung und Kurzbeschreibung:
Kunst macht stark und kann hineinwirken ins spätere Leben.
Ein grosses Kunstprojekt geht an den Start! In 3 Projektphasen, arbeitet jeweils eine Gruppe von 7-8 Kindern in verschiedenen künstlerischen Sparten. Das Projektziel gemeinsam zu erreichen, begleitet die Klasse 6c der Jens-Nydahl-Grundschule in Berlin-Kreuzberg als Abschluss ihrer Grundschulzeit durch das ganze letzte Schuljahr.
Alle Kinder kommen aus Familien mit Migrationshintergrund. Sie haben in 6 Schuljahren zusammen und mit ihrer Klassenleherin Ute Knop und ihrer Erzieherin Sabine Behnisch ”Soviel Tolles Schon gemacht” und davon wollten sie erzählen in einem von allen gemeinsam hergestellten Buch das ihre Bilder,ihrem Film,ihre Texte aufnimmt.
Dass dabei die altvertrauten Klassenkameraden anders und vielleicht ganz neu wahrgenommen werden können, wenn sich alle gemeinsam an erkämpfte Fussballpokale, tolle Ausflüge, Zirkusabenteuer, erste kleine Liebesgeschichten erinnern, hilft das Gemeinschaftsgefühl zu stärken.
Das Projekt findet allwöchentlich im JugendKunsthaus Schlesische27 statt.
Die Künstler/innen unterstützen und ermutigen die Kinder, den Weg zu ihren eigenen Wünschen zu finden; ihren eigenen Blick auf die gemeinsam verbrachten Schuljahre zu werfen; auf ihre kreativen Fähigkeiten zu vertrauen und und diese in ihrer künstlerischen Arbeit einzusetzen.
Jeder Projektnachmittag beginnt mit einer Runde bei Kakao und Keksen. Dabei planen und diskutieren die Kinder ihre Vorhaben und deren Umsetzung mit den Künstler/innen, bevor die praktische Arbeit beginnt.

In Zwischenpräsentationen am Ende jeder Projektphase und in einer grossen Endpräsentation stellen die Kinder voller Stolz ihren Familien, Freunden, Lehrern und Mitschülern anderer Klassen ihre Arbeiten und das Buch vor.

Im einwöchigen Sonderprojekt/Schulkurs "Das sind Wir -Achtung Wir Kommen"in der Schlesischen27 kommt die ganze Klasse zusammen, um ihre Visionen und Träume für die Zukunft in gemalten Bildern, Collagen, Übermalungen, in Texten und Musik/Percussion als starke Ansage an die Zukunft auszudrücken.


 
Projektauslöser/Idee:
Die Projektidee enstand nach aktiver Kontaktaufnahme der Klassenleherin Ute Knop, Klasse 6c der Jens-Nydahl-Schule mit Kirsten Möller (Pädagogische Leitung, Projektkoordi-
nation Schlesische27) und den Künstlerinnen Helga Ntephe und Amélie Stenglin. Es war ein glücklicher Zufall, dass Fördermittel zur Verfügung standen.

Die Klasse hatte während der vergangenen Grundschuljahre mehrfach an einwöchigen Schulkursen/Kunstprojekten in der S27 teilgenommen. Zum Abschluss der Grundschulzeit wünschte sich Frau Knop ein Jahreskunstprojekt das thematisch die Aufmerksamkeit auf die vergangenen Schuljahre lenken sollte.
In dem einwöchigen Schulkurs/Sonderprojekt "Das Sind Wir- Achtung Wir Kommen !" sollte die Zukunft der Schüler im Focus stehen.

 
Projektentwicklung:
Der Besuch der Projektleiterinnen bei der 6c in der Schule vor Projektbeginn zum gegenseitigen Kennenlernen und zur Vorstellung des Projekts hilft allen Beteiligten auch bei der schwierigen Aufgabe dem Projekt einen Namen zu geben.

Das Projekt wird in drei Projektphasen geteilt. In jeder Phase arbeiten 7-8 Kinder ca. drei Monate dienstags am Nachmittag für 2,5 Stunden in der Schlesischen27 zum gemeinsamen Thema. Dabei versucht jedes Kind seine eigene künstlerische Ausdrucksweise zu finden und wird auf diesem Weg von den Künstler/innen Helga Ntephe, Amélie Stenglin
(Malerei/Zeichnung), Guntram Weber(Text), Roberto Manhaes Reis (Film) und Mohamed Askari (Musik/Percussion im Schulkurs) unterstützt und begleitet.

Die Gruppeneinteilung legen Ute Knop und Sabine Behnisch mit den Schülern den jeweiligen Interessen entsprechend fest.

In Projektphase 1 angeleitet von den bildenden Künstlerin-
nen Helga Ntephe und Amélie Stenglin zeichnen und malen die Kinder grossformatige Portraits von ihrer sie begleitenden Erzieherin und portraitieren sich gegenseitig. Dabei diskutieren sie ausführlich die Bedeutung von Farben und ihre Zuordnung zu Persönlichkeitsmerkmalen und setzen dies in ihren Bildern um. Ausserdem entstehen hier wie auch während der 2. Projektphase Bilder zu wichtigen Erlebnissen aus der Schulzeit.

Die Kinder in Projektphase 2 arbeiten mit dem Filmemacher Roberto Manhaes Reis und im bildnerischen Bereich mit Helga Ntephe oder Amélie Stenglin. Sie erzählen in einem Film Geschichten über besonders wichtige Aktivitäten während ihrer Schulzeit. Dabei agieren sie sowohl vor als auch hinter der Kamera. Je nach Szene wird in der Schule oder in einer improvisierten Blue Box in der S27 gedreht. Die Kinder schreiben die Begleittexte und sprechen sie ein. Sie übermalen Filmstills von ihren Portraits, die dann als Trickelemente im Film zu sehen sind.

In Projektphase 3 arbeiten die Kinder mit dem Autor Guntram Weber. Sie erzählen in Texten von sich und ihren Erlebnissen. Ausgehend von Geschichten zu Vergangenheit und Zukunft werden sie vor allem dazu hingeführt, die Gegenwart zum Thema zu machen und sich so im Fluss ihres Lebens zu orientieren. Paralell dazu entstehen Portraitzeichnungen nach Fotos von ihren Lehrer/innen. Wichtiger Schwerpunkt dieser Projektphase ist die Buchgestaltung, wobei alle Kinder gemeinsam über Schrift, Layout, Material und Farben entschieden haben. Helga Ntephe und Amélie Stenglin betreuen auch hier alle bildnerischen Arbeiten.
Die Graphische Sammlung der Berlinischen Galerie lädt die Kinder ein, Künstlerbücher anzuschauen, die sie für die eigene Buchgestaltung inspirieren. Das Buch wird später in die Graphische Sammlung aufgenommen.

Am Ende jeder Projektphase präsentieren die Kinder ihre Arbeiten den beiden anderen Gruppen und ihren Lehrern und Familien. Zum Projektende werden alle in den 3 Projekt-
phasen entstandenen Arbeiten sowie Buch und Film in einer grossen Endpräsentation den Familien, der Schulöffentlich-
keit und dem Sponsor vorgestellt, wobei die Kinder der Gruppe 3 ausgewählte Texte in einer Lesung vortragen.

 
Besonderheiten:
Alle Kinder haben die Erfahrung gemacht, dass sie viel können, dass Anstrengung und Durchhalten sich lohnen und dass sich ihre Arbeiten sehen lassen können. Kunst machen ist bei den Familien dieser Kinder in der Regel nicht hoch angesehen, da diese den positiven Einfluss auf die Persönlichkeitsentwicklung nicht erkennen können.

Auch deshalb hat Ute Knop sich bewusst für ein grosses Kunstprojekt zum Abschluss der Grundschulzeit entschieden. Die künstlerische Reflexion der Erlebnisse der ersten 6 Schuljahre sollte den Abschied dieser Lebensphase abrunden und eine Basis sein für den weiteren Ausbildungsweg.

Die Kinder waren in jeder Projektphase aufgefordert, soweit wie möglich über Bild- und Textthemen/Filmszenen selbst zu entscheiden, ihren Entscheidungen zu vertrauen und diese in ihren Arbeiten entsprechend umzusetzen. Deshalb wurden Film und Buch mit sehr einfachen Mitteln produziert - Erwachsenenästhetik spielte keine Rolle.

Sie wurden in ihren Arbeitsprozessen von den Künstler/innen beraten, unterstützt und gefördert. Sie haben gelernt, dass gerade das Unorthodoxe, Nichtgängige in der Kunst einen Wert hat; dass man sich dort ganz individuell von den anderen unterscheiden kann, ohne gleich uncool zu sein.
Die Kinder sind am Ende sehr stolz. Die Identifikation mit dem Projekt in seiner Gesamtheit ist gelungen.

Gearbeitet wurde in verschiedenen Räumen der Schlesischen27. Die spezielle Atmosphäre des Kunsthauses hatte einen positiven Einfluss auf die Kinder und ihr Verhalten. Sie fühlten sich in ihrer Arbeit ernst genommen.

 
Probleme und Lösungen:
Das Projekt war eine ziemliche Herausforderung an das Durchhaltevermögen der Kinder. Der lange Projektzeitraum, die Tatsache, dass der Schultag früher endete als der Projektnachmittag - kein Freizeitprogramm an diesem Nachmittag - war nicht immer leicht zu akzeptieren.

Die Neugier auf unser Projektziel DAS BUCH hielt sich zunächst in Grenzen. Gute Ideen zu haben war für die Kinder das geringste Problem, diese umzusetzen, zu ihren Arbeiten zu stehen, Kritik auszuhalten, die Arbeiten der anderen zu achten und wertzuschätzen schon eher. Rückzug und Abtauchen waren nicht möglich. Die Kinder mussten sich in allen Projektphasen in ihren Arbeiten zeigen.

Die Künstler/innen haben den Kindern zu jeder Zeit durch positive Resonanz, Unterstützung, Vertrauen in die individuellen Fähigkeiten und eine klare Strukturvorgabe geholfen, ihre Schwierigkeiten zu überwinden. Da jeweils 2 Künstler/innen mit 8 Kindern gearbeitet haben, war oft 1:1 Betreuung möglich und wurde häufig eingefordert. Die Entscheidung für die Arbeit in kleinen Gruppen wurde sehr bewusst getroffen, da diese Kinder sonst wenig individuelle Aufmerksamkeit bekommen.

 
Anekdotisches:
Die 4 Mädchen der Filmgruppe entscheiden, dass eine Szene in der Mädchentoilette spielen muss, dem Ort, wo mit der besten Freundin Geheimnisse ausgetauscht werden und - ganz wichtig - wo sie absolut davor sicher sind, von den Jungen belauscht zu werden. 3 Mädchen werden als Schauspielerinnen gebraucht, das 4. Mädchen als Kamerafrau. Bleibt die Frage, wer kümmert sich um den Ton? Ein Junge soll das Mikrofon halten. Die Mädchentoilette ist absolut tabu für Jungen und keiner will sie freiwillig betreten. Nach längerem Palaver und weil zum Glück das Mikrofon an einer langen Stange befestigt ist, ist ein Junge endlich bereit die schwierige Aufgabe zu übernehmen. Er bleibt eisern auf der Türschwelle stehen und muss sich ziemlich weit nach vorne strecken, um das Mikrofon nah genug in den Ort des Geschehens zu halten, damit die Tonaufnahme gelingt.