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Buch-Projekt
Schule:
Franziskusgymnasium Lingen
In den Strubben 11
49809 Lingen
Tel.: (0591) 4091
Fax: (0591) 58075

www.franziskusgymnasium.de

Gymnasium / Ungebundener Halbtag

 
Kooperationspartner:
Stadt- und Hochschul-Bibliothek Lingen
Karolinenstraße 10
49808 Lingen
Tel.: 0591/91671-0
Fax: 0591/91671-30
www.shblingen.fh-osnabrueck.de

Maria Silies, Modedesignstudentin

 
Beteiligte Schüler:
18
P1-Kurs Kunst, Jahrgangsstufe 11
 
Beteiligte Lehrkräfte:
Manfred Wintermann Kunst
 
Stundenvolumen:
8 Wochen je 4 Stunden (normaler Kunstunterricht)
sowie Treffen außerhalb des Unterichts mit der Gesamtgruppe einmal und häufig mit 2-4 Schülern in der Stadtbücherei
und nach Interesse der Schüler außerunterrichtliche Arbeit;
das Projekt wird noch fortgesetzt
 
Vorstellung und Kurzbeschreibung:
"Buchprojekt" ist gleichzeitig Titel und Programm der Erarbeitungen.

1.) "Buchstories" sind Storyboards, die vielfältige Ideen in Bezug auf bildliche und inhaltliche Auseinandersetzungen mit dem Thema Buch ermöglichen. Angela Schlicker erzählt in kleinen Zeichnungen vom "Buch als Geschenk", Sarah Gerling entwirft ein "Reisetagebuch" und Elena Zwake zeichnet, wie das Lesen eines Buches einen Albtraum auslösen kann. Vielfältige Themen wie Märchenbücher oder die Ablösung der Bücher von modernen technischen Medien oder das Kennenlernen z.B.historischer Persönlichkeiten mit Hilfe von Büchern finden Eingang in fantasievolle Bildgeschichten.
Ein digitaler Bilderrahmen, in Augenhöhe an der Bücherrücknahme platziert, zeigt einige dieser Stories.

2.) Bildreihen sind mit Abtönfarben oder Acrylfarben auf auf Leinwand gemalte Bilder, meist 3-4 kleine Formate, die sich inhaltlich auf das Thema Buch beziehen und an unterschiedlichen Stellen der Bücherei installiert sind/werden.
Dazu schreibt eine Schülerin:
Nachdem wir uns in unserem Kunstkurs mit dem Zeichnen der Kombination „Hand- Kopf-Buch“ beschäftigt haben, entschieden wir uns für das Anfertigen eines Storyboardes, in dem wir besonders auf das Thema ‚Buch‘ eingegangen sind.
Aus diesem Storyboard haben wir meist vier Bilder gewählt, die wir dann auf Leinwände übertragen haben. Es entstanden unterschiedliche Bildreihen, die allerdings alle den Bezug zum Thema ‚Buch‘ besitzen und damit natürlich auch automatisch eine Verbindung zu unserem Ausstellungsort, der Bücherei herstellen.
Meine Bildreihe beispielsweise bezieht sich auf die manchmal sogar beängstigende Kraft der Bücher, die uns in andere Welten entführen kann und auf die darauf meist unterschiedlichsten Reaktionen der Leser. Jeder von uns hat also seine ganz persönlichen Gedanken zum Thema Buch versucht malerisch umzusetzen. (Carolin Kölker)

3.) Die Arbeiten zu "letzte Seite - letzter Satz" beziehen sich direkt auf die in der Bücherei vorhandenen Bücher. Diese Arbeiten befinden sich zu einem großen Teil noch in der Entstehung. "In Gedanken sehe ich, wie das Band von der Spule springt und gegen die Bandführung schlägt, mitgezogen wird, wieder gegen die Bandführung schlägt, immer im Kreis herum. Und niemand, der es stoppt" (Robert Haasnot, "Steinkind")- dieser Text wird von mehreren Personen bearbeitet, die Zeichnungen (Tonbandspulen im Kopf ...) werden an Aufzug in der Bücherei befestigt und mit einem Magnetband inklusive Spule zu einer Installation verbunden. An "Auf der Straße vor ihm leuchteten unendlich viele Möglichkeiten." (von Chris Mooney, Scream) wird von zwei Schülerinnen bearbeitet, die eben diese Straße gedanklich in die Gänge zwischen den Bücherregalen projizieren wollen.
Auch gibt es Übergänge zwischen den unterschiedlichen Bereichen. Dazu schreibt eine Schülerin:
Nachdem wir uns darauf geeinigt haben, Bildreihen zu unseren Storyboards zu entwerfen, entschlossen wir uns, darüber hinaus ein gemeinsames Projekt zu gestalten. Ein Projekt, das in direkter Verbindung mit unserem Kulturpartner, der Stadtbücherei Lingen, steht.
Die Idee „letze Seite – letzter Satz“ entwickelte sich nach und nach in unseren Köpfen. Jeder Schüler lieh sich daraufhin ein Buch aus der Bücherei, um den letzten Satz dieses Buches zu analysieren und darzustellen. In der Gestaltung waren uns keine Grenzen gesetzt – ob nun ein plastisches Objekt, eine Leinwand, Fotoreihen oder andere interessante Konstellation - durch die vielen unterschiedlichen Bücher gelang uns eine große Vielfalt in der Umsetzung.
Ich beispielsweise wählte die Bibel, das meist verkaufte Buch der Welt. Der letzte Satz lautet: „die Gnade des Herrn Christus sei mit allen. Amen“ (Offb. 22, 21). Dazu malte ich die unterschiedlichsten Menschen auf der Welt auf kleine Leinwände: ein Blinder, der die Worte der Blindenschrift ertastet, ein kleiner Hindu, der sich mit einem Buch der Veden beschäftigt, zwei Amerikaner, die zusammen in einem Buch lesen, und ein Baby, das den Palikanon aus dem Buddismus in den Händen hält. Allen diesen Menschen wird die Gnade und Güte Gottes zuteil, ganz gleich welcher Religion, welchem Stand oder Land sie entstammen. (Jennifer Greiving)
Die Spannbreite der Erarbeitungen reicht von Pappmascheefiguren, die Bezug nehmen auf ein Kinderbuch und in der Kinderbuchabteilung aufgestellt werden sollen, bis hin zu fotografischen Inszenierungen - Hannah Berling, die die Atmpsphäre des letzten Satzes in Fotos von Häuserschluchten einzufangen versucht.

 
Projektauslöser/Idee:
Der erste Gedanke zur Teilnahme wurde durch den Flyer veranlasst, die Ideen wurden gemeinsam mit dem Kurs und den beteiligten Partnern entwickelt:
Eine Anfrage an Günter Nagelschmidt, Leiter der Stadtbücherei, im September 2010 und ein Vortrag über Inhalte eines Modedesignstudiums von Maria Silies standen am Anfang der Projektplanungen. Aufgrund fast jährlich durchgeführter Ausstellungen künstlerischer Arbeiten aus dem Franziskusgymnasium wurde der Plan, aus einer Zusammenarbeit heraus ein neues Konzept zu entwickeln, von Herrn Nagelschmidt gerne akzeptiert, Maria Silies sagte ebenfalls ihre Unterstützung zu.
 
Projektentwicklung:
Die Kontakte zu Günter Nagelschmidt, Leiter der SHB, und Maria Silies, Modedesignstudentin, waren grundlegend; ein erstes Treffen der Beteiligten bereitete den Weg.
Bei einem ersten Treffen Anfang Dezember von Günter Nagelschmidt, Maria Silies, Manfred Wintermann, Kunstlehrer des beteiligten Kurses, Hannah Berling und Elena Zwake als Vertreterinnen des beteiligten Kurses wurden erste Ideen für eine künstlerische Auseinandersetzung mit Medien und Architektur entwickelt und die weitere Vorgehensweise festgelegt. Anfang Januar besuchte der komplette Kurs die Bücherei. Die bildliche Auseinandersetzung mit dem Thema Bücher und Medien hatte - im Kunstunterricht und privat - bereits begonnen, die Einigung auf die gemeinsame Aufgabe „letzte Seite - letzter Satz” war durch Vorschlag und Abstimmung erfolgt. So nutzten viele Schüler die Möglichkeit die unzähligen Bücher nach brauchbaren Texten zu durchforsten und sich Bücher auszuleihen.
 
Besonderheiten:
Entscheidend war der Gedanke, nicht bloß eine Kunstaus-stellung wie jedes Jahr durchzuführen, d.h. so weit wie möglich einen Teil der Bücherei leerzuräumen und diesen mit Stellwänden, Bildern und Objekten zu füllen, sondern alles so zu belassen und auf die gegebenen Situationen einzugehen.
Beim Betreten der Bücherei merkt man eigentlich zunächst nicht, dass hier Kunstobjekte ausgestellt sind. Die Bildreihen z.B. sind so in den Raum integriert, dass sie nicht als Fremdkörper, sondern als integrative Bestandteile wirken. Man findet die Bilder und Objekte erst, wenn man bewusst darauf achtet.
Aber nicht nur diese formalen Bezüge sind von Bedeutung, v.a. sind es auch die inhaltlichen. Heute sind nicht alle Schüler einer gymnasialen Oberstufe gleichzeitig auch Nutzer der hiesigen Bibliothek. Viele kommen mit der Nutzung des Internets durchaus aus. Die Beschäftigung mit "letzte Seite - letzter Satz" war für zahlreiche Schüler das erste Mal, dass sie sich dermaßen intensiv in einer Bücherei umgesehen haben.
 
Probleme und Lösungen:
Einzige Schwierigkeit ist, dass das Projekt noch nicht abgeschlossen ist. Die Arbeiten müssen jetzt fast ausschließlich außerhalb des Kunstunterrichts fertiggestellt werden. Dies wird noch ca. 3 Wochen dauern. Die Dauer der Ausstellung ist zunächst nicht begrenzt - möglicherweise bis nach Ostern.
 
Anekdotisches:
Besonders erfreulich ist die positive Aufnahme von Seiten der Bediensteten der Bibliothek, z.B. haben wir beim Aufbau beobachtet, wie Besucher über die ausgestellten Bilder und besonders die Diashow an der Bücherrückgabe informiert wurden.