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Szene aus dem Movie-Maker Film Part mit Figuren
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Szene aus dem Movie Maker-Film Part mit Schauspielern
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Kennenlernen der Ausstellung auf die sich die 2. AG bezieht
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Beispiel eines Papiertheaters im Bau mit der Arbeit Radziwills
Film ab!
Schule:
Förderschule Emden
Hermann-Löns-Str. 5
26721Emden
04921/8743-00
www.foerderschule-emden.de

Förderschule/Sonderschule / Offener Ganztag
 
Kooperationspartner:
Kunsthalle Emden
Stiftung Henri und Eske Nannen und Schenkung Otto van de Loo
Museumspädagogik
Claudia Ohmert, Leiterin Museumspädagogik
Hinter dem Rahmen 13
26721 Emden
0 49 21 - 97 50 70
www.kunsthalle-emden.de
 
Beteiligte Schüler:
14
 
Beteiligte Lehrkräfte:
Wiebke RiekenWolfgang DauberSandra Wechselberg
 
Stundenvolumen:
1,5 Wochenstunden über ca. 1 Jahr
 
Vorstellung und Kurzbeschreibung:
Seit April 2010 läuft in der Kunsthalle Emden ein Projekt mit der Förderschule Emden. Es wird noch bis Ende 2011 fortgeführt und befasst sich im Allgemeinen mit dem Thema Film und deren unterschiedlichen künstlerischen Umsetzungsmöglichkeiten. Dabei nutzen wir neue, als auch klassische Medien. Die Teilnehmer können innerhalb von AGs die Teilnahme an diesem Projekt frei wählen. So bleibt es ihnen überlassen, ob sie an dem gesamten Projekt oder nur pro Schuljahr teilnehmen möchten. Jedes Schuljahr startet ein neues Thema und eine neue Technik. Das verbindende Element ist dabei das Thema "Film/bewegte Bilder/Foto" im Hinblick auf die Ausstellung „Zwischen Film und Kunst – Storyboards von Hitchcock bis Spielberg“ (16.04. – 17.07.2011). Die AG trifft sich einmal in der Woche in der Förderschule oder in der Kunsthalle Emden und wird dabei von zwei Lehrern der Förderschule und einer Museumspädagogin betreut.
Ein Storyboard ist das von Hand gezeichnete „optische Drehbuch“ eines Spielfilms. Wenngleich es der klassischen Handzeichnung mit jahrhundertealter Tradition verwandt ist, blieb diese Kunstform im musealen Zusammenhang nahezu unentdeckt. Gemeinsam mit der Deutschen Kinemathek in Berlin präsentiert die Kunsthalle Emden die weltweit erste große Ausstellung herausragender Storyboards. In der Konfrontation mit bildender Kunst wird deutlich, wie sehr sich die Bildsprachen von Kunst und Film immer wieder inspirieren und beeinflussen.
Die Ausstellung umfasst ca. 17 an international stilbildende Regisseure angelehnte Kapitel. Sie sind beispielsweise Fritz Lang, Alfred Hitchcock, Martin Scorsese, Steven Spielberg oder Stanley Kubrick gewidmet. Den Zeichnungen stehen die Originalfilmsequenzen und sorgfältig ausgewählte Kunstwerke internationaler Künstler gegenüber – etwa Max Ernst, Henri Michaux, Georg Baselitz, Alex Katz, Lucio Fontana oder Alexander Calder.
Es wurden allerdings bereits vorherige Ausstellungen ab dem Frühjahr 2010 mit in das Projekt einbezogen. Dabei geht es uns darum den Schülern mit neuen Medien und innovativen künstlerischen Techniken die Kunsthalle und die Ausstellungen näher zu bringen. Das Thema der Storyboard-Ausstellung bietet sich dafür an. Oft nutzen die Schüler den PC lediglich für Spiele oder auch für die Kommunikation untereinander, allerdings nicht für eine künstlerische Auseinandersetzung mit ihrer Umgebung. Sie sind vertraut mit diesem Medium, können es aber oft nur konsumierend nutzen. Wir nahmen die Technik "Stop and Motion" und das Programm "Movie Maker" zum Anlass einer künstlerischen Uminterpretation eines Kunstwerkers aus den Beständen der Kunsthalle. Der dabei entstandene Film hat die Arbeit „Seerosenteich“ (Schwimmer) des Künstlers Salomé zum Anlass, welche die Schüler selbst aussuchten. Wir entwickelten zusammen eine Geschichte, die mit Playmobilfiguren, diversen Accessoires und mit echten „Schauspielern“ umgesetzt wurde. Nachdem alle Einzelbilder fotografiert waren, ein Stop and Motion-Film besteht aus dem Aneinanderreihen von Einzelbildern, die dann schnell abgespielt werden, hat jeder Schüler seine Version der Geschichte am PC zusammengestellt.

Um diesen ersten Projektteil nachhaltig bei den Teilnehmern und auch in der Schule zu verankern, werden alle Filme am 4.5.2011 im Veranstaltungssaal der Kunsthalle auf großer Leinwand gezeigt. Eingeladen sind dazu die Schüler und Eltern und alle interessierten Besucher. Das Filmplakat haben die Schüler selbst gestaltet. So bleiben wir auch im Kontakt mit Schülern, die sich für das Jahr 2011 eventuell für eine andere AG entschieden haben.

Geplant ist nun eine zweite AG in der wir uns auf eine traditionelle Kunstform konzentrieren werden. Gepaart wird diese mit dem Medium der Fotografie und mit dem gezeichneten und fotografierten Storyboard. Wir planen den Bau eines großen Papiertheaters in Gruppenarbeit. Hintergrund und Anlass der Szenen werden Werke aus unserer aktuellen Ausstellung „Franz Radziwill: 111 Meisterwerke aus privaten Sammlungen“ sein.
Franz Radziwills Arbeiten erscheinen oft wie Theaterbühnen, sind sehr erzählerisch und man hat bei einigen Werken den Eindruck es sei eine Szene aus einem Schauspiel. Dazu tragen die teilweise unwirklichen Farben des Himmels und die disparaten Bildelemente bei.
Die Schüler bauen ihr eigenes Papiertheater mit Hintergründen und Figuren und erarbeiten eine Geschichte. Um den Bezug zur folgenden Storyboard-Ausstellung herzustellen, werden sich die Schüler Schlüsselszenen überlegen, die zuerst zeichnerisch festgehalten werden. Diese Schlüsselszenen werden dann als Gedächtnisstütze auf der Bühne gestellt und fotografiert. So dienen diese Schüler-Storyboards der Entwicklung einer eigenen Geschichte und als eine Art bildlicher Merkzettel. Nachdem die Schüler ihre eigenen Storyboards erstellte haben, kommt es natürlich zur Aufführung, die wir filmen werden. Geplant ist eine Integration der Filme und Storyboards in die Ausstellung. Bei dieser Abschlusspräsentation möchten wir uns noch nicht endgültig auf die Umsetzung festlegen, da wir sofür die Vorschläge und Wünsche der Schüler offen bleiben. Ab dem 16. April können die Schüler dann auch die „echten“ Storyboards sehen und sich durch die gemeinsame Betrachtung noch Hinweise und Ideen für die eigene Arbeit holen.

Ziel dieser Kooperation sind die enge Verknüpfung der Förderschule Emden mit der Kunsthalle und die damit verbundenen positiven Einflüsse auf die Schüler. Diese werden über einen langen Zeitraum (in diesem Fall war es schon ein gesamtes Schuljahr) in einer Nachmittags-AG von zwei Lehrern der Förderschule und einer Museumspädagogin der Kunsthalle Emden betreut.
Die unterschiedlichen Förderschwerpunkte jedes Teilnehmers können von den Lehrkräften berücksichtigt werden und es kann gezielt Förderung stattfinden. Die verschiedenen Aufgaben, die das neue Projekt mit sich bringt, werden den Neigungen und Fähigkeiten nach verteilt werden. In der AG von 2010 gab es z.B. Schüler, die lieber „hinter den Kulissen“ aktiv werden und andere, die als Schauspieler mitten im Geschehen sein wollten.
Nachdem wir die Steigerung der Medienkompetenz der Schüler ins Auge gefasst hatten, möchten wir 2011 wieder einen stärkeren Schwerpunkt auf Zeichnung und Malerei und Handwerkliches legen. Dabei vergessen wir aber nicht die neuen künstlerischen Techniken, wie die digitale Fotografie und das Filmen.

 
Projektauslöser/Idee:
Der Anlass der Kontaktaufnahme zwischen der Förderschule Emden und der Kunsthalle Emden war die Motivation vor und während des Jubiläumsjahres der Kunsthalle ein langfristiges Projekt für die Schüler der AGs ins Leben zu rufen.
Sehr wichtig waren bei der Projektentwicklung die Kontakte zwischen den zwei Lehrerinnen Wiebke Rieken und Sandra Wechselberg der Förderschule, die regelmäßig an den Infoabenden für Pädagogen der Kunsthalle teilnehmen. Auch die vielen Museumsbesuche von Schulklassen der Förderschule im Museum spielten dabei eine Rolle. Diese bleiben aber natürlich vereinzelt, sodass wir beschlossen über einen langen Zeitraum miteinander zu kooperieren. Zentrales Thema soll dabei die Ausstellung „Zwischen Film und Kunst – Storyboards von Hitchcock bis Spielberg“ (16.04. – 17.07.2011) sein.
 
Projektentwicklung:
1. Die AG Gruppe traf sich mit den betreuenden Lehren und der Museumspädagogin in der Kunsthalle, um erste Museumsluft zu schnuppern. Die Meisten waren bis dato noch nicht in einem Museum gewesen. Es wurde die Technik „Stop and Motion“ ausprobiert.
2. Die Schüler haben sich aus einer Auswahl an Originalen „Ihr“ Kunstwerk ausgesucht, welches der Ideenbringer für ihren Film werden soll.
3. Die folgenden 2 Treffen dienten der gemeinsamen Entwicklung einer Filmgeschichte in ihren groben Strukturen (Brainstorming).
- eine Familie macht einen Bootsausflug
- die Tochter angelt und es beißt ein Fisch an
- dieser zieht an der Angel und sie fällt ins Wasser
- die Szene wechselt hier von Figuren zu Bildern mit realen Schauspielern: das Mädchen schwimmt hilflos im Wasser bis ein Delfin sie retten will, die Eltern springen ebenfalls ins Wasser
- der Delfin lässt das Mädchen auf seinen Rücken klettern und die Geschichte hat ein gutes Ende
4. Der Bezug zu dem Kunstwerk bildet das Motiv der Schwimmenden und des Wasser. Die Schüler beschlossen, dass auf dem Kunstwerk nicht „genug passiere“ und erdachten sich eine mögliche Geschichte aus der das Kunstwerk eine Szene darstellen könnte.
5. Die AG traf sich nun an 3 Nachmittagen, um die Szenen mit den Figuren zu fotografieren. An einem ganzen Projekttag mit, u. A. gemeinsamem Kochen in der Kunsthalle, schafften wir es, die Szenen mit den Schauspielern zu fotografieren.
6. Danach begann die „Fleißarbeit“, die aber gleichzeitig Kreativität und Einfallsreichtum forderten. Die einzelnen Szenen wurden in 5 Kapitel unterteilt. Die Schüler bearbeiteten die Kapitel nun im Windows "Movie Maker". Sie suchten nach Tönen und Musik im Internet und schrieben Texte, die die Zwischensequenzen bildeten (gleich bei einen Stummfilm).
Jeder Schüler durfte seine eigene Version der Geschichte umsetzen.
Diese Phase nahm den größten Zeitraum in Anspruch (ca. 10 Doppelstunden).
7. Als krönender Abschluss werden alle Filme im Atrium der Kunsthalle auf großer Leinwand gezeigt.
8. Ab dem 16.02.2011 beginnt das neue AG-Projekt, welches von neuen und vorherigen Teilnehmern besucht werden wird. Es startet in der Kunsthalle, wo den Schülern die Ausstellung von Franz Radziwill gezeigt wird. Sie werden in der Gruppe einige Werke herausgreifen und erforschen, welche Geschichten sie erzählen. Das Rohmodell des Papiertheaters wird bereits fertig sein, sodass wir in unserem Atelier schon die ersten Ideenskizzen für die Theaterstücke zeichnen und schreiben können.
 
Besonderheiten:
Eine herausragende Eigenschaft unseres Projektes ist die langfristige Kooperation die den Schülern. Insgesamt drei Ausstellungen der Kunsthalle kennenlernen. Dabei ist nicht nur die Mitarbeiterin der Kunsthalle in der Schule präsent, sondern auch die Schüler in der Kunsthalle. Sie haben die Möglichkeit ihre eigenen Arbeiten, die sich ja mit den Werken in der Kunsthalle auseinandersetzen, in der Kunsthalle zu präsentieren und dazu ihr gesamtes schulisches und familiäres Umfeld einzuladen. So strahlt das Projekt stark in die gesamte Schule aus und es werden viele Personen in die Kunsthalle kommen, die unter „normalen“ Umständen nicht ein Museum besuchen werden. Dazu sind sie, Eltern, Großeltern, Geschwister etc. natürlich bereit, wenn es eine persönliche Motivation vorliegt. Viele der Schüler der Förderschule stammen aus bildungsfernen Familien, die im Allgemeinen nicht zu den Museumsbesuchern gehören. Über die Kooperation mit den Schülern schafft man gleichzeitig einen Kontakt zu den Eltern, die am Besten über die Kinder zu erreichen sind. Die Musik-AG der Förderschule Emden wird in naher Zukunft die Musik zu dem Filmvorspann schreiben und vertonen.
 
Probleme und Lösungen:
Ein Problem stellte in mancherlei Hinsicht die Ausdauer der Schüler dar, sich über den Zeitraum von 1,5 Stunden zu konzentrieren. Besonders die „stille“ Arbeit am PC war schwierig für viele Teilnehmer. Diesbezüglich haben wir versucht den Schülern individuelle Pausen zu ermöglichen.
Diese waren z.B. Besuche bei den anderen AGs, um zu schauen, was dort gerade passiert. Außerdem luden wir die anderen AGs auch zu uns ein, um einzelne Szenen einem „Vorabpublikum“ zu präsentieren. Positive Erfahrungen der Schüler waren dann der Applaus der anderen, der natürlich motivierte.
Für das Folgeprojekt haben wir uns deshalb entschlossen die Arbeit am PC zu minimieren und diese an Experten unter den Schülern abzugeben. Außerdem setzen wir die künstlerische Arbeit aus diesem Grund auch nicht mehr ausschließlich mit Hilfe des PC um.
 
Anekdotisches:
In der aktuellen AG haben die Schüler zusammen mit der Lehrerin und der Museumspädagogin die Geschichten hinter den Werken Franz Radziwills erkundet. Dabei erfuhren sie einiges über den Künstler und seine Werke, entwickelten aber, was uns besonders wichtig ist im Hinblick auf das Papiertheater, ihre eigenen kurzen Geschichten.
Dazu durfte sich jeder Schüler einen Gegenstand aus einer Kiste aussuchen und dann ein passendes Kunstwerk dazu suchen.
Auf dem beigefügten Bild ist Azeem zu sehen, der die Arbeit "Wasserturm in Bremen" (1932)folgendermaßen kommentierte. "Auf dem Bild ist der Himmel so dunkel, da fehlt der Mond. Ich habe mir für meine Glühbirne deshalb dieses Bild ausgesucht, damit es heller darauf wird"