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5xx+2xy
Schule:
Karl Kisters Realschule
Lindenstr. 3a
47533 Kleve
Tel: 02821-78123
Fax: 02821-781243

http://www.kkrs-kellen.de

Realschule

 
Kooperationspartner:
Benjamin Fleig, Videokünstler, Kamera und freier Kurator,Belgien

Ludwig Kuckartz, Video-Produktion und Postproduktion, Grafik Design, Videokunst, Video Live Performance,
Videojournalismus, Musik-Produktion, Audiovisueller Unterricht, Köln

 
Beteiligte Schüler:
7 von 16 AG-Teilnehmern
16
Workshop Film, freiwillige Teilnahme:
Die Schüler der Jahrgansstufe 9 wurden in Kleingruppen aufgeteilt.
 
Beteiligte Lehrkräfte:
Ein Lehrer:Mathematik, Erdkunde, Physik, Workshop Film
 
Stundenvolumen:
Einzelne ganze Projekttage während des Schulhalbjahres
 
Vorstellung und Kurzbeschreibung:
Schüler der Workshopgruppen entwickelten das Drehbuch zu verschiedenen Kurzfilmen der Genres: Dokumentarfilm/Dokuklip, Reportage, Animationsfilm, Videoinstallation, Sweeded Filme.
Anschließend waren sie für alle Aspekte der Realisierung dieses Filmprojekts verantwortlich: Drehort, Requisite, Ausstattung, Kameraführung, Licht, Ton usw.
Der Schnitt wird von den Kooperationspartnern ausgeführt.

Es entstand unter anderem der Film "5xx+2xy" zum Thema „Zeit“ mit einer Länge von 6,5 Minuten.

Es ging um den Aspekt des Zeitbegriffs: Zeit raffen/Zeit strecken. 

Inhalt des Filmes:
 Das Thema „Zeit“ sollte mit der Verwendung einer Hochgeschwindigkeitskamera unter den oben genannten Voraussetzungen umgesetzt werden.
Der Film sollte klein-kurz-frech-provokativ und mit kleinen technischen Raffinessen versehen sein. Die Akteure - vier Schülerinnen und zwei Schüler - stehen sich auf einem schneebedeckten Sportplatz im Winter gegenüber, um eine wilde Schneebaldschlacht auszuführen. Die Aufnahmen der Bewegungen mit der Hochgeschwindigkeitskamera ermöglichen beim Abspielen des Filmes eine Darstellung kontrastreicher und langsamer Bewegungsabläufe. Dieser Kontrast wird durch die Wiedergabe in Schwarz/Weiß verstärkt. Der Einsatz sowohl klassischer, als auch moderner experimenteller Popmusik unterstreicht die Handlungsstränge, bzw. die Dramaturgie des Filmes.

 
Projektauslöser/Idee:
Vor fünf Jahren entstand mit Hilfe der Kooperation des AV-Studios Kleve der WPU – Kurs „Film“ an unserer Schule. Der verpflichtende Wahlpflichtunterricht fand normalerweise einmal wöchentlich für jeweils eine Kleingruppe statt. Die Drehzeiten und die Schnittzeiten für den Film wurden sehr variabel nach Absprache mit den Schülern und dem Mitarbeiter des AV- Studios organisiert.
Zwei Kleingruppen drehten vor zwei Jahren Dokumentarfilme über eine Länge von ca. 13 Minuten und schnitten diese anschließend in dem AV-Studio. In allen Bereichen wurden sowohl die Schüler als auch der Lehrer von Mitarbeitern der Stiftung begleitet.
Der Wunsch der Schüler nach mehr Selbständigkeit und Kreativität, wurde durch den Kauf einer semiprofessionellen Mini - DV Kamera durch den Förderverein der Schule realisiert.
Vor drei Jahren entstanden durch zwei weitere Schülergruppen Kurzfilme zum Thema: „Rechtsextremismus und seinen neuen Erscheinungsformen“.
Über Fördergelder von Sponsoren (Volksbank Kleve/ Förderverein der Schule) war die Schule in der Lage die Videokünstler Benjamin Fleig und Ludwig Kuckartz für diesen Workshop an unserer Schule zu gewinnen, um den Erfahrungsbereich des experimentellen Filmens kennen zu lernen und den „filmischen Erfahrungshorizont“ der Schüler zu erweitern.
 
Projektentwicklung:
Für den Einstieg wurde ein Vortreffen mit den Künstlern organisiert, um die Neugier der Schüler zu wecken und an einem praktischen Beispiel (hier waren die Schüler die Akteure) spielerisch mit den Medien Film und Computer umzugehen. Nach einer theoretischen Auseinandersetzung wurden die Kleingruppen mit „kleinen Hausaufgaben“ zum Thema Zeit in die Ferien geschickt(eigenes Freizeitverhalten beobachten und festhalten).
Die Filme zum Thema „Zeit“ und "Sweeded Filme" sollten klein-kurz-frech-provokativ und mit kleinen technischen Raffinessen versehen sein.
Eine spannende Präsentation verschiedener Produktionen der Videokünstler, gespickt mit kleinen theoretischen Grundlagen, empfing die Schüler am zweiten Treffen nach den Ferien, um dem Tatendrang der Schüler freien Lauf zu lassen.
Sofort schrieben und zeichneten die verschiedenen Gruppen die Drehbücher, setzten filmische Mittel ein und sorgten sich um Kameraführung, Einstellungen, Perspektivenwechsel. Die Schüler wollten von Anfang an so eigenverantwortlich wie möglich sowohl vor der Kamera als Akteure als auch hinter der Kamera als Drehbuchautor und Regisseur arbeiten.
Gegenwärtig werden die Filme von den Videokünstlern nach den erarbeiteten Konzepten der Schüler vertont und geschnitten.
Es entstand eine DVD mit 15 Kurzfilmen.
Mit dem Dokumentarfilm "Pizza International" nahm die Film-AG am 1.Euregionalen Jugendfilmfestival in Aachen teil und wurde nominiert.
Nach der Nominierung ist die gesamte Film-Crew mit dem Videokünstler Benjamin Fleig zu einem Interview nach Köln in das Studio des lokalen Fernsehsenders center-tv eingeladen worden. In der Sendung "Heimatfilm" wurde das Interview auch über das Internet mehrfach veröffentlicht.
 
Besonderheiten:
Die Schülergruppen arbeiteten sehr motiviert, selbständig und eigenverantwortlich. Die Videokünstler und der Lehrer sind Begleiter, Mentoren und Verwalter der verschiedenen Kameras. Der Dreh fand sowohl in der schuleigenen Cafeteria als auch in der nahen Umgebung außerhalb der Schule statt. Die Umsetzung des Themas bereitete den Schülern große Freude und weckte Enthusiasmus, Ehrgeiz und Phantasie.
 
Probleme und Lösungen:
Die Gruppen wurden mit unterschiedlichen Problemen konfrontiert:
Die Teilnehmer des Animationsfilms 5xx+2xy hatten nicht die „sehr zeitintensive“ Drehzeit in der eisigen und feuchten Kälte bedacht. Hierbei lernten sie „Geduld und Ausdauer“ in einer klimatischen Extremsituation für die Umsetzung kleiner, detailgetreuer Filmausschnitte. Viel Improvisation war für diese Gruppe vonnöten, um ihr theoretisches Drehbuch in die Praxis umzusetzen.

Die „Akteure“ der Videoinstallation "Wasserlassen" erfuhren, dass der geplante Dreh viel koordinatives Können und Training erforderte, um z.B. in den Filmsequenzen die harmonische Bewegung langsamer, sich schnell bewegender und auch sich rückwärts bewegender Körperteile und Gegenstände zu erzeugen.

Die Dokumentarfilmer mussten sich mit flüchtenden Interviewpartnern (sie hatten alle keine Zeit), misstrauischen und zu neugierigen Passanten auseinandersetzen, die ständig in das – eigentlich geplante Bild- hineinliefen, oder auch wegliefen. Somit wurde die Drehzeit für diese Gruppe um ein Vielfaches verlängert.

 
Anekdotisches:
Um die „Schneeballschlacht“ zu koordinieren und vorzubereiten, war es natürlich vonnöten den Kampfverlauf und die Schrittabfolge in viele kleine Sequenzen nachzuvollziehen. Das hat den Schülern so viel Freude bereitet, dass vor der eigentlichen Schneeballschlacht ständig kleine Schlachten stattfanden, so dass auf dem - zum Glück - großen Sportplatz die anwesende Gruppe immer wieder neue unberührte Schneeflächen aufsuchen mussten.


Der abschließende Kommentar eines Schülers in der Schülerzeitung "Notenfrei":
"Der Film-Workshop macht echt Spaß und ich würde jedem Schüler, sollte so ein Workshop noch einmal stattfinden, empfehlen, daran teilzunehmen.
Wir freuen uns darauf unsere Filme im Museum Kurhaus Kleve bei der traditionellen Ausstellung von Schule Kunst Museum zeigen zu dürfen."