Hier Klicken für die Vollansicht

Hier Klicken für die Vollansicht
-
Hier Klicken für die Vollansicht
-
In einem Jahr ein Buch
Schule:
St. Andreas Grundschule
Norfer Schulstraße 13
41469 Neuss
02137/3275



Grundschule / Offener Ganztag

 
Kooperationspartner:
Renate Kaiser, Jugendbuchautorin, Neuss
www.renate-kaiser.de
 
Beteiligte Schüler:
25
Schülerinnen und Schüler der Klassen 4 a und 4 b, Literatur-AG
 
Beteiligte Lehrkräfte:
Frau Püll Frau Hagen-Olbrich
 
Stundenvolumen:
Zwei Wochenstunden über ein Schuljahr, insgesamt 40 Doppelstunden.
 
Vorstellung und Kurzbeschreibung:
In einem Jahr ein Buch,
"Adventsgeschichten für die Ohren", Hörbuch
"Alles Gemüse, oder was?", Hörbuch

Mittels Methoden des Kreativen Schreibens erstellen Schülerinnen und Schüler der 4. Jahrgangsstufe einen akustischen Adventskalender. Dreizehn Schüler schreiben je zwei Adventsgeschichten. Diese werden in einem professionellen Tonstudio von den Schülern selbst eingesprochen. Jeder Schüler erhält einen "Adventskalender für die Ohren", der das Warten auf Heiligabend verkürzt.
Von einer weiteren Schülergruppe werden Kurzgeschichten aus ungewöhnlichen Perspektiven geschrieben. Thema Gemüse: Wie fühlt sich eine Tomate in einem Salat? Was erlebt eine Spargelstange? Diese Geschichten werden ebenfalls als Hörbuchversion bearbeitet.
Alle 25 Schüler schreiben zusätzlich Geschichten zu verschiedenen Schreibanlässen. Die besten Geschichten werden in einem Buch veröffentlicht, das über den Buchhandel erworben werden kann.

Fernab von Notendruck und Formalien eines Deutschaufsatzes erfahren die Schüler, was eine spannende Geschichte ausmacht. Warum sind Dialoge in einer Geschichte so wichtig? Sie lernen, passende Adjektive zu wählen, ebenso die richtigen Zeiten in den Erzählsituationen zu bestimmen. Sie erfahren, dass die Wahl von passenden Namen für eine Geschichte von immenser Bedeutung sein kann. Nach und nach trauen sich die Schüler, auch über negative Gefühle zu schreiben, weg von der "Heile-Welt-Geschichte" hin zu einer spannenden konfliktträchtigen Geschichte, die nicht immer ein Happy End haben muss. Immer wieder werden sie vor neue Schreibsituationen gestellt, Schreiben nach vorgegebenem Satzanfang, Schreiben aus ungewohnten Perspektiven, so erzählt zum Beispiel der Schnee, wie ihm im Himmel eine Tasse Tee angeboten wird. Zur Auflockerung werden Schreibspiele angeboten, z.B. jedes Kind schreibt zwei Sätze auf ein Blatt, dann werden die Blätter im Uhrzeigersinn weitergereicht und das nächste Kind muss die Geschichte des Vorherigen weiterschreiben oder die Kinder dürfen nur Sätze mit dem gleichen Anfangsbuchstaben bilden, z.B. "Wollen witzige Wale wirklich Wäsche waschen?"
Die Kinder lernen, ihren Wortschatz mehr und mehr auszuschöpfen und in spannende Geschichten umzusetzen. Die Schüler beginnen, die Texte ihrer Mitschüler konstruktiv zu kritisieren und setzen sich mit der Kritik an den eigenen Texten auseinander.
Im Tonstudio und beim Vorlesen in der Gruppe lernen sie, ihre Stimme in den einzelnen Szenen zu variieren, legen ihre Scheu beim Vorlesen ab, werden dadurch ruhiger und selbstbewusster beim Lesen und trainieren eine akzentuierte Aussprache.
Das Schreiben und Beschäftigen mit eigenen Texten trägt zur Persönlichkeitsbildung der Schüler bei.

 
Projektauslöser/Idee:
Das Projekt entstand im Rahmen von "Kultur und Schule" des Landes Nordrhein-Westfalen. "In jedem Kind steckt ein Autor", man muss ihn nur durch gezielte Übungen zum Leben erwecken. In vielen Kinder- und Jugenschreibgruppen habe ich erlebt, dass Kinder erstaunt sind, welche Geschichten in ihnen schlummern. Mit einer Fülle kreativer Schreibanregungen haben 25 Kinder im Rahmen des Projektes "Kultur und Schule" die Möglichkeit, ihre Fähigkeiten innerhalb eines Schuljahres zu entdecken, zu nutzen und zu vertiefen.
 
Projektentwicklung:
März 2010
Die Idee entsteht und wird von Renate Kaiser beim Kulturfächer (Kulturschaffende begegnen Lehrern in Neuss) präsentiert.
Frau Albrecht, Leiterin St. Andreas Schule, ist begeistert von der Idee.
Juli 2010
Nach Vertragsabschluss Besprechung der Eckdaten mit dem Tonstudio.
September 2010
Die Schüler schreiben je zwei Adventsgeschichten.
Oktober 2010
Im Tonstudio sprechen die Schüler ihre beiden Adventsgeschichten ein. Die CD wird produziert.
November 2010
Die Schüler erhalten ihre CD "Adventsgeschichten für die Ohren".
November 2010 - Januar 2011
Schüler schreiben Geschichten zu verschiedenen Schreibanlässen.
Februar 2011
Die zweite Schülergruppe beginnt mit dem Schreiben von Geschichten aus ungewöhnlichen Perspektiven.
März 2011 Produktion des zweiten Hörbuchs
Mai 2011 Lektorieren der Texte für das Buch
Juni 2011 Druck des Buches
Juli 2011 Präsentation des Buches im Rahmen einer Feierstunde vor Mitschülern, Eltern und Großeltern
 
Besonderheiten:
Eine Schülergruppe produziert einen akustischen Adventskalender "Adventsgeschichten für die Ohren". Da es 13 Schüler sind, gibt es noch eine Adventsgeschichte für den 1. und den 2. Weihnachtsfeiertag. Eine weitere Schülergruppe produziert ein Hörbuch "Alles Gemüse, oder was?", Schreiben aus ungewöhnlichen Perspektiven. Mittels unterschiedlicher kreativer Schreibmethoden entstehen während eines Schuljahres viele Kurzgeschichten. Die besten Geschichten der Schüler erscheinen in einem Buch, das bei einer Feierstunde mit Eltern und Geschwistern an die jungen Autoren überreicht wird. Alle Schüler sind Buchautoren und Hörbuchproduzenten. Die CD's und das Buch sind in späteren Jahren wertvolle Erinnerungsstücke ihrer Kindheit. Die Schüler können die Entwicklung ihres Schreibstils nachvollziehen ebenso wie die Entwicklung ihrer Stimme.
 
Probleme und Lösungen:
Da die Termine im Tonstudio knapp getaktet waren, musste jeder Schüler innerhalb der ersten beiden Unterrichtseinheiten zwei Adventsgeschichten produzieren, September, bei über 20 Grad Außentemperatur. Ein sanfter Einstieg in die Schreibarbeit und ein behutsames Kennenlernen der Gruppe konnte am Anfang nicht stattfinden.
Die Schüler lernten zu akzeptieren, dass niemand eine druckreife Geschichten schreiben kann. Sie erkannten, dass Textarbeit mühselig sein kann. Sie merkten, dass sie sich weiterentwickelten, ihren Stil verfeinern konnten.
Die Schüler stellten fest, dass es große Unterschiede zwischen dem Vorlesen im Unterricht und dem Einlesen einer Geschichte im Tonstudio gibt. Das Stillsitzen, das exakte Sprechen usw. geriet für einige Schüler zur großen Geduldsprobe. Nach dem ersten Anhören der CD waren alle Schüler sehr stolz auf ihre Leistung.


 
Anekdotisches:
Zu einem Schreibanlass sollten die Kinder einen Gegenstand von zu Hause mitbringen. Es sollte eine Gemeinschaftsgeschichte entstehen, in der alle mitbegrachten Gegenstände in eine Reihenfolge gebracht werden und in der Geschichte vorkommen müssen. Ohne dass die Kinder sich abgesprochen hatten, brachten von 13 Schülern 7 Schüler einen kleinen Frosch mit. Frederic, einer der Schüler, schlug vor: "Ist doch toll, wir erzählen eine riesige "Froschgeschichte" ...