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Wo die wilden Wesen wohnen - Im Kinderzimmer
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Wo die wilden Wesen wohnen - Die Traumfahrt
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Wo die wilden Wesen wohnen - Die Traumfahrt
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Wo die wilden Wesen wohnen - Bei den wilden Wesen
Schule mit Kulturprofil
Schule:
Grundschule Lieme
Bielefelder Str. 164
32657 Lemgo
Tel. 05261/96720
Fax: 05261/967217
www.grundschule-lieme.de

Grundschule / Offener Ganztag
 
Kooperationspartner:
Christel Brüning
Sabine und Mike Turnbull
Dorsten Diekmann
Ewald Horstmann
Irena Kyeck
Herbert Mische
Elisabeth Stiemert
Csaba Manfai

 
Beteiligte Schüler:
70 - 80
3. und 4. Schuljahre
 
Beteiligte Lehrkräfte:
Klassenlehrerinnen (4)Musiklehrerinnen (2)Kunstlehrerinnen (2)der jeweiligen Klassen
 
Stundenvolumen:
je nach Projekt unterschiedlich, z. B.
Autorenlesungen: 1 Stunde pro Schuljahr + unterrichtliche Vorbereitung
Konzerte: 1 Stunde + unterrichtliche Vorbereitung
Theateraufführungen: mehrere Wochen/Monate
Theaterprojekt mit behinderten Kindern: Projektwoche
 
Vorstellung und Kurzbeschreibung:
Die Grundschule Lieme ist eine zweizügige Grundschule am Stadtrand von Lemgo in Ostwestfalen. Der Ortsteil Lieme ist über die Stadtgrenzen hinaus bekannt als Leistungsstützpunkt für das Kunstradfahren. In der Turnhalle der Grundschule Lieme trainierten Weltmeister. Für die Liemer Schüler/innen bedeutet dies, dass es im Rahmen der Talentsichtung und darüber hinaus für die Freizeitgestaltung ein breites Angebot an sportlichen Aktivitäten gibt.
Kulturelle Angebote jedoch wie Theater, Konzerte, Büchereibesuche, Teilnahme an Angeboten der Musikschule oder der Volkshochschule, etc. sind mit Fahrten nach Lemgo oder Detmold verbunden, für viele Eltern ein zu hoher (auch zeitlicher) Aufwand. Insbesondere für Kinder aus bildungsfernen Elternhäusern bleibt das Kulturleben - auch das regionale – ein Buch mit sieben Siegeln. Das ist die Motivation für die Grundschule Lieme, ihren Schwerpunkt im musisch-literarischen Bereich zu setzen. Seit vielen Jahren gehört es daher zum Selbstverständnis der GS Lieme, sich als Schule mit Kulturprofil darzustellen, indem wir Kultur in vielfältiger Form in unser Schulleben integrieren.
Die folgenden Ausführungen sollen zeigen, in welchen Bereichen und auf welche Weise wir versucht haben, unseren Schwerpunkt aktiv und nachhaltig zu gestalten.
Eine für uns wichtige Aktivität sind die jährlich stattfindenden Autorenlesungen, die es seit 1990 zumeist für die 3. und 4. Schuljahre an unserer Schule gibt.
Jede Lesung wird im Deutschunterricht auf vielfältige Weise vorbereitet, z. B. durch die (Internet-)Recherche der Lebensdaten des/der jeweiligen Autor(s)in, durch die inhaltliche Auseinandersetzung mit den angesprochenen Themenkreisen, durch das Notieren von Fragen an den/die Autor/in, etc.
Die Konzeption der Unterrichtseinheit wird mit den Schüler/innen abgesprochen. Sie bestimmen durch ihre Fragen weitgehend mit, durch welche Inhalte die Unterrichtseinheit gestaltet werden soll. Auf Anregung der Schüler/innen gab es auch schon im Nachhinein einen Briefwechsel mit Autoren.
Es ist selbstverständlich, dass zur vertiefenden Lektüre weitere Titel der jeweiligen Autoren in unserer Schülerbücherei zu finden sind. Die Schülerbücherei ist auf unsere Initiative entstanden. Sie wird ehrenamtlich von Eltern verwaltet und mit Mitteln des Fördervereins aktualisiert. Auf diese Weise haben auch unsere „Dorfkinder“ die Möglichkeit zur regelmäßigen Buchausleihe.
Die Eltern unserer Schüler/innen werden rechtzeitig über die Autorenlesungen informiert. Viele Kinder kaufen sich Bücher der jeweiligen Autoren und lassen sie nach der Lesung signieren. Es hat sich gezeigt, dass die selbst bestimmte Lesungsvorbereitung und das Kennenlernen des/der Autor(s)in eine hohe Lesemotivation hervorrufen, die über den Tag der Lesung hinaus anhält.
Folgende Autoren waren bei uns zu Gast:
Irene Margil, Cornelia Franz, THiLO, Ulrike Baier (Schauspielerin): Das magische Baumhaus, Ingo Siegner, Ulf Blanck, Joachim Friedrich, Christian Bieniek, Knister, Achim Bröger, Nortrud Boge-Erli, Ursula Kirchberg, Klaus Hoffmann, Martin Meißner, Frank Ruprecht, Marjaleena Lembcke-Heiskanen, Renate Schoof, Regina Schwarz, Gerda Wagener, Manfred Schlüter, Uta Mauersberger, Jutta Kirschner, Christa Zeuch, Anne Steinwart.
Ein weiteres wichtiges kulturelles Ereignis in unserem Schulleben ist das jährliche Konzert der Nordwestdeutschen Philharmonie, das auf Initiative der Grundschule Lieme (auch aus Kostengründen) für alle Lemgoer Grundschulen in Lemgo stattfindet. Die organisatorische Vorbereitung und das Sponsoring liegen in den Händen der GS Lieme. Kinder der GS Lieme wurden öfter in die Konzertgestaltung einbezogen, z. B. indem sie zu Vivaldis „Frühlingsmusik“ einen Tanz entwickelten und vorführten oder Bilder mit Bezug zu den musikalischen Themen gestalteten. Die Konzerte werden didaktisch aufbereitet, die Kolleginnen in einer Fortbildung geschult und jedes Konzert ausführlich im Unterricht vorbereitet. Hierbei geht es nicht nur um das Erschließen der musikalischen Inhalte, sondern auch um das Vermitteln des angemessenen Verhaltens während eines Konzertes. Die folgenden Konzerte durften wir schon erleben:
Joseph Haydn: Berühmt in ganz Europa, Leopold Mozart: Musikalische Schlittenfahrt, Georges Bizet: Jeux d’Enfants-Kinderspiele, Mozart: Kompositionen des jungen Mozart, Tilo Medek: Die betrunkene Sonne, Sergej Prokoljew: Für Kinder komponiertes Orchesterwerk (Musikalische Aufarbeitung des Bilderbuches „Die Geschichte von Babar, dem kleinen Elefanten“), Haydn: Musikstücke, Smetana: Die Moldau, Journey into Jazz, Strawinsky: Feuervogel.
Desweiteren ermöglichen wir unseren Schülern/innen durch die Zusammenarbeit mit der Musikschule Lemgo, am Schulvormittag ein Instrument zu erlernen. Integriert in den Stundenplan unterrichten Lehrer und Lehrerinnen der Musikschule zu besonders günstigen Konditionen in unserer Schule. Auftritte unserer Musikschüler bereichern bei Schulveranstaltungen unser Schulleben.
Besondere Höhepunkte unseres Schullebens waren Theateraufführungen. Unsere ersten Theaterprojekte entstanden durch die Zusammenarbeit mit der Kinderbuchautorin Elisabeth Stiemert. Frau Stiemert wohnte zu der Zeit in Lemgo. Sie schrieb für unsere Schule die Sage vom Rattenfänger von Hameln in Verse um und führte beim Einüben Regie. Die Proben fanden in einer wöchentlichen Theater-AG statt. Für alle Kinder, die teilnehmen wollten, schrieb Frau Stiemert eine Rolle.
Die Proben dauerten fast das ganze Schuljahr. Eltern nähten Kostüme, im Kunstunterricht entstand die aufwändige Kulisse, z. T. auch mit Hilfe von Eltern und Hausmeister.
Die Schüler und Schülerinnen waren mit Begeisterung bei der Sache. Eine Schülerin entdeckte durch unsere Theaterarbeit ihr schauspielerisches Talent und wählte das Theaterspielen zum Beruf, einige andere sind bis heute als Laienschauspieler engagiert.
Frau Stiemert verfasste zwei weitere Theaterstücke für die GS Lieme. Sie schrieb ihre Kinderbücher „Kater Timtetater“ und „Gackitas Ei“ zum Theaterstück um.
Beide Stücke wurden ähnlich aufwändig unter Frau Stiemerts Regie vorbereitet und in der GS Lieme uraufgeführt. „Kater Timtetater“ und auch "Gackitas Ei" wurden wegen der sensationellen Erfolge im folgenden Jahr mit anderen Darstellern erneut auf die Bühne gebracht. Den beteiligten Kindern sind die Theateraufführungen nachhaltig in Erinnerung geblieben.
Zwei weitere Theaterprojekte dürfen nicht unerwähnt bleiben:
2006 bekam die GS Lieme als Preis für ein Märchenprojekt von der Stiftung Lippe 600 €. Dieses Geld investierten wir für die professionelle Begleitung eines Märchen-Klang-Theaterprojektes auf der Musikburg Sternberg. Ca. 80 Kinder der Schule (2 dritte und 2 vierte Schuljahre) waren daran beteiligt. Die Kinder entwickelten ein eigenes Märchen mit dem Titel „Die 2 Mutproben und die erste große Liebe“ und schrieben die Dialoge selbst. Kostüme und Kulissen entstanden mit Hilfe von Erwachsenen (Lehrerinnen und Eltern) im Kunstunterricht. Die musikalische Begleitung des Theaterstücks wurde ebenfalls professionell mit den Kindern eingeübt. Zur Aufführung wurden Eltern und Verwandte in die Burg eingeladen, wo dann in besonderer Atmosphäre das erlebnisreiche Projekt beendet wurde.
Ein weiteres Theaterprojekt 2009 wurde durch die NRW Stiftung „Kultur und Schule“ unterstützt. Zusammen mit behinderten Kindern entstand das Theaterstück „Wo die wilden Wesen wohnen“ in Anlehnung an Maurice Sendaks Kinderbuch „Wo die wilden Kerle wohnen“. Ähnlich wie bei dem vorher beschriebenen Projekt entwickelten die Kinder durch das Schreiben von Geschichten den Inhalt des Theaterstücks selbst. Mit professioneller Hilfe wurde es auf die Bühne gebracht. Bei der musikalischen Ausgestaltung kam es uns zugute, dass Kinder, die bei uns im Rahmen der Musikschule ein Instrument gelernt hatten, ihr Können zeigen konnten. Auch das Bühnenbild und die Requisiten wurden zusammen mit behinderten Kindern gestaltet. Insbesondere die Erfahrung im Umgang mit behinderten Kindern machten die Proben und Aufführungen in der Öffentlichkeit zu einem besonderen Erlebnis.
Auch die darstellende Kunst hat in unserem Schulleben ihren Stellenwert und ihren Platz. Unter dem Motto „Große und kleine Künstler“ arbeiteten alle Schüler/innen unserer Schule unter der Anleitung eines Künstlers/in an einem Objekt oder einer Gestaltungsaufgabe ihrer Wahl. So entstanden ein Riesendinosaurier, behauene Steinfiguren, Mobilés mit Motiven von Miró, Stockskulpturen, Totempfähle und vieles mehr. Die fertigen „Kunstwerke“ wurden in Buchläden von Lemgo und der Sparkasse in Lieme ausgestellt. Des weiteren gestalteten wir aus den fotografierten Objekten einen Kalender, der in Lemgoer Buchläden und über die Schule verkauft wurde.
Unseren Eingangsbereich schmücken zwei großformatige Bilder, die ebenfalls unter der Anleitung eines Künstlers entstanden sind. In einer Kunst-AG wurden den Kindern Bilder von bedeutenden Künstlern nahe gebracht. Mit professioneller Unterstützung wurden diese Bilder nachempfunden auf große Leinwände gemalt.
Ein weiteres Projekt in Zusammenarbeit mit Künstlern ist auf den Weg gebracht, aber noch nicht durchgeführt:
Kollegium und interessierte Eltern oder Großeltern lassen sich von einem Schauspieler fortbilden, um bessere „Vorleser“ zu werden. Angedacht ist eine wöchentliche Vorlesestunde für die ersten Schuljahre durch Eltern oder Großeltern.
Die GS Lieme – eine kleine Schule auf dem Land – mit vielfältigen kulturellen Aktivitäten!
Wir würden uns sehr freuen, wenn die Anstrengungen aller Beteiligten – Kollegium, Künstler und Sponsoren – durch „Kinder zum Olymp“ gewürdigt werden könnte.
 
Projektauslöser/Idee:
Vorschläge von Kollegium und Schulleitung
 
Projektentwicklung:
- Nutzen der künstlerischen Ressourcen der Umgebung
- Absprachen mit den jeweiligen Künstlern
- Schaffen der organisatorischen Rahmenbedingungen durch die Schule
 
Besonderheiten:
Der Umgang mit
- Künstlern
- behinderten Kindern beim letzten Theaterprojekt
- Orchestermusikern durch aktives Mitwirken bei Konzerten
- Autoren und der persönliche Kontakt zu ihnen
 
Probleme und Lösungen:
- Probleme bei der Finanzierung der Konzerte: Finden von Sponsoren

- Für die Finanzierung der Autorenlesungen wurden feste Partner gefunden.

 
Anekdotisches:
Die Freude und Begeisterung der Kindern haben wir auf Fotos bzw. Filmen festgehalten, die wir gerne nachreichen.