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Rudolph die Giraffe
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Alle lachen über Rudolph
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Affe auf der Schaukel
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Die Grille hilft
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Geschafft! Super!
Giraffen können nicht tanzen
Schule:
KRANICHSCHULE,
Kranichstraße 21-25,
47055 Duisburg,Tel.: 0
203-770294/95, Fax: 0203-770299,,
www.kranichschule.de

Förderschule/Sonderschule / Gebundener Halbtag
 
Kooperationspartner:
- tanz in Schulen; nrw landesbüro tanz; Im MediaPark 7, 50670 Köln,
Te. 0221 226 57 54, info@tanzinschulen.de; www.tanzinschulen.de
Tänzerinnen und Choreografinnen: Uta Sander, Sarah Schuhmacher aus Köln
- Gewandmeisterin: Anja Funke, Krefeld,
- Grafikerin: Barbara Leifeld, Krefeld;
- freischaffende Künstlerin: Beate Krempe, Krefeld;
www.beate-kremp.de
- KRESCH-Theater; Fabrik Heeder, Virchowstr. 130, 47803 Krefeld; künstlerische Leitung
Helmut Wenderoth, Tel. 02151 862626; www.kresch.de
 
Beteiligte Schüler:
43 Kinder
An dem Projekt arbeiteten alle Kinder (43 Kinder) unserer Klassenstufen 3 und 4 mit. Es entstanden 4 Arbeitsgruppen, in denen sich die Teilnahme der Kinder teilweise überschnitt.
1. Arbeitsgruppe: Die Hauptgruppe und stärkste Gruppe von der Teilnehmerzahl war die Tanz-AG mit Kindern aus beiden Klassenstufen. Es nahmen 22 Kinder, 11 Mädchen und 11 Jungen, auf freiwilliger Basis daran teil. Hier wurde Tanztraining praktiziert und die Choreografie entwickelt.
2. Arbeitsgruppe: 16 Kinder aus den Klassenstufen 4 gestalteten das Bühnenbild in Zusammenarbeit mit der Bühnenbildnerin.
3. Arbeitsgruppe: Kinder der Klasse 3 (11 Kinder) arbeiteten mit an den Kostümen und Requisiten für das Stück.
4. Arbeitsgruppe: Hier gestalteten Kinder der zweiten Klasse 3 (11 Kinder) das Werbeplakat, Eintrittskarten und das Programmheft.
 
Beteiligte Lehrkräfte:
Die außerschulischen Kooperationspartner waren 2 Tänzerinnen, eine Gewandmeisterin, eine Grafikerin und eine freischaffende Künstlerin (s.o.).Die beteiligten Lehrkräfte waren eine Lehrerin als Initiatorin und Hauptverantwortliche für das gesamte Projekt und drei weitere Lehrer/innen, die mit in das Projekt eingebunden waren. Die Fächer, die sie unterrichten, sind Kunst, Mathematik und oder Deutsch.
 
Stundenvolumen:
Das Projekt startete im Oktober 2008 nach den Herbstferien und endete mit der Aufführung am 5. Juni 2009. In diesem Zeitraum umfasste die tänzerische Arbeit wöchentlich 2 Stunden (ca 27 mal) und eine Generalprobe.
Die Gestaltung des Bühnenbildes fand über 5 Wochen an jeweils einem Vormittag über 4 Stunden statt. Die Gestaltung der Kostüme und der grafischen Arbeit umfasste 6 Wochen jeweils 2 Wochenstunden bzw. 4 Wochen jeweils 2 Stunden.
 
Vorstellung und Kurzbeschreibung:
„Giraffen können nicht tanzen“ war der Titel unseres Projekts und der Titel eines Bilderbuchs von Giles Andreae aus der Kinderliteratur, das wir im Tanz interpretieren und auf der Bühne des KRESCH-Theaters aufführen wollten.
Gemeinsam mit den Tänzerinnen und Choreografinnen des Landesbüro Tanz NRW lasen die Kinder die Geschichte von Rudolph der Giraffe, die nicht tanzen kann. Es wurden charakteristische Bewegungsformen für die einzelnen Tiere entwickelt. Mit der Zeit konnten sich die Kinder in einzelne Tiere einfühlen, sich ihnen zuordnen und deren Rolle dann übernehmen. Die Choreografien für die einzelnen Tiere wurden erarbeitet und zunehmend in eine Gesamtchoreografie eingebaut. Die Tänzer/innen setzten somit ein Werk der Kinderliteratur tänzerisch, bühnenreif um.
Zu einem späteren Zeitpunkt begannen weitere Kinder mit der Gestaltung des Bühnenbildes im Kunst- und Werkunterricht. Ein anderer Teilnehmerkreis entwickelte Kostümteile zusammen mit einer Gewandmeisterin sowie Requisiten. Weitere Schüler/innen machten Entwürfe für die Werbegrafik (Plakat, Flyer, Programmheft) unter Anleitung einer Werbegrafikerin. Alle gemeinsam arbeiteten in ihren Gruppen und trugen zum Gelingen einer großartigen Aufführung bei.
 
Projektauslöser/Idee:
Auslösende Impulse, dieses Projekt zu initiieren, gaben mir verschiedene Eindrücke und Erfahrungen aus dem schulischen Alltag.
Viele unserer Schüler tun sich sehr schwer damit, sich für ein Weiterkommen oder das Erreichen eines Ziels einzusetzen und zu arbeiten. Schon bei Kindern in diesem Alter (8 –12 Jahre) ist, salopp gesprochen, häufig die Einstellung zu beobachten entweder „man serviert mir etwas auf dem Tablett“ oder „ich lasse es lieber“. Diese Einstellung beruht auf einer geringen Motivation, aber auch auf geringem Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühl etwas aus eigener Kraft zu erreichen.
Auf der anderen Seite beobachtete ich die Tanzbegeisterung vieler unserer Kinder bei einem kleineren Tanzprojekt, initiiert über das Tanzbüro NRW. Durch meine eigene Affinität zum Tanz war mir schnell klar, diese Begeisterung für den Tanz gilt es zu nutzen. Unser großes gemeinsames Ziel wurde es, in Kooperation mit dem Tanzbüro NRW und anderen Fachleuten eine Tanzaufführung zu erarbeiten und in einem Theater aufzuführen. Jedes teilnehmende Kind wird konsequent arbeiten müssen, um ein Teil einer gemeinsamen Aufführung zu werden und alle sind aufeinander angewiesen und müssen füreinander Verantwortung übernehmen.
Als Lehrerin der Förderschule Sprache war ich dann auf der Suche nach einem Inhalt für das Tanzstück. Hier bot sich für mich das Medium der Kinderliteratur an. Die Kinder sollten ein Bilderbuch einmal ganz anders erleben und selbst erfahrbar machen, indem sie es in Tanz umsetzten. Ich stieß bei meiner Suche auf das Bilderbuch „Giraffen können nicht tanzen“ . Der Inhalt der Geschichte greift eine Problematik unserer Kinder auf, das Anderssein als die Anderen. Die Giraffe Rudolph ist anders als die anderen Tiere, er kann nämlich nicht tanzen. Unsere Schüler sind anders aufgrund ihrer sprachlichen Schwierigkeiten. „Bleibst du aber bei dir selber und hörst auf deine Melodie, kannst du vieles schaffen.“ lautet die Botschaft der Geschichte.
Im weiteren ist ein sehr wichtiger Aspekt für uns durch dieses Projekt für unsere Schüler eine Begegnung mit der Kunst zu schaffen. Vielen von ihnen ist diese Begegnung in ihrem Alltag aufgrund ihrer familiären und sozialen Herkunft verwehrt. Aber Kunst und Kultur bietet die Möglichkeit zur persönlichen Weiterentwicklung und die sollten alle Kinder erhalten unabhängig vom familiären Hintergrund und Wohnumfeld.
 
Projektentwicklung:
Als erstes wurde das Bilderbuch „Giraffen können nicht tanzen“ mit den Kindern gelesen.
Die Tanzgruppe startete im Oktober. Es wurden unterschiedliche Bewegungsformen für die verschiedenen Tiere entwickelt. In dieser Zeit arbeitete die gesamte Tanzgruppe zusammen. Im Laufe der ersten Wochen wurden den Tänzer/innen die einzelnen Tiere zugeordnet. Bis auf die Grille und die Giraffe gab es von jedem Tier mindestens 2 gleiche Tierarten. Zu diesem Zeitpunkt arbeiteten einzelne Tiergruppen zeitweilig alleine, um die entsprechenden Bewegungsformen ihrer Tiere genau heraus zu arbeiten und die Choreografien der einzelnen Tiere zu erarbeiten. Die anderen Tänzer/innen beschäftigen sich in dieser Zeit mit ihrem Tier. Sie suchten aus Büchern und im Internet Informationen zu ihrem Tier und verfassten einen Steckbrief.
Diese Steckbriefe wurden im Projekttagebuch gesammelt. Im Projekttagebuch wurde die Entwicklung des Projekts dokumentiert. So schrieben die Tänzer/iInnen anhand von Fotos über ihre tänzerische Arbeit und ihr Empfinden dabei.
Die „Kostümbildner“ entwickelten Figurinen für ihre Kostüme und beschrieben ihre Arbeit ebenfalls anhand von Fotos. Sie gestalteten einzelne Kostümteile und Requisiten.
In gleicher Weise dokumentierten die „Bühnenbildner“ und „Grafiker“ ihre Arbeit.
 
Besonderheiten:
Ein Charakteristikum dieses Projektes ist, dass in der intensiven Begegnung und aktiven Auseinandersetzung mit den verschiedenen künstlerischen Bereichen (Tanz, Literatur, bildnerische Kunst) eine ganzheitliche Sprach- und Persönlichkeitsförderung statt fand. Die Sprachförderung, ein Bildungsauftrag unserer Schulform, bestand auf der aktiven, kommunikativen Ebene in der Auseinandersetzung mit den einzelnen Profis aus den Kunstbereichen und dem Verfassen des Projekttagebuchs. Ebenso auf der rezeptiven Ebene beim Lesen des Buches und dem Sammeln von Informationen wie z.B. für die Steckbriefe.
Wir wollen als Schule diesen Förderansatz, der in der Begegnung mit dem Tanz und der Kultur liegt, gerne fest in unserem Schulprogramm installieren. Hier sind wir immer wieder auf der Suche nach Sponsoren zur Finanzierung dieser fruchtbaren Arbeit.
 
Probleme und Lösungen:
Ein großes Problem in unserer Arbeit ist immer wieder die Finanzierung eines solchen Projektes. Die Suche nach Sponsoren wird in dieser Zeit immer schwieriger. In unserem Fall verlief die Finanzierung letztendlich über Kultur und Schule, die Bildungsholding Duisburg und den Förderverein der Schule. Die Bildungsholding Duisburg konnte uns unterstützen durch das Sprachförderkonzept.

Als Duisburger Schule waren wir natürlich in Duisburg auf der Suche nach einem Theater, in dem wir auftreten könnten. Aufgrund der finanziellen Schwierigkeiten, kein Theater bezahlen zu können, fanden wir schließlich ein Theater in Krefeld, das KRESCH-Theater, in dem wir im Rahmen einer Schultheaterfestivalwoche „Szene zeigen“ unser Werk an einem tollen Aufführungsort zeigen konnten. Wir wurden dort sehr herzlich aufgenommen und das Ganze unentgeltlich.

 
Anekdotisches:
Die Tanzkinder arbeiteten in diesen acht Monaten hart und konsequent mit vielen Höhen und Tiefen. Alle Kinder blieben dabei, standen am Ende auf der Bühne und nahmen den Applaus und die Begeisterung der Zuschauer als Lohn und Wertschätzung mit nach Hause. Sie haben gelernt, dass sie durch konsequentes Arbeiten gemeinsam etwas Tolles auf die Beine stellen können.
Ein Mädchen mit autistischen Zügen tanzte ein Nilpferd und ging in dieser Rolle ganz auf. Sie brachte diese Rolle fantastisch den Zuschauern rüber. Ihre Mutter war zu Tränen gerührt und begeistert, einmal die Fähigkeiten ihrer Tochter zu sehen und nicht immer zu hören, was ihr Kind noch alles lernen muss und noch nicht kann. Ich denke, dass dies auch ein ganz wichtiger Aspekt ist, gerade heutzutage, wo der Leistungsdruck für die Kinder und somit auch Eltern bereits in der Grundschule immer stärker wird.
Dem gilt es als Pädagogen auch andere Entwicklungsmöglichkeiten gegenüber zu setzen. Wir sollten uns auf die Schatzsuche bei jedem Kind begeben, wenn auch viele Schätze sehr gut versteckt sind. Aber das ist ja auch das Besondere an Schätzen.