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Schule macht Appetit – Ein Kochbuch
Schule:
Frida-Levy-Gesamtschule
Varnhorststr. 2
45127 Essen
0201 884060
www.frida-levy-gesamtschule.de

Gesamtschule
 
Kooperationspartner:
1. Mercator Schulclub
Hyssenalle 46
45128 Essen
www.stiftung-mercator.de

2. Hauptschule Am Stoppenberg
Im Mühlenbruch 45-51
45141 Essen, 0201 8320070
www.hsstoppi.de

3.Volkshochschule Essen
Am Burgplatz 1
45127 Essen
www.vhs-essen.de

 
Beteiligte Schüler:
34
Jahrgangsstufe 11, zwei Grundkurse KUNST der Frida– Levy–Gesamtschule
Jahrgangsstufe 9, AG der Hauptschule am Stoppenberg
 
Beteiligte Lehrkräfte:
Anja Hoeller-Hannappel, Kunstlehrerin der Frida- Levy-GesamtschuleMeike Altenkamp, Fachbereichsleiterin Fotografie/ Bildende Kunst der VHS
 
Stundenvolumen:
Sechs Unterrichtsstunden wöchentlich in 6 Monaten (Januar-Juni 2008)
 
Vorstellung und Kurzbeschreibung:
"Schule macht Appetit" ist ein multikulturelles Kochbuch, das in Zusammenarbeit der Schulgemeinden der beiden Mercator Schulclubschulen, der Frida-Levy Gesamtschule und der Hauptschule Am Stoppenberg entstanden ist. Es enthält internationale Lieblingsrezepte zusammengestellt von Eltern, Schülern und Lehrern beider Schulen. Auf 87 farbigen Seiten im Format 21x21 cm zeigt es, wie vielfältig sich die Schülerschaft unserer Schulen gestaltet, denn so bunt ist auch das, was mittags und abends in ihren rund 2000 Familien auf den Tisch kommt.

Das Kochbuch leistet dazu an beiden Schulen einen Beitrag zur Identifikation mit der Schule, indem es z.B. auch als Geschenk an Gäste und Freunde weitergegeben wird.


 
Projektauslöser/Idee:
2007 entwickelten Vertreter unserer beider Schulen auf einer Strategiesitzung des Mercator-Schulclubs die Idee, im Rahmen der Kooperation ein nicht-vergängliches Produkt zu erstellen – ein hochwertiges Produkt, das man in Händen halten kann, immer wieder zur Hand nimmt, das professionell gestaltet ist und „benutzt“ werden kann. Unsere Projektidee war geboren: ein Kochbuch!

Das erste und wichtigste Rezept für unser Projekt lieferte Frau Teufel, die Schulpflegschaftsvorsitzende der Hauptschule Am Stoppenberg:

„Man nehme:
1 große Portion engagierter Eltern
1 riesigen Löffel begeisterter Schülerinnen und Schüler
1 große Prise guter Lehrerinnen und Lehrer“

Um ein buntes und vielfältiges Kochbuch mit spannenden, ruhrpott-typischen und somit auch multikulturellen Rezepten zu verwirklichen, braucht man zu allererst jede Menge Rezeptvorschläge.
Am Anfang standen zahlreiche Rezeptvorschläge von den Hauswirtschaftsgruppen und Küchen der beteiligten Schule bereit; der Löwenanteil jedoch kam nur zusammen durch die unermüdlichen und zahlreichen Aufrufe der Elternvertreter in den Gremien, den Schulzeitungen und auf Festen.

Vertreter beider Schulen hatten die Qual die (repräsentativen Aus-)Wahl – 65 Rezepte schafften es in unser Kochbuch, aufgeteilt in 5 Rubriken:

1. was kleines
2. was großes und kräftiges
3. was schnelles und gesundes
4. was aus den Schulküchen
5. was süßes und fruchtiges

 
Projektentwicklung:
Die erste Projektphase bestand hauptsächlich aus Zusammenkünften und Besprechungen von Vertretern der einzelnen Kooperationspartner um die Finanzierung abzusichern, den zeitgemäßen Ablauf abzusprechen (Fertigstellung vor Weihnachten 2008) und um Kurse, Räume (Computer+Kunsträume) sowie Arbeitszeiten abzustimmen.
Danach begannen beide Schulgemeinden mit der intensiven Sammlung von Rezepten, um in einem späteren gemeinsamen Treffen von Eltern, Schüler und Lehrern eine repräsentative Auswahl zu treffen.
Diese Vorbereitungsphase überschnitt sich mit der zweiten Projektphase, der zentralen Gestaltungsphase des Kochbuches.
Der Kunstkurs 1 arbeitete mit der Kunstlehrerin im Kunstraum, mit traditionellen Mitteln und Methoden der Bildenden Kunst zu unseren ausgewählten Rezepten, jedoch eingebunden in die Thematik: Stillleben und Essen, Essen in der Kunst. Diese SuS erstellten Bleistift und Kohlezeichnungen, Aquarell- und Acrylbilder.
Der bedeutend kleinere Kunstkurs 2 arbeitete intensiv zusammen mit der Kunstlehrerin und Frau Altenkamp in den Räumlichkeiten der VHS. Sie beschäftigten sich mit den gestalterischen Grundlagen der Fotografie (Produktfotografie und Journalismus), sowie mit der digitalen Bildbearbeitung. Diese SuS kochten ausgewählten Rezepte zu hause nach, fotografierten die jeweiligen Zutaten und die fertigen Speisen. Außerdem gingen sie mit ihren Fotokameras zu den vereinbarten Fototerminen in die Hauswirtschaftskurse und besuchten die beiden Küchen, sowie Speiseräume der Schulmensen.
Nachdem beide Kurse reichlich Bildmaterial erarbeitet und angesammelt hatten, wurden Rezepte, Fotos und Bilder nach einem gemeinsam erarbeiteten Kriterienkatalog ausgewertet, dann digitalisiert und mit Hilfe des Bildbearbeitungsprogramms Photoshop zu ersten Seitenlayouts für unser Kochbuch zusammengestellt. Während der Kunstkurs 2 an weiteren Seitenlayouts arbeitete, organisierte der Kunstkurs 1 vor den Sommerferien ein gemeinsames Ess- und Kochhappening.
Am 23.6.2008 kamen dann bei strahlendem Sonnenschein die Beteiligten beider Schulen zu einer ungewöhnlichen Feier auf dem Schulhof der Frida-Levy-Gesamtschule zusammen.
Bei festlich gedeckter Tafel und livrierten Kellnern speisten und feierten die Beteiligten beider Schulen ein Ess-Happening, um die Freude über den positiven Projektverlauf angemessen auszudrücken und auf die gelungene Zusammenarbeit anzustoßen.
Die letzte Projektphase begann nach den Sommerferien. Das gesamte Material wurde an einen Grafiker weitergeleitet, der in weiterer Zusammenarbeit mit der Kunstlehrerin, Meike Altenkamp und vier SuS das Layout druckfertig zusammenstellte, sodass unser Kochbuch druckfrisch und termingerecht vor Weihnachten der Öffentlichkeit vorgestellt werden konnte.
 
Besonderheiten:
Der Projektorganisationsplan war sehr aufwändig, konnte jedoch exakt eingehalten werden. Die Erstellung des Kochbuchs „Schule macht Appetit“ ermöglichte den Mitwirkenden der beteiligten Schulen einen einzigartigen Lernprozess, der im Sinne wirklichen Projektlernens gestaltet werden konnte. Wir hatten gemeinsam die Möglichkeit zu zeigen, dass Qualität in Schulen sich nicht in erster Linie durch Maßnahmen der Qualitätssicherung beweist sondern im kreativen Austausch vieler Akteure, die ein gemeinsames Ziel haben, es in Teamarbeit verfolgen und sich über den Schulalltag hinaus dafür engagieren.

Das Besondere an dem Kochbuch "Schule macht Appetit" ist nicht nur, dass dies das Ergebnis einer intensiven Co-produktion zweier Schulformen aus unterschiedlichen Stadtteilen Essens ist, bei der nicht nur Schüler und Schülerinnen unterschiedlicher Altersstufen, sondern auch Eltern und Lehrer zweier Schulgemeinden produktiv und kreativ zusammengearbeitet haben, vielmehr auch, dass es eine gelungene und kreative Kombination von analogen und digitalen Gestaltungsmitteln darstellt. Dazu kommt auch noch der fächerübergreifende Aspekt, der ein Beispiel dafür ist wie Schulen es schaffen können, Lernen und Leben zu verankern.

 
Probleme und Lösungen:
In der ersten Planungsphase war die schulorganisatorische Aufteilung der Kurse, in einen großen und kleinen Kunstkurs (wg. begrenzter Plätze in der VHS an Computern mit Photoshoplizenzen) sehr problematisch. Manche Oberstufen-SuS mussten deswegen ihre gesammte Stundenplanung ändern, was bevor das Projekt überhaupt angelaufen war in der Schülerschaft teilweise eine große Missstimmung hervorrief.

Für mich als projektleitende Kunstlehrerin bestand eine besondere Herausforderung darin, dass Projekt im Regelunterricht durchzuführen und richtlinienkonform (Zentralabitur) in die gymnasialen Oberstufe zu intergrieren. Dazu kam Zeitdruck und die Einhaltung von vorgegebenen Projektdeadlines, die mich und meine SuS öfters in Bedrängnis brachten mit der "in Auftrag" gegebenen und angeforderten qualitativ guten Arbeit "termingerecht" fertig zu werden, d.h. experimentelle Freiräume konnten nicht immer gewährleistet werden.

Weiterhin stellte sich die Organisation der Kommunikation zwischen Schülern und Kooperationspartnern nicht immer ganz einfach dar, wie z.B. manche außerunterrichtliche Fototermine pünktlich und zuverlässig von beiden Seiten anzubieten und diese dann auch wahrzunehmen.

 
Anekdotisches:
Gamze(Schülerin):
In unseren Kunstkursen bei Fr. Höller haben wir ein Kochbuch erstellt. Sechs Monate lang haben wir daran gearbeitet und dabei viele inter-nationale Gerichte kennen gelernt. Wir haben Bilder über diese Gerichte gezeichnet und Fotos gemacht. Diese haben wir zur Gestaltung des Kochbuchs genutzt. Die Gestaltung haben wir an der VHS in einem Photokurs bei Fr. Altenkamp gemacht. Die Kooperation mit der VHS war etwas ganz Neues für uns, aber auch etwas, was es vorher an unserer Schule so nicht gab. Die Arbeit dort hat viel Spaß gemacht und die vielen Bemühungen haben sich regelrecht gelohnt. Das Kochbuch ist noch viel besser geworden, als ich gedacht hätte. Ich bin dankbar, dass ich diese, etwas Andere, Erfahrung machen durfte und stolz auf das Ergebnis.

Rabithaa (Schülerin):
Als wir noch in der 11. Klasse waren, gab es an unserer Schule zwei Kunstkurse. Beide Kurse wurden von Frau Höller geführt. Parallel haben wir für das Kochbuch gearbeitet, jedoch der eine Kurs digital und der andere Kurs zeichnerisch.
Ich war in dem zeichnerischen Kurs. Wir haben zuerst zu unseren Lieblingsgerichten ein passendes Bild gezeichnet, dann gemalt, einmal auf Aquarellpapier und auf Leinwand. Außerdem haben wir auch passende Gedichte selbst verfasst. Diese "Vorbereitungen" für unser Kochbuch haben 6 Monate Zeit in Anspruch genommen. Danach durften einige aus dem Kurs freiwillig mit dem "digitalen Kurs" mit zur VHS gehen um dort weiter die Fotos zu bearbeiten und die Seitenlayouts zu erstellen. Die Fotos haben wir zusammen mit Frau Altenkamp bearbeitet, die uns dabei auch sehr unterstützt hat.
Als dann das Kochbuch fertig war, waren wir alle sehr begeistert, da es besser geworden ist, als wir uns es uns vorgestellt haben. Die bearbeiteten Fotos auf dem Monitor zu sehen war ganz anders. Als dann die Bilder alle zusammengestellt, ausgedruckt und so einheitlich und ansprechend gestaltet waren, hat man gesehen wie sehr das Projekt Kochbuch uns gelungen ist.
Insgesamt waren auch unsere Lehrerin Frau Höller, Frau Altenkamp und die Schüler unserer Gesamtschule von unserem Arbeitsergebnis beeindruckt.

Bouziane (Schüler):
Das Erstellen des Kochbuches war für mich schon eine interessante Erfahrung. Vor allem fand ich das Fotografieren eine besondere Sache. Es war für mich eine aufregende Praxis. Anfangs dachte ich mir Fotos schießen ist für jedermann eine Kleinigkeit, doch im Nachhinein bemerkte ich, dass es gar nicht so leicht war wie ich es mir vorgestellt hatte. Ich begann von alleine auf Einzelheiten zu achten, die mir vorher noch nie aufgefallen waren. Beispielsweise auf die Lichtverhältnisse oder den Winkel von dem ich aus das Foto schoss. Es machte sich bemerkbar, dass man während dieses Schulhalbjahres schon viel zu tun hatte. Ich entwickelte auch eine sehr kritische Haltung meiner Arbeit gegenüber. Als wir die Fotos auswerteten, wusste ich zu Anfang nie genau welches ich am besten nehmen sollte. Es stand nämlich eine große Auswahl an guten Fotos zur Verfügung die am Ende glücklicherweise den richtigen Platz fanden. Trotz allem war es ein tolles Erlebnis, was Spaß machte und dennoch mit viel Arbeit in Verbindung stand. Und das erfolgreiche Ergebnis unserer Leistungen sah man am Ende, als das Kochbuch fertig war.

Meike Schütte (Vorsitzende der Schulpflegschaft):
Was hält Leib und Seele zusammen? Richtig, das Essen! Was hält Familien und Freunde zusammen? Auch das Essen! Viele Köche, viele Genießer, und alle werden Nutznießer: So könnte man das Ergebnis des Kochbuchprojektes beschreiben, das die Frida-Levy-Gesamtschule und die Hauptschule Am Stoppenberg sich quasi selbst zum Weihnachtsgeschenk 2008 machten. Das Kulinarische war dabei die Pflicht, die Umsetzung und künstlerische Gestaltung jedoch die absolute Kür. Wenn man auch schon wusste, dass Kultur, Speis und Trank vieles gemeinsam haben, so haben wir Eltern nun gesehen, wie viel Kultur und Kunst in einem Kochbuch stecken können! Fotografieren haben die SchülerInnen noch „so nebenbei“ von einem Profi gelernt und somit ihre Einsatzfreude und Lernbereitschaft kreativ dokumentiert. Sie deckten aber auch eine wunderschöne Festtafel auf dem sonnenbeschienen Schulhof, sie zelebrierten das Multikulti-Erlebnis Essen nach eigenem Gusto. Die ganze Welt auf einem Tisch – von arabischen Köstlichkeiten bis zu deutschen Deftigkeiten, wer hat das schon?Wir Eltern freuen uns mit ihnen, der ambitionierten Kunstlehrerin und all ihren engagierten Kollegen über den Beweis, dass viele Köche nicht den Brei verderben.

Ein Lehrer und Hobbykoch:
Ganz schön praktisch das Ding, kann man neben brutzelndem Topf liegen lassen - ist abwaschbar, kann man beim Kochen in der Hand halten - ist umklappbar, kann man im Sessel lesen und weiterverschenken - ist wunderschön anzuschauen!

SchülerInnen, die statt der gewohnten Frühstücksbrötchen "Seelen" nach dem Rezept S. 49 (?) bekamen:
Boh ist das lecker?! Gibt´s das jetzt an jedem Morgen?

Die Oma einer Schülerin beim Kauf von Kochbüchern:
Ich nehm´ gleich 10 Stück. Da kann ich die gesamte Verwandtschaft versorgen und gleich mal zeigen, dass meine Enkelin in der Schule was fürs Leben lernt.