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Zwischengebnisse werden präsentiert und diskutiert
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Eine "Stop-Motion"-Szene wird aufgebaut.
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Das Drehbuch zur Videoinstallation
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Ein Interviewpartner nimmt sich "viel Zeit".
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Wer hat an der Uhr gedreht?
Zeit - Ein Spiel mit den Aspekten der Zeit
Schule:
Städtische Realschule Kleve-Kellen
Lindenstraße 3a
47533 Kleve

Realschule
 
Kooperationspartner:
Benjamin Fleig, Kameramann und Videokünstler,

www.culture-net.eu


Ludwig JS Kuckartz, Grafikder und Videokünstler

www.ichsehe.com

 
Beteiligte Schüler:
13
Workshop Film, freiwillige Teilnahme:
Die Schüler der Jahrgansstufe 9 und 10 wurden in drei Kleingruppen a 4 und 5 Schüler aufgeteilt.

 
Beteiligte Lehrkräfte:
eine: Mathematik, Erdkunde, Physik, Workshop Film
 
Stundenvolumen:
Einzelne ganze Projekttage während des Schulhalbjahres
 
Vorstellung und Kurzbeschreibung:
Schüler der Workshopgruppen entwickelten das Drehbuch zu verschiedenen Kurzfilmen der Genres: Dokumentarfilm/Dokuklip, Animationsfilm, Videoinstallation.
Anschließend waren sie für alle Aspekte der Realisierung dieses Filmprojekts verantwortlich: Drehort, Requisite, Ausstattung, Kameraführung, Licht, Ton usw.
Der Schnitt wird von den Kooperationspartnern ausgeführt.

Es entstanden drei Filme zum Thema „Zeit“ jeweils mit einer Länge von ca. 3 bis 10 Minuten.
Es ging um die verschiedenen Aspekte des Zeitbegriffs: Zeit/ keine Zeit haben, Zeit nehmen, Zeit "kaputtschlagen", Zeit raffen, Zeit strecken, vergangene Zeit aufleben lassen usw.
Inhalt des Filmes:
Das Thema „Zeit“ sollte mit filmischen Mitteln unter den oben genannten Voraussetzungen umgesetzt werden.
Die Filme sollten klein-kurz-frech-provokativ und mit kleinen technischen Raffinessen versehen sein.

 
Projektauslöser/Idee:
Vor zwei Jahren entstand mit Hilfe der Kooperation des AV-Studios Kleve der WPU – Kurs „Film“ an unserer Schule. Der verpflichtende Wahlpflichtunterricht fand normalerweise einmal wöchentlich für jeweils eine Kleingruppe statt. Die Drehzeiten und die Schnittzeiten für den Film wurden sehr variabel nach Absprache mit den Schülern und dem Mitarbeiter des AV- Studios organisiert.
Zwei Kleingruppen drehten vor zwei Jahren Dokumentarfilme über eine Länge von ca. 13 Minuten und schnitten diese anschließend in dem AV-Studio. In allen Bereichen wurden sowohl die Schüler als auch der Lehrer von Mitarbeitern der Stiftung begleitet.
Der Wunsch der Schüler nach mehr Selbständigkeit und Möglichkeiten, ihre Kreativität einzusetzen, wurde durch den Kauf einer semiprofessionellen Mini - DV Kamera durch den Förderverein der Schule realisiert.

Vor einem Jahr entstanden durch zwei weiter Schülergruppen Kurzfilme zum Thema: „Rechtsextremismus und seinen neuen Erscheinungsformen“.

Über die Kulturstiftung NRW war die Schule letztes Jahr in der Lage die Videokünstler Benjamin Fleig und Ludwig Kuckartz für einen Workshop an unserer Schule zu gewinnen, um den Erfahrungsbereich des experimentellen Filmens kennen zu lernen und den „filmischen Erfahrungshorizont“ der Schüler zu erweitern.

 
Projektentwicklung:
Für den Einstieg wurde im Dezember ein Vortreffen mit den Künstlern organisiert, um die Neugier der Schüler zu wecken und an einem praktischen Beispiel (hier waren die Schüler die Akteure) spielerisch mit den Medien Film und Computer umzugehen. Nach einer theoretischen Auseinandersetzung wurden die Kleingruppen mit „kleinen Hausaufgaben“ zum Thema Zeit in die Winterferien geschickt(eigenes Freizeitverhalten beobachten und festhalten).
Die Filme zum Thema „Zeit“ sollten klein-kurz-frech-provokativ und mit kleinen technischen Raffinessen versehen sein.
Eine spannende Präsentation verschiedener Produktionen der Videokünstler, gespickt mit kleinen theoretischen Grundlagen, empfing die Schüler am zweiten Treffen nach den Ferien, um dem Tatendrang der Schüler freien Lauf zu lassen.
Sofort schrieben und zeichneten die verschiedenen Gruppen die Drehbücher, setzten filmische Mittel ein und sorgten sich um Kameraführung, Einstellungen, Perspektivenwechsel. Die Schüler wollten von Anfang an sowohl vor der Kamera als Akteure als auch hinter der Kamera als Drehbuchautor und Regisseur so eigenverantwortlich wie möglich arbeiten.
Gegenwärtig werden die Filme von den Videokünstlern nach den erarbeiteten Konzepten der Schüler vertont und geschnitten.
 
Besonderheiten:
Die Schülergruppen arbeiteten sehr motiviert, selbständig und eigenverantwortlich. Die Videokünstler und der Lehrer sind Begleiter, Mentoren und Verwalter der verschiedenen Kameras. Der Dreh fand sowohl in der schuleigenen Cafeteria als auch in der nahen Umgebung außerhalb der Schule statt. Die Umsetzung des Themas bereitete den Schülern große Freude und weckte Enthusiasmus, Ehrgeiz und Phantasie.
 
Probleme und Lösungen:
Die Gruppen wurden mit unterschiedlichen Problemen konfrontiert:
Die Teilnehmer des Animationsfilms wendeten das Stop-Motion Verfahren an und hatten nicht die „sehr zeitintensive“ räumliche Umstellung ihrer „Lego Akteure“ bedacht. Hierbei lernten sie „Geduld und Ausdauer“ für die Umsetzung kleiner, sekundenlanger Filmausschnitte. Viel Improvisation war für diese Gruppe vonnöten, um ihr theoretisches Drehbuch in die Praxis umzusetzen.

Die „Akteure“ der Videoinstallation erfuhren, dass der geplante Dreh viel schauspielerisches Können und Training erforderte, um z.B. in einer Filmsequenz die harmonische Bewegung langsamer, sich schnell bewegender und auch sich rückwärts bewegender Körper zu erzeugen.

Die Dokumentarfilmer mussten sich mit flüchtenden Interviewpartnern (sie hatten alle keine Zeit), der stellenweise äußerst unangenehmen niederrheinischen Witterung (zeitlich begrenzter Niederschlag in Form von kalten, großen Wassertropfen) und zu neugierigen Passanten auseinandersetzen, die ständig in das – eigentlich in sich ruhende Bild- hineinliefen. Die geplante Drehzeit wurde für diese Gruppe um ein Vielfaches erweitert.

 
Anekdotisches:
Um den „Jumpstyle“ mit den Lego-Figuren zu koordinieren, war es natürlich vonnöten die Schrittabfolge des Tanzschrittes in viele kleine Sequenzen durch das eigene Tanzen nachzuvollziehen. Das hat den Schülern so viel Freude bereitet, dass nach kurzer Zeit ein Teil der anwesenden Gruppe tanzte und sich keiner mehr um die bunten kleinen Schauspieler kümmerte : ( eine Weile später standen die Lego-Figuren zum Glück wieder im Mittelpunkt ; )

In der belebten Fußgängerpassage der Heimatstadt sollten drei Akteurinnen der Dokumentarfilmer 15 Minuten im Kreis -Rücken an Rücken- still stehen bleiben und jeweils einen fernen Punkt fixieren, um den Film in dieser Sequenz für die Präsentation schneller ablaufen zu lassen und das Zeitvergehen zu verdeutlichen. In einer Stadt wie Kleve hat man sehr viele Bekannte und Verwandte. Es dauerte keine zwei Minuten, bis die Mädchen nicht mehr alleine standen, sondern ihre besten Freundinnen ahnungslos versuchten mit den drei Pantomimen erfolglos zu kommunizieren.Der Dreh wurde natürlich wiederholt.

Die Teilnehmer der Videoinstallation verwendeten für verschiedene Sequenzen leckere Lebensmittel als Dekoration. Nach einigen „Metern“ Videoband war natürlich alles aufgegessen. Somit mussten langlebigere Requisiten gefunden werden und alle Sequenzen wurden wiederholt.

Der abschließende Kommentar eines Schülers in der Schülerzeitung "Notenfrei":
"Der Film-Workshop macht echt Spaß und ich würde jedem Schüler, sollte so ein Workshop noch einmal angeboten werden können, empfehlen, daran teilzunehmen.
Wir freuen uns darauf unsere Filme im Museum Kurhaus Kleve bei der traditionellen Ausstellung von Schule Kunst Museum zeigen zu dürfen."

Anmerkung:
Die Ausstellung befasst sich mit dem amerikanischen Künstler Robert Indiana und u.a. auch dem Kurzfilm "EAT" von Andy Warhol mit Indiana als Hauptdarsteller, wo das Thema "Zeit" zelebriert wird durch die Abbildung der Wirklichkeit in Bild und Zeit im Verhätnis 1:1.
Die Handlung: Robert Indiana wird dargestellt beim genüsslichen(?) Verzehren eines Pilzes(Dauer der Handlung: 6 Minuten).
Einer profanen aber existentiell wichtigen alltäglichen Handlung wird breite Aufmerksamkeit geschenkt.