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Raum erleben
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Raum erbauen
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Raum beschreiben
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Urhäuser wie Vogelnester
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vom Kubus zum Stadion
vom Baumhaus höher hinaus
Schule:
Realschule Kleve Kellen
Lindenstr. 3a
47533 Kleve
02821 - 78123

Realschule
 
Kooperationspartner:
Architektin Dipl.- Ing.
Bettina Kaiser
Reeser Str. 31
47533 Kleve
02821 - 78917


B.Kaiser hat vor zehn Jahren das Schulgebäude der Realschule geplant.

 
Beteiligte Schüler:
13 am Projekttag (+120 im KuMuTx-Unterricht)
Schülerinnen und Schüler der Projektgruppe 9/10
sowie aus dem KuMuTx-Unterricht der Klassen 9 a-d
und Klassen 10 a-d
 
Beteiligte Lehrkräfte:
Koordination des Projektes: Hartmut Altena (Technik, Physik, Kunst)Ergänzung im Kunst-Unterricht der Kl.9/10 durch drei weitere KunsterzieherKooperationspartner: Bettina Kaiser (Architektin des Schulgebäudes)
 
Stundenvolumen:
Teil A (Projektgruppe)
Workshop am Freitag, 19.01.2007 von Uhr 10.30 - 15.30

wöchentliche Weiterarbeit 8 x montags von Uhr 13.30 - 15.30 im Anschluss an den Unterricht laut Stundenplan

Teil B (KuMuTx 9/10)
verschiedene Unterrichseinheiten in den Kunst-Gruppen laut Stundenplan

 
Vorstellung und Kurzbeschreibung:
Am Freitag, 19.01.2007, nach der Zeugnisvergabe startet der Workshop mit den 13 freiwilligen Schülerinnen und Schülern aus 6 Klassen der Jahrgangsstufe 9/10. Mit anwesend ist die Architektin der Schule, Bettina Kaiser, die schnell von der Idee des Workshops zu begeistern und zur Mitarbeit bereit war.

Auswahlverfahren:
Der Workshop wurde außerhalb der Stundentafel Schülerinnen und Schülern angeboten. Folgende Kriterien waren zu erfüllen: Erfahrung mit Modellbau im Unterricht, grundsätzliches Interesse am Entwerfen und Gestalten, Neugierde, etwas Neues auszuprobieren, persönlicher Einsatz in unterrichtsfreier Zeit, keine Scheu, sich auf eine neu zu formierende Gruppen einzustellen.
Angesprochen wurden Schüler aus den Klassenstufen 9/10 und ganz schnell kamen die positiven Rückmeldungen und Anmeldungen.

Ausgangssituation:
Die Schüler kamen mit einer positiven Erwartungshaltung in den Workshop. Ihnen war der Titel „Raumerfahrung , Raumerlebnisse“ bekannt und sie hatten eine ungefähre Projektbeschreibung erhalten.
Außerdem haben sie alle Vorerfahrungen und Vorkenntnisse durch die Fächer Kunst oder Technik und wissen, dass der Workshop eine Initialveranstaltung ist, die auf eine selbstständige Weiterarbeit gerichtet ist.

Ziel:
Der Workshop soll durch das Prinzip „learning by doing“ die Grundsätze der Raumgestaltung vermitteln. Diese Grundsätze sollen dann modellhaft von den Schülerinnen und Schülern in verschiedenen Aufgaben umgesetzt werden können.

Ablauf:
An diesem Tag arbeiteten die Schüler hauptsächlich mit Umzugskartons. Umzugskartons als leichte, flexible Bausteine, um Räume schnell auf- und abbauen zu können.

Bevor es losgehen kann ein kleiner Wettbewerb: Wer schafft es als erstes, einen Umzugskarton fachgerecht zu falten?
Es stehen 150 Umzugskartons (65 x 35 x 37 cm) zur Verfügung. Die Schüler entwickelten zwölf Stationen, die sie selbst aufbauen müssen. Sie beginnen mit einer abgesenkten Ebene, gebaut aus Podesten und den Kartons. Dann als nächstes die erhöhte Ebene, auf dieser eine Säule, eine Wand, zwei Wände ...
Der Raum wurde von Station zu Station immer dichter/ komplexer. Jedesmal, wenn eine Station aufgebaut ist, haben die Schülerinnen und Schüler die Gelegenheit zu reflektieren, wie sie sich in diesem Raum fühlen, welche Emotionen geweckt werden. Die Eindrücke wurden schriftlich gesammelt und später in einem Diagramm ausgewertet.
So ist die bewusste Auseinandersetzung mit der Wahrnehmung unterschiedlicher Räume gewährleistet.
Parallel zu den „echten“ Räumen aus Kartons werden in Gruppenarbeit zu den einzelnen Stationen Modelle aus vorgefertigten Holzklötzchen nachgebaut, um den weg von Station zu Station festhalten zu können.
Die letzte Station, ein geschlossener Raum mit Tür, Fenstern und Dach (Ausmaße ca. 3,60 x 3,60 x 2,60 m) blieb eine Woche im Forum der Schule aufgebaut. Auf einem Laptop im Raum lief, für alle sichtbar, eine Diashow mit den ca. 250 Fotos des Workshops.

Weiterarbeit:
Im Anschluss an den Workshop gab es für jeden Schüler eine Bauaufgabe, in der die in dem Workshop gemachten Raum – Erfahrungen, bzw. – Erlebnisse modellhaft umgesetzt werden sollen. Dazu soll folgende Aufgabe gelöst werden:

Es ist ein Haus für einen Rockstar zu entwerfen

Das Haus besteht aus mindestens fünf Räumen, die unterschiedliche Ansprüche erfüllen müssen ( Repräsentation/ Bühne, Raum für den Empfang von Gästen, Raum für kreatives Arbeiten, Raum für die Privatheit ...)

Die Räume sollen über Wege, Rampen, Treppen oder Brücken miteinander verbunden werden

Die Räume sind frei in einer zu entwerfenden Landschaft zu gruppieren
Die Betreuung für den Entwurf findet montags von Uhr 13.30 – 15.30 durch Frau Kaiser und Herrn Altena statt.
Als Ergebnis entsteht ein Modell, das jeweils einen Umzugskarton in dem Raum der Station 12 ersetzt, der zum Zweck der Ausstellung noch einmal aufgebaut wird.

 
Projektauslöser/Idee:
Die Schülerinnen und Schüler zeigen im Kunstunterricht mit dem Schwerpunkt Architektur zum Teil ganz beachtliche Leistungen und ein besonderes Interesse für diesen Bereich.

Auffällig ist jedoch die durch mangelnde Erfahrung wenig ausgeprägte, einseitige Raumwahrnehmung und -vorstellung, die sich in ihren eigenen Entwürfen widerspiegelt. Hier findet von Seiten der Schüler nur wenig Differenzierung und kritischer Umgang statt.

Dadurch entstand die Idee, die Schüler gezielter mit Räumen arbeiten zu lassen und strukturiert unterschiedliche Räume erleben zu lassen, um sie zu tieferen Reflektionen zu animieren. Wichtig erschien es, dass dies nicht nur im Modell mit verkleinertem Maßstab passiert, sondern ein real erlebbarer Raum im Maßstab 1:1 geschaffen wird.

 
Projektentwicklung:
Die personellen Voraussetzungen an unserer Schule erlauben eine Differenzierung des Kunstunterrichts in Klasse 9 und 10. Es ist das Fach KuMuTx entstanden, in dem die Schüler nach ihren eigenen Interessen und Fähigkeiten aus fünf Bereichen auswählen können:
1. Kunst: künstlerischer Schwerpunkt Grafik und Malerei; Kunstbetrachtung, -geschichte
2. Kunst: künstlerischer Schwerpunkt Plastik und Design; Bühnenbau, Masken; Lay-out
3. Kunst: künstlerischer Schwerpunkt Architektur, Proportionen, Raum, Licht, technisches Zeichnen
4. Musik: Gruppen bilden, z.B. Bands, Erlernen und Spielen von Instrumenten
5. Textiles Gestalten: künstlerischer Schwerpunkt Mode-Design

Durch die Aufsplittung in die fünf Bereiche wird eine positive Vorauswahl getroffen. Die Schüler können sich stärker in eine bestimmte Richtung orientieren. Schülerinnen und Schüler mit einer praktischen Ausrichtung und dem grundsätzlichen Interesse am Bauen, Modellbau und Technik waren schnell zu erkennen. So wurden Modelle aus dem Kunstunterricht im Forum ausgestellt, was zu einem positiven Feedback unter Schülern und Kollegen führte. Die Anerkennung für die Leistungen der Schülerinnen und Schüler konnte noch durch eine öffentliche Ausstellung im Rathaus gesteigert werden.

Da die Schule sehr neu ist (gegründet vor zehn Jahren)und über eine ungewöhnliche Architektur verfügt, ist es ein Anliegen, das Bewußtsein für diese Besonderheit zu wecken und zu erhalten, zumal die Schüler des Workshops die erste Generation an unserer Schule sind, die keine Baustelle, keine Entstehung mehr erlebt haben.

Über persönliche Kontakte war es dann auch nicht schwer, die Architektin der Schule für den Workshop zu gewinnen.

Aus der Berufswahlvorbereitung in der Klasse 9 ließ sich ebenfalls sehr schnell und gezielt ein Interesse am großen Bereich Architektur ausmachen.

Das Fach KuMuTx fasst in diesem Schuljahr diese verschiedenen Bereiche für die Jahrgangsstufe 9/10 zu einem übergeordneten Thema zusammen: Es lautet „Vom Urhaus hoch hinaus“ (Architektur erleben).
• Urhäuser wie Vogelnester (Kl.9)
• Naturformen als Hausformen (Kl.9)
• High Society (Hyperboloid als Hochhausform)(Kl.9)
• Stadtplanung zum Rathausbau in Kleve (Kl.10)
• Steinerner Wald, die gotische Kathedrale (Kl.9)
• Würfelhaus 6m x 6m x 6m (Kl.9)
• „mein“ Traumhaus (Kl.10)
• Mensch in verschiedenen Räumen mit unterschiedlichem Maßstab - der Modulor von Le Corbusier (Kl.10)
• Mehrgenerationen – Wohnen mit der Interessengemeinschaft „Mein Elternhaus“ (Kl.10)

Alle Projekte werden in einer gemeinsamen Ausstellung im Forum der Schule zusammengefasst werden, die im Zusammenhang mit dem zehnjährigen Bestehen der Schule geplant wird.

 
Besonderheiten:
Das Besondere an dem Projekt ist einerseits die Methode „learning by doing“ und andererseits die hohe Motivation der Schüler, die, vorgebildet durch die Fächer Kunst und Technik, ein ganz besonderes Interesse an der Architektur entwickelt haben, was sich in der freiwilligen Bereitschaft der Schülerinnen und Schüler zum Arbeiten außerhalb des Unterrichts spiegelt.
Durch den Workshop und die anschließenden Arbeiten lernen sie ihre Neigungen und Begabungen besser kennen und erhalten auch Hilfen für spätere Berufsentscheidungen. Sie erhalten die Gelegenheit, Räume im Maßstab 1:1 selbst zu bauen, die begehbar und unmittelbar erlebbar sind. Durch das Bauen am Modell mit seinen Herausforderungen entsteht spontan eine gute Teamarbeit und Freude am eigenen Gestalten.

Aus dem Initiativ-Projekttag entwickelte sich das Zusammenfügen der unterschiedlichen Projekt-Ergänzungen zu einer gemeinsamen Präsentation in der Schule. Dies stärkt den Schwerpunkt des Schulprogramms, Schüler an die Kultur (hier im Bereich Architektur) ihrer Umgebung heranzuführen und Lernen im Team zu fördern.

 
Probleme und Lösungen:
Durch den Charakter der Freiwilligkeit des Projekts ergibt sich die Schwierigkeit, Zeiten zur Weiterarbeit außerhalb von Unterricht und Unterrichtsveranstaltungen, die auch am Nachmittag liegen können, zu finden.

Als gemeinsamer Termin für die Weiterarbeit wurde schließlich der Montagnachmittag vereinbart,moderiert durch Frau Kaiser und Herrn Altena.

Durch Ausweitung der Projekttages in den regulären Unterricht wurde dies ausgeglichen.

 
Anekdotisches:
„Treffen wir uns nächsten Freitag wieder ?“ (Frage einer Schülerin am Ende des Workshops)
zeigt, wie schnell aus der lockeren Gruppe ein Team wird, mit all seinen positiven Merkmalen:

zusammen arbeiten im besten Sinne: alle arbeiten gleichzeitig und zielgerichtet

jeder entwickelt Impulse des anderen weiter

konstruktiv, kreativ, kommunikativ und innovativ sein

zusammen arbeiten, essen, Spaß haben

Feedback:
sehr positives schriftliches Feedback am Schluss des Workshops. Ein Schüler zeichnete einen ganzen Wald von Plus-Zeichen auf seinen Feedback-Bogen.
Diashow mit arbeitenden, gut gelaunten Schülern
Präsentation des fertigen Bauwerks für eine Woche im Foyer der Schule mit den positiven Reaktionen der Mitschüler.

Hohe Bereitschaft der Schüler auch in den sich daraus ableitenden Projekten engagiert mitzuarbeiten.