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"Erbsensuppe mit Schweinsohren": Das Legenden-Kochstudio
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"Erbsensuppe mit Schweinsohren": Die Ohren sind ab!
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"Das Geheimnis vom Gohlitzsee": Die Geister schminken sich
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"Das Geheimnis vom Gohlitzsee": Die Geister in Aktion
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"Das Geheimnis vom Gohlitzsee": Die Müllers machen ein Picknick
Lehniner Legenden von Kindern gespielt
Schule:
Grundschule "Willibald Alexis" Lehnin
Goethestr. 13a
14797 Kloster Lehnin
Tel.: 03382-357
www.grundschule-lehnin.de

Grundschule
 
Kooperationspartner:
Für beide Filmprojekte:
Tanja Schmidt (bildende Künstlerin)
Kunst- & Literaturprojekte, Berlin

Patrick Weber (Regisseur u. Kameramann)
Berlin

Bibliothek Lehnin
Emstaler Landstr. 39
14797 Kloster Lehnin
Tel.: 03382-450

Für Projekt "Das Geheimnis vom Gohlitzsee":
Friedrich-Bödecker-Kreis im Land Brandenburg e.V.
Am Schützenwäldchen 77
15537 Erkner
Tel.: 03362-700955
www.fbk-brandenburg.homepage.t-online.de

Für Projekt "Erbsensuppe mit Schweinsohren":
rhizom e.V.
Verein zur Förderung künstlerischer Ausdrucksformen mit medienübergreifendem Charakter
c/o K. Kupke
Gottlieb-Dunkel-Str. 3
12099 Berlin
Tel.: 030-23457054
www.rhizom.info

 
Beteiligte Schüler:
insg. 31
Schülerinnen und Schüler der 5. und 6. Klassen
 
Beteiligte Lehrkräfte:
Frau Lehmann (Deutsch, Geschichte)Frau Hinze (Kunst)
 
Stundenvolumen:
Beide Filmprojekte hatten jeweils eine Laufzeit von 3 Monaten, wobei die Projektarbeit mit den Kindern flexibel gestaltet war und teilweise außerhalb der Schulzeit stattfand: je Film durchschnittlich 2,5 Wochenstunden in der Schulzeit, Kinder haben sich auch zu Hause und in der Bibliothek mit Kostümen und Recherche beschäftigt

Zusätzliche Projektarbeitszeit für die Künstler (Vorbereitung, Schnitt, DVD-Produktion): je Film durchschnittlich 8 Wochenstunden

 
Vorstellung und Kurzbeschreibung:
„Lehniner Legenden von Kindern gespielt“ ist eine Kurzfilmreihe mit Schülerinnen und Schülern der Grundschule „Willibald Alexis“ in Kloster Lehnin, die nach einem Pilotprojekt (2005) mit zwei Videofilmen im Jahr 2006 gestartet wurde. Die Schule kooperierte dabei mit dem Friedrich-Bödecker-Kreis im Land Brandenburg e.V., dem Kunstverein rhizom e.V., der Bibliothek Lehnin und den Berliner Künstlern Tanja Schmidt und Patrick Weber, die das Projekt erdacht und geleitet haben.

In den Lehniner Legenden-Filmen wurden örtliche Legenden aus dem Mittelalter frei interpretiert von den Kindern nachgespielt und in die heutige Zeit versetzt. Der erste Film „Das Geheimnis vom Gohlitzsee“ behandelt die Legende eines versunkenen Dorfes, dessen Bewohner keine Ruhe finden. Die Ursprungslegende taucht im Film nur als Scherenschnittanimation im Prolog auf. Der Rest spielt in der Gegenwart, wo Familie Müller durch ihr Verhalten beim Picknick am Gohlitzsee den Zorn der Seegeister weckt... Im zweiten Film „Erbsensuppe mit Schweinsohren“ sind die Protagonisten der gleichnamigen Legende in ein TV-Kochstudio eingeladen, um vor laufender Kamera ihr Gericht zu kochen und die Entstehungsgeschichte desselben zu kommentieren. Eine überspannte Moderatorin, ein besoffener Kaiser, zwei trottelige Mönche und vor allem das widerborstige Schwein sorgen dabei für turbulentes Durcheinander.

Bei den Filmdrehs, die aus Budgetgründen mit einfachen Mitteln bewerkstelligt wurden, bekamen die Kinder einen kleinen Eindruck von der Arbeit an einem Filmset. Sie spielten ihre Rollen ohne große Vorgaben seitens der Regie mit viel Witz und Improvisationstalent und gaben ihren Figuren ganz individuelle Charaktere. Neben dem Schauspielern waren die Kinder für ihre Kostüme und Requisiten selbst zuständig. Dafür hatten sie in einer Vorbereitungsphase mit ihrer Lehrerin recherchiert und gearbeitet. Die Geister vom Gohlitzsee schminkten sich gegenseitig, ihre Maske würde jedem Gruselfilm Ehre machen.

Die Filme wurden von den Künstlern als DVD in kleiner Auflage produziert und fanden auf den Premierenfeiern großen Anklang bei Publikum und Presse. Das nachhaltige Interesse an den Filmen hat schon zu diversen Vorführungen in der Gemeinde Kloster Lehnin und zur Produktion einer DVD mit allen drei Filmen der „Lehniner Legenden von Kindern gespielt“-Reihe geführt. Auch die Zusammenarbeit zwischen der Schule und den Künstlern besteht fort; wenn es neue Finanzierung gibt, werden weitere Legendenadaptationen in der Reihe gedreht.

 
Projektauslöser/Idee:
Die Idee für die Kurzfilmreihe "Lehniner Legenden von Kindern gespielt" kam folgendermaßen zustande:
Im Jahr 2005 entwickelte ich (Tanja Schmidt) für den Friedrich-Bödecker-Kreis im Land Brandenburg die Idee und das Konzept für ein Kurzfilmprojekt mit Kindern, das im Rahmen von Kulturland Brandenburg 2005 - "1000 Jahre Christentum in Brandenburg" bewilligt und durchgeführt wurde. Das Ergebnis, "Markgraf Ottos Traum", ist eine Adaptation der Gründungslegende des Zisterzienserklosters in Lehnin und der erste Film in der Reihe der Lehniner Legenden. Über dieses Projekt kamen die Kooperation mit der Grundschule "Willibald Alexis" und mit der Bibliothek Lehnin zustande. Auch mein Kollege Patrick Weber war schon bei diesem Film mit von der Partie. Das Projekt und der Film sowie die Zusammenarbeit aller Beteiligten waren ein großer Erfolg. Das schürte vor allem bei den Kindern den Wunsch nach Anschlussprojekten: Kevin, ein beteiligter Junge, erzählte mir nach Drehschluss, als wir am Gohlitzsee entlangliefen, die Legende von einem im See versunkenen Dorf als Vorschlag für das nächste Filmprojekt, bei dem er unbedingt dabei sein wollte. Das war für mich der Auslöser für die Idee, aus dem Projekt eine Kurzfilmreihe unter dem Titel "Lehniner Legenden von Kindern gespielt" zu konzipieren. Alle Beteiligten waren von der Idee begeistert. So ist die Projektreihe mit bewährtem Team, den bewährten Kooperationspartnern und "alten" wie "neuen" Kindern der Grundschule "Willibald Alexis" im Jahr 2006 gestartet. Es entstanden die zwei Legendenfilme, mit denen wir uns hier bewerben.
 
Projektentwicklung:
Anfang des Jahres 2006 war der Plan für die Projektreihe „Lehniner Legenden von Kindern gespielt“ geschmiedet und mit den Beteiligten abgesprochen. Es sollten zunächst zwei Videofilme entstehen, einer im Frühjahr und einer im Herbst. Für den ersten Film übernahm der Friedrich-Bödecker-Kreis im Land Brandenburg e.V. die Trägerschaft, für den zweiten der Kunstverein rhizom e.V. (in dem Tanja Schmidt Mitglied ist). Der Ablauf der Projekte war bis auf Kleinigkeiten für beide Filme gleich:
- Finanzierung: Antragstellung der Vereine bei Förderern
- Nach Bewilligung der Anträge: Vorbesprechung der beteiligten Künstler und Kooperationspartner in Lehnin zur Terminfestlegung und Arbeitsverteilung, zu diesem Treffen legten Tanja Schmidt und Patrick Weber ein Exposé des jeweiligen Films für die Beteiligten und die Kinder vor
- Vorbereitungsphase: Die Kinder beschäftigten sich unterstützt durch ihre Lehrerin Frau Lehmann und die Bibliothekarin Frau Grimm mit der jeweiligen Legende, Rollenverteilung durch die Lehrerin, die Kinder stellten ihre Kostüme und Requisiten her, andere Kinder machten mit der Kunstlehrerin Frau Hinze die Scherenschnitte für die Scherenschnittanimation von „Das Geheimnis vom Gohlitzsee“, die Künstler arbeiteten ein Drehbuch aus und erstellten den Drehplan
- Treffen der Künstler mit den Kindern und der Lehrerin in der Bibliothek Lehnin, die Kinder führten ihre Kostüme und Requisiten vor und bekamen das Drehbuch ausgehändigt, die Kinder konnten Vorschläge und Ideen zur Drehbuchänderung per Mail an Tanja Schmidt schicken
- Die Kinder beschäftigten sich anhand des Drehbuchs mit ihren Rollen und entwarfen ihre Figuren, die Vorschläge der Kinder wurden in das Drehbuch eingearbeitet
- Filmdreh: 3 Drehtage im April für „Das Geheimnis vom Gohlitzsee“, 2 Drehtage im September für „Erbsensuppe mit Schweinsohren“, die Kinder spielten unter der Regie der Künstler, die Lehrerin koordinierte die Kinder und machte Setfotos
- Jeweils im Anschluss wurden die Filme von den Künstlern am Computer geschnitten und die DVDs im Kopierwerk produziert
- Vorbereitung der Präsentationsfeiern: Pressearbeit durch die Vereine in Zusammenarbeit mit der Bibliothek, Produktion der Einladungskarten durch T. Schmidt, Verteilung der Einladungen durch die Schule und die Bibliothek, Erstellung einer Fotodokumentation des Filmsdrehs für die Präsentationsfeier durch die Kinder und die Lehrerin
- Filmpremiere von „Das Geheimnis vom Gohlitzsee“ Ende Mai im Rathaus Lehnin, Filmpremiere von „Erbsensuppe mit Schweinsohren“ Ende September in der Bibliothek Lehnin, Organisation der Feier jeweils durch die Bibliothekarin
- Nach Abschluss beider Projekte: Die Lehrerin Frau Lehmann präsentierte die Filmreihe in der Gemeinde, daraufhin gaben der Bürgermeister und das Kulturamt die Produktion einer DVD mit allen drei Legendenfilmen bei den Künstlern in Auftrag, die DVDs wurden auf dem Adventsmarkt in Lehnin verkauft
 
Besonderheiten:
Das Besondere an den Filmprojekten der Reihe „Lehniner Legenden von Kindern gespielt“ besteht in der Verknüpfung von Vergangenem und Gegenwärtigem und der Übertragung eines „alten“ Mediums (Legendenerzählung) in ein „neues“ Medium (Videofilm). Die traditionellen Geschichten Lehnins sind in den Filmen in die Gegenwart geholt und zeitgemäß interpretiert/bearbeitet. Im Fall von „Das Geheimnis vom Gohlitzsee“ wurde die Legende im Stil einer Gruselkomödie in der Jetztzeit weitererzählt; „Erbsensuppe mit Schweinsohren“ ist eine Persiflage auf die Kochshows in der heutigen Fernsehlandschaft. Die beteiligten Kinder haben einen neuen, aktualisierten Zugang zu den alten Texten und der Geschichte ihres Ortes. Eine weitere Besonderheit der Projektreihe besteht darin, dass die Filme in der Grundschule „Willibald Alexis“ als ungewöhnliches Unterrichtsmaterial im Sachkunde- und Literaturunterricht eingesetzt werden. Zudem werden die Filme auch in der Gemeinde Kloster Lehnin immer wieder an unterschiedlichen Orten aufgeführt. Die beteiligten Kinder machen die Erfahrung, dass ihre Arbeit über das Projekt hinaus weiterwirkt und das Interesse einer breiten Öffentlichkeit weckt. Sie haben so einen ungewöhnlichen Beitrag zum kulturellen Leben in ihrem Ort geleistet. Hierzu noch ein Zitat der verantwortlichen Lehrerin Frau Lehmann: „Die Heimat- bzw. Ortssagen werden im Sachkunde und Literaturunterricht behandelt, und wir haben nun die Möglichkeit, die Filme im Unterricht einzusetzen und die Sagen aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten.(...) Insgesamt kann ich sagen, dass die Filme der Lehniner Sagen für unsere Schüler, die mitgewirkt haben, aber auch besonders für die, die sie zu sehen bekommen, etwas Einmaliges sind. Das Interesse an Heimat- bzw. Ortssagen ist deutlich gestiegen. Die Sagen jetzt auf diese Weise behandeln zu können, ist auch für uns Lehrer ein großer Gewinn.“
 
Probleme und Lösungen:
Schwierigkeiten bereitete uns etwas, worauf wir leider keinen Einfluss hatten: das Wetter! (Da beide Filme ausschließlich draußen gedreht wurden, waren wir jedes Mal auf gutes Wetter angewiesen.) Ein Drehtag fiel bei strömendem Regen buchstäblich ins Wasser und musste verschoben werden. An einem anderen Tag wehte so starker Wind, dass unsere Requisiten durch die Gegend flogen. Da aber alle Beteiligten, bis hin zur Schulleitung, sehr flexibel waren, wurden die Terminänderungen nicht zum Problem.

Für „Erbsensuppe mit Schweinsohren“ war eine Finanzierung vorgesehen, die sich dann doch als unmöglich herausstellte. Dieses Problem wurde durch das große Engagement von Herrn Korte, dem Vorsitzenden des Schulfördervereins, gelöst, der für uns Fördergelder akquirierte.

 
Anekdotisches:
Die verantwortliche Lehrerin Frau Lehmann berichtet:
"Die Sage vom Untergang des Dorfes Gohlitz ist ja sehr dramatisch und für kleinere Kinder echt gruselig. Das zeigte sich, als ich am Tag der offenen Tür in unserer Schule u.a. diesen Film ("Das Geheimnis vom Gohlitzsee") zeigte. In der Szene, wo die Geister aus dem See kommen, musste eine Mutter den Raum mit ihrem Kind (Vorschulalter) verlassen, da es sich zu sehr fürchtete. Das hat die Kinder, die die Geister spielten doch selbst überrascht, dass es so eine Wirkung haben könnte. Diesen Fakt nutzten zwei Kolleginnen, die mit ihren Klassen eine Nachtwanderung planten. Einige Jungen meinten vorweg, dass so eine Wanderung langweilig sei. Vor der Wanderung wurde den Kindern das Video "Das Geheimnis vom Gohlitzsee" gezeigt, und dann führte der Weg zum Gohlitzsee, wo der Film entstanden war. Da war dem einen oder anderen "Helden" dann doch nicht mehr so wohl! Die Nachtwanderung wurde ein Riesenerfolg."
"Auch "Erbensuppe mit Schweinsohren" wurde ein riesiger Erfolg, besonders bei den Mitschülern beider Klassen. Dem Jungen, der den angetrunkenen Kaiser spielte, wurden viele Fragen gestellt. Unter anderem wollte man wissen, ob er "richtigen" Wein zu trinken bekommen hätte oder ob er zu Hause "geübt" hatte, es hätte so echt ausgesehen. Den stärksten Beifall bekam das Mädchen, das das Schwein spielte. Auf die Frage, wie sie sich auf ihre Rolle vorbereitet hätte, teilte sie mit, sie sei zu einem Großbauern im Dorf gegangen und hätte die Schweine, besonders das Gegrunze und Gequieke, studiert!"

Kinderstimmen zum Dreh von "Das Geheimnis vom Gohlitzsee"
Alina: "Es war sehr spannend, in den Körper eines Geistermädchens zu schlüpfen. Das Selbstgestalten der Kostüme und das gegenseitige Schminken machten mir besonders Spaß. Die Einbringung unserer eigenen Ideen machte den Film zu etwas ganz Besonderem. Natürlich konnten wir uns ein kleines Lachen und Grinsen nicht verkneifen, aber nach einigen weiteren Versuchen und Hinweisen der Regisseurin wurde auch der lustigste Kichermund zu einem ernsten Geistergesicht."

Armin: "Mir hat der Filmdreh Spaß gemacht, da wir Kinder auch Ideen einbringen konnten und teils auch einfach improvisieren durften."

Jenniffer: "Beim Filmdreh haben wir am meisten gelacht an der Stelle, wo wir das Männchen vom Gohlitzsee verjagen. Es hat viel Spaß gemacht, mit all den Leuten zu drehen. An manchen Stellen war es echt gruselig. Ich war total gespannt auf den fertigen Film. Er ist total klasse geworden."

Kinderstimmen zum Dreh von "Erbsensuppe mit Schweinsohren"
Ann-Christine: "Das Schminken und Verkleiden war lustig. Das Stehen vor der Kamera war ein ganz neues Gefühl. Das Tollste war, dass ich als Schwein die Hauptrolle war. Was ich nicht gut fand, war, dass ich in Strumpfhosen rumlaufen musste und mich auf den Kaiser schmeißen musste. Aber das Allerschlimmste war, als ich neben zwei echten Schweineohren liegen musste. Aber trotzdem hatte ich viel Spaß beim Drehen."

Jan: "Am besten hat mir gefallen, dass wir uns selber etwas ausdenken und auch sagen durften. Dabei sind viele lustige Sachen herausgekommen."

Christian: "Toll fand ich das Drehen und aus einer richtigen Weinflasche zu trinken. Denn das darf ich zu Hause leider nicht. Leider war kein richtiger Wein drin."