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Maskerade, eine musikalische Reise um die Welt
 
Schule:
Lemgo- Grundschule
Böckhstraße 5
10967 Berlin
Schulleiter Herr Wachholz,
stellvertretende Schulleitung: Frau Albert
5058-5711
www.lemgo-grundschule.de

Grundschule / Offener Ganztag
 
Kooperationspartner:
Kommunikation durch Kunst e.V.
Fichtestraße 28
10967 Berlin

030-69819781, Büro Mo und Mi 10 bis 13 Uhr
www.kinderkunstwerkstatt-berlin.de

Beteiligt an Maskerade Lemgo- Grundschule:
Projektleitung und Maskenbau: Kirsten Arhipov (Kim Archipova), Assistenz: Tina Haber
Tanz, Choreografie: Karin Wickenhäuser
Bau und Musike auf selbstgebauten Instrumenten: Susanne Spreng
Videodokumentation: Christiane Nalezinski

Jens- Nydahl Grundschule:
Projektleitung und Objektbau: Renard Brunken, Assistenz Julia Borgwardt, u.a. Lehreriun Gundula Mantwill

 
Beteiligte Schüler:
42 (aus der Lemgo GS)
Klasse 6 b: 8 SchülerInnen,
Klasse 4a: 24 SchülerInnen
Tanz AG: 10 Mädchen aus vierten, fünften und sechsten Klassen, die regelmäßig am Nachmittag probten, in der Phase vor dem Auftritt häufiger und in den Ferien und an Wochenenden ihre Masken und Kostüme selbst herstellten
Lemgo- Grooving Kids: 6 Jungen aus sechsten Klassen, die im Rahmen einer Percussion AG mit Herrn Landmesser am Nachmittag probten
 
Beteiligte Lehrkräfte:
Mit der vierten Klasse von Frau Raatz verknüpften wir das Thema mit dem Deutsch, Kunst- und Sachkundeunterricht und bauten mit der zweiten Hälfte der Klasse auf ihren Wunsch hin auch noch Masken. In der ersten Gruppe waren 5 Mädchen, die ihre Masken dann für ihren Auftritt mit der Tanz AG perfektionierten. Zur Arbeitsweise gibt Frau Raatz in ihrem Textbeitrag für die Publikation der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung Auskunft:Besonders beim Bau der Masken kamen altersangemesse Herangehensweisen zum Tragen. Es entstanden plastische Arbeiten unterschiedlicher Niveaus... „Schon der Ausgangspunkt des ethnologischen Museums zur Einführung in das Thema gab sachlichen und emotionalen Zugang. Im Museum Skizzen anfertigen zu lassen, bot auch sprachlich benachteiligten Kindern direkten Zugang; für sie ist Informationserschließung über Schriftmedien und gehörte Texte schwierig. Maskieren und Verkleiden haben in dem Alter noch hohen Stellenwert. Der Einblick in fremde Kulturen, weit weg von ihren eigenen verschiedenen kulturellen Hintergründen, machte neugierig z.B. in Büchereien selbst Material zu suchen. Dass eine von den Kindern gefundene afrikanische Geschichte vorlesend eingebunden wurde verankerte die Erfahrungen und rundete die Arbeit ab. Die Skizzen zunächst klein in Ton umzusetzen, schuf eine hervorragende Verbindung zwischen Theorie und Praxis und bildete eine gute Basis für weitere Schritte hin zur Maske. Insgesamt ein Projekt, das alle Sinne forderte und förderte.“
 
Stundenvolumen:
Die interdiszipkinäre Herangehensweise mit hohem Anspruch in Hinblick auf die öffentlichen Aufführungen, benötigte erheblich mehr Zeit, als ursprünglich geplant. Die Maskerade an der Lemgo, wie oben dargestellt, nahm in Anspruch:
1. Instrumentenbau in der KinderKunstWerkstatt: 20 Stunden, in denen die Kinder mit Susanne an den Instrumenten bauten plus 5 Stunden Nachbereitung
2. Gemeinsame Erarbeitung einer Musik mit diesem Instrumentarium (20 Std)
3. Tanz AG: Januar bis Mai wöchentliche Proben immer 2 Stunden am Mittwochnachmittag plus... Extraproben und 2 Aufführungen (54 Std)
4. Maskenausbau mit den Tänzerinnen: 2 Tage in den Winterferien und sieben Samstage in der Werkstatt mit je 4 Stunden (36 Stunden, Kostümherstellung nochmal 10)
5. Lesungen und Maskenbau mit der 2. Gruppe der 4a von Frau Raatz: sechs Termine mit je einer Doppelstunde, 12 Stunden
6. Percussiongruppe mit Michael Landmesser: 20 reguläre AG Termine mit je 1,5 Stunden, 5 Zusatzproben mit je 1,5 Stunden und 2 Auftritte mit je 4 Stunden (45,5 Stunden)
 
Vorstellung und Kurzbeschreibung:
"Maskerade, eine musikalische Reise um die Welt" an der Lemgo- Grundschule,
Endspurt eines ersten Themenateliers für eine Präsentation mit Musik, Tanz und kunstvollen Masken
Es kamen hierfür ab Anfang des Jahres 2008 verschiedene Projektanteile zusammen, in denen sich die SchülerInnen mit besonderem Interesse an einem gemeinsamen Auftritt auf selbigen vorbereiteten:
Instrumentenbau in den Ferien 2008 und Musik
In den Winterferien 2008 baute Frau Spreng mit acht interessierten Kindern in der KinderKunstWerkstatt größere Instrumente, so z.B. eine Harfe und 2 Kalimbas. Während der Proben zum Maskentanz entwickelte Frau Spreng mit den Instrumentenbauern phantasievolle Klanglinien, die die Auftritte der Masken begleiteten (sh. Anhang). Einige Jungs hatten sich bei der ersten Probe mit den Tänzerinnen daneben benommen. Wir wiesen sie auf die Gefahr für das Gelingen des Gesamten hin und zogen in Erwägung die Instrumentalistengruppe zu verkleinern. Diese organisierte daraufhin ein Treffen mit der Musikerin, die Jungs gelobten Besserung und sie bestanden darauf, als Gruppe komplett teilzunehmen.

Percussion der Lemgo Grooving Kids
Die afrikanischen Rhythmen für den Hauptteil der Choreografie erarbeitete der Schlagzeuglehrer und Musiker Michael Landmesser mit den Lemgo- Grooving Kids. Die sechs Jungen arbeiteten mit viel Disziplin und großer Präzision und konnten so ein mitreißendes Stück präsentieren, das im Laufe der Zeit zum Lieblingsteil der Tänzerinnen wurde.

Maskenbau mit der 4 a
Eine besonders wilde Mischung waren die Kinder dieser Klasse. Deshalb teilten Kim Archipova und Tina Haber von KoduKu e.V. sie in Gruppen, nachdem sie mit der ganzen Klasse und Frau Raatz im Museum gewesen waren.
Viele Kinder hatten wenig Durchhaltevermögen. Deshalb war viel Unterstützung und Motivation nötig. Das gemeinsam gelesene Buch „Erzähl mir von Afrika“, in dem auf sehr ansprechende Weisel afrikanische Traditionen erklärt werden, so auch die Bedeutung der Masken, stimmte die Kinder zu jeder Stunde auf das Thema ein und erleichterte ihnen den Zugang.

Maskenbau mit der Tanz AG
In den Winterferien 2008 besuchten die Mädchen der Tanz AG mit Kim Archipova und der Erzieherin Brigitte Novak von der Schulstation der tandem BQG an der Lemgo-Grundschule die Ausstellungen afrikanischer und indianischer Masken in Dahlem. Wie bei allen Museumsbesuchen fertigten die Kinder Skizzen der Objekte an, die sie am meisten interessierten. Am Tag darauf wurden die Masken, die den stärksten Eindruck hinterlassen hatten, als große farbige Bilder auf Staffeleien gemalt. Nun starteten wir den Bau der Masken als Kleinformate aus Ton.
Nach dem Ferienworkshop trafen sich Frau Archipova und die Tänzerinnen an zahlreichen Samstagen, um die wunderschönen und betanzbaren Hutmasken fertig zu stellen. In den Wochen vor dem Auftritt bemalten die Tänzerinnen ihre Kostüme mit großem Enthusiasmus und knüpften Haare und Kopfschmuck.
Obwohl die Auseinandersetzung mit afrikanischer Kultur und zeitgenössischem Tanz für die Mädchen sehr ungewohnt war, konnten sie sich damit immer mehr identifizieren. In den Masken und den charakteristischen Bewegungen kamen ihre Persönlichkeiten zum Ausdruck. Sie sprechen noch heute von dem Projekt und halten ihre Masken in Ehren.

Auftritte beim Karneval der Kulturen und dem Frühlingsfest der KinderKunstWerkstatt im Garten der PlanTage

Im Mai war es soweit und wir führten unsere „Maskerade, eine musikalische Reise um die Welt“ als MuseumskidsKreuzKölln am 11.5. gemeinsam in der Heilig Kreuz Kirche auf. Schüler der Jens Nydahl- Grundschule spielten den LoLo zum Auftakt und stellten ihre Klangbox aus, in der man Musik aus drei Kulturkreisen hören kann. Susanne Spreng und die Instrumentalisten auf Selbstgebautem begleiteten die Auftritte der Maskentänzerinnen unter Leitung von Karin Wickenhäuser. Als sie alle auf der Bühne waren übernahmen Michael Landmesser „Lemgo Grooving Kids“ mit mitreißenden Rhythmen die Begleitung. Die Tänzerinnen erweckten ihre Masken zum Leben und stellten zum Abschluss starke Bilder dar. Von oben blickten die ausgestellten Masken der vierten Klasse auf das Publikum.
Anschließend und quasi wieder im Hier und Jetzt gelandet begleiteten Regina Himberg und die Boddin Beatz mit selbstgebauten Cachons drei Rapper bei ihrem Karnevals Rap. Den Kindern und uns wurde stürmisch applaudiert und viele Besucher stellten danach interessierte Fragen.
Auf der OpenAir Aufführung in der folgenden Woche begeisterten die Kinder der Lemgo- Grundschule Eltern, LehrerInnen, NachbarInnen und BesucherInnen des Festes in der KinderKunstWerkstatt. Sie brachten sich danach als sehr agile "Kaltmamsells" ein und verpflegten die Besucher mit Kulinarischem.
Unser Team war danach etwas geschafft, so dass wir bis jetzt leider keine weiteren Aufführungen realisieren konnten. Allerdings wurde die Arbeit von Christiane Nalezinski dokumentiert und zu einem kleinen Film zusammengestellt, der in der Schule und auf dem abschließenden Netzwerktreffen der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung zu sehen war.


 
Projektauslöser/Idee:
Bereits als die Themenateliers der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung starteten, hatte ein Team von uns mit der Jens- Nydahl Schule zusammengearbeitet und Herr Winkels von Next als Projektbegleiter auch die Arbeit Frau Arhipovs mit der Bühnenbild AG an der Lemgo begleitet. Als dann die Idee der Kooperattion mit einem Museum aufkam, hier in Berlin mit dem ethnologischen Museum in Dahlem inspirierte dies Frau Arhipov aus folgenden Gründen:
Die Schüler und SchülerInnen beider Schulen kommen zum größten Teil aus Familien mit arabischem Hintergrund (Libanon, Irak, Syrien aber auch Türkei und ehemaliges Jugoslawien, wenige aus Polen oder afrikanischen Ländern). Viele von ihnen wohnen mit großen Familien in räumlich engen Verhältnissen, in deren Wohnumfeld sie sich auch privat immer wieder begegnen. Dabei fiel im Laufe der Zeit erstens auf, dass sie wenig von der Stadt, in der sie leben und noch weniger von deren Kultureinrichtungen kennen und dass innerhalb der Wohngebiete Hierarchien bestehen, bei denen die Menschen dunkler Hautfarbe ganz unten angesiedelt werden. Vor diesem Hintergrund erschien eine intensive und ganzheitlich angelegte Begegnung insbesondere mit afrikanischer Kultur eine interessante und sinnvolle Herangehensweise, um Vorurteile abzubauen, den Horizont der SchülerInnen zu erweitern und sie an das Museum als Ort ebenso heranzuführen wie an selbsttätige künstlerische Umsetzungen ihrer Eindrücke. Die Jens Nydahl Schule wünschte sich eine Ergänzung ihres Klangpfades auf dem Schulhof, wofür sich Herr Brunken als Architekt und mit Kindern aktiver Künstler empfahl und in der Lemgo Grundschule boten die künstlerische Arbeit von Frau Arhipov dort im Rahmen ihres Konzeptes "Kunst macht Schule" und die Musikbetonung gute Voraussetzungen zu einer interdisziplinären Erarbeitung des Themas mit abschließender Präsentation. Als dritte Schule war die Boddin Schule beteiligt, wo die Musiklehrerin Regina Himberg mit dem Musiker Derya Takkali die Boddin Beats mit Schülern auf die Beine gestellt hatten, so dass wir insgesamt davon ausgehen konnten, einen reizvollen gemeinsamen Auftritt zu organisieren.
 
Projektentwicklung:
der "Maskerade" waren schon verschiedene Stadien der Auseinandersetzung mit anderen Kulturen vorausgegangen:
An der Lemgo- Schule hatten Frau Spreng, Frau Arhipov und die Lehrerin Frau Just mit einer Klasse Instrumente gebaut, im Rahmen einer Projektwoche waren die ersten Versuche zu betanzbaren Masken unternommen worden und die Tanz AG hatte ab Sommer 2007 bereits an einer Choreografie für die Weihnachtsaufführungen geprobt, die auf Ideen der SchülerInnen basierte. Alle Gruppen waren mit aktiven Skizzen und Ideen sammelnden Besuchen im Museum gestartet. Wir hatten geplant, dass eine Kollegin der Schule aus dem Musikbereich mit Kindern, die Instrumente gebaut hatten, die die Musik für die Maskerade erarbeiten würde, wozu es leider nicht kam (sh. Schwierigkeiten). Glücklicherweise ist Frau Spreng nicht nur Instrumentenbauerin, sondern auch eine begnadete Musikerin. Sie intensivierte also ab Jahresbeginn 2008 die Arbeit mit 8 SchülerInnen, die sich als Instrumentalistengruppe aus der 6b zusammengefunden hatten. Zunächst erweiterten sie in den Winterferien das Instrumentarium, um dann bei etlichen Terminen der Tanz AG musikalische Begleitmelodien für die Auftritte der Masken zu entwickeln. Den Mädchen der Tanz AG war zeitgenössischer Tanz zunächst sehr fremd gewesen. Das vorausgegangene halbe Jahr war daher zum Warmwerden damit ebenso wichtig gewesen, wie auch für die Entstehung ihrer Gruppe. Nach anfänglichen Meinungsverschiedenheiten der Mädchen untereinander, wuchsen sie bei der Maskerade mehr und mehr zusammen und entwickelten Solidarität und weitgehend professionelle Arbeitshaltung bei ihren wöchentlichen Nachmittagsproben. Ab Februar brachten Frau Wickenhäuser und Herr Landmesser dann die Tanz AG mit der Percussiongruppe zusammen, die zunächst auch an Nachmittagen für sich geprobt hatte.
Frau Arhipov arbeitete mit der 4a und Frau Raatz weiter zusammen an dem Text über Afrika und an flachen Masken und intensivierte ab Januar die Zusammenarbeit mit der Gruppe der Tänzerinnen, die aus vier verschiedenen Klassen dreier Jahrgänge kamen. Hierfür wurde, ebenso wie für die Ferienaktion mit den Instrumenten, die KinderKunstWerkstatt als außerschulischer Lernort einbezogen. Auch Schüler der Jens- Nydahl Schule arbeiteten dort an der Bemalung ihrer Klangbox. In dieser Installation kann man in vier Nischen, bemalt mit Motiven aus verschiedenen Kulturkreisen, Musik aus selbigen hören. Von Januar bis Mai 2008 waren immer wieder SchülerInnen der beiden Schulen zu unterschiedlichen Zeiten in der Werkstatt des Vereins KoduKu e.V. und verfolgten dort den Fortschritt der anderen mit großem Interesse. Dies war umso erfreulicher, als die Familien dieser Kinder sich reguläre Kunstkurse in der Werkstatt kaum für ihre Kinder leisten können oder würden.
 
Besonderheiten:
Als ganz besonders empfanden wir die interdisziplinäre Erarbeitung von verschiedenen Aspekten der afikanischer Kulturen mit Kindern, denen dieser Kulturbereich ebenso fremd war, wie auch zeitgenössischer Tanz und die Präsentation eigenen Arbeiten in der Öffentlichkeit. Die Maskerade macht den Teil des Gesamtprojektes "Museum, Masken und Musik" aus, in dem die intensivste Identifikation der Schüler- und Schülerinnen mit dem Projekt stattfand und das zum großen Teil von ihrem eigenen Interesse und Durchhaltevermögen getragen wurde. Die Vielfalt künstlerischer Arbeitsweisen und die Nutzung eines besonderen Ortes in den Ferien empfanden auch die Kinder als außergewöhnlich, ebenso wie Teil eines großen Ganzen zu sein, zu dem sich die Einzelgruppen schließlich verbanden.
 
Probleme und Lösungen:
Das Projekt war Teil des ersten Berliner Themenateliers, das in Kooperation mit dem ethnologischen Museum Berlin, Koduku (Kim Archipova,Karin Wickenhäuser, Susanne Spreng, Renard Brunken) Lemgo- Grundschule, Jens- Nydahl- Grundschule und Boddin- Grundschule sowie Derya Takkali insgesamt zwei Jahre lief. Die "Maskerade" fand in den ersten Monaten des Jahres 2008 statt und wurde für den außerschulischen Kooperationspartner immer aufwändiger. Eine Musikkollegin der Schule hatte sich aus dem Projekt zurückgezogen, da sie im Team mit den anderen MusiklehrerInnen der Schule Auftritte in der Philharmonie vorbereitete, die für die Weiterführung der Musikbetonung an der Schule maßgeblich waren und sie genau in dem Zeitraum der intensiven Maskerade Erarbeitung völlig auslastete. Herr Landmesser konnte mit seiner Percussiongruppe nur einen Teil der Choreografie begleiten. Wir hatten das Spiel mit den selbstgebauten Instrumenten schon fast aufgegeben, da dies unsere finanziellen Ressourcen überschritt und es war das Engagement der SchülerInnen, das uns veranlasste zusätzliche Mittel einzuwerben und einzubeziehen, um mit ihnen daran weiterarbeiten zu können. Dennoch arbeiteten wir als freischaffende KünstlerInnen einen Teil der Zeit ehrenamtlich, da auch die Schule spontan keine weiteren Gelder zur Verfügung stellen konnte. Dies wäre wiederum ohne das hohe Engagement des Kooperationspartners nicht denkbar gewesen. Eine weitere Herausforderung stellte die Tanz AG mit Mädchen verschiedener Klassen dar, die ein hohes Maß an Absprachen mit verschiedenen Kollegen forderte. Dank der Unterstützung der Lehrerin Frau Bongenberg- Raatz konnte diese Schwierigkeit überwunden werden. Eine grundsätzliche Schwierigkeit ist für den Verein der Unterhalt der eigenen Werkstatt, für den bei Projektanträgen nur in seltenen Fällen Betriebskostenzuschüsse einbezogen werden können und der durch Spenden und den Einsatz von Vereinsmitgliedern mehr schlecht als recht finanziert wird. Hier wird kontinuierlich nach weiteren Lösungen gesucht, da sich die Veranstaltungen und Kurse in diesem schönen außerschulischen Ort gerade für die beschriebenen Kinder als hochgradig brückenschlagende Möglichkeit erwiesen hat.
 
Anekdotisches:
Eines der tanzenden Mädchen, deren Familien alle aus der Türkei oder dem Libanon stammen, hatte sich kurz vor dem großen Ereignis, dem Auftritt in der Heilig- Kreuz Kirche beim Karneval der Kulturen, den Fuß so verletzt, dass sie nicht teilnehmen konnte.
Von LehrerInnen der anderen beteiligten Schulen, war das Bedenken geäußert worden, das die Mädchen vielleicht gar nicht in die Kirche kommen dürften, da der Besuch einer christlichen Kirche für viele Moslems "haram" sei, d.h. nicht gestattet. Sie kamen alle und das Mädchen mit dem verletzten Fuß wurde von ihrem Vater persönlich zur Generalprobe gefahren, was wir als großen Vertrauensbeweis auf Grund unserer langjährigen Vernetzung im Sozialraum empfanden. Die Freude bei den anderen war groß und sie saß glücklich in der ersten Reihe und filmte mit ihrem Handy.
Ein Mädchen aus der Instrumentengruppe hat als körperliche Einschränkung nur einen komplett ausgebildeten Arm. Als Frau Spreng die SchülerInnen einmal aufgefordert hatte Recyclingmaterialien zum Instrumentenbau (unser Hauptmaterial dafür) mitzubringen kam sie, schleppte eine riesige Dose und sagte entschuldigend: "Mein Onkel hat noch mehr davon, aber ich habe leider nur eine dabei". Sie baute in den Ferien eine Zither, ihre Lehrerin konnte nicht fassen.
Zum Abschluss noch der O-Ton einiger Tänzerinnen (Gizem, Sabrin, Mariam), fast ein Jahr nach dem Projekt:" Frau Arhipov, wann tanzen wir nochmal? Ich hab die Musik noch ganz genau im Kopf, ich kann das alles noch! Und grüßen Sie Karin, wann kommt sie mal wieder?"
Zeynab gefiel besonders, "dass wir alles machen konnten; tanzen, mit Ton, Stoffen, Farben und so in der Werkstatt arbeiten."