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Rudolfo und seine Freunde vor der Weisen Alten
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Die Freunde decken den erschöpften Rudolfo zu
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Rudolfo mit den "Hunden" am See
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Finale: Ensemble spielt , Rudolfo bei Weiser Alter
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Schlussaufstellung mit selbstgemachten Schmetterlingen
Werkstatt der Schmetterlinge
 
Schule:
Freie Grundschule "Clara Schumann"
Inselstraße 18
04103 Leipzig
0341/3939 610
Fax: 0341/3939 611
http://cms.rahndittrich.de/Einrichtung.283.0.html


Grundschule / Teilgebundener Ganztag
 
Kooperationspartner:
Musik- und Kunstschule
"Clara Schumann"
Salomonstraße 10
04103 Leipzig
0341/3939 600
Fax: 0341/3939 644
www.rahndittrich.de/musikschule

Musikschule "Johann Sebastian Bach"
Petersstraße 43
Leipzig 04109
Te. 0341/ 141420
Ensembleleiterin: Claudia Knapp
www.musikschule-leipzig.de

 
Beteiligte Schüler:
60
zwei dritte Klassen in den Fächern Elementarer Tanz (in Kooperation mit Sport), Sprechen und Darstellen (in Kooperation mit Deutsch), Werken und Kunst,
Instrumentalensemble der 4. Klassen (10 Kinder)
Kinderkompositionkurse (Kinder der 2./3. sowie 4. Klassen)
Schüler aus dem Instrumentalunterricht
2. Kompositionsschüler der 5. Klasse, die bereits die Grundschule verlassen hatten aber nochimmer zum Kompositionsunterricht kommen
 
Beteiligte Lehrkräfte:
künstlerische Projektleiter und Pädagogen:Uta Zimmermann, SprecherzieherinAnnett Paschke, TanzpädagoginAristides Strongylis, Komponist/MusikpädagogeMona Enayat, Malerin, GraphikerinEnsembleleiterinClaudia Knapp, Musikpädagogin, EnsembleleitungFächer:Elementarer Tanz (in Kooperation mit Sport), Sprechen und Darstellen (in Kooperation mit Deutsch), WerkenKunstKinderkompositionEnsemblespielInstrumentalunterrichtEinbeziehung der Lehrerinnen und Erzieherinnen der 3. Jahrgangsstufen
 
Stundenvolumen:
Das gesamte Projekt entwickelte sich über ca. 6 Monate mit den Kindern gemeinsam( Jan. - Juni 2008). Vorüberlegungen dazu fanden im Voraus statt.
- durchschnittlicher wöchentlicher Unterricht in den Bereichen – über den sechsmonatigen Zeitraum hinweg:
Musik/Komposition (Kinderkompositionskurs): 2 Unterrichtsstunden
Sprechen und Darstellen: 4 Unterrichtsstunden
Bewegung/Choreographie (im Fach Elementarer Tanz): 4 Unterrichtsstunden
Bühnenbild/Ausstattung (in Werken/Kunst): 2 Unterrichtsstunden
Ensembleunterricht seit Mitte April wöchentlich 1x 60 min
- zeitgleiche, parallel laufende Entwicklung in den vier Bereichen
- ständiger Austausch innerhalb der Projektleitung und innerhalb der Schülergruppen
Die intensive Probenphase am Ende fand im Rahmen der Projekttage statt und nahm 3 Schultage in Anspruch. Die Hauptproben in der Turnhalle dauerte 2x 3h, die Einrichtungsprobe im Schauspielhaus mit allen beteiligten Akteuren nahm 3h in Anspruch. In Aufführung dauerte 45 min.
 
Vorstellung und Kurzbeschreibung:
Den Anfangsimpuls für unser Stück stellte die literarische Vorlage „Die Werkstatt der Schmetterlinge“ von Gioconda Belli dar. Das Thema dieses Stückes faszinierte uns sofort. Dennoch war uns zu Beginn der gemeinsamen Arbeit mit den Kindern nicht klar, welchen Funken wir damit in der Schule entzünden wurde. Die Komplexität des Stückes und das Einbeziehen der verschiedenen künstlerischen Fachbereiche entwickelte sich gleichsam von selbst und durch die Ideen der Kinder. Möglich wurde das gesamte Projekt dadurch, dass wir an unserer Schule künstlerische Fächer verbindlich in den Fächerkanon integrieren konnten und dadurch allen Kindern eine musikalisch-künstlerische Ausbildung erhalten können. Unser Kooperationspartner, die Musik - und Kunstschule "Clara Schumann", stellt uns dabei erstklassige Musik- und Kunstpädagogen zur Verfügung. Was ist nun aber passiert?
Auf der Basis der literarischen Vorlage entwickelte sich im Laufe des Projekts mittels Improvisationen und Gruppenarbeit in den Fächern Tanz, Sprechen und Darstellen, Werken, Kunst und Kinderkomposition ein eigenes Stück. Die Musik- Tanz und Kunstpädagogen verstanden sich dabei als Lernbegleiter, Moderatoren, Suchende, Helfende, Ordnende und Impulsgebende. Was passiert nun in der Geschichte? Dort treffen wir auf die „Gestalter aller Dinge“, die damit beschäftigt sind, alle Dinge, Pflanzen und Tiere für das Universum zu erfinden. Dabei dürfen sie die strenge Regel, Pflanzen und Tiere nicht zu vermischen, nicht übertreten, damit die Ordnung des Universums bestehen bleibt. Über die Einhaltung der Regel wacht die Weise Alte.
Einer der Erfinder war der junge Rodolfo, der immer gute Ideen und geschickte Hände hatte. Rodolfo hatte den Traum, ein Wesen zu erschaffen, das schön wie eine Blume ist und fliegen kann wie ein Vogel. Es beginnt ein langer Prozess des Probierens und Suchens.
Auf seinem Weg begegnet Rodolfo, begleitet von seinen zu ihm stehenden Freunden, vielen Zweiflern. Er muss sich mit seinem Traum auseinander setzen und verteidigt ihn gegenüber allen Widerständen und Entbehrungen. Schließlich gelingt es ihm, die Schmetterlinge zu erschaffen. In einer großen Versammlung muss er die Weise Alte von seiner neuen Erfindung überzeugen. Es gelingt ihm und seit diesem Augenblick bringen die Schmetterlinge Freude und Schönheit für alle in die Welt.
Nachdem die Kinder im Fach „Sprechen und Darstellen“ das Buch laut gelesen und sich darüber ausgetauscht hatten, wurde beschlossen, die Geschichte als Bühnenstück zu inszenieren und zum Schuljahresabschlusskonzert der Schule aufzuführen.
Der Arbeitsprozess begann synchron in den Teilbereichen Tanz, Sprechen und Darstellen, Werken, Kunst sowie Komposition und dauerte bis zur Aufführung an.
Die Idee des Buches diente uns dabei als Vorlage, aus der die Kinder die sie interessierenden Teile übernahmen, aber auch viele eigene Ideen dazu taten, die jeweils demokratisch abgestimmt wurden. Jedes Kind, oder jede Kindergruppe arbeitete an einer ihm entsprechende Rolle, was zu einer hohen Identifikation mit der
Arbeit beitrugt. Die Kinder versetzen sich intensiv in die Rollen, die sie selbst im Stück gern einnehmen wollten und erfanden neue Figuren und Rollen dazu. Durch improvisatorisches Arbeiten wurden im Fach Sprechen und Darstellen die Dialoge von den Kindern selbst entwickelt, immer wieder verfeinert und letztlich verbindlich aufgeschrieben. Ebenso improvisatorisch wurde sich im Fach Tanz an die Choreographie mit den Kindern herangetastet. Im Kurs Kinderkomposition ging es vor allem darum, Stimmungen in Musik umzusetzen und passende Motive für die einzelnen Charaktere zu finden. Die Stücke sollten dann zur Aufführung zum Teil durch das eigene Schulensemble aufgeführt werden, von den Komponisten selbst gespielt, oder von den Profimusikern der Musik - und Kunstschule "Clara Schumann" gespielt werden. Das Schulensemble besuchte den Kompositionskurs, der sich mit den klanglichen und spieltechnischen Möglichkeiten des Ensembles vertraut machte. Im Fach Werken, Kunst wurden die Requisiten und Bühnenbilder entwickelt und hergestellt. Die Tänze illustrierten die Geschichte und trieben sie, ebenso wie eingebaute Erzählstellen, voran. So standen die einzelnen Teilbereiche des Stückes stets in einem laufenden Dialog und befruchteten
sich gegenseitig. Im schließlich verbindlichen Drehbuch wurden abschnittweise die durch Improvisation entstandenen Dialoge, Ideen und Bewegungen sowie die Musik festgehalten, so dass die Kinder sowohl als Schauspieler, Tänzer, Komponisten und Musiker, Drehbuchautoren, Regisseure und Bühnenbildner tätig waren. Da die Kinder in halben Klassen im 14-tägig Wechsel jeweils zwei Stunden unterrichtet wurden, bauten sie im Wochenwechsel jeweils auf den Ergebnissen der anderen Halbklasse auf. Als sehr günstig erwies sich dabei der Umstand, dass
der Werk - und Kunstunterricht, in dem die Bühnenausstattung hergestellt wurde, und „Sprechen und Darstellen“ zur gleichen Zeit stattfanden, so dass die jeweiligen Zwischenergebnisse sofort mit der anderen Halbgruppe besprochen und verknüpft werden konnten. Die Kinder erlebten sich als Team und arbeiten fächerübergreifend am gleichen Thema, was durch die Einbeziehung der Fächer Tanz und Komposition zu weiteren Synergieeffekten führte.
Das gesamte Bühnenbild und die Kostüme stammten von Ideen der Kinder die mit Hilfe der Kunstpädagogen verfeinert wurden. Für uns war es wichtig, mit einfachen und alltäglichen Mitteln eine kreative und phantasievolle Gestaltung zu erlangen. So wurde es möglich, nur mit Hilfe von herkömmlichen Werken- und Kunstmaterialien und Alltagsrequisiten wie z.B. Mülltüten zur Gestaltung der Flügel der Fliegen eine eindrucksvolle, kindgemäße, schlichte und schöpferische Bühnen- und Kostümgestaltung zu kreieren, die die Kinder als Hauptakteure mit ihrer ganzen Körpersprache und Ausdruckskraft in den Mittelpunkt setzte. Somit erleben sich die Kinder selbst im besten Sinne als „Gestalter aller Dinge“.
Bereits während der Arbeitsphase waren die Kinder hoch konzentriert und brachten ihre Ideen rege und partnerschaftlich mit ein. Während der Projekttage, in denen wir in unserer Turnhalle probten, die wir zu diesem Zweck in eine Theater, Tanz, Musikhalle verwandelt hatten, hörten die Schauspieler und Tänzer zum ersten Mal die Kompositionen. Die Charaktere wurden in Musik umgesetzt und das so plastisch, dass die Kinder hörten, welches Thema zu welcher Szene gehörte. Die Kompositionskinder, die bisher nur die Geschichte kannten, entdeckten plötzlich, wie sich ihre Arbeit in das gesamte Stück integrierte, aufging und erst jetzt einen wirklichen Sinn ergab. Auf Grund der großen Komplexität des Projektes und der zusätzlich noch beteiligten Profimusiker, die die Kinderkompositionen spielten war dennoch der Tag der Aufführung die erste Gelegenheit, alle Teile des Stückes mit Licht Ton und Musik in seiner Gesamtheit zu erleben. Euphorisch kamen die Kinder am Samstag, 14.06.2008 um 9.00 Uhr ins Leipziger Schauspielhaus. 60 Kinder durften sich in den Künstlergarderoben umziehen und den Weg auf die Bühne antreten. Auf der großen, schwarzen Bühne angekommen blickten sie in den leeren Zuschauersaal, der am Abend 600 Leute fassen würde. Sie waren beeindruckt, ehrfürchtig aber keinesfalls eingeschüchter, denn sie fühlten sich sicher und gut vorbereitet. Zunächst gingen wir in einer Stellprobe mit allen Kindern die noch unbekannten Raumwege auf der Bühne ab und spielten dabei die Dialoge und Szenen kurz an und in Gedanken durch. Licht und Technik wurde eingerichtet und die Kinder machten sich mit der ungewohnten Theaterbühne vertraut. Im Durchlauf wurde uns allen die Dimensionen des Projektes erst richtig bewusst. Wir waren gerührt und fasziniert über die Intensität, mit der die Kinder spielten, tanzten, sprachen und musizierten. Selbst ohne Mikrophon füllten sie den ganzen Saal.

Die Aufführung hat nicht nur die Kinder, sondern auch die Zuschauer tief bewegt. In absolut konzentrierter und von den Kindern selbständig und souverän durchgeführter Atmossphäre.
Das Zuschauerfeedback freute uns sehr: Vielstimmig wurde die große Authentizität der Kinder in ihren Rollen bemerkt, die sich in allen künstlerischen Bereichen, in der Sprache, den Bewegungen, der Mimik und Gestik, der Dialoge, der Figuren, Kostüme und Bühnenbildern und nicht zuletzt in der Musik, die vollständig von den Kindern komponiert wurde, wiederspiegelte.

Die Kulisse im Hintergrund wurde von den ca. 200 Kindern der Grundschule gebildet, die traditionell bei unserem Abschlusskonzert auf der Bühne sitzen, denn der Zuschauerraum ist mit Eltern und Gästen restlos gefüllt und alle unsere Kinder sollen hautnah dabei sein. Selbst die Erstklässler waren still und gebannt. Auch das Personal des Schauspielhauses zeigte sich begeistert. Eine so professionelle und facettenreiche Schulaufführung von so hoher Qualität hätten sie noch nie erlebt.
Bereits während Probenphase, der Generalprobe und auch während der Aufführung wurde photographiert und auch eine Videoaufnahme der Aufführung erstellt. So konnten alle künstlerischen Ausdrucksbereiche und die großartige Atmosphäre während der Aufführung festgehalten werden und den Kindern zur Verfügung gestellt werden.

Die Teilnahme an unseren künstlerischen Fächern wird auf dem Zeugnis vermerkt. Die Beurteilungen der Musik- und Kunst- und Tanzpädagogen fließen in die Bewertung der Kopfnoten mit ein.


Einen Einblick in die Aufführung erhalten Sie in den unten stehenden Bildern. Die DVD liegt bei uns vor und kann jederzeit gern zugesendet werden. Einen 10 min Ausschnitt sehen Sie unter:
http://www.myvideo.de/watch/6053251/Freie_Grundschule_Clara_Schumann

 
Projektauslöser/Idee:
Ausgangsbasis war das Kinderbuch „Die Werkstatt der Schmetterlinge“ von der nicaraguanischen Autorin Gioconda Belli.

Vorüberlegungen zum Einsatz der Geschichte in der Schule:
Mit Rodolfo und seinen Freunden werden uns Individuen vorgestellt, die einen tiefen Glauben an die eigenen Kräfte und Mut in sich tragen. Obwohl es sich um starke Einzelcharaktere handelt, sind sie keine Solisten, sondern halten zusammen, haben ein Netzwerk. Auch in schweren Situationen.
Und gerade da bewährt sich ihre Freundschaft. Es geht ebenso um den Wert und die Wichtigkeit anderer immaterieller Güter wie Freundschaft, Anteilnahme, das Wahrnehmen und Ausdrücken von Emotionen und natürlich die Schönheit, die allen mehr Lebensqualität bringt.
Die Geschichte zeigt außerdem, dass das Erreichen eines hochgesteckten Zieles mehr als den Weg des geringsten Widerstandes erfordern kann.
Diese Grundgedanken empfinden wir als sehr relevant sowohl für die Entwicklung des einzelnen Kindes als auch für die der Gemeinschaft. Deshalb wurde das Buch den Kindern im Fach „Sprechen und Darstellen“ zunächst vorgestellt.

Idee mit dieser Geschichte zu arbeiten: Uta Zimmermann
Gesamtprojektentwicklung: Uta Zimmermann, Annett Paschke, Aristides Strongylis und Mona Enayat

 
Projektentwicklung:
Projektvorbereitung zu Beginn:
1. Abstimmung der Kunstpädagogen untereinander, Auswahl des Stoffes
2. Vorstellung der Idee und Koordination mit der Schulleitung der Grundschule und der Musik- und Kunstschule und den organisatorischen Strukturen im Schulalltag

3. Einteilung der vier kreativen Arbeitsbereiche: Musik/Komposition,
Sprache/Spiel, Bewegung/Choreographie, Bühnenbild/Ausstattungorbereitender
Bildung der künstlerischen Projektleitung Zimmermann/Paschke/Strongylis/Enayat, die in ständigem Austausch und Abstimmung mit Schulleitung Grundschule/Schulleitung Musik- und Kunstschule und den jeweiligen Klassenlehrern arbeiteten

4. Suche nach einem geeigneten Aufführungsort und dem geeigneten Aufführungsrahmen. Die Wahl fiel auf das Leipziger Schauspielhaus und das Stück sollte im Rahmen des jährlichen Schuljahresabschlusskonzertes aufgeführt werden.
Besuch im Schauspielhaus Leipzig mit dem Theaterpädagogen Paul Lederer (Bühnenbesichtigung, Gespräche mit Theaterprofis), um das Stück gemeinsam mit den Kindern von vornherein für die Bühne des Schauspielhauses, auf der es im Juni aufgeführt werden sollte zu inszinieren und sie mit allen Gegebenheiten und Möglichkeiten des Theaters vertraut zu machen.


Durchführungsphase:
5. wöchentlicher Unterricht in den Bereichen
Musik/Komposition: 2 Unterrichtsstunden
Sprache/Spiel: 4 Unterrichtsstunden
Bewegung/Choreographie: 4
Bühnenbild/Ausstattung: 2
Ensemblespiel (60 min)

zeitliche Organisation
- zeitgleiche, parallel laufende Entwicklung in den vier Bereichen
- ständiger Austausch innerhalb der Projektleitung und innerhalb der Schülergruppen
- Parallel liegender Unterricht in den Fächern Sprechen und Darstellen und Werken

6. Entwicklung des gesamten Drehbuchs mit Dialogen und Ideen, Choreographien sowie Fertigstellen der Partitur für das Schulensemble und der Noten für die Profimusiker

7. gemeinsame Projekttage mit parallel liegenden Einzelproben und Gemeinschaftsproben aller Bereiche.
Durch diese Parallellagerung wurde es sowohl möglich, Gruppenszenen zu Proben, als auch partiell nur mit Einzelnen oder gar nur mit einem Kind zu arbeiten.

zwischenzeitlich immer wieder:
- Treffen der verantwortlichen Kunstpädagogen und der organisatorischen Schulleitung
- prozessorientierte Durchführung in enger Partnerschaft mit den beteiligten Kindern

Endphase:
8. Organisation der Gesamtprobenphase

9. Elterninformationen über den Gesamtablauf und den Ablauf der Generalprobe im Schauspielhaus

10. Zusammenführungsproben der einzelnen Bereiche
- thematische Proben zu Musik, Sprache, Tanz, Spiel, Bühnenaktion

11. Hauptproben in der Turnhalle unter Anwesenheit aller beteiligter Kinder und Kunstpädagogen sowie der Klassenlehrer und Erzieher, die während der Generalproben und der Aufführung die Kinder unterstützen sollten und für Betreuung und Hilfe sorgen

12. genaue Erstellung eines detaillierten Licht und Technikplans, der dem Drehbuch angefügt war.

13. Besprechung des Licht - und Technikplans mit den verantwortlichen Mitarbeitern des Schauspielhauses

14. der Aufführungstag:
- Einrichtungsprobe auf der Bühne
- Generalprobe
- Aufführung im Schauspielhaus Leipzig
- sehr geglückte Zusammenarbeit mit den Bühnentechnikern des Schauspielhauses Leipzig (hohe Sensibilität für die Bedürfnisse von Kindern an einer großen prof. Bühne)
- Aufführungsdauer: 45 min

15. Nachbereitungsphase:
in Gesprächen mit allen Beteiligten, durch Photos und DVD, durch Feedbackrunden mit allen Schülern der Schule, die als Zuschauer das Projekt gesehen hatten

 
Besonderheiten:
Das herausragenste an diesem Projekt ist das Zusammenwirken der verschiedenen künstlerischen Bereiche und die Tatsache, dass die Kinder in allen künstlerischen Bereichen nicht nur die Ausführenden, sondern die Entwickler und Gestalter der Prozesse waren. Das ermöglichte ihnen eine tiefe, berührende und nachhaltige Identivikation mit der Materie. Jedes Kind fand seinen Platz und spielte eine bedeutende Rolle im Gesamtablauf. Die Aufführung im Schauspielhaus ermöglichte es ihnen, unter Profibedingungen Theater leibhaftig zu erleben und selbst ein Teil von professionellem Musik- und Tanztheater zu sein. Jedes der beteiligten Kinder ging an seine Leistungsgrenzen und wir erlebten viele Überraschungen und verborgende Talente und Fähigkeiten, die zum Tragen kamen. Bemerkenswert ist auch der soziale Aspekt, der durch die improvisatorische Gruppenarbeit, die Gruppengespräche und die gemeinsame, im Team entwickelte Gesamtgestaltung entstand.
Die Fächer Sprechen und Darstellen und Elementarer Tanz gehören auf Grund des musikalisch-künstlerischen Profils der Schule zum "normalen" Fächerkanon der Schüler, an denen daher verpflichtend im Rahmen der Studentafel alle Kinder der entsprechenden Jahrgangsstufen teilnehmen. Das ermöglichte uns, dieses Projekt innerhalb des Schultages im Rahmen des Unterrichts stattfinden zu lassen und alle Kinder der beteiligten Jahrgangsstufen in diese prozessorientierte künstlerische Projektarbeit mit einzubeziehen. Für jedes Kind wurde "seine" Rolle, oder auch "seine" Rollen gefunden und entwickelt und jedes Kind konnte sich mit seinen individuellen Stärken einbringen und wiederfinden.
 
Probleme und Lösungen:
Probleme und Lösungen:
- hoher organisatorischer Aufwand der Probenplanung innerhalb der Schulplanung (inbesondere bei Hinzunahme der schulexternen Partner) - wir lösten das durch zunächst Teilproben und nur wenige Gesamtproben sowie Einbindung der Probenphasen in die Projekttage

- Dokumentation durch Bild und Ton als Nachbereitung für die Beteiligten Kinder nimmt in der Regel sehr viel Zeit und auch Geld in Anspruch - hier haben wir die Eltern mit einbezogen, die uns eine Aufnahme am Auftrittstag erstellten und zur Verfügung stellten, Photos machten und bearbeiteten und selbstständig für die Vervielfältigung der DVD sorgen

- eine dem Aufwand gerecht werdende Wiederaufnahme des Stückes erwies sich im Schulalltag als nicht realisierbar, aus Zeit - und aus Kostengründen und da bereits wieder neue Projekte in Arbeit waren - wir haben statt dessen eine intensive Nachbesprechung mit den Kindern gesetzt und werden bei künftigen Projekten von Beginn an mehrere Aufführungen planen und die Unkosten über die Eintrittspreise und Spenden erstatten.

 
Anekdotisches:
Beobachtungen und Momente während der Projektzeit

Während der sechs Monate der gemeinsamen Arbeit am Stück gab es viele Situationen, die uns als Pädagogen widerspiegelten, dass der angebotene, selbstgestaltende, intrinsisch motivierte Weg für die Kinder der richtige ist. Es war wichtig, sich die Zeit nehmen zu können, um manchmal Umwege zu nehmen und Problemphasen mit den Kindern auszuhalten bis sich die Lösung herauskristallisierte.

aus den gemeinsamen Proben „Sprechen und Darstellen“ & „Elementarer Tanz“:

Während der Einrichtungsproben im Schauspielhaus Leipzig sollten Lehrer und Erzieher als „Bühnenarbeiter“ fungieren, was sich im eigentlichen Sinne als unnötig erwies, da die Kinder, die gerade nicht auf der Bühne agierten, ihnen die Umbaurequisiten aus der Hand nahmen und selbst für einen „reibungslosen Ablauf“ des Stückes sorgten.

Nils ist ein Junge, der zu Sensibilisierung, Stille und Aufmerksamkeit bislang ein eher kompliziertes Verhältnis hatte. Während der Arbeit am Stück entwickelte er sich jedoch zum eigentlichen Assistenten der Probenleiter, achtete darauf, dass alle zur rechten Zeit am rechten Ort waren, stellte das Funktionieren der Technik sicher und hatte das Timing im Blick, ermutigte die Darsteller und war erst zufrieden, wenn alles harmonisch verlief.

Probe zu einer Szene, die Emotion und Entschlusskraft der Hauptfigur thematisierte:
Der Darsteller der Hauptfigur Rodolfo, Emil, saß in einer sehr nachdenklichen Stimmung mitten in der Szene. Um ihn noch Gemurmel und Geschäftigkeit der zwei Klassen. Mit leiser Flüsterstimme hob er an: „…jetzt fühle ich mich so traurig…keiner glaubt an die Idee…ich bin Rodolfo…“. Während des Satzes herrschte Stille.

Ein Kind war lange krank und kannte die Idee und den Bewegungsablauf der zu probenden Szene noch nicht. In einem freien Moment fand sich von selbst eine kleine Gruppe und erklärte und wiederholte Stück für Stück den Ablauf der Szene – am Rand, um das zentrale Geschehen nicht zu stören.


aus dem Kompositionsunterricht:

Vier Kinder besuchten den Anfängerkurs Komposition und waren verantwortlich für drei der insgesamt sieben Stücke, die für "Die Werkstatt der Schmetterlinge" komponiert wurden.

Den Schmetterlingstanz hat Zoe Rübbert komponiert. Ein langes und schönes Stück, das aus drei Teilen bestand. Als ich eines Tages zum Unterricht kam, wollten wir den Tanz proben. Alle anderen Kinder und ich waren unsicher in welcher Reihenfolge diese drei Teile zu spielen waren. Es gab eine heftige Diskussion und Zoe hat uns mit Argumenten bewiesen, dass die Reihenfolge genau so und nicht anders sein konnte. Dies konnte nur einem Kind gelingen, welches in seine Musik absolut verinnerlicht hatte.

Den Spinnentanz hat Emilio Ceballos komponiert und er war auch für die Instrumentierung verantwortlich. Der Spinnentanz war ein rhythmisch freies Stück. Die Kinder spielten auf die Bewegungen der Tänzer und es gab viele Instrumente, die einbezogen wurden. Obwohl Emilio während der Vorstellung tanzen musste, wusste er genau ob jenes Instrument das passende zur entsprechenden Bewegung war.

Das Motiv der Freunde hat eine schöne Entstehungsgeschichte. Svenja Reis wollte ursprünglich das Stück für Geige und Klavier komponieren, doch in der Mitte des Jahres bekamen wir noch eine Schülerin - Vivien Ast. Sie kam mitten in den Vorbereitungen für "Die Werkstatt der Schmetterlinge" und konnte nur schwer integriert werden. Dann bot sich Svenja an, das Stück gemeinsam zu komponieren, Vivien am Klavier und Svenja auf der Geige…