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Chor (gesamte Klasse)
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(3 mal) 3 Damen umschwärmen ohnmächtigen Tamino
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Streichergruppe des Landesmusikgymnasiums
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Papageno und Tamina
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Königin der Nacht
Zauberflöte mit Orchestermusikern
 
Schule:
Freie Waldorfschule Dresden
Klasse 7b
Les jeunes chanteurs
Marienallee 5
D-01099 Dresden
Fon 0351.8993727
Fon 0351.2633533 (AB)
Fax 0351.8500630 z.H. Herrn Nowitzky


Gesamtschule / Offener Ganztag
 
Kooperationspartner:
Sächsische Staatsoper (Semperoper)
Heide Stock, Regieassistentin und
Carola Schwab, Personalleiterin
http://www.semperoper.de/

Dresdner Philharmonie
Heike Janicke, 1. Konzertmeisterin und
Thomas Manz, Personalbüro
http://www.dresdnerphilharmonie.de/

Landesbühnen Sachsen
Theaterwerkstatt
http://www.dresden-theater.de

Landesgymnasium für Musik
Prof. Dietzsch und
Frau Prof. Jakob, Direktorin
http://www.landesmusikgymnasium.de/

Sächsische Ausbildungs- und Erprobungskanäle für Funk, Film und Fernsehen (SAEK)
http://www.saek.de

27 von 30 Elternhäuser der Klasse und 2 Eltern aus anderen Klassen der Schule

 
Beteiligte Schüler:
30 + 14
Alle Schülerinnen und Schüler
der Klasse 6b, jetzt 7b

Eine Streichergruppe des Sächsischen Landesgymnasiums für Musik
(14 Kinder in wechselnder Besetzung)

 
Beteiligte Lehrkräfte:
* Klassenlehrer / Musiklehrer* Korrepetitor* Handarbeitslehrerin* Eurythmielehrerin* Volkstanzlehrer* Kunstlehrerin
 
Stundenvolumen:
* fünf Tage Klassenfahrt zur Einführung
* musikalische Erarbeitung: 45 Min. täglich über ca. zwei Monate
* szenisch-musikalische Umsetzung: täglich vier Stunden über vier Wochen
 
Vorstellung und Kurzbeschreibung:
Die Zauberflöte - ein Musikprojekt in wachsenden Ringen

Alle Kinder können Kunst.

Das wirklich Besondere an diesem Projekt ist, dass ein so anspruchsvolles Werk wie die „Zauberflöte“ mit ausnahmslos allen Kindern einer sechsten (inzwischen siebenten) Gesamtschul-Klasse der Freien Waldorfschule Dresden auf künstlerisch und sozial-pädagogisch beeindruckende Weise realisiert wurde.
Wie die Wellen um einen Stein, der ins Wasser geworfen wird, ging die Begeisterung, verbunden mit einem großen Mut und gesundem Selbstvertrauen vom Klassenlehrer Gert Schäfer auf die Kinder über, die Eltern und Partner.

Was zunächst in den letzten Apriltagen des Jahres 2007 als in der sechsten Klasse empfohlene Vermittlung von Stoff begann, entwickelte sich schließlich innerhalb von fünf Monaten - und darin lagen noch die Sommerferien - dank der Begeisterung der Kinder zu einer kompletten dreistündigen Opernaufführung (mit Pause) mit einer Premiere am 5. Oktober 2007, in der bis in die Fensternischen besetzten Schulaula.

Der Klassenchor, die „petit choristes“, hatte zuvor Lieder aus dem Film „Die Kinder des Monsieur Matthieu“ bis zum Einspielen einer CD erarbeitet und wollte ursprünglich diese als Siebt-Klassspiel – eine Abschlussarbeit dieser Stufe in der Waldorfschule - aufführen. Sehr schnell aber überstrahlte die Zauberflöte das Vorhaben. Nach der ersten Etappe der musikalischen Erarbeitung sagten die Lehrerkollegen "Ja" zu dem Plan, daraus das Klassenspiel zu machen. Fast alle Eltern fanden eine Möglichkeit sich einzubringen – vom Bühnenbild bis zum Pausenbuffet. Einige ihrer Kulissen und Requisiten (Schlange!) würden mancher professionellen Bühne zur Ehre gereichen.

Alle angefragten Theater waren zur Mitarbeit bereit. Die Semperoper, die Dresdner Philharmonie und die Landesbühnen Sachsen halfen bei der Erarbeitung des Stückes kostenlos und zum Teil mit Spitzenkräften, wie der ersten Konzertmeisterin der Philharmonie, Heike Janicke. Das Landesgymnasium für Musik nahm die Chance wahr, ihre jungen InstrumentalistInnen den Alltag der musikalischen Begleitung einer Oper kennen lernen zu lassen. Die Sächsischen Ausbildungs- und Erprobungskanäle für Film, Funk und Fernsehen (SAEK) konnten in der Dokumentation von Erarbeitung und Aufführung der „Zauberflöte“ ein eigenes Projekt entwickeln. Eine Radiosendung lief, und die filmischen Ergebnisse werden mit Spannung erwartet.

Wer die Kinder auf der Bühne sieht, nimmt in Ausdruck und Körperhaltung wahr, dass sie mit ihren Kunstfiguren durch eine Art Initiation gegangen sind. Sie haben, emotional begleitet und geführt durch die mozartsche Musik, tiefere Erfahrungen als die meisten Altersgenossen mit Themen wie Liebe, Weisheit und Spiritualität gemacht und darin eine „Jugendweihe“ besonderer Art erfahren. Sie spielen nicht nur, sondern haben ausgelassene Freude an der Lebenslust des Papageno, ahnen aber auch die Tiefe von Menschenliebe, die auf Wahrheit, Weisheit und kosmischer Einheit gründet.

In den Aufsätzen, die über die persönlichen Erfahrungen mit dem Projekt und den eigenen Rollen geschrieben wurden, schreibt Elisabeth: „Als wir anfingen, dachte ich: So etwas Großes schaffen wir doch nie! …Ich habe meine Mitschüler achten und schätzen gelernt und finde, dass wir durch dieses Projekt als Klasse sehr zusammen gewachsen sind.“

Einer der 3 Knaben: „Ich war in der Rolle ein ganz anderer Mensch geworden, ich habe gesehen, wie schön doch die Welt sein kann! Dass man eigentlich immer fröhlich sein kann und richtig ernst auch… Ich bin nicht mehr so schüchtern, vor den sehr vielen Menschen, die schönerweise auch da waren, zu reden. Das hat mich geöffnet! Ich bin stolz, dass ich es so weit gebracht habe!“

Alle Kinder danken ihren erwachsenen Helfern, besonders ihrem Lehrer von ganzem Herzen für diese Erfahrung. Es gehört zur Erfolgsgeschichte dieses Projektes, dass auch mit Kritik und Widerspruch einiger Eltern und Lehrer zum Stundenaufwand – schließlich handelt es sich nicht um eine Musikschule – konstruktiv umgegangen wurde.
Fünf Komplett-Aufführungen hat das Stück bisher erlebt.

 
Projektauslöser/Idee:
Nach der lehrplanorientierten Vorstellung der "Zauberflöte" war der Auslöser für die Idee, ein großes Projekt daraus zu machen

* die Begeisterung der Kinder für die Musik und
* die Situation, ein angemessenes Abschlußprojekt (aus dem ursprünglich vorgesehenen waren sie herausgewachsen) für die siebente Klasse zu erarbeiten, mit der sich Klassenlehrer und Schüler voneinander verabschieden.

 
Projektentwicklung:
Zu den Themenvorschlägen für den Musikunterricht in der sechsten Klasse gehört die „Zauberflöte“.
Während einer Klassenfahrt im Frühjahr 2007 stellte der Klassenlehrer, Herr Schäfer, sie seiner bereits projekterfahrenen sechsten Klasse vor. Der Klassenchor, die „petit choristes“, bestehend aus sämtlichen Schülerinnen und Schülern der Klasse, hatte ein Jahr zuvor eine CD mit den Liedern des „Monsieur Matthieu“ aufgenommen. Das sollte eigentlich auch ihr Klassenspiel werden, das vor dem Übergang in die Oberstufe der Waldorfschule von jeder siebten Klasse aufgeführt wird.

Die Kinder waren von der Oper, auch den schwierigen Terzetten und Quintetten so angetan, dass sie zumindest Teile davon singen wollten.
Schnell war klar, dass alle Rollen in der Klasse gut – auch mehrfach – besetzbar waren. Die "Damen" und "Knaben" wurden für eine größere Klangfülle jeweils dreifach besetzt, die tiefen Männerstimmen oktaviert, und von Teilchören unterstützt. Eine größere Aufführung deutete sich schon bald an.

Erstes Ziel: Bis zum Schuljahresende sollte die musikalische Erarbeitung stehen. Die Schüler motivierten einander, die „Damen“ spornten die „Knaben“ an, und die Solisten wirkten als Katalysatoren. Der letzte Schultag vor den Ferien brachte mit dem musikalischen Durchlauf die Bestätigung, dass die „Zauberflöte“ ihr Klassenspiel werden sollte. Die Lehrerkonferenz bestätigte das Unternehmen, denn das hieß auch: Vier Wochen frei von jedem anderen Unterricht - bis auf eine tägliche Mathestunde - und eine zusätzliche fünfte Woche für die Aufführungen.

Erste Zuarbeiten, zum Beispiel von den Lehrerinnen für Handarbeit und Kunst, wurden besprochen. Inzwischen hatte die Suche nach Kooperationspartnern begonnen. Für die Regie waren alle angefragten Theater zur Hilfe bereit. Da Heide Stock, Regieassistentin an der Semperoper, bereits zweimal die Zauberflöte inszeniert hatte, fiel die Wahl auf sie. Mit leuchtenden Augen kam sie am 9. Juli 2007 und wollte sofort im August beginnen – honorarfrei natürlich.

Die Dresdner Philharmonie hatte von der musikalischen Klasse gehört, ihrer Beteiligung am vorjährigen Wettbewerb und der Suche nach künstlerischen Partnern für ein gemeinsames neues Projekt in diesem Jahr. Die Kinder hatten begeistert ein Schülerkonzert der Philharmonie erlebt, und der Lehrer hatte persönliche Kontakte zu einigen Musikern schon seit der Studienzeit. So war man sich schnell einig, und der Intendant gab noch von einer Konzertreise aus der Ferne grünes Licht.

Bei einem Elternabend vor der Sommerpause übernahmen Eltern Aufgaben für Beleuchtung, Kostüme, Requisiten und Bühnenbild. Die Kinder hatten den Auftrag, über die Sommerferien ihre Sprechrollen zu lernen. Am Freitag vor der ersten Schulwoche gab’s das erste Arbeitstreffen mit Lehrern und Eltern. Eine Mutter, von Beruf Theatermalerin, hatte sich bereits die Unterstützung der Landesbühnen Sachsen für Requisiten und Bühnenbild geholt. Für den Kulissenbau gab es tolle Einfälle und auch Glücksfälle wie einen kunstsinnigen Tischler unter den Vätern.

Die Wiedereinstiegsprobe nach den Ferien brachte eine wunderbare Erfahrung: Es war nicht nur alles Einstudierte noch da, sondern es war auch gereift.
Jetzt ging es in die Einzelproben, teilweise szenische und musikalische nebeneinander. Nach zwei Wochen stand der Erste Akt.

Nun sah es so aus, als würden in den vier Wochen nur dieser Akt und das Finale bewältigt. Dann fiel auch noch die Regisseurin aus und eine Mutter - eine ehemalige Schauspielerin - leitete fortan die Sprechproben. Die Kinder begannen, viel selbständig zu arbeiten und einander wieder gegenseitig zu motivieren.

Am 2.10. war die erste Aufführung (Erster Akt mit reduziertem Bühnenbild) in einer Förderschule für geistig Behinderte in Bonnewitz bei Pirna: Große Aufregung, große Spielfreude und mitunter großes Chaos. Gleich zu Beginn „tötete“ eine der Damen statt der Schlange fast den Haupthelden Tamino...

Es folgten zwei Aufführungen des Ersten Aktes vor Mitschülern in der Aula – jede wurde gründlich ausgewertet. Dann endlich war es doch geschafft: Premiere der gesamten Oper am 5. Oktober 2007, ohne dass vorher ein Durchlauf des Zweiten Aktes hätte stattfinden können. Dauer: Drei Stunden und 20 Minuten mit Pause. Eltern organisierten ein Pausenbuffet, schminkten und betreuten die Kinder.
Ein enormer Publikumsandrang füllte die Aula. Direkt vor der Bühne saßen die Kleinsten, fasziniert bis zum Schluss, riesige Begeisterung und immer wieder Szenenapplaus!

Nach den Herbstferien ging der normale Schulalltag los, drei Wochen ohne Proben. In der vierten Woche ein Tag Probe, ein Tag Durchlauf und vier Aufführungen; mit jeder Vorstellung gelang es den Kindern, sich zu steigern. In diesen Aufführungen wurden zehn Stücke von Schülern des Sächsischen Landesgymnasiums für Musik begleitetet. Aus dem gegenseitigen Kennenlernen sind bleibende Verbindungen gewachsen. Auf ihre Initiative gab es am 4.11.2007 eine zusätzliche Teilaufführung in der Landesärztekammer.

Ende Januar 2008 erschien die erste DVD der Premiere, aufgenommen von einem Vater. Es gab eine Radiosendung, und ein umfassender Film, auch von der Erarbeitungsphase, die die jungen Filmemacher von den Sächsischen Ausbildungs- und Erprobungskanälen für Film, Funk und Fernsehen begleitet haben, wird dieser Tage erwartet.

Inzwischen ist Tamino im Stimmbruch und eine der zwei Papagenas ist nach Stuttgart gezogen. Die drei noch bevorstehenden Aufführungen Ende April 2008 im Dresdner Kulturrathaus werden also ein neues Abenteuer und zugleich ein Höhepunkt, denn ein Kammerorchester der Dresdner Philharmonie wird sie begleiten.

 
Besonderheiten:
Üblicher Stoff für eine Schulklasse in der Mittelstufe, üblich auch, Passagen einzuüben.

Besonders: Die gesamte Oper mit ca. drei Stunden Spielzeit einzuüben und mehrfach aufzuführen mit allen Kindern einer Gesamtschulklasse, nicht nur mit ausgewählten, begabten Schülerinnen und Schülern.

 
Probleme und Lösungen:
Es hat keine wirklichen Probleme gegeben, an die wir uns erinnern könnten. Immer wenn sich eins auftat, folgte die Lösung - wie von selbst - auf dem Fuße.
 
Anekdotisches:
Am 2. Oktober 2007 war die erste Aufführung (Erster Akt ohne Bühnenbild) in einem Behindertenheim in Bonnewitz. Große Aufregung, große Spielfreude und mitunter großes Chaos. Gleich zu Beginn „tötete“ eine der Damen statt der Schlange fast den Haupthelden Tamino.

Eine der "Damen" schrieb in ihrem Aufsatz:
"Ich hatte am Anfang immer Angst, ausgelacht zu werden, wenn ich auf der Bühne stand oder etwas falsch zu machen. Bei einer der Schüleraufführungen, in der Szene, wo ich Tamino die Flöte überreichen sollte, merkte ich, dass ich ganz vergessen hatte, die Flöte mitzunehmen. Ich war starr vor Angst und konnte mich erst in letzter Sekunde dazu überwinden, hinter die Bühne zu gehen und schnell die Flöte zu holen. Als ich auf der Bühne war, spielte ich einfach weiter, als wäre nichts gewesen. Nach der Szene, hinter der Bühne, wollte ich mich bei den anderen für den Patzer entschuldigen, aber die sagten nur, dass es jedem hätte passieren können und es höchstens die Zuschauer in der ersten Reihe gemerkt hätten. Und ab da merkte ich, dass ich richtig in meiner Rolle war."

Zuschauerkritiken

Zuschrift von Winfried Zimmermann, Stuttgart:
„Komm nach – in die Zauberflöte! Wir sind gegenüber in der Oper“.

Als ich am Abend des 5. Oktober auf der Durchreise bei meinen Freunden in Dresden Halt machte, begrüßte mich statt des erwarteten Kinderjubels dieser Zettel an der Wohnungstür. Aufführungsort Schule.

Eine Oper in der Schule? Ein Gastspiel des Staatstheaters vielleicht? Nun , ich wusste, dass so manche rührigen Theater AG`s an Gymnasien Stücke aufführen, hie und da auch mal ein Musical, dass es Schulorchester und Chöre gibt, ich arbeite selbst in diesem Bereich. Aber eine Oper? Im Zeitalter von Battle–Rap und MCFäkal? Von Viva TV und Styling Shows?

Was dann allerdings aus den 12- und 13-Jährigen Kehlen an diesem Abend herausschallt und die vollbesetzte, interim eingerichtete Aula vergessen lässt, ist schlichtweg unglaublich. Das dreistündige Werk in vollem Umfang auswendig aufzuführen, ist an sich schon eine enorme Herausforderung. Und so fällt dem Opernkenner die Kinnlade noch einen Stock tiefer herunter als er erfährt, dass diese Premiere keine alters- und klassenübergreifende AG gestemmt hat, sondern die 7b der Freien Waldorfschule Dresden.
Da streicht, singt, spielt und soliert sich in dieser Zeit ein gesamter Klassenverband in die Herzen des lauschenden Publikums vom Wickelkind bis zum Großvater, dass man gar nicht mehr in die sonst übliche „Einzelrollenwertung“ einstimmen mag. Nein, eine solche Aufführung ist nur dann möglich, wenn ein beflügelnd–verbindender Geist über allen Kindern der Klasse schwebt und durch einen motivierenden Klassenlehrer ins Klassenzimmer geholt werden kann. In diesem Falle durch Gert Schäfer.

Sicherlich gibt es günstige Voraussetzungen. Auch wagt sich nicht jede 13-jährige in solcher Ausdrucksstärke an die Arie der „Königin der Nacht“. Es ist zu vermuten, dass ein Großteil der Kinder Instrumentalunterricht hat und die Familien Wert auf musische Erziehung legen. Aber dass eine Klasse den Ehrgeiz und die Qualitäten entfaltet eine ganze Oper aufzuführen, lässt sich nicht allein durch solche Bedingungen erklären. Fast möchte man das „Opernteam“ ob seiner musikalischen Leistungen als Profis behandeln und vergisst dabei, dass es eine 7. Klasse ist, der man lauschen durfte.

Was bleibt, ist der überwältigende Eindruck von einem Kinderkollektiv, das sich wechselseitig zu Hochleistungen inspiriert hat, dessen Teamgeist, Durchhaltevermögen und Selbstvertrauen dadurch sichtlich wachsen konnte. Und uns als passive Teilnehmer? Der Eindruck eines Gemeinschaftserlebnisses, dem wir in Zeiten von ICH–AGs wehmütig hinterher sinnen möchten. Wie wohl uns nach mühevollem Entwicklungsweg, von Pamina, Tamino und Papageno sehr schön dargestellt, das Bild der schützenden Priesterschar tröstlich im Herzen verbleiben kann.
Allen Beteiligten herzlichen Glückwunsch zu dieser ergreifenden Aufführung!

Eine Mail von Herrn Hrasky:
In der Musikschule Vogtland, wo ich als Orchesterleiter und Lehrer für Komposition arbeite, werden auch in Abständen Opern aufgeführt – Kinderopern, zugeschnitten auf Altersgruppen von 8 bis 18 Jahren. Als ich von der Aufführung der „Zauberflöte“ hörte, konnte ich mir zunächst wenig darunter vorstellen. Zuerst nahm ich dann an, es handele sich um eine gekürzte Kinderfassung in Anlehnung an Mozart. Doch beim Lesen des Programmheftes (3 Std. und 10 Min.) merkte ich, dass es vollkommen ernst gemeint war und was ich dann zu hören und sehen bekam, machte mich sprachlos!

Es war nicht nur hervorragend gespielt, sondern hatte auch musikalisch ein Niveau, welches alle Erwartungen übertraf. Und für mich bleibt ein Rätsel, wie so etwas mit einer einzigen Klasse möglich ist. Die geschickten dramaturgischen Lösungen der Inszenierung überzeugten genauso, wie die notwendigen Kompromisse (z.B. die 3-fach Besetzung von Damen und Knaben und chorische Besetzung der Sarastro-Arien, sowie die Instrumentalfassung für Streicher und Klavier). Schön auch die Zusammenarbeit mit den Streichern des Landesgymnasiums für Musik.

Zu den gesanglichen Leistungen: Was hier zu hören war, war schlicht hin unglaublich. Besonders erwähnenswert das chorische Singen und nicht weniger die solistischen Passagen – u.a. die gefürchteten Koloraturen der Königin der Nacht. Schön übrigens auch das erfrischende Spiel der Papagenos.

Ohne allen anderen gegenüber unfair zu sein, war für mich das Eindrucksvollste das Spiel und vor allem die Arien der Pamina – und das im Wissen wie anspruchsvoll gerade diese Arien sind, eine Leistung, die nicht hoch genug eingeschätzt werden kann.

Es wäre von dieser Aufführung noch vieles erwähnenswert - sicher besonders der Mut und schließlich die Ausführung dieses Projektes von Herrn Schäfer und das Engagement der vielen Helfer, ohne die so ein Vorhaben nicht möglich ist. Erfüllt von unvergleichlichen Eindrücken und in Dankbarkeit trat ich die Heimreise an mit der Gewissheit, dass sich die Fahrt nach Dresden in jeder Weise gelohnt hat!

Quelle: "Dor Gorier", wöchentlich erscheinender Elternbrief der Waldorfschule Dresden (Dor Gorier = Der Kurier - feinstes Sächsisch)