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Passt ein glissando zum Regenbogen ?
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Rhythmus-Klang-Teppich zum Wetterfrosch
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M.Cordes spielt der jungen Komponistin ihre Melodie vor
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Sommermusik
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Lisa leitet die Bläsergruppe
response - " wetterbericht" (Arbeitstitel am 1.3.)
 
Schule:
Schulzentrum Finddorff
Nürnberger Str. 34
28205 Bremen
o421/3618114 oder /36196910


Gymnasium
 
Kooperationspartner:
1. Die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen
Erste Schlachtpforte 1
28195 Bremen

Tel 0421-958850
www.kammerphilharmonie.com


2. Babette Koblenz,
Hamburg
www.babettekoblenz.de

 
Beteiligte Schüler:
32 Schülerinnen und Schüler
Klasse 5r
 
Beteiligte Lehrkräfte:
1 Musik1 Deutsch
 
Stundenvolumen:
ca 10 Unterrichtsstunden für die Erstellung der Textvorlagen/Gedichte
innerhalb der Projektwoche 22 Unterrichtsstunden,
Nachbereitung, üben, Vorbereitung der Generalprobe, Generalprobe, Konzert 15 Stunden
weiterhin geplant Besuch bei der Kammerphilharmonie
 
Vorstellung und Kurzbeschreibung:
Das Projekt ist ein von der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen in Kooperation mit dem Senator für Bildung und Wissenschaft und zeitgenössischen KomponistInnen gestaltetes Projekt, das SchülerInnen Begegnungen und kreatives Arbeiten ermöglicht, die im schulischen Alltag normalerweise nicht möglich wären. In einem einwöchigen "workshop" komponieren SchülerInnen eigene Stücke und stellen sie zusammen mit Werken der beteiligten KomponistInnen in einem großen Abschlusskonzert der Öffentlichkeit vor. Dieses Projekt findet seit 1995 alle zwei Jahre statt. 2005 sind je 5 KomponistInnen, MusikerInnen, LehrerInnen und Schulklassen beteiligt. Die Komponistinnen stellen ihre musikalische Arbeit und eine Projektidee den MusikerInnen und Lehrkräften (die sich für eine Teilnahme bewerben müssen und dann von den Fachleitern des Landesinstitutes ausgesucht werden) innerhalb eines 2-tägigen Seminars vor. Anschließend werden die Teams gebildet, indem sich MusikerInnen und Lehrkräfte den KomponistInnen zuordnen.
In Teamtreffen werden die Projektidee besprochen und das Vorhaben auf die spezielle Unterrichtssituation konkretisiert.
Im hier beschriebenen Teil des Projektes handelt es sich um eine Kompositionswerkstatt unter dem Arbeitstitel "Jahreszeiten/Wetter, getragen von der Komponistin Babette Koblenz, dem Geiger Mathias Cordes, der Klasse 5r des Schulzentrums Findorff und mir, Almut Schülke, als der verantwortlichen Musiklehrerin. Des weitern unterstützt uns die Klassenlehrerin Ute Henrich.
 
Projektauslöser/Idee:
 
Projektentwicklung:
Für mich begann das Projekt schon im Herbst 2004 mit der Bewerbung. Da ich schon 1999 einmal an response teilgenommen habe, weiß ich, was dieses Vorhaben bedeuten kann. Ich erinnere mich noch sehr gut an die aufregenden Treffen, die spannende Zusammenarbeit im Team und die "Alltagssituationen", die es zu bewältigen galt und die Größe, die alle Beteiligten nach der gelungenen Vorstellung erreicht hatten .
Nach Abgabe der Bewerbung musste ich mich gedulden, denn die Entscheidung über die teilnehmenden Kolleginnen wurde vom Landesinstitut getroffen. Da ich etliche KollegInnen zu einer Bewerbung ermutigt hattte, war ich sehr glücklich dennoch zu den 5 Ausgewählten zu gehören.
Nun musste ich die schwere Entscheidung treffen, welche meiner Klassen an dem Projekt teilnehmen durfte. Letztendlich hat mich zu dieser Entscheidung bewogen, für welche Klassen die Bereicherung und pädagogische Bedeutung am größten sein könnte. So entschied ich mich für die 5 r. Da ich diese Klasse außerdem 6 Stunden in Naturwissenschaft unterrichte, ist eine Projektwoche natürlich leichter zu organisieren und der Unterrichtsausfall in anderen Klassen hält sich in Grenzen. Ein wichtiger Grund war für mich auch die gute Zusammenarbeit mit der Deutschlehrerin, die gleichzeitig Klassenlehrerin ist.

Ende Januar erfolgte dann die Vorstellung der KomponistInnen. Welch eine interessante Begegnung mit 5 Persönlichkeiten,die sehr unterschiedliche Lebenswege und musikalische Arbeitsschwerpunkte deutlich machten. Die Zusammenstellung und Zuordnung der einzelnen Teams aus KomonistIn, MusikerIn und Lehrerin war spannend und endete für mich sehr zufriedenstellend. Schon in der nächsten Woche besuchte Mathias Cordes die Klasse, um sich in einer Musikstunde ein Bild von den Kindern machen zu können und sich schon einmal ein bisschen vorzustellen.
Frau Koblenz hatte schon in ihrer Vorstellung angedeutet, dass sie gerne über einen Text arbeiten würde, der von den Kindern selbst erstellt werden sollte. So konnten wir uns in einem Telefongespräch darauf einigen, dass die Klasse im Deutschunterricht "Elfchen" (eine spezielle Gedichtform) zum Thema Wetter/ Jahreszeiten dichten sollten. Gleichzeitig vereinbarten wir ein gemeinsames Treffen im gemütlichen Rahmen um die ersten Arbeitschritte festzulegen. So erfolgte ein sehr erfolgreiches Arbeitstreffen aller am Team Beteiligten bei mir zu Hause. Hier wurden die ersten Gedichte betrachtet, Gestaltungsmöglichkeiten erörtert, weitere Vorbereitungsaufträge erteilt und der Ablauf des ersten Projekttages geplant.

Bei den SchülerInnen war unser gemeinsames Projekt immer wieder Thema (s. Anekdote im Physikunterricht).
Großen Spaß machte ihnen die Entwicklung eines Begrüßungsliedes für die "Profikünstler". Aus mehreren vorgeschlagenen Modulen setzten sie zu der Melodie von "I like the flowers" folgenden Text zusammen:
Herzlich willkommen bei der 5 r Musizieren gefällt uns allen sehr
gutes Gelingen und viel Spaß dabei,
di dum di dei, di dum, di dei ....
Das Üben des Liedes bis zur Kanonsicherheit fiel wegen der hohen Motivation viel leichter als üblich und erhöhte zusätzlich die Vorfreude auf das Projekt "response"
am 28.2. war es nun soweit, Der este große workshoptag begann. Zur feierlichen Eröffnung war ein Stuhlkreis in der Aula vorbereitet. Namensschilder erleichterten die Kommunikation.Der Begrüßungskanon der Kinder wurde von den Erwachsenen mit liebevollem Beifall bedacht und bewirkte gleich eine positiver Atmosphäre.Als Motto stellte ich den Ausspruch "Achtung verdient, wer leistet, was er vermag". Allen war klar, dass alle Beteiligten unterschiedliche Fähigkeiten in dieses Projekt einbringen und jeder beschloss, sein Bestes zu geben. Jedes Kind überreichte einem anderen einen Schokoladenglückskäfer und wünschte "gutes Gelingen", dann konnte es richtig losgehen.
Frau Koblenz stellte sich als Komponistin vor, erzählte ein wenig aus ihrem Leben und reichte ein Originalskizzenblatt herum, auf dem ganz aktuelle Ideen aufgezeichnet waren. Andächtig, allerding ohne richtiges Verstehen betrachteten die Kinder das Blatt und reichten es vorsichtig weiter. Herr Cordes berichtete von seinem "Musikerleben" und begann dann mit der Arbeit. Da die Kinder Elfchen (eine Gedichtform aus 11 Wörtern) gedichtet hatten, hatte er sich eine Bodypercussionübung bestehend aus einem 6-er und einem 5-er Rhythmus ausgedacht. Aufmerksam übten die Kinder und vielen gelang die doch sehr unbekannte Aufeinanderfolge.
Anschließend lernten sie kennen, dass Frau Koblenz eines ihrer Elfchen mit einem afrikanischen Rhythmus und einer eigens dafür erdachten Melodie unterlegt hatte. Alle standen und saßen um den Flügel und versuchten, dieses Lied zu erlernen, oh das war schwer. Viele glaubten, das lernen wir wohl nie. Sie beobachteten fasziniert Frau Koblenz und imiitierten für sich die ausgebildete Altsimme oder betrachteten die sich bewegenden Hämmerchen im aufgeklappten Flügel.Doch mit zunehmendem Singen gefiel es ihnen besser.
Für die nächsten zwei Stunden teilten wir die Klasse in zwei Gruppen. Frau Koblenz arbeitete zusammen mit mir als Musiklehrerin gemeinsam mit den Kindern an einem Klangfarbenteppich, der ein weiteres Elfchen untermalen sollte. Große Freude machten den Kindern die von ihr angeregten Sprachspiele. Die Worte des Elfchens wurden durcheinandergewirbelt und neu zusammengesetzt, von verschiedenen Gruppen gesprochen, wiederholt, rhythmisiert, es war eine spannende Arbeit, die von den Kindern hohe Konzentration erforderte, aber ihnen auch Spaß machte. In der Gruppenstunde bei Herrn Cordes lernten sie - von ihm auf der Geige vorgestellt - Vivaldis Frühlingsbilder kennen. Auf 11 Tönen, auch hier bekam diese Zahl eine Bedeutung des Orffinstrumentariums wurden sie angeregt, eigene Bilder zu entwerfen. Als Hausaufgabe bekamen sie den Auftrag, selber kleine Melodieelemente zu entwickeln, mal sehen, zu welchen neuen Ideen das führt.

In einer anschließenden Teamsitzung haben wir besprochen, erst einmal von den Kindern noch weitere Bilder und Pattern entwickeln zu lassen, die sollen dann in einem Wetterbericht - weltweit geltend - zusammengeführt und auf die Bühne gebracht werden.
Welchen endgültigen Weg das Projekt nimmt, kann hier noch nicht dargestellt werden. Ich freue mich auf die weitere Arbeit und bin schon jetzt auf das Abschlusskonzert am 15.3. gespannt.
Nun kann ich die Chance nutzen, doch noch vom 1.3., unserem zweiten Projekttag zu berichten.
Der zweite Tag begann gleich in Gruppen, um die vielen inzwischen geschmiedeten Pläne auch umsetzen zu können. In mehreren Räumen wurde gleichzeitig gearbeitet, so machte sich die Bläsergruppe daran, ein Gedicht über einen warmen Sommerregen und eine Schifffahrt auf dem Meer zu verdeutlichen, im Musikraum wurden eisige schaudernde Worte gesprochen, so dass einem vor lauter Winterwetter ganz kalt wurde, heiße Sommerrhythmen übten auf der Aulabühne, ein Sommergedicht mit Percussion am Klavier und dann noch eine Rhythmusgruppe, die einzelnen Phasen waren gut organisiert und die Kinder machten begeistert mit.Beeindruckend für mich waren viele kleine Situationen, die die Kinder ganz nahe an die Musik heranbrachten. So hatte Herr Cordes ihnen den Auftrag gegeben, aus bestimmten Tönen eine kleine Melodie zu komponieren. Diese spielte er den fast ehrfürchtig lauschenden Kindern dann vor, ein wirklich einmaliges Ereignis, das die kleinen KomponistInnen sehr beglückte. Zum Abschluss gab es ein Plenum, in dem die einzelnen Gruppen ihre Ergebnisse zeigten. Der wohlmeinende Applaus der anderen und die deutlich wahrzunehmende Zufriedenheit der Kinder machte uns deutlich, dass unser Projekt auf einem guten Weg ist. Zu einem Höhepunkt entwickelte sich noch das Zusammenspiel von Komponistin und Musiker. Frau Koblenz hatte die Noten eines Violinsolokonzertes Herrn Cordes zum "Ausprobieren" mitgegeben. Nach den Schülerdarbietungen stellte er den Anfang den SchülerInnen vor und nun ließen die beiden Künstler die Kinder an dem Gestaltungsprozess teilhaben, indem Frau Koblenz erzählte, wo sie das STück komponiert hatte und wodurch sie angeregt worden war. Das nun konnte Herr Cordes aufnehmen und interpretierte es daraufhin noch einmal und zwar so unterschiedlich, dass es auch die Kinder merkten . Es dauerte bestimmt 6 Sekunden der absoluten Stille, bis sie begeistert klatschten.
Auch nach so langem konzentrierten Arbeiten hatten sie diese Musik verstehen können.
Für das Konzert ist inzwischen eine Dramaturgie entstanden, an der ein Wetterfrosch im Glas,ein Zeitungsbericht und Sommer-bzw. Winterassesoires beteiligt werden. Der Mittwoch wird noch Gruppenproben gewidmet sein, dann sollen am Donnerstag mit den Kindern die einzelnen Besetzungen entschieden werden und am Freitag gibt es schon ein Durchlauftraining, das die zu verbessernden "Kleinigkeiten" verdeutlicht.
Schon jetzt ist es beeindruckend, welche Fähigkeiten wir in der Klasse entdecken konnten, beim "Auf-die Bühne-bringen" am Freitag, werden diese Qualitäten auch von den KlassenkameradInnen wahrgenommen werden !

 
Besonderheiten:
Für mich, der diese Begegnung gestaltende und sich verantwortlich fühlenden Musiklehrerin ist es bedeutsam, dass die Kinder dadurch auf zwei ganz besondere Weisen an Musik herangeführt werden:
1. Durch eine persönliche Begegnung mit "Musikschaffenden", in diesem Falle der Komponistin Babette Koblenz und dem Geiger Mathias Cordes.
Allein die Tatsache, dass es auch heute Komponistinnen gibt, die für bestimmte Anlässe oder aus einem "schöpferischenImpuls" heraus Musik "erfinden" ist für die Kinder völlig überraschend. Dass sie selbst einem solchen Menschen sogar persönlich begegnen dürfen, macht sie in hohem Maße neugierig.
Ein Musiker ist für die Kinder "normaler" und zumindestens sein Berufsbild vorstellbarer. Hier schafft die Begegnung mit einem Menschen einen direkten Kontakt und damit verbunden auch ein Interesse an seinem Instrument und an "seiner" Musik, an einer Musik, die die SchülerInnen eigentlich nur im schulischen Zusammenhang hören. Die Kinder kennen E-Musik meist nur sehr partiell, da sie von ihnen selbst oder in den meisten Elternhäusern nicht gehört wird.
Zusätzlich macht das Zusammentreffen mit dem Musiker neugierig auf seinen Arbeitsplatz (Orchester, Konzertsaal), ein Interesse, das Kontakte auch nach Ende des Projektes initiiert.

2. Durch eigenes Handeln
Innerhalb eines workshops eine ganze Woche ernsthaft und zielgerichtet musikalisch tätig zu sein, bedeutet eine große Herausforderung und eine Bereicherung für die Klasse als soziale Gemeinschaft. Die SchülerInnen der 5. Klasse sind begeisterungsfähig und lebendig und haben schon im normalen Musikunterricht großes Vergnügen daran, selber etwas zu erfinden und eigene Ideen umzusetzen. Dies jetzt unter professioneller Anleitung zu tun ist etwas Besonderes. Wenn das von der Klasse als gemeinsame Aktion geschaffene Werk dann neben einem von der Komponistin erarbeiteten auf der Bühne zu Gehör gebracht wird, bedeutet das eine Anerkennung und Wertschätzung, die für die Klassengemeinschaft einen unschätzbaren Wert darstellt.

 
Probleme und Lösungen:
 
Anekdotisches:
Schon die Vorstellung des Projektes erweckte bei den SchülerInnen große Begeisterung. Nicht nur im Musikunterricht wurde ihre Vorfreude deutlich. So wurde im ( auch von mit unterrichteten Physikunterricht) die Reihenschaltung (wie in einer Weihnachtslichterkette leuchten alle Lämpchen voneinander abhängig) gleich auf die Veranstaltung bezogen. "Da müssen wir auch alle zusammenhalten, jeder muss "leuchten", sonst gelingt das Ganze nicht !"