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Frühstadium des Plakates
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Anette Niefindt-Umlauff probt mit den "Zwergen"
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Cristina (Jg. 10) bei der Bemalung von Ork-Bögen
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Ian Umlauff (rechts unten) arbeitet mit Schülern an Smaug
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Charlotte (Jg. 13) probt Gollum
Der kleine Hobbit
 
Schule:
Amos-Comenius-Gymnasium
Behringstr. 27
53177 Bonn
www.acg-bonn.de

Gymnasium
 
Kooperationspartner:
Ian Umlauff
Dipl.Des./M.A.
Kamermamann, VFX-Artist, SFX-Technician, Journalist

www.grand-slam-film.de

 
Beteiligte Schüler:
60-70
Die Mitglieder des "Theater am ACG" (Theater am Amos-Comenius-Gymnasium), in diesem Fall Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 5-13 sowie Ehemalige.
 
Beteiligte Lehrkräfte:
Anette Niefindt-Umlauff, Lehrerin für Deutsch, Ev. Religion, Literatur, außerdem Theaterpädagogin und Schulseelsorgerin.
 
Stundenvolumen:
Erste Vorbereitungen gehen bereits auf das Jahr 2004 zurück. Abgesehen von einer mehrwöchigen Unterbrechung durch das fünfzigjährige Schuljubiläum und andere Theaterproduktionen, wird seit Anfang 2005 wöchentlich mit den jüngeren Kindern in zwei Gruppen à 1,5 Stunden geprobt. Zusätzlich wird etwa 6 Stunden pro Woche an der Ausstattung gearbeitet. In den Weihnachtsferien 2005/06 wurde 9 Tage lang ganztägig gearbeitet, desgleichen 3 Tage zu Karneval. Für die Osterferien sind die Fertigstellung der Ausstattung und die Technische Einrichtung geplant. Ab dann wird täglich an Ausstattung, Beleuchtung, Ton, evtl. Videoprojektionen und Spezialeffekten gearbeitet werden. In den letzten zwei Wochen im Mai werden wahrscheinlich 4 bis 5 mehrstündige Proben pro Woche stattfinden.
 
Vorstellung und Kurzbeschreibung:
Tolkiens „Der kleine Hobbit“ ist das sechsundzwanzigste Stück des "Theater am ACG". Dabei sind der Theaterpädagogin eigene Bühnenerfahrungen zu gute gekommen (u.a. als „Sheila“ in „Hair“). 1991 bis 93 war sie unter dem damaligen Intendanten Manfred Beilharz die erste Theaterpädagogin des Schauspiel Bonn. 2001 haben Anette Niefindt-Umlauff und Ian Umlauff bei den Dreharbeiten zu dem Kurzspielfilm „Grand Slam“ die schulische Theater-AG mit Berufsschauspielern und Filmschaffenden zusammengebracht (www.grand-slam-film.de).

Seit Niefindt-Umlauffs erster eigener Inszenierung 1985, Wolfgang Borcherts „Draußen vor der Tür“, wird ihre Arbeit motiviert durch den unbändigen Drang der Schüler, Theater zu spielen, so auch bei Tolkiens „Hobbit“. Diese hohe Motivation ist nötig, denn auf die Schüler kommt einiges zu. Begeistert vom Kinofilm „Der Herr der Ringe“ glauben die weniger Erfahrenen an einen schnellen Erfolg auf der Bühne, sobald sie nur den Text auswendig gelernt haben. Dass sie mit gelerntem Text aber erst ganz am Anfang stehen, müssen sowohl Fünft- als auch Dreizehntklässler oft erst mühsam begreifen.

Beim „Theater am ACG“ gibt es kein Vorsprechen. Jeder kann mitmachen. Mehrfachbesetzungen ermöglichen fast jedem seine Wunschrolle, auch wenn die Hauptrollen in der Regel mit erfahreneren SchülerInnen besetzt werden. Weil eine befriedigende Spielvorlage fehlte, machte sich Niefindt-Umlauff daran, zusammen mit einer kleinen Gruppe interessierter OberstufenschülerInnen, eine Bühnenfassung zu erarbeiten. Von Anfang an stellte sich dabei die Frage, wie die phantastischen Elemente der Handlung auf einer Schulbühne umzusetzen seien und wie mit den Vorstellungen von Mittelerde und den dort lebenden Figuren umgegangen werden kann, die die Schüler durch die „Herr der Ringe“-Verfilmung haben. Tatsächlich waren es die Schüler, die sehr schnell meinten: „So wie im Film können wir das natürlich nicht machen!“ „Was können wir so nicht machen?“, fragte darauf Ian Umlauff, Kameramann und Spezialist für Spezialeffekte. Er ermunterte die Schüler darüber nachzudenken, was vielleicht doch zu realisieren sein könnte, ohne den Film kopieren zu wollen.

Anders als man bei Schultheater vielleicht erwarten könnte, fällte man die Entscheidung, sich in vielen Punkten gestalterisch an den Filmen zu orientieren und einigen Arbeitsaufwand in die Realisierung von Bühneneffekten zu investieren. Die Spielvorlage wurde immer wieder durch Leseproben geprüft und ausprobiert. Durch Darstellungsübungen und Bühnenproben muss vor allem den jüngeren SchülerInnen das Agieren auf der Bühne und das Verständnis der jeweiligen Rolle näher gebracht werden. Wichtig ist Niefindt-Umlauff dabei, die Kinder im Rahmen ihrer Möglichkeiten in die Rollen einzuführen und die Rollen erfühlen zu lassen, um eine möglichst natürliche Darstellung auch jener Figuren zu erreichen, die scheinbar nichts mit der wirklichen Erlebniswelt der Kinder zu tun haben. „Viele können das heute überhaupt nicht mehr“, meint Niefindt-Umlauff. „Oft fehlt am Anfang die Phantasie, vielleicht auch dadurch, dass viele der Kinder heute nicht mehr so viel lesen wie früher. Viele gucken lieber Filme oder spielen Computerspiele, als sich ein Buch zu nehmen. Dieses allseits bekannte Phänomen zeigt fatale Folgen, gegen die wir hier etwas tun wollen. Oft können die TeilnehmerInnen ihren Text zwar sprechen, aber sie trauen sich nicht, sich zu bewegen oder ihre Mimik sprechen zu lassen. Viele haben auch Schwierigkeiten, sich in eine Gruppe einzufügen.

Bei Ian Umlauff machen die Schüler die Erfahrung, dass auch ein noch so perfekt scheinender Kinofilm ihre Fantasie nicht überflüssig macht. Im Gegenteil! Wie sieht Gandalfs Schwert "Glamdring" denn nun genau aus? In „Der kleine Hobbit“ wird erzählt, wie Gandalf an das magische Schwert kommt, genauso Bilbo zu "Stich". Damit die Zuschauer das begreifen, muss die Requisite für das Publikum wiedererkennbar sein, soll genauso aussehen wie im Film. Was muss daran aber verändert werden, damit es als funktionsfähige Requisite von den Schülern selbst nachgebaut werden kann? Wie schafft man es, dass die Klinge des Schwertes blau schimmert, wenn Orks in der Nähe sind? Die Schüler studieren die Originalentwürfe, nehmen die Bildbände zu den Filmen im wahrsten Sinne des Wortes unter die Lupe, analysieren die Filme einzelbildweise. Partizipieren an den Kenntnissen eines Designers und Spezialeffektlers. Dann machen sie sich gemeinsam mit ihm an den Bau der Requisite ...

An anderer Stelle geraten die Schüler, genauso wie Peter Jacksons Designer, an den Punkt, wo Objekte und Kreaturen völlig neu zu erschaffen sind, so z.B. "Smaug", der Drache. Wie hat Tolkien das Ungeheuer beschrieben? Die Bilder der Tolkien-Illustratoren John Howe und Alan Lee haben unsere Vorstellung beeinflusst, wie "Smaug" aussieht. Betrachtet man die unterschiedlichen Vorlagen aber genauer, erkennt man schnell, wie stark sie variieren, wie viel Gestaltungsspielraum Tolkiens Beschreibungen lassen. Wie also soll Smaug nun bei uns aussehen? Wie kann er überhaupt gebaut und gespielt werden? Wie können seine Geschichte und sein Charakter deutlich gemacht werden? Unter Anleitung von Ian Umlauff entwickeln die Schüler zahlreiche Details, erlernen handwerkliche Techniken zur Umsetzung und begreifen, wie unendlich viele gestalterische Entscheidungen zu fällen und technische Probleme zu lösen sind, bis "Smaug" das erste Mal auf der Bühne seine grausam gefährlich und unheimlich klugen Augen wird aufblitzen lassen können. Und schließlich bietet die Tatsache, dass Ian Umlauff nicht nur technisch-handwerklich versiert, sondern auch Designer und Kameramann ist und bei der Inszenierung auch eine große Videoprojektion eingesetzt werden soll, zusätzliche spannende Möglichkeiten für unterschiedlich begabte und interessierte SchülerInnen ...

Anette Niefindt-Umlauff und Ian Umlauff versuchen bei ihrer Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen, jeden mit seinen Fähigkeiten einzubinden, diese Fähigkeiten aber auch weiter zu fördern. Schulisch schwächere Schüler und Hochbegabte arbeiten zusammen. Die einen finden neues Selbstbewusstsein, die anderen lernen, dass auch sie Grenzen haben. Beide werden lernen, diese Grenzen zu überwinden. Ältere SchülerInnen, die bereits mehrere Theaterproduktionen hinter sich haben, lernen ihre Kenntnisse an die jüngeren weiter zu geben und führen eigenverantwortlich kleine Gruppen, die eigene Aufgaben zu bewältigen haben. Fünftklässler kommen mit Abiturienten ins Gespräch. Sie entdecken eine für sie neue Welt, finden neue Vorbilder. Die Älteren lernen Verantwortung zu übernehmen und sich auf die Jüngeren einzustellen. Nicht wenige kommen mit Arbeitsfeldern in Berührung, in denen sie später ihren Beruf finden.

Viele begreifen, dass ein Buch das Spannendste auf der Welt sein kann, dass es aufregender ist, einen Drachen selbst zu bauen als einen gekauften per Mausklick nur virtuell zu bewegen, dass auch Filme die eigene Phantasie nicht amputieren, sondern beflügeln und welche unvorstellbare Gestaltungsleistung hinter einem Filmwerk steckt. Und die Mitwirkenden machen nicht zuletzt die Erfahrung, welche enorme Gemeinschaftsleistung nötig ist, später tausende von Zuschauern für zweieinhalb Stunden in den Bann einer Geschichte zu ziehen.

 
Projektauslöser/Idee:
Sehr viele Schüler waren fasziniert von der "Herr der Ringe"-Filmtrilogie Peter Jacksons, begeisterten sich für Tolkien und sein Werk, waren beeindruckt von der ihrer Ansicht nach vielschichtigen und stimmigen Verfilmung des epischen Fantasy-Romans. Angeregt durch eigene Erfahrungen mit Theaterinszenierungen von phantastischen Stoffen, wie z.B. "Die Wawuschels mit den grünen Haaren" oder "Ein Sommernachtstraum", machte die Idee in der Theater-AG wie ein Lauffeuer die Runde, Tolkiens "Der kleine Hobbit", die Vorgeschichte zu "Der Herr der Ringe", auf die Bühne zu bringen.
 
Projektentwicklung:
Sommer 2004: Die Entscheidung fällt, Tolkiens „Der kleine Hobbit“ zu spielen. Eine kleine Schülergruppe beginnt zusammen mit Anette Niefindt-Umlauff und Ian Umlauff den Roman, alle Übersetzungen und alle verfügbaren Spielvorlagen zu prüfen und eine eigene Spielvorlage für die Bühne zu schreiben. Gleichzeitig beginnt ein intensives Studium der „Herr der Ringe“-Filme.

Herbst 2004: Erste Proben beginnen, genauso die Arbeiten an der Ausstattung, vor allem am Kopf von Smaug, der als animatronische Marionette konstruiert wird. Wöchentlich treffen sich jüngere und ältere Schüler, um mit der Herstellung der wichtigsten Handrequisiten anzufangen, die früh für die Proben gebraucht werden, so z.B. die Bögen der Orks und Elben oder Thorins Schatzkarte mit den magischen Runen, die nur bei Mondlicht erscheinen.

Frühjahr 2005: Die Spielvorlage ist zur Hälfte fertig. Anette Niefindt-Umlauff beginnt ein Schauspieltraining mit den Kinderdarstellern, trainiert Körperempfinden, Vorstellungsvermögen und Sprechfähigkeit. Erste Rollen werden verteilt. Ian Umlauff beginnt mit ersten „Kids for Stunts“-Proben, testet die Körperbeherrschung der Kinder, probiert einfache Choreografien für die Kampfszenen. Smaugs Augen „glühen“ und können funkferngesteuert ihr Gegenüber verfolgen. Die Schüler beginnen mit der Anfertigung von 25 Ork-Kostümen aus Umzugsdecken. Drei Nachmittage brauchen fünf Schüler unter Anleitung von Ian Umlauff, um die Fotos für das Plakat aufzunehmen. Wegen des fünfzigjährigen Schuljubiläums wird die ursprünglich für den Herbst 2005 geplante Premiere verschoben.

Sommerferien und Herbst 2005: Nach den Jubiläumsfeierlichkeiten werden die Arbeiten am „Hobbit“ wieder aufgenommen. Die Jüngeren sind von den ersten fertigen Handrequisiten begeistert. Alle wollen das Bogenschießen ausprobieren. Die Spielvorlage ist fast fertig, die restlichen Rollen werden besetzt. Da so viele jüngere SpielerInnen mitmachen wollen, müssen Rollen mehrfach besetzt werden, und die Anzahl der Proben muss verdoppelt werden.

Dezember 2005: Als Premierentermin wird der 18. Mai 2006 festgelegt. Choreographien für Spiel und Kampf nehmen Gestalt an.

Weihnachtsferien 2005/2006: Angeleitet durch Ian Umlauff arbeiten sieben Jugendliche neun ganze Tage lang an Smaugs Kopf, der seine endgültige Form erhält. Weitere Handrequisiten werden fertig gestellt. Die Zwergenmäntel werden genäht.

Karneval 2006: Drei Tage lang arbeiten die Jugendlichen an der äußeren Form von Smaugs Kopf, vollenden den Unterkiefer, alle Zähne und Hörner sowie die Hautstruktur. Alle sind motiviert durch die imposante Erscheinung von Smaugs Kopf. Anette Niefindt-Umlauff überarbeitet die endgültige Spielvorlage, sodass Anfang März die Endphase des Projektes beginnen kann.

 
Besonderheiten:
Anstatt sich von „populären“ Vorbildern, wie in diesem Fall den Kinofilmen nach Tolkien, absetzen zu wollen, lässt sich Ian Umlauff bewusst auf die Filme von Peter Jackson ein, während Anette Niefindt-Umlauff sich auf den Text konzentriert. Dadurch wird eine intensive Auseinandersetzung mit Tolkien und seiner filmischen Interpretation ermöglicht. Dieser spezielle Ansatz ermöglicht den Schülern in besonders hohem Maße eine gleichzeitige Durchdringung der literarischen Vorlage, der bekannten filmischen und der eigenen theatralen Umsetzung. Machbar wird das durch die seltene Konstellation in der Leitung der Gruppe, die aus einer erfahrenen Germanistin und Theaterpädagogin sowie einem qualifizierten Filmschaffenden besteht, der noch dazu Spezialist für das Design und die Herstellung filmischer und theatraler Illusionen ist.

Dabei machen die beiden nicht Halt, wo manche glauben, schon zu weit zu gehen. Oft ignorieren Niefindt-Umlauff und Umlauff die herkömmlichen Kategorien des Schultheaters. Sie vermitteln den Schülern, dass diese Arbeit nichts mit dem arbeitsökonomischen Denken zu tun hat, das die Jugendlichen in der Schule häufig an den Tag legen. Das Ehepaar infiziert die Schüler mit dem Virus, das sie über sich hinauswachsen lässt. Die Teilnehmer merken, dass es immer noch ein bisschen besser geht und dass man sich nicht immer mit dem Minimum zufrieden geben muss. Leitung wie Mitwirkende erfahren sich als Gemeinschaft, die gemeinsam in ihrer Freizeit an der Sache arbeitet.

 
Probleme und Lösungen:
Das einschneidendste Problem ist künstlerischer Art. Während "Der Herr der Ringe" ein Buch für Jugendliche und Erwachsene ist, hatte Tolkien zwanzig Jahre vorher andere Leser im Sinn: seine eigenen Kinder. Obwohl er in "Der Herr der Ringe" wichtige Figuren aus "Der kleine Hobbit" weiterentwickelt, der "Hobbit" die Vorgeschichte zum "Herr der Ringe" ist, lässt sich vieles nicht direkt zurück übertragen. Groß sind auch die Unterschiede zwischen unseren durch die Romane und die "Herr der Ringe" Verfilmung geprägten Vorstellungen von den Figuren und den physischen, stimmlichen und darstellerischen Möglichkeiten der unterschiedlich erfahrenen DarstellerInnen. Anette Niefindt-Umlauff bereiten z.B. die Zwerge Schwierigkeiten, die im "Herr der Ringe" robuste bärtige Gestalten sind, zupackende Handwerker und, wenn nötig, grimmige Kämpfer. Die Fünft- bis Siebtklässler, die in unserer Inszenierung die Zwerge spielen, sind Kinder, die meisten Mädchen. Inszenatorisch müssen Niefindt-Umlauff und Ian Umlauff deshalb einen stimmigen Mittelweg finden, zumal die Kinder inzwischen nicht unerheblich gewachsen sind. Das darstellerische und stimmliche Vermögen der jüngsten Darsteller - wieder sind neue Fünftklässler dazu gekommen - muss Niefindt-Umlauff systematisch steigern, während sie gleichzeitig an konkreten Szenen probt. Viele möchten gerne Theater spielen, haben aber nur minimale Begabungen, die es zu entdecken und zu fördern gilt, und das in einer großen Gruppe mit DarstellerInnen aus der gesamten Unter- und Mittelstufe. Nach den Erfahrungen der Theaterpädagogin kommt es dabei erst in den letzten Wochen vor der Premiere zu einem regelrechten Schub, u.a. durch die Synergie aus detail- und stimmungsreicher Ausstattung, Beleuchtung und Tongestaltung, die den Kindern aktiv hilft. Es gilt also immer wieder Geduld zu haben, zu motivieren, die DarstellerInnen kennen zu lernen, um sie angemessen fördern und lockern zu können.

Für manche Beteiligten ist der nötige zeitliche Aufwand ein Problem. Nicht immer verstehen alle Eltern von Anfang an, dass die Teilnahme ihres Kindes an einem solchen Projekt in keiner Hinsicht vergleichbar ist mit den wöchentlichen Tennisstunden oder dem Klavierunterricht. Von den wöchentlichen Proben zu Beginn verdichtet sich der Probenplan, bis in den letzten Wochen mehrmals mehrere Stunden Proben angesetzt werden. Um diese enorme Anstrengung durchzuhalten, geht es selbst bei Mittelstufen- und OberstufenschülerInnen nicht ohne die engagierte Unterstützung der Eltern. Auch die Schule darf in dieser Zeit nicht zu kurz kommen. Unterrichtsbefreiungen bleiben seltene Ausnahmen.

Will man ein solches Projekt mit der beschriebenen Gestaltungsdichte realisieren, wird die Finanzierung schnell zum Problem. Um die Elternhäuser nicht über Gebühr zu belasten, wird von den Mitwirkenden ein Unkostenbeitrag von nur 30,-€ pro Jahr eingesammelt. Dem gegenüber stehen hohe Materialkosten. Selbst bei größtem Einfallsreichtum kosten alleine die Materialien für ein Kostüm im Durchschnitt 30,- bis 40,-€.

Schließlich stellte sich im Januar 2006 heraus, dass praktisch alle "Tonleute" der Theater-AG in der Endprobenphase und noch bei den ersten Vorstellungen am Polenaustausch der Schule teilnehmen und nicht zur Verfügung stehen, die "Tonabteilung" in der heißen Endphase also unbesetzt ist. Ein riesiges Problem angesichts der zahlreichen untermalenden wie szenischen Musiken und Toneffekte. Ende Februar ist noch keine Lösung für dieses Problem in Sicht ...

 
Anekdotisches:
Drei Tage hatte die kleine Tabea Altenkirchen, eine Sechstklässlerin, im Innern von Smaugs Kopf das Pappmaschee verstrichen, das ihre große Schwester Eva und deren Freundin Henriette Zudrop von außen auf das Sechskantgeflecht auftrugen. Am Abend des dritten Tages, als Martin Schramm und Jonathan Ruff die beiden großen Hörner am Kopf montiert hatten, schaute sie ihn sich das erste Mal wieder von außen an. Sie staunte: "Der sieht ja jetzt richtig angstmachend aus!"