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Audio-Kommunikation in Klasse 3
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Flötenprojekt in Klasse 2
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Hörübung in einer 1. Klasse
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Selbstgebastelte Trommeln in Klasse 4
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Trommelgruppe mit Tansaniern
Musikreise - im Musikzug um die Welt
 
Schule:
Städtische Katholische Grundschule
Sankt Antonius
Zur Schafbrücke 30
42283 Wuppertal
Tel.: 0202-5636076 / Fax: 550119
www.sankt-antonius-schule.de

Grundschule / Offener Ganztag
 
Kooperationspartner:
Iris Valentin (Klarinettistin, Musiktherapeutin)
Wuppertal
www.tinnare-tinnitusreha.de

Matthias Nahmacher (Flötist)
Wuppertal
www.sonorfeo.de

Susanne Pantel (Violinistin)
Wuppertal

Oliver Stratmann (Schlagzeug)

Meik Impekoven (Kirchenmusiker und Regionalkantor)
Wuppertal

 
Beteiligte Schüler:
über 300
Alle Schuljahre unserer Schule
mit Schwerpunkten durch verschiedene Musikangebote:
- Audio-Kommunikation (Klassen 4)/ (alle Klassen)
- Schulchor (ab Klasse 2)
- Instrumentenkarussell (Kinder aus 2/3 und 3/4)
- Musikwerkstatt (Kinder aus Klasse 1)
- Flötenbau und Improvisation (Klasse 2)
- tägliches Singen (alle Klassen)
 
Beteiligte Lehrkräfte:
alle Lehrkräfte mit allen Fachkombinationen, zwei Sozialpädagoginnen, pädagogisches Personal im offenen Ganztag
 
Stundenvolumen:
als Klassenprojekt 10 Doppel-Stunden pro Klasse,
als wiederkehrendes Projekt in unseren Lesewochen,
im Rahmen des wöchentlichen Musikunterrichts,
in freiwilligen Angeboten am Nachmittag,
Musikwerkstatt / Musikschule (wöchentlich 45 min)
Instrumentenkarussell / Kultur und Schule (wöchentlich 2 x 45 min)
Schulchor / Kirchengemeinde (wöchentlich 1 x 90 min)
Flötenbau + Improvisation (wöchentlich 1 x 45 min)
Gesamtlaufzeit des Projektes ist zunächst das ganze Schuljahr
 
Vorstellung und Kurzbeschreibung:
Als Grundschule in einem Stadtteil, der mit unterschiedlichen Problemstellungen in sozialen Bereichen und in der Migration konfrontiert wird, ist es eine unserer dringlichen Aufgaben, das Miteinander der Kinder unserer Schule und ihrer Eltern zu fördern. Wir tun das auf vielfältige Weise über sportliche Angebote und Förderangebote.
Aus dem Bewusstsein heraus, dass Musik einen wichtigen Beitrag zur Völkerverständigung und zur Schaffung von guten Lernbedingungen leisten kann, entwickeln wir das Projekt „Musikreise – im Musikzug um die Welt, eine Reise mit dem Ziel sich durch die Sprache der Musik besser zu verständigen und zu verstehen". Es erwächst kontinuierlich aus bisherigen Vorhaben und soll uns unter der Idee eines MUSIKZUGES, der die Länder der Erde bereist, ein erstes Projektjahr begleiten. Dabei kann jede passende Idee eingefügt werden, wenn sie im Verlauf des Projektes entsteht.
Die zwei Hauptrichtungen, die unsere Musikreise verfolgt, sind eine pädagogische und eine therapeutische. Die pädagogische, hauptsächlich durch die Angebote der Lehrer und Lehrerinnen angestrebt, hat Musik als Subjekt: das gemeinsame Singen, das Musikmachen und Musikhören und die Arbeit an musikalischen Themen.
Die therapeutische Richtung nimmt die Musik eher als ein Medium, über das Verständigung angebahnt wird. Sie bietet die besondere Chance, dass auf der Ebene der Kommunikation etwas verändert wird. Über die Audio-Kommunikation hat die darin ausgebildete Musiktherapeutin die Möglichkeit, bei den Kindern ganz neue Kompetenzen zu entwickeln und vielschichtigere Prozesse in Gang zu bringen.
Unsere ersten Erfahrungen mit dem musiktherapeutischen Ansatz haben auch für die Lehrerinnen neue Impulse geschaffen, da sie die Kinder der Klasse durch den Perspektivwechsel anders wahrnehmen konnten.
Das Kollegium ist ebenfalls im Verlauf des Projektes sehr bemüht die eigenen musikalischen Kompetenzen zu vertiefen und durch Schwerpunkte in der Lehrerfortbildung daran zu arbeiten.
Höhepunkt unserer Musikreise soll ein für den Sommer 2009 geplantes Konzert sein. Über das übliche Maß einer Schulaufführung möchten wir dabei insofern hinaus wachsen als wir auch Musiker der Stadt Wuppertal einbeziehen wollen. Unser Traum ist die Komposition eines eigenen Musikstückes, das für die Konzertbesucher unsere Musikreise lebendig und nacherlebbar werden lässt. Wir sind sehr gespannt, was dabei herauskommt, da wir sicher viel Mut zum Improvisieren brauchen werden.
Aus den Erfahrungen mit Projekten an sich und vor allem mit dieser Art von Angeboten, bei denen die Eltern und Freunde der Kinder ihre Kinder neu und anders erleben, wissen wir, dass die Wertschätzung einer solchen Arbeit äußerst hoch ist. Da unsere Eltern sich nur in kleinen Teilen durch organisatorisches oder selbständiges Mitmachen einbringen können, sind sie umso eher bereit, auf einer konkreten Ebene dabei zu sein. Wir erwarten hier auch noch für uns neue Überraschungen bezüglich der Fähigkeiten unserer Elternschaft.
Für unseren Standort ist die Durchführung dieses Projektes eine große Herausforderung. Unsere Schule wird als Gemeinschaft aller Beteiligten, Kinder, Eltern, Personal, Musiker u.a. von diesem Projekt mit Sicherheit profitieren. Im Sinne der Verständigung, der Völkerverständigung in unserer multikulturellen Schule werden wir ein neues Gemeinschaftsgefühl entwickeln können, das uns hoffentlich noch auf weitere Musikreisen führt.
 
Projektauslöser/Idee:
Wir haben beobachtet, dass viele unserer Kinder - vor allem aus Familien mit MigrationsHintergrund - nur wenige oder gar keine nachhaltigen Erfahrungen mit Musik machen können. Daher war es uns schon immer ein Anliegen, diese Impulse in der Schule auch über den regulären Unterricht hinaus zu bieten. Verschiedene kleine Projekte dazu fanden in jedem Schuljahr statt: Orchester-Konzerte oder Oper für die ganze Schule, musikalische Gruppen durch außerschulische Musiker, Besuch von Orchestermusikern im Unterricht, eigene Musical-Produktion, Unterhaltung eines Schulchores, im Schuljahr 2007/08 erstmalig Teilnahme am Projekt Kultur und Schule in NRW.
Außerdem haben wir inzwischen eine so genannte „Leise-Woche" als feste Projektwoche seit drei Jahren etabliert. In dieser Woche dreht sich in allen Klassen alles ums Hören und Zuhören. Es wird Musik gehört und gemacht und es werden für die Kinder Bedingungen von Kommunikation erlebbar.
Alle diese Angebote waren aber noch nicht nachhaltig genug. Auf dieser Basis entstand die Idee, längerfristige Projekte im Schulleben zu etablieren. Wir konnten bereits im Rahmen des Kultur-und-Schule-Projektes beobachten, wie unsere Kinder durch Musik angesprochen wurden und auf die ihnen angebotene Audio-Kommunikation reagierten. Wir ermöglichten deshalb gegen Schuljahresende 2007/08 allen Klassen weitere Stunden mit einer Musiktherapeutin.
Die durch die moderne Hirnforschung erkannte Bedeutung der Musik für die menschliche Entwicklung wird nach unserer Meinung in den Familien und in der Schule bei weitem nicht genügend genutzt. So wie wir über viel Bewegung (über die Stundentafel hinaus!) die Entwicklung unserer Kinder seit 4 Jahren fördern, möchten wir jetzt als zweites Standbein der Musik eine deutlich herausragendere Stellung in unserer Schule geben. Die Musiktherapie fängt zusätzlich durch ihren Ansatz Defizite einzelner Kinder auf.
 
Projektentwicklung:
März 2008: Entwicklung der Projektidee auf der Basis der ersten Erfahrungen gemeinsam mit allen beteiligten Musikerinnen und Lehrerinnen
Ab März 2008: Besuche der Musiktherapeutin in allen Klassen
Mai 2008: 1.Runder Tisch MUSIK mit Zieldefinierung (Idee des MUSIKZUGES) Ab August 2008: weitere Besuche der Musiktherapeutin
ab September 2008: Beginn verschiedener Musikangebote
ab Februar 2009: Audio-Kommunikation in 4.Klassen
März 2009: 2.Runder Tisch MUSIK mit Zwischenbilanz und Planung des Sommer-Konzertes Juni 2009: Unser 1.Sommerkonzert als Höhepunkt der ersten Musikreise
 
Besonderheiten:
Die Projektidee ist sicher anderen Ansätzen ähnlich. Das Besondere ist eine nach und nach wachsende Idee, die verbunden durch das Bild des Musikzuges immer neue Impulse integrieren kann. Ebenfalls ist wertzuschätzen, dass so viele Musik- Angebote für Kinder bereitgestellt werden, so dass alle Kinder unserer Schule mitmachen können. Da wir auf die verändernde Kraft der Musik setzen, besteht hierin eine Chance zur veränderten Kommunikation und zu neuen Formen der Verständigung. Durch das gemeinsame Singen und Musizieren mit den jeweiligen nationalen Vorerfahrungen kann ein gegenseitiges Verstehen entstehen, auch wenn Musik und Rhythmus sich unterscheiden. Durch den Aufbau von gesunden Sozialstrukturen durch gemeinsames Musizieren, Musikhören und Arbeiten über das Medium Musik (Musiktherapie) erhoffen wir Kommunikations- und Bildungsdefizite auszugleichen. Das sehen wir auch als einen Bildungsauftrag von öffentlichen Schulen. Wir möchten mit diesem Projekt besonders dazu beitragen, dass sich unsere Kinder durch die gemeinsame Sprache der Musik ganz neu miteinander auseinandersetzen und miteinander kommunizieren. Die non-verbale Sprache der Musik ermöglicht es den Kindern aus unterschiedlichen Sprachkulturen ihre gemeinsame Musiksprache zu finden. Sie sollen sich durch das gemeinsame Musizieren oder Musikhören neu miteinander beschäftigen und so Wege finden, die sie in ihrem Selbstwertgefühl stärken und weniger von Konflikten geprägt sind. Kinder, deren Kommunikation teilweise gestört ist, sollen über die Musik zu neuen Kommunikationsformen finden. Dabei ist aktives Mitmachen auf körperlicher, seelischer und geistiger Ebene gefragt.
Davon erhoffen wir uns eine Stärkung der Persönlichkeit und einen Beitrag zur Völkerverständigung. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf der Integration unserer zahlreichen Migrantenkinder und der Kinder aus bildungsfernen und finanzschwachen Familien und auf diesem Weg möglicherweise auch ihrer Eltern.
Die Mitbeteiligung unserer Kinder entwickelt sich dabei kontinuierlich im Projektprozess: sie bestimmen mit über die Art der Lieder und die Musikrichtungen, sie sind beteiligt an Improvisation und Instrumentenauswahl, sie bringen Liedgut aus ihren Nationen und in ihren Elternsprachen ein.
 
Probleme und Lösungen:
Mit eines der Hauptprobleme ist die fehlende finanzielle Möglichkeit, um Musiker und Musikerinnen zu bezahlen. Durch die Teilnahme an Projekten und Wettbewerben haben wir versucht, die finanzielle Basis zu stärken und auch durch ein zielgerichtetes Sponsoring. Unsere Chance liegt darin, dass wir nach und nach bei genügend Geld neue Wagen an unseren MUSIKZUG anhängen können.
Ein Problem war auch, eine übergreifende Idee zu finden, die alle anspricht, unter der sich Kinder wie Erwachsene einfügen können und die erweiterbar ist. Auch das ist die Chance unseres Bildes vom MUSIKZUG.
 
Anekdotisches:
Eindrücklich sind die "kleinen Überraschungen", die plötzlich passieren und die vorher niemand gedacht hat-. der Schüler, der seine ersten Gitarrentöne völlig selbstverständlich vor der ganzen Schulgemeinschaft (von über 320 Personen!) vorspielt - der junge Kollege, der unerwartet beim Adventssingen ein Solo singt - die Kinder einer ganzen Klasse, die mit selbtgebauten Flöten aus Installationsrohren ihre eigenen Flötentöne entdecken - Kinder. die ein Lied in vielen Sprachen hören, ihre eigene Sprach erkennen und dann ganz vielsprachig singen lernen - eine Mutter, die initiert, dass ein allen bekanntes Lied in alle Elternsprachen der Schule übertragen wird, um es dann für unser Konzert in diesen Sprachen von Eltern vorsingen zu lassen...
Das Eindrücklichste ist also nicht spektakulär, sondern besteht genau wie die Idee des MUSIKZUGES darin, dass der Zug Wagen um Wagen länger wird und eine mitreissende Begeisterung auslöst!