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Streicherklassenunterricht an der Grundschule
 
Schule:
Staatliche Grundschule "Christoph Martin Wieland" mit Jenaplan-Profil
Gropiusstraße 1, 99423 Weimar
Tel. 03643/905250
www.jenaplan-weimar.de

Grundschule
 
Kooperationspartner:
Musikschule "Ottmar Gerster" Weimar
Karl-Liebknecht-Str.1
99423 Weimar
www.musikschule-weimar.de
03643/505945
 
Beteiligte Schüler:
wechselt jährlich; momentan 36
Schüler des 1. und 2. Jahrgangs auf freiwilliger Basis.
Schülerzahl insgesamt bis jetzt: ca. 90

Jedes Jahr wird eine neue Streicherklasse aufgebaut - dadurch erhöht sich jährlich die Zahl der teilnehmenden Schüler um ca. 20-25.

 
Beteiligte Lehrkräfte:
Streicherklasse 1: 2 LehrkräfteStreicherklasse 2: 3 Lehrkräfte und Musikstudenten im Unterrichtspraktikum der Hochschule für Musik "Franz List" Weimar.
 
Stundenvolumen:
Projekt läuft seit 2004
wöchentlich 90 min Instrumentalunterricht für jedes Kind (45 min Klassenunterricht + 45 min Kleingruppe an unterschiedlichen Wochentagen), Zusatzunterricht 22,5 - 45 min im zweiten Projektjahr möglich, regelmäßige Auftritte in- und außerhalb der Schule, 1 mal jährlich Streicherklassenfahrt (verlängertes Wochenende)
 
Vorstellung und Kurzbeschreibung:
An unserer Schule gelingt es uns seit nunmehr 3 Jahren, allen
Schulanfängern die Gelegenheit zu geben, ein Streichinstrument zu
lernen. Dies geschieht in Kooperation mit der Musikschule "Ottmar
Gerster". Die Kinder lernen dies im Klassenverband als Streicherklasse
und können zwischen Geige, Bratsche, Cello und Kontrabass wählen. Der
Unterricht ist in den Stundenplan der Kinder integriert und findet vormittags
in der Schule statt. Die Instrumente werden den Kindern mietfrei zur
Verfügung gestellt.
Am Nachmittag wird im Rahmen der Ganztagsangebote außerdem betreutes Üben
angeboten, sowie für Kinder des 2. Jahrgangs "Extrakurs" (Zusatzunterricht zur individuellen Förderung) bei Musikstudenten und den Projektlehrern.
Die Kinder werden so ganz selbstverständlich an Musik heran geführt, weil sie es selber tun. Wir fördern dadurch in erheblichem
Maß die Sozialkompetenz der Kinder und ihre Leistungen in anderen
Bereichen. Vor allem für Kinder aus sozial schwachen Familien ist dies eine sehr günstige Gelegenheit, ein Instrument zu erlernen.

Zielgruppe: SchülerInnen des 1. und 2. Jahrgangs, die den regulären Musikunterricht an der Schule durch die aktive Beschäftigung mit einem Streichinstrument erweitern möchten.

Ziele: Das Interesse an Musik wecken und fördern helfen
Die Anliegen des Musikunterrichts an der Schule unterstützen und den Kindern das Lernen in diesem Fach erleichtern
„Musik lernen durch Musik machen“ jedem Kind ermöglichen
motorische, kognitive und kommunikative Fähigkeit schulen
Kreativität fördern
Gemeinsam Spaß am Musizieren haben
Auftritte in und außerhalb der Schule

Ort: Räume der Grundschule „Christoph Martin Wieland“

Zeit: Das Musikprojekt „Streicherklassenunterricht“ findet sowohl in den Vormittagsstunden als auch nachmittags im Hortbereich statt.

Das Erlernen eines Streichinstrumentes erfordert regelmäßige Beschäftigung mit dem Instrument. Um den Kindern diese Regelmäßigkeit während ihres Aufenthaltes in der Schule schon weitgehend zu ermöglichen, arbeiten wir nach folgendem organisatorischen Konzept:

Wöchentlicher Unterricht in beiden Streicherklassen:

45 min Klassenunterricht

45 min Kleingruppenunterricht

Die Schüler der Streicherklassen sind in 4-6 Kleingruppen aufgeteilt, von denen weitgehend jeweils 2 Gruppen parallel von 2 Lehrern unterrichtet werden.

1x im Schuljahr findet eine Streicherklassenfahrt (verlängertes Wochenende) statt.

Kosten für die Eltern: 22 € monatlich für den wöchentlichen Unterricht lt. Gebührenordnung der Musikschule „Ottmar Gerster“ (Ermäßigung aus sozialen Gründen möglich), optionaler Ergänzungsunterricht im 2. Jahrgang kostenlos (durch Musikstudenten) oder kostenpflichtig lt. Gebührenordnung der Musikschule "Ottmar Gerster"

Finanzierung der Lehrkräfte: Klassen- und Kleingruppenunterricht über Musikschule „Ottmar Gerster“, Ergänzungsunterricht im 2. Jahrgang über Musikschule "Ottmar Gerster" und über Hochschule für Musik "Franz Liszt"

Finanzierung der Instrumente: Die Instrumente sind Eigentum der Schule bzw. des Fördervereins Jenaplanschule. Sie werden gebührenfrei an die Schüler der Streicherklasse verliehen. Die Schülereltern zahlen 4,50 € als monatliche Pauschale für Versicherung und Wartung.


Seit diesem Schuljahr ist ein Streichorchester (mit Schülern
des 3. und 4. Jahrgangs) im Aufbau. Proben finden 1x wöchentlich nachmittags
statt.


 
Projektauslöser/Idee:
Es gab großes Interesse sowohl von Seiten der Musikschule „Ottmar Gerster“ Weimar als auch bei den Instrumentallehrern. Die Leitung der Grundschule „Chr. M. Wieland“ mit Jenaplanprofil engagierte sich sehr dafür, ein solches Projekt an ihrem Haus zu ermöglichen.

Die Streicherklassenarbeit passt sehr gut in das pädagogische Konzept der Schule (fächerübergreifendes Lernen, das Kind steht im Mittelpunkt aller pädagogischen Bemühungen, jedes Kind soll seinen individuellen Fähigkeiten und Begabungen entsprechend gefördert werden – siehe auch www.jenaplan-weimar.de).

Im Rahmen des Ganztagsschulbetriebs wurde nach Möglichkeiten gesucht, die Kinder ihren individuellen Fähigkeiten entsprechend zu fördern und unerkannte Begabungen zu entdecken.

Die Idee hatten die derzeitigen Steicherklassenlehrer selbst.

 
Projektentwicklung:
Dem Projektbeginn ging eine lange Vorbereitungsphase voraus (Beschaffung von Finanzmitteln und Instrumenten, Änderung der Gebührenordnung der Musikschule, Integration des Projektes in den Schulbetrieb, Bereitstellung eines Raumes für die Instrumentenlagerung, Organisation von Versicherung und Wartung der Instrumente, Kontakt zum Landesmusikrat Thüringen und zur Presse, regelmäßige Information der Eltern)

Zeitlicher Ablauf bis Projektbeginn:

• Frühjahr 2003: In einem Treffen mit dem Vorsitzenden des Landesmusikrats, Prof. Eckart Lange gibt der damalige Kultusminister, Herr Krapp, die mündliche Zusage, ein Projekt in Weimar auch finanziell zu ermöglichen. Die damalige Schulleiterin der Christoph-Martin-Wieland-Grundschule, Frau Tamara Blasl entscheidet sich nach Kontaktaufnahme durch die Projektlehrer, an ihrer Schule das Projekt zu beginnen.
• März 2004: Unterrichtsbeginn an der Christoph-Martin-Wieland-Grundschule, die Instrumente wurden zunächst von den Projektlehrern vorfinanziert und gegen Gebühr an die Schüler verliehen.
• November 2004: Der größte Teil der jetzt vorhandenen Instrumente wird durch das Schulverwaltungsamt Weimar mit Bundesfördermitteln erworben. Von nun an werden für die Instrumente lediglich Wartungspauschalen von den Eltern erhoben. Der regelmäßige Streicherklassenunterricht mit zwei parallel laufenden Klassen kann beginnen.

 
Besonderheiten:
Die Kinder können im Rahmen des Schulstundenplans ein Streichinstrument ihrer Wahl lernen. Es ist die finanziell günstigste Form, ein Musikinstrument zu erlernen. Bei ALG 2 Empfängern greift die ermäßigte Gebührenordnung der Musikschule. (Dann fallen statt 22 nur noch 11 Euro mtl. für die Eltern an.) Die Kinder bekommen die Instrumente bei uns mietfrei zur Verfügung gestellt.

Über die Schule können wir viele Kinder mit dem Instrument vertraut machen, die man sonst nur schwer mit Musik erreichen könnte. So bietet sich eine hervorragende Förderung auch für sozial schwache Familien.

Viele Kinder erlangen dabei so eine Begeisterung an der Musik, dass die vielen Instrumente unsere regelmäßigen Wochenabschlussfeiern in der Schule sehr bereichern. Daraus haben sich auch bereits mehrere Kammermusikgruppen gebildet wie Streichquartette u. Ä. Die Begeisterung reicht bis hin zur individuellen Teilnahme am Wettbewerb "Jugend musiziert".

 
Probleme und Lösungen:
Im Vorfeld war zu überlegen: Wie können wir in einer ohnenhin viel zu kleinen Schule und während normalem Schulbetrieb die passenden Räumlichkeiten für solch ein Projekt schaffen? Dies konnte nach vielen Überlegungen gelöst werden. Mittlerweile steht den Streicherklassen ein eigener Raum zur Verfügung.
Natürlich war es auch ein Problem und bedurfte unendlich viel Arbeit, ausreichend finanzielle Mittel zur Anschaffung von Instrumenten herbei zu schaffen. Bis heute sind wir ständig auf die Unterstützung privater Spender, Stiftungen u.s.w. angewiesen, um das Projekt weiter führen zu können - um unserem Anspruch, jedem Kind, unabhängig vom sozialen Status, die Teilnahme am Projekt zu ermöglichen, gerecht zu werden.
Ein bis heute leider ungelöstes Problem ist die Frage des Versicherungsschutzes der Kinder außerhalb der Schule. Bei jeder Veranstaltung außerhalb der Schule müssen wir eine Lehrkraft der Schule um Teilnahme bitten (was sich im laufenden Schulbetrieb als sehr schwierig erweist) da sonst kein ges. Versicherungsschutz für die Kinder gewähleistet ist. Zwar wäre es für die musikpädagogischen Lehrkräfte kein Problem die Kinder auch allein zu betreuen, dies bleibt ihnen aber aus versicherungstechnischen Gründen verwehrt.
Eine Lösung dieses Problems konnte auch mit dem Kultusministerium Thüringen nicht gefunden werden.
 
Anekdotisches:
Aus Kindermund: "Ich spiele gern Geige,denn in unserer Schule ist es am kürzesten da muss man nicht laufen. Und ich habe Spaß dabei" Yasmin, 7 Jahre

"Was ist das schönste am Bratsche spielen? Weist du das schönste ist am Bratsche spielen das ich manchmal schöne töne raus kommen." Smilla, 8

"Ich spiele für mein Leben Bratsche" Paula, 6 Jahre

"Ich spiele Cello weil es inder mitte von tief und hoch ist" Mathilde, 7 Jahre

"Die Streicherklassenfahrt war besonders schön. Ich freu mich schon auf die nechste fahrt.
Jede Woche habe ich 2 mal Geige bei hern Adler.Das macht auch Spaß. Ich hoffe das wir noch viele ander schöne sachen machen. Niko, 8 Jahre

Agnes, mit 5 Jahren Schulanfängerin, kann wegen ihrer noch sehr geringen Körperhöhe ihr Wunschinstrument Kontrabass noch nicht erlernen. Wir lenken sie - auch aus Kapazitätsgründen - auf Geige um und versprechen ihr einen späteren Wechsel auf Kontrabass. Wenig später trifft Agnes in der Schule auf Grit, fast 10 Jahre alt, die gerade zum Bratschenunterricht geht. "Was", staunt Agnes, "du bist schon 4. Jahrgang und spielst noch Bratsche?"